Kooperation zwischen Kappeln und Lauenburg für Weltpremiere bei Offshore-Crewtransporten

Geschäftsführer und Gesellschafter mit Minister (v.l.): Hitzler-Chef Marek Klimenko, Minister Buchholz, Walaby-Gründer Harald Hübner, Wallaby-Gesellschaftter Achim Fölster und Benjamin Schmoll sowie Wallaby-Geschäftsführer Eike-Christian Höper und Hitzler-„Juniorchef“ Kay Klimenko

Es könnte für manchen Passagier das Ende von Seekrankheit bedeuten, doch der eigentliche Zweck greift viel tiefer: In einer Kooperation zweier maritimer Betriebe entsteht in den kommenden Monaten in Schleswig-Holstein das weltweit erste mit einer Federung ausgestattete Arbeitsschiff zur Wartung von Offshore-Windkraftanlagen. Die neu gegründete Schiffsbau-GmbH „Wallaby Boats“ aus Kappeln hat sich mit der traditionsreichen Lauenburger Hitzler-Werft zum Bau des so genannten Crew Transfer Vessel (CTV) zusammengetan.  Das Schiff soll künftig auch bei höherem Seegang gefahrlos Service-Techniker an ihren Einsatzort in den Offshore-Windparks bringen. Heute wurde die Kooperation in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz in Lauenburg formell besiegelt.

Das aus Australien stammende Prinzip der Wallaby Boats ist nach Angaben der Konstrukteure ebenso einfach wie verblüffend effektiv: Die Rümpfe des Katamarans sind vom Deck der Kommandobrücke getrennt und stattdessen über vier Federbeinkonstruktionen mit ihm verbunden. Vorbild für die Konstruktion waren Offroadfahrzeuge der Automobilindustrie. Dank dieser Technik ist es möglich, den Einfluss des Seegangs auf die Personen an Bord um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, was den Überstieg der Techniker auf Offshore-Windkraftanlagen oder der Lotsen auf Frachter erheblich sicherer macht und den Transportkomfort für Passagiere deutlich verbessert und darüber hinaus auch die Gefahr der Seekrankheit erheblich reduziert. Willkommener Nebeneffekt: Eine deutliche Reduzierung der benötigten Ressourcen beim Bau und im Betrieb der relativ kleinen Fahrzeuge, was den Weg zum angestrebten klimaneutralen „net zero ship“ ebnet.

Den Kooperationsvertrag unterzeichneten die Geschäftsführer Eike Kristian Höper, Wallaby Boats GmbH und Harald Hübner, sowie Marek und Kai Klimenko für die Hitzler Werft.
Buchholz sagte im Anschluss an seinen Werft-Besuch – Audio starten, Pfeil klicken…

Marek Klimenko hat die Hitzler Werft vor wenigen Monaten zusammen mit seinem Sohn und Geschäftspartner Kai übernommen. Zuvor hatte der erfahrene Ingenieur über 30 Jahre lang bei der Hitzler Werft gearbeitet, zuletzt als Konstruktionsleiter. Neu-Geschäftsführer Marek Klimenko sieht die Kooperation der beiden schleswig-holsteinischen Unternehmen als vielversprechenden Schritt, die Innovationskraft im Norden weiter zu stärken: „Unsere Ziele sind die Fortführung des Kerngeschäftes der Hitzler Werft sowie die Erweiterung durch innovative Projekte und alternative Antriebe. Wir freuen uns, von der Wallaby Boats GmbH als Bauwerft ausgewählt worden zu sein. Das Projekt und die Philosophie des Unternehmens passen sehr gut zu unserem Betrieb und unseren Zielen.“

Wallaby-Gesellschafter Achim Fölster, zugleich Mitglied bei den Startup-Förderern „Baltic Business Angels“, sagte: „Ich freue mich, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, dieses innovative Schiffbauprojekt in Schleswig-Holstein umzusetzen und es im internationalen Markt zu platzieren.“ Die Entwicklungsgeschichte des Projekts könne als Beispiel für eine gelungene, zielgerichtete Förderung in Zusammenarbeit mit öffentlichen Instrumenten und Industriepartnern dienen. Das Land Schleswig-Holstein habe einen großen Beitrag zum Erfolg geleistet.

Tourismus im Steigflug: Buchholz appelliert an angehende Azubis und plädiert für Akzeptanz

Die Zahlen sind ermutigend: Mit 2,8 Millionen Übernachtungen im Mai hat der SH-Tourismus eine deutliche Steigerung gegenüber dem Corona-Mai 2020 hingelegt. Nämlich ein Plus von über 85 Prozent bei den Übernachtungen. Aber immer noch ein Rückgang um 15 Prozent gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie.

Vor diesem Hintergrund umtreiben Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz vor allem zwei Sorgen: Zum einen der Mangel an Fachkräften – gepaart mit der Zurückhaltung angehender Azubis in diesem Jahr. Zum anderen die zunehmende Blockade-Haltung gegenüber touristischen Investitionen… seine „Meldung der Woche“, Video starten

„Warmer Regen“ für Dithmarscher Landesmuseum: Land fördert Sanierung mit 3,3 Millionen

Buchholz mit Landrat Stefan Mohrdieck, Kreispräsidentin Ute Bohrwieck-Dethlefs sowie Architekt Andreas Heller vor dem Museum

Nicht nur das Dithmarscher Landesmuseum gibt es schon bald 150 Jahre, auch die Gebäude stammen teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert. Um das Museum sowohl touristisch als auch energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, wird es umfassend umgebaut. Das Land fördert die Umgestaltung mit insgesamt über 3,3 Millionen Euro. Hierfür übergab Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute gleich zwei Förderbescheide an Landrat Stefan Mohrdieck. „Das Landesmuseum hat Strahlkraft weit über die Region hinaus und ist ein wichtiger Baustein, um den Tourismus weiter anzukurbeln. Das Geld ist hier bestens angelegt“, sagte Buchholz.

Weiter meinte der Minister – Audio starten – Pfeil klicken

Im Zuge der Umbauarbeiten wird das Ausstellungsprogramm neugeordnet, die Präsentation der Dauer- und Sonderausstellungen wird neu konzipiert und mit digitalen Elementen ergänzt. Viel Wert wird auch auf die Barrierefreiheit gelegt. Künftig werden nicht nur der Zugang und die Gebäude des Museums barrierefrei sein, auch die Ausstellung selbst soll für Menschen mit Beeinträchtigungen erlebbar werden. „Nur ein für alle zugängliches und modernes Museum spricht dauerhaft Besucherinnen und Besucher an“, betonte der Minister.

Mit der Neukonzipierung etabliere sich das Museum außerdem weiter als attraktives Ganzjahres-Angebot. „Das entspricht genau unserer Tourismusstrategie“, so Buchholz. Für die Umgestaltung steuert das Land 2,7 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln bei. Einen weiteren Förderbescheid über 611.000 Euro gab es für die energetische Sanierung der alten Museumsgebäude, unter anderem für neue Fenster und Elektro-, Heizungs- und Lüftungsanlagen. Buchholz: „Das leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und schont langfristig den Geldbeutel.“ Auch diese Förderung stammt aus EFRE-Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft.

Land schiebt Masken-Produktion der Firma „F&F Lasertechnik“ mit knapp einer Million Euro an

Firmenchef Sager (links) zeigt Buchholz und dem Chef des Clusters Life Science Nord, Hinrich Habeck, die Masken-Produktion im neuen Werk in Grube

Mit knapp 950.000 Euro aus einem EU-Fonds unterstützt das Land Schleswig-Holstein die Produktion von Atemschutzmasken bei der Firma „F&F Lasertechnik“ in Ostholstein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) überreichte den Förderbescheid heute den Geschäftsführern Jens Sager und Andreas Babbe. Das Unternehmen aus Neustadt, das ansonsten in der Metall- und Blechverarbeitung aktiv ist, war im vorigen Jahr mit einem neuen Werk in Grube in die Maskenproduktion eingestiegen. Dort fertigt es laut Sager 200.000 Masken pro Woche. 80 Prozent davon gingen an die Bundesländer, der Rest an Industrie und Handel. Exportmöglichkeiten würden ausgelotet.

F&F Lasertechnik trage maßgeblich dazu bei, die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung innerhalb Deutschlands sicherzustellen, erklärte Buchholz. «Gleichzeitig werden neue Wirtschaftsbereiche erschlossen; das unterstützen wir gerne.» Das Unternehmen hat auch eine FFP-Maske für schwere Einsätze und höchste Schutzansprüche entwickelt. Am Anfang der Pandemie sei der Ruf nach heimischen Masken laut geworden, erläuterte Geschäftsführer Sager. «Einer Abhängigkeit von Schutzprodukten aus Asien wollten wir entgegentreten.» Der Produktionsaufbau ist mit rund 40 neuen Arbeitsplätzen verbunden.

Bund und Land nehmen „Ostseeblick“ in Betrieb: Rastplatz mit Urlaubsflair des echten Nordens

„Autobahn“-Bundeschef Stephan Krenz (Mitte) zeigt Minister Buchholz den informativen Ausblick vom „Ostseeblick“. Rechts der Chef der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH, Klaus Franke.

Wer hier rastet, sieht von einem Aussichtspunkt die Ostsee, die Fehmarnsundbrücke und natürlich die Insel Fehmarn selbst. Das Display des dort aufgestellten Fernrohrs zeigt an, was genau zu sehen ist. Urlauber erfahren beispielsweise, dass sie für die 186 Kilometer bis Kopenhagen etwa zwei Stunden, vierzig Minuten brauchen. Der frisch renovierte Rastplatz «Ostseeblick» an der Autobahn 1 bei Heiligenhafen bietet mehr Service in Form von Wlan, Frischwasser für Urlauber, einen Spielplatz für die Kleinen und Schnelladestationen für E-Autos.

Heute nahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) – der per Video zugeschaltet wurde – und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Bernd Buchholz die Pilotanlage offiziell in Betrieb. Der neue Rastplatz kann zum Vorbild werden. Rund zwei Millionen Euro hat die Autobahn GmbH des Bundes für die Neugestaltung der Pilotanlage im Norden ausgegeben.

Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten bei dem Termin – Audio starten, Pfeil klicken

Mit Blick auf den Namen «Ostseeblick» sprach Scheuer von «Idylle pur». «Unbewirtschaftete Rastanlagen verbinden viele eher mit Benzingeruch statt mit Brise.» Das Verweilen an den Rastplätzen entlang der Autobahnen solle sich verbessern. Im Norden gebe es erstmals auf einer unbewirtschafteten Rastanlage nicht nur Sanitäreinrichtungen und Sitzgruppen fürs Picknick – sondern Spielgeräte für die Kinder, einen umzäunten Auslauf für Hunde, Outdoor-Fitnessgeräte und vieles mehr.

An der Ladestation können vier Autos gleichzeitig geladen werden. «Laden muss einfach sein», sagte Scheuer. Künftig solle es an den Autobahnen «alle zehn Minuten, alle 15 bis 30 Kilometer» Ladesstationen geben. Das seien ehrgeizigere Pläne als auf EU-Ebene, die alle 60 Kilometer eine Ladestation vorsähen. Deutschland plant dagegen 1000 neue Schnellladestationen, davon 200 an unbewirtschafteten Rastplätzen. «Bis zum Jahr 2025 stehen hierfür 500 Millionen Euro zur Verfügung», sagte Scheuer.

Das moderne Kernstück der Rastanlage – das WC-Haus. Im Vordergrund die überall installierten Solaranlagen zur Stromversorgung des gesamten Rastplatzes.

Auf dem Rastplatz «Ostseeblick» gibt es auch Wlan, digitale Infotafeln informieren über die Verkehrslage und touristische Projekte. Autofahrer können über eine App die Sauberkeit der WC-Anlagen bewerten. Ihr Müll landet in getrennten Behältern mit solarbetriebener Kompressionsmechanik. Der Rastplatz hat energiesparsame Lampen, Zapfstellen für Frischwasser sowie einen Spielplatz und Outdoor-Fitness-Geräte. Urlauber können ihre Hunde in einer abgezäunten Hundezone laufen lassen.

Die Landesregierung hatte Schleswig-Holsteins Autobahnnetz Anfang 2020 an den Bund übergeben – «und damit früher als andere Länder», sagte Verkehrsminister Buchholz. Dabei sei auch das Pilotprojekt entwickelt worden. «Was für den Norden gut und wegweisend ist, kann auch für den Süden nur gut und wegweisend sein.»

Hier die Rede von Buchholz bei der offiziellen Feier:

Für Scheuer spielt Nachhaltigkeit bei der Sanierung von Rastplätzen eine große Rolle. Auf dem WC-Dach und an der Lärmschutzwand sind Solarzellen installiert. «Ich bin überzeugt: Das ist der nutzerfreundliche Rastplatz der Zukunft», sagte Scheuer. Das gelte für Urlauber, Pendler und Trucker. Für den Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, soll die Pilotanlage zeigen, «dass wir den Nutzer und die Nutzerin ins Zentrum stellen».

Schub für den Binnenland-Tourismus: Grundstein für den Steinzeitpark Dithmarschen gelegt

Grundsteinlegung mit Kelle und Hammer (v.l.): Park-Chef Rüdiger Kelm mit Bürgermeister Heribert Heinecke, Landrat Stefan Mohrdiek, Minister Bernd Buchholz und dem Architekten des neuen Museums, Hauke Mengel

Der Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf zieht jetzt schon Gäste aus der ganzen Region an – und bald wird ein Besuch noch attraktiver. Das Freilichtmuseum wird um ein neues Steinzeithaus ergänzt. Pünktlich zur Grundsteinlegung brachte Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz heute einen Förderbescheid über 2,3 Millionen Euro für Albersdorfs Bürgermeister Heribert Heinecke mit. „Die Verknüpfung von Steinzeitausstellung, Erlebnispark und Freilichtmuseum ist schon jetzt ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Schleswig-Holstein. Das neue Indoor-Angebot ist eine hervorragende Ergänzung“, betonte der Minister.

Das geplante Steinzeithaus wird als zweigeschossiges Multifunktionshaus gebaut und soll einen erlebnisorientierten Einblick in die steinzeitlichen Epochen in Schleswig-Holstein bieten. Hierzu wird die bislang auf drei verschiedene Standorte verteilte Ausstellung zusammengefasst und zentral im Haus präsentiert. Zudem soll ein „Mitmach-Bereich“ insbesondere auch Schulklassen ansprechen. Buchholz hob hervor, dass der Park in Zukunft auch bei ungemütlichem Wetter einen Besuch wert sei. „Damit können wir die Saison hier auf das ganze Jahr ausdehnen. Genau das Ziel verfolgen wir auch mit unserer Tourismusstrategie“, so der Minister.

Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 4,3 Millionen Euro, von denen das Land gut 2,3 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln beisteuert. Da der Steinzeitpark ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal und hohes touristisches Potenzial aufweist, kommt hier eine erhöhte Förderquote von 58 Prozent zum Tragen. In der Regel werden Vorhaben bis zu 50 Prozent gefördert. Die restlichen Kosten tragen der Kreis Dithmarschen und die Gemeinde Albersdorf.

Buchholz zu neuen Corona-Regeln: Das Prinzip der Freiwilligkeit wird nicht aufgehoben

Die ab kommenden Montag geltenden neuen Corona-Regeln bringen nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz wichtige Erleichterungen für Gastronomie und Hotellerie mit sich. Dies gelte unter anderem für den Wegfall der Testpflicht für Gäste von Innengastronomie. Wie der FDP-Politiker heute bei einem Besuch der mit Landeshilfe neu errichteten Promenade im Ostsee-Ferienort Großenbrode sagte, entfallen ab dem 26. Juli zwar erhebliche Pflichten, das Prinzip der Freiwilligkeit werde im Tourismus aber nach wie vor groß geschrieben.

Zu den Neuregelungen für den Tourismus sagte Buchholz – Audio starten, Pfeil klicken:

Derzeit seien viele Menschen im Land, die sonst anderswo Urlaub machten, sagte Buchholz. Er hoffe auf eine gute Auslastung bis in den November hinein.

Gruppenbild mit Minister und Gemeinderat Großenbrode auf der neuen Promenade – von „Overtourism“ kann aus Sicht von Buchholz in keinem Ort des Landes die Rede sein.

Buchholz verwies zugleich auf Befürchtungen bei Investoren, Bürgerbegehren könnten kommunalpolitische Entscheidungen kippen. Tourismus und ein gutes Leben der Einheimischen gingen im Norden sehr positiv zusammen. «Denn wir sind in Schleswig-Holstein vom Overtourismus so weit entfernt wie die Erde vom Mars.» Der Begriff „Overtourism“ bezieht sich auf Ziele, die von Touristen derart überrannt werden, dass ernste Konfrontationen mit Einheimischen aufkommen.

Buchholz-Appell: Planvoll und umsichtig in Richtung Aufhol-Sommer

An diesem Wochenende rollt die erste Riesen-Reise-Welle in Richtung Norden – und das Land ist gerüstet: Bei einer inzwischen auf 3,6 gesunkenen Corona-Inzidenz und guten Wetter-Prognosen steht nach anderthalb Jahren Lockdown einem halbwegs unbeschwerten Sommer nichts mehr entgegen. Und in der Tourismuswirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen ist die konjunkturelle Aufholjagd in vollem Gange.

Damit der Schwung bleibt, hat die Landesregierung wichtige Weichen gestellt. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten.

Buchholz dankt für ÖPNV-Rettungsschirm – verwahrt sich aber gegen Einmischung

Der Lockdown der letzten anderthalb Jahre hat die Fahrgastzahlen im ÖPNV drastisch sinken lassen und bringt so manches Verkehrsunternehmen finanziell arg in Bedrängnis. Auch Schleswig-Holstein hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie sein ÖPNV-Angebot vollständig aufrecht erhalten und ist deshalb auf den so genannten ÖPNV-Rettungsschirm des Bundes angewiesen. Im Bundesrat dankte Verkehrsminister Bernd Buchholz dem Bund heute ausdrücklich für die Unterstützung, sieht das geänderte „Regionalisierungsgesetz“, über das den Ländern die Bundesmittel zugewiesen werden, aber dennoch kritisch. Denn – so der Verdacht – durch die Hintertür der Transparenz versuche der Bund nun, die Verwendung der Mittel zu beeinflussen.

Allein der jüngst vorgelegte landesweite Nahverkehrsplan (LNVP) für Schleswig-Holstein, den es analog auch in anderen Bundesländern gebe, sorge für ein Maximum an Transparenz – und weise obendrein den Weg in Richtung klimaneutrale Verkehrswende.

Hier die Bundesratsrede von Buchholz in voller Länge:

Buchholz gibt Entwarnung: LkW-Fahrer dürfen während der Fahrt weiter funken

Die Nutzung von Funkgeräten mit Hand-Bedienteil während der Fahrt bleibt in Schleswig-Holstein bis zum 31. Dezember 2021 erlaubt. Das Land verlängert damit eine ursprünglich bis zum 30. Juni 2020 geltende Übergangsregelung erneut. Die vorher gültige Verlängerung läuft zum 30. Juni 2021 aus.

Hintergrund des entsprechenden Erlasses ist die vor Jahren durch den Bund vorgenommene Neufassung des sogenannten Handy-Verbots. Dadurch ist während der Fahrt jede Nutzung eines Gerätes unzulässig, das in der Hand gehalten wird. Damit wurde aber nicht nur das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung und das Tippen auf dem Handy während der Fahrt unterbunden, sondern auch die Nutzung von Funkgeräten.

Nachdem für Funkgeräte zunächst eine fünfjährige Übergangsfrist vorgesehen war, zeigt sich nun, dass diese Frist nicht ausreichend ist, um marktreife Freisprecheinrichtungen für Funkgeräte zu entwickeln. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Entwicklung und Verbreitung entsprechender Geräte weiter verzögert.

Da jedoch zahlreiche Berufsgruppen – von Straßenmeistereien über Schwertransportbegleiter bis hin zu Bus- und Taxifahrern, Pannenhelfern und Fahrschulen – auf Funkverbindungen angewiesen sind, hat sich Schleswig-Holstein nach den Worten von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz dazu entschlossen, die Übergangsfrist erneut zu verlängern. „Außerdem plant das Bundesverkehrsministerium ohnehin Funkgeräte von dem Verbot auszunehmen, wenn die StVO das nächste Mal geändert wird. Das soll Stand jetzt 2022 der Fall sein“, so Buchholz. Die Verlängerung der Ausnahmeregelung sei daher sinnvoll.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus