SH-Unternehmen weiterhin optimistisch

Die schleswig-holsteinische Wirtschaft beurteilt in einer soeben veröffentlichen Umfrage die derzeitige Konjunkturlage insgesamt positiv und bleibt auch für die kommenden Monate vorsichtig optimistisch. Mit einem Wert von 114 Punkten erreicht der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann, im 2. Quartal 2015 annähernd das Niveau des Vorquartals. Dazu Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein: „Trotz der aktuell stabilen Konjunkturlage sind zunehmende Risiken für die weitere Konjunkturentwicklung nicht zu übersehen. Dabei spielen natürlich auch die Schuldenkrise in Griechenland und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen eine Rolle.“

Insgesamt beurteilen 37,5 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 51,8 Prozent als befriedigend und 10,7 Prozent als schlecht (Vorquartal: 37,4 Prozent; 51,8 Prozent; 10,8 Prozent).Triebfeder der insgesamt positiven Entwicklung ist vor allem die Binnennachfrage, die durch Reallohnzuwächse und niedrige Zinsen beflügelt wird. Dagegen konnte das Exportgeschäft der Konjunktur keine spürbaren Impulse verleihen.

Zu den einzelnen Branchen:
Gestützt von der guten Binnenkonjunktur ist das Klima in der Industrie im 2. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal wieder leicht angestiegen. Die Auftragseingänge bleiben aber hinter den Erwartungen zurück. Die aktuelle Lage der Bauwirtschaft ist weiterhin gut. Die zukünftige Entwicklung wird allerdings deutlich vorsichtiger eingeschätzt als im Vorquartal. Der Einzelhandel profitiert von der erhöhten Kaufkraft der Verbraucher und konnte sich im Vergleich zum Vorquartal wie auch zum Vorjahr konjunkturell weiter verbessern. Überwiegend befriedigend ist die Geschäftslage im Großhandel. Im Verkehrsgewerbe berichtet über ein Drittel der Unternehmen von einer guten Geschäftslage. Die Dienstleistungswirtschaft bekleidet auch im 2. Quartal 2015 mit einem Klimaindex von 126 den konjunkturellen Spitzenplatz.

Knapp positiv – wenn auch etwas verhaltener als im Vorquartal – werden die Aussichten für die weitere Konjunkturentwicklung beurteilt. 21,8 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 59,0 Prozent eine gleichbleibende und 19,2 Prozent eine schlechtere Entwicklung (Vorquartal: 25,0 Prozent; 55,4 Prozent; 19,6 Prozent). Neben dem schon erwähnten Schuldendrama in Griechenland sind es auch andere Faktoren, die die schleswig-holsteinische Wirtschaft zu vorsichtigeren Zukunftseinschätzungen bewegen. Am häufigsten genannt werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, der Fachkräftemangel und steigende Arbeitskosten. Hinsichtlich der Beschäftigungsentwicklung wird mit leicht steigenden Mitarbeiterzahlen gerechnet. Beschäftigungsmotor bleibt dabei die Dienstleistungswirtschaft. Die Investitionsneigung der schleswig-holsteinischen Wirtschaft ist weiterhin positiv.

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