Vossloh Kiel und Eversfrank-Druck Preetz: Visite bei zwei Mittelstands-Schwergewichten

Die einen stehen kurz vor dem Verkauf, die anderen rüsten sich mit aller Kraft gegen ein schwieriges Markt-Umfeld: Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz absolvierte in dieser Woche – neben einer Tour durch Handwerksbetriebe – auch zwei Besuche bei mittelständischen Schwergewichten des echten Nordens: beim Kieler Lokomotiven-Hersteller „Vossloh Lokomotives“ und bei der zur EVERSFRANK-Gruppe gehörenden Druckerei in Preetz.

Der Lokomotiven-Hersteller Vossloh, einst in Kiel-Friedrichsort ansässig, hatte zweieinhalb Jahre an seinem neuen Werk in Kiel-Suchsdorf gebaut und dabei rund 30 Millionen Euro investiert. Seit Anfang des Jahres werden nun schon Rangierlokomotiven produziert – mittlerweile auf vollen Touren.

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Empfang des Ministers durch Vossloh-Geschäftsführer Dr. Bernd Hoppe, Betriebsratschef Michael Ulrich und Sprecherin Verena Jeroch

Wie der Minister erfuhr, sind die Auftragsbücher bis 2020 fast ausgebucht und die Belegschaft ist im vergangenen Jahr nochmals gewachsen. Dennoch; Bis zum kommenden Jahr soll das Werk an einen neuen Eigentümer verkauft werden. Hintergrund: Die Vossloh AG, der Mutterkonzern, will sich künftig nur noch auf die Infrastruktur beim Schienenbau konzentrieren. Daher sind bereits die Werke im spanischen Valencia und in Düsseldorf verkauft worden.

Buchholz sagte nach seinem Rundgang durch das Werk (Audio starten – „im Browser anhören“)

Bei der mehr als 30 Einzelfirmen umfassenden Unternehmensgruppe EVERSFRANK, die mit ihren insgesamt 1200 Beschäftigten ihre Wurzeln in Meldorf (Kreis Dithmarschen) und Preetz (Kreis Plön) hat,  sieht es anders aus: Wie die beiden Gesellschafter Kay Julius Evers und Dietmar Frank dem Minister heute bei einem Treffen in Preetz versicherten, stünden die Eigentümer felsenfest zu dem Preetzer Standort.

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Rundgang durch die Produktion, von links:  Kay Julius Evers, Druckereileiter Patrick Roth, Geschäftsführer Frank Kohrs und Minister Buchholz

Allerdings befinde sich der Markt angesichts schwieriger Rahmenbedingungen – unter anderem wegen der enorm hohen Energiepreise in Deutschland – in einem rasanten Wandel. Darum habe die Gruppe erheblich in den Digitaldruck investiert. Auch der massiv gestiegene Papierpreis – ausgelöst durch die boomende Verpackungsindustrie – schlage sich auf die Betriebsergebnisse durch. Allein am Standort Preetz mit seinen über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden pro Jahr über 100.000 Tonnen Papier verarbeitet.

Zu seinem Besuch sagte Buchholz:

Die Eversfrank Gruppe hatte erst zum Jahresbeginn ihren Maschinenpark in Preetz um ein digitales Vollfarb-Rollendrucksystem von Canon erweitert. Das Unternehmen hat sich als Rollen-Offsetdruckerei vor allem auf die Produktion von Zeitschriften, Magazinen und Katalogen spezialisiert.

Kunden sind unter anderem der Comic- und Magazinverlag Egmont oder der Mode-Versandhandel BonPrix.

Vergleichsstudie:Digitalisierung bringt mehr als weniger Arbeitsplätze – aber nicht von allein

Arbeitsplatz Segelmacherei: Auch hier hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten

Die Digitalisierung verändert zwar gravierend die Arbeitswelt, aber unter dem Strich wird sie aus Expertensicht kein großer Jobkiller. Keine seriöse Studie erwarte infolge des digitalen Wandels eine Massenarbeitslosigkeit, sagt Professor  Björn Christensen vom Kieler Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW). Der Statistik- und Mathematik-Professor an der Fachhochschule Kiel hat diverse Studien ausgewertet. Resümee: Ob es leichte Nettoverluste oder leichte Gewinne an Arbeitsplätzen geben wird, hängt vom Verhalten der Akteure ab, also von Unternehmen, Arbeitnehmern und Politik.

«Auch für Schleswig-Holstein wird kein massiver Wegfall von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung erwartet», kommentierte Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz. Er nehme Christensens Untersuchungen zum Anlass, «noch eine Schippe draufzulegen», sagt der FDP-Politiker. Er hob den Ausbau des Glasfasernetzes sowie Fort- und Weiterbildung hervor.   «Jeder und jede muss sich letztlich fragen: Wird es mein Geschäftsfeld oder meinen Beruf in fünf oder zehn Jahren noch geben»?, sagte Buchholz. Lebenslanges Lernen sei gefragt. Christensens Botschaften seien gut und herausfordernd zugleich, Horrorszenarien fehl am Platze.

kofw_logo Natürlich gingen Berufsfelder mit der Digitalisierung verloren, aber es kämen auch neue hinzu, sagte Christensen. Letzteres werde in den meisten Studien nicht mit untersucht und den Verlusten gegengerechnet. Beispiel Autoindustrie: Hier habe sich in der Produktion durch Robotik enorm viel verändert, aber unter dem Strich sei in Deutschland in der Branche die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen 12 Jahren um zehn Prozent gestiegen.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz zur Studie:

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Buchholz (links) und Christensen – hier im Gespräch mit NDR Welle Nord-Reporter Uwe Nieber

Statistik-Professor erläuterte seine Vergleichsstudie so:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung sei zu dem Schluss gekommen, Deutschland könne aus der Digitalisierung netto Arbeitsplatzgewinne erwarten – wenn es im Rahmen des Strukturwandels in seiner Wettbewerbsfähigkeit zulegt. Es sei auch längst nicht so, dass alle Arbeitsplätze von digitalen Systemen ersetzt werden, bei denen das theoretisch möglich wäre, sagte Christensen.

Etwa 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland arbeiteten im Jahr 2013 in einem Beruf, in dem Computer – zumindest technisch – mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten hätten erledigen können. In Schleswig-Holstein lag die Quote bei 12 Prozent. Das Substituierungspotenzial sei im Norden auch deshalb niedriger, weil es hier nicht so viele Industriearbeitsplätze gebe, sagte Buchholz.

Es sei richtig gewesen, dass schon die Vorgängerregierung früh und konsequent auf die Glasfasertechnik gesetzt habe. Er wolle Bundesdigitalisierungsminister Andreas Scheuer (CSU) bei dessen Besuch in der nächsten Woche davon überzeugen, dass Pioniere im Glasfaserausbau nicht nachträglich bestraft werden dürften. Hintergrund: Mittlerweile wurden die maximal möglichen Fördermittel des Bundes verdoppelt. Für Buchholz wäre es paradox, könnten Spätstarter jetzt von der höheren Quote profitieren, während Vorreiter sich mit der Hälfte begnügen müssten.

Ebenso klar formuliert er die Erwartung an Arbeitnehmer, sich weiterzubilden und nicht in jedem Fall am angestammten Arbeitsplatz verharren zu wollen. Sie sollten zur Qualifizierung auch den Bildungsurlaub nutzen, zum Beispiel bei der bevorstehenden Digitalen Woche in Kiel. Besonders an die kleinen und mittleren Unternehmen, die die Wirtschaftsstruktur im Land prägen und keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen haben, appellierte Buchholz: «Nehmt das Thema Digitalisierung ernst!». Dies gelte auch für die Weiter- und Fortbildung der Mitarbeiter. Das Land helfe mit dem forcierten Ausbau des Glasfasernetzes und beratend mit dem neuen Mittelstandszentrum 4.0. Es erstatte auch 50 Prozent der Weiterbildungskosten.

Zum download der Studie geht es: hier

Und so berichtet NDR online

Buchholz und Brackmann heute Abend beim Maritimen Sommertreff 2018

Maritim

Im Traditionshotel Kieler Yachtclub dreht sich heute Abend alles um das Thema Meer, Schifffahrt, Schiffbau, Forschung und vieles mehr. Zum achten Mal treffen sich auf Einladung der Unternehmensberatung Schümann über 400 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden.

Mit mehr als 1.800 Unternehmen, etwa 45.000 Beschäftigten und einem jährlichen Umsatz von rund 9,2 Milliarden Euro ist die maritime Wirtschaft ein zentrales Zugpferd der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

LivestreamNeben Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP) wird der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), eine Rede halten.

Dazu ist ab ca. 19.30 Uhr ein Livestream auf www.facebook.com/Wirtschaftsministerium.aktuell geplant.

Paketdienst DPD will bei Kiel mittelfristig 300 Arbeitsplätze schaffen

Abholung

Der Paketdienstleister DPD will in einem geplanten Paketzentrum in Melsdorf bei Kiel mittelfristig 300 Arbeitsplätze schaffen. «Im Norden Deutschlands wird unser neues Paketsortierzentrum schon sehr bald einer unserer wichtigsten Knotenpunkte sein», sagte DPD-Manager Thomas Ohnhaus heute anlässlich eines symbolischen Spatenstichs für das Projekt. Das Unternehmen investiert eigenen Angaben zufolge rund 23 Millionen Euro. Das Paketzentrum soll im Sommer 2019 seinen Betrieb aufnehmen.

In Melsdorf sollen künftig rund 40 000 Pakete pro Tag umgeschlagen werden. Bis zu 160 Zustellfahrzeuge sind dann nach Unternehmensangaben täglich in der Region unterwegs. Der Neubau ersetzt das bisherige Depot in Schleswig und soll die benachbarten Standorte in Osterrönfeld, Lübeck und Norderstedt entlasten.

Trotz Plus im Nahrungsmittelsektor schwächelt im ersten Halbjahr der Industrie-Umsatz

Der Gesamtumsatz der größeren Industriebetriebe in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 16,2 Milliarden Euro gesunken. Nach Angaben des Statistikamtes Nord  ist der Rückgang unter anderem auf die Abrechnung von Großaufträgen im Vorjahr zurückzuführen. Der Inlandsabsatz der 559 Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten sank in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um fünf Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Die Auslandsnachfrage ging um ein Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zurück.

Nach Einschätzung von Buchholz geht die Delle vor allem auf die teils sehr schwierige Situation im Windenergieanlagenbau zurück. „Ich bin aber zuversichtlich, dass die Branche wieder rasch an Boden gewinnen wird“, so der Minister. Erfreulich sei aus seiner Sicht, dass die Exporte in Länder außerhalb der Eurozone um drei Prozent zulegten, während der Absatz in Euro-Länder um sieben Prozent fiel. Die Exportquote betrug 43 Prozent und liegt damit knapp über dem Vorjahr.

Die höchsten Umsätze erzielten die Betriebe zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit einem Plus von drei Prozent auf 2,6 Milliarden Euro und der Maschinenbau mit 2,4 Milliarden Euro (minus 13 Prozent). Es folgte die Mineralölverarbeitung mit einem Zuwachs von drei Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Den Zuwachs in der Nahrungsmittelbranche führt Buchholz vor allem auf einen Anstieg im Bereich von Großschlachtereien und der Fdleischverarbeitung insgesamt zurück.

Im Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres arbeiteten im nördlichsten Bundesland gut 108 500 Menschen in den genannten Industriebetrieben. Das ist ein Zuwachs von zwei Prozent zum gleichen  Vorjahreszeitraum. Das Arbeitsvolumen sank geringfügig.

Nach der Katastrophe von Genua: Ein paar Fakten zu unseren weit über 2500 Brücken im Land

Brückenprüfung „handnah“: Unsere LBV.SH-Trupps bei einer Kontrolle des Stahlkörpers der Rader Hochbrücke

Die schockierenden Bilder von der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua mit über 30 Toten und vielen Schwerverletzten werfen aktuell bei den Medien, aber auch bei vielen Autofahrerinnen und Autofahrern die Frage auf: Kann das auch bei uns passieren?

Die Antwort lautet: Niemand verfügt über absolute Gewissheiten. Aber es ist extrem unwahrscheinlich.

Dazu ein paar Fakten: Für alle Bauwerke, insbesondere Brücken, gelten seit Jahrzehnten in Deutschland strenge Regeln. Angefangen von der weltweit als Qualitätsmaßstab geltenden Deutschen Industrienorm (DIN) bis hin zu Regelwerken für Wartung und Kontrolle, die für ein einzelnes Bauwerk oft mehrere hundert Seiten und Checklisten umfassen.

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LBV.SH-Brückenexperte Kötter

Der beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) zuständige Hochbau-Ingenieur Burkhard Kötter sagt: „Jede unserer rund 2.500 Brücken, die sich in der Obhut des LBV.SH befinden, sind individuell für ihren Standort geplant worden. Beginnend mit dem Untergrund, auf dem die Brücke steht bis zum so genannten Oberbau, auf dem die Fahrzeuge fahren.“ Dabei stelle ein Unwetter, wie es in Genuar zur Zeit des Unglücks herrschte, grundsätzlich kein Risiko dar – die Sperrungen – beispielsweise für die berühmten ,leeren Lkw und Wohnwagengespanne‘ – werden allein aus Gründen des Unfallschutzes für die Autofahrer angeordnet.

Auch Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz hält einen Vorfall wie in Italien für extrem unwahrscheinschlich.

Er sagt (Audio starten – „im Browser anhören“)

Nach den Worten von Kötter werden alle Bauwerke des LBV.SH nach der DIN 1076 („Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen – Überwachung und Prüfung“) geprüft. Hiernach wird alle sechs Jahre  eine so genante „Hauptprüfung“ durchgeführt, bei der die komplette Brücke „handnah“ geprüft wird, also wirklich jeder Winkel beschaut und abgeklopft wird.

Drei Jahre nach einer „Hauptprüfung“ findet dann eine so genannte „einfache Prüfung“ statt. Sowohl die „Hauptprüfung“ als auch die „Einfache Prüfung“ erfolgt durch die LBV.SH-eigenen Bauwerksprüftrupps. Zusätzlich erfolgen ständig „laufende Beobachtungen“ durch die Straßenmeistereien im Lande.

Unter den 2506 Straßenbrücken, für die der LBV.SH zuständig ist, befindet sich aktuell nur eine in einem «ungenügendem Zustand». Dabei handelt es sich um die «Eiderbrücke Pahlen». Diese Klappbrücke wird aktuell gerade saniert. Allerdings: die Klassifizierung «ungenügender Zustand» bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Standsicherheit gefährdet ist. Schon ein leicht beschädigtes Brückengeländer kann dazu führen, dass eine Brücke in der Bewertung von der Zustandsnote 2 auf die Note 4 absinkt.

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In «nicht ausreichendem Zustand» sind in Schleswig-Holstein 74 Brücken. Das heißt, es müssen «in näherer Zukunft» Instandsetzungsmaßnahmen erfolgen. Alle anderen Straßenbrücken sind in «sehr gutem» bis «ausreichendem» Zustand. Für 26 Brückenmaßnahmen sind im laufenden Jahr insgesamt 37 Millionen Euro von Bund, Land und Kreisen aufzubringen.

Besonders besorgte Blicke werden derzeit auf die „Rader Hochbrücke“ gerichtet, die 2013 für einige Monate für den schweren Lkw-Verkehr gesperrt und notsaniert werden musste. Damals hatten die Prüf-Trupps bei einer Hauptuntersuchungen Hohlstellen in den Betonköpfen festgestellt, die den stählernen Überbau der Brücke tragen.

Sanierungsarbeiten an der Rader Hochbrücke
Sanierung eines Beton-Brückenkopfs der Rader Hochbrücke im Jahr 2013

Die 1972 nach nur zwei Jahren Bauzeit rechtzeitig vor den Olympischen Spielen fertiggestellte Hochbrücke darf wegen ihres Zustandes trotz Sanierung nicht mehr voll belastet werden. Um die Brücke zu schonen, dürfen Autos nur 80 Stundenkilometer fahren, Lastwagen nur maximal 60 km/h. Das Tempolimit wird mit Blitzern überwacht. Nach den Worten von Kötter und Minister Buchholz besonders wichtig: Ein Lkw-Abstandsgebot soll verhindern, dass der Stahlkörper der Brücke unnötigen Schwingungen ausgesetzt ist, die das Material besonders stark beanspruchen. Über die Hochbrücke fahren in Spitzenzeiten über 50.000 Fahrzeuge täglich.

Die vierspurige Rader Hochbrücke kann nach den Berechnungen der Statiker mindestens noch acht Jahre – also bis 2026 genutzt werden. Bis dahin soll die erste von zwei geplanten Ersatzbrücken fertig sein. Aktuell nimmt die Projektgesellschaft DEGES auf der Hochbrücke bereits Vermessungen für den Ersatz-Neubau vor.

Bei der Rader Hochbrücke erfolgt nach den Worten von Kötter anstelle  der „Einfachen Prüfung“ ebenfalls eine „Hauptprüfung“, so dass das Bauwerk alle drei Jahre einem umfassenden Check unterzogen wird. Zusätzlich werden halbjährliche Sonderprüfungen vorgenommen.

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So könnten die neuen Zwillingsbrücken bei Rade künftig einmal aussehen

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Buchholz empfängt Bürgermeister und Fraktionschefs aus Wedel zum Thema B 431

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Diskussionsrunde im Verkehrsministerium: Minister Buchholz (rechte Seite, Mitte) mit Verwaltungsmitarbeitern, Vertretern des LBV-SH und Kommunalpolitikern aus Wedel.

Kaum ein Thema beschäftigt die Kommunalpolitiker in Wedel im Kreis Pinneberg so lange wie die gewünschte Umfahrung des Ortes. Nachdem lange Zeit eine vom Bund akzeptierte südliche Umfahrung der Altstadt von Wedel im Gespräch war, wird inzwischen eine nördliche Variante favorisiert – allerdings ist fraglich, in welchem Ausmaß dies die Gemeinde finanziell am Ende belasten wird.

Darüber sprachen am Nachmittag Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Wedels Bürgermeister Niels Schmidt mit den Fraktionsspitzen von CDU, SPD, Grünen, Linke, FDP und WSI. Buchholz machte unter anderem noch einmal deutlich, dass das Projekt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen wurde und der Nutzen-Kosten-Faktor bei Gesamtkosten von rund 28 Millionen Euro deutlich über 10 liege. Grund für den hohen Wert seien die positiven Veränderungen der Betriebskosten im Personen- und Güterverkehr sowie die  Veränderungen der Reisezeiten im Personenverkehr.

Ziel des Gesprächs war vor allem, alle Teilnehmer aus der Verwaltung und der Kommunalpolitik der Stadt Wedel auf denselben Informationsstand zu bringen und die weiteren Verfahrensschritte zu klären. Buchholz hob dabei unter anderem hervor, dass die Realisierung der Ortsumfahrung Wedel nicht an Mangel von Bundesmitteln scheitern werde. Dies sei in der Vergangenheit anders gewesen. Das Vorhaben bedürfe jedoch eines klaren kommunalpolitischen Willens, um die Anmeldung für den  Bundesverkehrswegeplan auch umzusetzen  – und zwar als Neu- und Ausbau einer Bundesstraße. Ein entsprechender städtischer Beschluss wäre für den Start sehr hilfreich, so Buchholz.

Das Ministerium werde parallel dazu die Finanzierung mit dem Bund klären, da bei der Anmeldung des Projektes für den Bundesverkehrswegeplan noch eine Eigenbeteiligung der Stadt vorgesehen war. Einen Engpass bildet nach den Worten des Ministers nach wie vor das Planungspersonal beim LBV.SH.

Um das aus verschiedenen Teilabschnitten bestehende Projekt schneller auf den Weg zu bringen, schlug Buchholz eine kommunale Planung und Umsetzung des Projekts vor. Auch für diesen Schritt bedarf es eines Beschlusses der städtischen Gremien. Das Land würde diese Kosten zu  10 Prozent erstatten.

Buchholz und Schmidt zogen nach dem Treffen folgendes Fazit:

Sämtliche Dalben im Nord-Ostsee-Kanal sind wieder in Schuss

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Nach dem Abtrennen des obersten Teils (links im Bild) lässt die Kanalverwaltung die Holzpfähle der alten Dalbenbündel einzeln ziehen. Im Hintergrund einer der neuen Stahldalben.  Foto: WSA Holtenau Maier

Der Austausch sämtlicher Dalben in den Weichen des Nord-Ostsee-Kanals ist abgeschlossen. Die letzten Rammschläge in den Weichen Breiholz und Oldenbüttel seien erledigt, teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) heute mit. Der Bund habe insgesamt 50 Millionen Euro in sichere Schiffsbegegnungen investiert. Im Kanal gibt es zwölf Ausweichstellen, in denen sich auch die größten Schiffe begegnen können. Hier ist der Kanal deutlich breiter als in der Strecke, so dass dort entgegenkommende Schiffe abgewartet und langsame Schiffe oder Schleppverbände überholt werden können.

An den Dalbenreihen in den Weichen können wartende Schiffe sicher anlegen. Seit Oktober 2017 wurden in vier Weichen der westlichen Kanalstrecke (Brunsbüttel Nord, Kudensee, Oldenbüttel und Breiholz) rund 220 Holzdalbenbündel gegen 176 neue Stahldalben getauscht. Das kostete 13 Millionen Euro. Zuvor waren die Dalben auf der Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel-Holtenau sowie in den weiteren Weichen der Weststrecke ausgewechselt worden.

Die neuen Dalben bestehen aus bis zu 30 Meter langen Stahlrohren. Sie wiegen jeweils 25 Tonnen und haben oben einen drehbaren Aufsatz. «In den bereits umgerüsteten Weichen hat sich gezeigt, dass die neuen Dalben mit diesem Fenderaufsatz erheblich höhere Belastungen aushalten», sagte Projektleiterin Sabine Zebermann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau. «Wir verzeichnen deutlich weniger Anfahr- und Reibeschäden.»

Zudem seien die Stahldalben unempfindlich gegenüber Bohrmuscheln, die den alten Holzdalben zugesetzt und deren Standsicherheit gemindert hätten. Die Stahldalben seien auch leichter zu setzen als die zu Bündeln zusammengefassten Holzpfähle. Und die erwartete Nutzungsdauer sei mit 45 statt 15 Jahren deutlich länger. Die ersten neuen Dalben waren 2008 in der Weiche Groß-Nordsee sowie im Binnen- und Nordhafen Kiel gesetzt worden.

Buchholz begeistert im Kieler Wissenschaftspark: Eine Autobahn des „Know-how-Transfers“

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Buchholz, 2.v.l. mit Uni-Präsident Lutz Kipp (links), KiWi-Chef Werner Kässens, Harm Brandt vom „opencampus“, Sven Jahnke (KiWi), Pascal Sadaune vom Zentrum für Wissenschaftsmanagement und Dirk Cordes (KiWi)   Foto: KiWi

Manchmal kann eine Firmenpleite Initialzündung für etwas viel Größeres sein: Vor knapp 20 Jahren war der Niedergang der über 100 Jahre alten Kieler Traditionsfirma Hagenuk – einst Weltmarktführer bei schnurlosen Telefonen – nicht mehr aufzuhalten. Die Sorge vor einer acht Hektar große Industriebrache war allgegenwärtig. Dass sich die Hagenuk-Insolvenz im Nachhinein als Segen erwiesen hat, liegt an der unmittelbaren Nachbarschaft zur Landesuniversität. Auf dem Gelände entstand in den vergangen 15 Jahren der Wissenschaftspark Kiel , der heute über 100 Unternehmen mit 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Adresse gibt und über die Landesgrenzen hinweg als Denkfabrik für Zukunftsfragen und Innovationspotential gilt.

Wirtschaftsminister Buchholz stattete dem Park heute gemeinsam mit dem Chef der Kieler Universität, Prof. Lutz Kipp, sowie Vertretern der Kieler Wirtschaftsförderungsgesellschaft KiWi einen Besuch ab. Herz des gesamten Kieler Wissenschaftsparks ist das 2008 eröffnete Wissenschaftszentrum: ein Informationsdrehscheibe für Unternehmen und Hochschulen in Kiel, die zur Umsetzung ihrer Ideen Kooperationspartner und Excellenz suchen.

Buchholz sagte nach dem Treffen – Audio starten („im Browser anhören“)

„Gaffer-Zaun“ des LBV-SH besteht Feuertaufe – Buchholz & Conradt: Gute und richtige Investition

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Der vor knapp zwei Monaten vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein beschaffte mobile Sichtschutz-Zaun gegen Gaffer hat seine Feuertaufe bestanden: Wie die Autobahnpolizei Bad Oldesloe jetzt in einem Bericht an den LBV-SH bilanzierte, sei der Zaun erstmals vor zehn Tagen erfolgreich bei dem schweren Lkw-Unfall auf der A 1 bei Stapelfeld eingesetzt worden. „Wir waren vor allem begeistert, dass sich der Zaun tatsächlich innerhalb von nicht einmal zehn Minuten aufbauen ließ“,  sagt einer der zuständigen Beamten.

Ausschnitt aus einem Bericht der „Lübecker Nachrichten“

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Bei dem Unfall war am Morgen des 30. Juli auf der A 1 Richtung Norden ein Lkw verunglückt, der Fahrer über mehrere Stunden eingeklemmt, die Ladung über die Autobahn verstreut. Der Verkehr auf der linken Fahrspur war nach Angaben der Autobahnpolizei immer wieder ins Stocken geraten, weil Autofahrer die Unfallstelle filmten oder einfach nur gucken wollten. Auf der Gegenfahrbahn war es dadurch sogar zu einem Auffahrunfall gekommen. Nachdem der Einsatzort nicht mehr einsehbar war, sei auch der Verkehr flüssiger gelaufen und die Retter wurden nicht länger durch hupende oder stark abbremsende Fahrzeuge behindert.

Zaun1Verkehrsminister Buchholz und LBV-SH-Chef Conradt zeigten sich zufrieden: Damit habe sich schon nach wenigen Tagen gezeigt, dass die Entscheidung zur Anschaffung des 40 Meter langen und rund 85.000 Euro teuren Zauns richtig gewesen sei.

Buchholz appellierte dennoch erneut an die Vernunft der Autofahrer und sagte: (Audio starten – „im Browser anhören)

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus