Für die Sommergäste der Landeshauptstadt ist er dank der mondänen Kreuzfahrtschiffe stets ein Hingucker – für das Land vor allem aber ein ökonomischer Bringer: Der Kieler Seehafen oder – ganz international – der „PORT OF KIEL“ steuert trotz begrenzter Flächen seit Jahren im Güter- und Passagiergeschäft auf Wachstums- und Erfolgskurs.
Kiels Hafenchef Dirk Claus (rechts) blickt mit Minister Madsen aus seinem Büro Richtung Ostufer, wo in den nächsten Jahren nochmals kräftig investiert wird
Wie Hafenchef Dirk Claus heute bei einem Besuch von Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen erläuterte, soll der Hafen bis 2030 nicht nur klimaneutral sein, sondern auch auf dem Ostufer nochmals expandieren. Allein in den kommenden fünf Jahren will Claus mit seinem Team 70 Millionen Euro investieren. Auf dem Weg zur Klimaneutralität ist vor allem Landstrom für die Fähren und Kreuzfahrtschiffe ein riesiges Thema. Dazu sagte Dirk Claus – Audio starten...
An Madsen und den Bund adressierte der seit 18 Jahren auf der Kommandobrücke stehende Hafenchef vor allem den Wunsch nach Planungssicherheit: «Wir wollen und müssen uns noch zukunftsfähiger aufstellen, benötigen dafür aber verbindliche Zusagen aus der Politik zu Fragen der Finanzierung.» Der Kieler Hafen überneme eine wichtige Versorgungsfunktion für Nordeuropa, der müsse Rechnung getragen werden. Claus: «Wir bauen da ganz auf die angekündigte Landeshafenstrategie.»
Den Folgen des Ukraine-Kriegs und den Rußland-Sanktionen zum Trotz: Der Kieler Seehafen schlägt jährlich 7,9 Millionen Tonnen Fracht aus Skandinavien und dem Baltikum um. Mit der mengenstärksten Fährroute Richtung Baltikum und täglichen Fährverbindungen nach Schweden und Norwegen zählt er zudem zu den wichtigsten Logistikhubs in Norddeutschland. Im vergangenen Jahr wurde über eine Million Tonnen Schüttgut für die schleswig-holsteinische Baubranche umgeschlagen.
Nach den Worten von Minister Madsen sei der Kieler Hafen durch den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und dem entstehenden Fehmarnbelttunnel auch von wachsender Bedeutung für zentrale Bauvorhaben in Schleswig-Holstein. «Und angesichts der veränderten geopolitischen Lage in Europa ist der Hafen schon jetzt für militärische Transporte eine wichtige Drehscheibe.»
Madsen sagte nach seinem Besuch weiter – Audio starten…
Auch im Passagierverkehr setzt der Ostseehafen Maßstäbe: Über 2,8 Millionen Menschen traten im vergangenen Jahr über einen der Kieler Terminals Reisen an. Mit Blick auf den Bedarf für eine weitere Landstromanlage sagte Madsen zu, sich beim Bund für eine Verlängerung des ausgelaufenen Förderprogramms einzusetzen. An Wochenenden, wenn der Hafen durch Kreuzfahrtschiffe besonders gut belegt ist, liegt der Stromverbrauch bei bis zu 18 Megawatt pro Stunde.
Schleswig-Holstein will schnellere Genehmigungen und Planungen von Infrastrukturprojekten. In einem entsprechenden Gesetzesentwurf wurden nun mehrere Kernpunkte vorgestellt.
Schleswig-Holsteins schwarz-grüne Landesregierung will die Planung und Genehmigung von Infrastrukturprojekten beschleunigen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde heute in erster Lesung im Landtag beraten. «Mit diesem Gesetz können Verfahren vereinfacht und verkürzt werden, aber natürlich nicht ohne Rücksicht auf Verluste und auch nicht ohne Mitwirkungsmöglichkeiten betroffener Menschen oder von Naturschutzverbänden», sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen am Freitag im Kieler Landeshaus.
Die Verfahren würden auch in Zukunft Zeit kosten, sagte er. «Trotzdem straffen wir das Planungsrecht erheblich und werden mit dieser Anpassung zumindest etwas schneller als bisher bei Straßen und Radwegen.»
Hier die gesamte Landtagsrede des Ministers
So soll etwa beim Bau größerer Gemeinde-, Kreis- oder Landstraßen statt eines Planfeststellungsverfahrens ein einfacheres Genehmigungsverfahren genutzt werden. Dadurch entfalle der sogenannte Erörterungstermin und das Verfahren könne sich um mehrere Wochen verkürzen.
Außerdem könnte beim Neubau und Ausbau von Radwegen an kürzeren Straßen künftig die Umweltverträglichkeitsvorprüfung teilweise entfallen: Langwierige Gutachten sowie Zeit und Geld können eingespart werden.
Ebenso sollen künftig Arbeiten beim Bau von Landstraßen auch bei laufenden Gerichtsverfahren starten können, es sei denn, die Kläger beantragen Anordnungen der aufschiebenden Wirkung. In dem Fall müssen laut Madsen die Gerichte entscheiden.
Des Weiteren will die Landesregierung erreichen, dass Einwände, die nicht rechtzeitig eingereicht wurden, im zukünftigen Verfahren ausgeschlossen sind.
Zusätzlich zu den Punkten soll in einem weiteren Schritt per Landesgesetz die Planung von Hafen- und Küstenschutzprojekte beschleunigt werden, so Madsen. Dem Bund warf der Wirtschaftsminister vor, mit ihrem Planungsbeschleunigungsgesetz nur «erste kleine Schritte» unternommen zu haben. Der Gesetzesentwurf der Landesregierung sowie zwei Änderungsanträge von FDP und SSW wurden einstimmig Wirtschafts- und Digitalisierungsausschuss überwiesen.
Der Versuch, Elektro-Lkw auf einem E-Highway an der A 1 bei Lübeck während der Fahrt aufzuladen, endet zum Jahreswechsel. Die weitere Förderung ist ungewiss. Jetzt fordern die Verantwortlichen, die Technologie weiter auszubauen.
Klagen über mangelndes Interesse des Bundesverkehrsministeriums am eigenen E-Highway-Feldversuch (v.l.): Dennis Willers (Spedition Bode, Reinfeld), Projekt-Betreiber Michael Brand und Jan Bachmann sowie Staatssekretär von der Heide
Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide und die verantwortlichen Wissenschaftler des 2017 gestarteten Feldversuchs «eHighway Schleswig-Holstein» fordern vom Bund die Weiterführung des Projekts. «Bei allem Verständnis für die angespannte Haushaltslage wäre es fatal, das Projekt Ende des Jahres mit Auslaufen der Förderung versanden zu lassen», sagte von der Heide heute in Kiel. Als Land der grünen Energie biete sich Schleswig-Holstein geradezu als Musterbeispiel für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs an.
Auch Jan Bachmann vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel beklagte, dass sich das Bundesverkehrsministerium bislang weder in Schleswig-Holstein noch bei den anderen Modellprojekten in Hessen oder Baden-Württemberg über die Erkenntnisse aus den Projekten informiert habe. «Insbesondere Fahrzeugindustrie und Logistikbranche sowie die Autobahn GmbH benötigen Planungssicherheit, um die notwendigen Transformationsprozesse gezielt umzusetzen», so Bachmann.
Hier ein Stream-Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs
Der schleswig-holsteinische Feldversuch ist eines von drei Pilotprojekten in Deutschland, in dem der Einsatz von Oberleitungs-Lastwagen im Realbetrieb erforscht wird. Auf dem fünf Kilometer langen Streckenabschnitt auf der A1 zwischen Reinfeld (Kreis Stormarn) und Lübeck wird in beiden Richtungen der Einsatz der Oberleitung für schwere Nutzfahrzeuge getestet. Ziel ist es, der Politik gesichertes Wissen als Entscheidungsgrundlage für einen möglichen Ausbau zu liefern. Dazu soll das System technisch, ökologisch, ökonomisch und unter Verkehrsgesichtspunkten bewertet werden.
«Ein Rückbau der Teststrecken wäre sachlich nicht zu rechtfertigen und ein Risiko für die bis hierhin erarbeitete Technologieführung», sagte von der Heide. Bachmann sprach sich dafür aus, größer zu denken. «Der nächste Schritt vom Feldversuch hin zu einem ersten großen Pilotprojekt, in dem die Oberleitung sich im direkten Vergleich zu den wenigen sinnvollen Alternativen beweisen kann, ist fällig», forderte er. «Das wäre ein wichtiges Zeichen an Europa und die Wirtschaft und für wahre Technologieoffenheit.»
Da musste selbst Wirtschaftsminister Madsen anerkennend schmunzeln: «Hier sehen Sie die zweitschnellste Anlage dieser Art in Europa. Die Schnellste steht in unserer Halle nebenan.» So einfach hatte ihm „pelzGROUP“-Chef Nikolas P. Bastian erklärt, warum das Wahlstedter Unternehmen allein schon aufgrund seiner Ausrüstung Marktführer in Europa ist. Dabei ist der mittelständische Spezialist für Hygiene-Produkte und Vliesen mit seinen rund 800 Beschäftigten längst nicht der einzige wirtschaftliche Leuchtturm in der Stadt am Rande des Segeberger Forsts. Davon durfte sich Madsen auf Einladung der Lübecker IHK und der Arbeitsgemeinschaft Industrie und Handel e.V. (AIH) in der letzten Woche überzeugen. Aktuell verfügt der wachsende Standort über rund 2.000 Industriearbeitsplätze.
Auch IHK-Chef Lars Schöning stellte bei der Betriebstour mit dem Minister die Leistungsfähigkeit der Industrieunternehmen heraus: «Wahlstedt ist ein sehr wichtiger Standort für Schleswig-Holstein, mit einem ausgewogenen Mix an innovativen mittelständischen Industriebetrieben. Sie haben beispiellose Wachstums-Stories geschrieben und schreiben sie immer noch», so Schöning. Und fügte augenzwinkernd hinzu: «Die Einladung des Ministers ist schon deshalb wichtig, weil die Wahlstedter Unternehmen nicht dadurch auffallen, dass sie laufend Fördermittelbescheide der Landesregierung. Sie investieren aus eigenen Mitteln in Anlagen und Produktion.»
Angefangen hatte der Aufstieg Wahlstedts nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bis 1945 gab es dort ein Marinearsenal zur Produktion und Lagerung von Munition. Zusammen mit IHK-Vize Jochen Brüggen besuchten Schöning und Madsen jetzt drei Unternehmen, die seit dem Wiederaufbau am Standort sind. 1948 siedelte Willy Pelz sein Werk zur Herstellung von Watteprodukten an. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Unternehmen dann zu einem der führenden Hersteller von Hygiene-Produkten in Europa. Zudem hat sich die pelzGROUP auf Haushalts-, Industrie- und Verpackungsfolien sowie Vliesstoffe für Medizin, Hygiene und Filtration spezialisiert.
«Wir sind sehr breit aufgestellt und haben daher einen großen Vorteil im Vergleich zu unseren Wettbewerbern», sagt Geschäftsführer Bastian. Schon bald wolle das Unternehmen die Produktion von Vliesen für den Zigarettenersatz Snus ausweiten, vor allem in den USA sei die Nachfrage groß.
Madsen (mit Scherben in der Hand) beim Verpackungs-Produzenten Ardagh – rechts Werkleiter Hans Teutsch
Schon ein Jahr vor Pelz war an der Industriestraße eine Glasfabrik entstanden, die heute zur international tätigen Ardagh Group gehört. Ein weltweit führender Anbieter für Verpackungen in den Bereichen Metall, Glas und Technologien. Das Werk in Wahlstedt gehört zur deutschen Ardagh Glass GmbH und beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Täglich verlassen rund 1,5 Millionen Glasbehälter die Fabrik, sagte Werkleiter Hans Teutsch. Die Produktion von Gläsern und Flaschen für den Einsatz in der Lebensmittel- und Getränkebranche, aber auch in der pharmazeutischen Industrie sei allerdings sehr energieintensiv. Teutsch beklagt daher die Energieengpässe nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und forderte Preissenkungen und Versorgungssicherheit, um weiter am Standort produzieren zu können.
Auch die Lichtenheldt GmbH hat sich 1948 in Wahlstedt angesiedelt. Das Unternehmen blickte bereits auf eine 200-jährige Geschichte in Thüringen zurück. Vor 40 Jahren übernahm der Norderstedter Hans-Joachim Eisele das Familienunternehmen. Heute führt seine Tochter Andrea Schulz-Ayecke gemeinsam mit Armin Jentsch die Geschäfte. Lichtenheldt entwickelt und produziert pharmazeutische Produkte. Zudem füllen die Wahlstedter Produkte für ihre Auftraggeber ab und übernehmen den Versand. Was Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen besonders erfreute: Das Unternehmen wächst und investiert in den kommenden Jahren mehr als 15 Millionen Euro in moderne Produktionsanlagen und -räumlichkeiten, um weiterhin am Standort attraktiv produzieren zu können. Es beschäftigt zurzeit mehr als 250 motivierte Frauen und Männer – Tendenz steigend, bis zu 50 neue Stellen sind in Planung.
In den Gesprächen bei allen drei Betrieben wurde deutlich, dass die Transformation hin zur Klimaneutralität ein wichtiges Thema auch für den Mittelstand in Wahlstedt ist. Aber – so die Gastgeber – die aktuellen regulatorischen Belastungen behinderten die Transformation an vielen Stellen und erschwerten Investitionen. Die Politik müsse daher konsequent neue Belastungsgesetze stoppen und überflüssige Regulierungen streichen, fordern die AIH-Mitglieder und IHK-Vertreter. Das gelte auch für die Regelungen innerhalb der Europäischen Union.
Ausbleibende Mittel des Bundes werden in den kommenden Jahren absehbar dazu führen, dass die bisherigen Leistungen im schleswig-holsteinischen Schienenpersonen-Nahverkehr nicht überall vollständig aufrechterhalten werden können.
Madsen (rechts) mit NAH.SH-Chef Arne Beck
Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute zusammen mit NAH.SH-Chef Arne Beck in Kiel erläuterte, sei zwar der ÖPNV-Finanzierungsbeitrag des Landes seit 2022 von 66 auf aktuell 275 Millionen Euro gestiegen, bis zum Jahr 2032 würden aber voraussichtlich allein 570 Millionen Euro an so genannten Regionalisierungsmitteln fehlen.
Foto: Frank Molter
„Wir haben uns in der Landesregierung darauf verständigt, einen Teil des Fehlbetrags durch die Abbestellung von Verkehr abzufedern. Unser Ziel ist aber, die Lücke in den nächsten Jahren unter anderem durch die Nutzung unseres Sondervermögens MOIN.SH zu schließen. Zudem wollen wir die Finanzplanung aktualisieren – unter anderem entsprechend der Verkehrsverträge“, sagte Madsen.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Als „schmerzhafte erste Konsequenz“ aus dem fehlenden Aufwuchs der Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund laut Grundgesetz den ÖPNV mitfinanzieren muss, hatte das Land bereits angekündigt, die Fahrpläne der S-Bahn S 3 im Kreis Pinneberg und zweier AKN-Linien in Randzeiten und am Wochenende auszudünnen. „Um aber die Einsparziele vollständig zu erreichen, ist neben der Einsparung von Verwaltungskosten ab 2025 die Abbestellung von Verkehrsleistungen in Höhe von rund sechs Millionen Euro jährlich unumgänglich. Das entspricht 1,5 Prozent der von uns in diesem Jahr bestellten Verkehrsleistungen“, so Madsen.
Hier ein Livestream-Mitschnitt des Pressegesprächs:
Leitlinie bei der Zusammenstellung weiterer Maßnahmen sei gewesen, die Auswirkungen auf Pendlerinnen und Pendler so gering wie möglich zu halten. „Das bedeutet landesweit kleinere Einschnitte, sodass im Ergebnis in jeder Region einige Züge wegfallen“, sagte Madsen. Betroffen seien vor allem Verbindungen am Tagesrand und am Wochenende und nur im Einzelfall auch Züge zur Hauptverkehrszeit. „Ergebnis unserer Abwägung war, dass wir als Land weiterhin ein sehr gutes Zugangebot jeweils bis mindestens Mitternacht aufrechterhalten werden.“ Mit der Liste der Maßnahmen (siehe unten) werde die NAH.SH nun auf die Eisenbahn-Unternehmen und die Regionen zugehen.
NAH.SH-Chef Arne Beck erinnerte daran, dass im Rahmen der schleswig-holsteinischen Verkehrsverträge fünf bis maximal zehn Prozent der bestellten Leistungen auch wieder abbestellt werden können. Bei der Auswahl der Einschnitte seien verschiedene Kriterien berücksichtigt worden, „um die Lasten und Härten möglichst breit und gleichmäßig zu verteilen“. Ziel dabei sei, die Abbestellungen in Zeitfenstern zu realisieren, in denen die Nachfrage voraussichtlich ohnehin geringer ist. Beck: „Nun müssen die Verkehrsunternehmen unsere Vorschläge zunächst auf die betriebliche Umsetzbarkeit prüfen – parallel dazu erfolgt die Einbindung der Stadt Hamburg und der betroffenen Kreise und kreisfreien Städte.“ In der Realisierung zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 könne es dann noch zu einzelnen Änderungen bei den Maßnahmen kommen.
Madsen appellierte nochmals an die Bundesregierung, die Regionalisierungsmittel für die Länder angesichts von massiven Kostensteigerungen aufzustocken. „Mit einem jährlichen Plus von 50 bis 60 Millionen Euro müssten wir nicht über Kürzungen im Fahrplanangebot nachdenken“, sagte er. Die Länder fordern neben den 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zur Fortführung des Deutschlandtickets auch jährlich zusätzlich 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau und die Modernisierung des ÖPNV. In diesem Jahr bekommt das Land 371 Millionen Euro reguläre Regionalisierungsmittel sowie bis zu 52,4 Millionen Euro als Bundesanteil für das Deutschlandticket.
Überblick der geplanten Abbestellungen ab Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2024
ACHTUNG: Aus betrieblichen Gründen kann es im Detail noch zu Anpassungen kommen. Alle konkret betroffenen einzelnen Fahrten stehen voraussichtlich ab Mitte August fest.
Netz Mitte
RE 7 – Hamburg-Kiel: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden (Kiel Abfahrt 03:05 Uhr, Hamburg Abfahrt 03:43 Uhr)
Netz West
RE 60 – Hamburg-Niebüll: Von den zwei zusätzlich zum stündlichen Grundtakt verkehrenden Sprinterzügen am Wochenende in der Saison entfällt ein Zug je Richtung zwischen Hamburg und Niebüll
RB 85 – Lübeck-Neustadt: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden. (Lübeck Abfahrt 03:12 Uhr, Neustadt Abfahrt 04:15 Uhr)
RE 8 – Hamburg-Lübeck: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden (Lübeck Abfahrt 03:09 Uhr, Hamburg Abfahrt 03:06 Uhr)
RE 86 – Lübeck-Lübeck-Travemünde-Strand: Streichung von je vier Zügen pro Richtung werktags, die bisher den Stundentakt zum Halbstundentakt ergänzen, aber nicht alle Stationen bedienen können. Der Halbstundentakt an Wochenenden in der Saison bleibt unverändert bestehen (Lübeck Abfahrt 06:37, 16:37, 17:37, 18:37 Uhr, Lübeck-Travemünde Strand Abfahrt 07:03, 17:03, 18:03, 19:03 Uhr)
Akkunetz Ost
RE 83 / RB 84 – Lübeck-Kiel: Konkrete Maßnahmen werden Gegenstand von Gesprächen zwischen erixx und NAH.SH werden.
Akkunetz Nord
RB 64 – Husum-Bad St. Peter-Ording: Streichung der beiden letzten Zugverbindungen pro Richtung am Abend (Husum Abfahrt 23:43 Uhr und Abfahrt 0:49 Uhr; Bad St. Peter-Ording Abfahrt 00:40 Uhr und Abfahrt 01:44 Uhr)
RB 75 – Kiel-Rendsburg: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden (Kiel Abfahrt 00:25 Uhr, Rendsburg Abfahrt 01:53 Uhr)
Akkunetz Ost-West
RB 82 – Neumünster-Bad Oldesloe: Streichung von je zwei Zügen pro Richtung am Tagesrand
RB 63 – Heide-Büsum: Streichung von je einem Zug pro Richtung (Heide Abfahrt 00:18 Uhr, Büsum Abfahrt 00:48 Uhr)
Netz Mitte Los B
RB 61 – Pinneberg-Itzehoe: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden (Pinneberg Abfahrt 03:06 Uhr, Itzehoe Abfahrt 03:11 Uhr)
Netz Süd
A 1 – Eidelstedt-Ulzburg-Süd: Montags bis freitags ab ca. 22 Uhr besteht künftig ein 30-Minuten-Takt anstatt eines 20-Minuten-Taktes. Samstags wird ein 30-Minuten-Takt anstatt eines 20-Minuten-Taktes gefahren.
A 2 – Norderstedt Mitte-Kaltenkirchen: Montags bis freitags ab ca. 22 Uhr wird ein 30-Minuten-Takt anstatt eines 20-Minuten-Taktes gefahren. Samstags besteht künftig ein 30-Minuten-Takt anstatt eines 20-Minuten-Taktes.
A 2 – Kaltenkirchen-dodenhof: Entfall der zusätzlichen Fahrten am Samstag zwischen Kaltenkirchen und dodenhof. Es verbleibt ein stündliches Angebot.
Niebüll-Dagebüll
RB 65: Konkrete Maßnahmen werden Gegenstand von Gesprächen zwischen neg und NAH.SH werden.
S-Bahn
S 3 – Elbgaustraße-Pinneberg: Reduzierung von einem 10-Minuten-Takt auf einen 20-Minuten-Takt in der Nebenverkehrszeit (samstags 15 bis 22 Uhr und sonntags 8 bis 20 Uhr). Außerdem war bereits eine Rücknahme der 2022 hinzu bestellten Taktverdichtung montags bis freitags zwischen 20 bis 23 Uhr angekündigt. Aufgrund unzureichender Wendekapazitäten kann dies zum Fahrplanwechsel im Dezember nicht umgesetzt werden. Im Ergebnis entfällt montags bis freitags kurz nach 22 Uhr ein Zug je Richtung. Damit bleibt der 10-Minuten-Takt montags bis freitags bis 22 Uhr bestehen.
RB 81 – Ahrensburg-Bad Oldesloe: Streichung von je einem Zug pro Richtung im Nachtverkehr an Wochenenden (Bad Oldesloe Abfahrt 03:35 Uhr, Hamburg Abfahrt 02:41 Uhr)
Über dem Holtenauer Förde-Ufer flackern seit heute Abend wieder Geistesblitze: Rund 1.000 junge Menschen aus 15 Ländern diskutieren und informieren rund um die Themen Gründungen, Investoren, Politik und Wissenschaft.
Das Wirtschaftsministerium fördert das „Waterkant-Festival“ auf dem ehemaligen Marine-Gelände und schickt auch in diesem Jahr wieder junge StartUps ins Silicon Valley nach San Francisco. Bis eben stellten Bewerberinnen und Bewerber ihre Konzepte vor, dann stand fest: Sowohl das Lübecker Startup „Histolution“ als auch die Hamburger Jungunternehmer von „My Protectify“ und die Teams von „retailflow“, „planterial“ und „eniqo“ haben ein Ticket in die USA sicher (großes Bild oben)
Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hatte das Festival zuvor eröffnet und machte zusammen mit Initiator Alexander Ohrt und seinem Team klar: Es geht um Austausch, Inspiration, Horizonterweiterung. Vor allem aber um einen Austausch zwischen Menschen, die Zukunft gestalten wollen.
Carstens sagte nach der Eröffnung – Video starten
Ob Klimaschutz, Zukunft von Arbeit, Kunst oder Verwaltung: Das Thema KI durchdringt auch bei diesem Festival sämtliche Themen – von Medizintechnik über Umweltschutz bis zum Riesenfeld der Energiespeicherung.
Zu den fünf Gewinnern:
Histolution, ein Spin-off des Medizinischen Laserzentrums Lübeck, hat ein Mikroskop entwickelt, das mit Hilfe von Lasertechnologie digitale Bilder von Tumorproben direkt im Operationssaal erzeugt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer gründlichen Krebsentfernung und reduziert die Notwendigkeit von Folgeoperationen für die Patienten.
MyProtectify informiert und schützt Betroffene von häuslicher Gewalt durch den Einsatz von Technologie. Nutzer werden mit einem interaktiven KI Hilfe-Chat mit Aufklärungsinitiativen verbunden, der individuell und in verschiedenen Sprachen persönliche Fragen 24/7 diskret beantworten kann. Durch die Web-App muss nichts heruntergeladen werden und der Chat kann jederzeit auf dem Gerät gelöscht werden.
Planterial entwickelt und fertigt zukunftsweisende Plattenwerkstoffe aus schnellwachsenden Rohstoffen. Als Rohstoffe nutzen sie agrarische und industrielle Nebenprodukte, wie Hanfschäben, Hopfenreben und Seegras. Durch die Verwendung ihres organischen Bindemittels sind Planterial Plattenwerkstoffe vollständig biologisch abbaubar.
retailflow hat haben mit „mudioo“ schon eine Software für digitale Wissensvermittlung für Museen und Ausstellungen entwickelt und vermarktet. Hier haben sie oft Anfragen von Unternehmen bekommen, ob die Software auch für den Vertrieb von erklärungsbedürftigen Produkten genutzt werden kann. Beim Wettbewerb traten sie mit ihrem neuen gerade online gegangenen digitalen Vertriebsassistenten retailflow an, der die Kundschaft per Smartphone über alle Produktdetails aufklärt.
eniqo: Das eniqo-System besteht aus einer Kombination aus Hardware und Software, die darauf abzielt, den Energieverbrauch und die Energiespeicherung effizient zu verwalten, um die Vorteile dynamischer Stromtarife optimal zu nutzen. Durch die Integration von intelligenten Geräten, digitalen Prozessen und der Elektrifizierung des Verkehrssektors ermöglicht eniqo eine flexible Anpassung des Energieverbrauchs an die variierenden Tarife im Tagesverlauf.
In den schleswig-holsteinischen Handwerksberufen klafft derzeit eine Lücke von weit über 10.000 Fachkräften – Tendenz seit Jahren steigend. Aktuell sind zwischen List und Lauenburg zudem über 2.500 Azubi-Stellen unbesetzt. Um diesen Trend zu stoppen, steuern Handwerkskammer und Landesregierung jetzt erstmals mit einer „Praktikumsprämie“ von 120 Euro pro Woche gegen.
Ein Teil der Belegschaft der FTK Förde Tischlerei in Kiel Wellsee mit Geschäftsführer Lars-Hendrik Hasch (3.v.r.) und Staatssekretärin Carstens (Mitte): Viele Nachwuchskräfte des Mittelstands-Betriebs fanden den Weg ins Unternehmen und die Branche über ein Schüler-Praktikum.
„Das heißt, Schülerinnen und Schüler können ab sofort die Prämie erhalten, wenn sie in den Ferien ein Praktikum in einem Handwerksbetrieb absolvieren“, erläuterte Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens heute (13. Juni) beim Besuch der „FTK Förde Tischlerei“ in Kiel-Wellsee. Das Land stelle dafür Mittel in Höhe von insgesamt 80.000 Euro bereit.
Wie Carstens weiter sagte, müssten die Schülerinnen und Schüler mindestens 15 Jahre alt sein und eine allgemeinbildende Schule in Schleswig-Holstein besuchen. Die Prämie, die vor allem zur Abdeckung von Fahr- und Verpflegungskosten gedacht sei, könne bereits für die Sommerferien in Anspruch genommen werden. Pro Kalenderjahr und Schülerin oder Schüler werden maximal zwei Praktikumswochen gefördert.
Legte selbst Hand an: Staatssekretärin Julia Carstens (links) mit Azubi Martje Harders
„Handwerksberufe lassen sich theoretisch schwer erkunden, sie leben vom Ausprobieren und Anpacken. Darum bauen wir diese Brücke und hoffen, dass möglichst viele junge Menschen davon Gebrauch machen und dabei vielleicht ihre Neigung zu einem Handwerksberuf entdecken“, sagte Carstens. Sie erinnerte dabei an die hohe gesellschaftliche Relevanz der Branche: „Ohne Bäcker, Tischler oder Kfz-Mechatroniker kann der Alltag oft kaum bewältigt werden.“
Zur Praktikums-Prämie sagte Carstens weiter – Video starten…
Ralf Stamer, Präsident der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, sagte: „Die große Fachkräftelücke im Handwerk lässt sich nur schließen, wenn wir ausreichend junge Menschen für eine Ausbildung mobilisieren und sie von den vielfältigen Möglichkeiten im Handwerk überzeugen. Gerade Praktika sind dafür hervorragend geeignet. Sie ermöglichen Jugendlichen Einblicke in Berufe und sind häufig die Eintrittskarte in eine Ausbildung.“ Die Handwerkskammer setzt die Prämie organisatorisch um.
Laut Stamer bietet jeder vierte der insgesamt rund 33.000 Handwerksbetriebe in Schleswig-Holstein Lehrstellen an. „Und oft werden ganz naheliegende Möglichkeiten in der Berufswahl nicht wahrgenommen, wie die Tischlerei um die Ecke oder der Metallbaubetrieb im Nachbardorf. Dabei bieten gerade diese Unternehmen tolle Ausbildungs- und Karrierewege. Mit der Prämie wollen wir den Fokus darauf lenken und einmal mehr die Türen für Schülerinnen und Schüler öffnen“, so der Kammerpräsident.
Das Antragsverfahren zur Praktikumsprämie läuft zentral über die Handwerkskammer Flensburg. Ab heute können über die Webseite www.hwk-flensburg.de die entsprechenden Informationen abgerufen und Anträge online gestellt werden.
Dank einer Fristverlängerung können in Schleswig-Holstein noch bis zum 30. September Schlussabrechnungen für einen Teil der Corona-Wirtschaftshilfen eingereicht werden. „Leider gibt es erst zu knapp 62 Prozent der ursprünglichen Anträge eine Rückmeldung“, sagte Madsen heute am Rande der Wirtschaftsministerkonferenz. Es wäre fatal, wenn Betriebe Wirtschaftshilfen zurückzahlen müssten, weil ihre Schlussabrechnung nicht eingereicht wird. „Nutzen Sie also die Fristverlängerung und reichen Sie möglichst in den kommenden Wochen die Schlussabrechnung ein. Denn wer die Abrechnung auf die lange Bank schiebt, riskiert eine vollständige Rückzahlung der Gelder. Eine erneute Fristverlängerung über den 30. September hinaus wird es nicht geben“, so Madsen. Die Einreichung der Schlussabrechnungen erfolgt in aller Regel über „prüfende Dritte“, also Steuerberatende und Wirtschaftsprüfende.
Lars Lanbin, Präsident des Steuerberaterverbands Schleswig-Holstein, appelliert an seinen Berufsstand: „Es hilft uns sehr, dass wir im engen Schulterschluss mit der Landesregierung und der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) eine Fristverlängerung auf Bundesebene für die Einreichung der Schlussabrechnungen erreichen konnten. Die Zeit drängt und wird immer kürzer, um die noch fehlenden Schlussabrechnungen bis zum 30. September einzureichen. Durch die bevorstehende Ferien- und Urlaubszeit sind Engpässe unvermeidbar. Dennoch sollten die Kolleginnen und Kollegen im Interesse der Mandantinnen und Mandanten die Zeit bis zum 30. September nutzen, um noch ausstehende Schlussabrechnungen einzureichen.“
Madsen erinnerte daran, dass die IB.SH seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 aus mehr als zwölf Hilfsprogrammen rund 2,37 Milliarden Euro aus Bundes und Landesmitteln an über 127.000 Antragstellende in Schleswig-Holstein ausgezahlt hat. Bei den Hilfsprogrammen handelte es sich um Soforthilfen, diverse Überbrückungshilfen, November- und Dezemberhilfe sowie Neustart- und Härtefallhilfen. Die auslaufende Einreichungsfrist der Schlussabrechnung zum 30. September ist für die Überbrückungshilfen sowie die November- und Dezemberhilfe relevant.
Bund und Länder hatten sich im März auf eine letztmalige Verlängerung der Abrechnungsfrist auf den 30. September 2024 verständigt. Zudem konnte die Abwicklung vereinfacht werden. Beispielsweise werden im beschleunigten Verfahren Fälle mit deutlich weniger oder keinen Rückfragen beschieden.
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) möchte für die Betriebe der Wehrindustrie vereinfachte Ausfuhrbestimmungen und einen verbesserten Zugang zu den Finanzmärkten erreichen. Mit einem entsprechenden Antrag geht Madsen in die heute beginnende Sommerkonferenz der Länder-Wirtschaftsminister im bayrischen Landshut.
Beim Wehrtechnik-Gipfel der Landesregierung (v.l.): Ministerpräsident Daniel Günther, Wirtschaftsminister Madsen, Andreas Burmester (Maritimer Koordinator SH) und Wirtschafts -Staatssekretärin Julia Carstens
«Deutschland muss angesichts der veränderten europäischen Sicherheitslage stärker in seine Verteidigungsbereitschaft und Bündnisfähigkeit investieren», sagte Madsen der Deutschen Presse-Agentur. Allein Schleswig-Holstein verfüge über mehr als 30 führende wehrtechnische Betriebe mit rund 8.500 Beschäftigten. Mit seinem Vorstoß flankiere er in der Konferenz einen entsprechenden Antrag aus Niedersachsen.
«Ich bin mir mit meinem Kollegen Olaf Lies einig, dass die deutsche Sicherheits- und Wehrindustrie angesichts ihrer herausragenden Expertise schnell und planungssicher am 100-Milliarden-Sondervermögen des Bundes teilhaben muss», sagte Madsen. Auf diese Weise würde in einer konjunkturell ohnehin schwierigen Phase Wertschöpfung in die Bundesländer geholt und gut bezahlte Arbeitsplätze gesichert. Wie der Minister weiter sagte, bedürfe eine glaubwürdige und strategische Umsetzung der Zeitenwende klarer Signale der Bundesregierung, dass dauerhaft jährlich mindestens zwei Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung in die Verteidigung und in die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr investiert werden.
Madsen: «Wir müssen in den Bundesländern die Kernkompetenzen der wehrtechnischen Industrie erhalten. Und das braucht vereinfachte und harmonisierte Ausfuhrbestimmungen und weniger bürokratische Hürden, etwa bei der Kapital-Beschaffung.» Angesichts des fortgesetzten russischen Angriffskrieges sei es notwendig, in Fällen von besonderem deutschen Sicherheitsinteresse oder der Verbündeten eine genehmigungsrechtliche Privilegierung vorzunehmen.
Seit Dezember gibt es keinen direkten Zug von Hamburg über Schleswig nach Aarhus. Stattdessen fährt der Zug über Schleswig und Kolding nach Kopenhagen. Dänemarks Verkehrsminister Thomas Danielsen und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Claus Ruhe Madsen setzen sich unter anderem deshalb dafür ein, den grenzüberschreitenden Schienenverkehr auf der Jütlandroute zu stärken.
„Nach Fertigstellung der Fehmarnbeltquerung werden alle Fernverkehrsverbindungen zwischen Hamburg und Kopenhagen auf diese Verbindung verlegt. „Es müssen rechtzeitig Weichen gestellt werden, damit auch nach Fertigstellung des Belttunnels weiterhin Fernzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen auf der Jütlandroute verkehren“, sagte Madsen heute bei der diesjährigen Sitzung der deutsch-dänischen Verkehrskommission in Glücksburg bei Flensburg.
„Ich bin mir mit meinem Kollegen Danielsen einig, dass wir nach Fertigstellung des Belttunnels zwischen Hamburg und Aarhus gute und vor allem direkte Verbindungen benötigen“, sagte Madsen. Eine entsprechende „Gipfelerklärung“ sei im vergangenen Jahr bereits mit der Region Süddänemark vereinbart worden und er sei froh, dass sich auch das Transportministerium diesen Zielen anschließe. Madsen erinnerte aber auch daran, dass der Schienenfernverkehr in Deutschland eigenwirtschaftlich organisiert sei und die Landespolitik nur wenig Einfluss darauf habe.
Hier ein Livestream-Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs – Video starten
Hintergrund: Seit Dezember letzten Jahres verkehren die bisherigen beiden Euro-City-Zugpaare ab Hamburg aus technischen Gründen statt nach Aarhus nach Kopenhagen. Die Züge Hamburg-Kopenhagen fahren dafür im durchgehenden Zwei-Stunden-Takt. Zusätzlich verkehrt ein von Schleswig-Holstein mitfinanzierter Zug alle zwei Stunden zwischen Flensburg und Fredericia mit Anschlüssen von und nach Hamburg sowie von und nach Aarhus.
Verkehrsminister Danielsen machte deutlich, dass gute Verbindungen im Jütlandkorridor sowohl aus Klima- als auch aus Mobilitätsgründen für alle Seiten von Vorteil seien. Laut Madsen und seinem dänischen Amtskollegen seien sich allerdings alle Beteiligten bewusst, dass eine schnelle Zugverbindung im Jütland-Korridor erst dann realistisch sei, wenn die geplanten Investitionen in neue Signalanlagen und die Elektrifizierung auf dänischer Seite abgeschlossen seien. „Hier sind wir auf einem guten Weg und wollen nach derzeitigem Planungsstand 2027 fertig sein“, sagte Danielsen. Beide Länder werden sowohl bei der dänischen Staatsbahn (DSB) als auch bei der Deutschen Bahn (DB) darauf hinwirken, schnelle Verbindungen im Jütland-Korridor auch nach Inbetriebnahme des Fehmarnbelttunnels zu realisieren.
Die deutsch-dänische Verkehrskommission bei ihrer heutigen Tagung im Strandhotel von Glücksburg
Mit Blick auf den Einsatz von deutschen Regionalzügen in Dänemark, auf den sich vergangenes Jahr beide Länder mit Zustimmung der Parlamente geeinigt hatten, zeigte Madsen sich zuversichtlich, zum Jahreswechsel ein Ausschreibungsergebnis für die Verkehrsleistung zu haben. Für die Durchbindung über Flensburg nach Tinglev müssen die neuen Züge des Herstellers Alstom mit einer so genannten Dänemark-Option ausgestattet werden. Dabei geht es um zwei komplette Zuggarnituren sowie die Ausrüstung von 21 weiteren Zügen für den grenzüberschreitenden Verkehr. Die Züge brauchen einen Trafo, der die unterschiedlichen Spannungen in beiden Ländern verarbeiten kann, und ein anderes Sicherheitssystem.
Das entsprechende Vergabeverfahren für die Verkehrsleistungen soll laut Madsen in den kommenden Wochen starten. Aktuell werde die vertragliche Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern abgestimmt. Der Betriebsstart ist für Ende 2027 geplant.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus