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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

Minister Buchholz‘ „Meldung der Woche“ – diesmal direkt aus Südwest-China

Zum Abschluss ihrer Chinareise haben sowohl Ministerpräsident Daniel Günther als auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz ein durchweg positives Fazit gezogen: Die Provinzregion Zhejiang, aber auch die Region Sezuan im Südwesten Chinas seien  wichtige Partner für Schleswig-Holstein. Davon hätten sich beide zusammen mit den rund 70 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaftin in den vergangenen Tagen überzeugen können.

Kurz vor seinem Rückflug gestern Nacht übermittelte der Wirtschaftsminister direkt aus Chengdu seine „Meldung der Woche“. Heute gegen 22 Uhr wird die komplette Delegation in Kiel zurück erwartet.

Mehr zu China-Reise in diesem Reiseblog von Kurt-Christoph von Knobelsdorff

 

Tourismusboom im echten Norden ungebremst: 13,3 Prozent mehr Übernachtungen

Der Tourismussektor in Schleswig-Holstein hat bei bestem Sommerwetter eine sehr erfolgreiche Hochsaison absolviert: Im Juli übernachteten in den größeren Hotels, Ferienanlagen, Pensionen und Ferienhäusern sowie auf Campingplätzen fast 1,25 Millionen Menschen und damit 13,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Nord am Freitag berichtete. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 21,7 Prozent auf fast 5,88 Millionen. Die überdurchschnittlich kräftigen Zuwächse gehen aber auch darauf zurück, dass in die Statistik deutlich mehr Betriebe aufgenommen wurden als im Vorjahr.

Thilo_Rohlfs_038_bearb_eis_Retusche_tabasco_final (2)Tourismus-Staatssekretär Thilo Rohlfs zeigte sich entsprechend zufrieden: „Die Tourismusbranche und unsere Gäste hatten einen fantastischen Sommer: Bestes Wetter, tolle Natur, hochwertige Angebote und neue Rekordzahlen. Darüber können wir uns alle freuen. Ich wünsche mir von der Tourismuswirtschaft, dass sie die gute Lage nutzt, um weiter in Angebote und Qualität zu investieren. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, dass die Erfolgsgeschichte weiter fortgeschrieben wird.“

Von Januar bis Juli zählten die Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten 4,98 Millionen Übernachtungsgäste und damit 13,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 18,8 Prozent auf 19,67 Millionen zu. Mit den Veränderungen in der Statistik gingen in diese seit dem zweiten Halbjahr 2017 Betriebe mit insgesamt 42 000 Betten mehr ein. Auch ohne diesen Effekt betrug das Wachstum nach Angaben des Tourismusbarometers der Sparkassen noch etwa vier Prozent. Die Juli-Statistik erfasste 3758 Beherbergungsstätten mit 223 000 Gästebetten und 273 Campingplätze.

bettina-bunge-foto_256x256Die Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, sieht das sehr gute Wetter als einen Hauptgrund für den erfolgreichenJuli: „Wir dürfen darauf hoffen, dass dieser Sommer den Gästen auch bei künftigen Buchungen noch in herrlicher Erinnerung sein wird. Die Orte und Leistungsträger lassen sich einiges einfallen: Ob Stand-Up-Paddling, E-Bike-Touren oder Strandyoga zum Sonnenaufgang – der echte Norden präsentiert sich frisch und modern. Herzlichen Dank an die Touristiker im Land, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass alles so gut funktioniert.“

Die Tourismusbranche hatte schon das erste Halbjahr mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte abgeschlossen. Von Januar bis Juni kamen fast 3,75 Millionen Übernachtungsgäste in das nördlichste Bundesland und damit 13,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erhöhte sich in dem Zeitraum um 17,9 Prozent auf gut 13,82 Millionen.

Buchholz lotet Chancen in Westchina aus – und besucht neuen Generalkonsul von Rimscha

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Deutschlands Generalkonsul Robert von Rimscha an seinem ersten Arbeitstag in Chengdu – hier zusammen mit Buchholz vor dem Wenshu-Tempel

Als erstes norddeutsches Bundesland zeigt Schleswig-Holstein Flagge in der westchinesischen Wachstumsregion Sichuan. Im Rahmen der China-Delegationsreise der Landesregierung machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute einen Abstecher nach Chengdu, wo sich bereits seit Montag unter anderem die Chefin der Brunsbütteler Wirtschaftsförderungsgesellschaft egeb, Martina Hummel-Manzau sowie Vertreter der Firmen Spedition Kruse, Hesse-Tierpharma, Innotec und MP-Germany aufhalten.  In Chengdu traf Buchholz auch auf den neuen deutschen Generalkonsul von Südwest-China, Robert von Rimscha. Der Diplomat – mit familiären Wurzeln in Schleswig-Holstein – hatte heute seinen ersten Arbeitstag (Interview unten)

Wie Buchholz in China im Gespräch mit Andre Klohn von der Deutschen-Presse-Agentur sagte, sei der Standort Schleswig-Holstein für Unternehmen aus Westchina überaus interessant. So gebe es beispielsweise Ansiedlungsvorhaben der Entwicklungsabteilung von Koyo Chemical an der Westküste von Schleswig-Holstein oder die Kooperationsvereinbarung der egeb Brunsbüttel mit der Stadt Guang.

Im Westen Chinas vollzieht sich nach den Worten von Buchholz eine „wirtschaftliche Aufholjagd im Vergleich zu den Küstenregionen im Osten des Landes“. Die Zentralregierung in Peking fördere diesen Prozess mit Nachdruck durch eine gezielte Infrastruktur- und Industrieentwicklung. „Daraus ergeben sich Chancen für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit, die für beide Seiten gleichermaßen von Vorteil sein können“, so der Minister.  Der Güter-Transport auf der Neuen Seidenstraße nach Norddeutschland werde bereits genutzt und könne weiter gesteigert werden. Dazu sollten Logistikunternehmen aus Schleswig-Holstein und China zusammenarbeiten.

Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass in Hamburg jede Woche über die Seidenstraße rund 400 Container aus China ankommen. Chengdu und die Provinz Sichuan im Westen Chinas seien dabei wichtige Verladestationen. „Der Norden muss sich also weiter anstrengen, um in China wahrgenommen zu werden.“

O-Ton-RimschaDer neue Generalkonsul von Rimscha, gelernter Redakteur beim Berliner „Tagesspiegel“ und der „Badischen Zeitung“, war zuvor Botschafter in Laos und Gesandter in Tokio.

Er sagte im Gespräch mit unserem Vize-Staatssekreträr Kurt-Christoph von Knobelsdorff (rechts im Bild)… (Audio starten)

 

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Pitch

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Nach einem Grußwort von Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz erwarten Sie Impulsvorträge von Stefan Dräger und Thomas P. Offner (PwC), ein sportlicher Show Act und jede Menge Unterhaltungswert bei Buffet und Getränken.

Zur besseren Orientierung:

Groffik

Buchholz mahnt zur Eile beim Thema Diesel-Nachrüstung – Freitag Thema im Bundesrat

Bundesrat

Wer soll die Nachrüstung von Dieselautos bezahlen? Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz beharrt auf einer Dreiteilung der Kosten. Dass sich nun auch der Bund bewegt, ist für den FDP-Politiker höchste Zeit.

Kurz vor Beratungen im Bundesrat über mögliche Hardware-Nachrüstungen von Dieselautos hat Buchholz seine Forderung noch einmal bekräftigt, die Kosten zwischen Industrie, Bund und Autobesitzern aufzuteilen. Die aktuelle Diskussion verdeutliche den Handlungsdruck, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Selbstverständlich müssten aber jene Konzerne, die ihren Kunden bei der Abgas-Software Mogelpackungen verkauft hätten, die daraus resultierenden Schäden allein tragen. Der Bundesrat befasst sich an diesem Freitag mit dem Themenkomplex. Dazu liegt ein Entschließungsantrag Hessens vor.

Es sei höchste Zeit, dass sich jetzt auch die Bundesregierung in die Debatte eingebracht habe, sagte Buchholz. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte nach einem Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag ein Konzept für technische Verbesserungen alter Diesel angekündigt. Unklar ist aber noch, ob außer Software-Updates möglicherweise doch auch Hardware-Umbauten an Dieselmotoren vorgesehen sind. Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Montag) hatte Scheuer gesagt, Nachrüstungen sollten in erster Linie dort vorgenommen werden, wo es technisch und wirtschaftlich möglich sei. Am sinnvollsten sei das bei Bussen und kommunalen Fahrzeugen.

Buchholz sagte heute am Rande seiner Delegationsreise in China (Audio starten – „Im Browser anhören“)

Bei den 3,1 Millionen Diesel-Fahrzeugen der Euro-4-Norm sei der Einbau einer modernen Abgasreinigungsanlage gar nicht möglich, sagte Scheuer der Zeitung. Von den 5,5 Millionen Euro-5-Dieseln könnten «bestenfalls 2 Millionen Fahrzeuge technisch nachgerüstet werden – nur bei diesen ist der notwendige Bauraum vorhanden». Die Kosten für die Nachrüstung betragen laut Scheuer mindestens 3000 Euro je Pkw.
Der Bundesfinanzminister habe gesagt, er wolle dafür kein Steuergeld ausgeben.

Aus Sicht des Kieler Ministers Buchholz könnten – abgesehen von den Software-Manipulationsfällen – die Kosten für Nachrüstungen nicht allein den Autoherstellern aufgebürdet werden. Sie sollten nach seinem Vorschlag zu gleichen Teilen von Produzenten, Staat und Autifahrern getragen werden. Dem hat sich in Kiel mittlerweile auch eine Landtagsmehrheit aus CDU, Grünen, FDP und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) angeschlossen – allerdings geknüpft an die Voraussetzung, dass Hersteller und Halter mit diesem Verfahren einverstanden sind.

Der Vorstoß zielt auf ein Förderprogramm des Bundes zur Nachrüstung von Dieselfahrzeugen der Abgasnorm Euro 4 und 5, die zum Zeitpunkt ihrer Zulassung alle rechtlichen Zulassungskriterien erfüllt haben und somit nicht manipuliert wurden. Eine Hardware-Nachrüstung der Modelle mit Euro-4- und Euro-5-Norm sei der effektivste Weg, die Innenstädte sauberer zu bekommen und Fahrverbote zu vermeiden, sagte Buchholz.

Reise-Blog unserer SH-Delegation: Heute Impressionen aus dem Silicon Valley Chinas

Zum Blog we-go-to-china bitte hier klicken

Teaser

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) will im Rahmen seines Chinabesuchs Firmen aus Schleswig-Holstein in der Provinz Sichuan Türen öffnen. «Der oberste Wirtschaftsförderer muss der Wirtschaftsminister sein, wer denn sonst?», sagte Buchholz am Dienstag am Rande von gemeinsamen Besuchen von Internet-Firmen mit Ministerpräsident Daniel Günther in Hangzhou. Buchholz reist am Donnerstag aus der schleswig-holsteinischen Partnerprovinz Zhejiang weiter nach Chengdu. Dort will er unter anderem auf einer Messe für den Norden werben, auf der auch schleswig-holsteinische Firmen vertreten sind. Zudem trifft sich Buchholz mit dem Vize-Gouverneur der Region Sichuan, Yang Hongbo.

Buchholz, Günther und die Delegation aus dem Norden besuchten am Dienstag in Hangzhou unter anderem den chinesischen Online-Riesen Alibaba und die Startup-Schmieden Dream Town und Yunqi Town. «Man merkt, was da für uns auch für eine Konkurrenz entsteht auch im Bereich Digitalisierung», sagte Günther. Da sei die Region Vorreiter, von dem Schleswig-Holstein im Bereich Startups und Digitalisierung einiges lernen könne. Manches beispielsweise das Thema Datenschutz sehe Deutschland dagegen kritischer. «Will man eigentlich, dass die ganzen Daten in der Form verfügbar sind?»

Nach Angaben von Alibaba-Europachef Terry von Bibra nutzen mehrere hundert schleswig-holsteinische Unternehmen die Online-Handelsplätze des Unternehmens. «Unser Ziel ist es, den Handel weltweit einfacher zu machen.»

China-Delegation pünktlich gestartet – wir berichten die nächsten Tage per Reise-Blog

Blog

Mit zahlreichen Gastgeschenken an Bord und einer straffen Themen-Agenda ist heute Vormittag die China-Delegation um Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) pünktlich gestartet. Mit dabei: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) sowie knapp 60 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Wir berichten von der Reise in dem Blog we-go-to-china.blogspot.com , den unser Abteilungsleiter und stellvertretender Staatssekretär Kurt-Christoph von Knobelsdorff für uns mit Fakten, Eindrücken, Bildern und möglichen Ergebnissen füllt.

Buchholz zur #diwokiel: Unser Land hat das Zeug zu einer digitalen Vorzeigeregion

Mit der heute ausklingenden Digitalen Kieler Woche – #diwokiel – endet für viele Mitglieder der Landesregierung ein kleiner Veranstaltungs-Marathon. Auch Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz war in den vergangenen Tagen Gast bei zahlreichen Programmpunkten.

Für ihn war das Gesamtangebot nicht nur seine persönliche „Meldung der Woche“, sondern das Thema bleibt für ihn auch weiterhin hochgradig relevant für die Zukunft des Landes.

Weitere Türen im Reich der Mitte öffnen: SH-Delegation reist für eine Woche nach China

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther besucht ab morgen gemeinsam mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Landtagspräsident Klaus Schlie und einer großen Wirtschaftsdelegation die schleswig-holsteinische Partnerprovinz Zhejiang in China.  Das Reich der Mitte ist mit einem Handelsvolumen von knapp vier Milliarden Euro nach Dänemerk zweitwichtigster Handelspartner des Nordens außerhalb der EU – gefolgt von den USA.

Bei der einwöchigen Reise will Günther mit der Delegation die Kooperation mit der Partnerregion ausbauen. Er wolle als Regierungschef in China für Unternehmen aus dem Norden Türen öffnen und Kontakte vermitteln, sagte Günther vor Start seiner einwöchigen Reise nach Hangzhou und Shanghai der Deutschen Presse-Agentur. «Denn diese Partnerschaft hat für unser Bundesland eine hohe Bedeutung.» Zwischen beiden Regionen gebe es Zusammenarbeit in vielen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen. «Aus Sicht Schleswig-Holsteins hat die Bedeutung zugenommen.»

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Leuchtende Vorfreude der Chinesen auf die letzte SH-Delegation in Hangzhou

Buchholz besucht in China unter anderem Startups. «Hiesige Unternehmen könnten von den Chinesen gerade im Bereich digitaler Produkte viel lernen. Nach meinem Eindruck hat uns die chinesische Gründerszene vor allen eines voraus – nämlich Geschwindigkeit», sagte Buchholz. Dort habe man den Mut, auch Produkte auf den Markt zu bringen, die noch nicht vollständig ausgereift seien. «Denn ich China weiß man: lieber schnell und nicht ganz perfekt auf dem Markt als perfekt, aber dafür zu spät.»

Darüber hinaus trifft Buchholz zusammen mit der Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, auf chinesische Reiseveranstalter: «Denn auf diesem Feld wollen die Chinesen von uns etwas lernen, weil ihnen der Erfolg unserer Tourismus-Strategie keineswegs entgangen ist.»  Geplant ist zudem, dass Fach- und Führungskräfte aus der chinesischen Reisebranche im Frühjahr 2019 zu einer «Study-Week» nach Schleswig-Holstein kommen.

Laut der Wirtschafts- und Technologieförderung Schleswig-Holstein GmbH ((WTSH) stand China bei den Exporten hiesiger Firmen im ersten Halbjahr auf Platz acht. Das Schleswig-Holstein Business-Center (SHBC) in Hangzhou habe in den vergangenen Jahren mehr als 200 Firmen den Weg in den chinesischen Markt geebnet. Aktuell betreue das SHBC 23 Unternehmen, sagte Geschäftsführer Bernd Bösche.

Für den Ministerpräsidenten ist es nicht nur seine erste längere Auslandsreise als Regierungschef, sondern auch der Antrittsbesuch in der Partnerregion mit rund 55 Millionen Menschen. Neben der bei einem Besuch obligatorischen Fahrt auf dem Westsee trifft sich Günther am Montagabend in Hangzhou mit dem Parteisekretär Che Jun zu politischen Gesprächen. Anschließend ist ein gemeinsames Abendessen auf Einladung der Provinzregierung Zhejiang geplant.

Begleitet wird Günther von einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation mit rund 50 Teilnehmern. «China ist mittlerweile außerhalb der EU der zweitwichtigste Handelspartner des Nordens», sagte Günther. Das asiatische Land mit seinen 1,4 Milliarden Menschen strebe in verschiedenen Bereichen nach vorne. In vielen Bereichen gebe es Anknüpfungspunkte für Kooperationen beider Regionen.

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Entspannungsübungen der Chinesen am berühmten Westsee von Hangzhou

Erstes Ziel ist am Wochenende die Provinzhauptstadt Hangzhou. Die Beziehungen zwischen der chinesischen Provinz und dem nördlichsten Bundesland reichen bis ins Jahr 1986 zurück. Geplant sind unter anderem Besuche der in China dominierenden Online-Handelsplattform Alibaba (Börsenwert 420 Milliarden Dollar) und dem High-Tech-Zentrum Dream Town, in dem junge Chinesen in Startups dem Erfolg von Alibaba-Chef Jack Ma nacheifern. «Für uns ist es natürlich besonders spannend zu sehen, was dort im Bereich der Digitalisierung passiert», sagte Günther.

Ihre Aktivitäten im Fernen Osten wollen auch norddeutsche Hochschulen vorantreiben. Mehrere Institute aus Kiel planen Abkommen mit der Zhejiang Universität. Für Regierungschef Günther wäre die Reise bereits ein Erfolg, «wenn beide Seiten die Partnerschaft weiter mit einem positiven Gefühl betrachten». Beide Regionen können in wirtschaftlicher Hinsicht noch stärker voneinander profitieren.

Buchholz kündigt in Brunsbüttel neue industriepolitische Strategie für SH an

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Vor der Kanaltour: Frank-Michael Biel (TOTAL), Covestro-Chef Dr. Steffen Kühling, Minister Buchholz, Gastgeber Frank Schnabel und Landrat Stefan Mohrdieck

Die Themen Investitionen, Innovationen und neue Technologien standen am Nachmittag im Mittelpunkt des 29. Brunsbütteler Industriegesprächs, zu dem sich rund 150 Gäste an Bord der „Adler Princess“ zu einer Kanalfahrt trafen. Denn diese drei Säulen – darin waren sich alle teilnehmerinnen und teilnehmer einig – sind die Basis für eine weiterhin positive Entwicklung des Industrie- und Hafenstandorts Brunsbüttel.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd  Buchholz unterstrich in seiner Eingangsrede die große Bedeutung, die der Industrie- und Hafenstandort Brunsbüttel als größter und wichtigster industrieller Kern in Schleswig-Holstein für die Landesregierung hat und kündigte für die nächsten Wochen eine neue industriepolitische Strategie an: „Wenn wir als Schleswig-Holstein unseren Anteil am bundesdeutschen Bruttoinlandsprodukt erhöhen und uns nicht damit abfinden wollen, dass das Lohn- und Einkommensniveau bei uns unter dem Bundesdurchschnitt liegt, dann müssen wir unsere industriepolitischen Anstrengungen verstärken. Denn beide Kennzahlen werden sich nur verbessern, wenn es mehr Industrie in Schleswig-Holstein gibt, als bisher.“

In der anschließenden Diskussionsrunde stellte sich Buchholz gemeinsam mit Frank Schnabel (Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel) sowie Dr. Steffen Kühling (Geschäftsführer Covestro Deutschland AG), Frank-Michael Biel (Geschäftsführer der Total Bitumen Deutschland AG) und Stefan Mohrdieck (Landrat Dithmarschen) den Zukunftsthemen in einer Diskussionsrunde.

Schnabel unterstützte die Aussage des Wirtschaftsministers zur Bedeutung des ChemCoast Park Brunsbüttel mit Zahlen: „Rund 12.500 Arbeitsplätze beeinflusst der ChemCoast Park Brunsbüttel, darunter knapp 4.500 direkt am Standort. Mit ca. 2.000 Hektar Fläche ist es das größte zusammenhängende Industriegebiet in Schleswig-Holstein und hat sich zu einem pulsierenden Cluster für Unternehmen aus der Chemie-, Energie- und Logistikbranche entwickelt. In den vergangenen Jahren bis heute haben die ansässigen internationalen Großkonzerne der chemischen Industrie dreistellige Millionenbeträge in ihre Produktionsanlagen investiert. Weitere Investitionen sind in Planung. Dies stellt ein klares und zudem langfristiges Bekenntnis von verschiedenen Unternehmen zum Standort Brunsbüttel dar. Zudem ist Brunsbüttel mit rund 13 Millionen Tonnen Ladung pro Jahr der sechstgrößte und einer der dynamischsten Seehafenstandorte Deutschlands.“

Neben den Investitionen der bereits ansässigen Unternehmen lassen auch weitere Pläne am Standort Brunsbüttel ein weiteres Wachstum des Industriestandortes erwarten. Brunsbüttel ist seit vielen Jahrzehnten einer der bedeutendsten Energiestandorte in Norddeutschland. In der Region werden große Mengen regenerativer Energien produziert. Außerdem treffen in der Region die Stromautobahnen Nord- und Südlink aufeinander und auch die Energie der Offshore-Windparks landet hier an. Im Rahmen von NEW 4.0, der Norddeutschen Energiewende, wird im Zuge der Digitalisierung eine nachhaltige Energieversorgung der Region angestrebt, sodass die nachhaltige Energie direkt vor Ort, beispielsweise durch die Industrie, genutzt werden kann. Die Digitalisierung bietet im Rahmen der Energiewende durch die intelligente Vernetzung der Systeme, aber auch in vielen weiteren Bereichen große Chancen.

Neben der Verfügbarkeit von elektrischer Energie ist aber auch der Zugang zu Erdgas von elementarer Bedeutung. Die German LNG Terminal GmbH plant derzeit die Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. In Brunsbüttel könnte damit ein LNG Import- und Distributionsterminal für Deutschland mit bundesweiter Bedeutung für die Transport-, die Industrie- und die strategische Energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland entstehen. Ein LNG-Terminal könnte neben der Seeschifffahrt am starkbefahrenen Schnittpunkt Elbe und Nord-Ostsee-Kanal auch die vor Ort ansässigen Industrieunternehmen versorgen, die einen hohen Bedarf an Erdgas als Rohstoff und Energiequelle haben. Die Errichtung eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel wäre ein wichtiger Impuls und ein Gewinn für Brunsbüttel, die gesamte Unterelberegion und auch für den Hamburger Hafen.

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Buchholz und Biel mit NDR-Moderatorin Harriet Heise bei der Posiumsdiskussion

Buchholz stellte zur Debatte über das geplante LNG-Terminal und potenziellen Lieferungen aus den USA klar: „Es gibt diverse Lieferanten von LNG auf dem Weltmarkt. In Deutschland entscheiden die Kunden, von wem sie kaufen und diesen Grundsatz der Privatautonomie werden wir sicher nicht zugunsten von Donald Trump aufgeben.“

Um diese Wachstumspotenziale nutzen zu können, muss die infrastrukturelle Anbindung des ChemCoast Park Brunsbüttel weiter verbessert werden. Ein zweigleisiger Ausbau inklusive Elektrifizierung der Bahnstrecke vom Industriegebiet Brunsbüttel bis Wilster/Itzehoe ist absolut notwendig. Straßenseitig liegt das Hauptaugenmerk auf der Weiterführung der A20 inklusive westlicher Elbquerung bei Glückstadt und auf dem dreispurigen Ausbau der Bundestraße 5 über Wilster hinaus bis nach Brunsbüttel. „Für uns hat Sicherheit, sowohl Arbeits- als auch Anlagensicherheit aller höchste Priorität. Desweiteren ist eine hohe  Verfügbarkeit unserer Produktionsbetriebe von wirtschaftlicher Bedeutung. Hierfür ist eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur wie Schiene, Straße und Hafen zur Anlieferung von Rohstoffen und zum Abtransport von Fertigprodukten zum Kunden strategisch wichtig“, so Dr. Steffen Kühling.

Die Werkleiterrunde begrüßt den derzeitigen Ausbau der B5 und die Initiative des Landes Schleswig-Holstein und des Wirtschaftsministers Dr. Buchholz, mit den Vorplanungen der Elektrifizierung der Bahnstrecke Brunsbüttel-Itzehoe in Vorleistung zu gehen. Dies zeigt, dass die noch offenen Infrastrukturthemen auf der politischen Agenda verankert sind, um endlich die Hinterlandanbindung des größten zusammenhängenden Industriestandortes in Schleswig-Holstein zu verbessern.

„Die Investitionen der Unternehmen und die neuen Technologien bieten Brunsbüttel und der gesamten Region große Chancen. Sie ermöglichen die Sicherung tausender Arbeitsplätze und den Ausbau des ChemCoast Park Brunsbüttel und machen den Industrie- und Hafenstandort bereit für die Zukunft. So können wir es schaffen, die großen Potenziale, die unser Standort hat, weiter umzusetzen und ein dynamisches Brunsbüttel fortzuentwickeln“, so Schnabel abschließend.