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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Buchholz nach Husum-Wind: Schleswig-Holstein ist das Land der Energie-Transformation

Abgesehen von der hohen Aufmerksamkeit durch einige Fachmedien ist in dieser Woche ein Ereignis nur recht spärlich beleuchtet worden: Erstmals seit eineinhalb Jahren fand wieder die Energie-Fachmesse Husum Wind als Präsenzveranstaltung statt. Rund 350 Aussteller zeigten bis gestern fast 10.000 Gästen ihre Produkte und es wurde hochrangig und hochkarätig diskutiert.

Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz war der Messe-Re-Start in doppelter Hinsicht seine „Meldung der Woche“. Video starten…

Buchholz zu E-Ladesäulen: „… als wenn man in Zeiten des Mobilfunks Telefonzellen aufstellt“

Im Streit um das Bezahlen an E-Ladesäulen hat der Bundesrat heute entschieden, dass Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos künftig die Möglichkeit haben müssen, an Ladesäulen mit Debit- oder Kreditkarte zu zahlen. Der Bundesrat stimmt damit dem Vorschlag der Bundesregierung zu, die Ladesäulenverordnung in diesem Punkt zu ändern. Demnach müssen ab Juli 2023 verpflichtend Kartenlesegeräte in neue Ladesäulen eingebaut werden. Ältere Modelle müssen nicht umgerüstet werden. Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister geht das allerdings nicht weit genug.

Er sagte im Bundesrat: „Das ist so, als wenn man im Handy-Zeitalter wieder Telefonzellen aufstellt“. Sein Bundesrats-Appell in voller Länge – Video starten:

Der Verband der Automobilindustrie und die Energiewirtschaft haben sich gegen das Vorhaben gestemmt und mit den Kosten für den Einbau von Lesegeräten argumentiert. Sie favorisieren, das Bezahlen über Smartphone-Apps oder Kundenkarten beizubehalten. Banken, Städte und Gemeinden dagegen kritisierten, das derzeitige „Bezahlchaos“ bremse die E-Mobilität aus. Derzeit gibt es an den mehr als 46.000 öffentlichen Ladesäulen in Deutschland kein einheitliches Bezahlsystem, sondern Hunderte Betreiber, Vertragsmodelle und Tarife.

Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode des Bundestages arbeitete der Bundesrat noch eine ganze Liste an Themen ab. Die neuen Vorschriften treten mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft.

Buchholz gratuliert zum IHK-Wachwechsel

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz hat dem scheidenden Präsidenten der IHK zu Kiel, Klaus-Hinrich Vater (oben rechts), für sein langjähriges Engagement gedankt und zugleich dessen Nachfolger Knud Hansen (links) eine glückliche Hand für das Amt gewünscht. Am Abend zuvor hatte die Kammer-Vollversammlung den 54 Jahre alten Sportartikel-Händler Hansen in Kiel-Friedrichsort einstimmig zum Nachfolger von Vater gewählt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Vater – der zwölf Jahre Präsident war – bleibt der IHK Kiel als Vizepräsident erhalten.

„Schon beim Wachwechsel wurde sehr deutlich, dass Knud Hansen ein gestandener Unternehmer mit klaren Zielen und großer Tatkraft ist. Er ist auch aus Sicht der Landesregierung ein hervorragender Kandidat“, sagte Buchholz. Zugleich dankte er Klaus-Hinrich Vater für die „überaus vertrauensvolle Zusammenarbeit während seiner gesamten Amtszeit“. Vater sei stets ein verlässlicher Ansprechpartner und Berater für die Politik gewesen und man habe gemeinsam Vieles bewegen und anpacken können. Als Beispiele nannte Buchholz unter anderem die Rolle der Kammer im Mittelstandsbeirat des Landes oder bei der Einrichtung der Task-Force Brexit vor über drei Jahren.

Vater selbst, Gründer und Chef der auf IT spezialisierten Kieler Vater-Gruppe, hatte Hansen während der Kammerversammlung als „idealen Nachfolger“ präsentiert: Als dienstältestes Vollversammlungsmitglied und Kaufmann im stationären wie auch im Online-Handel sei Hansen „ganz dicht dran an den großen gesellschaftlichen Veränderungen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel, Mobilität und Kulturwandel in der Arbeitswelt“.

Mit Wissen über das Meer chronische Krankheiten heilen – Millionenförderung für Kieler Forscher

Projekt-Koordinator Anton Eisenhauer und Wirtschaftsminister Buchholz (Archivbild)

Sie wollen Erkenntnisse aus der Meeresforschung auf Medizin und Gesundheitswirtschaft übertragen und chronische Erkrankungen wie Diabetes, Gefäßverkalkungen oder Alzheimer frühzeitig erkennen und behandeln. Nun bekommen die Expertinnen und Experten des Kieler Innovationsprojekts „BlueHealthTech“ kräftigen Rückenwind durch das Bundesforschungsministerium. Ihr Projekt ist eines von 22 Vorhaben bundesweit, das jetzt im Rahmen des Förderprogrammes „WIR!“ (Wandel durch Innovation in der Region) auserwählt wurde und für die kommenden sechs Jahre mit bis zu 15 Millionen Euro unterstützt wird.

Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz gratulierte heute dem Team der rund 50 Forscherinnen und Forscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, der Medizintechnik-Firma Stryker Trauma GmbH, der Kieler Christian-Albrechts-Universität und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „Ich freue mich, dass das Projekt nun auch mit Hilfe des Bundes weiterwachsen und neue Technologien vorantreiben kann. Davon wird der gesamte Forschungsstandort Schleswig-Holstein profitieren“, sagte Buchholz. Er erinnerte daran, dass das Forschungsfeld auch wirtschaftlich enormes Potenzial habe. So gebe das deutsche Gesundheitswesen allein für die sieben häufigsten chronischen Krankheiten rund 220 Milliarden Euro jährlich aus.

Mit den insgesamt 15 Millionen Euro wollen die Wissenschaftler in zwei dreijährigen Abschnitten verschiedene Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus der Region Kiel mit den dort ansässigen Forschungseinrichtungen und Firmen der Gesundheitswirtschaft anstoßen. „Dabei sollen neben innovativen Diagnoseverfahren auch aus Algen gewonnene, marine und medizinische Wirkstoffe im Fokus der Forschung und der Ausgründungen von Start-ups stehen“, sagte Prof. Dr. Anton Eisenhauer, Koordinator am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Buchholz bezeichnete es vor diesem Hintergrund als überaus erfreulich, dass auch das Kieler Start-up osteolabs und die Schönkirchener Firma Stryker Trauma im Rahmen von „BlueHealthTech“ zusammenarbeiten werden. Dabei geht es um ein Forschungsprojekt zur besseren Versorgung von Knochenbrüchen mit Hilfe von Stoffen aus dem Meer.

Das Gesamt-Projekt „BlueHealthTech“ soll in einer ersten dreijährigen Phase mit bis zu acht Millionen Euro und nach einer erfolgreichen Zwischenevaluation noch weitere drei Jahre mit sieben Millionen Euro gefördert werden.

Rohlfs erteilt dänischem Vorstoß zur Arbeitspflicht für Arbeitslose klare Absage

Der Vorstoß der dänischen Regierung, Arbeitslose mit «Integrationsbedarf» zur Arbeit zu zwingen, hat starke Kritik im Nachbarland ausgelöst. Auch Schleswig-Holsteins Landesregierung hält diesen Weg für falsch. Integration lasse sich nicht anordnen, sagt Arbeitsstaatssekretär Thilo Rohlfs.

Rohlfs sieht in dem dänischen Vorstoß kein Modell für Bund und Länder: «Integration kann man nicht anordnen, man muss die Menschen schrittweise in die Lage versetzen, am Arbeitsleben teilzunehmen», sagte Rohlfs der Deutschen Presse-Agentur. «Wir brauchen Angebote, die frühzeitig Hemmschwellen und Hemmnisse abbauen.» Als Beispiel nannte er Projekte zur Berufsvorbereitung mit Kinderbetreuung, auch zielgerichtet für Frauen.

Der Weg zur Integration und in den Arbeitsmarkt führe über den Erwerb von Sprache, von Kenntnissen westlicher Kultur und über Qualifikation, sagte Rohlfs. «Hier ist Deutschland und insbesondere Schleswig-Holstein mit seinem ergänzenden Angebot an Sprachschulung und Beratung gut aufgestellt. Und für Menschen, die sich weigern zu arbeiten, bestehen ausreichende Sanktionsmöglichkeiten.»

In der vergangenen Woche hatte Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ein Reformpaket vorgestellt, das unter anderem eine Aktivitätspflicht für Langzeitarbeitslose beinhaltet. Als Gegenleistung für Sozialleistungen sollen sie 37 Stunden in der Woche arbeiten. Als Beispiel wurde Müllsammeln am Strand genannt. Zielgruppe sind in erster Linie Zuwanderer, die nur schwer in den Arbeitsmarkt kommen. Der Vorstoß hat im Nachbarland starke Kritik ausgelöst.

Buchholz bei Wasserstoff-Konferenz: „Wir haben das Zeug, Vorreiter in Europa zu werden“

Buchholz bei der Podiumsdiskussion in Husum / Fotos: Konitzki

Beim Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoff-Wirtschaft sehen sich die drei norddeutschen Bundesländer zusammen mit Hamburg und Bremen klar in einer europaweiten Vorreiterrolle: «Nachdem wir uns bereits 2019 auf eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie verständigt haben, sind im Norden inzwischen zahlreiche Projekte am Start, die das enorme industrielle Potenzial dieser Branche heben werden», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute zur Eröffnung der mittlerweile 4. Fachkonferenz „Watt 2.0“ im Vorfeld der Traditionsmesse „Husum Wind“.

Der aus reinem Windstrom in so genannten Elektrolyseuren gewonnene Wasserstoff spiele bei der Weiterentwicklung und Vollendung der Energiewende eine zentrale Rolle: «Er ist klimaneutral, speicherbar und kann mit Kohlenstoff aus Erneuerbaren Energien Basis für zahlreiche klimaneutrale Kraftstoffe sein», so Buchholz. Damit sei er nicht nur ein Schlüssel zur Einhaltung der Energie- und Klimaziele, sondern auch ein Königsweg beim Ausstieg aus Kohle und Gas in der Wirtschaft und im Verkehrssektor. Und Schleswig-Holstein habe zusammen mit seinen norddeutschen Nachbarn alles, was diese Technologie marktfähig machen könne: «Wir haben unendlich viel Wind und damit das Erzeugerpotenzial, wir haben unter anderem in Heide, Geesthacht oder auf Helgoland die Anwendungsstandorte – und verfügen über eine leistungsstarke Forschungslandschaft auf diesem Feld», so Buchholz.  

Auch Umweltminister Jan Philipp Albrecht sowie Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann oder Mecklenburgs Wirtschaftsminister Christian Pegel machten deutlich, dass der Norden dank seiner Lage neben anderen Erneuerbaren Energien für die Wasserstoffwirtschaft prädestiniert sei: «Der Wasserstoff, den wir aus unseren On- und Offshore-Windenergieanlagen gewinnen können, kann eines Tages beispielsweise für klimafreundliche Treibstoffe für Flugzeuge oder den Schwerlastverkehr verwendet werden. Oder er wird in Gasnetze eingespeist, um fossiles Erdgas zu ersetzen und die entstehende Abwärme wird genutzt», sagte Albrecht.

Buchholz und Albrecht sagten bei der Konferenz weiter – Video starten

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der auch Brems Wirtschaftssenatorin Kristina Voigt und Niedersachsens Wirtschafts-Staatssekretär Berend Lindner teilnahmen, erinnerten die Politiker auch an den schwierigen Kampf gegen die EEG-Umlage, durch die die Gewinnung von Wasserstoff aus Strom und Wasser (Elektrolyse) bislang unwirtschaftlich ist. So sehe eine Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) künftig zwei Ausnahmen für die Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse vor.

Als große Stärke des Nordens bezeichnete Buchholz neben den hohen Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom unterirdische Formationen zur Speicherung von Wasserstoff  – etwa in Salzkavernen. Hinzu kämen gut ausgestattete Seehäfen, die künftig eine wesentliche Rolle bei Import und Verteilung von Wasserstoff und synthetischen Energieträgern spielen können.

Mit Blick auf den Verkehrssektor und die heutige feierliche Eröffnung der vierten Wasserstoff-Tankstelle in Schleswig-Holstein durch das Energieunternehmen JP Joule in Husum sagte Buchholz: «In Bezug auf alternative Antriebe wird häufig ein scheinbares Dilemma aufgemacht: Ohne Tankstellen-Infrastruktur keine Wasserstoff-Autos und umgekehrt. Dabei haben wir hier kein Henne-Ei-Problem: Das Telefon wurde auch nicht erst erfunden, als es flächendeckende Telefonanschlüsse gab. Das E-Auto wurde nicht erst verkauft, als überall E-Ladesäulen standen», so der Minister.  Und genauso wenig könne man das ganze Land mit Wasserstoff-Tankstellen zupflastern, bevor man genau wisse, ob Wasserstoff-Autos massentauglich seien. Buchholz: «Dass wir Tankstellen brauchen ist klar. Aber wir brauchen auch mutige Unternehmen, die ihre Wasserstoff-Autos auf den Markt bringen und die Technologie testen. Denn eine Technologie wird sich erst dann richtig durchsetzen, wenn sie alltagstauglich ist. Deswegen: Seien Sie weiter mutig und gehen Sie voran.»

Unterdessen bündelt das Land Schleswig-Holstein seine Forschung zum Thema Wasserstoff: Am1. Oktober nimmt das Landes-Kompetenzzentrum Wasserstoffforschung (HY.SH) seine Arbeit auf – unter dem Dach der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH). «Schleswig-Holstein setzt damit ein weiteres deutliches Signal als Energiewendeland Nr. 1 und unterstreicht sichtbar seinen Platz in der europäischen Forschungsszene», sagte  Wissenschafts-Staatssekretär Oliver Grundei. Das HY.SH binde die Fachkompetenzen der Hochschulen und Forschungsinstitute des Landes zusammen. Es soll unter anderem die forschenden Einrichtungen des Landes bei der Projektakquise und dem Finden von Projektpartnern unterstützen. Die Leitung des neuen Kompetenzzentrums HY.-SH übernimmt Prof. Michael Berger, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für die Transformation des Energiesystems an der Fachhochschule Westküste in Heide/Holstein.

EKSH, die Hochschulen und der Energieforschungsverbund des Landes, das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH) haben in Zusammenarbeit mit den Fachministerien das Konzept für das neue Kompetenzzentrum HY.SH erarbeitet. Zu den Zielen des neuen Kompetenzzentrums gehören:

  • die forschenden Einrichtungen des Landes bei der Projektakquise, dem Finden von Projektpartnern und mit Fördermitteln zu unterstützen sowie ihnen den Zugang zu nationalen und internationalen Netzwerken und den dort verfügbaren Informationen zu erleichtern,
  • alle wesentlichen Fachentscheidungen und -positionen zum Thema Wasserstoff und zur Energiewende im Land schnell und zuverlässig zu unterfüttern und die Interessen des Landes und seiner Wissenschaftsgemeinde in den relevanten Fachgremien und Organisationen wahrzunehmen sowie
  • bei den Energiewendethemen zu einer integrierten Umwelt-, Wirtschafts-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie zu gemeinsamen Strategien und Maßnahmen zu gelangen.

Alle Kraft auf fünf Wachstumsbranchen – so will Buchholz die Ansiedlungen im Land vorantreiben

Gezielte Akquise statt Anwerbung per Schrotschuss-Prinzip: Um beim Wirtschaftswachstum wieder Boden zurückzugewinnen, der Schleswig-Holstein trotz Wachstum seit der Wiedervereinigung verloren gegangen ist, hat die Landesregierung eine umfassende Ansiedlungsstrategie vorgelegt. Erstmals sollen sich Wirtschaftsförderer auf fünf Wachstumsbranchen fokussieren.

„Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) den Lübecker Nachrichten (Sonntagausgabe). Die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins liege im bundesweiten Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Nur 15 Prozent der Bruttowertschöpfung würden hier in der Industrie erzeugt. Bei internationalen Ansiedlungen liege Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich der Jahre 2012 bis 2020 an drittletzter Stelle. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze nehme das Land sogar den letzten Platz ein. 99 Prozent der 123 000 Betriebe hier seien kleine und mittlere Betriebe (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten.

Buchholz am letzten Mittwoch bei der Verleihung des Existenzgründerpreises der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft

Zwischen 1990 und 2018 sei der Anteil Schleswig-Holsteins am Bruttoinlandsprodukt Deutschlands von 3,2 Prozent auf 2,8 Prozent gesunken, während etwa Bayern und Baden-Württemberg enorm zugelegt hätten. Vor allem industrielle Arbeitsplätze fehlten, sagte der Minister den LN. Wenn Schleswig-Holstein seine Wirtschaftskraft verbessern und die strukturellen Defizite überwinden wolle, müsse das Land sich um Unternehmensansiedlungen bemühen und sie gezielt fördern.

Um die Ansiedlungsstrategie auf eine fundierte Basis zu stellen, hat die Landesregierung das Frankfurter Institut OCO Global mit einer Analyse beauftragt. „Wir haben uns angeguckt, wo liegen unsere Stärken? Welche Branchen haben Rückenwind, welche nicht?“, sagt Buchholz. Das OCO-Gutachten hat fünf sogenannte Fokusbranchen definiert: Medizin- und Gesundheitswirtschaft, digitale Wirtschaft, Maschinenbau und Elektronik, Ernährungsindustrie und erneuerbare Energien. Für diese Fokusbranchen will das Land eine „proaktive Akquise“ verfolgen, also nicht nur abwarten, sondern verstärkt um Ansiedlungen werben.

Im Gespräch mit Karsten von Borstel von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel sagte Buchholz weiter – Video starten

Für die Region Lübeck sieht Buchholz vor allem den Ausbau der bereits starken Branchen Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft sowie der Ernährungswirtschaft als besonders erfolgversprechend an. „Die hochinteressante Achse Hamburg–Lübeck–Oldenburg bringt alle Voraussetzungen für eine starke Entwicklung mit.“ Diese Achse wolle man weiter ausbauen, so der Minister in den LN. Durch den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung werde diese Achse auch international enorm an Bedeutung gewinnen.

Es gebe entlang der Achse „Leuchtturmbetriebe“ wie Dräger in Lübeck, Eppendorf in Oldenburg und viele andere. Durch die Medizinische Universität Lübeck und das UKSH habe man hier aber auch „Forschung von Weltrang“. Dazu komme eine dynamische Start-up-Szene, die etwa durch Gateway 49 aktiv gefördert werde. Durch diese drei Faktoren habe man in der Region Lübeck schon jetzt einen starken Kern – das könne andere Firmen anlocken.

Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft und Ernährungswirtschaft seien starke Wachstumsmärkte und hätten auch Schnittmengen, etwa wenn es um das Thema personalisierte Ernährung und ihren Einfluss auf die Gesundheit gehe. „Wir haben Firmen wie Brüggen und viele andere, und beim Ernährungscluster Foodregio läuft das alles zusammen“, sagt Buchholz. „Wir sind hier für Life Science ein hochinteressanter Standort, viele Unternehmen aus anderen Regionen merken: Da tut sich etwas.“ Was noch fehlt, sind genügend Gewerbegebiete in den stark nachgefragten Lagen um Hamburg, Kiel und Lübeck.

Hier die gesamte Ansiedlungsstrategie:

Buchholz: Corona-Verordnung garantiert die weitgehende Rückkehr zur Normalität

Nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie lockert die schleswig-holsteinische Landesregierung erneut die Zügel und gibt den Menschen ab Ende September einen Großteil ihrer Rechte und Freiheiten zurück.

Nach einem Stufenplan soll dann für Geimpfte, Genesene und Getestete (so genannte 3-G-Regel) weitgehend die Maskenpflicht entfallen – vor allem aber der Besuch von Lokalen und Veranstaltungen wieder ohne aufwändige Kontrollen und Beschränkungen möglich sein. Für Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Auf der A 215 geht’s heiß her – Nach fast 50 Jahren erste grundlegende Sanierung der Fahrbahn

Ali Mojtahedi, Projektleiter der Autobahn GmbH, erläutert Verkehrsminister Buchholz bei Blumenthal den Einbau des so genannten Kompakt-Asphalts

Dampfender Asphalt, gleißende Sonne, lange Lkw-Schlangen mit Mischgut und Bindermaterial – dazu eine monströse Planiermaschine von 12 Metern Breite: Auf der A 215 zwischen Bordesholm und Blumenthal bei Kiel geht es es seit Tagen zu wie in einem Wimmelbuch. Noch bis Oktober wird die Autobahn GmbH des Bundes hier auf acht Kilometern Länge in Richtung Süden die Autobahn grundlegend sanieren.

Verkehrsminister Bernd Buchholz stattete den Bau-Teams heute einen Blitzbesuch ab und ließ sich unter anderem von Projektleiter Ali Mojtahedi die Funktionsweise des so genannten Kompaktasphalts erläutern. Anschließend sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten…

Während in Fahrtrichtung Süden für rund 13 Millionen Euro gut acht Kilometer saniert werden, steht im kommenden Jahr die Gegenrichtung mit einer Länge von gut zehn Kilometer auf dem Programm. Umgesetzt wird das Vorhaben von einer Arbeitsgemeinschaft der drei Baufirmen Kemna, Eurovia und Strabag. Das Material stammt aus den nahe gelegenen Mischwerken in Mühbrook, Lentföhrden und Poyenberg bei Nortorf. Buchholz erinnerte die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer daran, dass in den kommenden Wochen noch mit erheblichem Lkw-Verkehr in der Region zu rechnen sei.

Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt rund 100.000 Quadratmeter Asphalt neu aufgetragen. Und zwar in einer Stärke von insgesamt zwölf Zentimetern.

Buchholz bei bei LN-Gründerwettbewerb: Wir kommen mit Schwung aus dem Pandemie-Tal

Schon durch den Konjunkturbericht für das zweite Quartal dieses Jahres blinzelte die Sonne. Denn: Die Stimmung der Unternehmen in Schleswig-Holstein hat sich deutlich verbessert. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammern im Land etwa machte einen Sprung von 100,4 auf 111,5 Punkte und liegt damit wieder klar über dem langjährigen Durchschnitt.

Und die ersten Wochen des dritten Quartals starten noch verheißungsvoller. Das machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz gestern Abend beim Existenzgründerwettbewerb der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft im Gespräch mit LN-Redakteur Lars Fetköter deutlich – Video starten.

Gute Gründe also, sich selbständig zu machen und eine vielleicht lang gehegte Geschäftsidee endlich in die Tat umzusetzen. Die Winde stehen günstig. Und wer sich mutige Gründerinnen und Gründer einmal live ansehen will, dem sei dringend der gesamte Blick auf die gestrige LN-Veranstaltung empfohlen. Großartige Veranstaltung – zur dringenden Nachahmung für alle Regionalverlage empfohlen.  Zum aufgezeichneten Livestream der „Lübecker Nachrichten“ gehts hier