Land legt solide Ansiedlungsbilanz vor – Buchholz: „Rahmenbedingungen stimmen“

Chef-Wirtschaftsförderer Bernd Bösche (rechts) präsentierte mit Minister Buchholz die Ansiedlungszahlen.

Trotz deutlich schlechterer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie haben sich 2020 in Schleswig-Holstein 114 Unternehmen neu angesiedelt. Dabei seien 1872 neue Arbeitsplätze entstanden, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bei der heutigen Vorstellung der Ansiedlungsbilanz der „Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer Schleswig-Holstein GmbH“.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der neu angesiedelten Unternehmen zwar nur leicht um vier Betriebe, die Zahl der neuen Arbeitsplätze aber deutlich. 2019 waren durch neue Unternehmen noch 3408 neue Jobs geschaffen worden. Davon gingen allein rund 500 auf das Konto von Amazon in drei Verteilzentren. Der Geschäftsführer der WTSH, Bernd Bösche, sprach von einem soliden Ergebnis: «Wir sind gut durch die Krise gekommen im Vergleich zu vielen Mitbewerbern.» In anderen Bundesländern seien die Rückgänge deutlich höher ausgefallen.

Buchholz sagte, «wir arbeiten derzeit daran, die Rahmenbedingungen für Ansiedlungen weiter zu verbessern – unter anderem durch einen beschleunigten Breitband-Ausbau und Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur». Als positiv werteten Buchholz und Bösche die durch Neuansiedlungen von 18 Unternehmen im vergangenen Jahr geschaffenen 954 Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe. 2019 waren in diesem Bereich 284 Jobs in 16 Firmen entstanden. Das Land arbeitet derzeit an einer landesweiten Ansiedlungsstrategie. Im vergangenen Jahr war Schleswig-Holstein offensichtlich besonders attraktiv für die digitale Wirtschaft (26 Unternehmen, 130 Arbeitsplätze), die erneuerbaren Energien (14 Unternehmen, 250 Arbeitsplätze) und die Gesundheitswirtschaft (11 Unternehmen, 694 Arbeitsplätze).

Hier eine Aufzeichnung der gesamten Pressekonferenz:

Laut WTSH entfielen bei den erneuerbaren Energien und der Gesundheitswirtschaft der Großteil der Arbeitsplätze auf das produzierende Gewerbe. Dazu zählte beispielsweise die Ansiedlung einer Hamburger Firma, die in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) Gelenktransplantate baut und dort 500 Arbeitsplätze schaffen will.

Beim Werben um Unternehmen geht es oft um Subventionen. «Das Thema Förderung spielt eine Rolle», sagte Bösche. Konkrete Zahlen habe er aber nicht. Buchholz betonte, Hilfen bewegten sich «im Rahmen dessen, was in allen anderen Bundesländern üblich ist». Auffällig ist, dass im vergangenen Jahr 19 Unternehmen aus anderen Bundesländern nach Schleswig-Holstein kamen. 2019 waren es nur neun. Wie viele Unternehmen dem nördlichsten Bundesland den Rücken kehrten, konnte die WTSH nicht angeben. «Das Thema Abwerbeversuche von Unternehmen aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen zwei, drei Jahren aber deutlich entspannt», sagte Bösche.

Aus dem Ausland entschieden sich 2020 zehn (2019: elf) Unternehmen für einen Standort in Schleswig-Holstein. Drei von ihnen stammten aus Dänemark, drei aus Lettland und jeweils eines aus der Schweiz, Estland, Australien und China. Im Durchschnitt wurden in den Unternehmen 19 Arbeitsplätze geschaffen.

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