Sperrung der Bahnstrecke Kiel-Lübeck: Buchholz und Rohlfs senden Brandbrief an die DB Netz

Wegen der tagelangen Sperrung der Bahnstrecke Kiel-Lübeck aufgrund defekter Technik verlangen Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz und sein Statssekretär Thilo Rohlfs – zugleich Aufsichtsratschef der Nahverkehrsgesellschaft Schleswig-Holstein (NAH.SH) – Aufklärung von der Deutschen Bahn. «Erneut wird die Geduld unserer Kunden im schleswig-holsteinischen Nahverkehr über Gebühr strapaziert, weil Anlagen der DB Netz AG nicht zuverlässig funktionieren», heißt es in einem Schreiben der beiden FDP-Politiker an den Vorstandschef der DB Netz, Frank Sennhenn. Eine verlässliche Prognose zur Wiederinbetriebnahme der seit Sonntag lahmgelegten Strecke gebe die Bahn derzeit nicht.

Schon seit 2016 werde der NAH.SH berichtet, das Stellwerk für die Strecke müsse ausgetauscht werden, da mittel- bis langfristig eine ausreichende Wartung beziehungsweise die Belieferung von Ersatzteilen nicht mehr sichergestellt werden könne, erläuterte der Minister. Die DB Netz habe einen Austausch geplant. Doch den gab es bisher nicht.

Verkehrsstaatssekretär Rohlfs sagte dazu heute im Gespräch mit Journalisten – Audio starten

Rohlfs und Buchholz wollen von der DB Netz nun wissen, warum ein Ersatz für das Stellwerk immer noch nicht betriebsbereit ist und worin die Gründe für die Verzögerungen bei Planung und Bau bestehen. Außerdem fragt er, warum es keinen Plan B für den Fall einer größeren Störung gibt und was die Bahn unternimmt, um die Strecke schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Zieltermin ist bisher dieser Freitag. Bauteile müssen noch beschafft und programmiert werden. Die DB Netz soll zudem erklären, wie sie im Wiederholungsfall schneller reagieren will.

Buchholz bittet die DB Netz um kurzfristige Aufklärung und verwweist darauf, dass die DB in Schleswig-Holstein im Schienenpersonennahverkehr jährlich Trassenentgeltzahlungen in Höhe von 100 Millionen Euro bekommt. «Im Gegenzug erwarten wir eine Leistung, die es uns ermöglicht, den Bahnkunden im Land eine gute Leistung zu bieten. Dies gelingt im Verantwortungsbereich der DB Netz AG derzeit leider viel zu selten.»

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