Länder machen im Bundesrat Druck für einen schnelleren Ausbau des Breitband-Netzes

Frischer Wind für die von Bundes-Digitalminister Volker Wissing für Sommer angekündigte Gigabitstrategie: Bund und Länder sind sich einig, dass sich die Potenziale des eigenwirtschaftlichen Ausbaus maximal entfalten sollen. Der eigenwirtschaftliche Ausbau der Glasfaser- und Mobilfunknetze erfolge derzeit „mit sehr hoher Intensität“, hieß es am Freitag in der Länderkammer, die mit großer Mehrheit eine Entschließung auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein annahm. Zielgerichtete staatliche Fördermaßnahmen blieben mit Blick auf die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Regionen aber weiterhin unverzichtbar.

Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ist besonders wichtig, dass die Telekommunikationsunternehmen zeitlich verbindliche Ausbau-Zusagen machen müssen. Der Bund soll künftig Potenzialanalysen beauftragen, die dabei helfen werden, Regionen mit guten Chancen auf einen eigenwirtschaftlichen Ausbau von solchen mit Förderbedarf zu unterscheiden. Es brauche dann keine Fördersperren, keine Deckelung der jährlichen Fördersummen und auch sonst keine harten Begrenzungen – etwa durch Quotierung der Markterkundungsverfahren. Nach einem Jahr, also Ende 2023, sollen die Förderung und die Fortschritte im Ausbau evaluiert werden. 

Buchholz sagte dazu am Freitag im Bundesrat weiter – Video starten

Wichtig ist laut Buchholz auch die Zusage des Bundes, durch das Förderprogramm weiterhin Projekte „mit einem Regelfördersatz von mindestens 50 Prozent zu unterstützen“. Zuvor hatte Baden-Württemberg gewarnt, dass der „skandalöse“ Umbau der staatlichen Finanzhilfen für Glasfasernetze den Ausbau nicht etwa beschleunigen, sondern zum Erliegen bringen könnte.

Bis 2030 will Wissing alle Haushalte mit einem Glasfaseranschluss versorgen. Derzeit sind es bundesweit erst 18 Prozent – in Schleswig-Holstein hingegen bereits 58 Prozent. Bis 2025 sollen es im Bund zumindest dreimal so viele sein. Förderprojekte sind dabei insbesondere in ländlichen Regionen erforderlich. Zusätzlich haben die Netzbetreiber angekündigt,  bis 2030 rund 50 Milliarden Euro zu investieren. Sie warnen allerdings davor, die ohnehin knappen Baukapazitäten für langwierige Förderprojekte zu binden und so den Breitbandausbau zu bremsen.

Es geht um acht Millionen Haushalte, die nach einer Analyse des Bundesdigitalministeriums mit Fördermitteln ans Glasfasernetz angeschlossen werden könnten. Einen Teil dieser Haushalte werden private Unternehmen anschließen können. Bund und Länder werden das in der Neuaufstellung des Förderregimes berücksichtigen, für die verbleibenden Regionen mit dem zukünftigen Förderregime aber bei Bedarf auch mehr als die von Minister Wissing bisher auf eine Milliarde Euro gedeckelte Fördersumme bereitstellen, hieß es.

Buchholz zum Planungs-Turbo bei LNG-Terminals: „Blaupause auch für andere Projekte“

Bundestag und Bundesrat haben diese Woche beschlossen, den Bau von Import-Terminals für verflüssigtes Erdgas, kurz LNG, zu beschleunigen und damit auch für entsprechende Pläne in Brunsbüttel eine wichtige Weiche gestellt.

Während für schwimmende LNG-Terminals die bisher vorgeschriebene  Umweltverträglichkeitsprüfung zunächst ausgesetzt werden kann, bleibt sie für feste Anlagen vorerst Pflicht. In Brunsbüttel sollen beide Arten von Anlagen entstehen. Für die an Land geplanten Terminals sei die Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, „um deren Rechtssicherheit zu stärken“, hatten die Grünen am Donnerstag im Energieausschuss des Bundestags erklärt. Ähnlich argumentierte die SPD: Das Beibehalten der Umweltverträglichkeitsprüfung sei wichtig, „um die Akzeptanz solcher Anlagen bei den Anliegern zu stärken“. Auch die FDP plädierte daher dafür.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte dazu am Freitag im Bundesrat – Video starten…

Alle Redner am Donnerstag im Bundestag und am Freitag im Bundesrat erinnerten daran, dass die beschlossenen Schritte reichen würden, um den Bau der Terminals zu beschleunigen und schneller unabhängig von russischen Gas zu werden. So legt die Berliner Ampel-Koalition nun gesetzlich fest, dass die Anlagen von „überragendem öffentlichen Interesse“ und „im Interesse der öffentlichen Sicherheit“ seien. Damit werde es leichter, die Terminals zu genehmigen – und schwerer, sie durch Klagen zu verhindern. Zudem wird der Rechtsweg bei Klagen – genau wie bei der A 20 oder der Rader Hochbrücke – auf nur eine Instanz beschränkt, das Bundesverwaltungsgericht.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte im Bundesrat noch mal die Dringlichkeit des Beschleunigungsgesetzes deutlich gemacht. Wenn es bereits bis Ende des Jahres zwei schwimmende LNG-Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven gebe, habe Deutschland bei einem Stopp russischer Gaslieferungen „eine robuste Chance“, durch den Winter zu kommen. „Haben wir die Terminals nicht, steht Deutschland vor einer ökonomischen Krise, wie es sie lange nicht erlebt hat“, warnte Habeck.

Buchholz: Mit Weitsicht und Rücksicht wird das Neun-Euro-Ticket ein Erfolg

Die einen befürchten Chaos, die anderen wittern eine große Chance für den ÖPNV in Deutschland: Das so genannte 9-für-90-Ticket, das ab 1. Juni bundesweit drei Monate lang ermöglicht, den Nahverkehr für monatlich neun Euro zu nutzen, spaltet die Gemüter.

Auch Wirtschafts- und Verkehrsminister fürchtet auf einigen Strecken durchaus überfüllte Züge, betont in seiner „Meldung der Woche“ aber eher die Chancen des Angebots – Video starten…

Neun-Euro-Ticket nimmt in Berlin die letzte Hürde – Buchholz erneuert Kritik, stimmt aber zu

In Schleswig-Holstein startet der Ticket-Vorverkauf am Montag und die Branche steht in den Startlöchern. Nun ist auch die letzte politische Hürde genommen, damit der Nahverkehr in der ganzen Republik drei Monate extra billig wird. Verkehrsminister Bernd Buchholz hat – trotz einiger Kritik – im Bundesrat heute für das Neun-Euro-Ticket gestimmt

Buchholz mit DB-Regio-Chef Torsten Reh: Beide appellieren an Nutzer des Neun-Euro-Tickets, möglichst nicht zu den Stoßzeiten zu reisen

Die geplanten 9-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen im Sommer können kommen. Der Bundesrat stimmte heute Mittag dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für die Sonderaktion zu, die ab 1. Juni für drei Monate starten soll. Damit kann auch der bundesweite Ticket-Verkauf bei der Bahn und anderen Anbietern wie angekündigt an diesem Montag beginnen. Mancherorts läuft er schon. Verkehrsminister Bernd Buchholz, der für Schleswig-Holstein im Bundesrat zustimmte, erneuerte seine Kritik an dem Angebot, betonte aber auch die Chancen.

Er sagte im Bundesrat – Video starten:

Die Billigtickets sind Teil der Entlastungspakete der Ampel-Koalition wegen der stark gestiegenen Energiepreise. Zugleich sollen sie eine große Schnupperaktion sein, um mehr Fahrgäste anzulocken und zum Umsteigen vom Auto zu ermuntern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach von einer Chance für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und klimafreundliche Mobilität.

Die Sondertickets sollen im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen – für jeweils 9 Euro im Monat, also viel günstiger als normale Monatskarten. Laut dem jetzt beschlossenen Gesetz stellt der Bund den Ländern unter anderem 2,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter auszugleichen. Von den Ländern hatte es zuvor mehrfach Forderungen nach generell mehr Geld für den ÖPNV gegeben.

Bahn- und Busbetreiber und die Verkehrsverbünde stellen sich auf einen größeren Andrang von Fahrgästen ein – gerechnet wird vor allem an Wochenenden mit vollen Zügen zu Ausflugszielen. Zugleich plant die Koalition für den Aktionszeitraum von Juni bis Ende August aber auch eine deutliche finanzielle Entlastung beim Tanken durch eine Senkung der Energiesteuer für Benzin und Diesel.

Buchholz erfreut über „Go“ aus Brüssel für 224 Millionen Euro Arbeitsmarkt-Förderung

Nach dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mit 272 Millionen Euro für Schleswig-Holstein hat die EU-Kommission nun auch grünes Licht für das 224 Millionen Euro umfassende „Landesprogramm Arbeit 2021 – 2027“ aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gegeben. Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich heute über die Nachricht aus Brüssel entsprechend begeistert: „Damit legen wir bundesweit nicht nur eines der ersten genehmigten Programme vor. Es ist mit seinen Bereichen Beschäftigung, Bildung und soziale Integration auch weit mehr als ein klassisches Arbeitsmarktprogramm.

Weiter sagte Buchholz – Audio starten…

Mit 88,8 Millionen Euro aus dem „Europäischen Sozialfonds Plus“ kommt ein großer Teil der finanziellen Mittel aus Brüssel, weitere 88,4 Millionen Euro stellt das Land bereit und rund 46,5 Millionen Euro steuern Unternehmen in Form von Ko-Finanzierungen bei.

Das Programm helfe unter anderem, den Wechsel junger Menschen von der Schule in den Beruf zu stärken, erwerbsfähige Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder Beschäftigte durch Qualifizierungen fit für die Zukunft zu machen. „All das zielt auf die dringend nötige Steigerung des Fachkräfteangebots in Schleswig-Holstein“, so Buchholz. Das Landesprogramm Arbeit gliedert sich für die kommenden sechs Jahre in insgesamt elf Themen-Schwerpunkte zur Förderung des Arbeitsmarkts.

Wie Buchholz weiter sagte, knüpfe das neue Paket einerseits an das Vorgängerprogramm an, setze aber auch neue Akzente wie etwa mit einem Fachkräfteservice oder der Einführung von IT-Scouts. IT-Scouts wenden sich mit berufsorientierenden Angeboten gezielt an junge Menschen, um ein Interesse an technischen Berufen zu wecken. Buchholz: „Bereits seit Januar laufen alle Projekte unseres heute genehmigten Programms, sodass wir allen Adressaten und Interessenten einen nahtlosen Übergang zwischen den Förderprogrammen ermöglichen können.“

Weitere Informationen zum Programm: www.schleswig-holstein.de/esf

Tourismus-Barometer steht auf „Hoch“ – aber Buchholz sieht Branche vor großen Aufgaben

Buchholz bei seiner Rede im neuen Holstenhallen-Congress-Centrum in Neumünster vor rund 100 Expertinnen und Experten der schleswig-holsteinischen Tourismusbranche

Die Lage ist okay, sagt der Minister. Das Tourismusbarometer zeigt positive Zahlen für die Branche im Norden. Doch diverse Faktoren könnten die Entwicklung erschweren.

Gute Zahlen, steigende Kosten, Mangel an Arbeitskräften, wieder aufkommende Konkurrenz durch Flugreisen – der Tourismus in Schleswig-Holstein agiert zwischen Optimismus und schwieriger werdenden Rahmenbedingungen. Die Momentaufnahme des heute in Neumünster vorgestellten Tourismusbarometers des Sparkassen- und des Tourismusverbandes fällt positiv aus. «Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis der vergangenen zwei Jahre», sagte Tourismusminister Bernd Buchholz unter Hinweis auf die Corona-Pandemie. «Die derzeitige Lage sieht okay aus.»

Bei der Pressekonferenz zum Auftakt des Experten-Treffens sagte Buchholz weiter – Video starten…

Rund 32,4 Millionen Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten bedeuteten zwar 2021 noch ein Minus von 10,0 Prozent zum Vor-Corona-Jahr 2019. Das war aber der deutlich niedrigste Rückgang in Deutschland. Dieser betrug im Bundesschnitt 37,4 Prozent.
In dieses Jahr startete die Branche im Norden gut. Das Übernachtungsvolumen stieg in den ersten vier Monaten um 4,4 Prozent über das Niveau im Vergleichszeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 und die Ankünfte legten um 3,0 Prozent zu.

Dies geht aus Angaben des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens dwif-Consulting für das Tourismusbarometer hervor. Auch die Buchungszahlen für die nächsten Monate verheißen demnach weitere Steigerungen.
Aber es gibt auch wieder Konkurrenz angesichts der veränderten Corona-Lage: «Man kann wieder mit dem Flieger nach Mallorca», sagte Buchholz. Dieser Markt sei wieder da. «Das wird eine Herausforderung.» Buchholz warnte vor Qualitätseinbußen infolge Fachkräftemangels, zum Beispiel mit Ruhetagen von Montag bis Mittwoch. Das könne dazu führen, dass man an einigen Orten zu weit fahren muss, um essen zu gehen.

«Die Reiselust, die ist da», sagte dwif-Experte Karsten Heinsohn. Für dieses Jahr sei auch das Reisebudget noch vorhanden. Allerdings sind die Hotelpreis im vorigen Jahr im Land um 31 Prozent über das Niveau von 2019 gestiegen, während sie in Deutschland insgesamt um 14 Prozent sanken. 2019 waren im Norden im Schnitt 98 Euro für eine Nacht zu zahlen, 2021 dann 128 Euro. Die Zahl der Hotelplätze ist im Übrigen etwa konstant geblieben. Es kamen ungefähr so viele qualitativ höherwertige hinzu, wie ältere vom Markt verschwanden.

Gesunken ist laut dwif seit 2019 die Gästezufriedenheit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis habe sich verschlechtert. Der Nachwuchsmangel werde noch zunehmen; jeder vierte Ausbildungsplatz sei unbesetzt. Die Betriebe sollten außer der Mitarbeitersuche auch die Mitarbeiterbindung stärker in den Fokus nehmen, riet Heinsohn. Zudem sollten Abläufe optimiert werden. Gäste seien Befragungen zufolge auch durchaus bereit, bei personalintensiven Dingen Abstriche hinzunehmen, etwa beim Zimmerservice, Beispiel Häufigkeit des Handtuchwechsels, bei Öffnungszeiten oder im Hinblick auf den Umfang der Speisekarte. Für eine komplette Automatisierung von Teilbereichen sei die Akzeptanz aber sehr gering.

die beiden dwif-Experten Karsten Heinsohn und Markus Seibold mit TV.SH-Vorsitzender Stephanie Ladwig, Minister Buchholz, TV.SH-Geschäftsführerin Cathrin Komp und dem Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, Oliver Stolz

«Wir haben ein stabiles Hoch zu verzeichnen», sagte Sparkassenverbandspräsident Oliver Stolz zur aktuellen Lage. Die Menschen wollten im Land zwischen den Meeren Urlaub machen. Ein Problem sei der Fachkräftemangel. Laut dwif ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche von 2019 auf 2021 um 10,6 Prozent gesunken, in Deutschland insgesamt um 15,9 Prozent. Es sei höchst fraglich, dass alle freien Stellen wieder besetzt werden können, sagte Stolz. Als Problem könne sich auch erweisen, dass angesichts der hohen Energie- und Lebensmittelpreise Familien weniger Geld für Urlaub übrig haben.

Letztes Jahr hatte die Branche im Norden kräftige Zuwächse verzeichnet. Laut Statistikamt Nord kamen 6,59 Millionen Übernachtungsgäste nach Schleswig-Holstein und damit 6,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Die Zahl der Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten und auf Campingplätzen wuchs um 12,0 Prozent auf 32,39 Millionen. Wegen der Corona-Lage startete der Tourismus 2021 erst Mitte Mai richtig. Ab Mitte April gab es einige touristische Modellprojekte. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es fast 36 Millionen Übernachtungen.

Buchholz: Kongress-Standort Schleswig-Holstein dank HCC-SH wieder im Vorwärtsgang

Kaum eine Branche hat die letzten drei Jahre unter den Folgen der Corona-Pandemie so stark gelitten wie Veranstalter oder Messebetrreiber. Der Geschäftsführer der Holstenhallen von Neumünster, Dirk Iwersen, hat diese Flaute ins Positive gedreht und in der „toten Zeit“ eine der größten Kongresshallen des Landes geschaffen – das Holstenhallen-Congress-Center Schleswig-Holstein, kurz HCC-SH.

Für Wirtschaftsminister Bernd Bernd Buchholz, der das Projekt seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren begleitet hat, seine „Meldung der Woche“. Video starten…

Bündnis gegen Holper-Pisten: Land und Verbände sagen Wurzelaufbrüchen den Kampf an

Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs (rechts) besuchte im April ein LBV.SH-Pilotprojekt in Giekau bei Plön: Hier wird mit einer Kombination aus Vliesschicht und Beton-Granulat versucht, Wurzeln „unter der Decke zu halten“

Radfahren ist klimafreundlich, umweltschonend und zugleich Baustein der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein. Um die Attraktivität des weit über 5000 Kilometer langen Radwegenetzes im echten Norden zu erhalten und weiter zu steigern, sagen Landesregierung und Verbände den vielen Holper-Pisten im Land, die vor allem durch Wurzelaufbrüche entstehen, geschlossen den Kampf an. Verbände für Naturschutz und Radfahrende, Fachbehörden sowie das Umwelt- und das Verkehrsministerium haben dazu mit Unterstützung der kommunalen Landesverbände eine Vereinbarung zum Umgang mit Wurzelaufbrüchen unterzeichnet.

Das Problem: Bei der Sanierung beschädigter Radwege kollidieren unterschiedliche Interessen. Für die öffentliche Hand sind die Bauarbeiten mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden, der Naturschutz befürchtet durch Sanierungsarbeiten Schäden an Bäumen. Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs zeigte sich über das Bündnis entsprechend erleichtert: „Mit diesem Schulterschluss machen wir die betroffenen Radwege sicherer und bringen die widerstreitenden Interessen zusammen. Ich danke allen, die an den Handlungsempfehlungen mitgearbeitet und so den Weg zu Kompromisslösungen bereitet haben.“

Dorit Kuhnt

Umweltstaats-Sekretärin Dr. Dorit Kuhnt: „Die Vereinbarung ist eine wichtige Entscheidungshilfe, um Aspekte des Naturschutzes, des Fahrkomforts und der nachhaltigen Nutzbarkeit bei der Sanierung von Radwegen in Einklang zu bringen. Eine Patentlösung gibt es hierfür nicht. Jeder Radweg muss mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten individuell betrachtet werden.“

Die Strategie beinhaltet unter anderem eine Analyse der Vor- und Nachteile verschiedener Sanierungsarten. Klar sei allen Beteiligten, dass eine landesweit einheitliche Bauweise weder praktikabel noch zielführend sei. Deshalb würden keine starren Pauschallösungen aufgezeigt, sondern ein großer Handlungsspielraum eröffnet, so Kuhnt und Rohlfs.

Auch Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH), freute sich: „Wir werden alternative Bauvarianten in der Praxis erproben und schauen, welche die besten Ergebnisse liefern. Dies werden wir zudem regelmäßig auswerten.“

Lars Münchau, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs Schleswig-Holstein e.V.: „Mit der stetigen Zunahme des Radverkehrs in den letzten Jahren steigen auch die Anforderungen an Radwegenetz, Instandhaltung und Maßnahmen zur Sicherheit. Deswegen muss neben der Planung von Neubauten zur Erweiterung des Radwegenetzes der Fokus auch auf Wartung und Sanierung der vorhandenen Radwege gelegt werden. Denn dort lauern wegen zum Teil immenser Schäden – beispielsweise durch Wurzelaufbrüche – erhebliche Gefahren. Nur eine attraktive und sichere Gestaltung der Infrastruktur für den Radverkehr wird der Bedeutung des Fahrrads als alltägliches und umweltbewusstes Verkehrsmittel gerecht.“

Der BUND Schleswig-Holstein bewertet die Initiative zur Sanierung von Wurzelaufbrüchen in Radwegen grundsätzlich positiv: „Wir begrüßen, dass von Seiten des Landesverkehrsministeriums die Umwelt- und Radverkehrsverbände von vornherein mit eingebunden wurden. In der nun folgenden Umsetzungsphase muss sich erweisen, wie sich das gemeinsam erarbeitete Konzept bewährt. Es wird sich zeigen, wie den Verbänden die angekündigte Beteiligung ermöglicht werden wird“, resümierte Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer.

Hermann Schultz, NABU-Landesvorsitzender: „Die Initiative der verschiedensten Akteure, den Umgang mit Wurzelaufbrüchen in Radwegen zu regeln, wird vom NABU sehr begrüßt. Denn hiermit wird ein wichtiger Grundstein gelegt, um den Radfahrenden unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen und -fachlichen Anforderungen sicher und komfortabel zu befahrende Radwege zur Verfügung zu stellen.“

Und Dr. Iris Pretzlaff, Geschäftsführerin des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein, sagte: „Wichtig ist uns auch, dass die gemeinsame Arbeit fortsetzt wird und sich auch für den Neubau von Radwegen auf eine nachhaltige Bauweise verständigt wird. Dabei ist von Beginn an darauf zu achten, dass Wurzelaufbrüche und andere Schäden langfristig verhindert werden.“

Mit Geschick und Hilfe des Landes: „Hamburg hat sein CCH, der echte Norden nun sein HCC“

Symbolische Eröffnung des 600-Quadratmeter-Saals als Kernstück des Holstenhallen Concress Center (HCC): Hausherr Dirk Iwersen, Minister Buchholz und Holstenhallen-Aufsichtsratschef Uwe Döring (v.l.)

Großer Sprung für den Kongress-Standort Schleswig-Holstein: Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist heute in Neumünster das rund 1000 Quadratmeter große „Holstenhallen Congress-Center Schleswig-Holstein“ (HCC-SH) feierlich eröffnet worden. „Hamburg hat sein CCH – Neumünster nun sein HCC“, scherzte Holstenhallen-Aufsichtsratschef Uwe Döring. Und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz legte nach: „Auch, wenn die Holstenhallen von den 480.000 Quadratmetern der Hannover-Messe noch ein gutes Stück entfernt sind – für Schleswig-Holstein ist dieser Bau auch ein symbolischer Start dafür, dass es nach drei Jahren Pandemie für das besonders leidtragende Veranstaltungs- und Messegeschäft im Norden wieder kräftig in den Vorwärtsgang geht.“

Als besonders klug und vorausschauend bezeichneten es Buchholz und Döring in ihren Grußworten, dass Messechef Dirk Iwersen bereits vor über einem Jahr die Entscheidung getroffen hatte, sämtliche Materialien für den 5,5-Millionen-Bau auf Vorrat zu kaufen. „Ich bin sicher, dass wir sonst hier heute nicht ständen“, so Buchholz mit Blick auf die zunächst pandemie- und nun kriegsbedingten Lieferengpässe im gesamten Baubereich. Besonderen Applaus heimste Messechef Iwersen auch dafür ein, dass sich das Projekt bislang innerhalb des vorgegebenen Budgets bewege – auch wenn noch weitere Arbeiten am Altbau in den kommenden Monaten ausstehen.

Buchholz erinnerte vor den rund 100 Ehrengästen daran, dass das Land ein „extrem hohes Interesse“ an den Holstenhallen habe. Und das nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus touristischen Gründen. Vor diesem Hintergrund sei es gut gewesen, die Stadt Neumünster rechtzeitig mit ins Boot zu holen. Die Investition werde sich für alle positiv auszahlen.“ An den Gesamtkosten von rund 5,5 Millionen Euro beteiligt sich das Land mit zwei Millionen Euro an Fördermitteln. 1,5 Millionen Euro steuert die Stadt Neumünster als Investitionskostenzuschuss für ihre Tochtergesellschaft bei. Die restlichen zwei Millionen Euro finanzieren die Holstenhallen selbst.

Mit Ausdauer, Ausbau und Ansiedlungen weiter auf der Erfolgsspur im echten Norden

Auch wenn es immer nur kleine Schritte sind – diesmal gut sechs Kilometer auf der Bundesstraße 404 im Kreis Stormarn. Oder wenn es auch nur einzelne Ansiedlungserfolge sind – diesmal in Ahrensburg ein Betrieb der Feinwerktechnik… Am Ende entscheidet die Gesamtsumme über das Ausmaß des Erfolgs.

In diesem Sinne war es für Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz einmal mehr eine gute Woche. Video starten…

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus