Buchholz gratuliert zu 10-jähriger Erfolgsgeschichte der ElbeSeaports

Gruppenbild mit Ministern
v.l.: Jens Meier (Hamburg Port Authority), Holger Banik (Niedersachsen Ports), Dr. Bernd Althusmann (Wirtschaftsminister Niedersachsen), Michael Westhagemann (Wirtschaftssenator Hamburg), Dr. Bernd Buchholz, Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports / Glückstadt Port)

Erfolg für die Zusammenarbeit der Häfen entlang der gemeinsamen Hafen- und Wirtschaftsregion Unterelbe: Auf den Tag genau zehn Jahre nach der Gründung feierte die Hafenkooperation ElbeSeaports ihr Jubiläum im Glückstädter Rathaus.  Im Beisein der Wirtschaftsminister und -senatoren der drei Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Michael Westhagemann, Dr. Bernd Buchholz und Dr. Bernd Althusmann sowie weiteren 100 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung blicken sie auf die erfolgreiche Kooperation der Seehäfen Cuxhaven, Brunsbüttel, Glückstadt, Stade und Hamburg.

Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und Glückstadt Port GmbH & Co.KG freut sich über die Teilnahme der politischen Ehrengäste: „Unsere Zusammenarbeit entlang der Unterelbe ist deshalb so erfolgreich, weil alle Akteure einen echten Nutzen in der Kooperation sehen und sich gerne einbringen, um die Unterelberegion gemeinsam weiterzuentwickeln. Umso mehr freuen wir uns, dass die länderübergreifende Kooperation auch politisch mitgetragen wird. Dies unterstreicht die Teilnahme der drei Minister an unserem Jubiläum. Die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe gehörte damals zu den ersten Beweggründen, über die Landesgrenzen hinweg zu kooperieren und ein gemeinsames Sprachrohr zu bilden. 10 Jahre später wurde nun mit dieser bedeutenden Baumaßnahme begonnen. “

Seit 2009 informieren und beraten sich die Hafeninfrastrukturgesellschaften Hamburg Port Authority, Brunsbüttel Ports GmbH, Glückstadt GmbH & Co.KG und Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG gemeinsam mit den Wirtschaftsfördereinrichtungen der Metropolregion Hamburg, der egeb Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH im Norden und der überregional tätigen Süderelbe AG im Süden, regelmäßig zu hafenstrategischen Themen.

 

Im Norden sitzt die neue Autobahn GmbH bereits ab 1. Januar 2020 im Driver-Seat

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v.l.: Andreas Rieckhof, Stephan Krenz und Thilo Rohlfs bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Hamburg

Die neue Autobahn GmbH des Bundes wird die Planung und den Bau von Fernstraßenprojekten bereits vorzeitig zum 1 Januar 2020 im Norden übernehmen. In der Niederlassung Nord, die das Gebiet Hamburg, Schleswig-Holstein und das nördliche Niedersachsen umfasst, startet damit in der ersten Niederlassung in Deutschland ein Pilotbetrieb, bei dem die Autobahn GmbH bereits ab kommendem Jahr Aufgaben im Fernstraßensektor wahrnimmt.

Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, Staatsrat Andreas Rieckhof und Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der bundeseigenen Autobahngesellschaft, haben gestern Abend eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Wichtige laufende Großprojekte des aktuellen Bundesverkehrswegeplans, wie der Neubau der A 20 in Schleswig-Holstein und der A 26 in Hamburg sowie weitere Maßnahmen an Betriebsstrecken in den beiden Ländern sollen auf die neue Autobahn GmbH des Bundes übergehen. Maßnahmen in Niedersachsen werden verabredungsgemäß erst im Jahr 2021 übergehen.

Seit dem 1. Juli 2019 bereitet ein Aufbauteam der Niederlassung Nord in Hamburg unter Regie des Niederlassungsleiters, Klaus Franke, den Übergang in enger Abstimmung mit der Zentrale in Berlin, den drei Ländern und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor. Parallel arbeitet das BMVI zurzeit an der Schaffung der weiteren organisatorischen und haushaltsmäßigen Voraussetzungen. Die Länder sorgen ihrerseits für einen reibungslosen Übergang von Personal, Sachmitteln und Verträgen.

Der Betrieb der Autobahnen geht planmäßig erst zum 1.1.2021 an die Autobahn GmbH über. Ca. zwei Jahre nach den Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat zur Reform der Fernstraßenverwaltung wurden damit wichtige Weichen für ein Gelingen der Reform im Norden gestellt.

Maritimer Sommertreff: Minister warnt vor einseitigem Wettbewerb bei Großaufträgen

Zum 10. Mal trafen sich am Donnerstagabend in Kiel führende Köpfe der Maritimen Wirtschaft aus Schleswig-Holstein und Hamburg zum traditionellen „MAST“, dem Maritimen Sommertreff im Kieler Yachtclub. Ehrengast war – neben Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher – unter anderem Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Ein Thema seiner Rede , aber auch der zahlreichen Gespräche bei dem Branchentreff: die anstehende europaweite Ausschreibung von zwei Tankern der Bundesmarine. Für Buchholz seine „Meldung der Woche“ (Video starten)

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Buchholz und Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher beim Maritimen Abend

Dazu der KN-Bericht (Montagausgabe)

Ein Campus, der aufhorchen lässt – und zwei Unternehmerinnen, die Mut machen

Bernd Buchholz
Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) mit Stephan Fuesers, Studiendirektor der LBS vor einer Schulklasse des Campus    Fotos: Olaf Malzahn

Ein Lübeck-Besuch, der den Minister buchstäblich aufhorchen ließ: Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz überzeugte sich heute einmal persönlich und hautnah davon, welches Potenzial im echten Norden in der Branche der Hörakustik steckt. Zunächst war er Gast bei einem bundesweit einmaligen Leuchtturm der dualen Ausbildung – dem Campus Hörakustik im Lübecker Hochschul-Stadtteil – danach besuchte er die Lübecker Firma Auris Hörakustik als ein Musterbeispiel für eine gelungene Firmen-Nachfolge in dieser handwerklichen Spitzenbranche.

Der Campus Hörakustik, bestehend aus der Akademie für Hörakustik (afh) und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS), ist die zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte des deutschen Hörakustik-Handwerks. „Wir sind stolz auf dieses einzigartige und renommierte Kompetenzzentrum in Schleswig-Holstein. Der Campus Hörakustik ist ein internationales Vorzeigemodell, eine Art ,Cambridge des Nordens‘ für das Hörakustik-Handwerk“, schwärmte Buchholz bei seinem Rundgang mit Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker KdöR (biha) sowie biha-Vizepräsident Jürgen Matthies und Schulleiter Michael Blau. „Die Hörakustiker sind ebenso feste wie wichtige Akteure im deutschen Gesundheitswesen. Sie leisten eine sehr gute Versorgung und sichern mit dem Campus Hörakustik dafür bundesweit hochqualifizierten Fachkräftenachwuchs“, sagte er.

Wie die Fachleute Buchholz erläuterten, zeichnet sich die Hörakustik laut aktueller Umfrage des GKV Spitzenverbandes unter anderem durch höchste Kundenzufriedenheit bei der individuellen Versorgung von schwerhörigen Menschen aus. 90 Prozent der Versicherten geben an, „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit der individuellen Versorgungssituation zu sein. „Diese sehr große Wertschätzung macht den Beruf des Hörakustikers für viele Absolventinnen und Absolventen zur regelrechten Berufung“, so Buchholz.

Davon konnte sich er sich bei seinem anschließenden Besuch bei zwei Absolventinnen der Akademie überzeugen, bei den beiden Auris-Geschäftsführerinnen Anja Fromm und Claudia Brömel. Beide Gründerinnen machten im Gespräch mit dem Minister deutlich, dass auch für Sie die enge Kundenbindung „das A und O“ des Geschäfts sei. Beide Frauen arbeiteten zunächst jahrelang als Angestellte bei Auris Hörakustik, ehe Sie vor drei Jahren das Geschäft mit dem großen weißen Ohr in der Ratzeburger Allee übernahmen.

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Anja Fromm (links) und Claudia Brömel mit Buchholz vor dem weißen Ohr ihres 2016 übernommenen Geschäfts „Auris-Hörakustik“ in der Rateburger Allee

Zum Besuch der Hörakustik-Akademie und des Geschäfts von Anja Fromm und Claudia Brömel sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Ein wichtiger Teil ihrer Tätigkeit sei die Arbeit mit Kindern, „das macht vielleicht ein gutes Drittel unseres Geschäfts aus“, sagt Brömel. Einige der Kunden, die heute junge Erwachsene seien, habe sie schon als Säugling kennengelernt. „Wenn sie als Kinder zufrieden sind, dann kommen sie auch weiterhin gerne zu uns.“ Das sechsköpfige Team bei Auris betreue sehr viele Familien – vom Enkel bis zur Oma. Der individuelle Kontakt sei das wichtigste. Wer ein Hörgerät brauche, müsse gut betreut werden, komme fünf bis achtmal, bis er das richtige Gerät für sich gefunden habe. „Jeder sollte diese Testphase haben.“

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Die angehende Hörgeräte-Akustik-Meisterin Rieke Tetzlaf demonstriert dem Minister das Anpassen eines maßgeschneiderten Gehörschutzes

Vor knapp drei Jahren übernahmen beide Frauen das Geschäft von ihrem Chef. Entscheidend dafür sei die „freundschaftliche und vertrauensvolle Atmosphäre“ in der Zusammenarbeit mit ihrem damaligen Chef Aloys Kötter gewesen. „Wir sind reingewachsen in einer Phase, in der wir noch gar nicht daran dachten, das Geschäft einmal zu übernehmen. Das hat es uns leicht gemacht, diesen Schritt zu gehen“, sagt Brömel. Als die Übernahme konkret wurde, hätten sich beide ein Jahr Zeit genommen, um alles genau zu besprechen. Ihr Tipp an andere, die eine Firma oder ein Geschäft übernehmen wollen: „Auf jeden Fall Hilfe suchen, einen guten Steuerberater und Bankberater.“ Man brauche Experten an seiner Seite, die sich mit Zahlen auskennen. Natürlich sei der Sprung in die Selbstständigkeit immer ein gewisses Risiko, aber diesen Schritt hätten die beiden gleichberechtigten Chefinnen nie bereut. „Das Risiko war es wert. Wir blicken auf wachsende Zahlen.“

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit 6.400 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk ca. 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Umweltpreis für Caterpillar und GP Joule

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Produktion bei Catarpillar in Kiel: Vor wenigen Tagen informierte sich Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs in dem Unternehmen

Der Motorenhersteller Caterpillar und die auf erneuerbare Energien spezialisierte GP Joule Gruppe haben den diesjährigen Umweltpreis der schleswig-holsteinischen Wirtschaft gewonnen. Die Unternehmen erhielten die Auszeichnung heute in Kiel. Die Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG aus Kiel habe mit der Entwicklung einer neuen Schiffsmotoren-Technologie die Voraussetzung geschaffen, um mit dem Einsatz von verflüssigtem Erdgas die Schadstoffemissionen bei der Schifffahrt und in den Häfen signifikant zu reduzieren, hieß es zur Begründung.

Die GP Joule Gruppe mit Hauptsitz in Reußenköge bei Husum biete ganzheitliche erneuerbare Energie-Lösungen sowie eine marktfähige Technologie zur Wasserstoffgewinnung aus Ökostrom an. Sie treibe so die sektorenübergreifende Energiewende maßgeblich voran. Der Umweltpreis ist undotiert. Die geehrten Unternehmen bekommen ein Bronzerelief und eine Urkunde. Sowohl Wirtschaftsminister Bernd Buchholz als auch sein Staatssekretär Thilo Rohlfs gratulierten beiden Betrieben zu der Auszeichnung.

Die Studien- und Fördergesellschaft der Wirtschaft hat die Auszeichnung seit 1984 insgesamt 72 Mal verliehen. «Wir freuen uns über die erfreulich hohe Zahl an Preisträgern, die ein Beleg für die Bedeutung des Umweltschutzes in unseren Betrieben ist», sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Philipp Murmann. Neue Technologien leisteten einen entscheidenden Beitrag zum Umwelt- und zum Ressourcenschutz der Zukunft.

Land rüstet sich für zweite Runde im Wettbewerb um Millionen-Förderung für Batterieforschung

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Experten-Tagung heute in Kiel: Wissenschaftler sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung beim Erarbeiten einer Projektskizze für eine „Batterie-Produktion Light“ in Itzehoe

Nach dem verpassten Zuschlag des Bundes für eine Batteriezellen-Forschungsfabrik in Itzehoe kämpft die Landesregierung mit einem Expertenteam rund um das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) weiter um eine Millionenförderung für den Forschungsstandort Itzehoe. Am ISIT könnte mit bis zu zwanzig Millionen Euro Bundesmitteln eine Forschungsfertigung von Hochleistungsakkus für die Schifffahrt entstehen, sagte heute Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs  am Rande einer Expertentagung in Kiel. Die Finanzierung sei allerdings noch völlig offen.

Wie Rohlfs weiter sagte, habe das Institut bereits Erfahrung mit der Entwicklung von Energiespeichern sowohl im Über- als auch Unterwasserbereich. Dankbar sei auch eine weitere Erforschung von stationären Speichern, in der Anwendung zum Beispiel beim Projekt E-Highway an der Autobahn 1.

Ende Juni hatte Münster (Nordrhein-Westfalen) das Rennen um die Forschungsfabrik gewonnen. Das Fraunhofer-Institut im Kreis Steinburg soll künftig aber Teil eines Netzwerks zur Batterieforschung sein. Dafür stehen nach Angaben von Rohlfs noch weitere Bundesmittel bereit. Das Land müsste das Projekt ebenfalls finanziell unterstützen. Auch die Stadt Itzehoe wird sich finanziell beteiligen. Der Bund steckt mehr als eine halbe Milliarde Euro in die Batterieforschung. Schleswig-Holstein wollte ursprünglich im Falle eines Zuschlags für Itzehoe als Fabrikstandort 145 Millionen Euro aufbringen.

Bereits direkt nach der umstrittenen Standort-Entscheidung für die Batteriefabrik zugunsten ihres Nachbarwahlkreises Münster hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Juli Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zugesichert, dass auch Itzehoe profitieren solle.

Cannabis-Anbau in Neumünster: Deutschland-Premiere mit Innovationskraft

Das entstehende Gebäude im Gewerbegebiet von Neumünster ist ebenso grau wie unscheinbar, die Investitionssumme nicht rekordverdächtig – und auch die geplanten 40 Arbeitsplätze rauben wohl keinem Arbeitsminister vor Begeisterung den Atem. Und doch ist der Neubau der kanadischen Firma Aphria, der diese Woche Richtfest feierte, in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Und bietet enorm viel Potenzial für den Innovations- und Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein. Die „Meldung der Woche“ für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Video starten…

Neue Marine-Tanker wieder im europaweiten Wettbewerb? Staatssekretär Rohlfs in Sorge

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Rohlfs (2.v.l.) mit GNY-Chef Jörg Herwig, Betriebsratsvorsitzenden Ramon Santorum und Assistentin Wencke Busch auf dem Wahrzeichen Kiels, dem GNY-Portalkran

Werften-Tag von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär  Thilo Rohlfs: Der FDP-Politiker war heute unter anderem zu Gast bei der gut ausgelasteten Lürssen-Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg sowie bei German Naval Yards (GNY) in Kiel.  Parallel dazu schreckte bereits am Vormittag eine NDR-Meldung aus Berlin die Maritime Wirtschaft im Norden sowie viele Politiker auf.  Demnach will die Bundesmarine offenbar auch zwei neue Tanker der Bundesmarine wieder europaweit ausschreiben lassen und nicht national an deutsche Werften vergeben. Schon seit 2015 gibt es Kritik an der Vergabepraxis, weil möglicherweise eine niederländische Werft bei dem fünf Milliarden Euro schweren Auftrag für ein Mehrzweckkampfschiff (MKS 180)  zum Zuge kommen könnte. Die Würfel fallen im Herbst. Daraufhin wollte die Große Koalition ihre Politik ändern.

Ein Thema, das am Nachmittag auch für Diskussionsstoff zwischen Rohlfs und GNY-Chef Jörg Herwig sorgte.

Rohlfs sagte im Gespräch mit NDR- und Deutschlandradio-Reporter Christian Wolf unter anderem (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die neuen Tankschiffe sollen länger sein, mehr Kraftstoff bunkern können, schneller fahren und vor allem sollen es sogenannte Doppelhüllentanker werden. Das sind Schiffe, die wesentlich sicherer Treibstoff transportieren können. International ist das mittlerweile Standard. Die neuen Tanker sollen Schiffe aus den 1970er-Jahren ablösen. Der Inspekteur der Marine hat laut NDR-Bericht bereits entschieden, welche Merkmale die neuen Tanker haben sollen.

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Besuch der Lürssen-Werft in Schacht Audorf: Rohlfs mit Geschäftsführer Rolf Leger, der von einer guten Auftagslage und einer hohen Ausbildungsquote berichtete

Die Praxis verwundert nicht nur Rohlfs, sondern auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther.  Wenn der Marine-Schiffbau eine Schlüsseltechnologie wäre, dann müsste auch nicht mehr europäisch ausgeschrieben werden, so Günther, der auf Bundesebene massiv dafür kämpft, die norddeutschen Werften zu stärken.

Zwischenablage01German-Naval-Chef Herwig sagte zu den Meldungen

(Audio starten, Pfeil klicken)

Die beiden Generalunternehmer, die im Bieterverfahren um das MKS 180 bis in die entscheidende Runde kamen, waren das niederländische Unternehmen Damen und die Kieler Werft German Naval Yards. Aus dem Rennen flog damals die Lürssen-Werft aus Bremen. Auch in der Marine selbst gibt es laut NDR kritische Stimmen. Die Deutschen seien die einzigen, die europäisch ausschreiben, heißt es. Alle anderen EU-Mitgliedsstaaten vergäben national. Die europäische Konkurrenz ist gefürchtet. Der französische Konzern Naval beispielsweise zählt 13.000 Mitarbeiter, der Staat ist mit 62 Prozent an dem Konzern beteiligt.

Und auch die Industrie mit Sitz in Deutschland würde lieber ohne langwierige Verfahren Aufträge umsetzen. Zur Ankündigung, zwei neue Tanker auszuschreiben, sagte Heiko Landahl-Gette, Sprecher von German Naval Yards, der Konzern habe die Expertise und Infrastruktur für den Bau der Versorgungsschiffe. Sobald das Unternehmen gefragt werden würde, könnte die Werft einen solchen Tanker sofort bauen. Ingenieure, die Doppelhüllentanker gebaut haben, beschäftigt German Naval Yards auch noch.

Der Koordinator für maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU), teilte mit, mit , dass noch in diesem Jahr eine entsprechende Entscheidung im Kabinett gefällt werden solle. Doch bis dahin könnte die europäische Ausschreibung längst laufen.

Bald sprießen die ersten legalen Cannabispflanzen im echten Norden

Richtfest für Deutschlands erste legale Cannabisanlage: In Neumünster will Aphria erstmals Cannabis zu medizinischen Zwecken ernten. Wirtschaftsminister Buchholz stellt bei der Gelegenheit klar, für wen das Cannabis nicht ist.

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Symbolisches Einschlagen der letzten Nägel des Rohbaus in der Neumünsteraner Isarstraße

Deutschlands erste legale Cannabis-Produktionsanlage in Neumünster nimmt Formen an. «Hier wird Ende 2020 – wahrscheinlich zum ersten Mal in Deutschland – medizinisches Cannabis produziert», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute beim Richtfest der Anlage in einem Gewerbegebiet von Neumünster. Die Ansiedlung des Unternehmens Aphria Deutschland GmbH sei ein Glücksfall. Medizinisches Cannabis komme beispielsweise in der Schmerztherapie zum Einsatz. «Hier geht es nicht um Marihuana für Altona.»

2c63f696-7d93-4b6a-b116-797dd5db29f3-3383-0000043a67d18ad4-1… weiter sagte der Minister – Audio starten, Pfeil klicken

Das Investitionsvolumen liegt nach Unternehmensangaben im zweistelligen Millionenbereich. «Es ist die modernste und sicherste Anlage der Welt», sagte Aphria-Geschäftsführer Hendrik Knopp. «Wir werden mehr als 50 neue Arbeitsplätze schaffen.» Für die mehr als 6000 Quadratmeter große Indoorplantage würden rund 14 000 Tonnen Stahlbeton verbaut. Die Sicherheitsanforderungen sind hoch, die Wände 24 Zentimeter dick. Die Pflanzen sollen in verschiedenen Kammern einen Schnelldurchlauf absolvieren.

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Der Zimmermannsmeister der Baufirma Bartram beim Richtspruch

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Aphria in Schleswig-Holstein den Anbau von jährlich einer Tonne für vier Jahre erlaubt. Auch zwei weitere Firmen dürfen künftig in Deutschland medizinisches Cannabis anbauen. Seit März 2017 können sich deutsche Patienten medizinisches Cannabis regulär beim Arzt verschreiben lassen. Bislang werden Cannabis-Blüten für medizinische Zwecke aus dem Ausland importiert, unter anderem vom kanadischen Mutterunternehmen der Firma aus Schleswig-Holstein.

Für den drogenpolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Wieland Schinnenburg, verringert die Anlage im nördlichsten Bundesland die Abhängigkeit Deutschlands von Importen aus dem Ausland. «Wir brauchen in Deutschland fünf bis sechs Tonnen pro Jahr», sagte er. Der Bedarf wachse. Deutschland müsse die Grundlagen für die Ausfuhr von medizinischem Cannabis schaffen. Nach seinen Vorstellungen könnten hierzulande mindestens 50 Tonnen pro Jahr produziert werden. «Wir wollen Cannabis Made in Germany als Exportartikel.»

Parallel zum Cannabis-Anbau in Neumünster plant Aphria in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) einen sogenannten Tresor, um dort aus Kanada importiertes medizinisches Cannabis zwischenzulagern. Die Mutterfirma baut nicht nur drei verschiedene Sorten an wie in Neumünster geplant, sondern mehr als zwei Dutzend. Wirtschaftsminister Buchholz sieht in der Produktionsanlage in Neumünster ein Leuchtturmprojekt, dass andere Unternehmen ermuntern könnte, sich im Norden anzusiedeln. «Das ist ein hochinnovativer Standort.»

Staatssekretär Rohlfs auf Tuchfühlung mit der Maritimen Zuliefer-Industrie in Kiel

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Rohlfs (rechts) lässt sich von Ingenieur Hans-Ulrich Hölk bei Caterpillar Pleulstangen der neuen Generation von Dual-Fuel-Motoren zeigen

Sie sind zwei Kraftpakete der Maritimen Wirtschaft in Schleswig-Holstein: der amerikanische Schiffsmotorenhersteller Caterpillar und das Technologieunternehmen Thales Deutschland. Beide Unternehmen wurden heute von Wirtschafts- und Technologiestaatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) besucht.

Der Motorenhersteller Caterpillar produziert in Friedrichsort seit geraumer Zeit nicht mehr ausschließlich Dieselmotoren, die mit Schweröl oder schwefelärmeren Gasöl laufen. Bereits vor einigen Jahren wurde das Portfolio um sogenannte Dual-Fuel-Motoren erweitert. Diese können sowohl Schiffsdiesel als auch Flüssiggas (LNG = Liquefied Natural Gas) nutzen. „Gut für die Umwelt, denn LNG erzeugt deutlich weniger Emissionen“, sagt Rohlfs.

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Bianca Weiß von Thales erläutert dem Staatssekretär das Drehsystem einer Antenne

Bei Thales konnte sich der Staatssekretär ein Bild vom Neubau der Firmenzentrale in Kiel-Wik machen, der in wenigen Wochen offiziell in Betrieb genommen wird.  Laut Rohlfs zeichnet sich der neue Standort besonders durch die Nähe zu den Werften, Zulieferern und der Marine als Kunden aus und biete in Kiel gute Perspektiven für neue Aufträge. 170 Mitarbeiter hat das Unternehmen bereits am Standort Kiel.

Nach seinen beiden Firmenbesuchen sagte der Staatssekretär (Audio starten – „im Browser anhören“)

 

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus