
Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hat an die Betriebe im Norden appelliert, auch in konjunkturell schwierigen Phasen Mut zu Innovationen und Gründungen an den Tag zu legen: «Wir wollen ein klimaneutrales Industrieland werden – da dürfen wir Innovationen jetzt nicht etwa wegen fehlendem Risikokapital abwürgen. Im Gegenteil: Wir müssen sie gerade jetzt befeuern», sagte Carstens beim heutigen 6. Innovations- und Technologieforums im Wissenschaftszentrum Kiel. An dem Expertentreffen nahmen über 160 Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft teil.
Nach den Worten von Carstens sei es im Interesse des Landes, wenn es darum gehe, das Wissen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen schneller in praxistaugliche Technologien zu verwandeln. „Der Wissenschaftsrat hat uns in seinem Gutachten einige Aufgaben gegeben, die wir umsetzen sollten, wie zum Beispiel eine Transferstrategie. Schon jetzt bieten wir ganz praktische Hilfen wie unseren Transfer- und unseren High-Tech-Bonus an“, sagte Carstens.
Das neue Angebot beinhalte auch die Förderung von jungen Unternehmen und Startups. Dafür stelle das Land allein in diesem Jahr acht Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereit. „Und ich hoffe, dass die Einstiegsförderung dazu beiträgt, die oft hohen Hemmschwellen mittelständischer Betriebe zur Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu reduzieren oder junge Menschen zur Gründung eines Start-ups zu animieren“, sagte Carstens. Zudem stelle das Land in seinem 2023 aufgelegten Innovationsfonds 50 Millionen Euro bereit, um KMU und Start-ups mit Beteiligungskapital zu unterstützen. 20 Millionen Euro davon kommen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.
Ein Thema des Innovations- und Technologieforums ist die Steigerung der Anstrengungen kleiner Unternehmen bei der Digitalisierung. Carstens: „Die bisherigen Antragszahlen machen deutlich, dass wir hier einen Nerv bei den Unternehmen getroffen haben. Viele sind dabei, sich endgültig vom Papierkram zu verabschieden und ins digitale Zeitalter zu starten.“ Seit der Öffnung des sechs Millionen Euro umfassenden Förderprogramms vergangenen Sommer hätten 65 Unternehmen einen Antrag gestellt. Dabei handelt es sich pro Betrieb um eine Förderung mit einem Höchstzuschuss von bis zu 200.000 Euro.