Land lockt ab Frühjahr 2019 mit einer „Meistergründungs-Prämie“ zur Selbständigkeit

Nicht nur für Maurer interessant: Das Land wirbt ab Frühjahr kommenden Jahres mit einer Meistergründungsprämie für mehr Selbständigkeit im Handwerk

Neuer Anreiz des Landes für Gründungswillige: Wer in Schleswig-Holstein einen Meisterbetrieb gründet oder übernimmt, bekommt diesen Schritt mit bis zu 10.000 Euro versüßt. Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz jetzt in Kiel mitteilte,  liegt nun ein Konzept für die Einführung der so genannten Meistergründungsprämie vor. Am 1. Dezember wird sich der Landtag mit dem Thema befassen – die Zustimmung gilt allerdings schon jetzt als sicher. Anschließend wird das Wirtschaftsministerium eine Richtlinie erstellen und mit den Handwerkskammern ein Verfahren zum Umgang mit den Anträgen verabreden. „Ich rechne also nicht damit, dass vor April Anträge gestellt werden können“, sagte Buchholz und freute sich über die rasche Umsetzung. Denn: Ursprünglich war die Einführung der Meistergründungsprämie erst für 2020 geplant

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wer erstmalig ein Meisterunternehmen gründet, übernimmt oder aktiver Mitunternehmer wird, hat künftig in einer ersten Stufe Anspruch auf eine Förderprämie von 7500 Euro. Weitere 2500 Euro gibt es, wenn nach drei Jahren ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz geschaffen wird. Damit soll laut Buchholz unter anderem eine gewisse Nachhaltigkeit gewährleistet werden.

Hintergrund: Der Anteil der Betriebsinhaber im Land, die über 50 Jahre alt sind, liegt laut Handwerkskammer Schleswig-Holstein bereits bei 53 Prozent. In den kommenden Jahren steht somit ein Großteil der Unternehmen vor einer möglichen Übergabe. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Meister seit 2004 bundesweit. Von meistergeführten Unternehmen erhofft sich das Land eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit und Ausbildungsbereitschaft sowie Innovationsfähigkeit. „Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fachkräftemangels sollten Meistergründungen deshalb gezielt gefördert werden“, sagt Buchholz.

Darum wird das Land im ersten Jahr der Einführung eine Million Euro investieren, nach Etablierung des Programms ist mit einer Steigerung in den kommenden zwei Jahren auf jeweils rund 2,1 Millionen Euro sowie ab dem vierten Jahr auf 2,7 Millionen Euro zu rechnen. Buchholz: „Wir gehen von insgesamt rund 275 Meistergründungen im Jahr aus“.

„Wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass die Prämie eingeführt werden soll“, sagte gegenüber den „Lübecker Nachrichten“  Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Das Konzept sehe alles vor, wie die Kammer es sich gewünscht habe. „Die Prämie hat eine sehr großzügige Höhe, auch mit dem zweistufigen Modell können wir sehr gut leben.“

Aktuell gibt es im echten Norden 19.113 Handwerksfirmen. Der Großteil davon sind Unternehmen im Bauhauptgewerbe oder im Aus¬baugewerbe. An dritter Stelle stehen die Handwerke für den privaten Bedarf, wie zum Beispiel Friseure.

Die meisten selbstständigen Handwerksunternehmen im Land gibt es im Kreis Pinneberg (elf Prozent) sowie in den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde (jeweils zehn Prozent). Die wenigsten Handwerksunternehmen sind dagegen in den Kreisen Steinburg, Plön und Dithmarschen (jeweils fünf Prozent) sowie in den kreisfreien Städten Neumünster und Flensburg (jeweils zwei Prozent) ansässig.

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