Buchholz zur Arbeit an der Tourismus-Strategie: Ich bin gern Opfer unseres großen Erfolgs

Tragbild_Tourismus
Buchholz heute bei seiner Rede in den Lübecker „media-docks“ vor rund 350 Vertreterinnen und Vertretern der Tourismusbranche

Angesichts des rasanten Erfolgs im Tourismus in Schleswig-Holstein und der damit einhergehenden schnelleren Erfüllung der ursprünglich für 2025 gesetzten Zielmarken, hat Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute eine sanfte Nachjustierung der bisherigen Strategie angekündigt: „Ich bin gern Opfer unseres gemeinsamen großen Erfolgs“, rief Buchholz den knapp 350 Gästen des diesjährigen Tourismustags in Lübeck zu. Die „SH-Tourismusstrategie reloadet“ soll etwa Mitte kommenden Jahres vorliegen.

Publikum

„Quantitatives Wachstum spielt dabei zwar weiter eine Rolle, aber es kommt auch sehr stark das Thema qualitatives Wachstum in den Blick“, so der Minister. „Mit den natürlichen Ressourcen, mit denen wir die Urlauber locken, müssen wir schon so umgehen, dass die Gäste immer noch das bekommen, was sie erleben wollen.“

Rund 20 Prozent mehr Umsatz durch den Tourismus bis zum Jahr 2025 hält Buchholz für realistisch. Das wären knapp 12 statt derzeit 9,5 Milliarden Euro pro Jahr. Hebel dafür sollen noch mehr Reiseanlässe außerhalb der Hochsaison sowie eine Förderung des Binnenland-Tourismus sein. Zudem soll ein Plus an Service- und Erlebnisqualität mehr Wertschöpfung pro Einzelgast erzielen. „Dazu müssen wir unter anderem die Qualitätsbremse Fachkräftemangel beseitigen“, so der FDP-Poltiker, „denn nur ausreichendes und obendrein zfriedenes Personal ist auch ein guter Botschafter für das Urlaubsland Schleswig-Holstein.“

Szene

Eine höhere Priorität als bisher messen Buchholz und seine Fachleute den so genannten weichen Faktoren bei. Auch sie zahlten auf wirtschaftlichen Erfolg ein, ebenso wie eine große Mitarbeiterzufriedenheit in den Hotel- und Gastronomiebetrieben. Zugleich strebt Buchholz Verhandlungen der Sozialpartner über Arbeitszeitkonten an. „Wenn man dann in der Folge in einigen Teilen des Jahres deutlich weniger arbeiten muss, kann das auch im Interesse der Mitarbeiter sein, vor allem, wenn man dann trotzdem rund ums Jahr angestellt ist und nicht im Winter zum Arbeitsamt muss“.

Geprüft werde im Ministerium derzeit auch, ob im Rahmen der neuen Strategie Kennzahlen für die CO2- Bilanz des Tourismus’ aufstellt werden. „Wer in den Urlaub fährt, will dabei kein schlechtes Gewissen haben. Es ist eine gute Vorstellung für das Marketing, wenn sich Schleswig-Holstein als eines der nachhaltigsten Reiseziele einstufen ließe“, so Buchholz. „So wie es ein Anreiz für Menschen sein könnte zu uns zu kommen, wenn man eines Tages sagen könnte: Zumindest rein rechnerisch ist ein Urlaub in Schleswig-Holstein CO2-neutral“. Allerdings sei dies erst mittel- bis langfristig zu erreichen.

Weiter sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

IpsenAuch Björn Ipsen, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, wertet die positiven Zahlen und die Wachstumsraten der  letzten  Jahre  als Ansporn dafür,  den  Aufwärtstrend  aktiv weiterzuverfolgen:  „Mehr  denn  je  gilt  es, die Erfolge zu  festigen und weiterhin in zukunftsträchtige Vorhaben zu investieren.“ Die Tourismusförderung müsse gesichert und ausgebaut, die Unternehmen von unnötiger Bürokratie entlastet werden, so Ipsen.  „Wir brauchen   Programme, die dem Arbeits- und Fachkräftemangel in der Branche entgegenwirken: Der Tourismus muss für die Arbeitnehmer noch viel attraktiver werden“, betont Ipsen und sieht dabei Politik und Unternehmen gleichermaßen in der Pflicht.

„Damit sich Schleswig-Holstein als attraktiver Urlaubs- und Tagungsstandort auch zukünftig im Wettbewerb erfolgreich behauptet, müssen wir uns alle permanent weiterentwickeln. Hier bietet der Tourismustag eine ideale Plattform, um die neuesten Trends zu erfahren und voneinander zu lernen“, so Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH und Moderatorin des diesjährigen Tourismustages. „Gerade als einzigartige Destination für Fach- und Verbandstagungen haben wir mit unseren über 355 Locations, wie den inspirierenden media docks hier in Lübeck, der Leitmaxime Green Meetings und vielfältigen Incentive-Veranstaltungen in der Natur und am Wasser noch großes Wachstumspotenzial“, betont Bunge.

Bunge
Buchholz gratuliert Bunge zur Vertragsverlängerung

Die 51-jährige Marketing-Expertin wird dem Land weitere fünf Jahre zur Verfügung stehen. De entsprechende Vertragsverlängerung gab Buchholz ebenfalls in seiner Rede bekannt: „Frau Bunge hat in den vergangenen zwei Jahren sehr erfolgreich die Geschicke unserer Landesmarketingorganisation geführt und mit ihrem Team intensiv für den Tourismus- und Tagungsstandort Schleswig-Holstein geworben. Seit ihrem Amtsantritt hat sich die TA.SH wieder konsolidiert, als kompetente Ansprechpartnerin für Wirtschaft und Politik etabliert und Marketingprojekte im Sinne unserer Landestourismusstrategie umgesetzt. Wir freuen uns sehr, dass Frau Bunge ihre erfolgreiche Arbeit bei uns fortführen wird.“

Hier die gesamte Rede von Wirtschaftsminister Buchholz als Mitschnitt:

„Tourismus ist nicht nur für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt, sondern auch für das Image des Landes und die Lebensqualität der Bevölkerung ein bedeutsamer Faktor“, weiß Stephanie Ladwig, Vorsitzende des TVSH. „Er trägt aber zugleich zu globalen Veränderungen wie Klimawandel und Ressourcenverbrauch bei, die ein aktives und nachhaltiges Handeln erfordern. Dieser Verantwortung wollen wir uns stellen, etwa durch konkrete Projekte wie „Nachhaltige Mobilität in schleswig-holsteinischen Urlaubsregionen“.

2158_2745_1_mMit dem Projekt möchte der TVSH die touristischen Mobilitätsangebote in den Urlaubsregionen nachhaltiger und energieeffizienter gestalten. Es sollen so attraktive Angebote entwickelt werden, dass die Gäste dazu motiviert werden, vor Ort so oft wie möglich ohne Verbrennungsmotor unterwegs zu sein. Dabei geht es ausdrücklich um eine intelligente Verknüpfung aller Fortbewegungsformen – ob ÖPNV-Angebote, Fahrradnutzung und -sharing oder Miet-Angebote“, so Ladwig.

Die Möglichkeiten der Impuls- und Ideengebung für die Entwicklung des Schleswig-Holstein- Tourismus hatten die Fachhochschule Westküste motiviert, das zentrale Event der Touristiker von Beginn an zu unterstützen. „Der Transfer unserer zahlreichen Forschungsergebnisse in die Praxis bildet einen wichtigen Teil unserer Hochschulphilosophie. Das Institut für Management und Tourismus kommt gern dieser Aufgabe nach und trägt mit der Präsentation seiner Forschungsresultate u. a. zu Tourismusakzeptanz, Emotionsmessungen oder auch Geschäftsreisen dazu bei, der Tourismuswirtschaft Inspirationsansätze zu geben“, so Prof. Dr. Bernd Eisenstein, Direktor des Instituts für Management und Tourismus (IMT) der FH Westküste.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s