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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

SH bildet mehr Fachkräfte aus – es fehlen aber Ausbildungsplätze – Buchholz appelliert

Kfz-Nachwuchs – hier beim Unterricht bei der Flensburger Handwerkskammer

In Schleswig-Holstein werden wieder mehr Fachkräfte ausgebildet. Das geht aus dem «Ländermonitor berufliche Bildung 2017» des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) und der Universität Göttingen hervor, den die Bertelsmann-Stiftung heute veröffentlicht hat. Im Jahr 2015 begannen demnach 28 128 Jugendliche eine duale Ausbildung in einem Betrieb oder eine Ausbildung im Schulberufssystem, in dem vor allem Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe erlernt werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht das einem Plus von sieben Prozent. Für den Zuwachs sei vor allem der Ausbau des Schulberufssystems verantwortlich, hieß es.

Die Aussichten für die Bewerber haben sich dem Bericht zufolge damit aber nicht verbessert: Auf 100 Bewerber kamen 2016 nur 88 Ausbildungsplätze. In keinem anderen Bundesland seien die Perspektiven für Bewerber auf eine duale Ausbildung schlechter, teilte die Stiftung mit. Da zudem 5 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, gingen 16 Prozent der Bewerber in Schleswig-Holstein leer aus. In Kiel und Flensburg ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt der Studie zufolge besonders angespannt.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Betriebe, hier im eigenen Interesse noch mehr Kraft zu investieren: „Jeder Ausbildungsvertrag heute ist ein wirksames Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel von morgen“, sagte er und erinnerte an die Unterstütung durch die breit angelegte Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH). Buchholz: „Gerade kleine und mittlere Betriebe tun viel dafür, junge Menschen frühzeitig an ihr Unternehmen zu binden – aber es ist auch noch Luft nach oben.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass auch das immer häufiger auftretende Problem eines fehlenden Unternehmensnachfolgers oder einer Nachfolgerin durch noch mehr Ausbildungsbereitschaft gut angegangen werden könne. „Schauen Sie sich dabei auch die Bewerberinnen und Bewerber an, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick wegen guter Zeugnisnoten als Top-Kandidaten ins Auge fallen. Schulnoten allein sind ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium dafür, wie jemand in ihren Betrieb passt oder nicht“, so Buchholz.

.Dem Bericht zufolge kann nur jeder vierte Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss sofort einen Ausbildungsplatz ergattern. Noch schwerer sei der Einstieg für ausländische Jugendliche: Weil sie nicht direkt einen Ausbildungsplatz finden, nehmen 73 Prozent von ihnen berufsvorbereitende Angebote in Anspruch. Bei ihren deutschen Altersgenossen sind es lediglich 27 Prozent. So groß sei die Differenz der Ausbildungschancen in keinem anderen Bundesland.

Rader Brücke: Land schaltet Pkw-Blitzer nach Software-Fehler wieder scharf

Nach mehrwöchiger Zwangspause wegen eines Software-Fehlers sind die vier Blitzer-Säulen auf der Rader Hochbrücke seit heute auch für Pkw wieder scharf geschaltet. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute nach vorangegangenen Gesprächen mit Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sowie dem Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, sagte, sollen die Anlagen vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) zudem technisch optimiert werden.

Rohlfs sagte dazu weiter (Audio-Startpfeil klicken – „im Browser anhören“)

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Blitzer-Säulen in Regie des LBV-SH im September 2015 aufgestellt wurden, um den akut notwendigen Schutz der maroden Rader Hochbrücke vor zu schnell fahrenden Lkw zu gewährleisten. Wegen der Schwingungen, die Lkw oberhalb von 7,5 Tonnen auslösen, war die Höchstgeschwindigkeit für Lastwagen vor vier Jahren auf 60 km/h begrenzt worden. „Und dieses primäre und wichtige Ziel erfüllen die Geräte bis heute zuverlässig und mit Erfolg“, sagt Rohlfs. Die gesonderte Pkw-Überwachung sei bereits damals aufgrund der technischen Möglichkeiten mitaktiviert worden. Ziel dabei sei vor allem gewesen, nach dem Lkw-Tempolimit waghalsige Überholmanöver von Pkw zu unterbinden. Die Auswertung sämtlicher Daten werde seither vom Landespolizeiamt vorgenommen.

Für Pkw gilt ein generelles Tempolimit von maximal 100 km/h, das bei Sturm automatisch über elektronische Anzeigentafeln auf 80 km/h und im Extremfall bis auf 60 km/h reduziert wird. Die Bußgelder der Lkw- und Pkw-Überwachung – im Jahr 2016 knapp 14.000 Fälle – fließen an den Kreis, die Verwarnungsgelder an das Land.

Nach Angaben des Landespolizeiamts (LPA) bleibt die Messanlage gemäß der Überwachungsleitlinie des Landes für Pkw bis auf weiteres auf einen festen Auslösegrenzwert eingestellt. „Und zwar so lange, bis die durch den Landesbetrieb beauftragte neue Software einsatzbereit ist. Es gibt also keinen Freifahrtschein für Pkw-Raser auf der Rader Hochbrücke“, sagt der zuständige LPA-Dezernatsleiter Axel Behrends.

Nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs seien die variablen Geschwindigkeits-Anzeigen für Pkw bislang nicht direkt an die Blitzersäulen gekoppelt. Sobald ein Pkw geblitzt werde, gleiche die Polizei das Messergebnis mit dem zu der Zeit geltenden Pkw-Tempolimit ab und bereite dann das entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren vor.

„Nachdem uns vergangene Woche erstmals bekannt geworden ist, dass es bei der Auswertung der Daten seit Sommer offenbar zu Fehlern gekommen ist, habe ich alle Beteiligten an einen Tisch geholt, um eine rasche Lösung zu finden“, sagt Rohlfs. In einem ersten Schritt – noch im ersten Quartal 2018 – werde die Software erneuert, um dem Landespolizeiamt die fehlerfreie Auswertung zu ermöglichen. „Und für den zweiten Schritt habe ich unseren Landesbetrieb gebeten, mit dem Hersteller der Anlage Kontakt aufzunehmen um langfristig zu erreichen, dass Blitzgeräte und die variable Geschwindigkeitsanzeige für Pkw direkt miteinander gekoppelt werden können“, so der Staatssekretär.

 

Buchholz appelliert im Landtag an die Verantwortung der Deutschen Bahn

Buchholz redetVerkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat wegen der diversen Mängel im Schienenverkehr des Landes eine härtere Gangart gegenüber der Deutschen Bahn angekündigt. Der Konzern müsse endlich Verantwortung übernehmen, forderte der er heute in einer gut anderthalbstündigen Debatte im Kieler Landtag. Gleichzeitig verlangte der Minister vom Bundesverkehrsministerium, die Bedeutung der Infrastrukturprojekte beim Ausbau der Marschbahn, der Erweiterung des Knotenpunkts Elmshorn und der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe als „transeuropäische Projekte“ anzuerkennen und Mittel dafür bereitzustellen.
Hier die Rede von Buchholz:

Buchholz startet Qualifizierungsoffensive für Tourismus und Digitale Wirtschaft

Um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in Schleswig-Holstein auf Dauer zu erhalten, fördert das Land drei Projekte zur Qualifizierung von Beschäftigten in den zukunftsträchtigsten Branchen Tourismus und Digitale Wirtschaft. Wie Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel sagte, wurden die Projekte im Rahmen eines Ideenwettbewerbes des Landesprograms Arbeit ausgewählt und mit insgesamt rund 950.000 Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

„Der technische Fortschritt einerseits, die demografische Entwicklung andererseits, aber insbesondere die Herausforderung des Digitalen Wandels in der Arbeitswelt machen eine kontinuierliche Anpassung der Qualifizierung erforderlich. Die ausgewählten Projekte sind darauf ausgerichtet, die berufsbegleitende Qualifizierung von Beschäftigten aus verschiedenen Clusterbranchen passgenau vorzubereiten und betriebsnah anzubieten“, so Buchholz. Bei den Clustern handele es sich insbesondere um die Bereiche Tourismuswirtschaft und Digitale Wirtschaft, aber auch um alle weiteren besonderen Branchen mit Entwicklungspotenzial. Die Fachhochschulen Flensburg, Lübeck und Westküste entwickeln die Konzepte jeweils in enger Zusammenarbeit mit hiesigen Unternehmen.

Geförderte Projekte:

DKMU – Qualifizierung für Datenanalyse in KMU (280.000 Euro / FH Lübeck)

Das Projekt „Datenanalyse für KMU“ greift mit der Datenanalyse ein zentrales Tätigkeits-feld im digitalen Zeitalter auf. Ziel ist es, ein bedarfsgerechtes, auf kleine und mittelere Unternehmen (KMU) zugeschnittenes Qualifizierungsangebot zu entwickeln, um damit die analytischen Fähigkeiten und Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in KMU für den zielgerichteten Datenumgang zu fördern. KMU aus Schleswig-Holstein sollen dadurch in die Lage versetzt werden, sich Small und Big Data selbst zu erschließen und mittels verschiedener Analysemethoden für die eigenen Bedarfe nutzbar zu machen.

ScalingUp – Wachstumsmanagement in KMU (250.000 Euro / FH Flensburg)

Mit dem Qualifizierungsprogramm „ScalingUp – Wachstumsmanagement in KMU“ soll, mit einem besonderen Fokus für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Unternehmen der Maritimen, der Digitalen und der Designwirtschaft sowie aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, ein berufsbegleitendes, regional fokussiertes Schulungs- und Weiterbildungsprogramm entwickelt und prototypisch anwendet werden.

Das Projekt will Defizite im Hinblick auf mangelndes Wissen und unzureichende Kompetenzen im Bereich Wachstumsmanagement ausgleichen. Die aktuellen Angebote basieren auf regelmäßigen Coachings.

Tourismus 4.0 in Schleswig-Holstein (420.000 Euro / FH Lübeck / FH Westküste)

Die Fachhochschulen wollen für die Unternehmen der Tourismuswirtschaft ein Weiterbildungsangebot entwickeln, dass diese befähigt, den technologischen Fortschritt in der Branche aktiv aufzugreifen. Das betrifft die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit im Internet, die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle sowie neuer Produkte und Dienstleistungen. Ein solches Angebot, das einen unmittelbaren Mehrwert für die einzelnen Unternehmen und damit auch für die Tourismuswirtschaft hat, ist bislang nicht vorhanden.

Zahl der Sozialversicherungspflichtigen im Land in 2017 um 26.500 (!) gestiegen

Spitzenwert: Zahl der sozialversicherungspflichen Jobs um 26.500 auf knapp eine Million gestiegen

Fleischwarenproduktion bei der Böklunder Plumrose GmbH & Co (Zur Mühlen Gruppe)
Boomt: Ernährungsindustrie in Schleswig-Holstein – hier Wurstproduktion im Großbetrieb

Die Chefin der Regio­naldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz haben heute in Kiel eine positive Arbeitsmarkt-Bilanz für 2017 gezogen. Zugleich benannten beide ihre Erwartungen für das Jahr 2018 und zeigten sich dabei sehr zuversichtlich.

Haupt-Koopmann betonte: „Ich kann für 2017 eine insgesamt positive Bilanz ziehen. Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein hat sich als stabil und robust erwiesen. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt auf 93.000 gesunken – ein Minus von 2.000 im Vergleich zu 2016.“

Auch Arbeitsminister Buchholz zog eine positive Bilanz: „Nicht nur die Zahl der älteren Arbeitslosen und der Langzeitarbeitslosen ging zurück, die Zahl der sozialversicherungs­pflichtig Beschäftigten legte mit 2,8 Prozent (+26.500) auf 965.700 deutlich zu. Nach absoluten Zahlen waren das Verarbeitende Gewerbe, das Sozialwesen sowie der Handel und das Kfz-Gewerbe die Top-3 der Wirtschaftszweige, die das größte Wachstum im Vergleich zum Vorjahr aufwiesen.“ Dennoch bleiben nach den Worten des Ministers Herausforderungen. So müssten in den kommenden Monaten wegen abgeschlossener Sprachkurse deutlich mehr Flüchtlinge als zuletzt in den Arbeitsmarkt integriert werden. Damit wwerde es zunächst zusätzliche Arbeitslosmeldungen geben.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Buchholz erinnerte in diesem Zusammenhang an das von seinem Haus geförderte Projekt „ALLE AN BORD“ und das im November gestartete Pilotprojekt „HAYATI“. Beide Programme würden geflüchteten Menschen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.

Neben der Integration von Geflüchteten und Migranten sieht Buchholz auch Handlungs­bedarf bei der Fachkräftesituation und bei der Anpassung der Arbeitswelt an die Digitalisierung. „Bereits jetzt fehlen uns in Schleswig-Holstein beispielsweise Experten in der Softwareentwicklung, aber auch Fachkräfte in der Energietechnik oder in der Alten­pflege. Hier werden wir als Land unsere Bemühungen im Rahmen der Fachkräfteinitiative und mit unserem Landesprogramm Arbeit fortsetzen“, so Buchholz.

Als wichtigen Baustein zur Lösung des Fachkräftemangels bezeichnete der die eigene Ausbildung von Fachkräften und die Weiterbildung der Beschäftigten. „Hierfür müssen im Zweifel die eigenen Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen überdacht und offensiv für das eigene Unternehmen geworben werden“, so der Minister.

Im Rahmen ihres gemeinsamen Ausblicks auf 2018 erwarteten Haupt-Koopmann und Buchholz einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit und einen weiteren Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Baubranche: Auch hier sind Fachkräfte weiterhin stark gefragt

Nach den Worten von Haupt-Koopmann wäre der starke Abbau an Arbeitslosigkeit in 2017 ohne das kräftige Plus an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungs­verhältnissen und das hohe Niveau der Arbeitskräftenachfragenicht möglich gewesen.

Sie sagte: „Die starke Arbeitskräftenachfrage zeigt allerdings beispielhaft, welche Bedeutung das Thema ‚Fachkräftesicherung‘ bereits aktuell hat und –   in einer sich rapide verändernden Arbeitswelt  –  zukünftig haben wird. Deshalb werden die Arbeitsagenturen und Jobcenter auch 2018   –  unter dem Gesichtspunkt der Potenzialausschöpfung  –  besondere in Qualifizierung investieren. Denn durch Aus- und Weiterbildungsangebote erhöhen sich speziell die Einstiegschancen der un- und angelernten Arbeitslosen. Als Beispiel möchte ich unser Sonderprogramm ‚Zukunftsstarter‘ nennen. Es wendet sich bewusst an die Gruppe der 25 bis unter 35-jährigen ohne Berufsabschluss. In Schleswig-Holstein gibt es 11.700 ungelernte Arbeitslose in dieser Altersgruppe, die noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich haben und deren Potential wir ‚heben‘ möchten. Die bisherigen Eintrittszahlen zeigen, dass dieser Ansatz genau richtig ist: Seit Beginn der Initiative im Jahr 2013 haben 5.200 aus dieser Altersgruppe das Programm genutzt und eine abschlussorientierte Weiterbildung begonnen.“

Ein Mitschnitt der PK hier:

Zeit für eine Bilanz: Heute PK zum Arbeitsmarkt

RD-Nord-Chefin Haupt-Koopmann und Arbeitsminister Buchholz ziehen heute Bilanz des Jahres 2017 und blicken auf 2018

AgenturDie Daten des schleswig-holsteinischen Arbeitsmarktes sind ähnlich gut in Schuss wie die Tourismuszahlen. Der November hatte die niedrigsten Arbeitslosenzahlen und die höchste Zahl an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit gut 25 Jahren. Die extreme Welle an Zuwachs durch Geflüchtete blieb 2017 aus – wie hat sich das auf den Arbeits- und Fachkräftemarkt ausgewirkt? Wie geht es absehbar 2018 weiter? Mit welchen Instrumenten wollen und werden das Land und die Bundesagentur für Arbeit (BA) sich für die kommenden 12 Monate aufstellen?

Diese und andere Fragen – etwa zum Ausbildungsmarkt – erörtern heute die Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz. Vorher stellen sich beide im Rahmen der traditionellen Dezember-Pressekonferenz den Fragen von Journalisten.

Beginn der PK: 12.30 Uhr bei der RD-Nord der BA (Projensdorger Straße)

Aufatmen an der A 21: Hier gehts seit heute schneller und ein halbes Jahr früher als geplant

Und wieder ein Stück weniger B 404, dafür mehr A 21: Buchholz und Ferlemann geben A 21 bei Nettelsee frei

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Abräumen der Baken: Ferlemann, Buchholz und LBV-SH-Chef Conradt packen an Fotos: Grell
Kleiner Abschnitt, große Wirkung: Die kurvenreiche Verkehrsführung auf dem B-404-Teilstück zwischen Nettelsee und Löptin im Kreis Plön ist Vergangenheit: Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundes­verkehrs­ministeriums, Enak Ferlemann, hat Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute den knapp 2,1 Kilometer langen Bereich freigegeben. „Damit kann der Verkehr in beiden Richtungen geradeaus laufen und muss nicht weiter provisorisch über die Zufahrten der Anschlußstelle Nettelsee geführt werden“, sagte Buchholz. Besonders erfreulich sei, dass die Freigabe dank zügiger Planung und Bauausführung rund fünf Monate früher erfolgen konnte als ursprünglich geplant. Damit sei auch die unfallträchtige Kreuzung mit der Landesstraße Richtung Nettelsee entschärft. Bis zum Abschluss der Restarbeiten im Anschlussbereich müssen sich die Autofahrer allerdings noch auf eine teils einspurige Verkehrsführung bei Tempo 80 einstellen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten mit „in Browser anhören“)

„Das sind gute Nachrichten für Schleswig-Holstein, denn der Ausbau der B 404 zur A 21 schreitet voran. Die Autobahn erfüllt nun immer besser ihre wichtige Funktion als zusätzliche Nord-Süd-Achse in unserem nördlichsten Bundesland“, freute sich Ferlemann. Die Magistrale diene als Hinterlandanbindung des Ostseehafens Kiel und trage zur Erschließung der Wirtschaftsräume Kiel, Bad Segeberg und Bad Oldesloe bei. „Die Strecke hat zudem eine wichtige Zubringerfunktion zur geplanten A 20 als zukünftig wichtigste Ost-West-Verbindung im Norden Deutschlands und als Verbindung der wichtigsten deutschen Seehäfen an Nord- und Ostsee“, erläuterte der Staatssekretär.

Ferlemann sagte weiter (Audio starten mit „in Browser anhören“)

Die Gesamtkosten für den sechs Kilometer langen Abschnitt von Stolpe bis Nettelsee betragen rund 66 Millionen Euro, das heute freigegebene Teilstück hat ein Investitionsvolumen von rund 22 Millionen Euro. Minister Buchholz erinnerte an die schwierigen Bauarbeiten auf dem sehr moorigen Untergrund, der unter anderem das Einrammen von knapp 1500 Betonpfählen von jeweils 20 Metern Länge erforderlich gemacht hatte. Die Fertigstellung des Gesamtabschnitts bis Nettelsee ist im Jahr 2022 geplant.

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Unterdessen laufen nach den Worten von Buchholz die Bauvorbereitungen für den nächsten Abschnitt von Nettelsee in Richtung Kiel bis nach Klein Barkau auf Hochtouren. So sei für die Autofahrerinnen und Autofahrer auf der B 404 bereits seit Wochen erkennbar, dass das Baufeld Höhe Nettelsee bereits geräumt sei. Als ökologische Ausgleichsmaßnahme würden unter anderem Biotope wie 16 Nistflächen für Lerchen angelegt. In dem ebenfalls knapp sechs Kilometer langen Streckenabschnitt seien zudem Lärmschutzwände auf 1,6 Kilometern sowie fünf Brückenbauwerke vorgesehen.

„Ich habe dieses Bauvorhaben bei meinem Amtsantritt vor fünf Monaten zum Pilotprojekt für beschleunigten Bau erklärt und unser Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat die ersten Weichen zügig gestellt“, sagte Buchholz. Auch hier soll der Ausbau zur A 21  bis zum Jahr 2022 fertig sein.

Ferlemann erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Bund bereits die Finanzierungszusage in Höhe von rund 65 Millionen Euro erteilt habe. „Weil der Lückenschluss bis Kiel auf diese Weise immer kleiner wird, erfüllt die A 21 auch immer besser ihre wichtige Funktion als zusätzliche Nord-Süd-Achse in Schleswig-Holstein“, sagte der Staatssekretär.

Laut Buchholz und dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH), Torsten Conradt, stehen für den Abschnitt von Nettelsee bis Klein Barkau als nächstes folgende Arbeitsschritte auf dem Plan:

  • Start der biologischen Baubegleitung – unter anderem in Form von Nistflächen für Bodenbrüter (Lerchen) und Nisthöhlen für Fledermäuse.
  • Parallel zur Räumung des Baufeldes werden Bauwerksentwürfe durch mehrere Ingenieurbüros aus Schleswig-Holstein aufgestellt.
  • Bau der insgesamt fünf Brücken über die B 404 ab November 2018 bis Herbst 2019.
  • Bis Herbst 2019: Anpassung der Versorgungs-Infrastruktur wie Strom- und Gasleitungen entlang der Strecke durch die jeweiligen Versorgungsunternehmen.
  • Ab Herbst 2019: Beginn der Straßenbauarbeiten

Und hier noch ein paar bewegte Bilder von der heutigen Freigabe…

 

Buchholz und Ferlemann geben heute den A-21-Abschnitt bei Nettelsee frei

A 21: Die Zeit des „Nettelsee-Schlenkers“ ist vorbei – Heute Freigabe des Teilstücks Höhe Löptin

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Seit Monaten wird der A-21-Verkehr provisorisch über die Zufahrt zur AS Nettelsee geführt – das ist ab heute vorbei – und die Kreuzung zur Landesstraße damit auch entschärft.

Gemeinsam mit Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz wird der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann heute zwischen 10 Uhr und 11 Uhr in Höhe Löptin (Kreis Plön) einen weiteren Abschnitt der A 21 zwischen Kiel und der A 1 bei Bargteheide für den Verkehr freigeben. „Das sind gute Nachrichten für Schleswig-Holstein: Der Ausbau der B 404 zur A 21 schreitet voran. Die Autobahn erfüllt künftig immer besser ihre wichtige Funktion als zusätzliche Nord-Süd-Achse in unserem nördlichsten Bundesland“, freut sich Ferlemann.

Buchholz erinnerte daran, dass bereits der Ausbau des Anschluss-Abschnitts in Richtung Kiel in Vorbereitung sei: „Die ersten Rodungsarbeiten in Höhe des Barkauer Landes, die zum Ausbau erforderlich sind und für die umfangreiche ökologische Ausgleichsflächen bereit gestellt wurden, sind bereits abgeschlossen“, sagte er. Nun werde zügig weiter geplant und gebaut – auch die Finanzierung in Höhe von 65 Millionen Euro durch den Bund sei gesichert. Laut Buchholz und Ferlemann verbessere der Ausbau der B 404 zur
A 21 unter anderem die Hinterlandanbindung des Ostseehafens Kiel und die Erschließung der Wirtschaftsräume Kiel, Bad Segeberg und Bad Oldesloe. Die Strecke habe zudem eine wichtige Zubringerfunktion zur geplanten A 20.

Zur Freigabe wird der Verkehr der B 404 heute Vormittag auf die neue Trasse der A 21 zwischen Löptin und der WC-Anlage Depenauer Moor gelegt. Dies geschieht in zwei Phasen:

  1. Freigabe der Fahrtrichtung Kiel, geplant um 10:25 Uhr: Hierfür sind Baken umzusetzen, so dass es nur zu einer kurzen Sperrung der A 21 von etwa fünf Minuten in Richtung Kiel kommen wird.
  2. Freigabe der Fahrtrichtung Segeberg: Hierfür wird ab etwa 10.30 Uhr eine zehn- bis 15-minütige Vollsperrung der B 404 in Fahrtrichtung Segeberg nötig. Die Vollsperrung ist erforderlich, da größere Umbauarbeiten auf der Fahrbahn im Bereich der Anschluss-Stelle Nettelsee und der Gemeindeverbindungsstraße nötig sind, über die der Verkehr der A 21 derzeit provisorisch geführt wird.

Schleswiger OVG beendet Tauziehen um Aldi Nord

Familienstreit bei Aldi Nord entschieden: Einfluss von Berthold Albrecht wird beschnitten

Der Machtkampf um den Einfluss beim Discounter-Riesen Aldi Nord ist entschieden: Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hat heute nach rund achtstündiger Verhandlung das Urteil der Vorinstanz aufgehoben. Damit kann der Einfluss von Familienerben in dem Discounter beschränkt werden. Dagegen hatten die Frau und die fünf Kinder des 2012 verstorbenen Firmenerben Berthold Albrecht geklagt. Nach dem OVG-Urteil ist eine entsprechende Satzungsänderung bei einer Familienstiftung, die rund ein Fünftel der Anteile an dem Discounter hält, rechtens. Das Unternehmen begrüßte das Urteil.

Dem langjährigen Aldi-Nord-Anwalt und Theo-Albrecht-Vertrauten, Emil Huber, ist die Erleichterung nach dem anstrengendem Prozess deutlich anzumerken. «Berthold Albrecht würde sich freuen, wenn er das erleben könnte», sagte Huber sichtlich mitgenommen. «Die Labilität, die das Vorgehen der anderen Seite erzeugt hat, weicht einer Stabilität, und im Unternehmen kann aufgeatmet werden.»

Durch die Satzungsänderung von Dezember 2010 war nach dem Tod von Gründersohn Berthold Albrecht der Einfluss seiner Familie in der Stiftung spürbar eingeschränkt worden. Die Änderung war auch vom Kreis Rendsburg-Eckernförde als Stiftungsaufsicht akzeptiert worden. Doch die Erben Bertholds klagten dagegen. Das Verwaltungsgericht in Schleswig gab ihnen aus formalen Gründen Recht. Das OVG hingegen sagte, die Vorinstanz habe zu Unrecht die Unzulässigkeit der Satzungsänderung festgestellt. Die Revision wurde nicht zugelassen.

Die Vorsitzende des dritten OVG-Senats, Birgit Voß-Güntge sagte, der Vorstandsbeschluss vom 23. Dezember 2010 sei wirksam, obwohl einer der drei Vorstandsmitglieder erkrankt war und am Beschluss nicht persönlich mitwirken konnte. Es sei rechtlich zulässig, sich vertreten zu lassen. Zudem habe das damals erkrankte Mitglied des Stifungsvorstandes am Donnerstag als Zeuge glaubwürdig dargestellt, dass eine entsprechende Vollmacht vorgelegen habe.

Hintergrund der öffentlich ausgetragenen Fehde in einer reichen Familie, die lange Zeit als verschwiegen galt, ist die etwas komplizierte Eigentümerstruktur. Hinzu kommen Differenzen zwischen den Familienstämmen über den Lebensstil.

Aldi Nord ist im Besitz von drei Stiftungen: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Die Markus- und die Lukas-Stiftung werden von der Gründerwitwe Cäcilie Albrecht und ihrem Sohn Theo Albrecht Junior kontrolliert. Bei der Jakobus-Stiftung hatten Babette Albrecht und ihre Kinder das Sagen. Große Investitionen und wichtige Entscheidungen können von den Stiftungen nur einstimmig freigegeben werden.

Um den Einfluss in der Jakobus-Stiftung wurde vor Gericht mit allen juristischen Finessen gekämpft. Akribisch wurde von den Juristen beider Seiten darüber gestritten, ob Formfehler die Satzungsänderung unwirksam machten oder nicht. Strittig war auch, ob der schwer kranke Berthold Albrecht zum Zeitpunkt der Satzungsänderung noch geschäftsfähig war. Die Anwälte der Klägerseite stellten auch am zweiten Verhandlungstag diverse Anträge. Sie wollten unter anderem Babette Albrecht und Huber noch befragen lassen, was das Gericht ablehnte.

Das Unternehmen begrüßte das Urteil. Der Gleichklang der Stiftungen sei mit der OVG-Entscheidung wieder hergestellt, teilte Aldi Nord mit. «Damit kommt das Unternehmensinteresse in den Stiftungen weiterhin zum Tragen.» Das Urteil und die dadurch entstandene Situation der Klarheit seien wichtig für die Zukunftssicherheit der Unternehmensgruppe Aldi Nord.

Der Anwalt der Berthold-Albrecht-Erben, Andreas Urban, sagte, es werde jetzt das schriftliche Urteil abgewartet und dann entschieden, ob Rechtsmittel eingelegt werden. Er sehe durchaus Anhaltspunkte dafür. Da die Revision nicht zugelassen ist, müsste zunächst eine Nichtzulassungsbeschwerde gestellt werden. Die Gründe für das Urteil könne er nicht nachvollziehen, sagte Urban.

In einem zweiten Verfahren, in dem die Berthold-Erben Einsicht in die Satzung der Markus-Stiftung fordern, steht eine Entscheidung weiterhin aus.

Ausgezeichnet: Dachdecker-Meister Witt hat ein ganz eigenes Rezept gegen Fachkräftemangel

Buchholz zeichnet pfiffige Betriebe mit dem VR-Förderpreis Handwerk aus

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Günther Stapelfeldt (Präsident HWK SH) mit Buchholz und Preisträger Jan Witt (Jan Witt GmbH), Rechts: Lutz Peterson (Volksbank-Raiffeisenbank im Kr. Rendsburg eG)
Zum 16. Mal haben die Volks- und Raiffeisenbanken in Schleswig-Holstein am Abend in Kooperation mit der Handwerkskammer Schleswig-Holstein vorbildliche Handwerksbetriebe ausgezeichnet.Wirtschaftsminister Buchholz als Schirmherr des Wettbewerbs überreichte Geldpreise in Höhe von 15.000 Euro an die Gewinner. 

Den mit 6000 Euro dotierten ersten Platz belegt die Jan Witt GmbH aus Jevenstedt bei Rendsburg. Der familiengeführte Dachdecker-Meisterbetrieb verbindet professionelle Leistungen mit der Förderung von Auszubildenden und Fachkräften. Das Besondere dabei ist, dass Jan Witt sein Vertrauen in junge Leute setzt, die trotz ungenügender Abschlussnoten Potenzial für den Ausbildungsberuf beweisen. Sein Engagement trägt Früchte: Seine Azubis gehören zu den besten Deutschlands. Um einem Fachkräftemangel im Betrieb vorzubeugen, ermöglicht Jan Witt auch Quereinsteigern (wie beispielsweise einem Versicherungskaufmann, KFZ-Elektriker etc.) eine Umbildung.

Buchholz sagte zum Wettbewerb und zu den Preisträgern (Audio starten – „im Browser anhören“)

Auf den zweiten Platz mit 4.000 Euro Preisgeld wählte die Jury die OT-Kiel GmbH & Co. KG. Das Unternehmen für Orthopädietechnik aus Kiel setzt sich seit 2012 für den Aufbau eines professionellen und hocheffizienten Netzwerks für Menschen mit Amputationen ein. Dabei steht nicht nur die medizinische Versorgung im Vordergrund, sondern ebenso der therapeutische Ansatz, der den Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt stellt.

„Zwei Geschäfte unter einem Dach“, so heißt das Marktkonzept für das die Brühl Friseure mit dem dritten Platz und somit 3.000 Euro ausgezeichnet werden. Die konsequent differenzierte Ansprache der Zielgruppen führte den Salon nachhaltig zum Erfolg: Es werden sowohl Friseur- und Serviceleistungen im gehobenen Preisniveau angeboten, als auch für eine jüngere Zielgruppe eine moderne und preisgünstige Alternative, die unter dem Label „brühl young style“ bekannt ist.

Zwei Sonderpreise wurden in diesem Jahr ausgelobt: Die Jan Brügge Bootsbaumeister Werft-Königstein sowie die Reimer und Hans-Hermann Ohm GbR erhalten jeweils 1.000 Euro für ihre Handwerksbetriebe. Jan Brügge hat die Jury mit einem vorbildlichen Gründungsprozess überzeugt. Der junge Unternehmer hat erst im letzten Jahr seinen Meistertitel erworben und sich direkt im Anschluss, im April 2016, mit einer kleinen Werft selbstständig gemacht. Der junge Unternehmer bietet mit seinem Team alle Dienstleistungen rund um das Boot, vom klassischen Bootsbau über Yachtservice bis hin zur Lösung individueller Probleme an. Seinen Businessplan hat Jan Brügge dabei so gut durchdacht und umgesetzt, dass innerhalb eines Jahres sechs neue Arbeitsplätze – darunter drei Ausbildungsstellen – geschaffen werden konnten.

Den zweiten Sonderpreis erhielt Hans-Hermann Ohm für seine Idee und Umsetzung, Lehrlinge aus Uganda auszubilden. Aktuell beherbergt Hans-Hermann Ohm einen jungen Auszubildenden und trägt die gesamten Kosten der Ausbildung sowie des Sprachunterrichts. Der Unternehmer reist regelmäßig nach Uganda, um durch handwerklichen Know-how-Transfer Entwicklungshilfe beim Aufbau von Häusern zu leisten.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich von den Bewerbungen der Unternehmen beim VR-Förderpreis beeindruckt. „Sie bestätigen meine Eindrücke, die ich im Sommer unter anderem bei meiner Tour durch die Betriebe im Bezirk der Handwerkskammer Lübeck gewonnenen habe. Unsere Handwerksfirmen sind aktiver und dynamischer Bestandteil unserer Volkswirtschaft und verbinden traditionelle Fertigkeiten mit modernen Technologien.“

Und so berichtet der sh:z