Pofalla macht Mitarbeitern des Bahnwerks NMS Mut – und bittet Sylter Pendler um Verständnis

Spitzentreffen  Albig, Pofalla, Meyer: Zuversicht für Bahnwerk Neumünster  und die Sylt-Verkehre

Pofalla
Pressegespräch nach dem Spitzentreffen in der Staatskanzlei: Albig und DB-Vorstand Pofalla, rechts Verkehrsminister Reinhard Meyer

Bahn-Infrastrukur-Vorstand Ronald Pofalla hat den Mitarbeitern des Fahrzeug-Instandhaltungswerks Neumünster Hoffnung gemacht. «Wir werden alles für den Erhalt des Standortes in Neumünster prüfen», sagte Pofalla am Abend nach einem Treffen mit Ministerpräsident Torsten Albig und Verkehrsminister Meyer in Kiel. Das Unternehmen versuche, bis zum Jahresende Konzepte vorzulegen. Die Auslastung des Werkes sei aus derzeitiger Sicht aber nicht so, dass langfristig schwarze Zahlen zu erwarten seien. Eine Möglichkeit dies zu ändern könnte eine Öffnung der Werke für Drittanbieter sein. Es gebe aber bislang keine Beschlüsse des Vorstands weder zu Neumünster noch anderen Instandhaltungswerken, die eine Schließung vorsehen.

PofiZu Neumünster und Sylt sagte Pofalla bei der Pressekonferenz weiter

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Unterdessen gaben Verkehrsminister Meyer und die NAH.SH bekannt, dass ab sofort auch der Sylt Shuttle Plus (SSP) und IC-Züge auf der Marschbahn von Pendlern unter folgenden Bedingungen genutzt werden können:

Sylt-Shuttle-Plus: Bei Ausfall oder hoher Verspätung eines Regional-Express wird der nachfolgende SSP freigegeben. Diese Freigabe-Regelung kann auch ab dem 1. April erfolgen und erfolgt derzeit für die Kunden aus Kulanz aufgrund des Ersatzkonzepts. Die Freigabe erfolgt im Bedarfsfall für die gesamte Strecke Westerland – Bredstedt.

Freigabe IC: Bei Ausfall oder hoher Verspätung eines Regional-Express kann der nachfolgende IC durch die Transportleitung freigegeben werden.  Diese Freigabe-Regelung gilt laut der  DB AG vorerst nur bis zum 31. März und erfolgt für die Kunden aus Kulanz aufgrund des Ersatzkonzepts. Die Freigabe gilt im Bedarfsfall für die gesamte Strecke Westerland – Hamburg-Altona.

Nach den Worten von Meyer setzt sich der Verkehrsverbund NAH.SH dafür ein, die IC-Freigaben auch über den März hinaus sicherzustellen.

Ministerpräsident Torsten Albig dankte der Deutschen Bahn nicht nur für den massiven Not-Einsatz auf der Marschenbahn, sondern auch für den gemeinsamen Masterplan „Schiene.SH – Die Schieneninfrastruktur der DB AG in Schleswig-Holstein“. Damit lege das Land gemeinsam mit dem Konzern eine Übersicht vor, die es in anderen Bundesländern so noch nicht gibt. Albig:  „Es werden nicht nur die schicken Neubauprojekte vorgestellt. Hier wird auch der Erhalt der Infrastruktur beschrieben.  Diese Handreichung weist auf die Komplexität der Bahnwelt hin und zeigt dennoch auf, was konkret getan wird, um diese Infrastruktur zu bewahren.“

Auch das Instandhaltungswerk Neumünster habe eine lange Tradition. Darum freue es ihn, dass der Vorstand für Infrastruktur der Deutschen Bahn AG zugesagt habe, sich für den Erhalt des Standortes einzusetzen.

albigAlbig sagte weiter

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Pofalla, Albig und Meyer hatten zuvor eine Absichtserklärung für eine „Innovationspartnerschaft für moderne Mobilität und Klimaschutz“ unterzeichnet.

Hintergrund: Nahverkehr, Busse und Bahnen sind an sich schon klimafreundlicher als der Individualverkehr. Historisch bedingt liegt aber der Anteil der nicht elektrifizierten Strecken in Schleswig-Holstein bei 70%. Im bundesweiten Vergleich stehen wir deutlich schlechter da, denn bundesweit sind nur rund 40% nicht elektrifiziert.

Nicht elektrifizierte Strecken sind im Betrieb teurer als elektrifizierte Strecken, außerdem belasten Diesel und Lärm die Umwelt. Albig: „Auf unserem Weg ,weg vom Diesel‘ wollen wir deshalb zusammen mit der DB AG Innovationen auch in diesem Bereich anschieben.“ Er nannte als Beispiele:

  • Betriebs- und Einsatzkonzept CO2-armer Verkehr

Unter anderem möchte die DB AG die neuen Lokomotiven des Autozug Sylt so umrüsten, dass sie deutlich weniger CO² ausstoßen. Vorteil eines solchen Vorschlages ist: die Lokomotiven stehen zur Verfügung, DB Syltshuttle ist hier autonom und kann eigenwirtschaftlich handeln.

  • Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Das Land verhandelt derzeit in einem offiziellen Vergabeverfahren mit Fahrzeugherstellern den Einsatz von neuen „Schienenbussen“ auf den Nebenstrecken. Die Ausschreibung ist „technologieoffen“. Die Hersteller sollen einem zukünftigen Betreiber moderne, möglichst CO²-freie Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Einige Hersteller benötigen dafür eine elektrische Ladeinfrastruktur. Zusammen mit DB Netze will das Land gemeinsam solche Ladeinfrastruktur zur Verfügung stellen.

Auch die Busunternehmen planen den verstärkten Einsatz von Elektrobussen. Die Fahrzeuge dafür sind zunehmend auf dem Markt zu wirtschaftlich darstellbaren Konditionen vorhanden. Die Busunternehmen benötigen aber einen starken Partner für die Ladeinfrastruktur. Das können die Energieunternehmen selber sein, oder aber verkehrsaffine Infrastrukturbetreiber, wie die DB Netze.

  • Pilotprojekte mit Universitäten und Fachhochschulen

Die innovativen Projekte wollen Land und DB AG wissenschaftlich begleiten lassen. Dabei soll es weniger um die Entwicklung neuer Technologien gehen, als vielmehr um die Übertragbarkeit von Projekten in den Betrieb, also die Anwendungsorientierung. „Es sollen marktfähige Betriebskonzepte entwickelt werden, die aus dem „Labor Schleswig-Holstein“ wirtschaftlich darstellbar in den Betrieb bundesweit übertragen werden“, sagte der Ministerpräsident.

Den kompletten Masterplan Schiene finden Sie:  hier

 

2 Kommentare zu “Pofalla macht Mitarbeitern des Bahnwerks NMS Mut – und bittet Sylter Pendler um Verständnis”

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