Der Krise zum Trotz: Madsen erfreut über herbst-Belebung am SH-Arbeitsmarkt

Fachkräfte bleiben auch in Zukunft gefragt – nicht nur im Norden, wie hier in der Energiewirtschaft

Ökonomischen Klippen wie Energiekosten, Rekord-Inflation oder Lieferengpässen zum Trotz: Die Aussichten für den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt bleiben positiv. „Die jüngste Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung lässt bei aller Unsicherheit auch für Schleswig-Holstein in diesem und im kommenden Jahr steigende Beschäftigung erwarten“, kommentierte Arbeits- und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen die heute (30. September) vorgelegten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach hat die saisontypische Herbstbelebung begonnen. So sank die Zahl der Arbeitslosen im September im Vergleich zum Vormonat um 4,1 Prozent (- 3.502 Arbeitslose), im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie um 0,2 Prozent (-198) auf gegenwärtig 81.699 Menschen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,2 Prozent.

Wie der Minister weiter sagte, seien die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro und die Verlängerung des auf sieben Prozent reduzierten Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie bis Ende 2023 wichtige Signale an Beschäftigte und Unternehmen. „Unser Land hat starke Branchen, etwa den Gesundheits- und Pflegebereich, die einen enormen Bedarf an Fachkräften haben und somit krisenfeste Arbeitsplätze bieten“, so Madsen. Insgesamt seien mehr als ein Drittel aller Beschäftigten in den Branchen Gesundheitswesen, Sozialwesen und Pflegeheime, Erziehung und Unterricht, öffentliche Verwaltung und im Dienstleistungsbereich tätig.

Mit Blick auf die von der Bundesregierung verkündete Gas- und Strompreisbremse sagte Madsen: „Wir werden als Landesregierung bei der Ausgestaltung der konkreten Entlastungen genau darauf achten, dass unsere Wirtschaft und der Arbeitsmarkt bestmöglich geschützt und gestützt werden.“ Neben einem Deckel für den Gas- und Strompreis setze man zudem auf das Instrument der Kurzarbeit, um mögliche Produktions-Drosselungen ohne gleichzeitige Entlassungen von Beschäftigten zu ermöglichen.

Nach Wehrtechnik-Gipfel: Abgeordnete im Landtag einig über die Bedeutung der Branche

Über 30 Vertreter der Wehrtechnik trafen sich am 5. September im Wirtschaftsministerium, um über die Probleme ihrer Branche zu reden

Mit ihren über 7.000 hochwertigen Arbeitsplätzen spielt die wehrtechnische Industrie für Schleswig-Holstein eine wichtige Rolle – darüber bestand heute im Landtag Einigkeit. Im Wirtschaftsausschuss soll nun aber noch einmal darüber gesprochen werden, ob Wehrtechnik auch als sozial nachhaltig eingestuft werden kann. Damit wird sich die Europäische Union in einigen Jahren beschäftigen.

Ein entsprechender Vorstoß der FDP stieß auf ein geteiltes Echo. Hintergrund: Nach dem Wehrtechnik-Gipfel des Wirtschaftsministeriums vor knapp vier Wochen hatte Staatssekretärin Julia Carstens in einem Interview angeregt, mit dem Bund über die Einstufung der Wehrtechnik in die nachhaltige Kategorie zu reden. Damit könnten der Branche im Lichte der veränderten Sicherheitslage in Europa kapitalintensive Finanzierungen erleichtert werden.

Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sagte dazu im Landtag – Video starten…

Der FDP-Abgeordnete Bernd Buchholz hatte in seinem Antrag gewarnt, dass Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden, wenn diese Einstufung nicht erfolge. Die schwarz-grüne Regierungskoalition will zunächst eine „weitergefasste Strategie mit dem Ziel der Stärkung der wehrtechnischen Industrie“ erarbeiten und dazu eine Anhörung im Fachausschuss vornehmen. Zwar sei die Branche „überlebenswichtig“, das Thema Taxonomie spiele aber in der zuständigen EU zurzeit keine Rolle, so der Tenor.

Landtag kämpft geschlossen für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

In dieser Frage war sich der Landtag heute geschlossen einig: : Beim Ausbau und der Instandhaltung des Nord-Ostsee-Kanals darf nicht gespart werden. Zwei ähnlich lautende Anträge von CDU und Grünen sowie von der SPD betonen die „herausragende wirtschaftlichen Bedeutung“ des Kanals und den Erhalt der „Arbeitsplätze in der maritimen Wirtschaft“. In dem Papier der Koalition wird beklagt, dass Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) im nächsten Jahr die Mittel für Baumaßnahmen um circa ein Drittel von heute 909 auf 594 Millionen Euro kürzen wolle.

Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen fordert ein Festhalten des Bundes an den Ausbauplänen für den Nord-Ostsee-Kanal. Weitere Verzögerungen seien angesichts des volkswirtschaftlichen Nutzens der künstlichen Wasserstraße nicht hinnehmbar, warnte Maden und sagte weiter – Video starten…

Madsen zur 9-Euro-Debatte: „Als würden wir Kinotickets verkaufen – ohne ein Kino zu haben“

Ein Ausbau der Bahn- und Buslinien im Norden ist für Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) wichtiger als eine Nachfolgeregelung für das 9-Euro-Ticket. «An erster Stelle brauchen wir Infrastruktur», sagte Madsen heute im Landtag. Notwendig sei in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein ein vernünftiges Angebot. «Stellen Sie sich vor, wir verkaufen Kinotickets und haben gar kein Kino.» An erster Stelle stehe der Ausbau, dann Hilfe für Energiekosten und danach ein mögliches Nachfolgeticket.

Hier die Landtagsrede des Ministers in voller Länge:

Madsen verwies auf die Gefühlslage von Menschen in Kommunen ohne vernünftiges Nahverkehrsangebot, wenn auf Bundes- und Landesebene über ein preiswertes Angebot diskutiert werde. «Ich glaube, da fühle ich mich ein stückweit verhöhnt und das sollten wir vermeiden.» Der Bund müsse die Regionalisierungsmittel deutlich erhöhen. Bereits jetzt fehle auf Landesebene ohne weiteren Ausbau fast eine Milliarde Euro.

Madsen appelliert: Sicherer unterwegs dank Gratis-Lichttest des Kfz-Gewerbes

Kfz-Gewerbeverbandschef Jan-Nikolas Sontag (rechts) bei der diesjährigen Auftakt-Veranstaltung zum Lichttest im Autohaus Süverkrüp in Kiel

Achtung – die dunkle Jahreszeit beginnt – und damit das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Darum startet das Kfz-Gewerbe in Zusammenarbeit mit der Landesverkehrswacht in diesen Tagen die Gratis-Aktion „Lichttest 2022“. Schirmherr ist Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Und der sagt: «Das A & O für eine sichere Fahrt ist und bleibt, zu sehen und gesehen zu werden. Darum appelliere ich an alle Verkehrsteilnehmenden, von diesem Angebot der Kfz-Meisterwerkstätten Gebrauch zu machen.»

Wie notwendig die mittlerweile 66. Aktion ist, zeigen nach den Worten von Kfz-Verbandsgeschäftsführer Jan-Nikolas Sontag die Zahlen des letzten Jahres: «Die Mängelquote bei Pkw betrug knapp 28 Prozent. Wenn man diesen Wert hochrechnet auf den Gesamtbestand der Autos in Deutschland, dann war die Beleuchtung an über 14 Millionen Pkw defekt. Bei den überprüften Nutzfahrzeugen wies die Mängelstatistik sogar einen Wert von 32 Prozent auf.»

Die Vorgaben der EU und die StVZO geben genau vor, was beim Licht-Test zu prüfen ist. Insgeamt neun Beleuchtungspunkte werden am Pkw auf Funktion und Einstellung kontrolliert: Fern- und Abblendlicht, Nebel-, Such-, Arbeits- und andere Zusatzscheinwerfer/-leuchten, Tagfahrlicht und Abbiegescheinwerfer, Rückfahrscheinwerfer, Begrenzungs- und Parkleuchten, Bremsleuchten, Schlussleuchten, Warnblinkanlage, Fahrtrichtungsanzeiger und die Nebelschlussleuchte. Geprüfte Fahrzeuge, die den Licht-Test bestanden haben, werden mit einer Prüfplakette an die Windschutzscheibe ausgestattet. Autofahrer, die mit der aktuellen Plakette unterwegs sind, kommen oft schneller durch eine Verkehrskontrolle.

 „Das Verkehrsministerium ist sehr dankbar für das Engagement der Kfz-Betriebe. Sie machen deutlich, wie wichtig es für Autofahrerinnen oder Autofahrer ist, dem einwandfreien technischen Zustand ihres Fahrzeugs besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Scheinwerfer und Leuchten sind elementar für die Sicherheit im Straßenverkehr. Der Licht-Test ist deshalb ein Check, der Leben retten kann.“

Neue Vossloh-Eigentümer nutzen „Innotrans“ für Stipvisite bei Vossloh und Madsen

Madsen (rechts) im Gespräch mit der CRRC-Delegation und Vossloh-Geschäftsführer Bernd Hoppe (4. v.r.)

Vor knapp drei Jahren gelang dem chinesischen Bahn-Staatskonzern CRRC ein kleiner Coup: Das Unternehmen mit Sitz in Zhuzhou in der Provinz Hunan übernahm den Kieler Lok-Hersteller Vossloh. Seither läuft es für „Vossloh Rolling Stock“ stabil und für die Chinesen geht’s im europäischen Bahn-Geschäft Zug um Zug in kleinen, aber steten Schritten vorwärts. „Wir bemühen uns nicht um große Stückzahlen, das ist bei staatlichen Aufträgen in Europa kompliziert“, sagt denn auch Generalmanager Chen Qiang. Doch welche Präsenz der Konzern inzwischen in Deutschland hat, war nicht zuletzt vergangene Woche auf der Innotrans-Messe in Berlin zu besichtigen.

Vossloh präsentierte sich dort das erste Mal seit der Übernahme durch den Mutterkonzern CRRC ZELC dem Fachpublikum. Eine CRRC-Delegation samt Top-Management nutzte die Gelegenheit zu einem Abstecher nach Kiel, um ihr Werk zu besichtigen – und stattete zugleich Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen einen Kennlern-Besuch im Ministerium ab.

«Auf diese Weise konnte ich nicht nur einen ersten Eindruck von der Geschäftsführung von Vossloh Locomotives vor Ort gewinnen, sondern bekam auch ein kleines Resümee der ersten zwei Jahre nach der Übernahme und eine Erläuterung der Strategie für die nächsten Jahre», sagte Madsen.

Die „Innotrans“ war in diesem Jahr zugleich die Gelegenheit für den Schweizer Stadler-Konzern, die künftigen schleswig-holsteinischen Nahverkehrszüge vom Typ „FLIRT AKKU“ zu präsentieren.

Madsen kämpft bei Ministerkonferenz für Preisdeckel und einheitliche Hilfs-Abwicklung

Madsen bei der Video-Wirtschaftsminister-Sonderkonferenz

Angesichts drohender Existenzprobleme von Unternehmen infolge der Energiekrise hat Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute bei einer von ihm angeregten Sonderkonferenz der Wirtschaftsminister einen bundesweiten Energiepreisdeckel gefordert. «Die Lage ist nicht nur in der Industrie dramatisch, sondern auch in Mittelstand und Handwerk», sagte er nach der Videokonferenz, an der auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck teilgenommen hatte. Habeck hatte zuvor öffentlich über massive Überlastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seines Hauses geklagt und Fälle von Burnout und anderen Erkrankungen geschildert. Aus Sicht von Madsen komme es dennoch darauf an, dass die Bundesregierung «am Anfang der Kette interveniere» und die Preise für Gas und Strom auf ein «gerade noch erträgliches Niveau für Verbraucher und Betriebe» hebe.

Der einfachste Weg dazu ist aus Sicht von Madsen, dass der Bund zunächst eine Gasgrundmenge pro Haushalt und Unternehmen definiere, die 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs entspreche. «Den Energieversorgern wird dann ein gedeckelter Preis vorgegeben, den sie von Endverbrauchern maximal fordern dürfen. «Die Differenz zum Einkaufspreis wird so bei den Versorgern kompensiert, nicht bei den Endverbrauchern», sagte der Minister. Dann gäbe es nicht Millionen Antragsteller, sondern nur ein paar Hundert kommunale Energieversorgungsunternehmen. Die Gegenfinanzierung müsse solidarisch über einen Langfrist-Fonds – ähnlich wie bei der Deutschen Einheit – getragen werden. Der entsprechende Antrag, der auch von Hamburg und Sachsen gestellt wurde, ging mit zwei Enthaltungen durch.

Mit Blick auf die Abwicklung des vom Bund angekündigten Zuschuss-Programms sagte Madsen: «Nur schnelle Hilfe ist gute Hilfe.» Dazu stehe aber im Widerspruch, dass der Bund den Ländern die administrative Abwicklung der Hilfen aufbürde. «Wir können nach über zwei Jahren Abwicklung von Corona-Hilfen nicht erneut die Abwicklungskosten für ein Bundesprogramm tragen, für das der Bund mit Antragszahlen in Millionenhöhe rechnet», so Madsen. Bereits die Umsetzung der Corona-Hilfen mit 16 verschiedenen Landeshaushaltsordnungen und Prüfschemata habe eindeutig gezeigt, dass es besser gewesen wäre, die Umsetzung in einer zentralen Bewilligungsstelle zu konzentrieren.

Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte unterdessen «schnelle Hilfe» und vor allem einen fairen Lastenausgleich zwischen Bund und Ländern bei den geplanten Hilfen in der Energiepreiskrise. Mit Blick auf die anstehende Ministerpräsidentenkonferenz sagte er: «Der Bund ist gefordert, am Mittwoch endlich Klarheit zu schaffen, um den Bürgerinnen und Bürgern, um den Unternehmen in unserem Land die Existenzängste zu nehmen und echte Entlastungen und echte Perspektiven zu bieten.» Den Menschen sei die Frage der Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern «relativ egal». Sie wollten schnelle Lösungen.

Notwendig sind nach Ansicht von Günther zudem substanzielle Hilfen für das untere Einkommensdrittel. «Der Bund muss dafür sorgen, dass nicht nur die energieintensiven Unternehmen schnell und unbürokratisch an Hilfen kommen, sondern der gesamte Mittelstand entlastet wird.»  Zudem bräuchten die kommunalen Energieversorger einen Schutzschirm, damit es nicht zu Liquiditätsengpässen komme.

Die Wirtschaftsministerkonferenz hatte heute außerdem einstimmig beschlossen, dass der Bund die Kosten für die Abwicklung des Energiekostendämpfungsprogramms auch für solche Unternehmen bereitstellt, die nicht in die Kategorie der energie- und handelsintensiven Unternehmen fallen (so genannte KUEBLL-Liste). Außerdem solle die Umsetzung eines solchen Programms in einer zentralen Bewilligungsstelle konzentriert werden. Damit könnten Reibungsverluste vermieden werden, die bei der Umsetzung der Corona-Hilfen durch die Länder unter Beachtung 16 verschiedener Landeshaushaltsordnungen und Prüfschemata offenbar wurden. «Durch Umsetzung eines solchen Programms in einer zentralen Bewilligungsstelle wäre sicherstellt, dass hierdurch die Hilfen schnell und reibungslos gewährt werden», so Madsen.

Einig waren sich die Länder-Ressortchefs gegen den Willen und Rat von Habeck auch darin, dass der Aufbau einer von den Ländern unabhängigen Struktur eine Gefährdung des Abwicklungsprozesses bei den Corona-Hilfsprogrammen vermeiden könnte. «Dementsprechend erwarten wir vom Bund eine Klärung der Frage, ob diese Funktion beispielsweise das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die KfW, das Bundesverwaltungsamt oder auch – nach Ausschreibung im Wettbewerb – durch Dritte wahrgenommen werden kann», so Madsen. Der Bund solle ebenfalls prüfen, ob eine Auszahlung der Energiekostendämpfungs-Hilfen über die Finanzverwaltung ermöglicht werden könne.

Minister Madsen begeistert vom Preis für Existenzgründer der „Lübecker Nachrichten“

Existenzgründerpreis 2022

Das feierliche Dutzend ist voll: Zum 12. Mal vergaben die „Lübecker Nachrichten“ (LN) heute Abend in Lübeck-Travemünde unter Schirmherrschaft des Wirtschaftsministers Preise an mutige Gründerinnen und Gründer aus der Region.

Madsen bei der Preisverleihung mit Moderator und LN-Redakteur Lars Fetköter

Ausgelobt wurde im Rahmen einer Gala im Travemünder Hotel Slow Down neben dem Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft auch der jährliche „Innovations- und Mutmacher-Preis“. Der mit 5.000 Euro dotierte Existenzgründerpreis geht in diesem Jahr an die Firma „Lisbeth Lose“ der Gründerinnen Jacqueline und Stefanie Dietz. Ihre Geschäftsidee: Ein umweltbewusster Markteinkauf, ganz ohne Plastik. „Lisbeth Lose“ ist ein Unverpackt-Laden in Marktwagen-Format, der verschiedene Wochenmärkte in der Region besucht.

Ausgezeichnet: Stefanie (links, 38) und Jacqueline Dietz (32)

Sämtliche Waren können ohne zusätzliche Plastikverpackung in selbst mitgebrachte Gefäße gefüllt werden. Das Sortiment umfasst eine umfangreiche Auswahl an Bio-Lebensmitteln sowie einige plastikfreie Drogerie- und Naturkosmetik-Produkte.

Den Innovations- und Mutpreis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, holte sich die Lübecker Firma mobOx. Alle Gewinner erhalten zudem ein Medien-Paket im Wert von rund 2.000 Euro

MobOx: Till Böhme (28, links) und Benjamin Kern (33, rechts)

Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zollte den Gewinner-Teams, aber auch allen anderen Bewerberinnen und Bewerbern im Gespräch mit LN-Redakteur Lars Fetköter seinen Respekt: „Durch ebenso mutige wie tatkräftige Ideengeber wie Sie entstehen nicht nur hochwertige Arbeitsplätze, sondern auch Impulse und Vorbilder für den gesamten Mittelstand“, sagte Madsen.

Der Minister zeigte sich nicht nur vom Veranstaltungsort in Travemünde begeistert, sondern auch von den Gründern selbst. „Ich treffe als Wirtschaftsminister ja viele gestandene Unternehmer“, sagte Madsen. „Aber die Start-ups haben dieses Weltretter-Syndrom, nach dem Motto ,Mein Produkt rettet die Welt’. Das liebe ich, diesen Ehrgeiz.“

Madsen dankte auch dem Verlag der Lübecker Nachrichten, der Madsack-Gruppe, für die Initiative zu dem Preis und zu der mehrjährigen Ausdauer. „Sie richten hier in ebenso aufwändiger wie liebevoller Weise den Lichtkegel auf Betriebe, die damit eine deutlich verbesserte Start-Voraussetzung haben als ohne diese öffentliche Bühne. Weiter so“, sagte Madsen.

Den Preis schreiben die LN gemeinsam mit der Kaufmannschaft zu Lübeck, der IHK zu Lübeck und dem Technikzentrum Lübeck aus. Er richtet sich an Firmen, die in den letzten vier Jahren in Lübeck, in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Segeberg, Ostholstein oder Nordwestmecklenburg gegründet wurden. In diesem Jahr hatten sich nach Angaben von LN-Chefredakteur Gerald Goetsch 33 Firmen beworben.

Hier der LN-Livestream zur Veranstaltung

https://fb.watch/fIn7JqtCno/

Innovationspreis-Gewinner Till Boehme wurde mit seinem „mobOx“-Team für ein mobiles Blutanalyselabor für den Rettungsdienst ausgezeichnet. Als kompaktes und leichtes Handheld ermöglicht mobOx die schnelle und zuverlässige Bestimmung wichtiger Blutparameter direkt am Einsatzort. „Es unterstützt den Rettungsdienst mit den notwendigen Informationen, um frühzeitig lebensrettende Entscheidungen für die Patienten treffen zu können“, sagt Boehme.

Die Jury der LN-Wirtschaftspreise setzt sich zusammen aus Persönlichkeiten der Wirtschaft und der Handwerkskammer sowie Vertretern der Preisstifter Kaufmannschaft zu Lübeck, IHK zu Lübeck, Technikzentrum Lübeck und Lübecker Nachrichten.

Tourismustag 2022: Minister Madsen über zwei Seiten einer glänzenden Goldmedaille

Der Tourismus im Norden steht gut da. Kämpft aber auch mit Problemen wie Fachkräftemangel, steigenden Energiepreisen sowie hier und dort mit schwindender Akzeptanz der Einheimischen. Aber was würde mit einem Urlaubsort passieren, wenn keine Gäste mehr kämen? Eine von vielen Fragen des diesjährigen IHK-Tourismustages.

Madsen vor rund 200 Branchenvertreterinnen und -vertretern im Deutschen Haus in Flensburg

Tourismusminister Claus Ruhe Madsen sieht Schleswig-Holsteins Tourismus nach den Coronajahren wieder auf einem guten Weg. Aber die Medaille habe zwei Seiten, die Entwicklung sei nicht überall gleich gut, sagte er heute vor über 200 Vertreterinnen und Vertretern der Branche in Flensburg auf dem Tourismustag Schleswig-Holstein. «Wir hatten Regionen, in denen sehr viel los war und Regionen, in denen etwas weniger war.» Unterkunftsformen wie Ferienwohnungen und Camping hätten sich schneller erholt als die Hotellerie. Zudem seien Gäste aus dem Ausland nach wie vor Mangelware. «Es muss uns gelingen, Menschen aus anderen Ländern zu überzeugen, hierher zu kommen.»

Nach den Corona-Einbrüchen von 2020 und 2021 erzielte der Tourismus in Schleswig-Holstein mit 15,2 Millionen Übernachtungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Rekord. Im Vergleich zum selben Zeitraum im Vor-Corona-Jahr 2019 gab es nach Angaben des Statistikamts Nord ein Plus von 4,4 Prozent. Der Norden war demnach das einzige Bundesland mit einem Zuwachs. 2013 waren es noch weniger als zehn Millionen Übernachtungen in diesem Zeitraum. Die Ankunftszahlen lagen aber noch unter dem Wert von 2019. Rund 96 Prozent der Gäste kamen aus dem Inland, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

Der Tourismus gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Schleswig-Holstein. 2019 erwirtschaftete die Branche rund 9,7 Milliarden Euro Jahresumsatz. Rund 160 000 Menschen sind direkt in der Branche beschäftigt, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen sagte. Dennoch: Der Tourismus sei auch in Schleswig-Holstein kein Selbstläufer. Die immens gestiegenen Energiekosten, die nicht einfach an die Kunden weitergegeben werden könnten, seien ein Thema, das die Branche aktuell beschäftige.

Am Randes des Tourismustages sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Als Dauerbrenner unter den Problemen nannte Ipsen den Fachkräftemangel. Dieser sei das größte Risiko aus Sicht der Unternehmer geworden. Während der Corona-Pandemie seien viele Mitarbeiter in andere Branchen abgewandert. Auch in der Politik werde gesehen, Schleswig-Holstein attraktiver zu machen für Fachkräfte aus anderen Regionen und Ländern.

Madsen sagte, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben sei ein Weg. Aber «es leben bereits viele Menschen mit Migrationshintergrund in diesem Land, um die wir uns kümmern müssen. Viele Frauen finden nicht zurück in den Beruf», sagte er. Zudem gebe es etliche Langzeitarbeitslose. Man könne aber nicht einfach sagen, wir hätten sie gerne in Arbeit. «Wir müssen uns mit denen beschäftigen. Wir müssen den Leuten unter den Arm greifen.»

Ein Thema, das vor allem seit den Coronasommern 2020 und 2021 in immer mehr Urlaubsregionen des Landes diskutiert wird, ist die Akzeptanz des Tourismus bei Einheimischen. Dem trägt auch die Tourismusstrategie 2030 Rechnung, die im April im Landtag verabschiedet wurde. Diese nimmt nicht mehr nur die Gästeperspektive ein, sondern berücksichtigt auch Bedürfnisse der Einheimischen und Beschäftigten.

Madsen verwies darauf, dass Tourismus auch Strukturen schaffe. Er habe das selbst erfahren, als seine Eltern mit ihm von Kopenhagen in einen kleinen Ort an der dänischen Nordseeküste gezogen seien. «Zwölf Menschen lebten da.» Aber im Sommer seien dort mehr als 1000 Menschen gewesen. «Und deswegen hatten wir einen kleinen Friseur, einen Supermarkt, sogar eine ganz kleine Tankstelle. Infrastruktur, die man doch niemals für zwölf Menschen machen würde.» Das sei das Argument, das in die Regionen gebracht werden müsse.

Corona sei auch eine Zeit, in der alle kurz inne gehalten hätten, aus dem Hamsterrad ausgestiegen seien, sagte Madsen. Aber wie wäre ein Ort, eine Küste, eine Insel langfristig, wenn keine Gäste kämen, nannte er als eine der Fragen: Hätten wir noch ein Museum, einen Zoologischen Garten oder anderes? «Hätten wir noch einen Job?»

Damit die Klimawende nicht am Knowhow scheitert: Land fördert Qualifizierungsprojekte

Klimawende braucht kluge Köpfe – deshalb fördert das Land die Entwicklung und Erprobung neuer Qualifizierungsmodule rund um Energie-Themen mit rund 1,2 Millionen Euro.

Marten Jensen (links) von OFFTEC mit Dr. Gisa Andresen von der Ärztekammer sowie Gerhard Möller (2.v.r) vom Berufsverband der Schornsteinfeger mit drei „Glücksbringern“

Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen übergab dazu heute in Kiel Förderbescheide an den Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks, die nordfriesische Firma OffTEC und die Ärztekammer Schleswig-Holstein. „Unser Land hat große Chancen vom Ausbau der Erneuerbaren Energien zu profitieren. Die Betriebe und ihre Beschäftigten müssen sich aber neuen Herausforderungen stellen. Dabei ist eine passgenaue Qualifizierung der Schlüssel zum Erfolg – für die Unternehmen, aber auch für das Gelingen der Energiewende“, so Madsen.

Gefördert werden Projekte, in denen Weiterbildungsmodule entwickelt und mit den Beschäftigten in der Praxis getestet und umgesetzt werden. Der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks aus Neumünster erhält dafür 632.000 Euro, die OffTEC GmbH aus Enge-Sande knapp 498.000 Euro und die Ärztekammer Schleswig-Holstein rund 76.000 Euro. Knapp zwei Drittel der Förderung stammen aus dem Landeshaushalt, der Rest aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Landesinnungsmeister Gerhard Möller (Mitte) mit Minister und Projektmanager Jonas Suhr

Mit Blick auf das Schornsteinfegerhandwerk erinnerte Madsen an die Herausforderungen in Zusammenhang mit der Abkehr von fossilen Brennstoffen hin zu regenerativen Energien (Dekarbonisierung). „Hier steht das Dienstleistungsangebot des Schornsteinfegerhandwerks vor riesigen Herausforderungen“, so der Minister. Das vom Land geförderte Projekt beschäftige sich daher mit der Konzeption und Erprobung von Schulungsmaßnahmen, die die Beschäftigten der Branche bei Neuerungen in Zusammenhang mit der Energiewende unterstützen.

Marten Jensen von OFFTEC mit dem Minister

Beim Projekt „RENES“ der Firma OffTEC werden neue Qualifizierungsmodule im Bereich elektrotechnischer und elektronischer Tätigkeiten entwickelt und erprobt, damit Mitarbeitende in den Bereichen Erneuerbare Energien spezielle Fachkenntnisse erlangen. „Davon versprechen wir uns, den Umbau der Wirtschaft auf umweltschonende Systeme und Verfahren voranzutreiben“, sagte Madsen. Zu den Themenschwerpunkten gehören Photovoltaik, Fahrzeugumrüstung und Elektromobilität.

Ärztekammer-Vizepräsidentin Gisa Andresen

Im Rahmen des Projekts „Qlima“ der Ärztekammer geht es um Qualifizierungsmodule für die nachhaltige ambulante Gesundheitseinrichtung. Dabei sollen Ärztinnen und Ärzte sowie anderes medizinisches Fachpersonal dazu befähigt werden, klimafreundliche Maßnahmen in ihren ambulanten Gesundheitseinrichtungen zu etablieren und Patienten zum Einfluss des Klimawandels auf die Gesundheit beraten.

Der Förderaufruf hatte sich an Bildungsträger beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen mit Sitz in Schleswig-Holstein gerichtet. „Alle drei ausgewählten Projekte haben uns besonders durch ihre inhaltliche Ausrichtung und den starken Praxisbezug überzeugt“, sagte Madsen. Weiter erklärte der Minister – Audio starten, Pfeil klicken…

Die Bescheidübergabe fand bei der Kieler Verkehrsgesellschaft mbH (KVG) in der jüngst fertiggestellten Werkstatthalle für E-Busse statt. Hier werden elektrisch- und hybridbetriebene Busse mit modernster Technik gewartet. Von den insgesamt gut 200 Bussen im Stadtgebiet Kiel sind mittlerweile bereits die Hälfte mit Elektromobilität ausgestattet. Die KVG ist auch an dem Projekt „RENES“ (Renewable Energy New Electric Skills) der Firma OffTEC GmbH beteiligt, bei dem auch der Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein als Kooperationspartner fungiert.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus