
Schwacher Trost für tausende von Autofahrerinnen und Autofahrern, die heute über Stunden auf der Bundesstraße B 77 vor dem Rendsburger Kanaltunnel im Stau steckten: Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen war einer von ihnen. Auf einem Abstecher seiner Rad-Themen-Tour von der Westküste per Auto nach Kiel saß auch er nach einem Auffahrunfall vor dem Tunnel fest. Doch Madsen nahm es mit Humor und dänischer Gelassenheit: „Das kommt eben davon, wenn man vom Rad auf das Auto wechselt“, scherzte er.

Dabei stand ausgerechnet heute Madsens erster Besuch als neuer „Hausherr“ des Kanaltunnels auf dem Touren-Plan. Immerhin: Dank einer beherzten Kehrtwende seiner Chauffeurin klappte es am Ende doch noch halbwegs pünktlich und der Minister ließ sich zusammen mit Rendsburgs Stadtpräsident Thomas Krabbes von LBV.SH-Direktor Torsten Conradt und dessen Leitzentralen-Chef Michael Mahrt die Überwachungstechnik des Tunnelbauwerks erläutern.
Hintergrund: Seit dem 1. April dieses Jahres ist nicht mehr die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für das fast 70 Jahre alte Bauwerk zuständig, sondern der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein.

Und da der Minister nun schon einmal so nah an dem Rendsburger Knotenpunkt von Straßen, Tunneln, Nord-Ostsee-Kanal und Eisenbahnhochbrücke war, nutzte er die Gelegenheit, um sich Deutschlands einzige Schwebefähre näher anzuschauen. Das vor zwei Jahren neu gebaute Vehikel bereitet den Pendlern zwischen Rendsburg und Osterrönfeld durch technische Zipperlein und Ausfälle seit Monaten immer wieder Sorgen. Denn: Anders als die rustikale alte Schwebefähre, die vor sechs Jahren von einem Frachter gerammt wurde und Totalschaden erlitt, steckt der Neubau voller hochmoderner und sensibler Technik. Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal, erläuterte dem Minister dazu die Hintergründe.

Last not least nutzte Rendsburgs Stadtpräsident Krabbes zusammen mit Tourismus-Chefin Anke Samson die Anwesenheit von Madsen in dessen Funktion als Tourismusminister, ihm die Pläne für eine bessere Nutzung der Fläche bei den Brückenterassen am nördlichen Fähranleger vorzustellen. Versprechen konnte Madsen angesichts der komplizierten Nutzungsrechte zwar nichts, aber immerhin so viel: „Ich komme gern mal wieder vorbei.“
Und hier zieht der Minister noch einmal selbst ein Blitz-Fazit seines vierten und letzten Themen-Tags der Rad-Sommertour: