Auftakt des schleswig-holsteinischen Hafentages in Rendsburg

Hafentag
Meyer im Gespräch mit den Hafenchefs aus Kiel, Lübeck und Brunsbüttel anlässlich des Hafentages  im „Port Rendsburg“

Mit über 200 Gästen hat heute in Osterrönfeld bei Rendsburg der vierte Schleswig-Holsteinische Hafentag im „Rendsburg Port“ stattgefunden. Frank Schnabel, Chef des Gesamtverbandes Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH), begrüßte Vertreter aus Politik, maritimer Logistik und Hafenwirtschaft aller Küstenbundesländer. In der für die Veranstaltung hergerichteten Gerätehalle auf dem Gelände des Schwerlasthafens galt die Aufmerksamkeit den Chancen und Herausforderungen der Schleswig-Holsteinischen Seehäfen. Vor diesem Hintergrund wurden Maßnahmen zur langfristigen Wettbewerbssicherung der Häfen und damit zusammenhängende Themen wie Infrastrukturprojekte und die neuen Schwefelgrenzwerte erörtert.

Im Gespräch mit NDR-1-Reporterin Rebecca Merholz sagte Meyer unter anderem (Soundpfeil klicken):

Meyer begrüßte auch in seiner Rede das Engagement des GvSH für den maritimen Standort Schleswig-Holstein und führte weiterhin aus: „Wir bewegen uns international in einem herausfordernden Umfeld; es ist unabdingbar, dass wir die Funktion und die Rolle der Schleswig-Holsteinischen Häfen als drittgrößten Hafenstandort Deutschlands über die Grenzen hinaus festigen. Dazu gehören ein klares Profil der Häfen, die kontinuierliche Zusammenarbeit von Politik mit Wirtschaft und Industrie und die Sicherung von funktionierenden Hafenhinterlandanbindungen.“

Die Häfen in Schleswig-Holstein sind der Verkehrsknotenpunkt zwischen Mitteleuropa und Skandinavien sowie Bindeglied zwischen Nord- und Ostsee. Mit mehr als 51 Millionen Tonnen Fracht sowie ca. 15 Millionen beförderten Passagieren im Vorjahr stabilisiert der Hafenstandort Schleswig -Holstein seinen Wachstumskurs und stärkt seine nationale und internationale Bedeutung. Mit etwa 42.000 Beschäftigten ist die maritime Branche ein zentrales Zugpferd der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Publikum
Rund 200 Gäste besuchten in diesem Jahr den inzwischen vierten Hafentag

Brunsbüttels Hafenchef und Gastgeber des Hafentages, Frank Schnabel, sagte: „Die Sicherung und der Ausbau aller drei Verkehrswege im Hinterland entscheiden maßgeblich über den Erfolg unserer Häfen und den reibungslosen Weitertransport der Waren. Insbesondere in Norddeutschland gilt es, die Straßen zu entlasten und dem Verkehrsträger Schiene mehr Beachtung zu schenken. Die Häfen und das Schienennetz müssen für steigende Gütermengen fit gemacht werden.“ Schnabel verwies dabei auf das vom Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam erarbeitete Hafenentwicklungskonzept. „Es gilt, das vorliegende Hafenkonzept Schritt für Schritt umzusetzen. Ihm liegen eine nachhaltige Strategie und ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zugrunde. Mit seiner Realisierung sind wir gerüstet, das prognostizierte Umschlagsvolumen von über 70 Millionen Tonnen im Jahr 2025 abzufertigen und unserer Umschlags- und Versorgungsfunktion gerecht zu werden“, so Schnabel weiter. Über das Konzept sollen die Häfen ihre individuellen Potentiale ausschöpfen, einzelne Geschäftsfelder können gezielt gesteuert und Investitionen priorisiert werden.

Die vom Fachjournalisten Eckhard Arndt moderierte Podiumsdiskussion widmete sich den aktuellen Themen der Häfen. Neben Wirtschaftsminister Meyer und GvSH-Vorstandschef Schnabel, nahmen Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer Seehafen Kiel, und Ulfbenno Krüger, Geschäftsführer der Lübecker Hafen-Gesellschaft, teil. Politiker und Hafenbetreiber unterstrichen dabei die Bedeutung von optimierten Hafenhinterlandanbindungen über Norddeutschland hinaus. Auf den Straßen seien insbesondere der Ausbau der A20 sowie der A7 in Verbindung mit der Rader Hochbrücke in Rendsburg voranzutreiben. Für die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur seien Erhalt und Ausbau der Verkehrswege gleichermaßen von Relevanz. Der Neubau der fünften Schleusenkammer bei Brunsbüttel wird als Teilerfolg bewertet, dem weitere Ausbaumaßnahmen auf dem Nord-Ostsee-Kanal folgen sollen. „Für die Häfen am Kanal, wie den Rendsburg Port, und für die Versorgung der angebundenen Industrie ist der Verkehrsfluss auf dem Nord-Ostsee-Kanal unabdingbar. Seine Vertiefung und die Begradigung der Oststrecke sind hierfür dringend erforderlich“, berichtet Frank Schnabel, der in seinen Funktionen als Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports und Rendsburg Port die Bedeutung des Kanals aus dem Tagesgeschäft sehr gut kennt.

Seit Januar diesen Jahres greifen auf der Nord- und Ostsee (SECA) die neuen Schwefelgrenzwerte. Fünf Monate nach ihrer Einführung sind aus den Branchenreihen von Reedern und Hafenbetreibern noch keine wesentlichen Effekte zu verzeichnen. Die Diskussionsteilnehmer sehen durch die aktuell niedrigen Ölpreise aktuell weniger Auswirkungen auf Routen oder Ladungsvolumen als befürchtet, die den neuen Schwefelgrenzwerten zuzuschreiben wären. Dennoch bleiben die Folgen abzuwarten. In Vorbereitung auf verzögerte Folgen, befassen die Häfen sich mit Methoden zur alternativen Treibstoffversorgung. Das umweltfreundliche Flüssiggas LNG bietet sich über die Versorgung der Schifffahrt zudem für die Energieversorgung der Industrie an.

Abschließend gelang es mit dem vierten Hafentag in Rensburg, die Bedeutung und Positionierung von Deutschlands drittgrößtem Hafenstandort zu untermauern. Seine Rolle als Logistikdrehscheibe und Wertschöpfungsmotor zu fördern, zu festigen und nachhaltig zu vermitteln, bleibt weiterhin eine wesentliche Aufgabe des Verbandes.

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