Lübeck verschiebt – Eckernförde startet glatt und optimistisch ins Tourismus-Modellprojekt

Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel (rechts) und Touristik-Chef Borgmann erläutern Buchholz am Strand des Binnenhafens ihr Modellkonzept

Während der Kreis Ostholstein sein Tourismus-Modellprojekt in der Lübecker Bucht mit bangen Blicken auf steigende Corona-Zahlen vorerst auf Eis legt, wagten die Verantwortlichen des Projekts in Eckernförde heute eine erste vorsichtige Start-Bilanz. Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz machte sich – drei Tage nach dem Start des Modellvorhabens – bei frischem Wind und strahlender Sonne selbst ein Bild. Und stellte nach einem fast dreistündigen Rundgang zufrieden fest: Mit der Auswahl von Eckernförde lagen seine Tourismusexperten richtig: „Mit 2.500 Übernachtungsbetten, 150 geöffneten gastronomischen Betrieben und 9 Testzentren vor Ort ist das Projekt ebenso überschaubar wie gut steuerbar“, so der Minister, der von Bürgermeister Jörg Sibbel und dem Geschäftsführer der Eckernförder Touristik & Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, begleitet wurde.

Buchholz im Gespräch mit Redakteuren des sh:z und der KN

Im abschließenden „open-air“-Gespräch in der Fußgängerzone mit Journalisten von «Eckernförder Zeitung», «Kieler Nachrichten» und «Welt» zeigte sich der Minister zuversichtlich, dass das Eckernförder Projekt auch bei steigenden Tagestouristenzahlen vier oder sogar sechs Wochen erfolgreich durchsteht. Laut Borgmann sind gut zwei Drittel der Betten in der Ostseestadt belegt. Von allen bisher durchgeführten Corona- Tests war nur ein positives Ergebnis dabei. „Und das auch nur, weil der Mann bereits krank war und schon vermutet hatte, sich infiziert zu haben“, so Touristik-Chef Borgmann. Die Testbereitschaft sei zudem sehr hoch, die Eckernförder und ihre Gäste überaus diszipliniert und auch die Gastronomen achten nach den Worten von Holger Jensen, der ein Zelt-Cafe an der Hafenspitze betreibt, auf die Einhaltung sämtlicher Regeln.

Buchholz dankte allen Beteiligten für den enormen Aufwand. „Ich bin sicher, dass die Aussicht auf eine allmähliche Öffnung vor allem die entschädigen wird, die früh mit eingestiegen sind“, so Buchholz. Die wissenschaftliche Begleitung erfolge in Personalunion über das Kreisgesundheitsamt in Rendsburg und den Mediziner Prof. Dr. Stephan Ott.

Emma Michaeli vom Testmobil Dr. Krause erläutert dem Minister die Arbeit für das Modellprojekt.

Eine Station des Rundgangs war unter anderem die Mobile Teststation des Krause-Labors. Als Sibbel, Borgmann und Buchholz in dem Zentrum auf dem Parkplatz neben der Stadthalle eintrafen, wurde gerade der 400. Test ausgewertet.

Die Modellregion Innere Lübecker Bucht gab gestern unterdessen bekannt, dass sie ihren für Montag geplanten Neustart des Tourismus auf unbestimmte Zeit verschiebt. Als Grund nannten die Initiatoren und der Kreis Ostholstein das dynamische Corona- Infektionsgeschehen. Die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag Dienstagabend bei 76,8. Voraussetzung für Modellprojekte sind Werte stabil unter 100. Zum Projekt Lübecker Bucht gehören die Gemeinden Timmendorfer Strand, Scharbeutz und Sierksdorf sowie die Stadt Neustadt.

Buchholz äußerte für die Entscheidung des Kreises großes Verständnis – Audio starten – Pfeil klicken

Über Beginn oder Abbruch eines Projektes entscheidet der jeweilige Kreis nach der Bewertung des Gesundheitsamtes. „Wir sind bereit für eine vorsichtige Öffnung, sobald die Situation es zulässt“, sagte André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. «Die Infrastruktur zum umfangreichen Testen der Urlauber ist organisiert und kann binnen kürzester Zeit aktiviert werden.» Nach den Worten von Ostholsteins Landrat Reinhard Sager wäre es „derzeit wegen der kontinuierlichen Inzidenzsteigerung und der zunehmend aufwendigeren Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht vertretbar, das Modellprojekt Innere Lübecker Bucht zu starten“. Die touristischen Akteure an der Ostseeküste haben unser größtes Verständnis für deren extrem schwierige Lage, so Sager und Buchholz.

Mit Blick auf die weiterhin auch in den Modellregionen ausgesetzte Bäderregelung sagte Buchholz in Eckernförde: „Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, sie für einzelne Modellregionen in Kraft zu setzen und so einen Flickenteppich zu produzieren.“ Die Bäderregelung werde zunächst bis zum 2. Mai landesweit ausgesetzt. „Und ich gehe davon aus, dass sie auch darüber hinaus bis Mitte Mai ausgesetzt bleiben wird“, so Buchholz.

So stellt Schleswig-Holstein die Weichen für eine sichere Sommer-Saison im echten Norden

Wie immer sich die Corona-Infektionslage in den kommenden Wochen weiterentwickeln wird: Schleswig-Holsteins Küsten müssen sich auf Besucherandrang einstellen. Selbst dort, wo Tourismus untersagt bleibt, werden Tagesgäste kommen, um vielleicht nur mal einige Stunden am Strand die Seele baumeln zu lassen. Dafür hat Verkehrsminister Buchholz zusammen mit der DB-Regio Weichen gestellt – und bei der gestrigen Verkehrsministerkonferenz vom Bund mehr Engagement gefordert. Unsere Meldung der Woche. Video starten…

Buchholz zufrieden: Durchbruch beim Bussgeld-Katalog – Führerscheinentzug vom Tisch

Durchbruch bei der seit mehr als einem Jahr blockierten Novelle der Straßenverkehrsordnung. Nachdem wegen eines Formfehlers der dazugehörige Bußgeldkatalog bislang rechtswidrig war und wegen unterschiedlicher Auffassungen bis heute nicht vom Bundesverkehrsministerium korrigiert werden konnte, sind die Länder-Verkehrsminister nun auf eine von Verkehrsminister Bernd Buchholz vorgeschlagene Kompromisslinie eingeschwenkt. Danach ist ein sofortiges Fahrverbot bei erstmaliger Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften von mehr als 20 km/h vom Tisch. Stattdessen fällt die Geldbuße aber deutlich höher aus. Das beschloss soeben die Verkehrsministerkonferenz in Bremen, an der auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer teilnahm.

Vor allem die grünen Landesverkehrsminister bestanden bislang auf härtere Strafen bei zu schnellem Fahren. Buchholz hatte im Rahmen der Bundesratsdebatte im November vorgeschlagen, sich bei der Überarbeitung der Bußgeldkatalogverordnung auf die zahlreichen bereits einvernehmlich vereinbarten Änderungen zu beschränken. Das betraf insbesondere Verbesserungen der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs.

Zu der heutigen Entscheidung sagte Buchholz soeben – Video starten

Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bezeichnete die Einigung als einen «Riesendurchbruch«. Es handele sich um einen »sehr fairen Kompromiss«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Es geht an den Geldbeutel, aber nicht an den Führerschein. Die Verhältnismäßigkeit ist gewahrt.«

In der Pressekonferenz der Verkehrsministerkonferenz sagten Scheuer und Buchholz:

Laut dem Beschluss sollen künftig die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen teilweise verdoppelt werden. Demnach soll zum Beispiel eine Überschreitung innerorts von 15 Kilometern pro Stunde 50 Euro kosten – bisher waren es 25 Euro. Außerorts soll eine Überschreitung von 20 km/h zukünftig 60 anstelle von 30 Euro kosten. Auch Parkverstöße, insbesondere solche, die Radfahrerinnen und Radfahrer gefährden können, werden demnach zukünftig strenger geahndet. Darüber hinaus dürfen Lkw innerorts nur noch in Schrittgeschwindigkeit abbiegen. Wer bei einem Stau keine Rettungsgasse bildet oder diese sogar selbst nutzt, muss künftig mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen. Autofahrer, die ihr Fahrzeug im allgemeinen Halte- oder Parkverbot abstellen, finden unter dem Scheibenwischer künftig ein Knöllchen von bis zu 55 Euro statt wie bisher bis zu 15 Euro.

Das Bundesverkehrsministerium hat laut Scheuer unterdessen zugesagt, die Reform nun umgehend auf den Weg zu bringen, sodass sie noch vor der Bundestagswahl in Kraft treten kann.

Und so sehen die Eckdaten des Katalogs aus:

  • Der allgemeine Halt- und Parkverstoß wird anstatt wie bisher bis zu 15 Euro mit einem Verwarnungsgeld bis zu 55 Euro geahndet.
  • Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie bisher 35 Euro rechnen.
  • Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, der muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
  • Ganz neu: Unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge hat ein Verwarnungsgeld von 55 Euro zur Folge.
  • Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
  • Lkw-Fahrer die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten.
  • Die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird statt bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet.
  • Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.
  • Wer rast, muss mehr zahlen. Dabei gilt das Motto: Je schneller, desto teurer. Die Regelung für Pkw und innerorts:
    • 10 km/h zu schnell: künftig 30 statt 15 Euro
    • 11 km/h – 15 km/h zu schnell: 50 statt 25 Euro
    • 16 km/h – 20 km/h zu schnell: 70 statt 35 Euro
    • 21 km/h – 25 km/h zu schnell: 115 statt 80 Euro
    • 26 km/h – 30 km/h zu schnell: 180 statt 100 Euro
    • 31 km/h – 40 km/h zu schnell: 260 statt 160 Euro
    • 41 km/h – 50 km/h zu schnell: 400 statt 200 Euro
    • über 70 km/h zu schnell: 800 statt 680 Euro.

Einmalige Sommeroffensive: Bahn und Land stocken ab 7. Mai Marschbahn-Kapazitäten auf

Die Deutsche Bahn bietet vom 7. Mai an mehr Platz in ihren Zügen von und nach Sylt an. Zwischen Hamburg und Westerland stehen dann täglich rund 4000, zwischen Niebüll und Westerland rund 8500 zusätzliche Sitzplätze pro Tag zur Verfügung. «Wir rechnen einfach mit mehr Menschen, die, weil der Fernreisetourismus schwierig ist, an unsere Küsten streben», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Die Maßnahmen gelten bis zum 1. November 2021. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro trägt das Land rund 4,4 Millionen Euro.

«Das Land greift also für den Sommer 2021 noch einmal richtig in die Tasche, um wirklich den maximal möglichen Verkehr auf die Schienen der Marschbahn zu bringen. Dafür werden wir bei anderen geplanten Projekten im Nahverkehr sparen müssen  – und das ist eine einmalige Sache. Klar ist aber auch: Abstand halten ist im Nahverkehr nicht überall möglich, deswegen bleibt es so wichtig, dass die Fahrgäste medizinische Masken tragen», sagte Buchholz und erklärte weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sagt: «Sicheres Reisen ist für unsere Fahrgäste ein wichtiges Entscheidungskriterium. Die Gesundheit unserer Fahrgäste, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat höchste Priorität. Mehr Kapazität und verstärkte Hygienemaßnahmen, kontaktlose Ticketkontrollen und Desinfektionsspender an Bahnhöfen tragen wesentlich dazu bei.»

Um den Betrieb zusätzlich zu unterstützen, stehen in Niebüll und Westerland sowie in Hamburg-Altona je ein weiterer Bereitschaftszug in Reserve auf Abruf. Bei Störungen können diese kurzfristig zum Einsatz kommen. Auch beim Autozug Sylt Shuttle wurden die Kapazitäten wieder an den Sommerfahrplan angepasst. Dort verkehren seit dem 26. März montags bis sonntags wieder 18 Züge statt 10 pro Richtung.

Bereits von Januar bis März 2021 hatten Land und Deutsche Bahn das Angebot an Verkehren auf der stark frequentierten Strecke nach Sylt von Niebüll nach Westerland (Sylt) stark ausgeweitet. Rund 1.500 zusätzliche Plätze standen den Fahrgästen und Pendlern wochentags durch zusätzliche Verkehre zur Verfügung. Dies wurde durch den zeitweise reduzierten Trassenbedarf des DB Sylt Shuttles ermöglicht.

NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Bahn und Land tun alles, was möglich ist. Jetzt kommt es darauf an, dass in der Region Arbeits- und Öffnungszeiten und vor allem auch die Anreise- und Abreisezeiten soweit wie möglich entzerrt werden. “

Land bringt Jobticket an den Start – Rohlfs: „Ersparnis für alle Berufspendler“

Nach dem Semesterticket, nun das Angebot für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Berufspendler können in Schleswig-Holstein ab Mai mit dem Jobticket günstiger zur Arbeit fahren. Macht der Arbeitgeber mit, sparen Mitarbeiter bei Monatskarten mindestens 25 Euro, wie der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH) heute mitteilte. Die Landesregierung hat nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs zwei Millionen Euro bereitgestellt, um das Ticket für den öffentlichen Nahverkehr zu realisieren.

Das Jobticket gibt es in zwei Rabattstufen. Bei einem Arbeitgeberzuschuss von 15 Euro wird ein Rabatt von 10 Euro gewährt, wodurch der Arbeitnehmer im Monat 25 Euro spart. Bei einem Zuschuss von 30 Euro soll der Rabatt 20 Euro betragen und die Ersparnis somit bei 50 Euro liegen. Laut NAH.SH entfielen auf Mitarbeiter für den Arbeitsweg innerhalb Kiels oder in der Kernzone Lübeck damit je nach Zuschuss des Arbeitgebers gar keine Kosten für das Jobticket.

«Mir war und ist es wichtig, den Nahverkehr attraktiver zu machen, auch mit neuen Ticketangeboten», sagt Rohlfs. Für die Arbeitgeber biete das neue Ticket die Chance, deutlich attraktiver zu werden und zugleich die Umweltbilanz zu verbessern.

«Die Starthilfe des Landes ist klug investiertes Geld.» Weiter sagte Rohlfs – Audio starten

Achtung Baustelle: In Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg stehen 22 Sanierungsprojekte an

In den Kreisen Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg werden in diesem Jahr gut 43 Kilometer Straßen, knapp 15 Kilometer Radwege und vier Brücken grundsaniert. «Unser Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr packt hier insgesamt 19 Straßen inklusive 8 Radwegen an und investiert damit 44,3 Millionen Euro in eine bessere Infrastruktur», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute in Kiel. Zusammen mit dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, und dessen Leitenden Ingenieuren Britta Lüth und Christoph Köster stellte er insgesamt 22 Einzelprojekte im Bereich von Westküste und Elbe vor.

Buchholz erinnerte daran, dass Ende 2018 landesweit mehr als 950 Kilometer Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig waren. «Rechnerisch hatten wir vor fünf Jahren noch einen Sanierungsberg von rund einer Milliarde Euro vor uns – hiervon haben wir in den letzten vier Jahren mit einer gewaltigen finanziellen wie organisatorischen Kraftanstrengung mehr als ein gutes Drittel abgebaut.» Nachdem in früheren Jahren teilweise nicht einmal 20 Millionen Euro pro Jahr in den Erhalt der Landesstraßen gesteckt worden seien, würden jetzt zum vierten Mal in Folge knapp 100 Millionen Euro erreicht. «Und ausgerechnet im Pandemie-Jahr 2020 konnten wir sogar eine Rekord-Investition von 115 Millionen Euro auf die Landesstraßen bringen», sagte Buchholz.

Von den 44,3 Millionen Euro, die in diesem Jahr im Südwesten des Landes verbaut werden, entfallen 20,4 Millionen Euro auf den Kreis Dithmarschen, 18 Millionen auf Steinburg und 5,9 Millionen auf den Kreis Pinneberg. Eines der größten Projekte in der Region ist die Sanierung der Landesstraße L147 von Meldorf bis Nordhastedt auf gut zehn Kilometern.

Hier das heutige Pressegespräch in Auszügen – Video starten

Ein Überblick über die wesentlichen Baustellen in den drei Kreisen findet sich hier

Investor zieht den Stecker: Werft Nobiskrug nach 116 Jahren vor dem Aus? Insolvenzantrag gestellt

Aus nach 121 Jahren wechselvoller Werftgeschichte: Nobiskrug in Rendsburg

Im 116. Jahr ihres Bestehens und 35 Jahre nach ihrem ersten Konkurs hat die Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug heute die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Als Grund für den Antrag beim Amtsgericht Neumünster nannte das Unternehmen «kritische Entwicklungen» im Jachtbau sowie damit verbundene negative Auswirkungen auf das Investitionspotenzial und die Rentabilität. «Die anhaltende Pandemie hat die Situation weiter verschärft, da Nobiskrug Aufträge verliert und bereits seit längerem mit den Konsequenzen früherer Managemententscheidungen leben muss», hieß es in der Mitteilung.

«Jüngste Auftragsstornierungen und eine ungewisse Zukunft haben nun die Notwendigkeit eines Insolvenzantrags unvermeidlich gemacht.» Nobiskrug gehört zur internationalen Schiffbaugruppe Privinvest. Deren Vorstandsvorsitzender ist Iskandar Safa, ein französischer Geschäftsmann libanesischer Herkunft.

Das Unternehmen verwies darauf, die Muttergesellschaft habe in den vergangenen Jahren rund 178 Millionen Euro in Nobiskrug investiert, um das laufende Geschäft zu sichern, ohne dafür eine Rendite zu erhalten. Privinvest werde seine anderen Schiffbaueinheiten in Deutschland unterstützen und verfolge das Ziel, durch einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Weitere Angaben machte Nobiskrug nicht.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht den Sanierungsexperten Hendrik Gittermann, wie dessen Hamburger Kanzlei Reimer am Abend mitteilte. Gittermann sei Experte für solche Verfahren in der maritimen Wirtschaft. Sein Ziel sei es, in den nächsten Wochen Sanierungsoptionen für die Werft zu erarbeiten. «Der Betrieb wird uneingeschränkt weitergeführt – einschließlich aktueller Yacht-Neubauten und der Abarbeitung von Reparaturaufträgen.» Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit für drei Monate abgesichert. Eine Insolvenz bedeute häufig gerade nicht das Ende eines Unternehmens, sondern die Chance auf einen schuldenfreien Neubeginn, erklärte Gittermann.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) betonte, die Lage sei in der Werftenlandschaft insgesamt sehr schwierig. Bereits vor zwei Jahren sei die Einschätzung gewesen, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten stecke. «Insoweit hatten wir auch als Land keine Möglichkeiten, da noch verstärkt einzugreifen», sagte Buchholz. Er hoffe auf Chancen im Zuge des Insolvenzverfahrens. «Dabei gibt es immer noch diverse Möglichkeiten, die für die Belegschaft und auch für das Unternehmen selbst Perspektiven schaffen können.»

Weiter sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Bereits 2020 hatte das Unternehmen 120 Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Zuletzt gab das Unternehmen die Zahl der Jobs mit 330 an. Die Werft sehe sich «solide aufgestellt», hieß es noch vor wenigen Wochen.

Die Gewerkschaft kritisierte die Kurzfristigkeit der Unternehmensentscheidung. «Weder die IG Metall noch die Betriebsräte sind im Vorfeld einbezogen worden», sagte der Rendsburger IG-Metall-Geschäftsführer Martin Bitter. «Das ist ein Ärgernis und nicht akzeptabel.» Bitter sprach von einem Liquiditätsproblem, Aufträge seien vorhanden. Er setze darauf, dass der Gesellschafter «zumindest den Neustart finanziert.» Aber auch das Land Schleswig-Holstein müsse beispielsweise mit Bürgschaften eine Rolle spielen.

Seit den 2000er Jahren Kerngeschäft: Megayachten von Nobis sind weltweit gefragt

Die auf den Bau von Luxusjachten ab 60 Metern Länge spezialisierte Werft am Nord-Ostsee-Kanal hat seit ihrer Gründung 1905 weit über 750 Schiffe gebaut. Zu den bekanntesten Neubauten vergangener Jahre gehörte die knapp 143 Meter lange Mega-Segeljacht «A». Sie wurde von Nobiskrug aber in Kiel gebaut.

Seine Glanzzeit erlebte das Unternehmen in den 60er und 70er Jahren unter anderem mit dem Bau der Oslo-Fähren und anderer Passagierschiffe. In den 1980er Jahren wurden Spezialschiffe wie die „Polarstern“ oder die Taucherbasisschiffe „Seabex One“ und „Seaway Condor“ für den industriellen Einsatz aufgelegt. In dieser Zeit wurde auch das Kreuzfahrtschiff „Berlin“ auf der Werft umgebaut und verlängert. Ebenfalls Stammkunde der Rendsburger Werft war die Kreuzfahrt-Reederei Deilmann.

Bis 1986 war die Werft unabhängig, dann ging sie in Konkurs. 1987 wurde sie von HDW gekauft, mit der sie 2005 zur ThyssenKrupp Marine Systems AG fusionierte. Nach dem Verkauf am 1. Oktober 2007 gehörte die Werft der eigens gegründeten Eagle River Capital Ltd. auf Guernsey. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei Abu Dhabi Mar gehört Nobis seit 2010 zu Safas Holding Privinvest, die sie mit zwei Kieler Werften 2014 in der German Naval Yards Holdings zusammenführte.

Weit mehr als nur ein Schnack: Buchholz zu den Chancen von grünem Wasserstoff

Auf dem digitalen Gemeinschaftsstand unserer WT.SH im Rahmen der Hannovermesse drehte sich heute Mittag alles um das Thema „grüner Wasserstoff“. Vor allem um Produktions- und Einsatzmöglichkeiten im echten Norden, aber auch weit darüber hinaus. Im ersten Schritt geht es um den Aufbau so genannter Wasserstoff-Elektrolyseure. Der Bedarf ist riesig – etwa in der Industrie, aber auch auch im Verkehrsbereich.

Erst Ende Oktober hatte die schleswig-holsteinische Landesregierung ihre Wasserstoff-Strategie verabschiedet. Dazu gehört neben der Produktion – vor allem an unserer Westküste – der Aufbau einer intelligenten Netzinfrastruktur. Dafür stellt das Land allein in den nächsten zwei Jahren 30 Millionen Euro an Fördermitteln bereit.

Über die Chancen von Wasserstoff aus Windstrom sagte Buchholz im Rahmen einer Posiumsdiskussion (moderiert von Jörn Genoux von der Stadt Kiel) – Video starten

Buchholz weist Vorstoß von Bundesminister Heil zur Testpflicht von Betrieben zurück

Bundesarbeitsminister Heil und Landesarbeitsminister Buchholz

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will gegen den bisherigen Widerstand der CDU am Dienstag im Bundeskabinett eine Coronatestpflicht für  Unternehmen in Deutschland durchsetzen. «Alle müssen jetzt ihren Beitrag im Kampf gegen Corona leisten, auch die Arbeitswelt. Um die zu schützen, die nicht von zu Hause arbeiten können, brauchen wir flächendeckend Tests in den Betrieben», sagte Heil der „Bild am Sonntag“.

Schleswig-Holsteins Arbeits- und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sieht zwar die Notwendigkeit von mindestens einem Test von Beschäftigten pro Woche, lehnt eine Pflicht allerdings ab. Gegenüber den «Lübecker Nachrichten» sagte der Minister heute – Audio starten, Pfeil klicken   

Eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Umfrage unter Beschäftigten hatte ergeben, dass aktuell 61 Prozent einen Arbeitgeber haben, der Coronatests anbietet. «40 Prozent der Beschäftigten bekommen keine Testangebote vom Arbeitgeber. Deshalb müssen wir die Wirtschaft verpflichten, den Beschäftigten einfach und unbürokratisch Testangebote zu machen», argumentiert Heil.

Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie lehnt eine Corona-Testpflicht durch Unternehmenbereits am Donnerstag  klar abgelehnt. «Die allermeisten Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten längst Corona-Tests an oder planen dies, sobald genügend Tests erhältlich sind. Es braucht also keinerlei gesetzlichen Zwang hierzu», sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, Nico Fickinger.  Er verwies auf eine eigene Umfrage vom 29. März bis zum 6. April unter mehr als 200 Unternehmen. Danach böten schon jetzt 69 Prozent der Hamburger Betriebe ihren Beschäftigten kostenlose Selbsttests an. 92 Prozent der Unternehmen wollten ihren Beschäftigten kostenlose Corona-Tests anbieten, sobald diese gut verfügbar seien.

Buchholz: Wir können jetzt beweisen, dass Tourismus trotz Corona machbar ist

Auch wenn ab Montag in einigen Teilen des Landes der Einzelhandel wieder den Rückwärtsgang einlegen muss – unsere Tourismuswirtschaft hat berechtigten Grund, mit Zuversicht und Hoffnung nach vorn zu schauen: Seit gestern liegen vier Modellregionen fest, in denen unter strengen Auflagen das zaghafte Anfahren des Geschäfts wieder ermöglicht werden soll.

Für Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten…

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus