Landesweit müssen Bahnreisende ab heute Abend, 22 Uhr, wegen eines Warnstreiks mit massiven Ausfällen rechnen. Wegen einer Baustelle in Neumünster kommt es darüber hinaus von Freitag (17. November) an zu Einschränkungen auf den Strecken von Kiel und Flensburg nach Hamburg. Madsen appelliert an die DB AG.

Die Arbeiten bis 26. November sind notwendig, um im südlichen Teil des Bahnhofs Neumünster eine Brücke zu sanieren. Zwischen Neumünster und Hamburg entfällt in dieser Zeit jeder zweite Regionalexpress. Züge von Flensburg in Richtung Hamburg enden in Neumünster. Die Bahnen von Kiel nach Hamburg fahren dagegen weiterhin.
Verkehrsminister Madsen appellierte in dem Zusammenhang an die Deutsche Bahn: «Natürlich ist es gut, dass nach Jahrzehnten des Stillstands endlich investiert und saniert wird», sagte er heute der Deutschen Presse-Agentur. Bahnunternehmen müssten jedoch mehr Zeit für die Organisation von Ersatzverkehr bekommen. «Und vor allem müssen die Arbeiten endlich vorausschauend stattfinden und nicht erst dann, wenn es wirklich dringend wird.» Madsen forderte die Bahn auf, während der Bauphase mit Doppel-Triebzügen zu fahren, um Platz für möglichst viele Menschen zu haben. «Es ist klar, dass nicht alle Züge fahren können, wenn die Strecke nur eingleisig ist.» Zudem müssten Fernverkehrszüge bei Bauarbeiten generell für den Nahverkehr freigegeben werden.
«Und auch die zusätzlichen Ersatzbusse müssen ausreichend Platz und vor allem attraktive Fahrzeiten bieten», sagte Madsen. Das sei zwar eine Selbstverständlichkeit, habe bei vorangegangenen Baustellen aber nicht gut geklappt.
Wie der Minister weiter sagte, hätten sich zudem Fahrgäste zuletzt immer wieder über ungenügende Informationen beklagt: «Der Weg zum Ersatzverkehr muss ausreichend ausgeschildert sein. Und mit verständlichen Durchsagen und Aushängen muss an den Bahnhöfen und in den Zügen klar werden, welche Einschränkungen es gibt und welche Reisealternativen.»

Unterdessen müssen sich alle Fahrgäste der Deutschen Bahn bereits bis Donnerstag auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat zum Warnstreik im Bahnverkehr von heute Abend, 22.00 Uhr, bis morgen Abend, 18.00 Uhr, aufgerufen. Die DB AG rechnet nach eigenen Angaben mit «massiven Auswirkungen» auf den Bahnbetrieb. Im Fern- und Regionalverkehr müsse das Angebot stark eingeschränkt werden. Für den Fernverkehr ist ein Notfahrplan vorgesehen. Die GDL und die Deutsche Bahn verhandeln seit vergangenem Donnerstag über einen neuen Tarifvertrag.
Alle Fahrgäste, die ihre während des Streiks geplanten Reise verschieben möchten, können ihr Ticket nach Angaben der Bahn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung sei aufgehoben. Das Ticket gelte dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen könnten kostenfrei storniert werden.
Im Regionalverkehr in Schleswig-Holstein will die Bahn ein Mindestfahrplanangebot aufrechterhalten. «Trotzdem können wir in dieser Situation nicht garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen», schrieb das Unternehmen auf ihrer Internetseite. «Wenn möglich, verschieben Sie bitte geplante Reisen.»
Der RE 6/60 (Westerland/Sylt – Hamburg-Altona) soll zwischen Westerland und Niebüll überwiegend im Dreistundentakt mit einer Verdichtung zur Hauptverkehrszeit fahren. Vereinzelt verkehren Züge auf der Strecke zwischen Husum und Niebüll. Zwischen Itzehoe und Hamburg sollen Fahrgäste zusätzlich auch die Züge der Nordbahn (RB61/RB71) nutzen.
Der RE 7/RE 70 (Flensburg/Kiel – Hamburg) soll voraussichtlich im Zweistundentakt von und nach Hamburg fahren. Von und nach Flensburg muss in Neumünster umgestiegen werden. Der RE 8/80 (Lübeck – Hamburg) soll voraussichtlich im Stundentakt fahren. Auch die RB 81 (Bad Oldesloe – Hamburg) soll voraussichtlich im Stundentakt fahren.
Die RB 86 (Lübeck-Travemünde Strand – Lübeck) fällt aus. Zwischen Lübeck Hauptbahnhof und Lübeck-Travemünde Strand verkehren Busse der Linien 30, 31 und 40.