Maritime Sicherheit stand am zweiten Tag der Nationalen Maritimen Konferenz im Fokus. Verkehrsminister Madsen warb für einen entschlosseneren Umgang mit Munitionsresten im Meer. Aber auch über die Finanzierung der Seehäfen wurde weiter diskutiert.

Die maritime Branche hat am zweiten Tag der Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) appelliert, die Sicherheit auf See und die Zukunft der Häfen in Deutschland zu stärken. «Die Angriffe auf die Nord-Stream-Pipelines, die Gefährdung wichtiger Seewege am Schwarzen Meer durch treibende Minen, aber auch die Blockade ukrainischer Getreidehäfen – all dies hat gezeigt, wie verwundbar unsere Versorgungssicherheit ist und auch, wie unsere Gegner die regelbasierte Ordnung ins Visier nehmen», warnte heute Siemtje Möller, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverteidigungsministerium.
Ein weiterer Aspekt maritimer Sicherheit sei die Entschärfung von 1,6 Millionen Tonnen Munition, die im Zuge der Weltkriege am Meeresboden der Nord- und Ostsee versenkt wurden, betonte Sebastian Unger, Meeresbeauftragte der Bundesregierung. Nach all den Jahrzehnten roste die Munition durch und giftige Stoffe treten in die Meeresumwelt aus. «Mit diesem Wissen will ja keiner mehr ins Wasser steigen», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). «Würde das bei uns auf den Straßen rumliegen, ich glaube, wir würden nicht jahrelang diskutieren, ob wir das wegräumen.» Bis 2025 investiere die Bundesregierung rund 100 Millionen Euro, wichtig sei aber auch danach ein Schulterschluss von Bund und Ländern für Planungssicherheit und weitere Investitionen.

Madsen verwies in dem Zusammenhang auch noch einmal auf das riesige know how schleswig-holsteinischer Werften und wissenschaftlicher Einrichtungen beim Thema Munitionsbergung. Allein in deutschen Ostseegebieten lägen rund 300.000 Tonnen an rostender Kriegsmunition. «Wir sollten also so schnell wie möglich anfangen, diese Munition zu bergen. Das ist auch für die Industrie interessant», sagts Madsen.
Über Geld wurde auch am zweiten Tag der Konferenz debattiert. Nach Madsen zeigte sich heute auch die Bremer Hafensenatorin vom Auftreten der Bundesregierung enttäuscht. «Ich war gestern nach der Eröffnung etwas ernüchtert», so Kristina Vogt. Sie kündigte an, weiter an den Forderungen der Küstenländer nach rund 400 Millionen Euro jährlich festhalten zu wollen. Bisher beteiligt sich der Bund mit 38,3 Millionen Euro pro Jahr, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte den Ländern zum Auftakt der Konferenz keine weiteren konkreten Zusicherungen gemacht.