Pries und Verkehrsbetriebe ringen um bessere Bedingungen für Menschen mit Behinderungen

Michaela Pries und Tobias von der Heide nach dem Treffen mit den Verkehrsunternehmen im Ministerium

Schleswig-Holsteins Landesbeauftragte Michaela Pries hat sich für eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Nahverkehr stark gemacht. Seit Einführung des 9-Euro-Tickets habe es zahlreiche Beschwerden gegeben, sagte Pries heute nach einem Gespräch mit Vertretern der Bahn-Unternehmen im Verkehrsministerium. Manche Betroffene hätten wegen der teils überfüllten Züge Angst gehabt, ihr Ziel nicht zu erreichen oder nicht wieder nach Hause zu kommen. In anderen Fällen habe es Probleme wegen des Gedränges an Bahnsteigen gegeben.

Problematisch ist auch, wenn barrierefreie Toiletten in Zügen nicht funktionieren oder es überhaupt keine an Bord gibt. «Das ist kein Zustand, das geht nicht», sagte Pries. Am Bahnhof Husum funktioniere ein Aufzug sei drei Jahren nicht mehr, Behelfsmaßnahmen seien unbefriedigend. Als erste Schritte sollen die Auffindbarkeit von Sammelstellen an Bahnhöfen verbessert und mobilitätseingeschränkten Menschen mehr Hilfe angeboten werden.

Nach Ansicht von Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide (CDU) dürften bei der Diskussion um eine Nachfolgeregelung für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket die Belange bestimmter Gruppen nicht vernachlässigt werden. «Es geht am Ende nicht nur um den Tarif.» Von der Heide sagte weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Aktuell sind laut von der Heide bereits 78 Prozent aller Verkehrsstationen in Schleswig-Holstein barrierefrei ausgebaut, in 2025 soll der Wert auf 96 Prozent steigen – ein bundesweit sehr guter Wert. NAH.SH, DB Regio und DB Station&Service seien im engen Austausch mit der Landesbeauftragten und dem Verkehrsministerium, um operative und strukturelle Verbesserungen für mobilitätseingeschränkte Reisende zu ermöglichen. Geplant sind auch gemeinsame Vor-Ort-Termine, um gemeinsam ein noch besseres Verständnis für Zwangspunkte und mögliche Optionen und Lösungswege zu entwickeln.

Pries betonte, im Verhältnis zu anderen Ländern stehe Schleswig-Holstein beim Thema Barrierefreiheit relativ gut da. Bei Konzepten für die Zukunft des Nahverkehrs müsse aber an alle Bevölkerungsgruppen gedacht werden. «Das 9 Euro-Ticket läuft zwar aus, aber die Mobilität auf der Schiene muss künftig für alle funktionieren.»

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn verwies darauf, dass mittlerweile mehr als 90 Prozent der Reisenden bereits stufenlos bis zum Bahnsteig gelangten. Rund 70 Prozent der Fahrzeugflotte im Regionalverkehr sei an einer Bahnsteighöhe barrierefrei und für andere Bahnsteighöhen zusätzlich mit fahrzeuggebundener Ein- und Ausstiegshilfe ausgestattet. Zudem gebe es mehr als 1100 mobile Hubgeräte, Rampen, Treppenlifte und Elektromobile. Nach Angaben einer Sprecherin der Nahverkehrsgesellschaft Nah.SH sind im Norden 78 Prozent aller Verkehrsstationen barrierefrei ausgebaut. Bis 2025 soll der Wert auf 96 Prozent steigen.

Staatssekretär von der Heide sieht Bauarbeiten für neue Rader Brücke auf gutem Kurs

von der Heide mit DEGES-Projektleiter Mario Schönherr

Stipvisite auf einer der absehbar größten Brückenbaustellen Deutschlands: Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide informierte sich heute in Borgstedt bei Rendsburg über die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau der Rader Hochbrücke. Das alte Bauwerk – das in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert – soll bis Ende des Jahrzehnts durch eine Zwillingsbrücke ersetzt werden.

Nach den Baufeldräumungen im März rollen nun die Bagger und Baufahrzeuge zur Herstellung von Baustraßen und Anlegestellen. Projektleiter Mario Schönherr von der zuständigen Infrastrukturgesellschaft DEGES erläuterte von der Heide unter anderem die aufwändigen Lärmschutzmaßnahmen für die Bewohnerinnen und Bewohner der Rader Insel – unter anderem sollen vier Meter hohe Wände für den Schutz gegen Baulärm entstehen. Der Staatssekretär ließ es sich auch nicht nehmen, mit den Nachbarn der Baustelle direkt das Gespräch zu suchen.

von der Heide im Gespräch mit Baustellen-Anwohner-Ehepaar Andrea und Wolfgang Löffler

Von der Heide sagte nach seinem Besuch – Audio starten – Pfeil klicken…

Nach Angaben von DEGES und des für die Baustelleneinrichtung zuständigen Konzerns STRABAG werden allein für die Baustraßen rund 200.000 Tonnen Erde und Schotter bewegt.

Die Ausschreibung für den Bau der ersten Zwillingsbrücke läuft aktuell.

Minister-Duo Schwarz/Madsen sucht Schulterschluss gegen Not der Schweinehalter

Landwirtschaftsminister Werner Schwarz heute zu Besuch bei Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen.

Im Landeskabinett vertreten sie sich gegenseitig – heute hatten sie ihren ersten fachlichen Austausch: Landwirtschaftsminister Werner Schwarz und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sprachen bei ihrem Treffen im Wirtschaftsministerium unter anderem über die anhaltende Not der über 200 Schweinehalter im Land. Das Problem: Die Betriebe erhalten Bundesmittel aus den Corona-Hilfen nur dann, wenn sie nachweisen können, dass ihre wirtschaftlichen Einbrüche „ausschließlich“ durch die Pandemie verursacht werden. Dadurch fallen viele Höfe aus dem Hilfsraster.

Im Schulterschluss wollen beide Minister nun prüfen, wie die bestehenden Förderprogramme auszulegen sind und ob möglicherweise mit Landesmitteln im Rahmen von Härtefällen unterstützt werden kann. Hintergrund: Im Rahmen der so genannten Überbrückungshilfen des Bundes sind Schweinehalter in der Regel nicht antragsberechtigt. Und für den Zugang zum Bund-Länder-Programm der so genannten Härtefallhilfen sind hohe Hürden gesetzt – die Betriebe müssen eine Existenzbedrohung nachweisen. Gleichzeitig, so Minister Schwarz, leiden die Schweinehalter aber unter einem starken Rückgang des Schweinefleischkonsums, der nicht nur auf Corona, sondern auch auf veränderte Präferenzen im Konsumverhalten zurückzuführen sei.

Tourismusminister Madsen für Neuregelung der Kontrollen an dänischer Grenze

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat sich für eine Neuregelung der dänischen Grenzkontrollen ausgesprochen. «Ich selbst war am Wochenende in Dänemark und musste an der Grenze Schlange stehen», sagte Madsen in einem heute ausgestrahlten Interview von Danmarks Radio. Es sei sehr unglücklich, wenn dort Pendler täglich unnötig im Stau stehen müssten, so Madsen, der selbst Däne ist.

Er wisse, dass eine Mehrheit in der dänischen Bevölkerung Grenzkontrollen befürworte. Es sei aus seiner Sicht aber an der Zeit, ernsthaft eine Diskussion über ein anderes System zu führen. Der frühere langjährige dänische Kulturminister Bertel Haarder, heute Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im dänischen Folketing, regt unterdessen bereits ein gemeinsames Vorgehen an.

Nach den Worten von Madsen sei ein möglicher Weg, mehr Spuren am Grenzübergang freizugeben oder genauer zu prüfen, «wen man wie herausholen will, wenn Dänemark an Kontrollen festhalten will.».

Im Gespräch mit Rundfunk-Redakteur Per Smith Vinther sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken:

Kürzlich hatte der schleswig-holsteinische Europaabgeordnete Rasmus Andresen (Grüne) die Beendigung der Kontrollen an der dänisch-deutschen Grenze und ein Einschreiten der EU-Kommission verlangt.

Nun klappt’s an der Schleibrücke in Lindaunis – aber Geduld ist weiter gefragt

Bauleiterin Elena Dessauer und Henry Benedict (rechts) von der DB erläutern dem Minister die Baustelle auf der alten Klappbrücke, die ab 2025 abgerissen werden soll.

Trotz massiver technischer Herausforderungen beim Neubau der knapp 130 Meter langen Schleibrücke Lindaunis im Kreis Schleswig-Flensburg sehen Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und die Verantwortlichen der Deutschen Bahn (DB) und des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) das Gemeinschaftsprojekt auf einem guten Weg: „Nach einem Baustopp im letzten Sommer, der zur Absicherung der Standfestigkeit der benachbarten historischen Klappbrücke nötig war, befinden sich die Arbeiten weitgehend im Zeitplan“, sagte Madsen heute bei einem Besuch der Baustelle. Zugleich machten der Minister, DB-Projektleiter Henry Benedict und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt aber auch deutlich, dass bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Brücke im Jahr 2025 die alte Klappbrücke pro Jahr für mehrere Monate für Züge und Kraftfahrzeuge gesperrt werden müsse.   

Madsen sagte im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Hintergrund: Nach dem Baustopp im Juni letzten Jahres musste der Bauablauf umgestellt werden, weil die Gründungsarbeiten für den Neubau ansonsten die Standfestigkeit der alten Brücke gefährdet hätten. „Das bedeutet, dass wir bis zur Fertigstellung für je bis zu sechs Monate im Jahr die alte Klappbrücke für den motorisierten Straßenverkehr und die Züge sperren müssen, um die Gründungen, die Widerlager und Pfeiler sowie den Überbau in dieser Zeit herzustellen“, sagte DB-Projektleiter Benedict. In der Bauzeit könne die Brücke dann auch nicht wie gewohnt für den Schiffsverkehr geöffnet werden. Geöffnet sei die Brücke dann aber für den Fußgänger- wie Radverkehr. Zudem bleibe sie für Boote mit niedrigen Aufbauten und ohne Masten in den Sperrzeiten ebenfalls passierbar.

Dieses Jahr beginnt die Bauzeit bereits am 15. September und läuft bis Frühjahr 2023. Madsen zeigte sich erleichtert, dass für den Schiffsverkehr bis zum 15. Oktober die viermal täglichen Klappungen aufrechterhalten werden können, wenn auch zu anderen Zeiten als bisher. Ab Mitte Oktober sind wieder Bedarfsklappungen der alten Brücke möglich. So werde sie vom 16. bis 31. Oktober jeweils von Freitag bis Sonntag zweimal täglich um 11.30 und um 16.30 Uhr geöffnet. Ab November bis zum Frühjahr 2023 werden zudem Klappungen nach Bedarf erfolgen. Erfreulich sei zudem, dass ab 15. August zwei Provisorien zum Aus- und Einsteigen am nördlichen und südlichen Ende der Brücke errichtet werden. Der Umstieg zwischen den Zügen wird dann zu Fuß über die Brücke erfolgen.

Nach den Worten von LBV.SH-Direktor Conradt ist mit der Einrichtung der provisorischen Zustiegsmöglichkeiten allerdings eine Sperrung der Brücke für den Kfz-Verkehr ab 15. August verbunden. Bis zum 15. September wird jeweils zu den Wochenenden die Sperrung aber aufgehoben. „Das sind leider die Kompromisse, die für einen glatten Bauablauf und damit die Realisierung dieses Projekts erforderlich sind“, so Conradt. Er appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, durch Einhaltung der Gewichts- und Geschwindigkeitsbegrenzungen die alte Klappbrücke nicht unnötig zu strapazieren.

Die neue Klappbrücke wird 12 Meter breit, entsteht in Stahlbauweise und kostet rund 100 Millionen Euro. Mit dem Neubau steht künftig in jeder Fahrtrichtung ein Fahrstreifen zur Verfügung, womit für den Autoverkehr nur noch bei Zugdurchfahrten Wartezeiten entstehen.

Weiterführende Informationen zum Bauablauf und zu den Sperr- und Öffnungszeiten unter https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/bruecke-lindaunis

Sylt-Shuttle rollt mit Bio-Sprit – Staatssekretär von der Heide: „Ein wichtiger Schritt für den Nationalpark“

DB-Vorständin Stefanie Berk mit dem Vorstand DB-Technik Energie, Andreas Hoffknecht (rechts) und Staatssekretär Tobias von der Heide

Die Bahn will bei den letzten Fernverkehrs-Strecken mit Dieselloks künftig Biosprit nutzen. «Bis 2025 stellen wir die letzten noch verbleibenden knapp zwei Prozent der dieselbetriebenen Strecken im Fernverkehr auf Biokraftstoff um und setzen damit ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz», sagte die Vorständin Marketing DB Fernverkehr, Stefanie Berk, heute in Westerland auf Sylt. Zusammen mit Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide nahm Berk die symbolische Betankung des ersten Sylt-Shuttle vor.

Ab sofort werden damit die Dieselzüge des Sylt Shuttles und des Sylt Shuttle Plus zwischen Niebüll und Westerland auf Sylt mit Biokraftstoff betankt. Laut Bahn werden dadurch jährlich etwa 7.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Der eingesetzte Kraftstoff werde ausschließlch aus biologischen Rest- und Abfallstoffen produziert. Es werde keine extra angebaute Biomasse verwendet, eine Konkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion sei ausgeschlossen.

«Das ist vor allem ein wertvoller Beitrag für einen umweltfreundlichen Tourismus im Nationalpark Wattenmeer», sagte von der Heide. Der nächste wichtige Schritt sei die vollständige Elektrifizierung der sogenannten Marschbahn-Strecke nach Sylt. «Denn nur so werden wir langfristig komplett emissionsfrei unterwegs sein und obendrein die Fahrzeiten deutlich verkürzen.»

Staatssekretär von der Heide: „Wir werden die Baustellenplanung auf Sylt weiter verbessern“

von der Heide (Mitte) lässt sich von dem LBV.SH-Team die Erweiterungspläne erläutern

Auch wenn bei den derzeitigen Hitze-Rekorden niemand an Winterdienst und Streusalz denken mag – auf dem Sylter Stützpunkt des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) werden aktuell genau dafür die Weichen gestellt: Bei einem Besuch der Insel ließ sich Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide heute von LBV.SH-Geschäftsbereichsleiterin Susan Müller unter anderem die Pläne für den Neubau einer Winterdienst-Anlage am Königskamp in Tinnum erläutern. Hier soll bis zum Jahreswechsel auf einem landeseigenen Grundstück neben dem jetzigen Stützpunkt am Königskamp für 2,3 Millionen Euro ein zentrales Streustofflager samt Remise und eines Sole-Erzeugers entstehen. Bei Sole handelt es sich um ein Salz-Wasser-Gemisch. Die aus den 60er Jahren stammende alte Halle in Tinnum wurde inzwischen aus Sicherheitsgründen abgerissen.

„Der Neubau soll im November seinen Betrieb aufnehmen und genügt dank eines Regenwasserspeichers samt Filter sowie einer Sole-Recyclinganlage nicht nur ökologischen Ansprüchen, sondern wird bei einer Kapazität von 800 Tonnen Streusalz und 40 Kubikmetern Sole auch den Winterdienst auf der Insel dauerhaft sicherstellen“, sagte von der Heide. Er erinnerte zugleich daran, dass es sich bei der Winterdienstanlage nur um den ersten Bauabschnitt handelt. In einem zweiten Schritt werden am Königskamp die Dienststellen des LBV.SH und des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) zusammengelegt.

„Weil die Liegenschaften beider Betriebe marode sind, hat die Landesregierung die räumliche Zusammenlegung beschlossen und bereits die Planung beauftragt“, so von der Heide. Die Kosten für den gemeinsamen Stützpunkt werden auf rund 10,5 Millionen Euro geschätzt. Von der Heide: „Das ist gut angelegtes Geld. Es schafft Synergien, weil die Standorte beider Betriebe derzeit über die gesamte Insel verstreut sind.“ 

Mit Blick auf die derzeitigen Sanierungsarbeiten an der Landesstraße L 24 zwischen Westerland und Kampen sowie an der Kreisstraße K 117 bat von der Heide Insulaner wie Urlauber um Verständnis und Geduld: „Baustellen – egal zu welcher Jahreszeit – sind immer ein Hindernis. Aber notwendig. Denn nur, wenn wir rechtzeig reparieren, verhindern wir einen Sanierungsstau und damit noch längere Bau- und Stauzeiten“, so von der Heide. Die Landesregierung werde zudem die Baustellenplanung weiter verbessern, um eine noch engere Kooperation zwischen den betroffenen Gemeinden und dem LBV.SH zu erreichen. Das begonnene Bauprojekt zeige aber auch, dass das Land weiter kraftvoll in die Erhaltung des Straßennetzes investiere. Dafür stehen auf Sylt über drei Millionen Euro zur Verfügung.

Madsen: Ohne mehr Angebot und Personal ist eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets sinnlos

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsenkann sich eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets für den ÖPNV nur dann vorstellen, wenn der Bund zuvor massiv in eine Angebotsausweitung und in Personal investiert. Schon jetzt bringe der Ansturm auf das Billig-Ticket das System auch in Schleswig-Holstein an manchen Tagen auf bestimmten Strecken an seine Grenzen, sagte Madsen heute früh im „Deutschlandfunk“. Das 9-Euro-Ticket war zum 1. Juni von Bundesverkehhrsminister Volker Wissing (FDP) als Zusatz-Angebot zum Tank-Rabatt von Wissings Parteifreund Christian Lindner eingeführt worden.

Die bisherige Bilanz des Ticket-Angebots sieht Madsen eher skeptisch: „Es war ja als Entlastung und Schnupper-Angebot für Millionen von Berufspendlern angedacht, fällt aber nun genau in die Ferienzeit und ist damit eher zu einem Freizeit-Ticket geworden“, so der Minister. Zudem wundere ihn, dass Bundesminister Wissing das Ticket zwar als „fulminanten Erfolg“ bezeichne, es dann aber auf keinen Fall verlängern wolle. Der Bund lässt sich das Drei-Monats-Angebot 2,5 Milliarden Euro kosten – im Fall einer Verlängerung bis zum Jahresende – wie von der Links-Fraktion im Bundestag gefordert – wären das 10 Milliarden Euro.

Madsen sagte im Deutschlandfunk zu dem Thema heute früh außerdem – Audio starten, Pfeil klickten…

In Schleswig-Holstein wurden bisher rund 330.000 Neun-Euro-Tickets im NAH.SH-Gebiet verkauft. Hinzu kommen die Verkäufe der DB.

Wichtig sei jetzt nach den Worten von Madsen – und zwar möglichst noch für dieses Jahr, spätesten jedoch Anfang 2023 – eine substanzielle Erhöhung der so genannten Regionalisierungsmittel des Bundes. „Andernfalls müssten die Tarife des ÖPNV gegenüber der Zeit vor dem Billig-Angebot deutlich erhöht werden. In einigen Ländern würde dies zu Abbestellungen von Verkehrsleistungen führen und das politische Ziel einer Verdoppelung der Fahrgäste im ÖPNV bis 2030 unmöglich machen.

Rückendeckung von Madsen bekommt Wissing in der Frage eines bundesweit einheitlichen Tarifmodells: „Wenn wir die Menschen aus dem Auto auf die Schiene oder in Busse bekommen wollen, dann muss es einfacher werden“, sagt Madsen. Es würde beispielsweise schon ausreichen, wenn man mit der NAH.SH-App in jedem Verkehrsverbund erkannt werde und dort das Ticket mit dem eigenen Nutzerkonto kaufen könnte. Damit sei die NAH.SH bereits beschäftigt.

Mit Blick auf Wissings Vorstoß machte Madsen auch deutlich: „Hinsichtlich schlanker Strukturen sind wir anderen Ländern um 20 Jahre voraus: „Das, was wir in Schleswig-Holstein haben, nämlich einen Landestarif, gab es so vorher nirgendwo anders. “ Viele Bundesländer hätten das inzwischen kopiert. In Baden-Württemberg hingenen gibt es weiterhin 22 Verkehrsverbünde.

Krisen zum Trotz: Oldesloer Hako-Gruppe wächst in Bad Oldesloe – Minister Madsen gratuliert

Spatenstich Hako-Chef Schreiber und Minister Madsen geben das offizielle Startsignal zum Bau der 20-Millionen-Logistikhalle

Die weltweit in 60 Ländern mit über 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätige Hako-Gruppe wächst – allen Krisen zum Trotz: Gemeinsam mit Geschäftsführer Mario Schreiber setzte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen am Nachmittag den ersten Spatenstich für einen 20 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau. Auf 13.500 Quadratmetern entsteht in den kommenden 12 Monaten ein hochmodernes Logistikzentrum am Stammsitz in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn).

„Die Landesregierung ist überaus froh, dass hier ein Weltmarktführer mit einer hoch motivierten Belegschaft ein solch deutliches Bekenntnis zum Standort ablegt“, sagte Madsen. HaKo ist auf die Produktion von Reinigungsmaschinen und Technik für Kommunen spezialisiert. „Durch unseren Neubau mit seinem voll digitalisierten Lager sparen wir in erheblichem Umfang Transportwege und erhöhen unsere Liefergeschwindigkeit deutlich“, sagte Schreiber. Zudem werde durch eine nachhaltige Bauweise der ökologische Fußabdruck des Konzerns noch einmal deutlich verbessert.

Minister Madsen (rechts) im Gespräch mit Hako-Chef Schreiber (links) sowie Joachim Blache – ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung

Das neue Gebäude im Gewerbegebiet von Bad Oldesloe wird aus einem fast 11.000 Quadratmeter großen eingeschossigen Logistikzentrum samt sieben Lkw-Andockstellen bestehen. Wie Madsen in seinem Grußwort an die Belegschaft sagte, sichere die Investition vor allem die hochwertigen Arbeitsplätze. Allein in Bad Oldesloe arbeiten rund 500 Menschen für Hako. „Und auch als Ausbildungsbetrieb haben Sie hier eine Strahlkraft von landesweiter Bedeutung“, so Madsen, zugleich Arbeitsminister.

Madsen begeistert von Gamevention-Festival: „Hier schlummert riesiges Potenzial“

Madsen bei der Eröffnung des Businesstages

Es ist sein erster Außentermin als neuer Wirtschafts- und Technologieminister – und über die Zusage musste er keine Sekunde nachdenken: Claus Ruhe Madsen hat am Vormittag den Businesstag des „Gamevention-Festivals“ in den Holstenhallen von Neumünster eröffnet. „Gaming ist weitaus mehr als eine Nische für Nerds oder Kellerkinder“, sagte er vor rund 200 Fachvertreterinnen und Fachvertretern. Gaming sei die Wiege vieler technischer Innovationen und mache global 190 Milliarden Euro an Umsatz aus – das sei mehr als die weltweite Musik- und Filmbranche inklusive Netflix, Amazon und Hollywood.

„Und genau das biete auch ein sehr hohes Potenzial an Bruttowertschöpfung, an dem Schleswig-Holstein bislang nur einen sehr geringen Anteil hat“, so Madsen. Der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-grünen Landesregierung sehe deshalb explizit vor, diese Chance für Schleswig-Holstein zu nutzen. „Unter anderem auch durch die Ansiedlung von Games- und digitalen Unternehmen.“

Auf dem Festival stehen bis einschließlich Sonntag auf 85.000 Quadratmetern unter anderem rund 100 Gaming-Stationen, an denen neue Spiele ausprobiert werden können. „Alles, was man als Hobby machen kann, gibt es auch als Spiel“, sagt Organisator und Gastgeber Oliver Welling. Vom Kartenspiel über Sportspiele bis hin zum Angeln.

Madsen sagte bei seinem Besuch im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals sind die deutschlandweit ersten Landesmeisterschaften im E-Sport am Sonntag. In den drei Spielen League of Legends (Finale: 15 bis 18.30 Uhr), Fifa 22 (10 bis 12 Uhr) und Rocket League (Sonntag, 12.30 bis 14.30 Uhr) messen sich die besten E-Sportler Schleswig-Holsteins und beweisen ihre technischen Fähigkeiten auf „Hochleistungsniveau“, verspricht Welling.

Nach den Worten von Minister Madsen stünden zwei Sieger aber jetzt schon fest: Die Stadt Neumünster und das Land Schleswig-Holstein: „Die Gamevention ist ein neues Festival in signifikanter Größenordnung, das gekommen ist, um zu bleiben. Das Festival hat enorme Strahlkraft auf den Tourismus und den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein. Bereits in diesem Jahr kommen mehr als 20 Prozent der Gäste nicht aus Schleswig-Holstein.“

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus