Minister-Besuch in der Straßenmeisterei in Bredstedt: Claus Ruhe Madsen testete eines der Lastenräder, mit dem der LBV.SH die Radwege im Land abfährt. Von links: LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach und die LBV-Bereichsleiter Britta Lüth und Christoph Köster.
Massive Investitionen für die Straßen und Radwege im Norden des Landes: In diesem Jahr stehen knapp 134 Kilometer Straßen, gut 22 Kilometer reine Radwege und 19 Bauwerke auf dem Arbeitsplan des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH). Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Bredstedt bei der Vorstellung des Sanierungsprogramms für die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sagte, stünden dafür rund 85 Millionen Euro zur Verfügung. „Der LBV sorgt hier auf insgesamt 22 Straßen und sechs reinen Radwegen für eine deutlich bessere Infrastruktur.“ Gemeinsam mit dem Minister präsentierte LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach das 32 Einzelvorhaben umfassende Bauprogramm.
Mit Blick auf die hohe Investitionssumme sagte Madsen: „Bei allen Sparzwängen übertreffen wir erneut um ein Vielfaches die Summen, die noch vor 20 Jahren auf die Straßen gebracht wurden. Und das ist gut so. Jeder Kilometer Straße, der heute nicht saniert wird, kostet uns übermorgen das Doppelte.“ Er erinnerte daran, dass allein für die Sanierung von Landesstraßen und Radwegen in ganz Schleswig-Holstein in diesem Jahr rund 95 Millionen Euro veranschlagt sind.
Hier ein Mitschnitt des gestreamten Pressegesprächs:
Madsen warnte davor, im Hinblick auf die angestrebte Mobilitätswende Straßen- und Schienenverkehr gegeneinander auszuspielen: „Gerade in dünnbesiedelten Regionen wie den Norden des Landes brauchen wir beides. Wer hier lebt, ist auf intakte Straßen angewiesen. Egal ob für den Schulbus, den Krankenwagen oder die Fahrt zur Arbeit. Man braucht einfach gute, sichere Straßen und Radwege“, so der Minister.
Einer der wichtigsten Parts des LBV-Bauprogramms sei nach den Worten von Madsen weiterhin der Ersatzneubau der Schleibrücke Lindaunis. Hier sei vorrangig die Deutsche Bahn für Planung und Bauausführung zuständig. Andere wichtige Projekte in der nördlichen Region seien der dreistreifige Ausbau der B 5 an der Westküste sowie die B 200-Fahrbahnerneuerung in Flensburg zwischen Rude und Duburg. Auch die Erneuerung des Radwegs zwischen Flensburg und Glücksburg sowie die Sanierung der Landesstraße 214 in Wyk auf Föhr vom Hafen bis Nieblum hätten insbesondere vor Ort eine große Bedeutung.
Laut LBV.SH-Chef Quirmbach sind in dem 85 Millionen Euro umfassenden Bauprogramm insgesamt 17 Landesstraßen-Projekte sowie 19 Neubauten oder Instandsetzungen von Brücken enthalten. Der Rest entfalle auf neun Bundes- und sechs Kreisstraßen, für die der LBV.SH in weiten Teilen ebenfalls zuständig sei. Im Kreis Nordfriesland werden über 52 Millionen Euro in insgesamt 71 Kilometer Straßen, 39 Kilometer Radwege und drei Bauwerke investiert. Auf den Kreis Schleswig-Flensburg entfallen bei einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro über 45 Kilometer Straßen, 22 Kilometer Radwege und drei Bauwerke. In Flensburg investiert der LBV.SH fast acht Millionen Euro in 17 Kilometer Straße und 13 Bauwerke.
Mit steigenden Temperaturen wird in den kommenden Wochen auch die Bautätigkeit auf Schleswig-Holsteins Straßen wieder kräftig aufblühen: „Zusammen mit der Autobahn GmbH des Bundes, der Infrastrukturgesellschaft DEGES und unserem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr wollen wir bis zum Spätherbst rund 470 Millionen Euro auf die Straße bringen, um unsere über Jahrzehnte verschlissene und teils auch kaputtgesparte Infrastruktur wieder in Schuss zu bringen“, sagt Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen.
Planer und Straßenbauer unter sich (von links): Heike Nadolny (Verkehrministerium), LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach, Autobahn-Nord-Chef Carsten Butenschön, Minister Madsen, DEGES-Bereichsleiterin Steffi Wulke-Eichenberg, APV-Chef Martin Hamm.
Intakte Verkehrsverbindungen seien die Basis dafür, dass die schwächelnde deutsche Wirtschaft rasch wieder in den Vorwärtsgang komme. Vor diesem Hintergrund sei es eine überaus erfreuliche Nachricht, dass diese Woche gleich zwei Planfeststellungsbeschlüsse für den Weiterbau der Küstenautobahn A 20 erlassen worden seien (siehe gesonderte Pressemitteilung).
Angesichts der anstehenden Baustellen auf dem schleswig-holsteinischen Netz von Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen appellierte Madsen an alle Pendlerinnen und Pendler, sich in Geduld zu üben: „Niemand ist erfreut über Baustellen und Umleitungen – aber jede Baustelle signalisiert auch: Hier wird es bald deutlich besser.“ Zugleich bat der Minister um Rücksicht: „Auf den Baustellen machen Hunderte von Menschen einen wichtigen Job – und leider passiert es immer wieder, dass Arbeiterinnen und Arbeiter bepöbelt, mit Gegenständen beworfen oder sogar durch waghalsige Fahrmanöver gefährdet werden. Bitte zollen Sie unseren Kolleginnen und Kollegen Respekt – sie machen unsere Welt ein Stück besser und dafür sollten wir ihnen danken.“
Nach den Worten von Carsten Butenschön, Niederlassungsleiter Nord der Autobahngesellschaft des Bundes, konzentriert sich sein Unternehmen in den kommenden Monaten mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von absehbar rund 220 Millionen Euro vor allem auf Brücken, die A1 und A 23: So werde im Verlauf der Ostseeküstenautobahn A1 unter anderem die Brücke im Autobahnkreuz Bargteheide erneuert sowie zwischen Sereetz und Pansdorf im Kreis Ostholstein auf einer Länge von rund 10 Kilometern eine Grundinstandsetzung vorgenommen.
Hier ein Mitschnitt des Pressegesprächs von Freitag:
Eine neue Fahrbahndecke erhält auch die Nordseeküstenautobahn A 23 zwischen Heide-West und Heide-Süd sowie zwischen Pinneberg Nord und Halstenbek. Hier haben die Arbeiten bereits begonnen.
Auch beim Ausbau der B 404 zur A 21 im Kreis Plön gehe es laut Butenschön voran: Nachdem im Dezember zwischen Klein Barkau und Stolpe ein Großteil der A-21-Fahrbahn in Richtung Kiel freigegeben wurde, sollen im Sommer die beiden fertigen Autobahn-Abschnitte miteinander verbunden und im kommenden Jahr der Gesamtabschnitt fertig werden. „Die Autobahn priorisiert ihre Ressourcen auf den Erhalt und den Ersatz des Brücken- und Straßenbestandes. Durch die vorläufige Haushaltsführung des Bundes kann das endgültige Bauprogramm leider erst nach dem Haushaltsbeschluss der neuen Regierung festgelegt werden.“
Für die vom Bund und den Ländern betriebene Infrastruktur-Gesellschaft DEGES sagte die zuständige Bereichsleiterin Steffi Wulke-Eichenberg: „Der Neubau der Rader Hochbrücke liegt voll im Zeitplan, inzwischen sind 651 von 1.490 Brückenmetern geschoben.“ Auch auf zwei weiteren DEGES-Großbaustellen gehe es voran: „Auf Fehmarn und auch in Ostholstein wird die zukünftig vierstreifige B 207 immer mehr sichtbar, und auch die Planungen für den Ausbau der A 23 zwischen Tornesch und dem Autobahndreieck Nordwest sowie den Ausbau der B 404 zur A 21 südlich von Kiel werden konkreter“, so Wulke-Eichenberg.
Ein überaus umfangreiches Bauprogramm beschäftigt in diesem Jahr auch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), der Investitionen in Höhe von rund 250 Millionen Euro beabsichtigt. „Damit übertreffen wir die Investitionsplanung des Jahres 2024 nochmals um 25 Millionen Euro“, sagte LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach. Das Bauprogramm umfasse landesweit mehr als 140 Maßnahmen, bei den größten handele es sich um:
B 5: Beginn der Bauarbeiten Ortsumgehung Geesthacht (abhängig vom Haushalt)
B 5: 3-streifiger Ausbau zwischen Tönning und Rothenspieker in Nordfriesland einschließlich Knotenpunktverlegung südlich von Husum
B 206: Sanierung auf rund 3 Kilometern Länge von der K 47 bis Bad Segeberg
Landesstraße L 116 im Bereich der ehemaligen Kreidegrube Saturn in Lägerdorf bei Itzehoe. Hier wird die abgesackte Fahrbahn einschließlich der Böschungssicherung zur ehemaligen Kreidegrube wiederhergestellt.
Wie Madsen sagte, treibe das Land auch das Radverkehrsnetz weiter voran. Dafür sollen Landes- und Bundesmittel in Höhe von knapp 38 Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung des Netzes investiert werden. Rund 15,7 Millionen Euro entfallen davon auf Fördermittel für kommunale Radverkehrsmaßnahmen, die erheblich zur Verbesserung des Netzes beitragen. „Damit wollen wir unsere Radwege nicht nur sicherer machen, sondern auch unter die Top-3-Länder im Radtourismus kommen“, so der Minister.
Großer Schritt vorwärts für den Bau der A 20 bei Bad Segeberg: Das Land hat heute den Planfeststellungsbeschluss für die knapp zehn Kilometer lange Umfahrung der Karl-May-Stadt an die Autobahn GmbH des Bundes und die Infrastrukturgesellschaft DEGES übergeben.
Minister Madsen (links) und APV-Chef Martin Hamm (rechts) mit einem Teil der Akten des geheilten Planfeststellungsbeschlusses zum A-20-Teilabschnitt Bad Segeberg.
„Der Beschluss ist sofort vollziehbar, die DEGES könnte also unmittelbar mit dem Bau beginnen, sofern es nicht durch erneute Klagen zu einem gerichtlichen Baustopp kommt“, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. „Auf den Baubeginn warten seit mittlerweile über drei Jahrzehnten nicht nur die staugeplagten Menschen in der Region, sondern auch die Wirtschaft – und neuerdings auch die Bundeswehr und unsere europäischen NATO-Partner“, so Madsen weiter.
Bislang endet die von Polen kommende A 20 – einst als „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ mit höchster Priorität vorangetrieben – direkt vor Bad Segeberg. Trotz gestiegener Gesamtkosten durch jahrelange Verzögerungen ist das Vorhaben laut Madsen von größtem europäischen Interesse: „Nicht zuletzt wegen der militärischen Bedeutung einer Trasse zwischen den Nordseehäfen und der Ostsee bin ich zuversichtlich, dass auch die künftige Regierung in Berlin das Versprechen aller bisherigen Verkehrsminister einlösen wird und durchfinanziert.“
Hier ein Mitschnitt des Livestreams des Pressegesprächs:
Ermutigend sei, dass auf niedersächsischer Seite jetzt der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau des Kehdinger Kreuzes vorgelegt wurde. Für das entsprechende schleswig-holsteinische Anschluss-Stück an den geplanten Elbtunnel im Kreis Steinburg sei der Planfeststellungsbeschluss ebenfalls für dieses Jahr angepeilt. Insgesamt umfasst die A 20 vom Kreuz Uckermark nahe der polnischen Grenze bis nach Niedersachsen 541 Kilometer. Unter Verkehr sind davon bis heute 345 Kilometer. Von den 112 Kilometern in Schleswig-Holstein sind während der letzten 30 Jahre 39 Kilometer gebaut worden.
Nach den Worten von Madsen sei die von der Autobahn GmbH des Bundes mit der A-20-Umsetzung beauftragte Projektgesellschaft DEGES bei der mehrjährigen und intensiven Fehlerheilung streng den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts gefolgt. So seien für den Schutz der Fledermäuse im Kalkberg inzwischen zahlreiche neue Querungshilfen vorgesehen. Der Fledermausschutz war im Jahr 2013 der Grund dafür, dass die Richter in Leipzig den Bau des Segeberg-Teilstücks nach Klagen von Umweltverbänden vorerst gestoppt hatten. Madsen: „Der über 500 Seiten starke neue Fehlerheilungs- und Planänderungsbeschluss befasst sich nicht erneut mit dem gesamten Projekt, sondern dient lediglich der Fehlerheilung der ansonsten unanfechtbaren Genehmigung aus dem Jahr 2012.“
Wie der Chef des zuständigen Amtes für Planfeststellung Verkehr (APV), Martin Hamm, sagte, würden die mit dem Bau einhergehenden und unvermeidbaren Beeinträchtigungen der Umwelt durch vielfältige Ausgleichs- und Vermeidungsmaßnahmen kompensiert. „Auch auf landwirtschaftliche Belange und auf das Grundeigentum wurde, soweit möglich, Rücksicht genommen. Besonderes Augenmerk lag auf dem Schutz der Trave-Schule, die im Süden Bad Segebergs ganz in der Nähe der geplanten Trasse liegt. Im Ergebnis liegt jetzt eine Lösung vor, die die Interessen aller Parteien berücksichtigt und rechtlich tragfähig ist“, so Hamm. Der Beschluss und die fast 50 Ordner umfassenden Planunterlagen würden kurzfristig, voraussichtlich im April, öffentlich ausgelegt.
Auch für das knapp 21 Kilometer lange Folge-Teilstück zwischen Wittenborn bei Bad Segeberg und der A 7 will das APV laut Hamm das Fehlerheilungsverfahren nun mit Hochdruck vorantreiben. Auch hier war – vor sieben Jahren – der erste Beschluss vor Gericht nach Klagen von Umweltverbänden gescheitert und wird derzeit nachgebessert.
Für Steffi Wulke-Eichenberg, DEGES-Bereichsleiterin für die Projekte in Schleswig-Holstein und Bremen, ist der erlassene Planfeststellungsbeschluss für das Segeberger Teilstück „ein starkes Signal in wirtschaftlich spannenden Zeiten“. Damit zeige sich, „dass es mit diesem Leuchtturmprojekt der deutschen Infrastruktur nun ganz konkret vorangeht“. Das Projektteam habe in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet, die sich mit dem Erlass des Beschlusses auszahle. „Die A 20 ist eine für Wirtschaft, Tourismus und auch Binnenverkehre unverzichtbare Ost-West-Magistrale und die Menschen dürften erleichtert sein, dass ein Ende des jahrzehntelangen Tauziehens um die A 20 in Sicht ist“, so Wulke-Eichenberg. Auch sie hoffe, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten an der Umfahrung Segebergs beginnen zu können.
Mit Blick auf die Verzögerungen beim A-20-Bau erneuerte Madsen seine Forderung nach schlankeren Planungsverfahren: „Um nicht im Laufe der ohnehin mühseligen Planungen immer wieder gezwungen zu sein, alle paar Jahre etwa die Bestände von Haselmäusen oder anderen geschützten Arten zu erheben, brauchen wir Stichtagsregelungen und eine Verpflichtung der Umweltschutzverbände, sich von vornherein verbindlich an den Verfahren zu beteiligen – so können spätere Klagen vermieden werden“, sagte Madsen. Wenn der Eindruck entstehe, der Staat könne wichtige Infrastrukturprojekte wie die A 20 nicht in angemessener Zeit fertig stellen, dann untergrabe das auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Demokratie. „Ich gehe deshalb auch davon aus, dass das Thema bei den Koalitionsverhandlungen weit oben auf der Agenda steht“, so der CDU-Politiker.
Hier noch ein paar Impressionen der heutigen Bescheidübergabe:
Der Planfeststellungsbeschluss und die festgestellten Planunterlagen werden mit der öffentlichen Auslegung auch online unter https://planfeststellung.bob-sh.de/ abrufbar sein.
Seit mehr als 30 Jahren bietet das Beratungsangebot „Frau und Beruf“ kostenfreie Unterstützung rund um die berufliche Zukunft von Frauen an. Jetzt wurde das Angebot neu aufgestellt und erhält dafür eine Förderung aus dem Landesprogramm Arbeit.
Staatssekretär von der Heide mit den „Neu-Ankömmlingen“ Rena Schwarz (Mitte) und Heike Joecks-Bock von der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.
Arbeits-Staatssekretär Tobias von der Heide übergab am Freitag vier Förderbescheide über insgesamt 2,1 Millionen Euro an die Träger der Beratungsstellen. «Frau und Beruf hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass es Frauen nachhaltig auf dem Weg zurück in den Beruf oder in eine neue berufliche Zukunft unterstützt. Das fördern wir gerne. Unser Ziel ist es, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Das ist sowohl für deren persönliche Zukunft als auch vor dem Hintergrund des großen Fachkräftebedarfs ein wichtiges Anliegen», sagte von der Heide.
Die Förderung der bisherigen Beratungsstellen war im letzten Jahr ausgelaufen. «Das haben wir genutzt, um das Angebot zeitgemäßer aufzustellen. Wir haben jetzt vier große Regionen, die über Beratung vor Ort und digital das gesamte Land abdecken. Mit diesen Veränderungen werden wir das Angebot stärker und auch sichtbarer machen», so der Staatssekretär.
Seit dem 1. Januar haben zwei bisherige und zwei neue Träger die Beratung übernommen. In den Kreisen Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Stormarn und in der Hansestadt Lübeck ist weiterhin die Fortbildungsakademie der Wirtschaft aus Lübeck zuständig. Um die Beratung für die Kreise Segeberg, Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen kümmert sich die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Pinneberg gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft Westholstein.
Neu an Bord ist zum einen die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, die die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg abdeckt. Zum anderen gibt es in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön sowie den Städten Kiel und Neumünster mit der Fortbildungsakademie Kiel ebenfalls eine neue Anbieterin.
Ebenfalls neu an Bord: Ole Asmussen von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Kiel
Die Projekte mit einer Laufzeit von zwei Jahren werden aus dem Landesprogramm Arbeit 2021-2027 mit Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Abgebildet auf dem Gruppenbild ganz oben: von links nach rechts: Staatssekretär Tobias von der Heide, Ole Asmussen (FAW Kiel), Gudrun Zubke-Höpel (FAW Lübeck), Volker Jödicke (FAW Lübeck), Rena Schwarz (WAK SH), Martina Hummel-Manzau (egw/in Koop. mit WEP), Dr. Jennifer Schweiger (WEP), Heike Joecks-Bock (WAK SH).
Mit den steigenden Frühlings-Temperaturen blüht auch die Bautätigkeit an unserem landesweiten Straßennetz auf. Unser Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) stellt in den kommenden zwei Wochen zusammen mit Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hier sein umfangreiches Bauprogramm 2025 vor
Die ersten Baken sind aufgestellt, die ersten Baustellen eingerichtet: Für die Sanierung des Straßen- und Radwegenetzes in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde, Plön und Segeberg plant allein der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in den kommenden Monaten Investitionen von gut 33 Millionen Euro. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen stellte heute mit LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach und dessen Fachleuten die Pläne in der Straßenmeisterei Hohenwestedt vor.
„Unser Landesbetrieb wird in diesen Kreisen insgesamt 23 Straßen sowie 17 Radwege in Schuss bringen. Nach Jahrzehnten des Sparens wird die Infrastruktur Schritt für Schritt besser“, betonte Madsen. Es werden knapp 70 Kilometer Straßen, 8,4 Kilometer reine Radwege und neun Bauwerke erneuert oder ausgebaut. Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Als herausragende Bauprojekte sind die Sanierung der B 206 in Bad Segeberg, die B- 202-Fahrbahnerneuerung Ortsdurchfahrt Hohn bis Fockbek sowie die Radwegsanierung an der L 328 zwischen Brammer und B 77 Ochsenweg eingeplant. In Plön starten außerdem die ersten Arbeiten für die Fahrbahnerneuerung der B 76 Trent-Plön. „Wir dürfen alte Fehler nicht wiederholen und die Infrastruktur noch weiter verfallen lassen“, mahnte Madsen. Er erinnerte daran, dass allein für die Sanierung von Landesstraßen und Radwegen in ganz Schleswig-Holstein in diesem Jahr rund 95 Millionen Euro veranschlagt sind.
Hier ein Livestream-Mitschnitt unseres Pressegesprächs in der Straßenmeisterei Hohenwestedt
LBV.SH-Chef Quirmbach bekräftigte: „In dem 33-Millionen-Euro-Paket für die drei Kreise sind insgesamt neun Landesstraßen-Projekte und neun Bauwerke enthalten. Damit können wir wichtige Straßensanierungen vorantreiben.“ Der Rest entfalle auf sechs Bundes- und acht Kreisstraßen, für die der LBV.SH in weiten Teilen ebenfalls zuständig sei.
Laut Madsen ist der Erhalt der Infrastruktur gerade in einem Flächenland ein existenzieller Beitrag der Daseinsvorsorge. Mit Blick auf die Mobilitätswende helfe es nicht, Straßen-, Rad- und Schienenverkehr gegeneinander auszuspielen: „Wir brauchen alle Möglichkeiten. Zumal ja auch Schulbusse, E-Bikes, Krankenwagen, der Pflegedienst oder die Feuerwehr sichere Verkehrswege benötigen.“
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat sich mit den aktuellen Planungsfortschritten der Deutschen Bahn AG für den Bau des Fehmarnsundtunnels samt neuer Schienentrasse zwischen Lübeck und Puttgarden zufrieden gezeigt: „Die Dänen halten weiterhin eisern an ihrem Ziel fest, in vier Jahren mit dem Fehmarnbelttunnel in Puttgarden anzukommen – und die DB Infra GO hat uns heute noch einmal ebenso klar versichert, zeitgleich mit dem neuen Tunnel samt Zufahrten zwischen Fehmarn und Großenbrode fertig werden zu wollen“, sagte Madsen heute nach der 6. Kommunalkonferenz auf Fehmarn.
„Mein Eindruck ist, dass wir Schritt für Schritt Lösungen näher kommen statt auf immer neue Probleme zu stoßen“, so Madsen. Er verspüre zudem auf der Insel eine deutlich verbesserte Stimmung gegenüber dem Großprojekt als noch vor zwei Jahren. Er dankte in dem Zusammenhang der neuen Regionalmanagerin Daniela Borgstädt, die das Projekt „umsichtig und konstruktiv“ vorantreibe.
Zuvor hatte der Leiter Technik der DB InfraGO, Frank Limprecht, den Start des Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahnbundesamt für April angekündigt. Bereits im Mai und Juni seien dann die ersten öffentlichen Anhörungen geplant und in 2026 könnte dann – abhängig von möglichen Klagen – auf sämtlichen zehn Abschnitten der neuen Trasse gebaut werden. „Damit kommt das Projekt einen großen Schritt voran, nachdem uns in Gesprächen mit dem Bund und dem zuständigen Eisenbahnbundesamt gelungen ist, die Genehmigungsverfahren drastisch einzukürzen“, sagte Limprecht.
Hier ein Livestream-Mitschnitt des Pressegesprächs
Wie Limprecht und der für den Ausbau der Bundesstraße B 207 zuständige Projektleiter Dr. Benedikt Zierke von der Infrastrukturgesellschaft DEGES weiter sagten, laufe derzeit auch der Teilnahmewettbewerb für das so genannte Partnerschaftsmodell Schiene auf Hochtouren. Dabei handele es sich um einen frühzeitigen Zusammenschluss von Auftraggebern und Auftragnehmern, um sämtliche Beschleunigungsmöglichkeiten bei Planung und Bau von Tunnel und Trasse auszuschöpfen. Nach Einschätzung von Zierke werden an dem in sieben Ausschreibungspakete unterteilten Großprojekt neben Generalunternehmern weit mehr als zwei Dutzend weitere Baufirmen partizipieren.
Mit Blick auf die künftige Verantwortung für die alte Fehmarnsundbrücke, bei der am Mittwoch die letzten der insgesamt 80 maroden Stahlseile ausgetauscht worden waren, stellte sich Verkehrsminister Madsen einmal mehr an die Seite von Ostholsteins Landrat Timo Gaarz: „Ich werde mich mit der Region zusammen bei der neuen Bundesregierung dafür einsetzen, dass der Bund in Zukunft die Baulast für die Brücke übernimmt“, versprach Madsen.
Ausgelassene Stimmung (v.l.): Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber, Minister Madsen, Daniela Borgstädt, Großdenbrodes Bürgermeister Peer Knöfler, Frank Limprecht, DEGES-Projektleiter Benedikt Zierke und Ostholsteins Landrat Timo Gaarz.
Der Kreis Ostholstein wehrt sich seit mehr als zwei Jahren gegen die Übernahme der so genannten Baulast. Hintergrund: Wenn 2029 der Verkehr durch den Belttunnel rollt, wird die jetzige Bundesstraße im Zuge der Sundbrücke zur Kreisstraße herabgestuft. Ab dann wäre der Kreis rechtlich dazu verpflichtet, die Unterhaltskosten für das Wahrzeichen von Fehmarn zu tragen. „Es gibt für die Beltquerung einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark – insofern spielt auch die alte Sundbrücke eine Sonderrolle, die der Bund aus meiner Sicht nicht ignorieren kann“, so Madsen.
Wie Wetter und Weltlage sich über das Jahr entwickeln, weiß niemand. Die Tourismusunternehmen in Schleswig-Holstein blicken aber zuversichtlich auf das Jahr.
Nach einem Rekordjahr 2024 blicken die Unternehmen der Tourismusbranche zuversichtlich in die neue Saison. Die Buchungen für den Sommer etwa lägen auf dem Niveau des Vorjahres, sagte die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge bei der heutigen Vorstellung der Tourismusbilanz 2024. «Wir können sehr zufrieden sein», sagte auch Tourismusminister Claus Ruhe Madsen. Allerdings würden Vorhersagen schwieriger, weil die Gäste immer kurzfristiger buchten. Außerdem sehe man eine Verunsicherung wegen der wirtschaftlichen Entwicklung. «Es gilt nicht nachzulassen», sagte Bunge vor allem mit Blick auf die Qualität der Angebote.
Das gesamte Pressegespräch als Livestream finden Sie hier:
Mit gut 9,4 Millionen Gästeankünften und mehr als 38 Millionen Übernachtungen einschließlich Camping gab es 2024 ein Rekordergebnis, wie die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein mitteilte. Der Norden belegt den fünften Platz der Bundesländer hinter Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zusammen mit Mecklenburg-Vorpommern an der Spitze steht Schleswig-Holstein bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer mit 4,1 Tagen. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 2,6 Tage.
Das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr betrug bei den Ankünften 1,1 Prozent und bei den Übernachtungen 0,1 Prozent. In die Zahlen gingen Betriebe mit mindestens zehn Betten ein. Bei den Wachstumsraten lag Schleswig-Holstein aber hinter den meisten anderen Bundesländern.
Besonders beliebt ist das nördlichste Bundesland bei Gästen aus Deutschland. Auf sie entfielen 94,5 Prozent aller Übernachtungen. Auch bei Gästen aus dem Ausland gab es eine leichte Steigerung. Sie kamen überwiegend aus Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Polen.
Bei Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Länge stand Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr erstmals seit 2002 an der Spitze der beliebtesten Inlandsreiseziele. Der Norden verwies Bayern und Mecklenburg-Vorpommern hier auf die Plätze zwei und drei.
Madsen äußerte sich erfreut über die Zahlen, mahnte aber zu weiteren Anstrengungen. «Die Konkurrenz schläft nicht.» Er warnte vor allem vor überzogenen Preisen. «Wir müssen jeden Tag ein Stückchen besser werden.» Im Gespräch mi Journalisten sagte er weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Mit rund 19 Millionen Übernachtungen entfiel der größte Anteil im vergangenen Jahr auf die Orte an der Ostsee. Das Reisegebiet Nordsee kam auf 12,7 Millionen Übernachtungen. Der Rest verteilt sich auf die Holsteinische Schweiz und das übrige Binnenland.
An der Spitze der Reiseziele in Schleswig-Holstein liegt Sylt mit mehr als drei Millionen Übernachtungen. Ein starkes Plus von zehn Prozent auf fast 1,45 Millionen Übernachtungen erreichte im vergangenen Jahr Büsum. Als Grund nannte Bunge große Investitionen in die touristische Infrastruktur des Ortes.
Wenn die künftige Bundesregierung die Weichen richtig stellt, sollte auch in Schleswig-Holstein die Wirtschaft Fahrt aufnehmen. Davon sind Politik, Unternehmen und Gewerkschaften überzeugt. Ein Thema ist Energie.
Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter an einem Tisch (v.l.): Henrike Rauber (IG Bergbau, Chemie), Alexander Warstat (Verband der chemischen Industrie Nord), Frank Schnabel (Chemcoastpark Brunsbüttel), Laura Pooth (DGB Nord) und Michael Thomas Fröhlich (UV Nord)
Nur wenn es dauerhaft gelingt, die Energiepreise wieder wettbewerbsfähig zu machen und die Sanierung von Straßen, Brücken, Schienen oder Energienetzen ohne lähmende Genehmigungsverfahren voranzutreiben, wird die deutsche Industrie wieder in den Laufschritt kommen. Das ist einer der großen gemeinsamen Nenner des dritten Industrie-Trilogs, zu dem Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute Vertreterinnen und Vertreter von Industrie-Arbeitgebern, Gewerkschaften und Kammern nach Kiel eingeladen hatte.
«Wir waren uns trotz manch unterschiedlicher Positionen auch darin einig, dass Schleswig-Holstein als Land der Erneuerbaren Energien das Zeug dazu hat, wachstums- und innovationsstarke Modellregion für ganz Deutschland zu werden. Damit könnten wir einen erheblichen Teil zum dringend nötigen Aufschwung beitragen», sagte Madsen mit Blick auf das seit drei Jahren stagnierende Wirtschaftswachstum. Er sei zuversichtlich, dass es der kommenden Bundesregierung gelingen werde, den Strompreis durch Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte zu senken.
Beim Thema Energie-Modellregion zogen selbst Alexander Warstat vom Verband der chemischen Industrie und DGB-Nord-Chefin Laura Pooth weitgehend an einem Strang: «Schleswig-Holstein hat in Kooperation mit den weiteren norddeutschen Bundesländern das Zeug zur weltweit sichtbaren Modellregion, in der wir zeigen, wie eine zuverlässige, bezahlbare, klimaneutrale Energieversorgung mit Guter Arbeit und der Sicherung von Wertschöpfungsketten und Beschäftigung einhergeht. Dafür braucht es jetzt schnelle Entscheidungen in Berlin und eine engagierte Landesregierung», sagte Pooth.
Für UV-Nord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich ist eine wesentliche Voraussetzung für die Stärkung der industriellen Basis vor allem der leistungsfähige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur: „Wir brauchen einen Sanierungs-Schub für unsere Straßen, Wasserstraßen und Schienen. Und wir benötigen die A 20 – mit höchster Priorität“, so Fröhlich.
Hier ein Mitschnitt des Livestreams des Pressegesprächs:
Mit Blick auf das geplante 500-Milliarden-Sonderprogramm der künftigen Bundesregierung warnte Madsen davor, Verteilungskämpfe zu beginnen, bevor das Geld auf dem Konto sei. Allerdings könne man wahrscheinlich wieder Projekte in den Blick nehmen, die zuletzt nicht so stark im Fokus gewesen seien. Als Beispiel nannte er Schieneninfrastrukturprojekte an der Westküste, bei denen das Land bereits die Planungskosten übernommen habe, obwohl es dafür nicht zuständig sei. Das bedeute, die Planung sei so weit, dass man schnell in die Umsetzung kommen könne. «Das ist ein großer Vorteil», so Madsen. Die Vorstellungen, was mit dem Geld gemacht werden könne, gehen gingen über Schiene und Straße hinaus, etwa in den Bereich Digitalisierung.
Wie der Minister weiter sagte, berge die hohe Summe an möglicherweise bereit stehendem Geld auch das Risiko steigender Preise, wenn Aufträge zu Engpässen in der Wirtschaft führten. «Jetzt gilt es, dass wir klug damit umgehen, welche Projekte wie umgesetzt werden.» Wichtig sei ein starkes Signal nach Berlin, «dass wir Projekte in der Schublade haben», so Madsen.
Ein Berater soll künftig in Schleswig-Holstein dafür sorgen, dass Güter vermehrt mit der Bahn transportiert werden. Ein entsprechendes Papier wurde heute bei der IHK in Lübeck auf der ersten Bahnkonferenz des Landes vorgestellt.
Madsen mit DB-InfraGo-Vorstand Peter Nagel (rechts), Lübecks Hafenchef Sebastian Jürgens (3.v.l.), der DB-Konzernbevollmächtigten Ute Plambeck sowie Björn Ipsen von der IHK Flensburg
Ein sogenannter Railcoach soll in Schleswig-Holstein künftig eine stärkere Verlagerung von Gütern auf die Bahn im Land koordinieren. Eine vorgelagerte Studie dazu haben Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein, Hagen Goldbeck, und der Vorsitzende der Logistikinitiative Schleswig-Holstein, Holger Matzen, nun bei einer Konferenz in Lübeck vorgestellt. Dort hatten sich Vertreter der IHK, des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und der Logistikinitiative Schleswig-Holstein zur ersten Bahnkonferenz des Landes getroffen.
Madsen sagte nach der Konferenz – Video starten:
Die Verlagerung von Lkw-Transporten auf die Schiene werde zunehmend wichtiger für den Klimaschutz und die Entlastung des Straßennetzes, sagte Madsen. Allerdings bliebe das volle Potenzial des schienengebundenen Verkehrs häufig ungenutzt. Das soll der Railcoach ändern. «Er soll die Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Güterverlagerung sein», sagte Goldbeck. Solche Schienengüterverkehrsberater sind nach Angaben der IHK bereits in anderen Bundesländern erfolgreich im Einsatz.
Auftraggeber und Autor der Studie (v.l.): Holger Matzen (Logistikinitiative SH), Studienautor Julian Knoch (ESE), Minister Madsen und Lübecks IHK-Präsident Hagen Goldbeck.
Auf der Bahnkonferenz ging es in Vorträgen und Diskussionsrunden um die Anforderungen der Wirtschaft an das Schienensystem vor allem zu und von den Häfen. Dazu gehöre mittelfristig auch eine Reaktivierung von Gleisanschlüssen, um den Gütertransport nachhaltig auf die Schiene umzustellen.
Für eine Sanierung des rund 1.350 Kilometer umfassenden Schienennetzes im nördlichsten Bundesland sind laut Bundesverkehrsministerium erhebliche Mittel erforderlich. In einer Antwort auf eine Anfrage des SSW-Bundestagsabgeordneten Stefan Seidler habe das Bundesverkehrsministerium den Sanierungsstau auf rund zwei Milliarden Euro beziffert, heißt es in einem Bericht des «shz» vom Dienstag. Allein für die Sanierung der Gleise sind danach rund 800 Millionen Euro erforderlich, für die Erneuerung der Stellwerke und Weichen weitere 300 Millionen Euro.
Hier ein Stream-Mitschnitt des Pressegesprächs:
Ein weiteres Thema des Treffens: Die Bahnstrecken Lübeck-Hamburg und Kiel-Hamburg sind schon jetzt mehr als ausgelastet und sanierungsbedürftig. Spätestens mit der Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels 2029 droht die Überlastung. Bund und Deutsche Bahn investieren in das Schienennetz, die geplanten monatelangen Vollsperrungen der Hauptverbindungen könnten aber die Unternehmen hart treffen.
„Wenn wir nicht handeln, sind die Häfen vom Schienenverkehr abgeschnitten und droht uns der Stillstand“, sagte Lübecks IHK-Präses Goldbeck mit Blick auf die geplanten Vollsperrungen. Bei allem Verständnis für die notwendigen Sanierungen und Ausbauarbeiten, fragen nicht nur die Häfen, ob so viele Vollsperrungen nötig sind? „Hinzu kommt, dass es auch einige Sperrungen schon im Vorfeld der Großprojekte geben muss, um Umleitungswege zu ertüchtigen. Jetzt scheint es sich zu rächen, dass kaum Umleitungsstrecken zum Beispiel durch Reaktivierungen von stillgelegten Strecken und Bypässe vorhanden sind.“ Goldbeck fordert, jetzt mit der Suche nach Alternativen zu beginnen, damit die Häfen weiterarbeiten können.
Deren Rolle habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. „Die Systemrelevanz der Häfen zeigt sich heute mehr denn je – über den Güterumschlag hinaus tragen sie zur Versorgungssicherheit mit Waren und Energie bei“, sagte GvSH-Vorstandsvorsitzender Frank Schnabel. Damit die Häfen funktionieren, bedürfe es leistungsfähiger Bahnanbindungen. Schnabel appellierte daher an Politik und Deutsche Bahn, die Bedeutung der Häfen für das ganze Land zu erkennen. Auch Professor Dr. Sebastian Jürgens, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) und Vizepräsident des Zentralverbands der Seehäfen, betonte die Dimension Schleswig-Holsteins aus europäischer Sicht: Das nördlichste Bundesland liege zentral zwischen Mitteleuropa und Skandinavien und erfülle wichtige Aufgaben für den Güterverkehr. Er forderte Investitionen in das Schienennetz, denn dieses sei zurzeit das schlechteste in den deutschen Bundesländern.
Im Hinblick auf die Finanzierung in die Schieneninfrastruktur liegt Schleswig-Holstein aus Sicht von Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen noch „in der Peripherie“. Der Bahn-Konzern habe bisher sehr viel in die Beseitigung von Engpässen in Ballungsgebieten in Deutschland investiert. Er erwarte daher die Sanierung und den Ausbau der Netzinfrastruktur im Norden. „Wir sind ein Bahn-Land, das heißt aber nicht, dass alles zu unserer Zufriedenheit funktioniert“, sagte er. Der Ausbau sei aber nicht allein eine Frage der Finanzierung. Vor allem die Planung dauere zu lange, zehn bis 15 Jahre seien nicht akzeptabel. Zudem gebe es immer wieder Verzögerungen durch Einsprüche von Projektgegnern. Die Regierungsbildung im Bund sieht er als Chance, im politischen Berlin für Schleswig-Holstein zu werben.
Die Botschaften richteten sich in der Konferenz vor allem an Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG. „Wir müssen alles tun, um die Infrastruktur zu verbessern“, sagte er einleitend. Immerhin habe der Konzern bundesweit einen Erfolg zu vermelden: Erstmals seit zwei Jahrzehnten gebe es keine Verschlechterung der Schienen-Infrastruktur. Der Konzern habe im Kampf gegen den Verfall Fortschritte erzielt und belegt: „Es geht!“ Er stellte heraus, dass die Bahn die Erfahrungen anderer Großprojekte zur besseren Koordination der Baustellen nutzen wolle. Zudem sagte er zu, den Zeitplan zur Fertigstellung der Bahnanbindung an die feste Fehmarnbelt-Querung einzuhalten und gleichzeitig mit den Dänen im September 2029 fertig werden zu wollen.
Nicht nur für Tourismus-Verbandschefin Catrin Homp und Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens ist es eine «kleine Sensation»: In der Gunst der Deutschen als Ziel für längere Ferienaufenthalte hat der echte Norden erstmals Bayern abgelöst.
Das ist eines der Ergebnisse der „Reiseanalyse 2025“ der Forschungsgemeinschaft Urlaub & Reisen aus Kiel. Demnach kam das nördlichste Bundesland 2024 bei allen Reisen der Deutschen von mindestens fünf Tagen Dauer auf einen Marktanteil von 4,5 Prozent. Das wesentlich größere Bayern erreichte nur 4,1 Prozent.
«Das ist ein riesiger Erfolg für unser Land», sagte Carstens am Freitag bei der „Norddeutschen Tourismuskonferenz“ in Neumünster. Sie wertet die Spitzenposition als «eindrucksvollen Beleg dafür, dass die tatsächliche Lage deutlich besser ist als die Stimmung in Teilen der Branche». Es gebe zweifellos Herausforderungen für den Schleswig-Holstein-Tourismus, die wir gerade anpacken, sagte sie, «aber die Botschaft dieses Rankings heißt für mich auch: Wir sollten endlich damit aufhören, uns schlechter zu reden, als wir sind.»
Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens (links) mit Tourismus-Verbandschefin Catrin Homp sowie Flensburgs IHK-Hauptgeschäftsführer Björn Ipsen und Ulf Sonntag (rechts), Autor der Reiseanalyse 2025
Mit Blick auf die gefühlte Stimmung in der Branche und das damit verbundene Bild in vielen Medien rief Carstens einige Fakten in Erinnerung. So stehe das Reiseverhalten in bemerkenswertem Kontrast zur allgemeinen Stimmung, die Reisefrequenz steige trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und gesellschaftlicher Spannungen weiter an. «Deutschland bleibt erneut unangefochten das beliebteste Urlaubsland der Deutschen, letztes Jahr hatten wir mehr Übernachtungen als je zuvor und in Schleswig-Holstein sogar soviel Sozialversicherungbeschäftigte in der Gastronomie wie nie zuvor», so die CDU-Politikerin. Und mit Blick auf den Fachkräftebedarf warb sie zugleich darum, den Blick in Richtung Norden zu richten – Video starten…
Wie Ulf Sonntag, Studienautor der Reiseanalyse und Chef des Kieler Instituts für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) dem «Flensburger Tageblatt» sagte, sei der erste Platz für Schleswig-Holstein «das Ergebnis einer kontinuierlichen Dynamik». Bereits seit Jahren beobachte er, dass Küstenziele für ausgedehntere Aufenthalte tendenziell populärer seien als die Berge. Bis zur Coronazeit habe innerhalb Deutschlands Mecklenburg-Vorpommern stärker von diesem Trend profitiert als Schleswig-Holstein. Seitdem habe sich das nördlichste Bundesland nach vorn geschoben.
Ob sich der „echte Norden“ dauerhaft auf Rang 1 der Bundesländer-Beliebtheit halten kann, versieht der NIT-Chef ausdrücklich mit einem Fragezeichen. «Auf keinen Fall darf man sich dafür auf dem jetzigen Stand ausruhen», mahnt er. «Ein insgesamt positives Image der Küste ist die Basis. Aber auf dieser muss stetig weitergearbeitet werden – mit weiteren Investitionen und zeitgemäßen touristischen Produkten.»
Am Donnerstag zieht Tourismusminister Claus Ruhe Madsen zusammen mit der Chefin der Tourismus-Agfentur (TA.SH), Bettina Bunge, eine ausführliche Bilanz des Jahres 2024. Insgesamt hatten sich im letzten Jahr knapp 9,42 Millionen Gäste in den größeren Beherbergungsstätten und auf den Campingplätzen eingebucht. «Die Tourismusbranche in Schleswig-Holstein hat 2024 das beste Ergebnis ihrer Geschichte realisiert», sagt Bunge.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus