Land startet Ausschreibung emissionsarmer Züge in den Netzen Nord und Ost

SH setzt bei Ausschreibungen im Schienenpersonennahverkehr auf innovative Antriebstechnik.

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Zur Vergabe der nicht elektrifizierten Netze Nord und Ost [zur Übersichtskarte] sollen moderne und emissionsarme Fahrzeuge bereitstehen. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen das Land und der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (NAH.SH GmbH) bei der Ausschreibung neue Wege.

Die Herausforderung: Das Netz Ost hat einen hohen Anteil dieselbetriebener Linien, das Netz Nord ist ausschließlich dieselbetrieben. Züge sollen dort künftig nachhaltiger und umweltschonender unterwegs sein. Ziel ist eine deutliche CO2-Minderung im Vergleich zu den aktuellen Schienenfahrzeugen. Das Land möchte deshalb für beide Netze eine große Flotte von etwa 50 Fahrzeugen auswählen, zuzüglich weiterer Optionen für Angebotsausweitungen, die bis zu 30 Jahre auf den Strecken im Einsatz sein sollen.

Um den Wettbewerb zwischen den Herstellern und die Entwicklung von neuen Fahrzeugen und Antriebstechniken zu fördern, planen das Land und die NAH.SH GmbH, die Fahrzeuge separat durch ein vorgelagertes Vergabeverfahren bereit zu stellen. Der Hersteller soll neben der Entwicklung der Triebzüge auch für die Instandsetzung und ggf. die erforderliche Infrastruktur verantwortlich sein, die das Laden oder Betanken ermöglicht. Die Finanzierung der Fahrzeuge ist nicht Teil der Ausschreibung und soll in einem separaten Verfahren vergeben werden. Die Triebzüge sollen dann den Verkehrsunternehmen zur Verfügung stehen, die voraussichtlich ab Anfang 2018 in einer separaten Ausschreibung für den Betrieb ermittelt werden.

Verkehrsminister Reinhard Meyer: „Die Ausschreibung der Fahrzeuge ist ein herausragendes Projekt der Landesregierung Schleswig-Holstein und eine große Chance, die Energiewende auf der Schiene voranzutreiben. Unser Ziel sind Fahrzeuge, die bei der Energieeffizienz und Antriebstechnik über den heutigen technischen Stand hinausgehen. Durch die Ausschreibung könnte Schleswig-Holstein die Entwicklung eines neuen Fahrzeugtyps für den deutschen Markt anstoßen, der CO2-freien Verkehr auf nicht elektrifizierten Strecken ermöglicht und dazu beiträgt, Klimaschutzziele zu erreichen.“

Die NAH.SH GmbH bekam in Vorgesprächen mit mehreren Herstellern positive Resonanz zum angestrebten Verfahren. Die Ausschreibung erfolgt technologieoffen. Eine spätere Umrüstung der Fahrzeuge auf neue Antriebstechniken soll ebenfalls möglich sein. Den Zuschlag erhält am Ende das wirtschaftlichste Angebot. Berücksichtigt werden dabei u. a. die Lebenszykluskosten der Fahrzeuge und ein Bonus für Emissionsminderungen. Da bisher keine entsprechenden Fahrzeuge auf dem Markt angeboten werden, behält sich das Land vor, die Ausschreibung aufzuheben, wenn sich aus den Gesprächen mit den Herstellern ergibt, dass keine geeigneten oder finanzierbaren technischen Lösungen gefunden werden können.

NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers: „Unser Ziel ist es, auch diese Ausschreibung für die Bieter interessant zu machen und den Wettbewerb weiter zu befördern. Große Kosteneffekte erwarten wir bei der erneuten Betreibersuche für die Netze Nord und Ost nicht mehr. Umso interessanter ist es für uns, das Thema Qualität und die Entwicklung neuer Technologien im Land mitzugestalten und den Nahverkehr für die Zukunft zu rüsten.“

Die Ausschreibung wird in Kürze im EU-Amtsblatt veröffentlicht, interessierte Fahrzeughersteller können sich dann um die Teilnahme am Verfahren bewerben. Weitere Informationen zum Verfahren stehen demnächst auch online unter www.nah.sh/vergabeverfahren. Der elektrifizierte Teil des Netzes Ost wird separat ausgeschrieben.

Hintergrund:

Die vorwiegend nicht elektrifizierten Strecken im Netz Ost umfassen die „Lübecker Linien“ RE 83 Kiel – Lübeck – Lüneburg und RB 84 Kiel – Lübeck, die von der DB Regio betrieben werden, sowie zukünftig die RB 76 Kiel – Schönberger Strand. Aktuell sind das 3,5 Millionen Zug-Kilometer pro Jahr. Das Netz Nord umfasst die Linien RB 63 Büsum – Neumünster, RB 64 Bad St. Peter-Ording – Husum, RE 72 Flensburg – Kiel, RB 73 Eckernförde – Kiel, RE 74 Husum – Kiel, RB 75 Rendsburg – Kiel und RB 82 Neumünster – Bad Oldesloe. 5,6 Zug-Kilometer kommen so derzeit pro Jahr zusammen. Die Strecken werden von der DB Regio und der nordbahn betrieben.

 

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