Alle Beiträge von WiMi.SH

Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Neu aufgestellt und stark gefragt: 2,1 Millionen Euro für „Frau & Beruf“

Seit mehr als 30 Jahren bietet das Beratungsangebot „Frau und Beruf“ kostenfreie Unterstützung rund um die berufliche Zukunft von Frauen an. Jetzt wurde das Angebot neu aufgestellt und erhält dafür eine Förderung aus dem Landesprogramm Arbeit.

Staatssekretär von der Heide mit den „Neu-Ankömmlingen“ Rena Schwarz (Mitte) und Heike Joecks-Bock von der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.

Arbeits-Staatssekretär Tobias von der Heide übergab am Freitag vier Förderbescheide über insgesamt 2,1 Millionen Euro an die Träger der Beratungsstellen. «Frau und Beruf hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es Frauen nachhaltig auf dem Weg zurück in den Beruf oder in eine neue berufliche Zukunft unterstützt. Das fördern wir gerne. Unser Ziel ist es, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Das ist sowohl für deren persönliche Zukunft als auch vor dem Hintergrund des großen Fachkräftebedarfs ein wichtiges Anliegen», sagte von der Heide.

Die Förderung der bisherigen Beratungsstellen war im letzten Jahr ausgelaufen. «Das haben wir genutzt, um das Angebot zeitgemäßer aufzustellen. Wir haben jetzt vier große Regionen, die über Beratung vor Ort und digital das gesamte Land abdecken. Mit diesen Veränderungen werden wir das Angebot stärker und auch sichtbarer machen», so der Staatssekretär.

Seit dem 1. Januar haben zwei bisherige und zwei neue Träger die Beratung übernommen. In den Kreisen Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Stormarn und in der Hansestadt Lübeck ist weiterhin die Fortbildungsakademie der Wirtschaft aus Lübeck zuständig. Um die Beratung für die Kreise Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen kümmert sich die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Pinneberg gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft Westholstein.

Neu an Bord ist zum einen die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, die die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg abdeckt. Zum anderen gibt es in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie den Städten Kiel und Neumünster mit der Fortbildungsakademie Kiel ebenfalls eine neue Anbieterin.

Ebenfalls neu an Bord: Ole Asmussen von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Kiel

Die Projekte mit einer Laufzeit von zwei Jahren werden aus dem Landesprogramm Arbeit 2021-2027 mit Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Informationen und Kontaktdaten gibt es unter: https://www.frau-und-beruf-sh.de/

Abgebildet auf dem Gruppenbild ganz oben: von links nach rechts: Staatssekretär Tobias von der Heide, Ole Asmussen (FAW Kiel), Gudrun Zubke-Höpel (FAW Lübeck), Volker Jödicke (FAW Lübeck), Rena Schwarz (WAK SH), Martina Hummel-Manzau (egw/in Koop. mit WEP), Dr. Jennifer Schweiger (WEP), Heike Joecks-Bock (WAK SH).

Unser 2025er-Bauprogramm für die Kreise Segeberg, Plön und den Raum Rendsburg

Mit den steigenden Frühlings-Temperaturen blüht auch die Bautätigkeit an unserem landesweiten Straßennetz auf. Unser Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) stellt in den kommenden zwei Wochen zusammen mit Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hier sein umfangreiches Bauprogramm 2025 vor

Die ersten Baken sind aufgestellt, die ersten Baustellen eingerichtet: Für die Sanierung des Straßen- und Radwegenetzes in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Segeberg plant allein der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in den kommenden Monaten Investitionen von gut 33 Millionen Euro. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen stellte heute mit LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach und dessen Fachleuten die Pläne in der Straßenmeisterei Hohenwestedt vor.

„Unser Landesbetrieb wird in diesen Kreisen insgesamt 23 Straßen sowie 17 Radwege in Schuss bringen. Nach Jahrzehnten des Sparens wird die Infrastruktur Schritt für Schritt besser“, betonte Madsen. Es werden knapp 70 Kilometer Straßen, 8,4 Kilometer reine Radwege und neun Bauwerke erneuert oder ausgebaut. Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Als herausragende Bauprojekte sind die Sanierung der B 206 in Bad Segeberg, die B- 202-Fahrbahnerneuerung Ortsdurchfahrt Hohn bis Fockbek sowie die Radwegsanierung an der L 328 zwischen Brammer und B 77 Ochsenweg eingeplant. In Plön starten außerdem die ersten Arbeiten für die Fahrbahnerneuerung der B 76 Trent-Plön. „Wir dürfen alte Fehler nicht wiederholen und die Infrastruktur noch weiter verfallen lassen“, mahnte Madsen. Er erinnerte daran, dass allein für die Sanierung von Landesstraßen und Radwegen in ganz Schleswig-Holstein in diesem Jahr rund 95 Millionen Euro veranschlagt sind.

Hier ein Livestream-Mitschnitt unseres Pressegesprächs in der Straßenmeisterei Hohenwestedt

LBV.SH-Chef Quirmbach bekräftigte: „In dem 33-Millionen-Euro-Paket für die drei Kreise sind insgesamt neun Landesstraßen-Projekte und neun Bauwerke enthalten. Damit können wir wichtige Straßensanierungen vorantreiben.“ Der Rest entfalle auf sechs Bundes- und acht Kreisstraßen, für die der LBV.SH in weiten Teilen ebenfalls zuständig sei.

Laut Madsen ist der Erhalt der Infrastruktur gerade in einem Flächenland ein existenzieller Beitrag der Daseinsvorsorge. Mit Blick auf die Mobilitätswende helfe es nicht, Straßen-, Rad- und Schienenverkehr gegeneinander auszuspielen: „Wir brauchen alle Möglichkeiten. Zumal ja auch Schulbusse, E-Bikes, Krankenwagen, der Pflegedienst oder die Feuerwehr sichere Verkehrswege benötigen.“

Fehmarnsund: Die Weichen sind gestellt – im April startet die Planfeststellung

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat sich mit den aktuellen Planungsfortschritten der Deutschen Bahn AG für den Bau des Fehmarnsundtunnels samt neuer Schienentrasse zwischen Lübeck und Puttgarden zufrieden gezeigt: „Die Dänen halten weiterhin eisern an ihrem Ziel fest, in vier Jahren mit dem Fehmarnbelttunnel in Puttgarden anzukommen – und die DB Infra GO hat uns heute noch einmal ebenso klar versichert, zeitgleich mit dem neuen Tunnel samt Zufahrten zwischen Fehmarn und Großenbrode fertig werden zu wollen“, sagte Madsen heute nach der 6. Kommunalkonferenz auf Fehmarn.

Foto: © Olaf Malzahn

„Mein Eindruck ist, dass wir Schritt für Schritt Lösungen näher kommen statt auf immer neue Probleme zu stoßen“, so Madsen. Er verspüre zudem auf der Insel eine deutlich verbesserte Stimmung gegenüber dem Großprojekt als noch vor zwei Jahren. Er dankte in dem Zusammenhang der neuen Regionalmanagerin Daniela Borgstädt, die das Projekt „umsichtig und konstruktiv“ vorantreibe.

Zuvor hatte der Leiter Technik der DB InfraGO, Frank Limprecht, den Start des Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahnbundesamt für April angekündigt. Bereits im Mai und Juni seien dann die ersten öffentlichen Anhörungen geplant und in 2026 könnte dann – abhängig von möglichen Klagen – auf sämtlichen zehn Abschnitten der neuen Trasse gebaut werden. „Damit kommt das Projekt einen großen Schritt voran, nachdem uns in Gesprächen mit dem Bund und dem zuständigen Eisenbahnbundesamt gelungen ist, die Genehmigungsverfahren drastisch einzukürzen“, sagte Limprecht.

Hier ein Livestream-Mitschnitt des Pressegesprächs

Wie Limprecht und der für den Ausbau der Bundesstraße B 207 zuständige Projektleiter Dr. Benedikt Zierke von der Infrastrukturgesellschaft DEGES weiter sagten, laufe derzeit auch der Teilnahmewettbewerb für das so genannte Partnerschaftsmodell Schiene auf Hochtouren. Dabei handele es sich um einen frühzeitigen Zusammenschluss von Auftraggebern und Auftragnehmern, um sämtliche Beschleunigungsmöglichkeiten bei Planung und Bau von Tunnel und Trasse auszuschöpfen. Nach Einschätzung von Zierke werden an dem in sieben Ausschreibungspakete unterteilten Großprojekt neben Generalunternehmern weit mehr als zwei Dutzend weitere Baufirmen partizipieren.

Mit Blick auf die künftige Verantwortung für die alte Fehmarnsundbrücke, bei der am Mittwoch die letzten der insgesamt 80 maroden Stahlseile ausgetauscht worden waren, stellte sich Verkehrsminister Madsen einmal mehr an die Seite von Ostholsteins Landrat Timo Gaarz: „Ich werde mich mit der Region zusammen bei der neuen Bundesregierung dafür einsetzen, dass der Bund in Zukunft die Baulast für die Brücke übernimmt“, versprach Madsen.

Ausgelassene Stimmung (v.l.): Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber, Minister Madsen, Daniela Borgstädt, Großdenbrodes Bürgermeister Peer Knöfler, Frank Limprecht, DEGES-Projektleiter Benedikt Zierke und Ostholsteins Landrat Timo Gaarz.

Der Kreis Ostholstein wehrt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die Übernahme der so genannten Baulast. Hintergrund: Wenn 2029 der Verkehr durch den Belttunnel rollt, wird die jetzige Bundesstraße im Zuge der Sundbrücke zur Kreisstraße herabgestuft. Ab dann wäre der Kreis rechtlich dazu verpflichtet, die Unterhaltskosten für das Wahrzeichen von Fehmarn zu tragen. „Es gibt für die Beltquerung einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark – insofern spielt auch die alte Sundbrücke eine Sonderrolle, die der Bund aus meiner Sicht nicht ignorieren kann“, so Madsen.

Tourismusminister und TA.SH zufrieden: Der echte Norden war 2024 sehr gefragt

Wie Wetter und Weltlage sich über das Jahr entwickeln, weiß niemand. Die Tourismusunternehmen in Schleswig-Holstein blicken aber zuversichtlich auf das Jahr.

Nach einem Rekordjahr 2024 blicken die Unternehmen der Tourismusbranche zuversichtlich in die neue Saison. Die Buchungen für den Sommer etwa lägen auf dem Niveau des Vorjahres, sagte die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge bei der heutigen Vorstellung der Tourismusbilanz 2024. «Wir können sehr zufrieden sein», sagte auch Tourismusminister Claus Ruhe Madsen. Allerdings würden Vorhersagen schwieriger, weil die Gäste immer kurzfristiger buchten. Außerdem sehe man eine Verunsicherung wegen der wirtschaftlichen Entwicklung. «Es gilt nicht nachzulassen», sagte Bunge vor allem mit Blick auf die Qualität der Angebote.

Das gesamte Pressegespräch als Livestream finden Sie hier:

https://fb.watch/ydapaLjRl7/?

Mit gut 9,4 Millionen Gästeankünften und mehr als 38 Millionen Übernachtungen einschließlich Camping gab es 2024 ein Rekordergebnis, wie die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein mitteilte. Der Norden belegt den fünften Platz der Bundesländer hinter Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze steht Schleswig-Holstein bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer mit 4,1 Tagen. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 2,6 Tage.

Das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr betrug bei den Ankünften 1,1 Prozent und bei den Übernachtungen 0,1 Prozent. In die Zahlen gingen Betriebe mit mindestens zehn Betten ein. Bei den Wachstumsraten lag Schleswig-Holstein aber hinter den meisten anderen Bundesländern.

Besonders beliebt ist das nördlichste Bundesland bei Gästen aus Deutschland. Auf sie entfielen 94,5 Prozent aller Übernachtungen. Auch bei Gästen aus dem Ausland gab es eine leichte Steigerung. Sie kamen überwiegend aus Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Polen.

Bei Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Länge stand Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr erstmals seit 2002 an der Spitze der beliebtesten Inlandsreiseziele. Der Norden verwies Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hier auf die Plätze zwei und drei.

Madsen äußerte sich erfreut über die Zahlen, mahnte aber zu weiteren Anstrengungen. «Die Konkurrenz schläft nicht.» Er warnte vor allem vor überzogenen Preisen. «Wir müssen jeden Tag ein Stückchen besser werden.» Im Gespräch mi Journalisten sagte er weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Mit rund 19 Millionen Übernachtungen entfiel der größte Anteil im vergangenen Jahr auf die Orte an der Ostsee. Das Reisegebiet Nordsee kam auf 12,7 Millionen Übernachtungen. Der Rest verteilt sich auf die Holsteinische Schweiz und das übrige Binnenland.

An der Spitze der Reiseziele in Schleswig-Holstein liegt Sylt mit mehr als drei Millionen Übernachtungen. Ein starkes Plus von zehn Prozent auf fast 1,45 Millionen Übernachtungen erreichte im vergangenen Jahr Büsum. Als Grund nannte Bunge große Investitionen in die touristische Infrastruktur des Ortes.

Land, Wirtschaft und Gewerkschaften empfehlen SH als „Energie-Modellregion“

Wenn die künftige Bundesregierung die Weichen richtig stellt, sollte auch in Schleswig-Holstein die Wirtschaft Fahrt aufnehmen. Davon sind Politik, Unternehmen und Gewerkschaften überzeugt. Ein Thema ist Energie.

Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter an einem Tisch (v.l.): Henrike Rauber (IG Bergbau, Chemie), Alexander Warstat (Verband der chemischen Industrie Nord), Frank Schnabel (Chemcoastpark Brunsbüttel), Laura Pooth (DGB Nord) und Michael Thomas Fröhlich (UV Nord)

Nur wenn es dauerhaft gelingt, die Energiepreise wieder wettbewerbsfähig zu machen und die Sanierung von Straßen, Brücken, Schienen oder Energienetzen ohne lähmende Genehmigungsverfahren voranzutreiben, wird die deutsche Industrie wieder in den Laufschritt kommen. Das ist einer der großen gemeinsamen Nenner des dritten Industrie-Trilogs, zu dem Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute Vertreterinnen und Vertreter von Industrie-Arbeitgebern, Gewerkschaften und Kammern nach Kiel eingeladen hatte.

«Wir waren uns trotz manch unterschiedlicher Positionen auch darin einig, dass Schleswig-Holstein als Land der Erneuerbaren Energien das Zeug dazu hat, wachstums- und innovationsstarke Modellregion für ganz Deutschland zu werden. Damit könnten wir einen erheblichen Teil zum dringend nötigen Aufschwung beitragen», sagte Madsen mit Blick auf das seit drei Jahren stagnierende Wirtschaftswachstum. Er sei zuversichtlich, dass es der kommenden Bundesregierung gelingen werde, den Strompreis durch Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte zu senken.

Beim Thema Energie-Modellregion zogen selbst Alexander Warstat vom Verband der chemischen Industrie und DGB-Nord-Chefin Laura Pooth weitgehend an einem Strang: «Schleswig-Holstein hat in Kooperation mit den weiteren norddeutschen Bundesländern das Zeug zur weltweit sichtbaren Modellregion, in der wir zeigen, wie eine zuverlässige, bezahlbare, klimaneutrale Energieversorgung mit Guter Arbeit und der Sicherung von Wertschöpfungsketten und Beschäftigung einhergeht. Dafür braucht es jetzt schnelle Entscheidungen in Berlin und eine engagierte Landesregierung», sagte Pooth.

Für UV-Nord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich ist eine wesentliche Voraussetzung für die Stärkung der industriellen Basis vor allem der leistungsfähige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur: „Wir brauchen einen Sanierungs-Schub für unsere Straßen, Wasserstraßen und Schienen. Und wir benötigen die A 20 – mit höchster Priorität“, so Fröhlich.

Hier ein Mitschnitt des Livestreams des Pressegesprächs:

Mit Blick auf das geplante 500-Milliarden-Sonderprogramm der künftigen Bundesregierung warnte Madsen davor, Verteilungskämpfe zu beginnen, bevor das Geld auf dem Konto sei. Allerdings könne man wahrscheinlich wieder Projekte in den Blick nehmen, die zuletzt nicht so stark im Fokus gewesen seien. Als Beispiel nannte er Schieneninfrastrukturprojekte an der Westküste, bei denen das Land bereits die Planungskosten übernommen habe, obwohl es dafür nicht zuständig sei. Das bedeute, die Planung sei so weit, dass man schnell in die Umsetzung kommen könne. «Das ist ein großer Vorteil», so Madsen. Die Vorstellungen, was mit dem Geld gemacht werden könne, gehen gingen über Schiene und Straße hinaus, etwa in den Bereich Digitalisierung.

Wie der Minister weiter sagte, berge die hohe Summe an möglicherweise bereit stehendem Geld auch das Risiko steigender Preise, wenn Aufträge zu Engpässen in der Wirtschaft führten. «Jetzt gilt es, dass wir klug damit umgehen, welche Projekte wie umgesetzt werden.» Wichtig sei ein starkes Signal nach Berlin, «dass wir Projekte in der Schublade haben», so Madsen.

Railcoach: So wollen Land und Wirtschaft mehr Güterverkehr auf’s Gleis bringen

Ein Berater soll künftig in Schleswig-Holstein dafür sorgen, dass Güter vermehrt mit der Bahn transportiert werden. Ein entsprechendes Papier wurde heute bei der IHK in Lübeck auf der ersten Bahnkonferenz des Landes vorgestellt.

Madsen mit DB-InfraGo-Vorstand Peter Nagel (rechts), Lübecks Hafenchef Sebastian Jürgens (3.v.l.), der DB-Konzernbevollmächtigten Ute Plambeck sowie Björn Ipsen von der IHK Flensburg

Ein sogenannter Railcoach soll in Schleswig-Holstein künftig eine stärkere Verlagerung von Gütern auf die Bahn im Land koordinieren. Eine vorgelagerte Studie dazu haben Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, Hagen Goldbeck, und der Vorsitzende der Logistikinitiative Schleswig-Holstein, Holger Matzen, nun bei einer Konferenz in Lübeck vorgestellt. Dort hatten sich Vertreter der IHK, des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der Logistikinitiative Schleswig-Holstein zur ersten Bahnkonferenz des Landes getroffen.

Madsen sagte nach der Konferenz – Video starten:

Die Verlagerung von Lkw-Transporten auf die Schiene werde zunehmend wichtiger für den Klimaschutz und die Entlastung des Straßennetzes, sagte Madsen. Allerdings bliebe das volle Potenzial des schienengebundenen Verkehrs häufig ungenutzt. Das soll der Railcoach ändern. «Er soll die Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Güterverlagerung sein», sagte Goldbeck. Solche Schienengüterverkehrsberater sind nach Angaben der IHK bereits in anderen Bundesländern erfolgreich im Einsatz.

Auftraggeber und Autor der Studie (v.l.): Holger Matzen (Logistikinitiative SH), Studienautor Julian Knoch (ESE), Minister Madsen und Lübecks IHK-Präsident Hagen Goldbeck.

Auf der Bahnkonferenz ging es in Vorträgen und Diskussionsrunden um die Anforderungen der Wirtschaft an das Schienensystem vor allem zu und von den Häfen. Dazu gehöre mittelfristig auch eine Reaktivierung von Gleisanschlüssen, um den Gütertransport nachhaltig auf die Schiene umzustellen.

Für eine Sanierung des rund 1.350 Kilometer umfassenden Schienennetzes im nördlichsten Bundesland sind laut Bundesverkehrsministerium erhebliche Mittel erforderlich. In einer Antwort auf eine Anfrage des SSW-Bundestagsabgeordneten Stefan Seidler habe das Bundesverkehrsministerium den Sanierungsstau auf rund zwei Milliarden Euro beziffert, heißt es in einem Bericht des «shz» vom Dienstag. Allein für die Sanierung der Gleise sind danach rund 800 Millionen Euro erforderlich, für die Erneuerung der Stellwerke und Weichen weitere 300 Millionen Euro.

Hier ein Stream-Mitschnitt des Pressegesprächs:

Ein weiteres Thema des Treffens: Die Bahnstrecken Lübeck-Hamburg und Kiel-Hamburg sind schon jetzt mehr als ausgelastet und sanierungsbedürftig. Spätestens mit der Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels 2029 droht die Überlastung. Bund und Deutsche Bahn investieren in das Schienennetz, die geplanten monatelangen Vollsperrungen der Hauptverbindungen könnten aber die Unternehmen hart treffen.

„Wenn wir nicht handeln, sind die Häfen vom Schienenverkehr abgeschnitten und droht uns der Stillstand“, sagte Lübecks IHK-Präses Goldbeck mit Blick auf die geplanten Vollsperrungen. Bei allem Verständnis für die notwendigen Sanierungen und Ausbauarbeiten, fragen nicht nur die Häfen, ob so viele Vollsperrungen nötig sind? „Hinzu kommt, dass es auch einige Sperrungen schon im Vorfeld der Großprojekte geben muss, um Umleitungswege zu ertüchtigen. Jetzt scheint es sich zu rächen, dass kaum Umleitungsstrecken zum Beispiel durch Reaktivierungen von stillgelegten Strecken und Bypässe vorhanden sind.“ Goldbeck fordert, jetzt mit der Suche nach Alternativen zu beginnen, damit die Häfen weiterarbeiten können.

Deren Rolle habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. „Die Systemrelevanz der Häfen zeigt sich heute mehr denn je – über den Güterumschlag hinaus tragen sie zur Versorgungssicherheit mit Waren und Energie bei“, sagte GvSH-Vorstandsvorsitzender Frank Schnabel. Damit die Häfen funktionieren, bedürfe es leistungsfähiger Bahnanbindungen. Schnabel appellierte daher an Politik und Deutsche Bahn, die Bedeutung der Häfen für das ganze Land zu erkennen. Auch Professor Dr. Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) und Vizepräsident des Zentralverbands der Seehäfen, betonte die Dimension Schleswig-Holsteins aus europäischer Sicht: Das nördlichste Bundesland liege zentral zwischen Mitteleuropa und Skandinavien und erfülle wichtige Aufgaben für den Güterverkehr. Er forderte Investitionen in das Schienennetz, denn dieses sei zurzeit das schlechteste in den deutschen Bundesländern.

Im Hinblick auf die Finanzierung in die Schieneninfrastruktur liegt Schleswig-Holstein aus Sicht von Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen noch „in der Peripherie“. Der Bahn-Konzern habe bisher sehr viel in die Beseitigung von Engpässen in Ballungsgebieten in Deutschland investiert. Er erwarte daher die Sanierung und den Ausbau der Netzinfrastruktur im Norden. „Wir sind ein Bahn-Land, das heißt aber nicht, dass alles zu unserer Zufriedenheit funktioniert“, sagte er. Der Ausbau sei aber nicht allein eine Frage der Finanzierung. Vor allem die Planung dauere zu lange, zehn bis 15 Jahre seien nicht akzeptabel. Zudem gebe es immer wieder Verzögerungen durch Einsprüche von Projektgegnern. Die Regierungsbildung im Bund sieht er als Chance, im politischen Berlin für Schleswig-Holstein zu werben.

Die Botschaften richteten sich in der Konferenz vor allem an Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG. „Wir müssen alles tun, um die Infrastruktur zu verbessern“, sagte er einleitend. Immerhin habe der Konzern bundesweit einen Erfolg zu vermelden: Erstmals seit zwei Jahrzehnten gebe es keine Verschlechterung der Schienen-Infrastruktur. Der Konzern habe im Kampf gegen den Verfall Fortschritte erzielt und belegt: „Es geht!“ Er stellte heraus, dass die Bahn die Erfahrungen anderer Großprojekte zur besseren Koordination der Baustellen nutzen wolle. Zudem sagte er zu, den Zeitplan zur Fertigstellung der Bahnanbindung an die feste Fehmarnbelt-Querung einzuhalten und gleichzeitig mit den Dänen im September 2029 fertig werden zu wollen.

Längere Ferienaufenthalte: Der echte Norden hängt erstmals Bayern ab

Nicht nur für Tourismus-Verbandschefin Catrin Homp und Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens ist es eine «kleine Sensation»: In der Gunst der Deutschen als Ziel für längere Ferienaufenthalte hat der echte Norden erstmals Bayern abgelöst.

Das ist eines der Ergebnisse der „Reiseanalyse 2025“ der Forschungsgemeinschaft Urlaub & Reisen aus Kiel. Demnach kam das nördlichste Bundesland 2024 bei allen Reisen der Deutschen von mindestens fünf Tagen Dauer auf einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Das wesentlich größere Bayern erreichte nur 4,1 Prozent.

«Das ist ein riesiger Erfolg für unser Land», sagte Carstens am Freitag bei der „Norddeutschen Tourismuskonferenz“ in Neumünster. Sie wertet die Spitzenposition als «eindrucksvollen Beleg dafür, dass die tatsächliche Lage deutlich besser ist als die Stimmung in Teilen der Branche». Es gebe zweifellos Herausforderungen für den Schleswig-Holstein-Tourismus, die wir gerade anpacken, sagte sie, «aber die Botschaft dieses Rankings heißt für mich auch: Wir sollten endlich damit aufhören, uns schlechter zu reden, als wir sind.»

Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens (links) mit Tourismus-Verbandschefin Catrin Homp sowie Flensburgs IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen und Ulf Sonntag (rechts), Autor der Reiseanalyse 2025

Mit Blick auf die gefühlte Stimmung in der Branche und das damit verbundene Bild in vielen Medien rief Carstens einige Fakten in Erinnerung. So stehe das Reiseverhalten in bemerkenswertem Kontrast zur allgemeinen Stimmung, die Reisefrequenz steige trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen weiter an. «Deutschland bleibt erneut unangefochten das beliebteste Urlaubsland der Deutschen, letztes Jahr hatten wir mehr Übernachtungen als je zuvor und in Schleswig-Holstein sogar soviel Sozialversicherungbeschäftigte in der Gastronomie wie nie zuvor», so die CDU-Politikerin. Und mit Blick auf den Fachkräftebedarf warb sie zugleich darum, den Blick in Richtung Norden zu richten – Video starten…

Wie Ulf Sonntag, Studienautor der Reiseanalyse und Chef des Kieler Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) dem «Flensburger Tageblatt» sagte, sei der erste Platz für Schleswig-Holstein «das Ergebnis einer kontinuierlichen Dynamik». Bereits seit Jahren beobachte er, dass Küstenziele für ausgedehntere Aufenthalte tendenziell populärer seien als die Berge. Bis zur Coronazeit habe innerhalb Deutschlands Mecklenburg-Vorpommern stärker von diesem Trend profitiert als Schleswig-Holstein. Seitdem habe sich das nördlichste Bundesland nach vorn geschoben.

Ob sich der „echte Norden“ dauerhaft auf Rang 1 der Bundesländer-Beliebtheit halten kann, versieht der NIT-Chef ausdrücklich mit einem Fragezeichen. «Auf keinen Fall darf man sich dafür auf dem jetzigen Stand ausruhen», mahnt er. «Ein insgesamt positives Image der Küste ist die Basis. Aber auf dieser muss stetig weitergearbeitet werden – mit weiteren Investitionen und zeitgemäßen touristischen Produkten.»

Am Donnerstag zieht Tourismusminister Claus Ruhe Madsen zusammen mit der Chefin der Tourismus-Agfentur (TA.SH), Bettina Bunge, eine ausführliche Bilanz des Jahres 2024. Insgesamt hatten sich im letzten Jahr knapp 9,42 Millionen Gäste in den größeren Beherbergungsstätten und auf den Campingplätzen eingebucht. «Die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein hat 2024 das beste Ergebnis ihrer Geschichte realisiert», sagt Bunge.

Booster für das Handwerk: Praktikumsprämie wird aufgestockt

Kleines Geld – große Wirkung: Nachdem vergangenes Jahr fast 650 Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein ein vom Land mit wöchentlich 120 Euro gefördertes Praktikum im Handwerk absolviert haben, legte die Landesregierung jetzt noch einmal nach.

Julia Carstens mit dem Praktikanten Fabian Guder (links) und dem angehenden Meister Norman Wienhöft.

«Nachdem wir letztes Jahr 80.000 Euro für die so genannte Praktikumsprämie zur Verfügung gestellt hatten und die Mittel bereits nach Wochen ausgeschöpft waren, haben noch einmal 15.000 Euro draufgelegt», sagt Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens.

Mit Erfolg: Erste Betriebe – wie etwa der Eckernförder Heizungs- und Sanitärtechnik-Spezialist Carsten Prahm – freuen über neue Auszubildende. Prahm hatte 2024 eine Praktikantin und einen Praktikanten aufgenommen, die anschließend einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben. Und wie Carstens bei ihrem heutigen Besuch des Mittelstandsbetriebs sagte, hätten die Regierungsfraktionen für das laufende Jahr die Mittel für die Praktikumsprämie sogar auf 280.000 Euro erhöht. «Gleichzeitig wurden die Fördervoraussetzungen angepasst, so dass nun auch Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schulen von der Prämie profitieren können», so die CDU-Politikerin.

Weiter sagte Carstens bei ihrem heutigen Besuch in Eckernförde – Video starten…

Lob für diesen Schritt gibt es vor allem von der Handwerkskammer Schleswig-Holstein: «Die Anpassung macht Sinn. Wer an der Berufsschule einen Abschluss nachholt oder sich auf eine Ausbildung vorbereitet, der profitiert in jedem Fall in gleichem Maße von einem Praktikum. Mit dem gestiegenen Budget kann nun die Förderung auch hier wirken». so Christian Maack, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Kammer in Lübeck.  

Die Prämie in Höhe von 120 Euro soll helfen, Schülerinnen und Schüler mit dem Handwerk in Berührung zu bringen und zu einem mindestens fünftägigen Praktikum in den Ferien ermutigen. «Im Handwerk wird angepackt und was das bedeutet, erlebt man am besten vor Ort, auf der Baustelle, in der Werkstatt oder im Friseursalon», sagt Jörn Arp, Zimmerermeister und Präsident der Handwerkskammer Flensburg. Mit rund 130 Berufen ist die Vielfalt groß und die Karrierechancen sind besser denn je. «Viele junge Menschen suchen nach einem sinnerfüllenden Beruf, bei dem sie mit ihren eigenen Händen etwas gestalten können. In einem Praktikum können sie unmittelbar erleben, was das bedeutet.» Ein Praktikum sei die beste Möglichkeit, die Abläufe im Betrieb und auch die eigenen Fähigkeiten besser kennenzulernen, so Arp.  

Hintergrund der Prämie: In nahezu allen Branchen suchen Handwerksbetriebe händeringend nach geeigneten Auszubildenden. Viele Azubi-Stellen im Land sind derzeit nicht besetzt. Und das angesichts eines immer größer werdenden Fachkräftebedarfs. Staatssekretärin Carstens appelliert deshalb an die Betriebe: «Sprechen Sie darüber, gehen Sie als Betriebe aktiv auf die Schulen in Ihrer Region zu und bieten Sie den Schülerinnen und Schülern einen tiefen Einblick in Ihre handwerklichen Berufe und Ihre Betriebe. Lassen Sie uns gemeinsam für mehr Sichtbarkeit des Handwerks als berufliche Perspektive mit guten Karrierechancen sorgen.»

Die Antragsstellung erfolgt zentral für ganz Schleswig-Holstein über die Handwerkskammer Flensburg und ist ab sofort möglich unter: www.hwk-flensburg.de/praktikum

Kanaltunnel: Zahl der ausgelösten Höhenkontrollen seit Herbst halbiert

Licht am Ende des stauanfälligen Rendsburger Kanaltunnels: Die vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) ergriffenen Maßnahmen gegen fahrlässig ausgelöste Höhenkontrollen zeigen deutliche Wirkung. Das sagte Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide jetzt bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern aus der Region Rendsburg.

Tobias von der Heide

«Wir konnten die Zahl der ausgelösten Höhenkontrollen gegenüber dem Herbst letzten Jahres von durchschnittlich acht auf aktuell rund vier Auslöungen pro Woche halbieren – und die Dauer der anschließenden Sperrungen von ursprünglich 25 auf nun unter fünf Minuten fünfteln», so der CDU-Politiker. «Damit hat sich die Ende 2024 von uns auf den Weg gebrachte Verkehrstechnik-Offensive schon jetzt ausgezahl», so von der Heide. Aktuell sei es möglich, die nicht betroffene Fahrbahn innerhalb von 2-3 Minuten sicher freizugeben. «Aber auch vier Fehlalarme pro Woche sind zuviel, darum arbeiten wir weiter an dem Problem«, versprach von der Heide mit Blick auf die geplante Einführung von mobilen Höhenkontrollen.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte von der Heide weiter – Audio (listen in Browser) starten…

Wie der zuständige Ingenieur des LBV.SH, Guntram Kunft, bei der Informationsveranstaltung im Rendsburger «Conventgarten» erläuterte, habe die Auswertung der bisherigen Verkehrsdaten vor allem gezeigt, dass die Tempo-Reduizierung auf 60 km/h in den Tunnelzufahrten einen überaus positiven Einfluss auf die fälschlich ausgelösten Höhenkontrollen habe. «Die LKW schwingen weniger und flatternde Planen lösen infolge nicht mehr so schnell die Höhenkontrolle aus.» Deshaln werde der Verkehrsversuch Tempo 60 km/h bis Ende März fortgeführt und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Dauer-Regelung.

Tunnel-Ingenieur Guntram Kunft

Weil trotzdem immer noch zu viele LKW die Höhenkontrolle auslösen, soll laut von der Heide zudem der Bußgeldkatalog um weitere Tatbestände ergänzt werden. Dann müssen LKW-Fahrer und Fahrerrinnen, die sich nicht an Regeln halten, mit empfindlichen Strafen zwischen 160 und 1.000 Euro rechnen.

Die Ergebnisse eines Gutachtens, in dem untersucht wurde, ob durch das Umhängen von Lampen und Lautsprechern einige Zentimeter Höhe gewonnen werden können, lägen inzwischen ebenfalls vor. Die Experten kommen laut Kunft darin zu dem Schluss, dass die Betriebserlaubnis des Tunnels erlöschen würde, wenn die sicherheitsrelevanten Komponenten von der Decke abgenommen und an die Tunnelwände montiert werden würden. «Wir werden deshalb in einem zweiten Schritt prüfen, wie sich ein grundsätzlich neues Beleuchtungs- und Lautsprecherkonzept auswirkt. Dazu müssen weitere Simulationen durchgeführt werden», so Kunft.

Bis Ende März 2025 soll nun ausgewertet werden, ob LKW die Anzeigen der Signalanlagen nach Auslösung der Höhenkontrolle auch wirklich befolgen. «Bei einem erfolgreichen Evaluationsergebnis kann künftig ganz auf die Sperrung der Fahrspuren verzichtet werden, die nicht betroffen sind», sagt von der Heide. Die mobilen Vorhöhenkontrolle sollen in der zweiten Jahreshälfte installiert werden. Diese Anlage soll zu hohe LKW weit vor dem Tunnel erfassen und dafür sorgen, dass diese Fahrzeuge rechtzeitig abgeleitet werden. Die Ausschreibung der Anlage steht kurz bevor.

Madsen will Gleichbehandlung von Reserveübungen und Bildungsurlaub

Wer an einer Reserveübung der Bundeswehr teilnehmen will, braucht die Zustimmung der Firma. Das will Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen ändern. Ihn ärgert die aktuelle Lage – aus einem Grund.

In Schleswig-Holstein soll Reservedienstleistenden die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und Übungen deutlich erleichtert werden. Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen lässt dazu aktuell einen Gesetzentwurf erarbeiten, wonach Interessierte künftig auch ohne Zustimmung der Arbeitgeber bis zu fünf Arbeitstage pro Jahr für Bundeswehr-Ausbildungsveranstaltungen freigestellt werden können. «Es kann doch angesichts der gegenwärtigen Sicherheitslage in Europa nicht länger sein, dass Reservistinnen und Reservisten schlechter gestellt werden als diejenigen, denen normaler Bildungsurlaub gewährt wird», sagte Madsen der Deutschen Presse-Agentur. Zwar sei dies eigentlich Sache des Bundes, Schleswig-Holstein wolle aber möglichst rasch einen eigenen Betrag leisten.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch der höchste Repräsentant der Bundeswehr in Nordrhein-Westfalen, Hans-Dieter Müller, für das Ende der des sogenannten Doppelte Freiwilligkeitsprinzip ausgesprochen. Gegenüber der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» hatte Müller dafür plädiert, dieses Prinzip abzuschaffen, um mehr Kapazitäten für die Bundeswehr zu schaffen. Das Doppelte Freiwilligkeitsprinzip bedeutet, dass sowohl die Reservisten als auch die Arbeitgeber der Teilnahme an einer Wehrübung zustimmen müssen. Madsen kritisiert, dass durch die bisherigen Regelungen die Chancen für Interessierte, sich etwa im Heimatschutz zu engagieren, stark eingeschränkt würden.

Madsen mit Ministerpräsident Daniel Günther

Den erleichterten Zugang zu Reservisten-Veranstaltungen will Schleswig-Holstein über einen zusätzlichen Passus im Weiterbildungsgesetz und der Sonderurlaubsverordnung schaffen. Bundesverteidigungsminister Pistorius hatte jüngst angekündigt, die so genannte „zivil-militärische Zusammenarbeit“ neu auszurichten. Madsen: «Die entsprechenden Strukturen der Bundeswehr sind überwiegend mit Reservistinnen und Reservisten besetzt. Sie bilden einen festen und unverzichtbaren Bestandteil der Bundeswehr und tragen zu einem erheblichen Ausmaß zur Einsatzbereitschaft der Truppe im In- und Ausland bei.» Er setze auf das Verständnis und die Kooperationsbereitschaft der Unternehmen im Land.

Auch Marc Lemmermann, Landesvorsitzender des Reservistenverbandes Schleswig-Holstein, unterstützt den Vorstoß der Landesregierung: «Amerikanischen Unternehmen, wie auch der Versand-Riese Amazon, ermöglichen ihren Mitarbeitern die Teilnahme an Übungen und Einsätzen – und das bei voller Gehaltszahlung. Die Unternehmen zeigen damit ihre Unterstützung für ihr Land. Eine problemlose Freistellung steigert darüber hinaus auch die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter, die nicht um eine Freistellung „betteln“ müssen, um sich auf diese Weise für Deutschland einzusetzen», der der Oberst der Reserve.

Der Gesetzesentwurf wird voraussichtlich im April im Kabinett beraten.