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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

EU-Koordinator Cox und Staatssekretär Rohlfs: Der Belttunnel schafft eine neue Boom-Region

Gesamt
Trafen sich heute in Lübeck (v.l.): Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs, TEN-Koordinator Pat Cox und Lübecks IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning

Die Europäische Union steht ebenso entschlossen hinter dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels wie die Landesregierung und die Wirtschaft in der Hanse-Belt-Region. „In der Makroregion Hamburg-Kopenhagen hat dieses Projekt ein sehr großes Potenzial für die Wirtschaft. Und es wird zum Klimaschutz beitragen“, betonte heute in Lübeck Pat Cox, Koordinator der EU-Kommission für die Trasse Skandinavien-Mittelmeer im Rahmen der Transeuropäischen Netzte (TEN). Cox ist für zwei Tage nach Schleswig-Holstein gekommen, um sich über den Stand des Projektes zu erkundigen. Bei der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck sprach der Ire mit Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP), IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning und Vertretern der Lübecker Hafenwirtschaft.

Auch die Landesregierung erwartet positive Effekte für Wirtschaft und Wissenschaft und damit für alle Einwohner in und zwischen den Metropolen an Elbe und Öresund. „Unser Ziel ist es, das Projekt voranzutreiben und trotz der anhängigen Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht zu einem Ende zu bringen. Bis zum Ende des kommenden Jahres wollen wir Baurecht haben“, sagte Rohlfs.  Das Land werde sich zudem beim Thema Lärmschutz weiter für die Belange der Anwohner entlang der Bahntrasse einsetzen. Wichtig sei es, die Chancen des Projektes für die Verlagerung von Gütern von der Straße auf die Schiene in Zukunft deutlicher zu betonen.

Rohlfs sagte bei dem Pressegespräch weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Dem schloss sich auch EU-Koordinator Pat Cox an. Für den ebenfalls auf dem Korridor liegenden Brennerbasistunnel gebe es eine höhere Akzeptanz, seitdem die Akteure die Kommunikation verändert und so mehr Begeisterung für das Projekt erzeugt hätten. Das sei durch Betonung der Ingenieursleistung und auch durch Familientage mit bis zu 10.000 Teilnehmern geschehen, sagte  Cox. „Die Idee eines öffentlichen Festivals bei den Fehmarnbelt Days 2020 ist daher fantastisch“, lobte der ehemalige EU-Parlamentspräsident. „Geben Sie den Menschen Einblicke, die sich für das Projekt interessieren. Es gibt mehr Menschen, die etwas über das Projekt erfahren wollen als Gegner“, betonte Cox.

Erstmalig laden die Veranstalter die Öffentlichkeit zu einem eintägigen Fest während der Fehmarnbelt Days am 17. und 18. Mai 2020 in den Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand ein, um das Gemeinschaftsgefühl in der zusammenwachsenden deutsch-dänischen Region zu fördern.

CoxCox sagte im Pressegespräch weiter
(Dolmetscher spricht)
(Audio starten – Pfeil klicken)

Die Vertreter der Hafenwirtschaft hatten im Gespräch mit dem Gast aus Brüssel herausgestellt, wie wichtig die Anbindung des Lübecker Hafens an das Eisenbahn- und Straßennetz ist. Jörg Ullrich, Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Verkehr und Infrastruktur, befürchtet Engpässe im Großraum Lübeck, sobald die Fehmarnbelt-Route zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führe. Zudem betonte er die Bedeutung einer Ostumfahrung Hamburgs. Dies sei mit dem Ausbau der A21 von Bargteheide bis nach Niedersachsen möglich. Pat Cox entgegnete, dies sei nicht die Antwort auf alles, auch der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in der Region sei für die weitere Entwicklung von entscheidender Bedeutung.

SchoeningLars Schöning dankte Pat Cox für seine regelmäßigen Besuche in der Region und die damit verbundene Möglichkeit, den Dialog mit EU-Vertretern zu führen. „Die Unterstützung aus Brüssel ist für uns von großer Bedeutung. Noch vor dem Baubeginn haben wir im kommenden Jahr drei wichtige Termine zum Thema Fehmarnbelt-Tunnel: die Fehmarnbelt Business-Konferenz, die Fehmarnbelt Days und die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Klagen gegen das Projekt. Wir werden weiterhin die Chancen für Wachstum, Wohlstand und Wertschöpfung herausstellen“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Hier ein Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs:

 

Buchholz führt Delegation für eine Woche ins Silicon Valley – Besuch unserer StartUps

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Ein Teil der Delegation vor dem Abflug (Johannes Hartwig (WiMi.SH); Thorsten Schröder (UK.SH), Minister Buchholz, Peter Franke und Torsten Krausen mit Kristin Asmussen (WT.SH) und Ute Volquardsen (Landwirtschaftskammer)

Ein Jahr nach Gründung eines norddeutschen Büros im Silicon Valley bei San Francisco  ist Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Nachmittag mit einer Wirtschaftsdelegation in die Region aufgebrochen. Dabei wird er auch sechs Start-Up-Unternehmen aus Schleswig-Holstein besuchen, die sich in Landes-Wettbewerben für ein mehrwöchiges Coaching beim weltgrößten Technologie-Unternehmen „Plug and Play“ qualifiziert hatten.

„Ziel unser Reise ist es, die Kontakte zwischen norddeutsche Unternehmen und dieser technologisch dynamischsten Region auf der Welt noch weiter zu vertiefen“, sagte Buchholz. Zur 12-köpfigen Delegation gehören unter anderem Petra Baader, Chefin der „Nordischen Maschinenbau Rud. Baader“ aus Lübeck, der Kieler Unternehmer Henning Rabe (Uxma KG), Landwirtschaftskammer-Präsidentin Ute Volquardsen sowie Vertreter der Fachhochschule Kiel und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK.SH).

In einem Reiseblog gibt unser Technologie-Abteilungsleiter Johannes Hartwig ein paar Eindrücke der Reise wieder

Neben der Stipvisite bei „Plug and Play“ steht unter anderem ein Besuch des auf Digitalisierung und künstliche Intellegenz spezialisierten „Siemens Future Lab“ in Oakland an. Beim Unternehmens „Just“ in San Francisco informiert sich die Delegation über die Produktion von nachhaltigen Lebensmitteln. „Just“ verfügt über Anwendungen im Bereich der Micro-Biome und Diabetes-Vorsorge.

„Ich bin sicher, dass wir aus einer so hoch innovativen Region, in der Unternehmen wie Apple, Facebook oder Google zuhause sind, eine Menge an Impulsen und Inspirationen  mit nach Hause bringen werden“, sagte Buchholz. Nirgendwo sonst existiere eine so beeindruckende Kultur der Innovation und  Risikobereitschaft.

Die Delegation wird am 22. November nach Schleswig-Holstein zurückkehren.

Minister-Appell an Betriebe: Rechtzeitig vor Cyber-Attacken schützen – neue Anlaufstelle nutzen

Im Kampf gegen Daten-Diebe, die zunehmend auch schleswig-holsteinische Firmen attackieren und Lösegeld erpressen, sind Land und Wirtschaft diese Woche in die Offensive gegangen. Im Rahmen einer breiten Sicherheitspartnerschaft wurde erstmals eine landesweite Anlaufstelle für solche Fälle eingerichtet – der Servicepont Cybersecurity (www.servicepoint-cybersecurity.de). Für Buchholz seine „Meldung der Woche“ Video starten…

Landtag schließt breites Bündnis zum Aufbau einer Wasserstoff-Industrie im echten Norden

Der Landtag in Kiel hat sich mit großer Mehrheit für den Aufbau einer Wasserstoffindustrie auf Basis der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Einem Antrag von CDU, Grünen und FDP, die Landesregierung solle einen Maßnahmenkatalog für eine entsprechende Strategie entwickeln, stimmten auch die Oppositionsfraktionen von SPD und SSW zu.

In der Debatte wurde parteiübergreifend hervorgehoben, dass Schleswig-Holstein mehr Öko-Strom produziert als es rechnerisch verbraucht und dies ein zentraler Standortvorteil sei, um eine grüne Wasserstoffindustrie aufzubauen. Mit Ökostrom produzierter Wasserstoff könne für Flugzeuge und Autos als umweltfreundlicher Antriebsstoff dienen, ebenso zur Wärmeerzeugung oder für die Industrieproduktion.

Die Rede von Wirtschaftsminister Buchholz – Video starten:

Buchholz fordert breiten Schulterschluss für beschleunigten Marschbahn-Ausbau ein

Der zweigleisige Ausbau der Marschbahn sollte durch ein gesondertes Maßnahmen-Gesetz des Bundes beschleunigt werden. Doch nun ist das Projekt in Berlin vorerst aufs Abstellgleis geschoben worden. Die Landespolitik reagierte zum Teil empört. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einer Fehlentscheidung, die im Gegensatz zu allen bisherigen Signalen des Bundes für einen zügigen Ausbau der von Pendlern und Touristen stark frequentierten Bahnlinie nach Sylt stehe.

2c63f696-7d93-4b6a-b116-797dd5db29f3-3383-0000043a67d18ad4-1Heute beschäftigte das Thema den Landtag – Verkehrsminister Buchholz sagte in seiner Rede (Audio starten – Pfeil klicken)

Rohlfs und Habeck mit Resonanz auf „Jubiläumsausgabe“ der Bio Europe zufrieden

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Life-Science-Nord-Chef Habeck (l.) mit Cellbox-Solutions-Geschäftsführerin Kathrin Adlkofer und Technologie-Staatssekretär Rohlfs. Cellbox präsentierte Transportkoffer, in denen Zellkulturen über ein Trockeneis-Verfahren per Flugzeug rund um den Globus transportiert werden können.

Schon die Eckdaten sind rekordverdächtig: 4400 Teilnehmer von 2600 Firmen aus 60 Ländern rund um den Globus waren von Montag bis einschließlich heute zu Gast auf der 25. „Bio Europe“, Europas größte Pharma-Messe. „Und unsere erste Bilanz ist durchweg positiv“, sagt Hinrich Habeck, Chef des Verbund-Netzwerks Life Science Nord.

„Wir haben die dreitägige Veranstaltung dazu genutzt, die norddeutsche Life-Science-Szene ins Rampenlicht zu rücken“, sagt Habeck. Von den insgesamt 20 auf dem norddeutschen Gemeinschaftsstand repräsentierten Unternehmen seien es vor allem die vier Industriepartner gewesen, die die Branchenregion und ihre Kompetenzen für die Besucher sichtbar gemacht hätten. Habeck und auch Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP), der die Messe am Montag mit seinem Hamburger Amtskollegen Torsten Sevecke eröffnet hatte, dankten den vier Firmen Nordmark, Eppendorf, Indivumed und Evotec für deren großes Engagement für den Standort Norddeutschland.

„Die Organisation dieser Jubiläums-Ausgabe der Messe, aber auch die präsentierten Produkte, Beiträge und sind ein echtes Aushängeschild für Schleswig-Holstein und Hamburg als Standort der Lebenswissenschaften“, sagte Rohlfs. Neben den persönlichen Treffen hätten sich die Kongressbesucher in einem vielfältigen und mit hochkarätigen Experten besetzten Programm über aktuelle Themen wie Immun-Onkologie, Digitale Medizin, Frauengesundheit und Kardiologie informieren können. Darüber hinaus gab es Diskussionen zu Finanzierungsthemen wie Investment, Förderung und Marktzugang.

Buchholz im Landtag: Integration Geflüchteter humanitär wie volkswirtschaftlich geboten

Landtag Juni 2017

Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, sei eine humanitäre Pflicht und entspreche zudem der „volkswirtschaftlichen Logik“. Das betonte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute in einem Regierungsbericht vor dem Landtag. Viele derjenigen, die als Asylbewerber ins Land gekommen seien, könnten die „Fachkräfte der Zukunft“ sein, so Buchholz. Bis auf die AfD stellten sich alle Fraktionen hinter die Aussage des Ministers.

Hier die Landtagsrede von Buchholz – Audio starten:

Schleswig-Holstein habe auf diesem Gebiet bereits eine „sehr respektable“ Bilanz vorzuweisen, so Buchholz. Hatten im Jahr 2016 noch 5600 Flüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst, so sie die Zahl im Jahr 2017 auf 9.100 und 2018 auf 13.000 Menschen gestiegen – davon 10.000 in einem sozialversicherungspflichtigen Job. Andererseits gebe es aber auch 8.000 arbeitslose Flüchtlinge. Das Fazit des Ministers: Die Nachfrage der Wirtschaft sei nach wie vor hoch, aber es könne dauern, bis die fachlichen und sprachlichen Voraussetzungen für eine Arbeitsstelle vorliegen.

 

 

 

Land und Wirtschaft bieten Anlaufstelle für Unternehmen nach Cyber-Attacken

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Kiels IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann mit Minister Buchholz beim Pressegespräch

Die Attacke kam ebenso unerwartet wie leise aus dem Internet: Ein Hacker-Angriff legte im September die Produktion des Schwarzenbeker Tablettenmaschinen-Herstellers „Fette Compacting“ lahm. Knapp vier Wochen später konnte das Unternehmen zwar Entwarnung geben, doch der Schaden durch den Produktionsausfall ist erheblich. Wenige Monate zuvor hatte ein Unternehmen aus dem Kreis Segeberg 800.000 Euro Lösegeld per Bitcoin an ausländische Erpresser gezahlt, um wieder an seine Daten zu gelangen.

Zwei von vielen Beispielen, die für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigen: „Cyber-Attacken sind kein Science-Fiction-Stoff, sie sind bittere Realität und längst auch im Alltag von kleinen und mittelständischen Unternehmen in unserem Land angekommen.“ Während die Hintergründe der bisherigen Fälle noch von Polizei-Experten untersucht und darum keine Einzelheiten bekannt gegeben werden, gehen Land und Wirtschaft jetzt in die Offensive: Zusammen mit Lars Müller, dem Vorsitzenden des Vereins Digitale Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH), dessen Fachgruppenleiter für IT-Sicherheit, Andreas Sellin, und Kiels IHK-Hauptgeschäftsführer Jörg Orlemann gab der Minister heute den Startschuss für den „Servicepoint Cybersecurity“.

buchBuchholz sagte dazu im Gespräch mit Journalisten
(Audio starten – Pfeil klicken)

Dabei handelt es sich um eine unabhängige Stelle bei der vom Land zu zwei Dritteln geförderten DiWiSH zur Vermittlung von Fachfirmen, die IT-Bedrohungen bekämpfen oder präventiv aktiv werden. Hintergrund des Angebots ist eine im August zwischen dem Land, der DiWiSH, der IHK Schleswig-Holstein und der „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e. V.“ (ASWN) besiegelten Sicherheitspartnerschaft. Wie Buchholz, Müller, Orlemann und Sellin erläuterten, soll ab Februar unter anderem über Informationsveranstaltungen dafür gesorgt werden, dass insbesondere kleine Betriebe in ihre IT-Sicherheit investieren und nicht erst aktiv werden, wenn ein Angriff erfolgreich war.

OrleOrlemann sagte weiter
Audio starten – Pfeil klicken

„Der Servicepoint ist dabei nur als neutraler Vermittler tätig“, so Buchholz. Es konnten bereits neun Partnerunternehmen der Initiative gefunden werden. Dabei handelt es sich um AMC Business IT GmbH (Kiel); ascendit GmbH (Bordesholm); Consist Software Solutions GmbH (Kiel); fat IT solutions GmbH (Kiel); Hanko GmbH (Kiel); intersoft consulting services AG (Hamburg); L und M Business IT GmbH (Kiel); MELTING MIND (Lübeck); NetUSE AG (Kiel).

„Der Schutz von Kundendaten, als auch von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen muss in vielen Firmen einen höheren Stellenwert erlangen als es bislang vielfach der Fall ist“, mahnt Buchholz. Auch Kiels IHK-Chef Orlemann betont, dass die Unternehmen in Schleswig-Holstein künftig noch besser vor On- und Offline-Kriminalität geschützt werden müssen: „Unsere Partnerschaft erhöht die Sicherheit unserer Unternehmen präventiv, schafft Angebote zu sicherheitsrelevanten Themen und warnt vor aktuellen Bedrohungen. Beim Servicepoint Cybersecurity kann sich die Wirtschaft Hilfe holen – anonym, professionell, unkompliziert und das nicht erst, wenn es bereits schiefgegangen ist.“

Und DiWiSH-Chef Lars Müller appelliert: „Von Cyberattacken betroffene Unternehmen sollten über ihren Schatten springen und besonnen handeln. Denn jede Organisation kann Opfer werden. Es gilt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – entweder von Sicherheitsbehörden oder bei DiWiSH-Mitgliedern, die auf IT-Sicherheit spezialisiert sind. Unser Servicepoint sorgt für eine neutrale Vermittlung zu passenden Experten. Zusätzlich ist es im betrieblichen Alltag wichtig, sich mit präventiven Maßnahmen zu befassen. Auch hier können wir helfend unterstützen.“

Nach den Worten des IT-Sicherheitsexperten Andreas Sellin ist jedes Unternehmen gut beraten, regelmäßige Backups seiner Daten anzulegen und diese auch zu überprüfen. „Backups müssen von der normalen IT getrennt sein, damit keine Verschlüsselung der Daten erfolgen kann. Darüber hinaus ist ein gutes Notfallmanagement wichtig, um im Fall der Fälle geordnet alle im Notfallhandbuch aufgeführten Maßnahmen abzuarbeiten. Und es ist sinnvoll, Notfallszenarien immer mal wieder durchzuspielen“, so Sellin. Ebenso wichtig seien regelmäßige Mitarbeiter-Schulungen und Informationen über aktuelle Bedrohungen.

Und hier ein Gesamt-Mitschnitt des Pressegesprächs:

Zu erreichen ist der Servicepoint Cybersecurity so:

Telefon: 0431 6 66 66-333

kontakt@servicepoint-cybersecurity.de

www.servicepoint-cybersecurity.de

Unterdessen gab heute das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden bekannt, dass die Cyberkriminalität weiter steigt. So stieg die Zahl der Fälle 2018 bundesweit im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Prozent auf rund 87 100. Zur Cyberkriminalität zählen unter anderem Computerbetrug, Hacker-Attacken auf Unternehmen und Datendiebstahl. «Die steigende Zahl digitaler Geräte bietet Cyberkriminellen immer neue potenzielle Ziele», teilte das BKA mit.

Vizepräsident Peter Henzler kündigte an, dass die Cyberkriminalität vom April 2020 an beim BKA in einer eigenständigen neuen Abteilung bekämpft werden soll. Auch sogenannte kritische Infrastrukturen würden immer wieder Ziel von Cyberkriminellen, sagte Henzler. Dazu zählen alle Einrichtungen, deren Ausfall erhebliche Folgen etwa für die Sicherheit oder die Versorgung der Menschen hätte. Als Beispiel nannte Henzler Stromversorger und die Bahn.

Rohlfs und Habeck eröffnen Europas größte „Bio-Messe“ für Diagnostik und Pharma in Hamburg

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Laborarbeit bei „Osteolabs“ in Kiel

DownloadEs ist die 25. Messe ihrer Art und das Who-is-Who der weltweiten Pharma- und Finanzbranche: Wenn sich ab heute bis einschließlich Mittwoch im Hamburger Congresszentrum am Dammtor-Bahnhof bis zu 4500 Experten bei der „Bio Europe“ tummeln, Europas größter Messe für diagnostische Verfahren und Wirkstoffe, dürfen vor allem auch Firmen aus Schleswig-Holstein besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Etwa das erst letzte Jahr gegründete StartUp-Unternehmen „Osteolabs“ aus Kiel, aber auch die Lübecker Firmen „Cellbox Solutions“ und „Amedon“; „Phyton Biotech“ aus Ahrensburg oder „Nordmark“ aus Uetersen.

Habeck
Hinrich Habeck

Gastgeber der „Bio Europe“ ist in diesem Jahr das Verbundnetzwerk „Life-Science-Nord“. Eröffnet wird die Messe um 10.45 Uhr von den Wirtschafts-Staatssekretären Thilo Rohlfs (SH) und Torsten Sevecke (HH) sowie von Life-Science-Nord-Chef Hinrich Habeck

Besonderes Highlight: Die Kieler „Osteolabs“-Gründer, die über Forschung an Korallen einen Frühtest gegen Knochenschwund (Osteoporose) entwickelt haben, werden ihren Aufstieg in die Europa-Liga bekannt geben. Wie Geschäftsführer Stefan Koth bestätigte, hat Osteolabs einen Partner-Vertrag mit der weltweit tätigen Laborgruppe „Eurofins-LifeCodexx“ abgeschlossen. Das in Konstanz ansässige Unternehmen mit einem Jahresumsatz von knapp vier Milliarden Euro ist Deutschland der führende Anbieter von nicht-invasiver Pränataldiagnostik.

Wie Kloth sagte, ist der neue Test in der Lage, aus einer Urin- oder Blutprobe frühzeitig Aussagen zum Auftreten einer möglichen Osteoporose zu machen. Bisher müssen Patienten für eine entsprechende Diagnose Röntengenstrahlung ausgesetzt werden – in den meisten Fällen, wenn eine Osteoporose schon aufgetreten und eine wirksame Behandlung zu spät ist. In Deutschland erkrant rechnerisch jede zweite Frau ab 50 Jahren im Laufe ihres Lebens an Osteoporose. Die Krankheit entsteht duch Abbau von Kalzium in den Knochen und gefährdet die Stabilität des Skeletts. Die Folge sind häufige Knochenbrüche.

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Kloth (links) mit seinen Wissenschafts-Kollegen und Mit-Begründern Anton Eisenhauer und Michael Müller  Foto: Janssen

Der Patient bekommt das Testergebnis des Osteoporose-Tests in Form einer Ampel angezeigt. Rot bedeutet, er hat Osteoporose, grün, er ist gesund. Bisher kostet der Test knapp 300 Euro. In fünf bis zehn Jahren sollen es nur noch 50 Euro sein. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bisher nicht. Doch das soll sich ändern. Die Forscher rechnen mit einer Krankenkassen-Zulassung in fünf Jahren. Kloth und sein Kollege Anton Eisenhauer hoffen, dass die frühe Diagnose Patienten hilft, den Ausbruch der Krankheit hinauszuzögern.

Bescheide
Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs wird die „Bio Euro“ heute mit seinem Hamburger Kollegen Torsten Sevecke eröffnen

Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP), der heute bei einem Eröffnungsrundgang mit Habeck sämtliche Firmen der „Bio Europe“ besuchen wird, zeigt sich begeistert: „Solche Erfolgsgeschichten zeigen uns, welches Innovations-Potenzial in unserem Life-Science-Verbund mit Hamburg und in Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen steckt.“ Denn die meisten Forscher und Firmengründer hätten ihre Arbeit in Forschungsstätten wie dem Geomar-Helmholtz-Zentrum für Meeresforschung oder der Lübecker Fraunhofer EMB begonnen.

Rohlfs erinnerte zudem daran, dass die Finanzmittel für Osteolabs über den vom Land ins Leben gerufenen Seed- und Start-up-Fonds II der MBG (Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft) Kiel, dem „MVZ Labor Dr. Krause & Kollegen“ sowie zwei branchenerfahrenen Business Angels zur Verfügung gestellt wurden. Osteolabs wurde in der Vergangenheit durch ein Validierungsprojekt der Helmholtz-Gemeinschaft mit 1,8 Millionen Euro und als eines von sechs Projekten über das Programm „Helmholtz Enterprise” gefördert.

Nach den Worten von Kloth ist Osteolabs durch den Abschluss der Partnerschaft mit Eurofins-LifeCodexx künftig in der Lage, die bisherigen Vertriebsaktivitäten deutlich zu verstärken und den neuartigen Osteoporose-Test bundesweit bekannt zu machen: „Dies ist der zweite Meilenstein in unserer noch jungen Firmengeschichte nach der erfolgreichen Erstrundenfinanzierung im Sommer 2019“, sagt Kloth.

DownloadGroße Nachfrage dürfte sich auch das Lübecker Unternehmen „Cellbox Solutions“ ausrechnen – eine Ausgründung aus der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB). Das Team um Firmengründer Philipp Ciba präsentiert  eine einzigartige Technologie für den Transport von Zellkulturen. Durch die „Cellbox“ wird es möglich, dass Forscher an unterschiedlichen Orten der Welt vergleichbare Laborversuche machen können.

Die Ahrensburger Wissenschaftler und Ingenieure von „Phyton Biotech“ punkten hingegen weltweit mit der Entwicklung von Stoffen, die unter anderem für den Kampf gegen Krebs eingesetzt werden. So liefern die Zellkultur-Spezialisten der Pharma-Branche etwa den Naturstoff Paclitaxel, ein Produkt, das zu 100 Prozent aus natürlichen pflanzlichen Quellen gewonnen wird.

Nach Angaben von Life-Science-Nord-Chef Hinrich Habeck werden auf der „Bio Europe“ allein 2300 Firmenvertreter aus 60 Ländern in Hamburg erwartet.

 

 

Buchholz nach Ministertreffen: Wir wollen eine flächendeckende Wasserstoff-Infrastruktur

Kurzes Ministertreffen – weitreichende Strategie: Um die Energie- und Verkehrswende in Deutschland samt aller ehrgeizigen Klimaziele zum Erfolg zu führen, haben die Wirtschafts- und Verkehrsminister der fünf Küstenländer Donnerstag in Lübeck einen Fahrplan vorgelegt. Er beschreibt auf knapp 30 Seiten, wie parallel zur Elektromobilität eine Wasserstoff-Infrastruktur aufgebaut werden kann, um auf unseren Straßen, Schienen und Wasserwegen möglichst emissionsfrei unterwegs zu sein.

Für Buchholz – als Gastgeber der Konferenz – seine „Meldung der Woche“. Video starten….