Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen hat sich nach einem Treffen mit Northvolt-Insolvenzverwalter Mikael Kubu in Stockholm zuversichtlich gezeigt, dass das geplante Heider Werk eine gute Zukunftsperspektive haben könnte.

«Herr Kubu hat uns vor allem deutlich gemacht, dass wir mit Heide einen sehr wichtigen Standort mit exzellenten Faktoren haben und dass die deutsche Tochtergesellschaft nach wie vor nicht vom Insolvenzverfahren direkt betroffen ist.» Sehr optimistisch stimme ihn zudem, dass der schwedische Fachanwalt sich nach eigenen Angaben in sehr aussichtsreichen Gesprächen mit Investoren befinde. «Erfreulich ist auch, dass Kubu das Ziel verfolgt, dass der Konzern nicht zerschlagen, sondern im Idealfall in Gänze fortgeführt werden soll», so Madsen.
Gegenüber der schwedischen Wirtschaftszeitung „Dagens Industri“ hatte Kubu vor wenigen Tagen erklärt: «Wenn ich als Schwede und Europäer für einen Moment meinen Hut als Konkursverwalter abnehme, fände ich es fantastisch, wenn dieses Unternehmen in Schweden und Europa bleiben könnte.» Kubu geht laut Madsen davon aus, dass das von Northvolt im November letzten Jahres in den USA eingeleitete Chapter-11-Restrukturierungsverfahren in Kürze eingestellt werden könnte. Das Verfahren war der Versuch, das Unternehmen unter einem besonderen Schutz vor Gläubigern wieder in die Spur zu bringen.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen nach seinem Treffen mit Kubu weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Laut Gerichtsunterlagen in den USA fordern die Gläubiger von Northvolt zusammengerechnet etwa neun Milliarden US-Dollar. Dazu zählt auch eine deutsche Wandelanleihe: Northvolt hatte von der staatlichen Förderbank KfW bereits 600 Millionen Euro für den Bau der Batteriefabrik bei Heide bekommen. Wegen der Krise von Northvolt mussten das Land Schleswig-Holstein und Bund bereits dafür bürgen. Die 600 Millionen Euro stehen allerdings allein für die Heider Tochtergesellschaft „Northvolt Top Co“ zur Verfügung und sind an den Baufortschritt in dem entstehenden Werk gekoppelt.
Northvolt will bei in Heide Batteriezellen für bis zu einer Million Elektroautos pro Jahr bauen. Offiziell geht der Betrieb der Baustelle zunächst weiter. Was dort aber künftig weiter passiert, entscheidet der Insolvenzverwalter.