Sind wir die „Mess-Deppen der EU“? Bund will Luftanalysen an Straßen kritisch überprüfen

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Lufmessstation am Theodor-Heuss-Ring in Kiel

„Sind wir beim Thema Diesel-Abgase die Mess-Deppen der EU?“, fragte am Wochenende, gewohnt drastisch, die BILD. Die Verkehrsministerkonferenz der Länder antwortete darauf nur wenige Stunden später – gewohnt verschnörkelt: „Wir begrüßen die Ankündigung des Bundes, die Validität von Standorten von Messstellen gemäß den europäischen Vorgaben zu überprüfen. Die geforderten objektiven Belastungswerte sind entscheidend für die erforderliche Rechtskonformität der Luftreinhaltpläne. Die Verkehrsministerkonferenz bittet, dass die angekündigte Überprüfung in allen betroffenen Ländern nach gleichen Maßstäben durchgeführt wird.“

Im Klartext: Nachdem einige Länder-Verkehrsminister – darunter auch Schleswig-Holsteins Ressortchef Bernd Buchholz – Zweifel an der einheitlichen Methode von Stickoxid-Messungen in der EU haben, versprach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jetzt eine Überprüfung. Es gelte zu klären, ob möglicherweise bewusst straßennah aufgestellte Luft-Messstationen mehr Grenzwert-Überschreitungen ausweisen als nötig.

Buchholz sagte dazu nach der Konferenz (Video starten)

Laut EU „müssen die Probenahmestellen in verkehrsnahen Zonen mindestens 25 Meter vom Rand verkehrsreicher Kreuzungen und höchstens zehn Meter vom Fahrbahnrand entfernt sein“.

Es gibt innerhalb der EU über 44 000 Luftmessstationen. 9194 sind für Verkehrs-Messungen gedacht. Davon stehen 8185 in Städten. In Deutschland gibt es 1238 solcher Stationen, in Spanien 1226, Italien 885, Frankreich 543, in Polen 112 und in Griechenland 61.

 

Buchholz verleiht LN-Mutmacher-Preis an Verpackungs-Startup „Superseven“

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Buchholz gratuliert Sven Seevers zu dem Mutmacher-Preis

Das in Wentorf im Kreis Herzogtum-Lauenburg ansässige Startup-Unternehmen „Superseven“ hat am Abend den LN-Mutmacherpreis aus den Händen von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz erhalten. Das Unternehmen von Katja und Sven Seevers sowie Hannes Füting setzt auf alternative Folien aus Cellulose und entwickelt daraus individuelle Verpackungen, die kompostierbar sind. Der LN-Innovations- und Mutmacherpreis der „Lübecker Nachrichten“, der von Familie Wintersteller (Juwelier Mahlberg) gestiftet wird, ist mit 3000 Euro dotiert – zudem erhalten die ausgezeichneten Betriebe Gratis-Werbemöglichkeiten.

Buchholz würdigte die junge Firma als herausragendes Beispiel dafür, dass sich Ökologie und Ökonomie wunderbar zu einer Geschäftsidee verschmelzen lassen.

Katja und Sven Seevers sind Produktdesigner. „Der Name meines Mannes wird ständig falsch geschrieben“, sagte Katja Seevers im Gespräch mit LN-Vizechefredakteur Lars Fetköter.  „Selbst in einem seiner Zeugnisse steht statt Sven Seven.“ Da lag der Firmenname nahe, mit dem sich die Produktentwickler im März 2017 selbstständig gemacht haben. „Irgendwann habe ich zuhause gestanden und mir bewusst gemacht, dass wir als dreiköpfige Familie pro Woche einen gelben Sack mit Kunststoffmüll füllen“, erinnert sich Katja Seevers. „Danach habe ich versucht, Ware ohne Verpackung zu kaufen.“ Das reduzierte die Müllmenge um zwei Drittel. „Aber Kosmetik, Klopapier oder Waschmittel bekommt man nur in Kunststoffverpackungen.“

Die Lübecker Nachrichten verleihen den LN-Existenzgründerpreis – in dessen Rahmen auch der Mutmacherpreis ausgelobt wird – seit mittlerweile acht Jahren.

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde auch ein Preis für eine gelungene Unternehmensnachfolge verliehen. Er wurde – ebenfalls mit 3000 Euro dotiert – an Claudia Brömel und Anja Fromm aus Lübeck verliehen. Die beiden Hörgeräte-Akustikmeisterinnen sind Nachfolgerinnen des Traditionsunternehmens Auris-Akustik.

„Hauptgewinner“ des Abends: Christoph Twesten und Dominik Burziwoda aus Lübeck. Die beiden Wissenschaftler entwickeln mit ihrem Projekt „Perfood/Million Friends“ personalisierte Ernährungsempfehlungen – gestützt auf eine spezielle Software, die per App kinderleicht zu bedienen ist. Sie erhielten von Gregor Wintersteller den mit 5000 Euro dotierten LN-Existenzgründerpreis 2018.

Buchholz und Rohlfs zufrieden mit Struktur der künftigen Autobahngesellschaft

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Rohlfs, 2. v. r., bei einem Ortstermin in der Autobahnmeisterei Lübeck

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, zugleich Amtschef der rund 1400 Beschäftigten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), sind mit den heute (20. April) bekannt gewordenen Eckpunkten der Autobahn-Reform zufrieden. „Die regionale Aufteilung der Außenstellen – die in Schleswig-Holstein in Rendsburg und Lübeck angesiedelt sein werden – ist vernünftig und regional ausgewogen“, sagte Buchholz im Anschluss an die Verkehrsministerkonferenz in Nürnberg.

Eine neu zu gründende Bundesinfrastrukturgesellschaft soll nach den Plänen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ab 2021 Planung, Bau, Betrieb, Erhalt und Finanzierung der knapp 13000 Kilometer langen Autobahnen in Deutschland übernehmen. Schleswig-Holstein gibt sein knapp 550 Kilometer langes Autobahnnetz in die Obhut der Gesellschaft, behält die Zuständigkeit für das übrige Straßennetz aber selbst.

Neben der Zentrale der Infrastrukturgesellschaft in Berlin soll es zehn Niederlassungen der Infrastrukturgesellschaft mit weiteren Außenstellen geben. Dazu kommt noch die Ebene der Meistereistandorte, der Fernmeldemeistereien und Leitzentralen sowie eventueller Ausbildungsstandorte. Es soll eine Niederlassung „Nord“ in Hamburg geben, die das Autobahnnetz in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Niedersachsen betreut. Dauerhafte Außenstellen dieser Niederlassung werden Rendsburg und Lübeck sein, temporäre Außenstellen sind in Stade und Lüneburg geplant.

„Mit dieser Standort-Festlegung haben unsere rund 1400 Kolleginnen und Kollegen im Landesbetrieb endlich Gewissheit – und es bleibt bei unserer klaren Zusage, dass niemand gegen seinen Willen versetzt werden wird“, sagte Buchholz.

Nach den Worten von Rohlfs will der Bund sein Standortkonzept bis zum Ende des ersten Halbjahres 2018 im Dialog mit den Ländern finalisieren. „Bei der Umstellung der Mischmeistereien in Schleswig-Holstein gehen wir davon aus, dass eine mit dem Land abgestimmte Entscheidung des Bundes zeitnah erfolgen wird“, sagte Rohlfs.

Sturmschäden und Pannen im Bahn-Netz: Verkehrsminister fordern Klarheit vom Bund

Bahnstrecke von Flensburg nach Padborg in Dänemark.
Unzureichender Holz-Einschnitt führte im letzten Winter nach Stürmen wiederholt zu massiven Ausfällen im Bahnnetz – nicht nur in Schleswig-Holstein
Die massiven Zug-Ausfälle zum Jahreswechsel infolge von Stürmen oder Eis, aber auch die anhaltenden aktuellen Probleme im Bahnnetz haben heute einmal mehr die Verkehrsminister der Länder beschäftigt.

Bei ihrer Frühjahrskonferenz in Nürnberg gaben die Ressortchefs am Nachmittag nach den Worten von Staatssekretär Thilo Rohlfs einem Antrag aus Schleswig-Holstein statt. Darin wird der Bund aufgefordert, bis zum Herbst Eckpunkte vorzulegen, mit welchen Maßnahmen die Deutsche Bahn zu mehr Pünktlichkeit, gutem Service, hoher Qualität, mehr Zuverlässigkeit, besserer Information und mehr Innovationen bewegt werden kann.

Verkehrsminister Bernd Buchholz, der heute Abend im Kamingespräch der Konferenz erstmals auf Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer trifft, sagte zum schleswig-holsteinischen Antrag:

Die Bundesländer wollen außerdem höhere Bußgelder für Raser, Drängler und Falschparker, die mit ihrem Verhalten andere in Gefahr bringen.  Die Länder verlangen von der Bundesregierung, dass entsprechende Verstöße «empfindlich sanktioniert werden», um «die erforderliche abschreckende Wirkung der Sanktionen zu entfalten».

Zu dem Thema berichtet der sh:z in seiner Freitagausgabe:


Über die Ergebnisse der Verkehrsministerkonferenz, die unter Leitung von Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch steht, wird morgen Mittag im Rahmen einer Pressekonferenz in Nürnberg berichtet.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verkehrsministerkonferenz am Abend in Nürnberg

Chancen für LNG in Brunsbüttel stehen gut: Günther & Buchholz zuversichtlich

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Buchholz und Günther mit Kees van Seventer, President LNG Vopak (links) und  Ulco Vermeulen, Board Member Gasunie

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Ministerpräsident Daniel Günther stehen die Chancen zur Realisierung eines ersten deutschen Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel gut: Zum Abschluss ihrer Delegationsreise mit dem  maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft sagte Günther: „Die Reise war ein voller Erfolg mit beeindruckenden Einblicken in die Technologie und sehr guten Gesprächen mit den Verantwortlichen. Wir fahren daher mit der großen Hoffnung zurück, dass wir dieses Projekt in Schleswig-Holstein realisieren können und auch gemeinsam wollen.“

Beide Landespolitiker begrüßten zudem, dass sich inzwischen auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum LNG-Standort Brunsbüttel  positioniert hat. Seine Bundesnetzagentur plädiert ebenfalls für den Bau eines Importterminals  in Brunsbüttel. In ihrem jetzt vorgelegten Entwurf für den „Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028“ führt die Behörde nach eigenen Angaben erstmals ein solches Terminal auf – „an der deutschen Nordseeküste am Standort Brunsbüttel“. Für dessen Anbindung sieht sie laut einem Bericht des sh:z (Ausgabe heute) zudem eine 50 Kilometer lange und 87 Millionen Euro teure Gasleitung von Brunsbüttel nach Hetlingen im Kreis Pinneberg vor.

„Damit trifft auch der Bund eine Vorfestlegung, was aus unserer Sicht sehr hilfreich ist“, sagt Buchholz.

Buchholz sagte im Gespräch mit Teilnehmern der Delegation soeben in Amsterdam (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie Günther und Buchholz weiter sagten, könnte es die erste Anlage dieser Art in Deutschland sein. Alle zusammen, die Unternehmer aus der Region, der Bürgermeister von Brunsbüttel und die Landesregierung hätten in den Gesprächen sehr deutlich gemacht, dass großes Interesse an einem LNG-Terminal in Brunsbüttel bestehe. In Gesprächen mit Vertretern der Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking habe das Land klar gemacht, dass es jegliche Unterstützung anbiete und schon jetzt jährlich 250.000 Euro investiere, um die Planungen auf Landesebene zu bündeln..

„Flüssiggastechnik macht uns auch unabhängiger von russischen Gasimporten. In Bezug auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie ist das für uns ein sehr wichtiger Punkt für eine mögliche Ansiedlung“, so der Ministerpräsident. Genauso wichtig sei es daher, dass zahlreiche Unternehmen im Industriegebiet Brunsbüttel Abnehmer für Flüssigerdgas sein können. Auch das habe die Delegation bei ihrem Besuch in den Niederlanden eindrucksvoll dargelegt.

Rotterdam
Günther und Buchholz zusammen mit Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdiek (links) und Brunsbüttels Hafenchef Schnabel

Der mitgereiste Chef von Brunsbüttel-Ports und Sprecher der Brunsbütteler Werkleiterrunde, Frank Schnabel, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass Ministerpräsident Günther gemeinsam mit Wirtschaftsminister Buchholz zur Besichtigung des GATE-Terminals nach Rotterdam gereist ist. Dies unterstreicht meines Erachtens deutlich, dass die Planungen für das LNG-Importterminal am Brunsbütteler Elbehafen von Seiten der schleswig-holsteinischen Landesregierung die größtmögliche Unterstützung erfahren.“ Positiv hervorzuheben sei zudem, dass mit Norbert Brackmann auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung in Rotterdam dabei war, denn ein LNG-Importterminal in Brunsbüttel habe eine bundespolitische Bedeutung und erfordere somit auch politische Unterstützung aus Berlin, so Schnabel.

Nach Angaben der German LNG Terminal GmbH soll im Jahr 2019 die finale Investitionsentscheidung für das LNG-Projekt in Brunsbüttel gefällt werden. In der derzeit laufenden „Open Season“ weckt die German LNG Terminal GmbH bereits das konkrete Marktinteresse und entwickelt den Kundenbedarf. Unter anderem abhängig vom Ergebnis der Open Season soll mit dem Bau des LNG-Terminals nach der finalen Investitionsentscheidung 2019 begonnen werden, so dass nach einer dreijährigen Bauzeit das Terminal im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden könnte.

Die Nähe zum Hamburger Hafen sowie zu den in der Region ansässigen Industrieunternehmen bietet nach den Worten von Schnabel und Buchholz ein attraktives wirtschaftliches Umfeld. Durch den Nord-Ostsee-Kanal, der in Nachbarschaft des geplanten Terminals verläuft, seien die skandinavischen und baltischen Länder gut erreichbar. Das geplante Terminal eröffnet Möglichkeiten für eine Diversifizierung der Gasversorgungsquellen in Deutschland und erleichtert den Zugang zu LNG als emissionsarmer Treibstoffalternative für Schiffe und Lastkraftwagen.

„Wir befinden uns in einem sehr engen Austausch mit der German LNG Terminal GmbH und werden den potenziellen Investor auch weiterhin bestmöglich bei den Planungen unterstützen“, sagte Schnabel.

In den vergangenen Wochen zeigte sich bereits, dass die Nutzung von LNG in Brunsbüttel schon heute Realität ist. Der Hopperbagger Scheldt River nutzte innerhalb eines Monats den Elbehafen Brunsbüttel zwei Mal für LNG-bunkering. Aufgrund steigender Umweltrichtlinien in der Schifffahrt gilt LNG als Treibstoff der Zukunft, da strengere Abgasgrenzwerte mit LNG als Treibstoff eingehalten werden können. Aufgrund der strategisch günstigen Lage an Elbe / Nord-Ostsee-Kanal ist Brunsbüttel für LNG-bunkering prädestiniert. Durch die Errichtung des LNG-Terminals in Brunsbüttel würde die Versorgung der Schifffahrt mit LNG in gesamt Norddeutschland erheblich vereinfacht werden.

Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs: Begleitetes Fahren mit 16 Jahren rückt ein großes Stück näher

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Das so genannte „Begleitete Fahren“ für junge Führerschein-Inhaber wird möglicherweise schon bald auch 16-Jährigen Pkw-Fahrern und -Fahrerinnen erlaubt sein. Auf Mitantrag von Schleswig-Holstein haben die Verkehrsminister der Länder soeben bei ihrer Frühjahrskonferenz in Nürnberg eine wichtige Weiche dafür gestellt. „Nachdem uns die Bundesregierung ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert hat, haben wir sie heute aufgefordert, auch die EU-Kommission davon zu überzeugen, die rechtlichen Voraussetzungen für Modellversuche in einzelnen Bundesländern zu schaffen“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs.

Wie Rohlfs weiter sagte, sei die Grundlage für den Vorstoß der große Erfolg des 2010 eingeführten Begleiteten Fahrens mit 17 („BF 17“).  BF 17 habe zu einem deutlichen Plus an Verkehrssicherheit geführt, die Teilnehmer würden deutlich weniger Unfälle und Unfalldelikte verursachen als andere Führerscheinabsolventen. Niedersachsen hatte im Juli letzten Jahres angekündigt, sich für einen Modellversuch „BF 16“ einzusetzen, um die Phase des begleiteten Fahrens zu verlängern. In beiden Fällen dürfen die Teilnehmer aber erst mit 18 Jahren allein hinter das Lenkrad.

img_0181Rohlfs sagte am Rande der Konferenz in Nürnberg

(Audio starten)

Nach den Worten des Staatssekretärs wird im Herbst diesen Jahres der EU-Führerschein-Ausschuss (Driving License Committee) zu dem Thema tagen. Das EU-Recht sieht ein Mindestalter von 17 Jahren für eine Fahrerlaubnis der Klasse B (PKW-Führerschein) vor. Heute wird im Rahmen des Begleiteten Fahrens ab 17 eine vollwertige Fahrerlaubnis der Klasse B erteilt, wenn auch unter Auflagen. Vor Vollendung des 17. Lebensjahres ist dies nach der geltenden EU-Führerschein-Richtlinie nicht möglich. Erst nach einer entsprechenden Änderung, so Rohlfs, könne ein Modellversuch in Niedersachen und Schleswig-Holstein starten.

Buchholz nach Outlet-Besuch in NMS: „Für den Tourismus und die Stadt ein Riesengewinn“

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Rundgang (v.l.): Marketing-Manager Torsten Wiegelmann, Petr Proy,  Buchholz, Neumünsters OB Olaf Tauras und Henning Balzer

Das 2012 gegründete McArthurGlen Designer Outlet Center in Neumünster ist weiter auf Erfolgs- und Expansionskurs: Davon konnte sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz  heute bei einem Rundgang in dem Zentrum in Neumünster überzeugen

Er sagte (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Center wächst seit mittlerweile sechs Jahren kontinuierlich und ist auch für Besucher aus anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland interessant. Henning Balzer, Development Director für Deutschland bei McArthurGlen, erläutert: „Während zu Anfang viele unserer Besucher aus Schleswig-Holstein kamen, ist es in der Zwischenzeit mehr als jeder zweite Besucher aus anderen Regionen Deutschlands und dem Ausland. Wir freuen uns sehr darüber, dass sich das Designer Outlet Neumünster als eigenständige touristische Destination etabliert hat und wir damit als wichtiger Partner der Region zur Standortstärkung beitragen.“

Mit rund 1.000 Mitarbeitern ist das Center einer der größten Arbeitgeber in der Region Neumünster. Durch die Vielzahl attraktiver Designermarken bietet das Designer Outlet gute Beschäftigungsmöglichkeiten auch für junge Fachkräfte. Petr Proy, Center Director McArthurGlen Designer Outlet Neumünster ergänzt: „In unserer eigenen Handelsakademie bilden wir jungen Nachwuchs für den Einzelhandel aus und bilden unsere Mitarbeiter ständig weiter.“

Werben um ersten deutschen LNG-Terminal: Günther und Buchholz reisen nach Rotterdam

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Gemeinsames Werben der Landesregierung für Deutschlands erstes LNG-Terminal in Brunsbüttel: Zusammen mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat Ministerpräsident Daniel Günther heute in Kiel das große Interesse am Bau eines Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel unterstrichen. Der Standort biete „überzeugende und ausgereifte Perspektiven“ für die Verwirklichung des Projekts mit einem Investitionsvolumen von rund 450 Millionen Euro, sagte Günther nach einer Sitzung des Kabinetts.

In der Region Brunsbüttel, die durch eines der großen Industriezentren Norddeutschlands geprägt sei, gebe es zahlreiche Unternehmen, die Abnehmer für LNG sein könnten und damit eine Grundauslastung des Terminals gewährleisten würden, sagte Günther. Das Kabinett hatte zuvor beschlossen, für die Koordinierung des Projekts in den kommenden Jahren jeweils 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen und auf diese Weise eine Projektbegleitung abzusichern. Zugleich sende die Regierung damit ein deutliches Signal der Unterstützung an die German LNG Terminal GmbH, einem von den drei Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking gegründeten Unternehmen zur Errichtung eines Multifunktionsterminals in Norddeutschland.

BeideAm Mittwoch und Donnerstag werden der Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik zu einem bereits existierenden LNG-Terminal nach Rotterdam reisen.

Zur Delegation hat das Land auch den maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, sowie Spitzenbeamte mehrerer Ministerien der Bundes- und der Landesregierung eingeladen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Die Pläne werden bei uns auf höchster Ebene vorangetrieben“, sagte Günther. Bereits vor Monaten hatte die Landesregierung eine interministerielle Arbeitsgruppe (Task-Force) auf der Ebene der Staatssekretäre eingesetzt, die die Planungen für das Terminal vorantreiben soll. Leiter der Task-Force ist der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Dirk Schrödter. Dies sei auch „angemessen“, sagte Günther. Bei dem Projekt handele es sich um das mit 450 Millionen Euro größte industrielle Investitionsvorhaben in Schleswig-Holstein.

Wirtschaftsminister Buchholz erinnerte zugleich daran, dass es sich um ein Projekt mit Bedeutung für ganz Deutschland handele. „Energiepolitisch leistet das LNG-Terminal einen erheblichen Beitrag zur Diversifikation des Erdgasbezugs, macht Deutschland ein Stück unabhängiger von russischem Pipelinegas und trägt so zur Versorgungssicherheit bei.“ Außerdem spiele LNG als Kraftstoff für Schiffe und schwere Lkw eine Schlüsselrolle für eine Senkung der Schadstoffemissionen im Verkehrssektor. „Wer hier schnelle Erfolge will, kommt an LNG als Kraftstoff nicht vorbei“, so Buchholz. Länder wie die Niederlande oder Frankreich seien Deutschland bereits einen großen Schritt voraus. Um LNG als Kraftstoff auch in Deutschland wirtschaftlich einsetzen zu können, benötige man dringend ein Importterminal. Der Transport von ausländischen Terminals per Lkw sei viel zu teuer.

Günther und Buchholz sehen deshalb die Bundesregierung in der Pflicht, Schleswig-Holstein bei der Verwirklichung des Projekts auch mit Fördermitteln zu unterstützen. „Der Aufbau einer neuen Infrastruktur geht in der Regel immer mit anfänglichen Wirtschaftlichkeitslücken einher“, so Günther. Hier müsse der Staat mit Blick auf seine energie- und umweltpolitischen Interessen mit Mitteln der Wirtschaftsförderung ansetzen, um die Lücke zu schließen und die Investition zu ermöglichen. Schleswig-Holstein könne das allein nicht stemmen.

 

SH-Industrie legte 2017 deutlich zu – Buchholz: Ernährungsbranche besonders erfolgreich

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Trotz Rußland-Embargo: Milchprodukte aus Schleswig-Holstein waren dank der Erschließung neuer Märkte 2017 wieder stark im Aufwind

Die Industrie in Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr deutlich zugelegt. Wie das Statistikamt Nord heute mitteilte, stellten die Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten Güter im Verkaufswert von 30,5 Milliarden Euro her. Das war ein Plus von fünf Prozent. Den größten Anteil hatten Nahrungs- und Futtermittel mit 19 Prozent, gefolgt vom Maschinenbau mit 15 Prozent.

Buchholz sagte weiter:

Während die Nahrungs- und Futtermittel im Vorjahresvergleich um 11 Prozent zulegen konnten, musste der Maschinenbau einen Rückgang von 13 Prozent hinnehmen. Es folgten in der Rangliste der Sektoren die Chemie mit einem Anteil von 9 Prozent, die Herstellung pharmazeutischer Produkte sowie die Produktion von Kokerei- und Mineralölerzeugnissen mit jeweils rund 7 Prozent.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigt der Anstieg im Ernährungssekror, dass sich die Hersteller trotz des Russlandembargos offensichtlich sehr erfolgreich neue Märkte erschlossen hätten – insbesondere für Milch- und Trockenmilchprodukte. Den Rückgang beim Maschinenbau führt der Minister vor allem auf die Schließung des Husumer Werks von Senvion zurück.

 

„Welcome-Job SH“: Land fördert Flüchtlings-Projekt mit 100.000 Euro

Gefas
Staatssekretär Rohlfs (2.v.r.) mit Gefas-Geschäftsführer Schulze (rechts) im famila-Markt im Kieler Stadtteil Wik mit Marktleiterin Anja Rüther und dem Azubi Amoraldo Leshi

Um Flüchtlinge dauerhaft und gut in die Gesellschaft zu integrieren, ist es besonders wichtig, ihnen den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Derzeit steht nach erfolgreichem Abschluss der Integrations- und Sprachkurse eine zunehmende Anzahl von Flüchtlingen zur Verfügung, die grundsätzlich qualifiziert und in der Lage wären, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufzunehmen. Außerdem suchen dank der guten konjunkturellen Lage und der niedrigen Arbeitslosenzahlen schon jetzt viele Unternehmen Personal. Das erhöht die Bereitschaft der Personalverantwortlichen in den Betrieben, Menschen mit Fluchthintergrund einzustellen.

Allerdings gibt es zurzeit noch kein hinreichendes System, das arbeitssuchende Flüchtlinge und Arbeitgeber mit Fachkräftebedarf im Land zusammenbringt. Diese Lücke soll nun das Projekt „Welcome-Job SH“ schließen, das die Gesellschaft für Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik – Institut des UV Nord e.V.“ (gefas) gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit entwickelt hat. Damit sollen Kontaktveranstaltungen für Flüchtlinge und Unternehmen angeboten werden, die individueller gestaltet sind als die üblichen Jobmessen.

Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs sagte bei der Förderbescheidübergabe an den Geschäftsführer der gefas Sebastian Schulze: „Die Projektidee zu „Welcome-Job SH“ hat uns überzeugt. Deshalb fördern wir das Projekt gern mit rund 100.000 Euro aus Landesmitteln. Wir müssen alle Anstrengungen im Land nutzen, das „Matching“ zu verbessern, also arbeitssuchende Flüchtlinge mit den richtigen Arbeitgebern zusammenzubringen. Denn nur wenn wir die Flüchtlinge beim Zugang zu sozialversicherungspflichtiger Arbeit unterstützen, wird es uns gelingen, sie erfolgreich zu integrieren und ihnen eine neue Heimat bei uns im echten Norden zu geben.“

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus