Buchholz bei Glasfaser-Forum: Land legt zur Beseitigung grauer Flecken nochmal 20 Millionen drauf

Halb in Präsenz, halb hybrid: Das 13. Glasfaser-Forum in der Stadthalle von Neumünster

Mit aktuell 58 Prozent anschlussfähiger Hausadressen im Land hält Schleswig-Holstein beim Glasfaser-Ausbau seine bundesweite Spitzenposition. Und die Landesregierung gibt weiter Gas: Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute zur Eröffnung des 13. Glasfaserforums in Neumünster sagte, werde das Land zur Kofinanzierung des Gigabit-Ausbaus weitere 20 Millionen Euro bereitstellen. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um weitere förderfähige Gebiete in Schleswig-Holstein spätestens ab 2023 in die Spur zu bringen und Investitionen in zukunftsfähige Glasfaserinfrastrukturen zu ermöglichen“, so Buchholz. An das Glasfasernetz tatsächlich angeschlossen sind derzeit rund 41 Prozent aller Hausadressen im echten Norden.

Die zusätzlichen 20 Millionen Euro sind nach den Worten von Buchholz in den jüngsten Beratungen zum Nachtragshaushalt für das laufende Jahr ausverhandelt worden. „Insgesamt haben wir in den letzten fünf Jahren damit die Rekordsumme von 165 Millionen Euro in den Breitbandausbau gesteckt.“ Mit dem jüngsten Nachschlag werde es möglich, die vom Bund zur Verfügung gestellte Gigabit-Förderung mit einer zusätzlichen Landesförderung zu flankieren. „Damit werden wir voraussichtlich in der Lage sein, bei allen angeschobenen Projekten in den kommenden zwei bis drei Jahren die Förderquote von 50 auf 75 Prozent aufzustocken“, sagte Buchholz vor den rund 150 Gästen des Glasfaserforums.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Minister erinnerte daran, dass sich Schleswig-Holstein als erstes und in dieser Form immer noch einziges Bundesland ein klares Infrastrukturziel gesteckt habe – nämlich den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser bis 2025. „Wir setzen damit auf die einzig zukunftssichere Technologie“, so Buchholz, „und wir haben mit der Weiße-Flecken-Förderung den Grundstein geschaffen, um den Glasfaserausbau im Lande weit voran zu bringen. Nun ist es uns gelungen, weitere Fördermittel einzubringen, die uns in die Lage versetzen, auch die Grauen Flecken mit unveränderten Konditionen zu fördern.“ Weiße Flecken gelten als besonders unterversorgt, weil kein Anbieter eine Internetversorgung mit einer Bandbreite von mindestens 30 Mbit/s anbieten kann. Bei den Grauen Flecken handelt es sich um Gebiete, in denen nur ein Internetprovider mit mindestens 30 Mbit/s im Download verfügbar ist, aber kein Gigabit-Anschluss. Für beide ist eine Förderung des Gigabitausbaus mit öffentlichen Mitteln möglich.

Parallel setze das Land laut Buchholz verstärkt auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen, wo dieser auch ohne Förderung rentabel sei. Insbesondere in den Städten wie etwa Kiel habe sich inzwischen ein Wettbewerb um die Kunden entwickelt, der dafür sorge, dass auch dort kräftig in Glasfaser investiert werde. „Wir sind in der Förderung sehr weit und kommen nun so langsam an die Grenzen der Förderfähigkeit. Das ist erfreulich und versetzt uns in die Lage, den eigenwirtschaftlichen Ausbau nun mehr in den Fokus zu nehmen und bestmöglich zu unterstützen.“

Nach den aktuellen Daten des von den kommunalen Landesverbänden getragenen Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZSH) können inzwischen in Schleswig-Holstein 58 Prozent aller Hausadressen mit Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen versorgt werden. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 15 Prozent. BKZSH-Geschäftsführer Richard Krause erwartet, dass bis Ende kommenden Jahres eine Versorgungs-Quote von 62 Prozent erreicht sein wird. Von den heute mit Glasfaser erreichbaren Hausadressen haben gut 70 Prozent bereits einen Anschluss gebucht.

BKZ.SH-Geschäftsführer Krause sagte weiter – Audio starten

Mit Blick auf die Ende 2022 absehbar noch nicht mit Glasfaser erschlossenen Haushalte, die sich überwiegend in den Städten befinden werden, sagte Buchholz: „Noch sind die Städte in Schleswig-Holstein mit Breitband gut versorgt, einige drohen aber die Weißen Flecken von morgen zu werden. Ich setze daher auf die Eigeninitiative der Städte und ihrer Stadtwerke, freue mich aber, dass auch große Telekommunikationsanbieter ihre Ankündigungen wahrmachen und inzwischen ebenfalls auf Glasfaser setzen. Und zwar vor allem dort, wo es noch keine Ausbauinitiativen gibt.“

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