Buchholz: Mit Weitsicht und Rücksicht wird das Neun-Euro-Ticket ein Erfolg

Die einen befürchten Chaos, die anderen wittern eine große Chance für den ÖPNV in Deutschland: Das so genannte 9-für-90-Ticket, das ab 1. Juni bundesweit drei Monate lang ermöglicht, den Nahverkehr für monatlich neun Euro zu nutzen, spaltet die Gemüter.

Auch Wirtschafts- und Verkehrsminister fürchtet auf einigen Strecken durchaus überfüllte Züge, betont in seiner „Meldung der Woche“ aber eher die Chancen des Angebots – Video starten…

Neun-Euro-Ticket nimmt in Berlin die letzte Hürde – Buchholz erneuert Kritik, stimmt aber zu

In Schleswig-Holstein startet der Ticket-Vorverkauf am Montag und die Branche steht in den Startlöchern. Nun ist auch die letzte politische Hürde genommen, damit der Nahverkehr in der ganzen Republik drei Monate extra billig wird. Verkehrsminister Bernd Buchholz hat – trotz einiger Kritik – im Bundesrat heute für das Neun-Euro-Ticket gestimmt

Buchholz mit DB-Regio-Chef Torsten Reh: Beide appellieren an Nutzer des Neun-Euro-Tickets, möglichst nicht zu den Stoßzeiten zu reisen

Die geplanten 9-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen im Sommer können kommen. Der Bundesrat stimmte heute Mittag dem vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für die Sonderaktion zu, die ab 1. Juni für drei Monate starten soll. Damit kann auch der bundesweite Ticket-Verkauf bei der Bahn und anderen Anbietern wie angekündigt an diesem Montag beginnen. Mancherorts läuft er schon. Verkehrsminister Bernd Buchholz, der für Schleswig-Holstein im Bundesrat zustimmte, erneuerte seine Kritik an dem Angebot, betonte aber auch die Chancen.

Er sagte im Bundesrat – Video starten:

Die Billigtickets sind Teil der Entlastungspakete der Ampel-Koalition wegen der stark gestiegenen Energiepreise. Zugleich sollen sie eine große Schnupperaktion sein, um mehr Fahrgäste anzulocken und zum Umsteigen vom Auto zu ermuntern. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sprach von einer Chance für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und klimafreundliche Mobilität.

Die Sondertickets sollen im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen – für jeweils 9 Euro im Monat, also viel günstiger als normale Monatskarten. Laut dem jetzt beschlossenen Gesetz stellt der Bund den Ländern unter anderem 2,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter auszugleichen. Von den Ländern hatte es zuvor mehrfach Forderungen nach generell mehr Geld für den ÖPNV gegeben.

Bahn- und Busbetreiber und die Verkehrsverbünde stellen sich auf einen größeren Andrang von Fahrgästen ein – gerechnet wird vor allem an Wochenenden mit vollen Zügen zu Ausflugszielen. Zugleich plant die Koalition für den Aktionszeitraum von Juni bis Ende August aber auch eine deutliche finanzielle Entlastung beim Tanken durch eine Senkung der Energiesteuer für Benzin und Diesel.

Buchholz erfreut über „Go“ aus Brüssel für 224 Millionen Euro Arbeitsmarkt-Förderung

Nach dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) mit 272 Millionen Euro für Schleswig-Holstein hat die EU-Kommission nun auch grünes Licht für das 224 Millionen Euro umfassende „Landesprogramm Arbeit 2021 – 2027“ aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gegeben. Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich heute über die Nachricht aus Brüssel entsprechend begeistert: „Damit legen wir bundesweit nicht nur eines der ersten genehmigten Programme vor. Es ist mit seinen Bereichen Beschäftigung, Bildung und soziale Integration auch weit mehr als ein klassisches Arbeitsmarktprogramm.

Weiter sagte Buchholz – Audio starten…

Mit 88,8 Millionen Euro aus dem „Europäischen Sozialfonds Plus“ kommt ein großer Teil der finanziellen Mittel aus Brüssel, weitere 88,4 Millionen Euro stellt das Land bereit und rund 46,5 Millionen Euro steuern Unternehmen in Form von Ko-Finanzierungen bei.

Das Programm helfe unter anderem, den Wechsel junger Menschen von der Schule in den Beruf zu stärken, erwerbsfähige Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder Beschäftigte durch Qualifizierungen fit für die Zukunft zu machen. „All das zielt auf die dringend nötige Steigerung des Fachkräfteangebots in Schleswig-Holstein“, so Buchholz. Das Landesprogramm Arbeit gliedert sich für die kommenden sechs Jahre in insgesamt elf Themen-Schwerpunkte zur Förderung des Arbeitsmarkts.

Wie Buchholz weiter sagte, knüpfe das neue Paket einerseits an das Vorgängerprogramm an, setze aber auch neue Akzente wie etwa mit einem Fachkräfteservice oder der Einführung von IT-Scouts. IT-Scouts wenden sich mit berufsorientierenden Angeboten gezielt an junge Menschen, um ein Interesse an technischen Berufen zu wecken. Buchholz: „Bereits seit Januar laufen alle Projekte unseres heute genehmigten Programms, sodass wir allen Adressaten und Interessenten einen nahtlosen Übergang zwischen den Förderprogrammen ermöglichen können.“

Weitere Informationen zum Programm: www.schleswig-holstein.de/esf

Tourismus-Barometer steht auf „Hoch“ – aber Buchholz sieht Branche vor großen Aufgaben

Buchholz bei seiner Rede im neuen Holstenhallen-Congress-Centrum in Neumünster vor rund 100 Expertinnen und Experten der schleswig-holsteinischen Tourismusbranche

Die Lage ist okay, sagt der Minister. Das Tourismusbarometer zeigt positive Zahlen für die Branche im Norden. Doch diverse Faktoren könnten die Entwicklung erschweren.

Gute Zahlen, steigende Kosten, Mangel an Arbeitskräften, wieder aufkommende Konkurrenz durch Flugreisen – der Tourismus in Schleswig-Holstein agiert zwischen Optimismus und schwieriger werdenden Rahmenbedingungen. Die Momentaufnahme des heute in Neumünster vorgestellten Tourismusbarometers des Sparkassen- und des Tourismusverbandes fällt positiv aus. «Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis der vergangenen zwei Jahre», sagte Tourismusminister Bernd Buchholz unter Hinweis auf die Corona-Pandemie. «Die derzeitige Lage sieht okay aus.»

Bei der Pressekonferenz zum Auftakt des Experten-Treffens sagte Buchholz weiter – Video starten…

Rund 32,4 Millionen Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten bedeuteten zwar 2021 noch ein Minus von 10,0 Prozent zum Vor-Corona-Jahr 2019. Das war aber der deutlich niedrigste Rückgang in Deutschland. Dieser betrug im Bundesschnitt 37,4 Prozent.
In dieses Jahr startete die Branche im Norden gut. Das Übernachtungsvolumen stieg in den ersten vier Monaten um 4,4 Prozent über das Niveau im Vergleichszeitraum des Vor-Corona-Jahres 2019 und die Ankünfte legten um 3,0 Prozent zu.

Dies geht aus Angaben des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens dwif-Consulting für das Tourismusbarometer hervor. Auch die Buchungszahlen für die nächsten Monate verheißen demnach weitere Steigerungen.
Aber es gibt auch wieder Konkurrenz angesichts der veränderten Corona-Lage: «Man kann wieder mit dem Flieger nach Mallorca», sagte Buchholz. Dieser Markt sei wieder da. «Das wird eine Herausforderung.» Buchholz warnte vor Qualitätseinbußen infolge Fachkräftemangels, zum Beispiel mit Ruhetagen von Montag bis Mittwoch. Das könne dazu führen, dass man an einigen Orten zu weit fahren muss, um essen zu gehen.

«Die Reiselust, die ist da», sagte dwif-Experte Karsten Heinsohn. Für dieses Jahr sei auch das Reisebudget noch vorhanden. Allerdings sind die Hotelpreis im vorigen Jahr im Land um 31 Prozent über das Niveau von 2019 gestiegen, während sie in Deutschland insgesamt um 14 Prozent sanken. 2019 waren im Norden im Schnitt 98 Euro für eine Nacht zu zahlen, 2021 dann 128 Euro. Die Zahl der Hotelplätze ist im Übrigen etwa konstant geblieben. Es kamen ungefähr so viele qualitativ höherwertige hinzu, wie ältere vom Markt verschwanden.

Gesunken ist laut dwif seit 2019 die Gästezufriedenheit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis habe sich verschlechtert. Der Nachwuchsmangel werde noch zunehmen; jeder vierte Ausbildungsplatz sei unbesetzt. Die Betriebe sollten außer der Mitarbeitersuche auch die Mitarbeiterbindung stärker in den Fokus nehmen, riet Heinsohn. Zudem sollten Abläufe optimiert werden. Gäste seien Befragungen zufolge auch durchaus bereit, bei personalintensiven Dingen Abstriche hinzunehmen, etwa beim Zimmerservice, Beispiel Häufigkeit des Handtuchwechsels, bei Öffnungszeiten oder im Hinblick auf den Umfang der Speisekarte. Für eine komplette Automatisierung von Teilbereichen sei die Akzeptanz aber sehr gering.

die beiden dwif-Experten Karsten Heinsohn und Markus Seibold mit TV.SH-Vorsitzender Stephanie Ladwig, Minister Buchholz, TV.SH-Geschäftsführerin Cathrin Komp und dem Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, Oliver Stolz

«Wir haben ein stabiles Hoch zu verzeichnen», sagte Sparkassenverbandspräsident Oliver Stolz zur aktuellen Lage. Die Menschen wollten im Land zwischen den Meeren Urlaub machen. Ein Problem sei der Fachkräftemangel. Laut dwif ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche von 2019 auf 2021 um 10,6 Prozent gesunken, in Deutschland insgesamt um 15,9 Prozent. Es sei höchst fraglich, dass alle freien Stellen wieder besetzt werden können, sagte Stolz. Als Problem könne sich auch erweisen, dass angesichts der hohen Energie- und Lebensmittelpreise Familien weniger Geld für Urlaub übrig haben.

Letztes Jahr hatte die Branche im Norden kräftige Zuwächse verzeichnet. Laut Statistikamt Nord kamen 6,59 Millionen Übernachtungsgäste nach Schleswig-Holstein und damit 6,1 Prozent mehr als im ersten Corona-Jahr 2020. Die Zahl der Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten und auf Campingplätzen wuchs um 12,0 Prozent auf 32,39 Millionen. Wegen der Corona-Lage startete der Tourismus 2021 erst Mitte Mai richtig. Ab Mitte April gab es einige touristische Modellprojekte. Im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es fast 36 Millionen Übernachtungen.

Buchholz: Kongress-Standort Schleswig-Holstein dank HCC-SH wieder im Vorwärtsgang

Kaum eine Branche hat die letzten drei Jahre unter den Folgen der Corona-Pandemie so stark gelitten wie Veranstalter oder Messebetrreiber. Der Geschäftsführer der Holstenhallen von Neumünster, Dirk Iwersen, hat diese Flaute ins Positive gedreht und in der „toten Zeit“ eine der größten Kongresshallen des Landes geschaffen – das Holstenhallen-Congress-Center Schleswig-Holstein, kurz HCC-SH.

Für Wirtschaftsminister Bernd Bernd Buchholz, der das Projekt seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren begleitet hat, seine „Meldung der Woche“. Video starten…

Bündnis gegen Holper-Pisten: Land und Verbände sagen Wurzelaufbrüchen den Kampf an

Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs (rechts) besuchte im April ein LBV.SH-Pilotprojekt in Giekau bei Plön: Hier wird mit einer Kombination aus Vliesschicht und Beton-Granulat versucht, Wurzeln „unter der Decke zu halten“

Radfahren ist klimafreundlich, umweltschonend und zugleich Baustein der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein. Um die Attraktivität des weit über 5000 Kilometer langen Radwegenetzes im echten Norden zu erhalten und weiter zu steigern, sagen Landesregierung und Verbände den vielen Holper-Pisten im Land, die vor allem durch Wurzelaufbrüche entstehen, geschlossen den Kampf an. Verbände für Naturschutz und Radfahrende, Fachbehörden sowie das Umwelt- und das Verkehrsministerium haben dazu mit Unterstützung der kommunalen Landesverbände eine Vereinbarung zum Umgang mit Wurzelaufbrüchen unterzeichnet.

Das Problem: Bei der Sanierung beschädigter Radwege kollidieren unterschiedliche Interessen. Für die öffentliche Hand sind die Bauarbeiten mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden, der Naturschutz befürchtet durch Sanierungsarbeiten Schäden an Bäumen. Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs zeigte sich über das Bündnis entsprechend erleichtert: „Mit diesem Schulterschluss machen wir die betroffenen Radwege sicherer und bringen die widerstreitenden Interessen zusammen. Ich danke allen, die an den Handlungsempfehlungen mitgearbeitet und so den Weg zu Kompromisslösungen bereitet haben.“

Dorit Kuhnt

Umweltstaats-Sekretärin Dr. Dorit Kuhnt: „Die Vereinbarung ist eine wichtige Entscheidungshilfe, um Aspekte des Naturschutzes, des Fahrkomforts und der nachhaltigen Nutzbarkeit bei der Sanierung von Radwegen in Einklang zu bringen. Eine Patentlösung gibt es hierfür nicht. Jeder Radweg muss mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten individuell betrachtet werden.“

Die Strategie beinhaltet unter anderem eine Analyse der Vor- und Nachteile verschiedener Sanierungsarten. Klar sei allen Beteiligten, dass eine landesweit einheitliche Bauweise weder praktikabel noch zielführend sei. Deshalb würden keine starren Pauschallösungen aufgezeigt, sondern ein großer Handlungsspielraum eröffnet, so Kuhnt und Rohlfs.

Auch Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH), freute sich: „Wir werden alternative Bauvarianten in der Praxis erproben und schauen, welche die besten Ergebnisse liefern. Dies werden wir zudem regelmäßig auswerten.“

Lars Münchau, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs Schleswig-Holstein e.V.: „Mit der stetigen Zunahme des Radverkehrs in den letzten Jahren steigen auch die Anforderungen an Radwegenetz, Instandhaltung und Maßnahmen zur Sicherheit. Deswegen muss neben der Planung von Neubauten zur Erweiterung des Radwegenetzes der Fokus auch auf Wartung und Sanierung der vorhandenen Radwege gelegt werden. Denn dort lauern wegen zum Teil immenser Schäden – beispielsweise durch Wurzelaufbrüche – erhebliche Gefahren. Nur eine attraktive und sichere Gestaltung der Infrastruktur für den Radverkehr wird der Bedeutung des Fahrrads als alltägliches und umweltbewusstes Verkehrsmittel gerecht.“

Der BUND Schleswig-Holstein bewertet die Initiative zur Sanierung von Wurzelaufbrüchen in Radwegen grundsätzlich positiv: „Wir begrüßen, dass von Seiten des Landesverkehrsministeriums die Umwelt- und Radverkehrsverbände von vornherein mit eingebunden wurden. In der nun folgenden Umsetzungsphase muss sich erweisen, wie sich das gemeinsam erarbeitete Konzept bewährt. Es wird sich zeigen, wie den Verbänden die angekündigte Beteiligung ermöglicht werden wird“, resümierte Ole Eggers, BUND-Landesgeschäftsführer.

Hermann Schultz, NABU-Landesvorsitzender: „Die Initiative der verschiedensten Akteure, den Umgang mit Wurzelaufbrüchen in Radwegen zu regeln, wird vom NABU sehr begrüßt. Denn hiermit wird ein wichtiger Grundstein gelegt, um den Radfahrenden unter Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen und -fachlichen Anforderungen sicher und komfortabel zu befahrende Radwege zur Verfügung zu stellen.“

Und Dr. Iris Pretzlaff, Geschäftsführerin des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein, sagte: „Wichtig ist uns auch, dass die gemeinsame Arbeit fortsetzt wird und sich auch für den Neubau von Radwegen auf eine nachhaltige Bauweise verständigt wird. Dabei ist von Beginn an darauf zu achten, dass Wurzelaufbrüche und andere Schäden langfristig verhindert werden.“

Mit Geschick und Hilfe des Landes: „Hamburg hat sein CCH, der echte Norden nun sein HCC“

Symbolische Eröffnung des 600-Quadratmeter-Saals als Kernstück des Holstenhallen Concress Center (HCC): Hausherr Dirk Iwersen, Minister Buchholz und Holstenhallen-Aufsichtsratschef Uwe Döring (v.l.)

Großer Sprung für den Kongress-Standort Schleswig-Holstein: Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist heute in Neumünster das rund 1000 Quadratmeter große „Holstenhallen Congress-Center Schleswig-Holstein“ (HCC-SH) feierlich eröffnet worden. „Hamburg hat sein CCH – Neumünster nun sein HCC“, scherzte Holstenhallen-Aufsichtsratschef Uwe Döring. Und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz legte nach: „Auch, wenn die Holstenhallen von den 480.000 Quadratmetern der Hannover-Messe noch ein gutes Stück entfernt sind – für Schleswig-Holstein ist dieser Bau auch ein symbolischer Start dafür, dass es nach drei Jahren Pandemie für das besonders leidtragende Veranstaltungs- und Messegeschäft im Norden wieder kräftig in den Vorwärtsgang geht.“

Als besonders klug und vorausschauend bezeichneten es Buchholz und Döring in ihren Grußworten, dass Messechef Dirk Iwersen bereits vor über einem Jahr die Entscheidung getroffen hatte, sämtliche Materialien für den 5,5-Millionen-Bau auf Vorrat zu kaufen. „Ich bin sicher, dass wir sonst hier heute nicht ständen“, so Buchholz mit Blick auf die zunächst pandemie- und nun kriegsbedingten Lieferengpässe im gesamten Baubereich. Besonderen Applaus heimste Messechef Iwersen auch dafür ein, dass sich das Projekt bislang innerhalb des vorgegebenen Budgets bewege – auch wenn noch weitere Arbeiten am Altbau in den kommenden Monaten ausstehen.

Buchholz erinnerte vor den rund 100 Ehrengästen daran, dass das Land ein „extrem hohes Interesse“ an den Holstenhallen habe. Und das nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus touristischen Gründen. Vor diesem Hintergrund sei es gut gewesen, die Stadt Neumünster rechtzeitig mit ins Boot zu holen. Die Investition werde sich für alle positiv auszahlen.“ An den Gesamtkosten von rund 5,5 Millionen Euro beteiligt sich das Land mit zwei Millionen Euro an Fördermitteln. 1,5 Millionen Euro steuert die Stadt Neumünster als Investitionskostenzuschuss für ihre Tochtergesellschaft bei. Die restlichen zwei Millionen Euro finanzieren die Holstenhallen selbst.

Mit Ausdauer, Ausbau und Ansiedlungen weiter auf der Erfolgsspur im echten Norden

Auch wenn es immer nur kleine Schritte sind – diesmal gut sechs Kilometer auf der Bundesstraße 404 im Kreis Stormarn. Oder wenn es auch nur einzelne Ansiedlungserfolge sind – diesmal in Ahrensburg ein Betrieb der Feinwerktechnik… Am Ende entscheidet die Gesamtsumme über das Ausmaß des Erfolgs.

In diesem Sinne war es für Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz einmal mehr eine gute Woche. Video starten…

Länder billigen SH-Antrag, der zu mehr Lärmschutz an der Belttrasse führen könnte

„Jamaika“ in der Verkehrsministerkonferenz: Rohlfs (links, FDP) mit den Länderministern Ina Brandes (NRW, CDU)) und Winfried Hermann (Baden-Würtemberg, Grüne)

Neue Chance auf mehr Lärmschutz entlang der Fehmarnbelt-Trasse im Kreis Ostholstein: Die Verkehrsministerkonferenz billigte heute einen Antrag aus Schleswig-Holstein, wonach in Deutschland erstmals Modellprojekte ermöglicht werden sollen, wenn bei Bauvorhaben gleichzeitig Straßen- und Schienenlärm entsteht. „Bislang wird beim Neubau einer Bahnstrecke lediglich der Schienenlärm isoliert betrachtet, auch wenn es dort im unmittelbaren Umfeld eine Autobahn gibt“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs im Anschluss an die Konferenz der Fachminister in Bremen.

Rohlfs sagte dazu bei der Pressekonferenz – Video starten:

Der Antrag von Schleswig-Holstein, der sich auch auf andere Trassen im Bundesgebiet bezieht – vor allem auf transeuropäische Netze  – wurde mit zwei Enthaltungen einstimmig angenommen. „Nun setzen wir darauf, dass sich der Bund mit der neuen Ampel-Koalition anders als die Vorgänger-Regierung in dieser Frage bewegt“, sagte Rohlfs. Er erinnerte daran, dass bereits seit Jahren nach einer gesetzlichen Regelung gesucht werde, die den Anforderungen von Strecken wie der Belt-Trasse gerecht werde.

„Uns geht es mit unserem Antrag konkret um die Zeitspanne bis eine endgültige gesetzliche Regelung gefunden wird. Mit Modellprojekten in den Regionen sollen in Form von Reallaboren innovative Maßnahmen zur Lärmreduktion ausprobiert werden“, so Rohlfs. Die Fehmarnbelt-Trasse dränge sich dafür geradezu auf. Dort werde eine Hochgeschwindigkeitsstrecke an eine vorhandene Autobahn gelegt. „Und ich bin davon überzeugt, dass ein derartiges Modellvorhaben einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz leisten kann“, so Rohlfs.

Mit Blick auf die ebenfalls in der Ministerkonferenz kontrovers diskutierte Einführung eines 9-Euro-Tickets für den ÖPNV in Deutschland mahnte Rohlfs an, die Chancen des Vorhabens zu erkennen und zu ergreifen. „Nach den dramatischen Fahrgasteinbrüchen durch die Corona-Pandemie sollten wir alles versuchen, auf Distanz gegangene Fahrgäste wieder zurück zu gewinnen. Schleswig-Holstein wird alles dafür tun, dass das Ticket ein Erfolg wird“, sagte Rohlfs.

In der Pressekonferenz sagte er dazu weiter – Video starten:

Gleichwohl sehe das Landesverkehrsministerium auch große Herausforderungen in der praktischen Umsetzung – vor allem für die An- und Abreise zu den Tourismus-Hot-Spots im Norden wie Sylt oder die Bäderorte an der Lübecker Bucht. „Uns ist klar, dass es vor allem an den so genannten Bettenwechseltagen und an heißen Wochenenden extrem volle Züge geben kann“, so Rohlfs.

Für  die Marschbahn-Strecke nach Sylt werde das Land darum ab Juni auch zusätzliche Waggons mit deutlich mehr Sitzplätzen zur Verfügung stellen. Rohlfs: „Wir sehen hier auch die DB AG in einer besonderen Verantwortung, die sich aus unserer Sicht insbesondere im Bereich der Bahnhöfe noch besser auf einen ,Reisendenansturm‘ vorbereiten sollte.“ Er wolle allerdings auch nicht verhehlen, dass die Länder auch weitere zusätzliche Regionalisierungsmittel für Investitionen und bessere Takte gut gebrauchen könnten. „Wir begrüßen daher die jetzt geplanten zusätzlichen Regionalisierungsmittel für den ÖPNV-Rettungsschirm und das Neun-Euro-Ticket als ersten wichtigen Schritt.“

Nachdem die Haselmäuse mit GPS-Hilfe umgezogen sind: Baustart an der B 404 in Stormarn

LBV.SH-Chef Conradt mit Verkehrsminister Buchholz und Stormarns Kreispräsidenten Hans-Werner Harmuth nach dem Spatenstich

Symbolischer Start des dreistreifigen Ausbaus der Bundesstraße B 404 zwischen den Autobahnen A 1 und A 24 im Kreis Stormarn: Bis voraussichtlich Mitte 2024 wird die Strecke über vier Kilometer auf drei Fahrbahnen verbreitert, zusätzlich finden auf zwei Kilometern Erhaltungsarbeiten statt. Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz setzte dafür heute gemeinsam mit LBV.SH-Direktor Torsten Conradt den ersten Spatenstich.

Er erinnerte dabei unter anderem an die umfangreichen ökologischen Maßnahmen, die dem Bau vorausgegangen waren: „Allein für die Umsiedlung der Haselmäuse waren letztes Jahr zahlreiche Nistkästen auf dem gesamten Gelände verteilt und die Erfassung der Tiere mit Hilfe von GPS-Daten vorgenommen worden“, so Buchholz. Damit zeige sich einmal mehr, dass Mobilität und Artenschutz sich miteinander versöhnen lassen. Die Gesamtkosten für das Ausbau-Projekt belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro.

Weiter sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Buchholz erinnerte daran, dass die Bundesstraße neben der A 7 eine der wichtigsten Nord-Süd-Magistralen des Landes sei. Zudem habe sie als Zubringer zu den Autobahnen A 24, A 1 und A 7 eine überregionale Verbindungsfunktion nach Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. „Damit sind auch die geplanten 19 Millionen Euro des Bundes für den weiteren Ausbau Richtung Norden gut angelegtes Geld“, so Buchholz. Auch, unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit: „Der zusätzliche Fahrstreifen ermöglicht das wechselseitige sichere Überholen und reduziert deutlich die Unfallgefahr.“

Nach den Worten von LBV.SH-Chef Conradt werde mit dem Ausbau auch der Verkehrsfluss erheblich verbessert: „Und das wird weit über die Region hinaus spürbar sein.“ Die Verkehrsprognosen für die Bundesstraße in dem Abschnitt zwischen den Autobahnen gehen von 21.200 Kraftfahrzeugen und davon rund 2.900 Lkw aus.

Zur Vorbereitung für den Ausbau war im vergangenen Jahr die Landesstraße L 90 als Umleitungsstrecke ertüchtigt worden. Denn während der Bauzeit muss die B 404 zwischen Bargteheide und Lütjensee / Schönberg komplett gesperrt werden. „Um Synergien zu heben werden wir in dem gesperrten Abschnitt parallel die Fahrbahndecken erneuern und am Forstweg, der L 296, der L 92 sowie weiteren Bestandsbauwerken reguläre Unterhaltungsarbeiten vornehmen“, erläuterte Conradt.

Umleitungsstrecken:

Großräumig: Vor allem der Schwerverkehr, der die B 404 zwischen der A 1 und der A 24 nutzt, wird großräumig über die Anschlussstelle Barsbüttel sowie Reinbek unter Führung auf der Kreisstraße K 80 umgeleitet. Neben der Ausschilderung werden Lkw-Fahrer mehrsprachig per Funk auf die Sperrung und die Umleitung hingewiesen werden. 

Regional: Verkehrsteilnehmer, die im Umfeld der Sperrung wohnen oder arbeiten, werden über die AS Lütjensee / Schönberg, die Landesstraße L 92 bis Lütjensee, die Kreisstraße K 98 bis Oetjendorf und dann über die L 90 durch Todendorf bis Bargteheide umgeleitet. An mehreren Knotenpunkten werden temporär Ampeln aufgestellt.

Richtungsumleitung nur B 404 zur A 1: Verkehrsteilnehmende, die trotz großräumiger Umleitung aus Richtung A 24 kommen und über die B 404 zur A 1 möchten, werden an der AS Trittau / Großensee über die L 93 durch Großensee und von Großensee auf die L 224 bis zur A 1, AS Ahrensburg geleitet. Eine Ausweisung von der A1, AS Ahrensburg Richtung B 404 ist nicht vorgesehen.

Über Baufortschritte, Verkehrshinweise sowie Umleitungsplanungen und mögliche Besonderheiten gibt es aktuelle Meldungen auf  www.schleswig-holstein.de/b404-ausbau.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus