Madsen auf Sommertour: Fehmarn trotz Baustellen bei Touristen heiß begehrt

Nach dem 48-Stunden-Hochsommer vom Wochenende ist Tourismusminister Claus Ruhe Madsen heute früh bei Wind und Regen zu seiner diesjährigen Sommer-Radtour aufgebrochen. Erste Station der viertägigen Route: Fehmarn.

Madsen (links) im Gegenwind auf Fehmarn – begleitet von seinem persönlichen Referenten Clemens Weiss (Mitte) und dem Großenbroder Bürgermeister Peer Knöfler.

Zwar peitschte der Ostseewind die meiste Zeit von vorn, doch Rückenwind erhielt der Minister durch die jüngsten Übernachtungszahlen. So sind im Mai landesweit deutlich mehr Touristinnen und Touristen für mindestens eine Nacht nach Schleswig-Holstein gereist als noch im Vorjahresmonat. In rund 3.220 Hotels und Pensionen sowie auf 270 Campingplätzen übernachteten 7,5 Prozent mehr Gäste im Bundesland als im Mai 2023.

Ähnlich stark stieg auch die Zahl der gebuchten Übernachtungen an. Sie kletterte um 6,5 Prozent auf fast 4,11 Millionen. Die meisten Touristen buchten sich dabei entlang der Nordsee- und Ostseeküsten ein. Im Vergleich der beiden Meere hat die Ostsee die Nase vorn. «Das ist gerade auf Fehmarn deutlich zu spüren», sagte Madsen. Aber auch die die Holsteinische Schweiz sei ein beliebtes Reiseziel.

DB-Projektleiterin Grit Scholz erläutert Madsen und Knöfler die Tücken der Sanierung der Sundbrücke – hier am Schienenstrang.

Ein Dauerthema für die Tourismusbranche auf Fehmarn: Das Nadelöhr Fehmarnsundbrücke. Madsen nutzte eine Stipvisite auf dem 61 Jahre alten Bauwerk, um erneut an die Deutsche Bahn zu appellieren, die Sanierung mit Hochdruck voranzutreiben. «Projektleiterin Grit Scholz konnte mir glücklicherweise berichten, dass auf der Westseite der Brücke inzwischen 31 Seile getauscht sind – damit ist fast die Hälfte der 80 Seile geschafft», so Madsen.

Marode: ein Stück altes Stahlseil

Sie sei zuversichtlich, so Scholz, dass die Sperrung des Betriebswegs auf der Brücke spätestens zum 1. September wieder aufgehoben werden könne. «Das heißt, wenn das Wetter mitspielt, können Fußgänger und Radfahrer dann wieder den Gehweg benutzen.» Insgesamt soll der Seiltausch bis zum Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein. Bis dahin müsse zeitweise weiterhin mit Fahrbahnverengungen gerechnet werden, weil für einige Arbeiten noch Teilbereiche auf oder an der Straße als Baustellenfläche genutzt werden müssen. «Wichtig ist aber: Voraussichtlich ab Ende September können wir die Fahrbahnverschwenkung aufheben – und damit den größten Gefahrenschwerpunkt», sagte Scholz. Im kommenden Jahr beginnt die Sanierung der Betonpfeiler der Brücke.

Nach den Worten von Madsen sei ihm bei seiner Insel-Radtour auch die zunehmende Baustellen-Tätigkeitkeit in Zusammenhang mit der Entstehung des Belttunnels samt Straßen- und Schienenanbindung ins Auge gefallen: So finde aktuell unter anderem die Vorbereitung für das neue Gleisbett der Bahnstrecke statt. Die DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck hatte erst bei der jüngsten Fehmarnsund-Kommunalkonferenz Ende Juni erklärt: «Wir sind auf gutem Weg und unser Zeitplan steht: 2026 startet die Hochphase des Baus und wir bleiben optimistisch, dass das Eisenbahnbundesamt die Planfeststellungsunterlagen für den Sundtunnel im Frühsommer kommenden Jahres auslegen kann.» Nach derzeitiger Planung wollen die Dänen mit dem Fehmarnbelttunnel Ende 2029 fertig sein.

Mit Blick auf die großen Baustellen warb Madsen um Verständnis: «Uns allen ist bewusst, dass die Bauphase mit Belastungen verbunden sein wird – aber im Schulterschluss mit unserem Baustellen-Koordinator und anderen Verantwortlichen in der Region werden wir diese Auswirkungen so gering wie möglich halten», sagte er. Wichtig dabei sei, die Unwägbarkeiten und Risiken klar zu benennen – nur so könnten sie auch umschifft werden.

Hier ein paar Schlaglichter der heutigen Tour:

Begleitet wurde Madsen bei seiner Fehmarntour von Insel-Bürgermeister Jörg Weber und dessen Großenbroder Kollegen Peer Knöfler. Eines der Anliegen von Weber: der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien. Das wurde beim Besuch des Umspannwerks des Windparks „Fehmarn Mitte“ deutlich.

Im Windpark Fehmarn Mitte…

Die Siemens Power Transmission and Distribution (PTD) hatte den Windpark vor17 Jahren an das 110-kV-Hochspannungsnetz auf dem Festland angebunden. Mittlerweile stößt er bei einer Leistung von knapp 60 Megawatt allerdings an seine Grenzen. Madsen versprach, das Thema mit dem zuständigen Energieminister Tobias Goldschmidt zu besprechen.

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