TA.SH setzt künftig verstärkt auf Auslandsmarketing und Tagungs-Tourismus

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Bunge & Buchholz beim TA.SH-Pressegespräch

Der Schleswig-Holstein Tourismus entwickelt sich seit einigen Jahren sehr positiv. 29,9 Millionen Übernachtungen zählte allein die Branche im Jahr 2017: „Mit diesem positiven Ergebnis stehen wir kurz davor, unser in der Tourismusstrategie 2025  verankertes Ziel von 30 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu erreichen“, freut sich Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, Dr. Bettina Bunge. Ein Strategieziel wurde bereits erreicht:  Der Bruttoumsatz des Schleswig-Holstein-Tourismus stieg im Jahr 2017 auf rund 9,5 Milliarden Euro. Ziel war es, bis 2025 den Bruttoumsatz um 30 Prozent auf 9 Milliarden Euro zu steigern (Basisjahr 2012 mit 6,9 Milliarden Euro).

Nicht auf den Erfolgen ausruhen – Herausforderungen annehmen

„Auch wenn wir stolz auf diese Zahlen sind, müssen wir schon jetzt die Herausforderung von morgen angehen“, mahnte der Minister. Sein Appell an die Unternehmer der Branche: „Jetzt ist die Zeit für Investitionen in die Modernisierung und Qualitätsverbesserung.“ Die Innenfinanzierungskraft sei nach den Zahlen des aktuellen Sparkassen-Tourismusbarometers von 16,3 Prozent im Jahr 2011 auf 20,3 Prozent im Jahr 2016 gestiegen, die Umsatzrendite im gleichen Zeitraum von 10,8 Prozent auf 16,7 Prozent.

Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die Stärkung des Binnenlandtourismus, des Radtourismus und den Ausbau der Angebote für barrierefreies Reisen sieht der Minister als weitere Aufgaben. Und für das Landesmarketing soll sukzessive jedes Jahr mehr Budget zur Verfügung gestellt werden, um Schleswig-Holstein noch bekannter zu machen.

Landesmarketing ausbauen, um neue Gästegruppen zu erreichen

„Damit der Schleswig-Holstein Tourismus als   Leitökonomie für unser Land nachhaltig erfolgreich bleibt, müssen wir unser Marketing intensivieren, neue Trends im Tourismus aufgreifen und  Menschen begeistern, die bis dato uns noch nicht kennen oder noch nicht attraktiv finden“, erklärte Dr. Bettina Bunge.

“Unsere Aufgabe ist es, gemeinsam mit den Tourismuspartnern im Land überregional anlassorientiertes Themenmarketing auf Basis der Stärken der Marke Schleswig-Holstein zu realisieren.” Akute Handlungsfelder sieht Bunge im Auslands-, Kongress- und Digitalmarketing.

Thema Auslandsgäste: Gerade einmal sieben Prozent der gewerblichen Übernachtungen wurden im Jahr 2017 durch ausländische Gäste ausgelöst. Als Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 18 Prozent. Hauptsächlich die dänischen Nachbarn besuchen Deutschlands echten Norden. Noch Potential sieht Bunge in Skandinavien insgesamt, in den deutschsprachigen Ländern und weiteren Nachbarländern. Folglich wird das Auslandsmarketing in den nächsten Jahren ausgebaut.

Das Informations- und Buchungsverhalten der Reisenden wird immer digitaler, darauf muss die Branche reagieren. Die TASH  bereitet ihr Informationsangebot so vor, dass es von künstlicher Intelligenz gelesen werden kann, nutzt vermehrt Videos und Social Media zur Marketingkommunikation und intensiviert ihre Online Kampagnen. Aktuelle Fragen von Open Data Nutzung bis Spracherkennung werden mit den Partnern im Land besprochen.

Auch beim Thema Geschäftsreisetourismus sieht Bunge große Chancen für Schleswig-Holstein:  Nur 5 Prozent der Reisenden gaben im Jahr 2016 an, geschäftlich im echten Norden unterwegs zu sein. Vergleichbare Flächenländer wie Brandenburg und Niedersachsen erzielen hier deutlich bessere Werte. „Wir müssen dringend bekannter werden, denn Übernachtungen durch Kongress- und Tagungsgäste kommen anlassbezogen über das ganze Jahr, und wir haben im Land viel zu bieten. Ein wichtiger Baustein also, damit wir saisonunabhängiger werden, erklärt die Tourismusexpertin. „Mit der Gründung des Schleswig-Holstein Convention Bureau (SHCB – http://www.tagungstörn.de) bietet der echte Norden erstmals eine zentrale Anlaufstelle zur Planung einer Veranstaltung zwischen Nord- und Ostsee. Angesiedelt bei der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), bündelt das SHCB die Akquise und Bearbeitung aller Tagungsanfragen und koordiniert die Vernetzung der Partner im Land.

Landesregierung steigert Sanierung von Landesstraßen gegenüber 2017 um über 50 Prozent

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LBV.SH-Direktor Conradt, Minister Buchholz und Niederlassungsleiter Heiko Tessenow bei der Vorstellung des Baustellen-Programms in der Autobahnmeisterei Neumünster
Beim Abbau des Investitionsstaus im Straßennetz gibt das Land auch im nördlichen Landesteil weiter kräftig Gas: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Chef des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, heute in der Autobahnmeisterei Neumünster erläuterten, werden allein in diesem Jahr zwischen Sylt und der Geltinger Bucht sowie zwischen Flensburg und Friedrichstadt knapp 65 Millionen Euro in Straßen, Brücken und Radwege investiert. Nach den Worten des stellvertretenden Flensburger LBV.SH-Niederlassungsleiters Heiko Tessenow werden in den kommenden Wochen im Kreis Nordfriesland 25 Einzelprojekte angepackt und im Kreis Schleswig-Flensburg 31 Vorhaben.

Buchholz erinnerte daran, dass die Landesregierung allein die Mittel für die Sanierung von Landesstraßen gegenüber 2017 um knapp 30 Millionen Euro auf 108 Millionen Euro angehoben habe. „Diese Investitionen in das Straßennetz des Nordens werden die Bedingungen für unsere Berufspendler, unsere Urlaubsgäste und unsere Logistik-Wirtschaft erheblich verbessern“, sagte Buchholz. Und nach den Worten von LBV-Chef Conradt seien gerade die Bewohner in den ländlichen Räumen auf ein sicheres und zuverlässiges Straßen- und Verkehrsnetz angewiesen. „Insofern ist unser Bauprogramm auch eine wichtige Investition in die Menschen vor Ort“, so Conradt.

Zu den gestiegenen Landes-Investitionen – und zum Stand des Ausbaus der B 5 an der Westküste sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten (Audio starten – „im Browser anhören“)

Bei den großen Brocken auf der Prioritätenliste handelt es sich laut Tessenow unter anderem um die Sanierung der B 200 von der A 7 bis zur Anschlussstelle Rude, ebenso die Landesstraße L 5 zwischen Leck und Sande, die L 23 von Freienwill in Richtung Flensburg und die L 191 im Abschnitt von Sterdebüll bis zum Fährhafen Schlüttsiel.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr betreut nicht nur die Autobahn, die Bundes- und Landesstraßen, sondern auch die Kreisstraßen für die Kreise Schleswig- Flensburg und Nordfriesland. Allein im Bereich der Kreisstraßen sind laut Buchholz und Conradt Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 23 Millionen Euro vorgesehen, die durch das Land mit 7,5 Millionen Euro gefördert werden. Darunter auch der Ausbau der Kreisstraße K 111 im Kreis Schleswig-Flensburg, der aktuell in die Zielgerade gehe. Darüber hinaus steht der Abschluss der Grundinstandsetzung der denkmalgeschützten Brücke über den Bongsieler Kanal (L 6) sowie die Reparatur der Brücke „Langberg“ im Zuge der A 7 südlich der Anschlussstelle Handewitt an. (Weitere Einzelheiten: siehe Projektblätter).

Ab August auch größere Sanierungsarbeiten auf der
A 7 zwischen Rendsburg und Warder

Mit Blick auf den Ausbau der A 7 bezeichnete Buchholz es als besonders erfreulich, dass der Bund vor wenigen Tagen grünes Licht für die Fahrbahn-Erneuerung zwischen Rendsburg und der Anschlussstelle Warder gegeben habe. Während die erste Bauphase bereits vorgezogen und im April begonnen wurde – unter anderem mit der Ertüchtigung der Standstreifen – soll Mitte August mit der Sanierung der Fahrbahn in Richtung Norden auf einer Länge von rund 8,4 Kilometern begonnen werden. Die Fahrbahn-Sanierung in der Gegenrichtung wird absehbar im Frühjahr 2019 angepackt. Das Gesamt-Auftragsvolumen liegt bei rund 27 Millionen Euro.

Zu dem Projekt sagte der zuständige Projektverantwortliche beim LBV.SH, Christoph Köster (Audiopfeil klicken)

Der Minister und die beiden LBV.SH-Vertreter betonten, dass sämtliche Bauvorhaben im Vorfeld eng mit allen Beteiligten abgestimmt worden seien, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. „Trotzdem ist uns natürlich klar, dass Baustellen immer mit Einschränkungen verbunden sind und Anwohner wie Verkehrsteilnehmer vor harte Geduldsproben stellen“, sagte Buchholz. Klar sei aber auch, dass bessere Straßen nur zu bekommen seien, wenn man Baustellen in Kauf nimmt. Darüber hinaus appellierten Buchholz, Conradt und Tessenow an alle Verkehrsteilnehmer, sich fair, rücksichtsvoll und vorausschauend gegenüber den Baustellen-Mitarbeitern zu verhalten. Erst vor wenigen Tagen war an der A 24 ein Lkw nahezu ungebremst in ein mit Gasflaschen beladenes Baufahrzeug hineingefahren. Dabei gab es drei Schwerverletzte.

So berichtet der sh:z in seiner Dienstagausgabe (19.6.18)

IfW-Preis für drei Ökonomie-Riesen – Buchholz dankt Schwab für eindrucksvollen Appell

Unter dem Eindruck von internationalen Konflikten und europäischer Krise hat das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) soeben zum 14. Mal seinen Weltwirtschaftlichen Preis verliehen. Geehrt wurden der Gründer des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, der Niederländer Bas van Abel, der das Unternehmen Fairphone gegründet hatte, sowie der US-Ökonom und Nobelpreisträger Robert J. Shiller. Alle drei hätten gezeigt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Informationen und Wissen Lösungen für globale Probleme ermöglicht, sagte IfW-Präsident Dennis Snower. «Wissen kann sowohl der menschlichen Kooperation als auch dem Konflikt dienen.»

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sei ein wechselseitiger Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in einer immer komplexeren Welt immer wichtiger. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund antieuropäischer Tendenzen sowie einer wirtschaftsfeindlichen „America first“-Haltung.

Buchholz sagte nach der Verleihung weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Institut ehrt mit dem Preis gemeinsam mit der Stadt und der IHK Schleswig-Holstein in den Kategorien Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Vordenker einer weltoffenen, marktwirtschaftlichen und sozialen Gesellschaft. Die diesjährigen Preisträger zeichne nicht nur ein großer Wissenshunger aus, sagte Snower. Sie hätten auch ihr Wissen zum Wohle der Allgemeinheit geteilt, Kooperation und Dialog zwischen Menschen gefördert und nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht.

Schwab sei ein politischer Stratege ersten Ranges und ein weitsichtiger Visionär. Er habe ein globales Netzwerk geschaffen, das den Austausch von Wissen fördere und unterschiedliche Seiten miteinander in Dialog bringe. Die soziale Dimension der Wirtschaft habe durch zunehmenden Wettbewerb aber auch durch die Individualisierung der Gesellschaft und den damit verbundenen zunehmenden Egoismus gelitten, sagte Schwab.

Für Europa gehe es darum, ob es als Wertegemeinschaft in seiner jetzigen Form in der nächsten oder übernächsten Generation überhaupt noch existiert – oder ob die zentrifugalen Kräfte die Überhand gewinnen werden. «Falls dieser Trend Realität wird, überlassen wir unseren Kindern und Kindeskindern ein kraftloses Schein-Europa, sozusagen eine europäische Fata Morgana, das dann nur noch eine wirtschaftliche Randerscheinung und eine politische Bagatellerscheinung ist.» Dies würden spätere Generationen der jetzigen nicht verzeihen.

Shiller habe als ökonomischer Pionier nicht nur mit der Vorstellung vom rationalen Investor sowie von effizienten, von alleine ins Gleichgewicht findenden Märkten aufgeräumt, würdigte Snower. Er habe auch die «Dot-Com-Blase» und die Immobilienblase vorhergesehen.

Van Abel wiederum habe bei seiner Firma Fairphone nachhaltige Produktionsbedingungen geschaffen, in sozialer und in ökologischer Hinsicht, sagte Snower. Zugleich schaffe er vorbildlich Transparenz und erfülle den Wunsch seiner Kunden zu wissen, unter welchen Bedingungen ihr Smartphone hergestellt wurde. Die meisten Unternehmen ignorierten diesen Wunsch, sagte Snower. Bei van Abels Smartphones könne auch jeder Nutzer defekte Teile selbst austauschen. Wer Geräte länger nutze, schone Ressourcen, sagte van Abel.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) lobte den IfW-Präsidenten Snower, dieser habe mit der Preisverleihung eine bedeutende Plattform für den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geschaffen. IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater sagte, vor der Digitalisierung müsse man keine Angst haben. Die Unternehmen sollten ihre Produkte daraufhin überprüfen, ob sie aus Kundensicht tatsächlich die richtigen sind.

Marschbahn-Pannen beschäftigen einmal mehr den Landtag – Koalition lehnt SPD-Antrag ab

Pendler steigen in Klanxbüll in die Züge der Marschbahn nach Sylt

Während die Pünktlichkeit auf der Marschbahn-Strecke zwischen Niebüll und Westerland vergangene Woche auf unter 45 Prozent abgesackt ist, beschäftigte das Thema heute einmal mehr den Landtag. Dabei ist die SPD ist mit ihrer Forderung nach einer Verdreifachung der Entschädigungen für Pendler gescheitert. Unterstützt von AfD und SSW wollten die Sozialdemokraten Monatskarten-Inhabern einen Nachlass von 75 Prozent gewähren.

Dazu sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz im Landtag:

Der Minister schloss dabei erneut eine Vertragskündigung gegenüber der Bahn nicht aus:  Sollten die Pannen in den nächsten Monaten weiter anhalten, müsse die Kündigung von Verträgen von Teilstrecken erwogen werden. Die Situation sei seit dem vergangenen Jahr «evident schlechter geworden». Trotz der jüngsten Zusagen der Bahn beim «Bahn-Gipfel» vergangene Woche in Berlin, mehr Personal und Loks zur Verfügung zu stellen, seien am Montag drei Züge wegen Personalmangels ausgefallen. Er betonte, mit Strafzahlungen auch weiterhin den höchstmöglichen Druck auf die Deutsche Bahn ausüben zu wollen. Pendler mit Monatskarten würden voraussichtlich auch für den Monat Mai Entschädigungen von 50 Euro in der zweiten Klasse und 75 Euro für die erste Klasse erhalten.

Buchholz zur DGB-Kritik am Vergabegesetz: „Wir schleifen keine Arbeitnehmerrechte“

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Mit einer Aktion vor dem Landtag haben der DGB und das „Bündnis eine Welt“ gegen die geplante Reform des Vergaberechts demonstriert. Busfahrer aus verschiedenen Landesteilen waren mit ihren Linienbussen nach Kiel gekommen. Insgesamt nahmen nach Angaben der Gewerkschaften rund 150 Menschen daran teil.

«Es ist ein Skandal, dass im Lohnkeller des Westens ausgerechnet das Wort Tariftreue aus der Überschrift des Vergabegesetzes verschwinden soll», sagte DGB-Nord-Chef Uwe Polkaehn. Er warf der Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP Klientelpolitik für Arbeitgeber vor. «Wir erwarten, dass die Landtagsabgeordneten diesen Gesetzentwurf deutlich verändern.»

Dazu sagte Buchholz vor den Demonstranten:

Laut dem  Gesetzentwurf müssen Nachhaltigkeitsaspekte bei Vergaben der öffentlichen Hand im Norden künftig nicht mehr zwangsläufig berücksichtigt werden. Der DGB kritisiert, Aspekte der Tariftreue würden unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus aus dem Gesetz gestrichen. Dies würde spürbare Verschlechterungen zur Folge haben, auch in den Verkehrsunternehmen der Städte und Gemeinden.

Buchholz trat Behauptungen entgegen, dass Busfahrern durch die Reform Verschlechterungen drohten. «Für Busfahrer wird sich nichts ändern», sagte der Minister.

Land und Förderbanken bauen neue Brücke für den Generationen-Übergang im Mittelstand

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Startschuss der „Partnerbörse“ für Unternehmensübergaben: v.r. Andreas Katschke (Handwerkskammer), Bernd Buchholz, Nils Thoralf Jarck (IHK), Erk Westermann-Lammers (IB.SH) und Hans Peter Petersen von der Bürgschaftsbank

Weiterer Baustein in der 2017 aufgelegten Beteiligungskapital-Offensive des Landes: Mit dem neuen Förderprogramm „Unternehmensübernahme Plus“ inklusive einer neuen „Landing-Page“ wollen Landesregierung, Förderbanken und Kammern die Generationen­übergänge in der mittelständischen Wirtschaft Schleswig-Holsteins begleiten und verbessern.

Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz stellten der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), Erk Westermann-Lammers, und Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, das Konzept heute der Öffentlichkeit vor.

Im Gespräch mit Sven Brosda (NDR 1 Welle Nord) sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Es geht vor allem darum, größere Mittelstandsunternehmen samt zugehöriger Arbeitsplätze und Know-how im Land zu halten. Denn immer dort, wo sich kein geborener Nachfolger findet, ist die Gefahr groß, dass ein Betrieb von Investoren aufgekauft, zur verlängerten Werkbank degradiert oder sukzessive ausgehöhlt wird“, sagte Buchholz. Darum erlaube das Programm erstmals eine Ausweitung der Eigenkapitalfinanzierung mit Beteiligungskapital auf bis zu sechs Millionen Euro, selbst wenn bereits Geld aus anderen Fonds wie dem Mittelstands- oder anderen KMU-Fonds im Einsatz sei. „Wir verdoppeln also den Eigenkapitalbetrag von bislang drei auf sechs Millionen Euro und tragen so den Anforderungen an höhere Kaufpreisfinanzierungen Rechnung“, so der Minister. Ergänzend zum neuen Programm haben die Förderinstitute gemeinsam mit den Kammern auch eine „Landing-Page“ eingerichtet.

PageUnter www.unternehmensnachfolge-sh.de gibt es alle relevanten Informationen sowohl für Unternehmer, die einen Nachfolger suchen, als auch für diejenigen, die ein Unternehmen übernehmen möchten. Diesen Service bieten die schleswig-holsteinischen Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern gemeinsam mit den drei Förderinstituten des Landes (IB.SH, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) und Bürgschaftsbank) an.

IB.SH-Vorstandschef Westermann-Lammers sagte: „Ein Unternehmer, der seine Firma abgeben möchte, steht vor einer großen emotionalen Herausforderung. Es gilt, sein Lebenswerk in die Hände eines anderen oder einer anderen zu geben. Das ist ein sehr sensibles Thema, und viele Unternehmer mögen das nur mit großer Diskretion angehen. Jetzt gibt es die Möglichkeit, sich zuerst anonym im Internet zu informieren.“ Neben praktischen Informationen – etwa zu rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen – finden sich hier auch die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die bei den Herausforderungen einer Unternehmensübernahme oder -übergabe helfen.

Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, erklärte: „Die Regelung der Unternehmensnachfolge ist für die Wirtschaft neben dem Fachkräftemangel eines der drängendsten Themen überhaupt. Sie wird in den kommenden Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung viele kleine und mittelständische Unternehmen betreffen. Wir raten allen Betrieben, ihre Unternehmensnachfolge frühzeitig anzugehen, denn eine erfolgreiche Übergabe ist meist ein mehrjähriger Prozess. Die Kammern in Schleswig-Holstein unterstützen die Betriebe dabei beispielsweise durch Beratungen oder Veranstaltungen.“

Der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Westermann-Lammers stellte außerdem Einzelheiten des neuen Eigenkapitalprodukts des Landes und seiner Förderinstitute „Unternehmensübernahme Plus“ vor. Laut Westermann-Lammers werden für eine Finanzierung in der Regel 20 Prozent Eigenkapital verlangt, so dass bei drei Millionen Euro Beteiligungskapital bislang Unternehmensübernahmen für maximal 15 Millionen Euro ermöglicht werden konnten. „Es gibt aber in Schleswig-Holstein Unternehmen, die für eine Übernahme infrage kommen und deren Kaufpreise deutlich höher sind. Dafür stocken wir mit unserem neuen Produkt die Förderhöchstsumme auf sechs Millionen Euro auf und ermöglichen so Übernahmen im Wert von bis zu 30 Millionen Euro“, so der IB.SH-Chef. Von dem zusätzlichen Risiko tragen das Land und die IB.SH jeweils 40 Prozent, MBG und Bürgschaftsbank jeweils 10 Prozent. Mittel aus diesem Förderprodukt sind bei der MBG zu beantragen.

OVG verhandelt über weitere Klagen gegen den Flughafenausbau in Lübeck

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Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig verhandelt heute ab 10.00 Uhr Uhr über drei weitere Klagen gegen den Ausbau des Lübecker Flughafens. Die Schutzgemeinschaft gegen Lärm sowie zwei Grundstückseigentümer aus Groß Grönau und Lübeck klagen gegen den Panfeststellungsbeschluss des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums aus dem Jahre 2009. Der genehmigte Ausbauplan geht von bis zu 3,5 Millionen Passagieren im Jahr aus. Eines der Grundstücke liegt im Bereich der Einflugschneise des Flughafens. Für das zweite Grundstück wird eine Lärmbelästigung speziell durch Triebwerksprobeläufe geltend gemacht.

Am 27. Februar hatte der zuständige erste Senat eine Klage der Gemeinde Groß Grönau bereits abgewiesen. Die Auswirkungen auf die gemeindliche Planung, auf die Gemeindefinanzen und auf gemeindeeigene Grundstücke und Einrichtungen seien vollständig und angemessen berücksichtigt worden, hieß es zur Begründung. Bedenken in Bezug auf die Zulassung von Flügen in der «Nachtrandzeit» war das beklagte Ministerium durch eine geänderte Betriebszeitenregelung entgegengekommen. Groß Grönnau liegt in unmittelbarer Nähe des Flughafens

Azubis dringend gesucht: Land und Arbeitsagentur appellieren an Schüler & Betriebe

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Angesichts eines rechnerischen Überhangs von aktuell rund 2000 freien Ausbildungsplätzen in Schleswig-Holstein haben die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit (BA), Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz an die angehenden Azubis im Land appelliert, nicht ohne einen Ausbildungsvertrag in die Sommerferien zu starten. „Nutzt die verschiedenen Angebote der Berufsberatung, um Euch bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz helfen zu lassen. Ich kann nur empfehlen, so schnell wie möglich einen Termin für ein Beratungsgespräch zu vereinbaren, die Berufsinformationszentren(BiZ) ‚vor Ort‘ zu besuchen und unsere zahlreichen digitalen Medienangebote zu nutzen“, sagt Haupt-Koopmann heute in Kiel. Die Mai-Zahlen, nach denen rund 9600 offene Lehrstellen knapp 7600 unversorgten Bewerbern gegenüber stehen,  würden klar dokumentieren, dass wenige Monate vor dem Start des Ausbildungsjahres noch gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz bestünden.

Buchholz sagte im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Buchholz erinnerte daran, dass es in Schleswig-Holstein gegenüber dem Vorjahr einen Aufwuchs von gut 900 Ausbildungsplätzen in Schleswig-Holstein gebe und damit die Zahl unbesetzter Lehrstellen um fast 16 Prozent gestiegen sei. „Das heißt, dass bei immerhin rund 330 Ausbildungsberufen noch viel Bewegung im Lehrstellenmarkt ist. Trotzdem wird nicht jeder seinen Traumberuf ergattern und Kompromisse eingehen müssen“, so der Minister. An die Adresse der Unternehmen richtete er den Appell, sich bei der Besetzung der Lehrstellen ebenfalls flexibel zu zeigen: „Manchmal ist der zweite Blick die erste Wahl – auch wenn man eine Bewerberin oder einen Bewerber vor sich hat, der vielleicht nicht gerade mit Zeugnis-Bestnoten antritt.“  Gemeinsames Ziel aller Beteiligten müsse vor allem sein, die schon heute bestehende Fachkräftelücke zu schließen und vor allem frisch ausgebildete Fachkräfte im Land zu halten.

Nicht nur mit Bezug auf die jungen Frauen und Männer, die in Kürze ihr Abitur erhalten, sondern bereits mit Blick auf die Abiturienten des nächsten Jahres, betonte Haupt-Koopmann: „Wir wissen, dass das Thema ‚Studien- und Berufswahl‘ nach dem Abitur für viele junge Menschen nicht immer einfach ist. Daher ist es sinnvoll, sich über alle Alternativen zu informieren. Wichtig ist mir, dass auch die Vorteile und Karrierechancen gesehen werden, die eine betriebliche Ausbildung eröffnet. Ob Mediengestalter in einer Werbeagentur oder Schifffahrtskauffrau in einer internationalen Reederei, ob Fachinformatiker in einem Startup oder Industriekauffrau in einem Industrieunternehmen  –  es gibt attraktive Angebote für Abiturienten.“

Auch Buchholz warb mit Blick auf die fast 30-prozentige Quote an Studienabbrechern in Deutschland für den alternativen Karriereweg über eine Berufsausbildung. „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass bei uns im Land immer mehr Handwerksbetriebe händeringend einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin suchen, kann der Weg vom Gesellen über den Meister bis zum Unternehmensgründer oder –nachfolger passender und lukrativer sein als ein Studium.“

Mit Blick auf die aktuelle Situation junger Flüchtlingen am Ausbildungsmarkt sagte RD-Chefin Haupt-Koopmann. „Wesentlich ist bei diesem Thema, dass wir die Chancen sehen, die sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels für das Land eröffnen. Ich habe immer darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Aufgabe handelt, die langfristiges Engagement und Beharrlichkeit erfordert.“

Natürlich komme eine Ausbildung –  aus vielen Gründen –  noch nicht für jeden jungen Flüchtling in Frage. Doch ermutigend ist nach den Worten von Haupt-Koopmann die Datenlage aus dem vergangenen Berufsberatungsjahr. „Ich finde es erfreulich, dass wir Ende September letzten Jahres melden konnten, dass 319 junge Flüchtlinge aus dem Kreis der bei uns gemeldeten Bewerber eine Ausbildung begonnen haben. Und ich gehe davon aus, dass wir bei unserer Bilanz in diesem Jahr eine noch deutliche höhere Zahl nennen werden. Aktuell können wir feststellen, dass sich zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber aus dieser Gruppe auf Ausbildungsberufe in den Bereichen Verkauf, Maschinen- Fahrzeug- und Elektrotechnik sowie auf medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsberufe konzentrieren.“

Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein (Mai-Daten)

  • aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 9.575 / + 1.309 oder +15,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • aktuell unversorgte Bewerber/-innen: 7.564 Bewerber/-innen / – 803
    oder – 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

TOP-TEN der freien Ausbildungsplätze in Schleswig-Holstein:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 809
  • Verkäufer/-in: 652
  • Koch/Köchin: 319
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik: 302
  • Anlagenmechaniker/-in: Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik: 292
  • Fachverkäufer/in – Bäckerei: 265
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement: 247
  • Hotelfachmann/-frau: 239
  • Fachverkäufer/in – Fleischerei: 233
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung): 219

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus