Erfassungslücke geschlossen: Doppelte Vorsicht auf der Rader Hochbrücke geboten

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Per Laptop-Knopfdruck: Eugen Diner (LBV.SH) und Michael Pirschen (WiMi.SH) nehmen die neue Anlage in Betrieb.

Aufgepasst auf der Rader Brücke: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat heute Vormittag  zwei neue Blitzer-Anlagen in Betrieb genommen. Mit ihnen soll das marode Bauwerk im Verlauf der Autobahn 7 bei Rendsburg effizienter vor Schwingungsschäden durch zu schnell fahrende Fahrzeuge geschützt werden. Die neuen Anlagen schließen gegenüber den alten Blitzern eine Erfassungslücke, wie der zuständige Abteilungsleiter im Verkehrsministerium, Michael Pirschel, sagte. So können jetzt auch Tempoverstöße von Autos registriert und geahndet werden, wenn bei Starkwind oder Sturm die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Brücke vorübergehend herabgesetzt wird.

PirschelPirschel sagte bei dem Ortstermin im Gespräch mit Journalisten weiter (Audio starten – Pfeil klicken)

Autos dürfen bei normalen Windverhältnissen 100 Stundenkilometer fahren, bei Sturm gilt Tempo 60 auch für Autos, bei starkem Wind Tempo 80. «Die alten Geräte lösten auch bei Wind und Sturm nur dann aus, wenn ein Auto mit mehr als 115 Kilometern pro Stunde unterwegs war», sagte Pirschel.

EugenZur Wirkungsweise der Anlage sagte LBV.SH-Dezernatsleiter Diner (Audio starten – Pfeil klicken)

Für Lastwagen ändert sich nichts: Sie dürfen weiterhin maximal 60 km/h fahren und müssen einen Mindestabstand von 25 Metern zu anderen Fahrzeugen halten. Sie werden sowohl von den neuen als auch von den weiterhin eingesetzten alten Messgeräten gesondert erfasst. Die 46 Jahre alte Brücke wird von täglich rund 62 000 Fahrzeugen befahren.

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Das elektronische Herz der neuen Anlage

Die alten Blitzer waren im September 2015 installiert worden. Sie sollen helfen, dass sich Fahrzeuge an das Tempolimit halten und so das marode Bauwerk möglichst schonen bis die geplante Ersatzbrücke 2026 steht.

Nun wird’s bunt an unseren Straßen: Land und Stiftung Naturschutz starten Klappertopf-Projekt

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Die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein machen gemeinsame Sache mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Konkret: in dem neuen Projekt „Klappertopf“ geht es darum einheitsgrüne Straßensäume in blütenbunte, wertvolle und dennoch pflegeleichte Insekten-Tankstellen zu verwandeln. „Die Chance ist riesig“, erklärt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz, Sandra Redmann, „denn mit relativ wenig Aufwand kann es gelingen, sehr viel Fläche zu artenreichen Blütenkorridoren aufzuwerten“. Projektleiter Dr. Björn Schulz ergänzt: „Genaue Zahlen haben wir nicht, aber Experten schätzen, dass die Straßenbegleitgrünflächen in etwa so viel Fläche einnehmen, wie alle Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein zusammen. Das ist ein gigantisches Potenzial.“

Der Namensgeber des Projekts, der „Klappertopf“, mit dem wissenschaftlichen Namen „Rhinanthus“, dient in dem mit rund 1,5 Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekt als Mittel zum Zweck. Die heimische Wildpflanze hat die besondere Eigenschaft, Gräser unterirdisch an der Wurzel anzuzapfen und ihnen Nährstoffe zu rauben. Dadurch wird der oberirdische Grasbewuchs lückiger und der Weg für viele andere Wildpflanzen ist geebnet. Das sichert den Bestand bereits vorhandener seltener Pflanzen und schafft Platz für weitere Arten – der Beginn eines bunt-gesäumten Straßennetzes im Land zwischen den Meeren. Schleswig-Holsteins

Verkehrsminister Bernd Buchholz hat das Projekt mit vorangetrieben und für die Finanzierung geseorgt:  „Auch wir als Land müssen und wollen über unseren Landesbetrieb etwas für die Biologische Vielfalt auf unseren Flächen tun. Das sieht am Ende nicht nur schön aus, sondern wir leisten einen wichtigen Beitrag für die Pflanzenartenvielfalt und decken den Blütentisch für Insekten. Im Idealfall reduzieren wir sogar unsere Unterhaltungskosten, weil der Klappertopf die Gräser im Wachstum hemmt und damit unsere Mäharbeiten übernimmt.“

Das schleswig-holsteinische Vorzeige-Projekt soll als sogenanntes Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben bundesweite Strahlkraft erlangen und den Straßenbauverwaltungen in der ganzen Republik Möglichkeiten aufzeigen, wie blütenbunte Straßenränder mit den Anforderungen der Verkehrssicherung, des Lärmschutzes und der Pflege vereinbar sind.

Buchholz zur Hohn-Entscheidung: Wichtige Hürde für Pläne mit unbemannten Flugzeugen genommen

Die Bundeswehr wird den Fliegerhorst Hohn bei Rendsburg nun doch nicht schließen. Das habe er am Montagabend durch einen Anruf von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erfahren, teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul heute mit. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, twitterte, Hohn diene auch künftig als Ausweichflugplatz für die Luftwaffengeschwader im Norden. Und der Standort Glücksburg mit dem Führungszentrum der Marine werde statt 2022 voraussichtlich erst 2025 geschlossen.

«Die Schließungspläne sind vom Tisch, das ist eine sehr gute Nachricht», betonte Wadephul, Bundestagsabgeordneter des örtlichen Wahlkreises und stellvertretender CDU-Bundestagsfraktionschef für Verteidigung. Er hatte sich für den Erhalt Hohns eingesetzt. Dort bleibt das Transportflugzeug Transall bis zur Außerdienststellung im Jahr 2021. Dann soll auch das Lufttransportgeschwader 63 aufgelöst werden. Damit hätte dem Flugplatz das Aus gedroht. Zurzeit sind nach Angaben eines örtlichen Sprechers in Hohn etwa 650 Soldaten und mehr als 80 zivile Mitarbeiter beschäftigt.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, in dessen Industrie-Strategie Hohn eine wichtige Rolle spielt, zeigte sich erfreut (Audio starten „im Browser anhören“)

Schleswig-Holstein und insbesondere Hohn biete für die Erprobung von unbemannten Luftfahrzeugen besonders gute Bedingungen. Das Land relativ sei dünn besiedelt und biete schnellen Zugang zu Ost- und Nordsee, wo Fluggenehmigungen für unbemannte Luftfahrzeuge leichter erteilt werden können als über Land. Daher habe die die Luftwaffe erst kürzlich entschieden, ihre Erprobungs-, Übungs- und Einsatztätigkeiten von unbemannten Luftfahrzeugen aus Deutschland in Schleswig-Holstein zu konzentrieren. Buchholz: „Diese Entscheidung der Bundeswehr legt nahe, Unternehmen, die sich mit der unbemannten Luftfahrt beschäftigen und die ihre Luftfahrzeuge erproben wollen, nach Schleswig-Holstein zu holen und hier anzusiedeln. Die Unternehmen können so vor Ort mit ihrem Auftraggeber Bundeswehr kooperieren.“

Wadephul sagte, dass durch den Erhalt Hohns mit seiner großen Rollbahn und der dazugehörigen Infrastruktur die Luftwaffe jetzt auch die strategisch günstig zwischen Nord- und Ostsee gelegene Basis habe, um die nötigen Ausweichkapazitäten beispielsweise für die Verbände in Jagel aufzubauen, neue Systeme zu stationieren und insgesamt wieder zu wachsen, sagte Wadephul.

Er verwies auch auf wirtschaftliche Vorteile. Airbus wolle dort ein Servicecenter für unbemannte Fluggeräte aufbauen. «Mit dem jetzt beschlossenen Weiterbetrieb von Hohn, der Weiternutzung der Kaserne in Alt Duvenstedt und dem Ausbau des Standortes Eckernförde ist die Region Rendsburg-Eckernförde eine bedeutende Größe auf der Stationierungskarte der Bundeswehr», sagte Wadephuls.

Marschbahn: Betreiber, Bundesnetzagentur und Land ringen um Stabilisierungs-Möglichkeiten

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Sechs Wochen nach dem „Marschbahn-Gipfel“ in Niebüll, bei dem Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) einen runden Tisch mit Bahnunternehmen und der Bundesnetzagentur angekündigt hatte, fand heute in Kiel das erste Treffen der Vertreterinnen und Vertreter von DB-Fernverkehr, DB-Regio, Autozug Sylt (RDC), NAH.SH und der Bundesnetzagentur statt. Dabei dämpften die Autozugbetreiber Syltshuttle und RDC allerdings die Hoffnungen, dass sie zur Stabilisierung des Personenverkehrs auf der Marschbahn vorübergehend weniger Autozüge nach Sylt fahren lassen könnten.

„Positiv ist zu bewerten, dass alle Beteiligten bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen“, sagte Buchholz nach dem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. «Das Ernüchternde ist, dass keiner der Autozugbetreiber bereit ist, in den Hochsommerzeiten, in den Peakzeiten, irgendeine Trasse grundsätzlich in Frage zu stellen und mit dem Herausnehmen von bestimmten Zügen zur Stabilität beizutragen.»

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Aber selbst wenn grundsätzlich keine Trasse aus dem System genommen werden könne, wollen die Beteiligten weiter überlegen, wie man schneller als bisher bei Verspätungen wieder zur Stabilität auf der Strecke kommt. Buchholz sagte, wenn beispielsweise ein Autozug eine Viertelstunde verspätet sei, könnte man überlegen, ihn nicht mehr fahren zu lassen, sondern ihn auf die nächste feste Trasse eine halbe Stunde später zu setzen, um ein Stückchen Erholung in die Strecke zu bringen. «Darüber wird eine Arbeitsgruppe jetzt tagen.»

Erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen bis Ende des ersten Quartals 2020 vorliegen

Buchholz nach Treffen mit Mobilfunkfirmen: Künftig zählt allein die Flächenabdeckung

Kein Zweifel: Bei der Mobilfunkversorgung steht Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Flächenländern in Deutschland nicht am schlechtesten dar. Zur Wahrheit gehört aber auch: Zählt man die Funklöcher bei der Sprach-Telefonie und bei der LTE-Datenversorgung zusammen, hat das Land noch gut 500 weiße Flecken. Am Donnerstag vereinbarten Land, Kommunalverbände und die drei großen Mobilfunkanbieter Telekom, Vodafone und Telefonica eine erste Investitions-Offensive, um diese Lücken zu schließen. Für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ (Video starten)

Verkehrswacht bessert Kasse für Satruper Schüler auf – Rohlfs mahnt zu Wachsamkeit im Verkehr

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Staatssekretär Rohlfs heute bei seinem Besuch bei den Satruper Erstklässlern

Auch wenn die Witterung noch nicht so ganz winterlich ist – aber spätestens seit der Zeitumstellung auf Winterzeit merkt man die dunkle Jahreszeit: Gerade für die Kinder im Straßenverkehr wird daher morgens schon der Weg zur Schule in Nässe und Dunkelheit oft gefährlich. Seit August ist ein neuer Jahrgang Schulanfänger auf den Straßen unterwegs. Für sie ist die Aktion „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ als landesweite Schutzmaßnahme konzipiert. Nach den Worten von Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs geht es darum, zu erkennen, wie wichtig helle Kleidung und reflektierende Materialien für die eigene Sicherheit sind. Und dieses Wissen konnte in einem landesweiten Preisausschreiben nützlich sein.

In der Abschlussveranstaltung in der Regenbogenschule in Satrup, Amt Mittelangeln, wurden heute für die drei ersten Klassen jeweils die Sieger gezogen – für sie gab es jeweils einen Gutschein über 25 Euro von der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Die Verkehrswacht hat daneben für jeweils drei teilnehmende Schulklassen pro Kreis jeweils 50 Euro für die Klassenkasse ausgelobt.

Die Verkehrssicherheitsaktion unter dem Dach der Landeskampagne „Sicher kommt an!“ stand auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft des Vehrsministeriums. Staatssekretär Rohlfs bedankte sich für das Engagement der Landesverkehrswacht. Für die Schulanfänger sei der Schulweg eine besondere Herausforderung. Rohlfs erinnerte deshalb an Rücksichtnahme und besondere Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.

Verkehrswacht-Präsident Dietmar Benz freute sich bei der Siegerehrung in Satrup über die große Rücklaufquote. Er erläuterte aber auch, dass angesichts der Zahl verunfallter Kinder im Straßen­verkehr diese –  und weitere Verkehrssicher­heitsmaß­nahmen –  weiterhin nötig seien, auch wenn es insgesamt einen positiven Trend zu weniger Unfällen gebe. Das gilt nicht für Unfälle mit Kindern: die Anzahl der verunfallten Kinder stieg im letzten Jahr um 15 auf 1.378 Kinder an. Damit war jeder 11. verunglückte Verkehrsteilnehmer ein Kind. Für Fußgänger und Radfahrer ist das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden, nachts etwa drei Mal höher als tagsüber.

Land, Kommunen und Mobilfunkbetreiber sagen Funklöchern im echten Norden den Kampf an

Gesprächsabbrüche, kein Internet unterwegs auf dem Land: Mehr als 500 Funklöcher gibt es in Schleswig-Holstein. Die Mobilfunkanbieter wollen die Zahl schrittweise senken. Bis Ende 2020 sollen knapp 90 Funklöcher geschlossen und Netzengpässe beseitigt sein.

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Pressekonferenz mit (v.l.): Dirk Ebrecht (Vodafone), Holger Witte (Telekom), Valentina Daiber (Telefonica), Rainer Helle (Ministerium), Minister Buchholz, Jörg Bülow (Gemeindetag) und Richard Krause (Breitband-Kompetenzzentrum SH)

Breiter Schulterschluss von Land, Kommunalen Landesverbänden und den großen Mobilfunkanbietern für eine verbesserte Netzabdeckung in Schleswig-Holstein. Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute (5. Dezember) nach einem Spitzentreffen mit Deutscher Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone sagte, seien aktuell 190 Funklöcher im Bereich der reinen Telefonie und 341 Funklöcher bei der Datenversorgung (LTE) im Land identifiziert worden, in denen zumindest einer der drei großen Anbieter kein Netz verfügbar habe.

„Die Mobilfunkunternehmen haben heute zugesichert, dass bis Ende 2020 insgesamt 174 neue Sendeanlagen entstehen und 748 bestehende Anlagen technisch aufgerüstet werden sollen. Dadurch dürfte sich die Zahl der Funklöcher bis Ende nächsten Jahres bei der Sprachtelefonie um mindestens 27 auf 163 und bei der Datenversorgung um mindestens 60 auf 281 vermindern,“ sagte Buchholz. Im Gegenzug habe das Land Unterstützung bei der Bereitstellung von Liegenschaften, bei der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit für den Mobilfunkausbau zugesagt. Zudem werde das Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein ( BKZ.SH) um zwei Stellen und weitere Sachmittel aufgestockt.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“:

Valentina Daiber, Vorständin Recht und Regulierung bei Telefónica Deutschland: „Wir treiben unseren LTE Ausbau massiv voran und bringen immer mehr schnelles Internet auch in ländliche Regionen. Doch für weiße Flecken, die sich wirtschaftlich nicht schließen lassen, braucht es den Schulterschluss von Politik und Wirtschaft. Dies betrifft auch die großen Herausforderungen bei der Standortsuche und bei Genehmigungsverfahren. Wir begrüßen, dass die schleswig-holsteinische Landesregierung den Mobilfunkbetreibern ihre Unterstützung zugesagt hat, um die Hindernisse beim Ausbau aus dem Weg zu räumen.“

Holger Witte, Leiter Strategische Mobilfunkplanung Access, Telekom Deutschland GmbH: „Wir versorgen Schleswig-Holstein heute schon überdurchschnittlich gut mit einer LTE-Abdeckung von 98,3 Prozent. Und wir machen weiter: Im Regelausbau investieren wir im Land in den kommenden drei Jahren 30 Millionen Euro. Das sind rund 240 zusätzliche Standorte und über 300 Erweiterungen. Von diesen Standorten starten wir eine Ausbauinitiative mit 90 Neubaustandorten in 90 ländlichen Gemeinden.“

Und Dirk Ebrecht, Leiter Politische Kommunikation Norddeutschland bei Vodafone, ergänzte: „Unterwegs lesen, Musik streamen, auf Social Media posten, unterbrechungsfrei telefonieren – und das für alle Bürger. Dafür investieren wir seit Jahren massiv in unsere Mobilfunknetze. Wir freuen uns, dass sich das auszahlt und wir die Ausbauziele für Schleswig-Holstein übertroffen haben.“ Ebrecht dankte dafür seinen eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der Landesregierung: „Ohne ihre Unterstützung wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Allerdings: ein Netz ist nie fertig, daher werden wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen, sondern auch weiterhin so engagiert ausbauen.“

  • Wie Buchholz und Gemeindetagschef Jörg Bülow erläuterten, werden das Land und die Kommunalen Landesverbände den Mobilfunkausbau mit mehreren Maßnahmen flankieren. Als Beispiele nannten sie:
  • die Bereitstellung von geeigneten öffentlichen Liegenschaften sowie BOS-Masten für den Mobilfunkausbau zu marktüblichen Konditionen.
  • die Bereitstellung von Informationen über geeignete Infrastrukturen für den Mobil-funkausbau – einschließlich Glasfaserinfrastrukturen für den Anschluss von Mobilfunkmasten.
  • die Unterstützung der Netzbetreiber bei Genehmigungsverfahren für den Mobilfunk-ausbau, unter anderem durch Prüfung von Beschleunigungsmöglichkeiten und von rechtlichen Änderungen. Außerdem die Erörterung von Problemfällen bei der Genehmigung sowie Workshops mit Netzbetreibern und Genehmigungsbehörden
  • Projekte zur Verbesserung der Akzeptanz des Mobilfunkausbaus, unter anderem durch eine gemeinsame Kommunikationsstrategie mit dem Bund.
LTE, Mobilfunk- und UMTS-Antennen auf dem Dach eines Hochhauses.
Sollen künftig ebenfalls für die Mobilfunk-Versorgung genutzt werden: Sendemasten auf öffentlichen Gebäuden wie der Polizei

Buchholz erinnerte daran, dass schon heute angesichts der bundesweit herausragenden Quote von 40 Prozent bei der Glasfaserversorgung eine besondere große Chance für eine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Schleswig-Holstein bestehe. „Ohne Glasfaseranschlüsse wird der Mobilfunk in Zukunft nicht mehr funktionieren. Und mit einer so optimierten LTE-Infrastruktur schaffen wir auch die Voraussetzungen für ein leistungsfähiges 5G-Netz, das maßgeblich auf 4G aufbaut,“ sagte der Minister.

Mit Blick auf die Ende 2020 noch verbleibenden Funklöcher ist laut Buchholz mit Betreibern und Verbänden vereinbart worden, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, wie diese Lücken ebenfalls rasch beseitigt werden können. Dabei seien die bestehenden Versorgungsauflagen aus den Frequenzvergaben, die Zusagen aus dem Mobilfunkgipfel des Bundes sowie die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus zu berücksichtigen. „Soweit aus dem Land weitere Probleme mit der Mobilfunkversorgung gemeldet oder bekannt werden, soll dies vorrangig über die jeweiligen Kunden-Hotlines der Anbieter bearbeitet werden“, so Buchholz. Zusätzlich würden Netzbetreiber und Land bei ihren regelmäßigen Treffen diese Kundenbeschwerden erörtern und nach Lösungen suchen.

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Holger Witte von der Telekom im Gespräch mit Journalisten

Zur Aufstockung des von Land und Kommunalen Landesverbänden gemeinsam getragenen BKZ.SH sagte Gemeindetag-Geschäftsführer Jörg Bülow: „Das BKZ.SH berät seit fast zehn Jahren sehr erfolgreich unsere Kommunen beim Glasfaserausbau. Die in großem Umfang von der kommunalen Ebene errichteten Glasfasernetze sind die Grundvoraussetzung für einen weiteren Ausbau der LTE-Mobilfunknetze, auch im Hinblick auf den kommenden 5G-Ausbau. Das BKZ.SH wird zukünftig die Kommunen auch zum Thema Mobilfunk beraten und ein unabhängiges Mobilfunkkataster für Schleswig-Holstein erstellen. Eine flächendeckende Mobilfunkversorgung ist für die Entwicklung Schleswig-Holsteins zwingend. Die Kommunen sind auf Basis einer noch abzuschließenden bundesweiten Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit den Mobilfunkbetreibern bereit.“

Hintergrundinformation:

Mobilfunk ist ein so genanntes geteiltes Medium („shared medium“). Dies bedeutet, dass sich alle Nutzer einer Funkzelle die dort maximal verfügbare Bandbreite teilen: Je mehr Nutzer also in einer Funkzelle aktiv sind, desto geringer ist die Bandbreite, die dem einzelnen Nutzer zur Verfügung steht. Darüber hinaus hängt die tatsächliche, beim Nutzer ankommende Leistung des Mo­bilfunknetzes auch ab von:

  • Ÿ  der Qualität des Handys des Nutzers,
  • Ÿ  dem gebuchten Vertrag des Nutzers,
  • Ÿ  der Nutzung innerhalb oder außerhalb geschlossener Gebäude
  • Ÿ  der Witterung, der umgebenden Vegetation sowie der Topografie,
  • Ÿ  der Geschwindigkeit, mit der sich der Nutzer bewegt.

 

E-Highway an der A 1 in Betrieb – Für Albrecht und Buchholz ein „Baustein der Mobilität von Morgen“

Schleswig-Holsteins erster eHighway ist betriebsbereit: Heute absolvierte das Hersteller-Konsortium auf dem fünf Kilometer langen Autobahn-Abschnitt der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck eine Probefahrt zur abschließenden Beurteilung der technischen Funktion der Anlage. 

E-Highway

Das für die Errichtung und den Betrieb der Anlage zuständige Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel (FuE Zentrum FH Kiel GmbH) bestätigte am Vormittag gemeinsam mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) nach knapp zweistündiger Probefahrt die ordnungsgemäße Funktion der Anlage und ihrer Oberleitungsinfrastruktur.

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht zeigten sich nach der technischen Abnahme erleichtert: „Die Fertigstellung dieser Versuchsanlage hat zwar etwas länger gedauert als ursprünglich geplant, aber entscheidend ist, dass demnächst ein reibungsloser Betrieb beginnen kann“, sagte Buchholz.  Er und sein Kabinettskollege erwarten aus dem Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums Erkenntnisse über die praktische Umsetzbarkeit der Elektromobilität auch für schwere Lastwagen. Albrecht: „Wir wollen den emissionsfreien Güterverkehr erreichen und dafür ist die Erprobung der Oberleitungstechnologie ein wichtiger Baustein. Ich bin zuversichtlich, dass uns dieses Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur klimafreundlichen Mobilität und Logistik liefern wird.“

Bis Ende 2022 wird zunächst die Reinfelder Spedition Bode die Strecke im täglichen Pendelbetrieb befahren. Bis Ende 2022 wird zunächst die Reinfelder Spedition Bode die Strecke im täglichen Pendelbetrieb befahren.

Nach Planungen des LKW-Herstellers Scania soll der erste oberleitungstaugliche Hybrid-LKW noch in der zweiten Dezemberhälfte an die Spedition Bode übergeben werden. Der LKW wird aber schon vorher vereinzelt auf der A1 zu sehen sein, weil noch Justierungs- und Anpassungsarbeiten sowie Funktionstests zu absolvieren sind. Sobald das Fahrzeug freigegeben ist und Fahrer sowie Wartungspersonal geschult sind, werden die ersten Testfahrten der Spedition mit und ohne Lasten durchgeführt. Der Regelbetrieb soll dann in der ersten Jahreshälfte 2020 aufgenommen werden, das zweite Einsatzfahrzeug wird dazu im Frühjahr erwartet.

Das Bundesumweltministerium investiert rund 26 Millionen Euro in den Modellversuch FESH, der neben dem Bau und Betrieb der Teststrecke in Schleswig-Holstein auch die wissenschaftliche Begleitforschung umfasst. Ziel ist eine technische, ökonomische und ökologische Bewertung des Oberleitungssystems nach wissenschaftlichen Kriterien und unter realen Bedingungen. Dazu soll drei Jahre lang erprobt werden, ob die Oberleitungstechnik für den deutschen Straßenverkehr tauglich ist und ob Güter auf diese Weise künftig klimaschonend auf der Straße transportiert werden können.

Breitenburger Superior-Hotel nimmt Gestalt an – Buchholz: Schub für den Binnenland-Tourismus

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Buchholz mit Bauherr Moritz Graf zu Rantzau (Mitte) und dem geschäftsführenden  Gesellschafter Sven Sausmikat

Qualitäts-Schub für den Binnenland-Tourismus im Kreis Steinburg: Der Neubau eines Vier-Sterne-superior-Hotels in Breitenburg nimmt immer mehr Gestalt an. Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz nutzte heute einen Besuch der Baustelle, um an den Investor und Bauherren Moritz Graf zu Rantzau einen Förderbescheid in Höhe von zwei Millionen Euro zu überreichen. „Hier investiert eine Gesellschaft nicht nur 23 Millionen in einen echten touristischen Hotspot, der den ländlichen Charme der Region mit historisch gewachsenem Ambiente verbindet, sondern es entstehen zudem auch 61 neue Dauerarbeits- und Ausbildungsplätze“, sagte Buchholz.

Wie zu Rantzau dem Minister beim Rundgang erläuterte, sei das geplante 80-Zimmer-Hotel Teil eines Gutshofes, der in den Jahren 1922 und 1923 im Stile des so genannten Heimatschutzes errichtet und im Jahr 2015 als Kulturdenkmal eingestuft wurde. „Die touristische Bedeutung Breitenburgs mit seiner berühmten Gutsanlage Schloss Breitenburg wird durch dieses Vorhaben erheblich aufgewertet“, so Buchholz. Der Bau des Hotels erfolge nach modernsten energetischen Standards bei Berücksichtigung der Denkmalschutzvorgaben. Neben einem Restaurant verfügt das Hotel unter anderem über einen Wellness- und Spa-Bereich mit Blick über den Breitenburger Kanal.

Buchholz: „Die Förderung ist unter anderem auch deshalb gut angelegtes Geld, weil mit diesem Projekt der Binnenlandtourismus an der Westküste weiter ausgebaut und gestärkt wird.“ Den Hotelgästen werde künftig ein in vielen Teilen attraktives touristisches Angebot in unmittelbarer Nähe der Radfernwege Ochsenweg und Mönchsweg sowie eines Golfclubs geboten. Die Eröffnung des Hotels ist für 2020 geplant.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus