Landtag auch beim Thema Traditionsschiffe einig: Maritimes Erbe muss bewahrt bleiben

Zukunft der Traditionsschiffe beschäftigt Landtag – und die Verkehrsminister der 5 norddeutschen Länder.

Dampf-Rundum Rundum in Flensburg

Die Verkehrsminister der fünf norddeutschen Länder fordern, dass die geplanten Sicherheitsrichtlinien für Traditionsschiffe entschärft werden. Diese seien «voraussichtlich für die überwiegend ehrenamtlichen Betreiber der Traditionsschiffe weder finanziell noch organisatorisch handhabbar», heißt es in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), der unter anderem von Schleswig-Holsteins Ressortchef Reinhard Meyer und Hamburgs Senator Frank Horch verfasst wurde. Einige Regelungen hätten wahrscheinlich unverhältnismäßige Auswirkungen.

FokkenAuch der Kieler Landtag beschäftigte sich am Abend mit dem Thema – dazu sagte Meyer

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In ihrem Schreiben an Dobrindt kritisieren die Nord-Minister unter anderem, dass die Verbände im Anhörungsverfahrens zwar von der Gefährdung vieler Traditionsschiffe berichtet hätten. Aber: «Die überarbeitete Version der Verordnung lässt die geltend gemachten Bedenken leider nahezu unberücksichtigt.» Trotz entsprechenden Bundesratsbeschlusses habe es keine weiteren Gespräche gegeben. „Wie es schon der Bundesrat einstimmig getan hat appellieren deshalb auch wir noch einmal an Bundesminister Dobrindt, hier wieder ins Gespräch zu kommen“, sagt Meyer.

«Die Traditionsschiffe gehören zum kulturellen und maritimen Erbe Deutschlands und müssen für die nachfolgende Generationen bewahrt werden», forderten die Nord-Minister. Sie spielten für den Tourismus eine wichtige Rolle.

Ende 2016 hatte das Bundesverkehrsministerium die Neuregelung leicht entschärft und Brandschutzauflagen erleichtert. Zudem wurden Übergangsfristen verlängert. Bei denkmalgeschützten Schiffen besteht die Möglichkeit, Ausnahmen zuzulassen, wenn die Gefahr besteht, dass das Schiff seine Denkmaleigenschaft durch Umbauten verlieren würde. Die neue Sicherheitsrichtlinie soll im Frühjahr in Kraft treten.

Kampf gegen Mikroplastik-Müll und Hafenausbau – Land fördert Helgoland mit 4 Millionen Euro

Schub für Helgoland: SH fördert AWI-Projekt gegen Plastikmüll und Hafenausbau für fast 4 Millionen Euro. 

Bei der traditionellen „Helgoländer Runde“ in Hamburg, einem seit Jahren etablierten Treffpunkt von Wirtschaft, Politik und Journalisten, hatte Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele heute Abend gute Nachrichten für Deutschlands einzige Hochseeinsel im Gepäck: Er überreichte an Dr. Karsten Wurr vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und an Bürgermeister Jörg Singer Förderbescheide über insgesamt knapp vier Millionen Euro.

Singer
Nägele (links) mit Singer (mitte) beim Besuch der Hafenbaustelle vor zwei Jahren

Rund 500.000 Euro wird das AWI für ein Projekt zum Aufspüren von Mikroplastik-Müll im Meer verwenden, knapp 3,3 Millionen Euro erhielt Singer nachträglich für die Modernisierung der Südkaje und die Vertiefung des Außenhafens.

Zum Helgoländer AWI-Projekt gegen Plastikmüll:

Meeresverschmutzung durch Plastikmüll ist ein weltweit bekanntes Problem. Aber nicht nur große Kunststoffabfälle wie Plastikflaschen, Tüten, Luftballonschnüre, Joghurtbecher oder gerissene Taue bedrohen Lebewesen. Vor allem kleine Kunststoffteilchen, das so genannte Mikroplastik, birgt ein tödliches Risiko. Nun wollen Forscher aus Schleswig-Holstein dieser bislang noch unsichtbaren Gefahr auf die Schliche kommen: „Mit unserem  Projekt ‚Size is important!’ dringen wir in eine neue Dimension bei der Erforschung von Mikroplastik in der Meeresumwelt vor“, sagt Dr. Karsten Wurr, Verwaltungs­direktor des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI).

Nordfriesland

Bei der Fördersumme von 500.000 Euro handelt es sich nach den Worten von Nägele um die Kofinan­zier­ung des Forschungsprojekts, bei dem Wissenschaftler des AWI gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Itzehoer Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) und Partnern aus der Industrie die technologische Entwicklung auf diesem Feld vorantreiben wollen. Das AWI fördert das Projekt mit dem gleichen Anteil, das Gesamt­volumen beträgt knapp 972.000 Euro. Damit wird die Finanzierung von „Size is important!“ bis Ende Februar 2020 gesichert.

Wie Wurr erkläuterte, wollen die Wissenschaftler unter Leitung von Dr. Gunnar Gerdts Mikroplastik-Partikel im Sub-Mikrometerbereich nachweisen. Die bisher in der Wissenschaft genutzte Methode der so genannten Mikro-Fourier-Transform-Infrarotspektrometrie (µFTIR) kann keine Partikel von weniger als etwa zehn Mikrometer Größe erfassen und analysieren. „Somit ist zurzeit völlig unklar, ob und wie viele kleinste Plastikpartikel –  bis in den Sub-Mikrometer-Bereich – im Meer, in Meeressedimenten oder den Meereslebewesen auftreten“, sagt Gerdts. Analysen internationaler Forscher und des AWI würden allerdings darauf hindeuten, dass in der Umwelt Plastikpartikel von weniger als einem Mikrometer Größe vorliegen könnten. Einen Ausweg bietet die sogenannte Nano-FTIR Technologie an, die erst kürzlich Marktreife erlangt hatte. Gerdts und Kollegen wollen nun in den kommenden drei Jahren diese Technologie für die Analyse von Mikro- und Nanoplastik evaluieren und anhand von Plankton-, Sediment- und Biota-Proben testen.

Zur Förderung des Hafens:

Mit dem Förderbescheid über knapp 3,3 Millionen Euro wird der letzte Abschnitt der insgesamt rund 18,5 Millionen Euro teuren Sanierung des Helgoländer Außenhafens finanziert. Zuvor hatte das Land bereits rund sieben Millionen Euro für das Projekt bewilligt, der Rest wird von der Insel selbst getragen. „Mit der Ertüchtigung der Südkaje und der Vertiefung des Vorhafens hat die Insel einen weiteren konsequenten Schritt getan, sich nicht nur als Tourismus-Destination, sondern auch als Offshore-Service-Stützpunkt sturmfest aufzustellen“, sagte Nägele bei der Übergabe des Bescheids.

Hafen und Krankenhaus, Helgoland Helgoland

Das nächste Vorhaben auf der Insel ist laut Nägele und Bürgermeister Singer bereits in Vorbereitung: Dabei handelt es sich um die Modernisierung des Helgoländer Binnenhafens und den Neubau des Südostufers.  Nach grober Kostenplanung liegt die Investition bei rund 16 Millionen Euro, wobei der Löwenanteil der Kosten auf die Beseitigung alter Munitionsrest entfällt, die teilweise noch aus dem ersten Weltkrieg stammen. „Auch bei diesem Vorhaben wird die Landesregierung die Insel wieder unterstützen und eng begleiten“, versprach Nägele.

Wie der Staatssekretär weiter sagte, habe sich die Windkraftbranche auf der Insel rasch etabliert und auch der von manchem Kritiker befürchtete Konflikt mit dem Tourismus sei ausgeblieben. Nägele: „Die Insel ist dadurch bunter geworden und auch für die Touristen ist die Energiewende etwa über die Ausflugsfahrten zu den Windparks erlebbar geworden und sehr beliebt.“ Die Helgoländer hätten längst erkannt, dass Windenergie weit mehr als Stromerzeugung sei. So sei die „Nordsee-Woche“ um Pfingsten mit den besten deutschen Regatta-Crews  inzwischen ebenso zu einem Top-Event erwachsen wie der „Störtebeker-Cup“, bei dem die jüngsten Segler zwischen Insel und Düne um Regatta-Gold in einem äußerst anspruchsvollen Seerevier kämpfen.

 

Landtag einig: Die künftige Rader Brücke sollte sechs Spuren bekommen

Landtag fordert angesichts gewachsener Verkehrsmengen sechs Spuren für neue Rader Brücke 

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Angesichts steigender Verkehrszahlen fordert der Landtag in Kiel sechs Spuren für die geplante neue Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg. Bisher hat der Bund vier Spuren vorgesehen, die etwas breiter sein sollen als üblich. Er habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Februar seine Sorge bezüglich der Verkehrszunahme und des geplanten Querschnitts der Brücke mitgeteilt, sagte Ressortchef Reinhard Meyer heute im Landtag. Nach seinen Angaben ist die Belastung der zu ersetzenden maroden Rader Hochbrücke im Zuge der A7 von 42 500 Fahrzeugen am Tag im Jahr 2010 auf 54 200 im Jahr 2015 gestiegen.

Damit sei bereits jetzt die für 2030 prognostizierte Zahl erreicht worden, sagte Meyer. Wenn sich der Trend der Verkehrsbelastung nur annähernd fortsetze wie von 2010 bis 2015, stoße das neue Bauwerk an Kapazitätsgrenzen. Auch die Wirtschaft ist für sechs Spuren.

Meyers Rede im Wortlaut hier:


Die A7 sei viel zu wichtig, um sehenden Auges Staufallen der Zukunft zu bauen, sagte Meyer. Die Landesregierung habe sich schon seit 2013 für Sechsspurigkeit eingesetzt, was der Bund bisher abgelehnt habe. Der Ersatzbau muss 2026 stehen, weil Experten der alten Brücke keine längere Lebensdauer bescheinigen. Bis Ende Juni soll sich die Bundesfernstraßengesellschaft Deges erklären, ob eine Sechsspurigkeit rechtzeitig erreicht werden kann. Für einen FDP-Antrag zugunsten einer Sechsspurigkeit – geplant sind zwei Brücken nebeneinander – stimmten alle Fraktionen im Landtag.

Die neue Brücke müsse schnell kommen und zukunftsfähig sein, sagte FDP-Fraktionsvize Christopher Vogt. Über die Brücke werde Dänemark an Mitteleuropa angebunden. «Schmalspurbrücken können wir uns da nicht leisten.» Wenn garantiert werden kann, dass es mit einer Neuplanung keinen Zeitverzug gibt, habe die CDU nichts gegen Sechsspurigkeit, sagte der Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp unter Hinweis auf die verbleibende Zeit von nur noch neun Jahren.

«Alles unter sechs Spuren wäre eine Fehlplanung», sagte Flemming Meyer vom SSW. Er bekräftigte auch die Forderung, die A7 bis zur dänischen Grenze auf sechs Spuren auszubauen. Weil der Güterverkehr stark zunehmen werde, gebe es auch in Dänemark Bestrebungen, die dortige Autobahn auf sechs Spuren zu erweitern.

Land und Kommunen im Schulterschluss: Über 100 Millionen für marode Kreisstraßen

Frühling für die Kreisstraßen: Land unterstützt Sanierung der Kommunen mit weit über 42 Millionen Euro

Ausgefahrene Seitenstreifen

Frischer Wind für den Straßenbau der Kommunen:  Mit 42,3 Millionen Euro sollen in diesem Jahr die Straßenbauprojekte der Kommunen durch das Land unterstützt werden. Für Verkehrsminister Meyer stehen dabei in den zurückliegenden Jahren begonnene Vorhaben sowie die Erhaltung von Straßennetzten und Brücken im Fokus. „Wir wollen den Kommunen helfen, insbesondere die Straßen in Schuss zu halten, die aufgrund ihrer regionalen Bedeutung eine hohe Verkehrsbelastung aufweisen“, sagte Meyer heute in Kiel.

Neben maroden Fahrbahndecken oder Brücken, für die Fördermittel von fast 16 Millionen Euro bereitgestellt werden, bilden auch die erhöhte Sicherung von Bahnübergängen und der Ausbau von Radwegstrecken Förderschwerpunkte.

Die Fördermittel setzten sich zusammen aus Zuweisungen des Bundes in Höhe von 37 Millionen Euro und dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) des Landes von 5,3 Millionen Euro. Außerdem stellt das Land den Kreisen wie in den Vorjahren zusätzliche FAG-Mittel in Höhe von 11,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen, die nach eigenem Ermessen in die Straßenerhaltung investiert werden können.

Überblick Neuaufnahmen Förderprogramm 2017

in Klammern: [Gesamtkosten / Fördermittel nach Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG-SH) und Finanzausgleichsgesetz (FAG)]

Stadt Flensburg

Straßenerneuerungen 2017 im Stadtgebiet (Kreisstraßen K 5, K 6, K 24, K 30 und K 31)

  • (930.000 € / 465.000 €)  Zur Presseerklärung: hier

Stadt Neumünster

Straßenerneuerung 2017 Stadtgebiet (Kreisstraßen K 8, K 9, K 17,Landesstraße L 322)

  • (942.500 € / 392.700 €)  Zur Presseerklärung: hier

Die Lübecker AltstadtHansestadt Lübeck

  • Ausbau des Radweges an der Travemünder Allee, 2. Bauabschnitt
  • (480.000 € / 334.900 €) zur Presseerklärung: hier

Kreis Dithmarschen

  • Straßenerneuerung aus 2016 und 2017 (Kreisstraßen K 53, K 75, K 13)
    (997.000 € / 373.000 €)
  • Bahnübergang „Ostermoor Fähre“ DB-Strecke Wilster-Brunsbüttel
    (23.445 € / 17.500 €)
  • Kreis Dithmarschen, EKrM BÜ „Dellweg“ DB-Strecke Heide-Büsum
    (50.930 € / 38.100 €)
  • Kreis Dithmarschen, zusätzliche Deckenerneuerungen 2017 (Radwege an den Kreisstraßen K 5, K 8, K 13 und K 42 sowie die Fahrbahn der K 75)

(610.000 € / 258.200 €)   Zur Presseerklärung: hier

Kreis Herzogtum Lauenburg

  • Straßenerneuerungen 2017 (Kreisstraßen K 11, K 26, K 29, K 42, K 64 und K 73)
    (811.000 € / 347.300 €) Zur Presseerklärung: hier

Kreis Nordfriesland

  • Erneuerung der Brücke über den Klixbüller Randgraben (Kreisstraße K 115)
    (406.300 € / 277.500 €)
  • Straßenerneuerungen 2017 (Kreisstraßen K 2, K 49, K 85, K 89, K 115, K 118, K 122 und K 125)
    (5.446.000 € / 2.209.200 €)  Zur Presseerklärung: hier

Kreis Ostholstein

  • Oldenburg Bahnübergang „Feldhof“ DB-Strecke Lübeck-Puttgarden
  • (12.500 € / 9.900 €)

Kreis Pinneberg

  • Erneuerung der Brücke über die Krückau (Kreisstraße K 23)

(2.323.000 € / 822.500 €)

Kreis Plön

  • Kreis Plön, Straßenerneuerungen 2017 (Kreisstraßen K 10 und K 26)
    (568.000 € / 212.000 €) Zur Presseerklärung: hier

Zwischen zwei Straßen wird in Osterrönfeld eine Querverbindung geschaffen. Im Hintergrund die Eisenbahnhochbrücke Rendsburg

Kreis Rendsburg-Eckernförde

  • Straßenerneuerung aus 2016 (Kreisstraße K 45)
    (1.090.000 € / 393.400 €)
  • Straßenerneuerungen 2017 (K 30, K 67, K 71, K 82, K 83 und K 93))
    (5.425.000 € / 1.836.700 €)
  • Stadt Rendsburg, Straßenerneuerung 2017 im Stadtgebiet (Landesstraße L 47)

(160.000 € / 73.000 €)

  • Gemeinde Gammelby, Bahnübergang „Rögener Weg“ DB-Strecke Kiel-Flensburg
    (29.595 € / 20.700 €)
  • Stadt Nortorf, Bahnübergang „Rendsburger Straße“ DB-Strecke Neumünster-Flensburg
    (63.000 € / 44.000 €)  Zur Presseerklärung: hier

Kreis Schleswig-Flensburg

  • Straßenerneuerungen 2017 (Kreisstraßen K 8, K 24, K 26, K 30, K 55, K 64, K 67, K 87, K 93, K 94, K 102 und K 115)

(6.178.700 € / 2.406.400 €)   Zur Presseerklärung: hier

Kreis Segeberg

  • Straßenerneuerung 2017 (Kreisstraßen K 81, K 7, K 102, K 40, K 57)

(1.630.700 € / 586.100 €)   Zur Presseerklärung: hier

Kreis Steinburg

  • Straßenerneuerungen 2017 (Kreisstraßen K 8, K 10, K 44, K 47, K 49, K 59, K 63,
    K 64 und K 68)
    (2.505.500 € / 1.153.000 €)
  • Ersatzneubau der Klappbrücke im Verlauf der K 11 / K 61 in Heiligenstedten
    (6.693.645 € / 3.808.200 €)   Zur Presseerklärung: hier

Kreis Stormarn

  • Erneuerung des Brückenbauwerkes über die Sylsbek
    (286.000 € / 172.500 €)
  • Stadt Reinbek, Straßenerneuerung 2017 (Landesstraße L 223)
    (565.400 € / 211.800 €)   Zur Presseerklärung: hier

Landtag debattiert in aktueller Stunde über Industriepolitik

Meyer nutzt Aktuelle Stunde im Landtag für Leistungsbilanz der Industriepolitik – hier die Rede in voller Länge

Arbeiter der FSG während eines StapellaufsVor dem Hintergrund der angekündigten Stellenstreichungen und Standortschließungen beim Windkraftanlagen-Hersteller Senvion hat die FDP-Fraktion im Kieler Landtag heute eine Aktuelle Stunde zur Industriepolitik im Land aufgerufen.

Letzten Meldungen zufolge beabsichtigt Senvion in diesem Jahr 780 Stellen abzubauen, davon 730 in Deutschland. Unter anderem soll auch die Produktion in Husum eingestellt werden. Wirtschaftsminister

Meyer war zuletzt am Vorabend der Debatte in der Senvion-Zentrale in Hamburg, um auszuloten, welche Rettungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven noch bestehen. Zugleich zog er eine Bilanz der bisherigen Industriepolitik seiner fünfjährigen Amtszeit.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD)Die Rede von Meyer in voller Länge hier:

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Weitere Einzelheiten zur Industriepolitik in Schleswig-Holstein inklusive der vom „Bündnis für Industrie.SH“ am letzten Freitag verabschiedeten Handlungsempfehlungen finden sich hier

 

Bund billigt 11 Breitband-Verbänden über 83 Millionen Euro für Glasfaserprojekte zu

Großer Sprung für schnelles Internet auf dem Land – Bund bewilligt 11 Kommunen 83,5 Millionen Euro

In einer Wohnstraße werden Leerrohre für Telekommunikationsleitungen verlegt

Die heute abend in Berlin vom Bund an elf Kommunen des Landes überreichten Breitband-Förderbescheide über insgesamt rund 83 Millionen Euro sind nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ein weiterer großer Sprung beim Breitbandausbau im echten Norden: „Damit können wir nicht nur unsere Spitzenposition bei der Glasfaser-Versorgung von derzeit 23 Prozent aller Haushalte weiter ausbauen, sondern bewegen alles in allem ein Investitionsvolumen von weit über 100 Millionen Euro.“ Als besonders erfreulich bezeichnete es Meyer zusammen mit Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages, dass kein einziger Antrag aus Schleswig-Holstein abgelehnt worden sei.

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Nach den Worten von Meyer ist diese Förderung für die Breitband-Strategie unter anderem wichtig, weil….

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BuelowBülow sagte weiter: „Wir freuen uns, dass elf kommunale Glasfaserprojekte erfolgreich waren und vom Bund mit über 80 Millionen Euro gefördert werden. Das bringt einen wichtigen Schub für den Breitbandausbau. Wir wollen das schnellste Kommunikationsnetz Deutschlands schaffen.“

Bei den elf erfolgreichen Antragsstellern aus Schleswig-Holstein handelt es sich um:

  • Breitbandzweckverband Angeln
  • Breitbandzweckverband Südangeln
  • Breitbandzweckverband Probstei
  • Zweckverband Breitband Marsch und Geest
  • Breitband Zweckverband Südliches Nordfriesland
  • Breitbandzweckverband der Ämter Dänischenhagen, Dänischer Wohld, Hüttener Berge
  • Wege-Zweckverband der Gemeinden des Kreises Segeberg
  • Zweckverband Ostholstein
  • Amt Rantzau
  • Amt Landschaft Sylt
  • Ämterkooperation Südtondern – Mittleres Nordfriesland .

Insgesamt erhalten diese kommunalen Breitbandkooperationen 83,3 Millionen Euro an Fördermitteln des Bundes. Die gesamte Investitionssumme der geförderten Projekte aus den ersten drei Calls beträgt 104,8 Millionen Euro.

„Die hervorragende Erfolgsquote der kommunalen Projekte aus Schleswig-Holstein geht auf die sehr gute Zusammenarbeit der Antragssteller mit ihren Beratern und unserem Breitband-Kompetenzzentrum zurück“, so Bülow weiter. „Zusammen mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein und den Ministerien für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie sowie für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ziehen alle an einem Strang“.

Im Rahmen der Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland stellt der Bund knapp vier Milliarden Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Gefördert wird der Breitbandausbau in Gebieten, in denen in den nächsten drei Jahren kein klassisches Telekommunikationsunternehmen die Internetanbindung verbessern will. Die Anträge können von Kommunen zu bestimmten Stichtagen an das BMVI gestellt werden und werden dann einer Bewertung unterzogen. Die Anträge mit den meisten Punkten erhalten Fördermittel für den Breitbandausbau. Im Rahmen der bisher beschiedenen drei Calls wurde noch kein Antrag aus Schleswig-Holstein abgelehnt oder in der beantragten Fördersumme gekürzt.

„Wir hoffen natürlich, dass der Erfolg sich auch im vierten Call fortsetzt. Das Förderprogramm bietet die einmalige Chance die kommunalen Kosten für den Breitbandausbau zu senken.“, so Bülow.

Meyer: Der echte Norden wird mehr und mehr zum ganzjährigen Reiseziel

Tourismus-Höhenflug im echten Norden dauert an: Sattes Plus von über 30 Prozent seit 2012

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Die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein kann sich zu Jahresbeginn über weitere Zuwächse freuen. Im Januar wurden im Land fast 900.000 Übernachtungen gezählt, ein Plus von 4,6 Prozent zum Vorjahr und wieder ein Rekordwert. Die Steigerung liegt erneut über dem Bundesdurchschnitt (+ 4,0%). Aber auch bei den Ankünften gewann das Land neue Gäste hinzu. Nach den heute (21. März) vom Statistikamt Nord vorgelegten Daten wurden in den Beherbergungsstätten ab zehn Betten sowie auf Campingplätzen mehr als 260.000 Gäste gezählt. Damit kamen 7,8 Prozent mehr Gäste nach Schleswig-Holstein als im Januar des Vorjahres. „Und trotz dieser Aufwärtsspirale bin ich sicher, dass wir noch mehr Potenzial im echten Norden haben und heben können“, kommentierte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer die Ergebnisse. „Der echte Norden wird mehr und mehr ein ganzjähriges Reiseziel.“

Im Vergleich zu den Daten aus Januar 2012 ist nach den Worten von Meyer in Schleswig-Holstein die Zahl der Übernachtungen um mehr als 30 Prozent und die Zahl der Gästeankünfte sogar mehr als 32 Prozent angestiegen. „Jeder Erfolg hat natürlich viele Väter“, so Meyer. So habe die weltweite Sicherheitslage das Ergebnis in den letzten Jahren zweifellos positiv beeinflusst. „Aber tragend für den Erfolg dürfte vor allem unsere konsequent verfolgte Strategie sein, die Nachsaison stärker in den Blick zu nehmen und Schleswig-Holstein zu einer Ganzjahresdestination zu entwickeln“, so der Minister.

Die stärksten Zuwächse wurden im Reisegebiet Ostsee verzeichnet (+ 7,2 %), gefolgt von der Nordsee (+ 3,23 %) und dem Binnenland (+2,7%).

 

Albig gibt bei den „Kieler Nachrichten“ auf der CeBIT Startschuss für landesweites WLAN

21 Firmen aus SH zeigen Flagge auf der CeBIT – KN starten landesweites WLAN – Albig: Elementar für die Zukunft

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Symbolischer Knopfdruck als gemeinsamer Start zum Aufbau eines landesweites WLAN – rechts KN-Chef Fricke und Madsack-Vorstand Düffert   (Foto: KN)

Der echte Norden zeigt Flagge auf der CeBIT: 21 Unternehmen aus dem Land sind in diesem Jahr am Schleswig-Holstein Gemeinschaftsstand vertreten. Motto: „Digitale Agenda – Lösungen für die Wirtschaft“. Einer der Höhepunkte des heutigen Messebesuchs von Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer: Der Startschuss der „Kieler Nachrichten“ für ein landesweites WLAN – in Kooperation mit dem Sparkassen- und Giroverband.

Meyer_MesseMeyer sagte zum
WLAN-Start und
zur CeBIT

(Audiopfeil klicken)

Wie Ministerpräsident Albig sagte, sei er sehr froh, dass Schleswig-Holstein so ein Angebot machen könne. Für die nächste Wertschöpfungsgeneration sei so ein Netz elementar. „Die fragen immer als erstes, wie die Zugangsdaten zum WLAN seien“, so Albig. In Kiel gebe es schon ein freies und problemlos nutzbares WLAN-Netz, das mache das Leben leichter. Auch in anderen Städten und auch im ländlichen Raum müsse dies möglich sein.Von einer digitalen Düngemittelüberwachung bis hin zu leicht bedienbarer kaufmännischer Software: Die Firmen aus dem Norden präsentieren innovative Lösungen für die verschiedensten Branchen.

Hier ein KN-Video über das geplante Projekt: zum Video

LANZur interaktiven Karte des neuen
landesweiten WLAN: hier klicken

Nach den Worten von Albig wüssten  viele Menschen gar nicht, wie viele innovative und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen der Norden zu bieten habe: „Schleswig-Holstein ist nicht nur Tourismus-Land. Hier sitzt das Know-how, hier gibt es viele innovative Start-Ups. Bei uns kann man nicht nur Strandkörbe, sondern auch Datenleitungen kaufen.“

Mach
Albig und Meyer beim Besuch der MACH AG mit Vorstand Rolf Sahre (links) und Arne Baltissen – Segmentmanager Landesverwaltung

Auch nach Einschätzung vieler Aussteller – wie der Lübecker MACH AG – sei der gemeinsame Messeauftritt für die Unternehmen eine tolle Möglichkeit, aktiv Werbung für die Wirtschaftsregion Schleswig-Holstein zu machen.

Foto 1 BalviDas meint auch Sascha Leichsenring (Foto rechts) von der BALVI GmbH. „Wir präsentieren uns hier das erste Mal seit zehn Jahre wieder. Die Messe und der Stand sind ein tolles Umfeld, um sich der Welt zu zeigen“, sagt er. So wüssten viele noch nicht um die innovative Fachsoftware BALVI iP des Lübecker Unternehmens. „Von Schleswig-Holstein aus wird die komplette Veterinär-, Futtermittel- und Lebensmittelüberwachung mit IT-Werkzeug versorgt“, so Leichsenring. Am Gemeinschaftsstand stellt BALVI in erster Linie Neuheiten wie zum Beispiel eine webbasierte Düngemittelüberwachung vor – eine Art digitale Checkliste für die Kontrollen durch die Ämter.

Präsenz zeigen will auch die kiwiw Systems GmbH – und zwar mit einer Digitalisierungsplattform, auf der Unternehmen ihre gesamten Geschäftsprozesse – von Einkauf bis hin zur Produktion – abwickeln können. Gerade für kleinere Unternehmen wie kiwiw Systems aus Norderstedt sei der Gemeinschaftsstand eine tolle Möglichkeit, um an der CeBIT überhaupt teilnehmen zu können, so Senior Consultant Arne Rosenow. „Wir ziehen so mehr Aufmerksamkeit auf uns“, sagte er.

Weitere Softwarelösungen für die Wirtschaft bietet am Gemeinschaftsstand das Unternehmen IN-LINE Software GmbH aus Reinfeld im Kreis Stormarn mit ihrem Produkt APto – ein leicht verständliches und intuitiv bedienbares Warenwirtschaftssystem. „Wir hoffen hier vor allem auf Neukunden“, macht Geschäftsführer Karsten Liese deutlich.

Ein paar Meter daneben präsentiert die Brainware Systems GmbH aus Ellerau (Kreis Segeberg) eine ganz besondere Kasse. Was scheinbar wie eine normale, moderne Kasse aussieht, ist in Wirklichkeit ein komplettes Warenwirtschaftssystem, erklärt Geschäftsführer Manfred Gahl. Sobald zum Beispiel eine Spülbürste gekauft wird, wissen die Kollegen im Online-Shop und Lager, dass nun ein Produkt weniger vorhanden ist. Was bei der Einführung solcher kaufmännischen Software zu beachten ist, erklärt Gahl in seinem Vortrag am Donnerstag am Schleswig-Holstein Gemeinschaftsstand.

Während der Geschäftsführer potenzielle Kunden von der Software überzeugen möchte, setzt er auch auf das Netzwerken. „Man kommt mir anderen Unternehmen aus dem Norden ins Gespräch, kann sich austauschen und voneinander profitieren.“ Kontakte knüpfen wollen auch die Mitarbeiter der ennit server GmbH, welche Komplettlösungen für ein funktionierendes IT-System anbietet. „Die Idee des Gemeinschaftsstandes ist spannend. Wir können so gute Kontakte zu anderen Unternehmen aus dem Norden knüpfen“, so Geschäftsführer Volkmar Hausberg.

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Für das mittelständische Unternehmen UNIRENT EDV-Systemtechnik GmbH aus Bad Bramstedt (hier Geschäftsführer Volkmar Hausberg, rechts, Vertriebsleiter Ulrich Dietrich, vorne links, und Mitarbeiter Christian Völz) ist die CeBIT ein Pflichttermin. „Wir kommen seit mehr als 20 Jahren hierher. Wir sind deutschlandweit tätig und erreichen hier deshalb ein breites Publikum“, so Geschäftsführer Michael Scharff.  Am Stand präsentieren er und Schulungstrainer Sven Schüller eine besondere eine App für Customer-Relationship-Management (CRM). Mit dieser könne man auch offline die gesamten Kommunikationsdateien auf Smartphone oder Tablet abrufen. „Gerade für ein Flächenland wie Schleswig-Holstein eine gute Lösung“, so Scharff.

Und so berichten die KN in ihrer Dienstagausgabe über den # WLAN-Start:

Schleswig-Holstein wird zur Modellregion für autonomes Fahren – zunächst an der Westküste

SH soll Modellregion für autonomes Fahren im ländlichen Raum werden – Startschuss heute in Kiel

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Nägele (links) überreicht an Dr. Harald Eifert von der Eura AG einen Förderbescheid des Landes über 350.000 Euro
In einem neu etablierten Innovationsnetzwerk können Autohersteller, Unternehmen, Hochschulen und Kommunen zukunftsweisende Technologien zum autonomen Fahren erproben. Projektentwickler ist die Innovationsberatungsgesellschaft EurA AG. Finanziert wird der Aufbau des Netzwerks aus Fördermitteln des Programms „Innovationsorientierte Netzwerke“ des Landes Schleswig-Holstein.

Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele heute im Kieler Wissenschaftszentrum zur Auftakt-Veranstaltung sagte, werde das autonome Fahren die Mobilität der Zukunft ermöglichen: Durch die Entwicklung selbstfahrender Autos solle die Verkehrssicherheit drastisch erhöht, die Mobilität in ländlichen Regionen auch bei demographischen Veränderungen erhalten und die Energiewende unterstützt werden. Um gemeinsam mit Wirtschaft und Wissenschaft das autonome Fahren voranzutreiben, werden Digitale Testfelder durch Fördermittel des Bundes aufgebaut. Neben bereits vorhandenen Teststrecken für das autonome Fahren auf Autobahnen und im städtischen Verkehr will die Landesregierung Schleswig-Holstein ein digitales Testfeld für den ländlichen Raum initiieren – zunächst in Enge-Sande im Kreis Nordfriesland.

„Es gibt in Deutschland an anderen Orten schon eine Reihe von Initiativen, die sich mit dem Thema beschäftigen, aber das autonome Fahren im ländlichen Raum ist eine Nische, in der große Chancen für Schleswig-Holstein stecken“, sagt Nägele. Sein Haus werde sich deshalb massiv für eine Förderung des Bundes als Digitales Testfeld „Ländlicher Raum“ einsetzen.

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Im Gespräch mit Journalisten sagte Nägele weiter

(Audiopfeil klicken)

Das Netzwerkprojekt soll zur Realisierung der Vorteile des autonomen und elektrischen Fahrens auf dem Land und in Tourismusregionen beitragen. „Gerade in ländlichen Regionen könnte durch autonome Fahrzeuge etwa für ältere Menschen eine neue Perspektive für die eigene Mobilität entstehen. Und auch im öffentlichen Personennahverkehr und im Tourismus ergeben sich komplett neue Geschäftsmodelle“, so Projektleiter Ralph Hirschberg von der EurA AG.

Ziel des Vorhabens ist es, in einem interdisziplinären Netzwerk aus Vertretern der Wirtschaft, Forschung, Verbänden und Kommunen eine Modellregion für die Entwicklung und Erprobung autonomer und teilautonomer Elektrofahrzeuge konzeptionell vorzubereiten. Interessenten aus Schleswig-Holstein, aus anderen Bundesländern und dem europäischen Ausland sind eingeladen, an diesem Entwicklungsvorhaben teilzunehmen. Das vom Land mit 350.000 Euro geförderte Kooperationsnetzwerk ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

autonome„Schleswig-Holstein ist der ideale Standort für eine Modellregion des autonomen Fahrens mit dem Schwerpunkt Elektromobilität“, betont Dr. Harald Eifert, Vorstandsmitglied der EurA AG. „Die geplanten Fahrzeuge sollen mit Strom aus den Windkraftanlagen vor Ort betrieben werden. Außerdem ist das Bundesland geprägt von ländlicher Struktur und weist Tourismusregionen an zwei Küsten auf.“

Die EurA AG, die ihren Hauptsitz im Baden-Württembergischen Ellwangen hat, gründete für die Umsetzung des Vorhabens ein Projektbüro im Schleswig-Holsteinischen Enge-Sande. Dieses befindet sich auf dem GreenTEC-Campus – einem Gewerbegebiet, das speziell für Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Elektromobilität eingerichtet wurde.

So berichten die KN in ihrer Dienstagausgabe 


Leitplanken für eine schlagkräftige Industrie: Bündnis setzt 29 Eckpfeiler Richtung Wachstum

2. Industriekongress: 29-Punkte- Fahrplan zu mehr Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung im echten Norden

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Volles Haus in der Halle 400 an der Kieler Hörn: Rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschulen und Vebänden folgten den Ergebnissen der Arbeitsgruppen

Mit 29 Handlungsempfehlungen für die Bereiche Energie, Maritime Wirtschaft, Digitalisierung, Fachkräfte und Marketing hat das vor knapp anderthalb Jahren geschlossene „Bündnis für Industrie.SH“ Eckpfeiler für die weitere Entwicklung des Industriestandortes Schleswig-Holstein gesetzt. Bei der Eröffnung des zweiten Industriepolitischen Kongresses der Landesregierung bezeichnete Ministerpräsident Torsten Albig die in mehrmonatiger Arbeit entstandenen Handlungsempfehlungen heute in Kiel als „großartige Gemeinschaftsleistung von Wirtschaft, Gewerkschaften, Hochschulen, Kammern, Verbänden und Politik“.
„Dieses bundesweit beispiellose Bündnis trägt mit seiner Arbeit zu einer aktiven Industriepolitik bei, die – trotz manchen Rückschlags – die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe weiter stärken wird“, so der Ministerpräsident. Gemeinsam müssten die Partner nun unter anderem dafür sorgen, auch die Potenziale der digitalen Revolution in Deutschland auszuschöpfen. Albig: „Auch das ist aktive Industriepolitik. Es geht darum, Industrie – die schon lange nichts mehr mit Lärm und rauchenden Schloten zu tun hat – im Land zu halten und auszubauen. In der Industrie trifft Tradition auf Moderne.“ Das produzierende Gewerbe trage aktuell mit elf Milliarden Euro Jahresumsatz gut 15 Prozent zur Wertschöpfung im echten Norden bei. „Es geht um 140.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und für die setzen wir uns ein“, so der Regierungschef.

Meyer_SprechMeyer sagte nach der Konferenz im Gespräch mit Journalisten

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Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeichne sich das „Bündnis für Industrie.SH“ im Vergleich zu anderen Bundesländern unter anderem dadurch aus, dass die erneuerbaren Energien, insbesondere die Windenergie, einen großen Schwerpunkt bilden: „Wir wollen dabei kein Entwicklungsland sein, das nur sauberen Strom produziert und exportiert, sondern ihn veredeln und daraus Wachstum und Beschäftigung generieren“ Mit Blick auf die geplante Schließung der Senvion-Produktion in Husum sagte Meyer: „Es wird – vor allem durch den steigenden Wettbewerb – immer wieder schmerzhafte Anpassungen geben. Aber klar ist auch: Wir haben den Weg zur Energiewende gerade einmal zu einem Drittel zurückgelegt, die technologischen wie wirtschaftlichen Spielräume bis zur Umsetzung der Klimaschutzziele sind also bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.“

Gruppe
Bündnispartner: Michael Thomas Fröhlich vom UV-Nord, Meinhard Geiken (IG Metall Nord), Meyer und Ministerpräsident Albig

Das „Bündnis für Industrie.SH“ war Ende 2015 auf Grundlage des industriepolitischen Leitbilds des Landes geschmiedet worden. Anschließend hatten fünf Fachgruppen nach und nach die Empfehlungen an die Landespolitik erarbeitet. Zum Industriebündnis gehören neben dem Land der DGB Nord, der UV Nord, die IG Metall Küste, die IHK Schleswig-Holstein sowie die vier Industrieverbände Nordmetall, Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) sowie der Bundesverband Windenergie in Schleswig-Holstein.

Als Beispiele für die Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppen nannte Meyer die Entwicklung und Produktion von Speicher- und so genannten Dekarbonisierungstechnologien, aber auch das Engagement für den Einsatz für verflüssigtes Gas (LNG) als ressourcenschonender Brenn- und Treibstoff. Er erinnerte an die aussichtsreichen Verhandlungen mit einem niederländischen Energiekonzern zur Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. Auch das mit Hamburg gemeinsam auf den Weg gebrachte Energiewendeprojekt NEW 4.0, an dem über 60 Unternehmen beteiligt seien, biete die große Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Feld in konkrete Energiepolitik und Wertschöpfung umzusetzen.

Podium

Als ein weiteres herausragendes Arbeitsfeld für die kommenden Jahre bezeichnete Meyer die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zusammengefassten Handlungsempfehlungen: „Die Digitalisierung der Wirtschaft, die zu einer hochkomplexen Arbeitsteilung führen wird, ist einer der zentralen Treiber unserer wirtschaftlichen Entwicklung. Darum haben wir in unserer Landesentwicklungsstrategie festgelegt, dass wir vor allem unsere kleinen Unternehmen bei der Digitalisierung und den daraus resultierenden neuen Geschäfts- und Produktionsmodellen unterstützen.“ Ein Schlüsselprojekt sei das vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützte „Mittelstand 4.0-Kompe­tenz­zentrum“. Das Bündnis werde dieses Kompetenzzentrum nicht nur für Betriebe öffnen, sondern auch für Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften, so Meyer.

Duo

UV-Nord-Chef Fröhlich und Meinhard Geiken von der IG-Metall zogen nach dem Kongress folgendes Fazit..

Geiken (Audiopfeil klicken)

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Mit Blick auf die Maritime Industrie, die mit 18.000 Beschäftigten in 140 Unternehmen vier Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, sehen die Autoren der 29 Handlungsempfehlungen unter anderem Verbesserungsbedarf bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand, bei Schiffbaufinanzierungen, aber auch bei der Forschungskooperation zwischen Werften, Zulieferern und Hochschulen. Meyer kündigte an, eine Hand­lungsempfehlung zum Kieler Marinearsenal rasch anzugehen. Denn nach Einschätzung der Bündnis-Fachleute birgt eine Reaktivierung des Arsenals erhebliches Potenzial. Vorgeschlagen wird unter anderem die Einrichtung eines „Reaktions-Docks“, um Reedern spontan und kurzfristig Reparaturen ihrer Flotten anbieten zu können.

Abschlussbericht inklusive aller Handlungsempfehlungen: Abschlussbericht

Meyers Statement beim Abschluss-Pressegespräch in der Halle 400 hier als aufgezeichneter Live-Mitschnitt: zum Video


So berichtet der sh:z in seiner Sonnabendausgabe: 

Und bei der Aktuellen Stunde des Landtags zum Thema Industriepolitik sagte Meyer am 22 März:

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie