Mit zusätzlichen Stellen, künstlicher Intelligenz und schnellerer Integration in den Arbeitsmarkt will die Landesregierung die Innere Sicherheit stärken. Ministerpräsident Günther begründet die Pläne mit der veränderten Lage.

Mit zusätzlichem Geld sollen vor allem Polizei und Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein gestärkt werden. Die Landesregierung wolle über die Nachschiebeliste für den Haushalt 2025 mehr als 7,6 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen.
Migrantinnen und Migranten soll zudem die schnellere und einfachere Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. «Auch hierfür stehen zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereit», sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Aminata Touré. Neben individueller Förderung von Geflüchteten in Projekten will die Integrationsministerin auch die Strukturen im Land nachhaltiger aufstellen.
Nach den Worten Touré und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen soll das im Frühjahr gestartete Kompetenzscreening von Geflüchteten mit der Bundesagentur für Arbeit auf fünf Erstaufnahmeeinrichtungen ausgeweitet und qualitativ verbessert werden. Dafür stellt das Land zusätzliches Personal und eine Million Euro zur Verfügung.
Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Madsen weiter – Audio starten…
Die Ministerin stellte drei Säulen vor, in denen die Arbeitsmarktintegration entscheidend vorangetrieben wird. So soll das im Frühjahr gestartete Kompetenzscreening von Geflüchteten mit der Bundesagentur für Arbeit auf fünf Erstaufnahmeeinrichtungen ausgeweitet und qualitativ verbessert werden. Dafür stellt das Land zusätzliches Personal und insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Ein besonderer Fokus richtet sich dabei auf die Arbeitsmarktvermittlung von Frauen und die frühe sprachliche Förderung.

Darüber hinaus sollen laut Madsen Prozesse zur Anerkennung von Berufsabschlüssen beschleunigt und gebündelt werden. Viele Geflüchtete sind mit dem Anerkennungsrecht und der für sie unbekannten Verwaltungsstruktur in Deutschland überfordert. Zudem sei die Zahl der Anerkennungsverfahren 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen. «Deshalb werden wir in diesem Bereich zusätzliche Personalstellen im Lan-desamt für Soziale Dienste schaffen und die Sachausstattung verbessern», so Madsen: «Auch das Welcome Center soll personell gestärkt werden und stärker verzahnt werden mit dem Grundkompetenzscreening.» Geplant ist auch ein Stipendienprogramm für Anerkennungsverfahren, da diese häufig mit erheblichen Kosten verbunden sind.
Ein wesentlicher Ansatzpunkt zur Verringerung der Fachkräftelücke ist die Steigerung der Anzahl an Berufsausbildungen. Deshalb wird nach den Worten von Madsen ein Online-Verfahren entwickelt, bei dem weltweit junge Menschen, die sich für einen Ausbildungsplatz interessieren, einen standardisierten Fähigkeitstest machen. Die Bewerberinnen und Bewerber mit den höchsten Punktzahlen werden vom Welcome Center Schleswig-Holstein an Ausbildungsbetriebe in Schleswig-Holstein vermittelt.
Wie der Minister weiter sagte, wird im Landesprogramm Arbeit im kommenden Jahr die Aktion „Innovative Wege in Beschäftigung“ mit dem Fokus der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund finanziell um 1,45 Millionen Euro verstärkt. Dadurch können zusätzliche Projekte für diese Zielgruppe umgesetzt werden. „Wir werden zudem ab 2026 ei-ne neue Förderrichtlinie zur Fachkräftesicherung auflegen. Unterstützt werden Projekte, die insbesondere in Branchen mit besonders starkem Fachkräftemangel wie im Tourismus, der Pflege, dem Baugewerbe oder der Logistik die Arbeitsmarktintegration vorantreiben“, so Madsen. «Aktuell fehlen in Schleswig-Holstein rund 34.000 Fachkräfte. Auf der anderen Seite kommen pro Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Geflüchtete zu uns, von denen ein erheblicher Teil viel schneller arbeiten könnte, sofern die Voraussetzungen stimmen. Hier wollen wir beim Matching viel schneller vorankommen», sagte Touré.