Buchholz bei Maritimer Konferenz: Wir müssen mehr junge Menschen für maritime Berufe begeistern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat heute bei der 11. Nationalen Maritimen Konferenz In Friedrichshafen am Bodensee die versammelten rund 800 Politiker, Unternehmens- und Verbandsrepräsentanten, Gewerkschafter, Marinevertreter und Experten aufgerufen, den Kampf gegen den Klimawandel weiter zu unterstützen. Um den CO2-Ausstoß im Seeverkehr zu senken, müssten Kraftstoffe auf der Basis erneuerbarer Technologien und alternative Antriebe – darunter die Brennstoffzelle – entwickelt werden.

Merkel betonte die herausragende Bedeutung der maritimen Wirtschaft für ganz Deutschland. Sie erwirtschafte jährliche Umsätze von mehr als 50 Milliarden Euro und beschäftige alles in allem beinahe eine halbe Million Menschen. Zudem habe Deutschland eine der größten Handelsflotten der Welt. Merkel machte auch deutlich, dass die Branche sich massiv gegen den Fachkräftemangel rüsten müsse, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Vor diesem Hintergrund führte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Rande der Konferenz mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) das folgende Interview (Donnerstagausgabe)

Kanzlerin Merkel hat zur Eröffnung der Nationalen Maritimen Konferenz den steigenden Fachkräftebedarf in der Maritimen Branche thematisiert. Wie ist Schleswig-Holstein da aufgestellt?

Buchholz: Nicht schlecht, aber auch mit Luft nach oben. Denn auch mit Blick auf Schleswig-Holsteins maritimen Nachwuchs hat die Kanzlerin Recht, wenn Sie sagt: Wir müssen wieder mehr junge Leute für maritime Berufe begeistern, damit die Branche nicht an Schlagkraft verliert. Allein unsere großen sechs Werften im Land beschäftigten aktuell direkt rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  – rechnet man den hohen Anteil von Zulieferbetrieben dazu, kommen wir auf 20.000 Beschäftigte. Wir haben also viel zu verlieren, wenn wir uns nicht um den Nachwuchs kümmern.

Wir alle erinnern uns noch an die Kahlschläge bei Reedereien und Werften infolge der Finanzkrise vor nicht einmal 20 Jahren – Sie raten jungen Menschen also trotzdem dazu, in dieses Geschäft einzusteigen?

Buchholz: Unbedingt! Keine Branche ist vor Krisen gefeit. Aber in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Automatisierung wird doch die ohnehin schon breite Palette an maritimen Berufen immer bunter und anspruchsvoller. Wer sich heute für eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker entscheidet, hat exzellente Berufsaussichten. Und mit unserer Seemannsschule auf dem Priwall, der FH für Seefahrt in Flensburg und den Hochschulen in Flensburg und Kiel stellen wir jungen Menschen enorme Ausbildungsmöglichkeiten  im Bereich Nautik als auch bei Schiffsbetriebstechnik oder Schiffbau bereit. Und die Schiffsmechaniker-Ausbildung bietet gerade durch die Kombination von nautischer und technischer Ausbildung variable Möglichkeiten für einen Berufseinstieg, nicht nur im seemännischen Bereich.

Und wo sehen Sie die Luft nach oben?

Um das Berufsbild noch attraktiver zu machen, müssen Bund, Reeder,  Gewerkschaften und die norddeutschen Länder ihre Kräfte für ein koordiniertes Marketing noch besser bündeln. Das werde ich hier in Friesdrichshafen mit meinen Kollegen besprechen. Gerade im Bereich der Schiffbauingenieure ist die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt extrem hoch – und die maritimen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ziehen viele Fachkräfte an, teilweise auch aus Schleswig-Holstein.
Die Industrie muss sich dabei aber auch an die eigene Nase fassen. Die Ausbildungsquote der Werften – auch wenn sie im Vergleich zu anderen Branchen immer noch gut ist – ist letztes Jahr auf 6,2 Prozent und damit auf den tiefsten Wert seit 2007 gesunken. So gewinnt man den Kampf um Fachkräfte nicht.

Buchholz mit Konferenz-Gastgeber Norbert Brackmann, Maritimer Koordinator der Bundesregierung

Buchholz vor Maritimer Konferenz: Bund muss Offshore-Ausbau energischer vorantreiben

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat den Bund aufgefordert, den Ausbau der Windenergie auf dem Meer energischer voranzutreiben. «Aktuell sind knapp 6,4 Gigawatt Offshore-Leistung am Netz und das für 2030 gesteckte Ausbauziel der Bundesregierung liegt bei 15 Gigawatt», sagte der FDP-Politiker mit Blick auf die heute in Friedrichshafen beginnende Nationale Maritime Konferenz der Deutschen Presse-Agentur. «Um der Branche eine sichere Planungs- und Investitionsperspektive zu geben, brauchen wir einen Ausbau auf mindestens 20 Gigawatt in den nächsten zehn Jahren und auf 30 Gigawatt bis 2035.» Bei dem zweitägigen Branchentreffen in Friedrichshafen ist die Offshore-Windenergie ein zentrales Thema.

Die Bundesregierung habe trotz eines gemeinsamen Appells der Wirtschaftsministerkonferenz und der Küstenländer im vergangenen Jahr bislang keine Signale gesetzt, die Forderungen umzusetzen. «Auch mein Vorschlag, die noch verfügbaren Netzanschlusskapazitäten für Nordsee-Windparkprojekte in einer Größenordnung von 1,5 Gigawatt in diesem Jahr auszuschreiben, wurde bislang nicht aufgegriffen.»

Der Windindustrie stehe bereits jetzt eine mehrjährige Ausbaulücke bevor, sagte der Kieler Minister. In der Ostsee stünden erst ab 2021 und in der Nordsee ab 2023 wieder Netzkapazitäten für neue Offshore-Anbindungen zur Verfügung. Damit bleibe der Bund anders als die meisten europäischen Nachbarn weit hinter seinen ursprünglichen Ambitionen zurück. «Wir laufen also sehenden Auges in die Gefahr, dass die Konzerne in Deutschland entweder Arbeitsplätze abbauen oder keine neuen schaffen werden», sagte Buchholz. «Das sollte sich die Industrienation Deutschland – auch im Sinne der Energiewende – nicht leisten.»

Spätes Osterfest hinterlässt „März-Delle“ in der Quartalsbilanz des Schleswig-Holstein-Tourismus

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Ostern 2019 samt der Ferien fiel dieses Jahr in den April – mit Folgen für die Quartals-Statistik des SH-Tourismus

Die im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber 2018 um 3,2 Prozent gesunkene Zahl an Übernachtungsgästen in Schleswig-Holstein ändert nach Einschätzung von Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz nichts am grundlegenden Erfolgskurs des Schleswig-Holstein-Tourismus: „Ausschlaggebend dafür ist vor allem, dass die Oster-Reisezeit dieses Jahr vollständig in den April gefallen ist, so dass eine geringere Auslastung der Betriebe im März zwangsläufig eine Folge war. Einer guten Frühjahrssaison 2019 steht also nichts entgegen“, sagte Buchholz heute am Rande der auswärtigen Sitzung des Landeskabinetts in Berlin. Zudem habe die Statistik deutlich mehr Betriebe und Betten als im Vorjahr erfasst.

Die Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, erkennt in den Zahlen einen wachsenden Trend zu Kurzreisen: „Betrachtet man das erste Quartal insgesamt, so kamen laut vorläufiger Zählung 0,5 Prozent mehr Gäste nach Schleswig-Holstein. Dass die Zahl der Übernachtungen, also die Anzahl der Tage, die die Gäste blieben, im selben Zeitraum sank, spiegelt aus touristischer Sicht den Trend zu Kurzreisen wider, der sich seit einiger Zeit immer deutlicher abzeichnet. Hier müssen wir auch in Zukunft weiter ansetzen und interessante Produkte insbesondere in der Nebensaison für das veränderte Reiseverhalten anbieten.

Nach Angaben des Statistikamtes Nord kamen in den ersten drei Monaten in den größeren Unterkünften und auf den Campingplätzen Schleswig-Holsteins 1,19 Millionen Übernachtungsgäste an, 0,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen sank um 3,2 Prozent auf gut 3,97 Millionen. Im März sank die Zahl der Übernachtungsgäste in den Häusern mit mindestens zehn Betten und auf Campingplätzen im Vorjahresvergleich um 6,0 Prozent auf 510.000. Bei den Übernachtungen gab es einen Rückgang um 11,5 Prozent auf 1,71 Millionen. In die März-Statistik gingen 3154 Beherbergungsstätten mit 207 000 Gästebetten und 115 Campingplätzen ein.

Industrie im echten Norden legt zu – Buchholz will mit neuem Konzept weitere Potenziale heben

Die Industrie in Schleswig-Holstein hat ihren Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich um drei Prozent auf 8,1 Milliarden Euro erhöht. Entscheidenden Anteil daran hatte der Export mit einem Zuwachs um sechs Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, teilte das Statistikamt Nord heute mit. Das Inlandsgeschäft legte um 0,2 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Die Statistik erfasste nur die 549 Betriebe der Branche mit jeweils mindestens 50 Beschäftigten.

Die Ausfuhren in Länder der Eurozone gaben um ein Prozent nach, während Exporte in Länder außerhalb der Eurozone um elf Prozent zunahmen. Die Exportquote stieg zum Vorjahr um einen Punkt auf 42 Prozent.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich entsprechend zufrieden: „Die Industrieumsätze im Land sind erfreulich stabil.“  So konnte die Nahrungs- und Futtermittelindustrie Ihren Umsatz im 1. Quartal 2019 sogar um fünf Prozent steigern. „Wir haben ein starkes Ernährungscluster im Raum Lübeck“. Aber auch der Maschinen- und Anlagenbau sei relativ konstant. Dies zeige, dass Schleswig-Holstein ein guter Standort für Industriebetriebe sei. Aber hier wolle man noch zulegen, so der Minister. Für ein weiteres Wachstum müssten Zukunftsmärkte identifiziert und besetzt werden. Man arbeite deshalb an einer Industriestrategie, um vorhandene Schwächen zu beseitigen und die guten Möglichkeiten des Landes zu nutzen, so der Minister.

Umsatzprimus unter den Branchen ist mit einem Plus von fünf Prozent die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit 1,3 Milliarden Euro, gefolgt vom Maschinenbau mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals arbeiteten knapp 110 800 Menschen in den genannten Industriebetrieben. Das waren im Vorjahresvergleich zwei Prozent mehr. Das Arbeitsvolumen stieg ebenfalls um zwei Prozent auf 45 Millionen Stunden.

Auf die Plätze… Startschuss für eine neue Radverkehrs-Strategie im echten Norden

Radstrategie
Die Experten-Runde mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann (rechts), Landesverkehrs-Politiker Andreas Tietze (vorn links) im Wirtschaftsministerium

Startschuss für die Erarbeitung einer neuen Radstrategie im echten Norden: Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz empfing heute im Ministerium über 20 Fachleute aus Politik, Verwaltung und Verbänden, um über den Radverher von morgen zu diskutieren. Unter anderem mit dabei: Der Segeberger CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann und der Kieler GRÜNEN-Verkehrspolitiker Dr. Andreas Tietze.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Es geht uns nicht um langwierige Strategien, sondern um ganz konkrete Schritte, wie wir das Radfahren in diesem Land besser und attraktiver machen“, sagte Buchholz. Dabei komme das etablierte und standardisierte BYPAD-Verfahren zum Einsatz. BYPAD steht für Bicycle Policy Audit (Überprüfung der Fahrradförderung). Das Verfahren, das im Rahmen dreier EU-Projekte entstanden ist, wurde bereits in fast 200 europäischen Städten, Gemeinden und Kreisen sowie im Freistaat Thüringen angewandt.

Buchholz: „Ziel des Verfahrens für uns ist es, in einem intensiven Dialog mit den maßgeblichen Akteuren rund um das Thema Radverkehr die richtigen Schwerpunkte einer Strategie zu identifizieren.“ Das BYPAD-Verfahren gliedert sich in drei Stufen: Zunächst werden die Rahmenbedingungen auf Grundlage vorliegender Daten analysiert und nach Handlungsfeldern zusammengefasst. Danach wird der Stand der Radverkehrspolitik bewertet und Verbesserungsvorschläge anhand passender nationaler und internationaler Best-Practice-Beispiele erarbeitet. Im dritten Schritt wird ein Eckpunktepapier als Basis der Landesstrategie und ein konkreter Maßnahmenkatalog erstellt.

„Am Ende ist es uns dann hoffentlich gelungen, die Qualität unseres Radverkehrssystems deutlich anzuheben sowie Anreize für eine intensivere Nutzung und den Umstieg vom Auto auf das Zweirad zu schaffen“, sagt Buchholz. Die Ergebnisse sollen im Herbst 2019 auf der jährlichen Fachtagung Radverkehr vorgestellt werden.

„Plug and Play“-Manager auf Tuchfühlung mit Gründer-Initiativen des echten Nordens

Plug
Knipfer mit Leila Kehl aus dem internationalen Team von Plug and Play sowie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz

Die vor einem Jahr geschlossene Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und dem weltweit größten Unternehmensbeschleuniger „Plug and Play“ nimmt konkrete Formen an: Seit heute besucht der für Internationale Beziehungen bei dem US-Konzern in San Francisco zuständige Senior Manager Christian Knipfer verschiedene Stationen in Kiel – unter anderem den Inkubator des „Zentrums für Entrepreneurship“ (ZfE) an der Uni Kiel, das „FabLabs & der starterkitchen“ sowie im Wissenschaftspark das Unternehmens Payone.

Zuvor war Knipfer zu Besuch bei Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und sagte zu seinem Programm und seinen Ambitionen im echten Norden (Video starten)

Buchholz zog nach dem Gespräch folgendes Fazit – Audio starten:

Ein Kernstück der Kooperation mit Schleswig-Holstein ist nach den Worten von Buchholz ein dreimonatiger kostenloser Aufenthalt von jungen Start-ups im Silicon Valley. Darum können sich Gründerinnen und Gründer vor allem über folgende Veranstaltungen bewerben oder qualifizieren:

  • bis zum 4. Juni im Rahmen des landesweiten „Überflieger“-StartUp-Wettbewerbs
  • am 14. Juni auf dem „waterkant Festival“ in Kiel
  • am 12. August im Wirtschaftsministerium bei der Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das diesjährige StartUp Camp (die 3 Gewinner bekommen einen Platz im Acceleratorprogramm)

Wie Buchholz weiter erläuterte, beinhaltet der Aufenthalt in den USA vor allem die Unterstützung durch Experten-Know-how bei der Weiterentwicklung von Geschäftsideen sowie die Begleitung und Beratung durch erfahrene Mentoren. „Hinzu kommt natürlich der Zugang zu einem riesigen internationalen Netzwerk und Kontakten von Plug and  Play sowie der Besuch von Netzwerkveranstaltungen“, so Buchholz.

Parallel dazu wird Schleswig-Holstein laut Knipfer und Buchholz für die kommenden 12 Monate ein Teil der Vermarktungs-Strategie von „Plug and Play“, während Teams von „Plug and Play“ umgekehrt in diesem Jahr an Gründer-Veranstaltungen in Schleswig-Holstein wie dem „waterkant Festival“ oder dem diesjährigen Startup-Camp in Flensburg teilnehmen werden. Die Kosten für die einjährige Partnerschaft belaufen sich auf rund 300.000 Euro.

Buchholz appellierte an alle Gründer – und vor allem an junge Gründerinnen – sich die Chance nicht entgehen zu lassen: „Zweifeln Sie nicht, werfen Sie ihren Hut in den Ring – selbst die Bewerbung an sich kann bereits ein Gewinn sein.“

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, um an dem Programm teilnehmen zu können. Die Start-ups müssen:

  • als Firma eingetragen sein (das Unternehmen muss sich im Privatbesitz befinden und darf keine Tochter eines anderen Unternehmens sein oder mit diesem rechtlich verbunden sein),
  • ein erstes funktionsfähiges Produkt (Dienstleistung, Software o.ä.) besitzen,
  • ein skalierbares Businessmodell besitzen und
  • nicht älter als 5 Jahre sein.

Vom Silicon Valley in den echten Norden: Buchholz empfängt heute „Plug and Play“-Chef Christian Knipfer

Zum Jahresbeginn war Knipfer für die Kooperation nur per Video zugeschaltet, heute startet er seine SH-Tour „live“ bei Wirtschaftsminister Buchholz

Ein Jahr nach der Eröffnung des „Northern Germany Innovation Office“ in San Francisco und zwei Monate nach Unterzeichnung der Kooperation mit dem weltweit führenden Technologie-Inkubator „Plug and Play“ erwartet Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute „Plug and Play“-Chef Christian Knipfer in Kiel. Der für internationale Bezieungen zuständige Jungunternehmer befindet sich auf Norddeutschland-Tour.

„Dank der Kooperation können wir innerhalb eines Jahres bis zu zehn jungen Unternehmerinnen und Unternehmern den Zugriff auf die Infrastruktur von Plug and Play ermöglichen und ihnen somit ein internationales Sprungbrett anbieten, um mit Geschäftsideen oder Innovationen am Markt Fuß zu fassen“, sagt Wirtschaftsminister Buchholz. Knipfer zeigte sich im Vorfeld seines Deutschland-Besuchs ebenfalls erfreut über den ersten Geschäftspartner aus Norddeutschland: „Wir sind sehr neugierig auf ihr Land und ihre Gründer. Und ich bin sicher, dass wir manche Erfolgsgeschichte in den kommenden zwölf Monaten und hoffentlich darüber hinaus gemeinsam schreiben können.“

Das Kernstück der Kooperation mit Schleswig-Holstein ist der dreimonatige Aufenthalt von jungen Gründern im Silicon Valley. Während des Programms werden die Unternehmer in das Netzwerk von Plug and Play eingeführt, bekommen Mentoren zur Seite gestellt und können an Workshops teilnehmen. Interessierte Start-ups können sich beim Überflieger-Wettbewerb, auf dem Waterkant Festival oder im Rahmen des Start-up-Camps für einen Platz im sogenannten Acceleratorprogramm bewerben. Voraussetzung ist, dass die Start-ups als Firma eingetragen und rechtlich unabhängig sind, ein erstes funktionsfähiges Produkt besitzen und nicht älter als fünf Jahre sind.

SH-Verkehrsminister Buchholz lobt Zulassung von E-Scootern durch den Bundesrat

Nachdem Schleswig-Holstein am Freitag im Bundesrat für die Zulassung kleiner Tretroller mit Elektroantrieb gestimmt hat, zeigte sich Landesverkehrsminister Dr. Bernd Buchholz mit dem Ergebnis entsprechend zufrieden: «Viele Experten sagen: Das ist gerade in den Städten eine Mobilitätsform der Zukunft, auf die wir uns vorbereiten müssen und für die wir entsprechende Rahmenbedingungen schaffen müssen.» Entscheidend sei, dass es jetzt klare Rahmenbedingungen geben werde. Für die Verkehrsteilnehmer werde klargestellt, wo sie die E-Scooter benutzen dürfen und wo nicht.

UM DIESE GEFÄHRTE GEHT ES: Weil sie einen elektrischen Antrieb haben, gelten die kleinen Flitzer als Kfz. Das erfordert Vorschriften, die in einer Verordnung festgelegt werden sollen. Konkret geht es um «Elektrokleinstfahrzeuge», die zwischen 6 und 20 Kilometer pro Stunde (km/h) schnell fahren können und eine Lenk- oder Haltestange haben. Sie dürfen höchstens 70 Zentimeter breit sein, 1,40 Meter hoch und zwei Meter lang. Maximalgewicht ohne Fahrer: 55 Kilogramm.

WER SIE FAHREN DARF: Eine von Scheuer geplante Unterscheidung bei der Altersfreigabe je nach Tempo der E-Tretroller bremste der Bundesrat aus. Generell soll gelten: erlaubt ab 14 Jahren. Also nicht schon ab 12, wie es der Minister zunächst für langsamere Gefährte vorhatte. Aber auch nicht erst ab 15, wie manche Länder und Experten forderten. Es sei zu bezweifeln, ob Jugendliche unter 15 den komplexen Verkehrsraum überblicken, Gefahren rechtzeitig einschätzen und dann entsprechend handeln könnten, mahnte der Verkehrssicherheitsrat.

WELCHE ANFORDERUNGEN KOMMEN: Führerschein, Mofa-Prüfbescheinigung oder eine Helmpflicht sind nicht vorgesehen. Vorgeschrieben werden sollen aber eine Haftpflichtversicherung samt Versicherungsaufkleber mit Anti-Fälschungs-Hologramm hinten am Fahrzeug. Pflicht sind zwei unabhängig voneinander wirkende Bremsen und eine Beleuchtung, die auch abnehmbar sein darf. Ebenfalls vorgeschrieben werden seitliche Reflektoren und mindestens eine «helltönende Glocke». Steuer-Elemente für den Motor wie Drehgriffe oder Knöpfe müssen binnen einer Sekunde automatisch in Nullstellung zurückspringen, wenn sie losgelassen werden. Die Standflächen müssen rutschfest sein. Anhänger sind tabu.

WO GEFAHREN WERDEN DARF: Einfach überall herumkurven dürfen die neuen E-Scooter nicht. Sie müssen auf Radwegen oder gemeinsamen Geh- und Radwegen fahren – dort haben Fußgänger dann Vorrang und dürfen nicht behindert werden. Gibt es keinen Radweg, darf es die Fahrbahn sein. Der Radfahrerclub ADFC befürchtet aber schon Probleme. Viele holprige Radwege seien für die Tretroller mit ihren kleineren Rädern und der hohen Beschleunigung unbequem und gefährlich. «Deshalb wird es so sein, dass E-Scooter ständig auf Fußwege ausweichen», warnte Geschäftsführer Burkhard Stork. Das könne niemand wollen – und daher müssten Radwege dringend ausgebaut werden.

WELCHE REGELN NOCH KOMMEN: E-Flitzer müssen «einzeln hintereinander» fahren. Ein Anhängen an andere Fahrzeuge und Freihändigfahren sind nicht erlaubt. Auf mehrspurigen Fahrbahnen gilt das Gebot, möglichst weit rechts zu fahren. Auf Radwegen müssen schnellere Radler «ohne Behinderung» zum Überholen vorbeigelassen werden. Die Länder machen sich nun noch dafür stark, dass auch E-Tretroller Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung nutzen dürfen, wenn es Radler können.

WIE DIE STÄDTE SICH VORBEREITEN: Tausende E-Roller könnten bald durch Hamburg oder München düsen – und zum Ausleihen bereitstehen. Konkurrierende Verleiher sind schon lange startklar. Ein Chaos wie mit bunten Fahrrädern zum Mieten per App soll es nicht noch mal geben. Aus Sicht von Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy gehören Fahrzeuge verschiedener Anbieter gebündelt, wenn Platz fehlt. Möglich seien auch Sondergenehmigungen für öffentliche Parkflächen. Viele Städte seien dabei, Radwege auszubauen. Frankfurt am Main und Berlin haben schon Vorgaben, dass defekte oder falsch geparkte Roller binnen sechs beziehungsweise 24 Stunden entfernt werden müssen.

WIE ES WEITERGEHT: Die Änderungen des Bundesrats müssen nun noch mal vom Bundeskabinett abgesegnet werden. Wie lange es dauert, bis die Verordnung dann im Bundesgesetzblatt verkündet wird, steht noch nicht fest. Scheuer stimmte künftige Nutzer aber auf eine kurze Wartezeit ein: «Noch vor der Sommerpause geht’s für sie nun endlich richtig los.» Für weitergehende Überlegungen stellten die Länder aber schon ein Stoppschild auf. E-Gefährte ohne Lenkstange wie Hoverboards oder Skateboards mit Elektromotor auf Straßen zu testen, werde abgelehnt.

Freie Fahrt auf Fehmarns ältester Asphalt-Straße: Rohlfs, Sager und Weber geben K 43 frei

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Konzentriert: Rohlfs, Landrat Sager und Fehmerns Bürgermeister Weber durchschneiden das symbolische Absperrband der K 43 zwischen Blieschendorf und Burg

Ende einer Geduldsprobe für viele Pendler und Urlauber auf Fehmarn: Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstich zum Ausbau der Kreisstraße 43 ist die knapp vier Kilometer lange Strecke zwischen Blieschendorf und Burg fertig. „Diese Verbindungsstraße ist – zusammen mit der E 47 von und nach Puttgarden – eine der wichtigsten Strecken auf der Insel, die Insulanern wie Urlaubern und der regionalen Wirtschaft ab heute wieder im vollen Umfang zur Verfügung steht“, sagte heute Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs. Er gab die vom Land mit knapp fünf Millionen Euro geförderte Strecke gemeinsam mit Ostholsteins Landrat Reinhard Sager und Jörg Weber, Bürgermeister der Stadt Fehmarn, frei. Die insgesamt acht Millionen Euro teure Sanierung der Straße war seit September 2016 in insgesamt drei Bauabschnitten erfolgt.

Rohlfs sagte dazu im Gespräch mit Journalisten – Audio starten („im Browser anhören“)

Nach den Worten von Rohlfs ist die K 43 die kürzeste Verbindung vom Festland zum Zentralort Burg auf Fehmarn und war vor fast 100 Jahren die erste asphaltierte Straße auf Fehmarn.  Landrat Sager erinnerte daran, dass sich die K 43 Straße zuletzt in einem Zustand befunden hatte, der durch Schlaglöcher, Wurzelaufbrüche, fehlende Entwässerungseinrichtungen und gefährliche Setzungen gekennzeichnet war. „Mit der Sanierung, die wir mit Rücksicht auf den Tourismus nur in den Winterhalbjahren von 2016 bis 2018 vorgenommen haben, haben wir also vor allem ein großes Stück an Verkehrssicherheit gewonnen“, sagte Sager. Als besonders erfreulich bezeichneten es Landrat und Staatssekretär, dass auch der dritte und letzte Bauabschnitt fristgerecht  fertiggestellt werden konnte. „Die Straße entspricht nun nicht nur einem hohen Standard in Sachen Verkehrssicherheit, sondern auch bei Fahrkomfort und Nachhaltigkeit“, so Rohlfs.

Neben einer Tiefensanierung wurde die Straße von ursprünglich 5,20 Meter auf 6,50 Meter Breite ausgebaut. Rohlfs: „Das wird dazu führen, dass sich nun auch größere Fahrzeuge wie Busse oder Landmaschinen gefahrlos begegnen können.“ Der parallel ebenfalls neu gebaute Radweg wurde in einer Breite von 2,50 Meter angelegt. Zur Einbindung in die Landschaft und als Ersatz für die damalige Pappelallee erfolgte im Herbst letzten Jahres beidseits des Radweges eine Neuanpflanzung mit Schwedischen Mehlbeeren. Insgesamt 546 Bäume werden den Radweg einrahmen.

Landrat Sager dankte insbesondere den Eigentümern für die Bereitstellung von Flächen, der Stadt Fehmarn für die umfassende Unterstützung, dem Land für die hervorragende Zusammenarbeit sowie für die Förderung des Projekts und den Anliegern für deren Geduld während der Bauzeit.

Alle drei Bauabschnitte wurden durch die Firma AMW Eutin aus Stendorf termingerecht hergestellt. Die Planung und Überwachung des Vorhabens oblag der Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH).

 

Klagefrist für Belttunnel abgelaufen – Gutachten zu Verkehrsmengen bestätigt Planrechtfertigung

sh:z von heute

Während die Gegner des geplanten Ostseetunnels sich durch ein Gutachten bestätigt sehen, wonach vermutlich weitaus weniger Fahrzeuge den Tunnel nutzen würden als angenommen, sieht Landesverkehrsminister Bernd Buchholz das von Dänemark finanzierte Tunnelprojekt auf einem guten Weg.  

Die vom unabhängigen „Amt für Planfeststellung Verkehr“ (APV) im November letzten Jahres in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel des für die feste Fehmarnbelt-Querung prognostizierten Fahrzeugsverkehrs und bis zu 40 Prozent des Frachtverkehrs auch nach Eröffnung des Tunnels weiterhin die Fähre nutzen werde. Es gehe darum, zu klären, ob die feste Fehmarnbeltquerung die Reederei Scandlines in ihrer Existenz gefährde, sagt Amtsleiterin Gesa Völkl. Die Reederei hatte schon vor einiger Zeit erklärt, sie werde die Fährverbindung Puttgarden-Rödby auch nach Eröffnung des Tunnels weiter betreiben und klagt gegen das Bauvorhaben. Das Planrechtfertigung für den Tunnel werde durch das Gutachten nicht in Frage gestellt.

Der rund 18 Kilometer lange Eisenbahn- und Straßentunnel soll voraussichtlich von 2028 an die deutsche Insel Fehmarn mit Dänemark verbinden. Die Kosten von umgerechnet rund sieben Milliarden Euro (52,6 Milliarden dänische Kronen) trägt Dänemark.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus