Madsen zum Start des Deutschlandticket am 1. Mai: „Der echte Norden ist startklar“

Madsen auf dem Lübecker Bahnhof mit NAH.SH-Chef Arne Beck (rechts) sowie Manuela Herbort und Torsten Reh von der DB Regio

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat die Einigung zur Einführung des Deutschland-Tickets zum 1. Mai als großen Gewinn für den ÖPNV in Deutschland bezeichnet. Die Länder-Arbeitsgruppe unter Beteiligung seines Staatssekretärs Tobias von der Heide hätte zusammen mit Bahn und Bund bei ihrer heutigen Sitzung zentrale Hindernisse aus dem Weg geräumt und wichtige Verständigungen erreicht.

«Gut ist vor allem, dass es weiterhin ein Jobticket geben werde, das für die Beschäftigten am Ende für gut 30 Euro zu haben sein wird», sagte Madsen. Auch das schleswig-holsteinische Semesterticket werde weiterhin Bestand haben. Studentinnen und Studenten könnten ihr Ticket zudem künftig auf das 49 Euro teure Deutschlandticket upgraden.

Foto: Frank Molter

Weiter sagte Madsen im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken….

Die ausstehende Zustimmung der EU-Kommission zu den Modalitäten gilt in Expertenkreisen als recht sicher, weil das 49-Euro-Ticket alle betroffenen Verkehrsunternehmen gleich behandelt.

Madsen beklagt „Rolle rückwärts“ des Bundes bei Härtefall-Hilfen als „blamabel“

Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen hat die Entscheidung des Bundestags-Haushaltsausschusses scharf kritisiert, Energie-Härtefallhilfen nun doch nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang an Unternehmen auszukehren.

Die Haushälter der Berliner Regierungsfraktionen hatten sich am Mittwoch mit Blick auf die aktuellen Preise darauf verständigt, solche Unternehmen von den Härtefallhilfen auszuschließen, die ihren Energiebedarf aus Öl oder Pellets decken.

„Diese Entscheidung ist für die Bundesregierung höchst blamabel und für viele mittelständische Unternehmen ein Desaster, denn sie ist das exakte Gegenteil der noch im Dezember getroffenen Vereinbarungen zwischen Bundeskanzler und Regierungschefinnen und –chefs der Länder», sagte Madsen heute der Deutschen Presse-Agentur. Die Länder hätten bei der Vorbereitung des Hilfsprogramms – in Schleswig-Holstein stehen dafür 34 Millionen Euro zur Verfügung – auf die klare Absprache vertraut, die Förderung in Eigenregie zu regeln. Pikant: Das Bundeswirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) hatte die Erweiterung auf Öl und Pellets ausdrücklich zugelassen. Die entsprechende Verwaltungsvereinbarung zur Auszahlung von Härtefallhilfen sei nicht nur in Schleswig-Holstein längst unterschriftsreif gewesen. Laut Madsen habe das Bundesministerium , die Länder in der Schlussphase allerdings immer wieder mit detaillierten Anforderungen an die Wirkungskontrolle und eine spätere Evaluation der Energie-Härtefallhilfe überrascht.  

Bei ihrer Sitzung am Mittwoch hatten dann die Haushalts-Arbeitsgruppen der Berliner Ampel-Koalition zwar 375 Millionen der insgesamt eine Milliarde Euro umfassenden Härtefallhilfen freigegeben. Zugleich aber die Bundesregierung aufgefordert, «die Härtefallregelungen auf die Entlastung von Strom und leitungsgebundene Energieträger (Gas, Wärme) zu begrenzen und die Härtefallregelung nicht auf leitungsungebundene Energieträger (z.B. Heizöl, Pellets) auszuweiten».

«Diese Rückwärtsrolle bedeutet einen schweren Vertrauensverlust in den Bund, zumal die Länder dann gezwungen wären, die Hilfen an Betriebe mit Öl- oder Pelletheizung aus eigener Kraft zu stemmen“, sagt Madsen.

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwaner, derzeit Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK), hat unterdessen im Namen aller Länderkolleginnen und -kollegen scharfe Kritik am Bund geübt: „Erst werden Hilfen angekündigt, dann macht Berlin einen Rückzieher und vertrödelt erneut Monate an kostbarer Zeit. Das Versprechen des Bundeswirtschaftsministers und des Bundeskanzlers sowie die Einigung der Ministerpräsidenten wurden durch den Beschluss des Haushaltsausschusses im Bund mit Ampelmehrheit kassiert. Der Bundeswirtschaftsminister ist nicht mehr Herr der Lage», so Aiwanger.

Als WMK-Chef schreibt Aiwanger weiter an den Haushaltsausschuss:

Die Wirtschaftsminister und -ministerinnen der Länder haben mich als Vorsitzenden der Wirtschaftsministerkonferenz beauftragt, an den Haushaltsausschuss des Bundestages zu appellieren, die aus unserer Sicht aus mehreren Gründen kontraproduktive Entscheidung zu revidieren. Ich darf diese Gründe wie folgt darlegen.

Der Beschluss macht nicht nur alle Vorbereitungen der Länder (bereits erarbeitete Förderrichtlinien, IT-Programmierungen, Prüfungs-und Bewilligungsstrukturen) zunichte. Er verzögert auch das Ankommen der von den Unternehmen dringend benötigten Hilfen und sorgt in der Wirtschaft für große Verunsicherung, wo eigentlich Sicherheit aktuell das oberste Gebot ist. Aufgrund der von den Ländern geplanten, verschiedene Energieträger umfassende Programme sind davon nicht nur die Hilfen für nicht-leitungsgebundenen Energien betroffen, sondern auch für Strom und Gas, da beschlossene Förderrichtlinien umgeschrieben und Antragsportale umprogrammiert werden müssen.

Von der Bundesregierung wurden den Ländern bislang zurecht Mittel in Höhe von einer Milliarde Euro zur Finanzierung von Härtefallprogrammen in Aussicht gestellt, damit sie den betroffenen Unternehmen in der bestmöglichen Weise, auf die wirtschaftlichen Strukturen und Bedürfnisse vor Ort ausgerichtete Hilfe leisten können. Denn es sollten alle Länder, nicht nur die finanzstarken, in der Lage sein, ihre von den stark gestiegenen Energiekosten besonders belasteten Betriebe in der Krise zu unterstützen und so Wettbewerbsnachteile zu verhindern.

Die Entscheidung des Haushaltsauschusses gegen eine Ausweitung der Härtefallhilfen auf nicht leitungsgebundene Energieträger bedeutet nun eine empfindliche Einschränkung dieser Unterstützungsmöglichkeit. Nicht umsonst hatte eine große Mehrheit der Länder Hilfen für Nutzer dieser Energieträger geplant, deren Bedeutung für die Unternehmen und auch für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen nicht unterschätzt werden sollte. Zum Teil haben Unternehmen hohe Investitionen vorgenommen, um auf den CO2-neutralen Energieträger Holz umzustellen oder als Reaktion auf die Krise von Gas ganz oder teilweise auf nicht leitungsgebundene Energieträger umzustellen, um ihre Resilienz zu erhöhen. Diese erwünschten und wichtigen unternehmerischen Entscheidungen werden durch den Beschluss des Haushaltsgesetzgebers benachteiligt.

Im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen der Wirtschaftsministerkonferenz bitte ich Sie dringend, Ihre Entscheidung zu überdenken und auch nicht leitungsgebundene Energieträger in die Förderkulisse einzubeziehen. Noch ist es für eine Korrektur im Sinne aller Betroffenen nicht zu spät. Dafür wären wir Ihnen sehr dankbar.

WiMi-Spitze im Austausch mit KPMG-Experten über ein digitales Fördermittel-Management der Zukunft

Bei der Abwicklung der Corona-Hilfen stehen sie dem Land mit ihrer Expertise bis heute zur Seite – gestern nutzten die Fachleute der global tätigen Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihren Besuch im Wirtschaftsministerium, um gemeinsam ein wenig nach vorn zu schauen.

Dazu tauschten sich Minister Claus Ruhe Madsen (links), Staatssekretärin Julia Carstens und unser Abteilungsleiter Sebastian Wilckens (3.v.l.) mit KPMG-Vorstand Torsten Kaiser (2.v.l.), Michael Köhler, Ex-Wirtschaftsminister Jost de Jager (2.v.r.) sowie Olaf Buske (rechts) über Optimierungen beim Management von Fördermitteln im Bereich Tourismus und Mittelstand aus. Nach den Worten von Madsen waren sich beide Seiten einig, dass vor allem die Möglichkeiten der Digitalisierung zwischen Unternehmen und Landesbehörden oder landeseigenen Förderinstituten wie der IB.SH bei Weitem noch nicht ausgeschöpft seien. „Wir schauen einfach zu sehr von gestern auf heute – und viel zu wenig in die Zukunft“, sagte Madsen nach dem Treffen.

Fassungslosigkeit im Landtag

Ausriss aus der Berichterstattung von KN-online

Die für offenbar mindestens zwei Menschen tödliche Messerattacke in einem DB-Regionalexpress zwischen Kiel und Hamburg hat tiefe Fassungslosigkeit und Bestürzung im Regierungsviertel ausgelöst. Mitten in die Landtagssitzung platzte die Nachricht, dass ein Fahrgast andere Reisende mit einem Messer attackiert und dabei mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt haben soll. Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack eilte sofort an den Ort des Geschehens nach Brokstedt.

Verkehrsminister Claus-Ruhe Madsen und NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck sagten, dass sie in Gedanken bei den Betroffenen und bei deren Angehörigen sind. „Den Verletzten wünschen wir schnelle Genesung“, so Madsen. Einen vergleichbar schweres Gewaltverbrechen in einem Zug habe es in Schleswig-Holstein noch nicht gegeben. „Jetzt hoffen wir auf eine zügige Aufklärung durch die Polizei“, sagte Beck.

Gerangel um Deutschland-Ticket – Madsen stellt klar: «Wir wären am 1. April abfahrbereit»

Das Tauziehen um die Einführung des Deutschlandticket dauert an. Erst war der Jahreswechsel als Start im Gespräch, dann der 1. April. Nun appelliert der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, am Starttermin 1. Mai festzuhalten. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen stellt für Schleswig-Holstein unterdessen klar: «Ob zum 1. April oder zum 1. Mai – an uns wird ein zeitiger Start auf keinen Fall scheitern».

Madsen appelliert an den Bund, vor allem die dringenden beihilferechtlichen Fragen der Finanzierung des Tickets durch Regionalisierungsmittel mit der EU zu klären. Denn: «Kein Verkehrsunternehmen wird einen Tarifvertrag unterschreiben, wenn am Ende Rückzahlungen samt Zinsen drohen», so Madsen. Und auch das strikte Festhalten von Bundesverkehrsminister Wissing an einem rein digitalen Ticket sieht er derzeit eher als Bremse.

Nahrung erhielt die Befürchtung weiterer Verzögerungen nach einem Arbeitstreffen zwischen Bund und Ländern Ende vergangener Woche. Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne), zugleich Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, macht auch Ihren Zweifeln an einem Start im Frühjahr keinen Hehl: «Wenn die Gespräche und Verhandlungen weiter so schleppend verlaufen, sehe ich schwarz für einen zeitnahen Start.» Sie wirft Wissing vor, den Prozess auszubremsen. Auch ihr Parteifreund und NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer sieht die Schuld für die Verzögerung beim Bundesverkehrsminister. «Vom Bund fehlen nach wie vor wichtige Entscheidungsgrundlagen. Zum Beispiel warten wir immer noch auf die Änderung des Regionalisierungsgesetzes oder die Klärung der Frage der Tarifgenehmigung», sagte Krischer der ARD-Tagesschau.

Madsen sagte heute im Gespräch mit Journalisten in Kiel – Audio starten, Pfeil klicken…

Bastian Kettner, Sprecher für Bahn und ÖPNV beim Verkehrsclub Deutschland (VCD), kann den Ärger der Ländervertreter nachvollziehen: «Grundsätzliche Fragen sind noch zu klären.» Mit Blick auf das Regionalisierungsgesetz, in dem Zuschüsse für den ÖPNV noch mit Corona-Ausfällen begründet werden, mahnt er eine Änderung an: «Man kann sich nicht mehr auf Ausfälle wegen Corona berufen. Das kann die EU monieren.» Das Gesetz zu ändern, störe allerdings die Zeitpläne empfindlich. Auch Madsen warnt: «Jeder weiß, wie langwierig die Gesetzgebungsverfahren sind.» Zudem weist er auf technische Hürden hin. «Wir alle wollen ein rein digitales Ticket, können aber nicht innerhalb von vier Monaten so viele Chipkarten und Lesegeräte kaufen und installieren, wie für eine flächendeckende Einführung erforderlich wären. Deswegen brauchen wir Übergangslösungen wie beim Neun-Euro-Ticket, denen der Bund sich bisher verweigert.

Dass das Deutschland-Ticket zu einer höheren Nachfrage nach Bus- und Bahnen in Schleswig-Holstein führen wird, steht für den Nahverkehrsverbund NAH.SH außer Frage. Sprecher Dennis Fiedel sagt aber auch: «Der Umfang ist aber schwer zu prognostizieren. Es wird also vor allem darauf ankommen, die Entwicklung nach dem Start des Deutschlandtickets zu beobachten.» Gegenwärtig planen die NAH.SH aber keine Kapazitätsanpassungen.

El Samadoni trifft Madsen – und wirbt für eine bürgerfreundliche Verwaltung

Weiteres wichtiges Kennlern-Treffen auf der Agenda von Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen – für das am Ende wieder einmal viel zu wenig Zeit blieb. Denn Schleswig-Holsteins Bürgerbeauftragte Samiah El Samadoni brennt für soziale Themen, die große Schnittmengen mit dem Ressort von Madsen haben.

Angefangen beim Fachkräftemangel bis hin zu einer bürgerfreundlichen Verwaltung. Beide waren sich nach dem einstündigen Treffen vor allem einig, dass nur eine offene und restlos diskriminierungsfreie Gesellschaft in der Lage sein wird, den Fachkräftebedarf zu decken und unseren Mittelstand international wettbewerbsfähig zu halten.

Visite bei der AKN mit Förderung in dreistelliger Millionenhöhe – von der S 21 bis Fehmarn-Burg

Madsen mit dem scheidenden Geschäftsführer Ulrich Bergmann und den Förderbescheiden über knapp 100 Millionen Euro

Mit einer Gesamtsumme von knapp 100 Millionen Euro fördert das Land mit Bundeshilfe in den kommenden Monaten die „AKN Eisenbahn GmbH“ in Kaltenkirchen für zwei weitere Ausbau-Projekte. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute bei einem Betriebsbesuch sagte, entfallen über 99 Millionen Euro auf die Elektrifizierung und den zweigleisigen Ausbau der S-Bahn-Linie S 21, die künftig umsteigefrei von Kaltenkirchen über Eidelstedt bis zum Hamburger Hauptbahnhof pendeln wird. «Die vor einer Woche gestarteten Bauarbeiten werden am Ende eine riesige Entlastung für tausende von Pendlerinnen und Pendlern in der Metropolregion und damit einen gewaltigen Schub für die Mobilitätswende mit sich bringen», sagte Madsen. Auch die Hansestadt Hamburg ist an der Finanzierung maßgeblich beteiligt.

Neben dem Großprojekt S 21 und der Anpassung des Bahnhofs Fehmarn-Burg an die Erfordernisse der künftigen Anbindung des Bahnverkehrs an den Fehmarnbelttunnel beschäftigt sich das Eisenbahnunternehmen laut Geschäftsführer Ulrich Bergmann und Madsen noch mit weiteren Großprojekten. Dazu zählt der Ausbau der sogenannten „Hein-Schönberg-Strecke“ zwischen Kiel und Schönberger Strand, die Ende 2025 in Betrieb gehen soll, sowie die Reaktivierung einer Bahnstrecke zwischen Rendsburg und dem Ortsteil Seemühlen Nord bei Fockbek.

Alles in allem laufen über die AKN derzeit Bauprojekte mit einem Gesamtvolumen von fast 177 Millionen Euro, die Bund und Land mit knapp 155 Millionen Euro fördern. Und das löst einen gewaltigen Schub für die Mobilitätswende aus“, sagte Madsen.

Der Minister nutzte seinen Besuch bei der AKN-Zentrale in Kaltenkirchen zugleich, um sich beim scheidenden AKN-Geschäftsführer Bergmann für dessen dreijährigen Einsatz für das landeseigene Unternehmen zu bedanken. «Sie haben ihre Aufgabe in einer schwierigen Zeit wunderbar gemeistert», sagte Madsen und erinnerte unter anderem an den Spitzenwert von 98 Prozent Pünktlichkeit der AKN-Züge.

Bergmann wird zum 1. Februar von Matthias Meyer abgelöst, dem Madsen eine glückliche Hand für die bevorstehenden Aufgaben wünschte. «Mit Ihnen geht bei der AKN ein Geschäftsführer an Bord, den man wohl als Eisenbahner von der Pike auf bezeichnen kann», so Madsen. Der 55-Jährige Ingenieur bringe vielfältige Management- und Beratungserfahrungen mit nach Kaltenkirchen. So sei er zuvor viele Jahre bei der Deutschen Bahn AG als auch bei der Deutschen Eisenbahngesellschaft (heute Transdev) tätig gewesen. Als gelernter Triebfahrzeugführer und studierter Maschinenbau- und Eisenbahn-Ingenieur kenne Meyer zudem auch die Arbeit an der Basis eines Eisenbahnunternehmens.

Nach Wehrtechnik-Gipfel: Daniel Günther adressiert klare Forderungen an Boris Pistorius

Ministerpräsident Günther und Wirtschaftsminister Madsen (Mitte) beim jüngsten Wehrtechnik-Gipfel der Landesregierung Schleswig-Holstein

Vor dem Hintergrund des Wechsels an der Spitze des Bundesverteidigungsministeriums hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther zügige Entscheidungen zur Umsetzung des 100-Milliarden-Euro- Pakets für die Bundeswehr angemahnt. «Rüstungsaufträge dürfen nicht nur angekündigt, sondern müssen auch umgesetzt werden», sagte er heute der Deutschen Presse-Agentur. «Unsere hochkompetente deutsche Wehrindustrie steht in den Startlöchern, die Bundeswehr auszurüsten und die Soldatinnen und Soldaten auszustatten.» Sie brauche aber Planungssicherheit und Verlässlichkeit. «Dafür setzen wir uns in Schleswig-Holstein schon länger und mit Nachdruck ein», sagte Günther mit Blick auf den jüngsten schleswig-holsteinischen Wehrtechnik-Gipfel mit Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen.

«Die Neubesetzung im Verteidigungsministerium ist eine Chance, fast ein Jahr nach dem Ausrufen der Zeitenwende endlich Taten folgen zu lassen», sagte Günther. Der Erhalt wehrtechnischer Kompetenzen sei für Deutschlands Verteidigungsfähigkeit und Wehrhaftigkeit sowie für den Industrie- und Technologiestandort von herausragender Bedeutung. Das erfordere eine sicherheitspolitisch geprägte Industriepolitik.

Günther übermittelte dem neuen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Tag seiner Vereidigung nach dpa-Informationen außer Glückwünschen auch inhaltliche Forderungen. «Mit dem Minister habe ich heute bereits Kontakt aufgenommen, auch, um mit ihm direkt in die Gespräche einzusteigen», erläuterte er. Eine gute Grundlage seien die mit Industrie und Gewerkschaften in Kiel erarbeiteten Ergebnisse unseres jüngsten Wehrtechnikgipfels. «Bei der Umsetzung sichere ich dem Verteidigungsminister in jeglicher Hinsicht Unterstützung zu.»

Wenn Deutschland zentrale Herausforderungen bewältigen wolle, seien schnelle Vergabeentscheidungen dringend notwendig, sagte Günther. Sie seien auch möglich, denn die deutsche wehrtechnische Industrie habe unmittelbar auf die Ankündigung des 100-Milliarden-Pakets in der Regierungserklärung des Bundeskanzlers am 27. Februar 2022 ihre Kapazitäten auf entsprechende Aufträge ausgerichtet.

Madsen trifft Bischofs-Duo der Nordkirche zum ersten Gedankenaustausch

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt und Sprengel-Bischof Magaard mit Minister Madsen

Die Bedeutung der Kirche und Kirchengebäude für die Wirtschaft und den Tourismus in Schleswig-Holstein – und natürlich die mühsam ausgehandelte Bäderverordnung. Das waren heute einige der Themen eines ersten Kennlern-Treffens von Minister Claus Ruhe Madsen mit Kristina Kühnbaum-Schmidt – Landesbischöfin der Nordkirche – und Gothart Magaard – Bischof Sprengel Schleswig und Holstein.

Beide Bischöfe machten dabei deutlich, welche Rolle die Nordkirche im Land sowohl als Arbeitgeberin wie auch als Auftraggeberin für Handwerk und Handel spiele. Einig waren sich alle drei, dass die derzeitige Regelung der Ladenschlusszeiten in den Bäderorten in Schleswig-Holstein gut austariert und auskömmlich ist. „Natürlich muss man alle paar Jahre einmal schauen, ob es möglicherweise Änderungsbedarf gibt – aber den sehen wir derzeit weder in Richtung Lockerung noch in Richtung Ausdehnung“, sagte Madsen.

Klappertopf-Aussaat im Schnee für blühende Insektentankstellen im Frühjahr

Till Sander – Azubi der Meisterei Klausdorf – mit Ute Ojewski und Minister Madsen

Wer denkt bei Schneeregen schon an brummende Hummeln, summende Bienen und andere lebensdienliche Insekten? Unter anderem unser LBV.SH, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Und zwar heute früh am Rastorfer Kreuz bei Preetz: Zusammen mit dem angehenden Straßenwärter Till Sander (19) säten Ute Ojowski, Madsen sowie LBV.SH-Vizechef Frank Quirmbach einige Quadratmeter der seltenen Pflanze Klappertopf aus neben dem Rastplatz zwischen B 76 und B 202 aus . „Damit legen wir hier den Grundstein für weitere Insekten-Tankstellen an unserem Straßennetz“, freute sich Madsen. Und Ute Ojewski von der Stiftung erinnerte: „Immerhin übertrifft die bisher ungenutzte Fläche entlang unserer Straßen bei weitem alle Naturschutzflächen im Land.“

Hintergrund: Gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Grünstreifen entlang aller Straßenkategorien in Schleswig-Holstein – vom Feldweg bis zu Bundesstraßen und Autobahnen – in blütenbunte Insektenparadiese verwandelt. Quirmbach: „Der Klappertopf sorgt dafür, dass sich im Straßenbegleitgrün mehr Kräuter, Gräser und Wildblumen ansiedeln können. Das heißt: Mit dieser Aussaat engagieren wir uns für die heimischen Insekten, Hummeln und Bienen, die dann an den Blühpflanzen mehr Nahrungsquellen neben unseren Straßen finden werden“. Die Umweltexperten des Landesbetriebs hätten das Konzept zur Steigerung der Biologischen Vielfalt mit der Stiftung weiterentwickelt und die Nachwuchskräfte gut geschult.

Im vergangenen Jahr haben die 22 Straßenmeistereien des LBV.SH auf einer Gesamtfläche von rund 100 Hektar – das entspricht in etwa 500 Kilometern Straßenrand – die Samen der gelb-blühenden heimischen Wildpflanze ausgebracht und damit viele wertvolle „Insekten-Tankstellen“ geschaffen. Das Klappertopf-Projekt verbindet damit auf beispielhafte Weise Ökologie und Verkehr. „Ein Projekt mit bundesweiter Strahlkraft: Wir verwandeln die Straßenränder Stück für Stück in bunte Biotope“, so Ute Ojowski.

Die kostspieligen Samen der heimischen Wildpflanze – pro Kilo über 300 Euro – werden in einem ersten Schritt an den meist gräserdominierten Straßenrändern sowie Begleitflächen wie Parkplätzen oder Lärmschutzwällen durch den LBV.SH ausgebracht. Dort keimt die Saat, die Klappertopfwurzeln wachsen in die Wurzeln benachbarter Gräser hinein und zapfen unterirdisch Wasser und Nährstoffe ab, so dass die Gräser schwächer werden und sich ihr Wachstum verlangsamt. Das schafft Platz für andere Wildkräuter und es muss weniger gemäht werden. Das gemeinsame Naturschutz-Projekt von Stiftung, dem LBV.SH und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat ein Volumen von rund 1,5 Millionen Euro und wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Straßenwärterinnen- und Straßenwärter-Nachwuchs in einem speziell konzipierten Workshop auf die insektenfreundliche Pflege vorbereitet. Darunter auch Till Sander von der Straßenmeisterei Klausdorf. Das Straßenbetriebsdienstpersonal und insbesondere die Auszubildenden des LBV.SH wurden dabei über die neue Mäh-Praxis weitergebildet. Nun werden in 2023 rund 250 Kilogramm Klappertopf in ganz Schleswig-Holstein zwischen List und Lauenburg und von Meldorf bis Fehmarn ausgesät. Damit soll Stück für Stück die insektenfreundliche Strategie an den Grünflächen und Straßenrändern der vom LBV.SH betreuten 7.600 Straßenkilometer in Schleswig-Holstein umgesetzt werden.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus