Glasfaser-Versorgungsgrad steigt auf 28 Prozent: SH weiter bundesweit spitze

SH legt beim Glasfaserausbau nochmal einen Zahn zu: Inzwischen fast 30 Prozent Versorgungsquote

Glasfaserkabel zur Breitband-Nutzung werden verlegt

Beim Ausbau des Glasfasernetzes hat Schleswig-Holstein weiter zugelegt: Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute beim 10. Breitbandforum in Neumünster sagte, könnten sich inzwischen 28 Prozent aller Haushalte im echten Norden ans Glasfasernetz anschließen lassen – drei Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. „Damit bauen wir  erneut unsere bundesweite Spitzenposition bei dieser Zukunftstechnologie aus. Und ich bin sicher, dass wir innerhalb der nächsten drei Jahre bereits eine Versorgungsquote von 50 Prozent haben und bis 2022 sogar zwei Drittel des Landes mit Glasfaser bedienen können“, sagte Meyer vor rund 250 Vertretern von Verbänden, Kommunen und Breitband-Firmen. Bundesweit liegt die Glasfaser-Versorgung derzeit bei sieben Prozent der anschließbaren Haushalte

Meyer_TouriWie Meyer weiter sagte,  hätten in Schleswig-Holstein inzwischen 20 Prozent aller Haushalte einen Anschluss gebucht. „Ich danke allen Beteiligten – Unternehmen, Kommunen, Verbänden und Beratern –  denn ohne Ihre enge Kooperation wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, so Meyer.

Weiter sagte der Minister (Audiopfeil klicken)

„Die Kommunen wollen das leistungsfähigste Kommunikationsnetz Deutschlands schaffen, auch im ländlichen Raum“, ergänzte Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages für die kommunalen Landesverbände als Träger des Breitbandkompetenzzentrums. „Die enge Zusammenarbeit von Land, Kommunalverwaltungen, ehrenamtlichen Bürgermeistern, Stadtwerken und anderen privaten Unternehmen ist das Erfolgsrezept.“ Bülow betonte, der flächendeckende Glasfaserausbau sei die notwendige Basis auch für andere Techniken wie WLAN und die neueste Mobilfunkgeneration.

Buelow

Bülow sagte beim Pressegespräch in Neümünster weiter (Audiopfeil klicken)

Der neue Mobilfunkstandard 5G wird laut Meyer und Bülow etwa ab 2020 verfügbar sein. Er biete erhebliche neue technologische Möglichkeiten, etwa deutlich höhere Bandbreiten, geringere Verzögerungszeiten oder industrielle Anwendungen. „Der 5G-Standard wird aber keinesfalls das Festnetz und schon gar nicht den Glasfaserausbau ersetzen, ganz im Gegenteil benötigt 5G für seine volle Leistungsfähigkeit Glasfaseranschlüsse“, so Meyer.

Mit Blick auf die Versorgung mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zeigte sich Meyer mit der bisherigen Bilanz ebenfalls zufrieden: „Mit einer Abdeckungsquote von 73 Prozent belegen wir unter den Flächenländern ebenfalls Platz 1, der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 65 Prozent.“

Meyer stellte den Gästen des Breitbandforums auch die Anfang März von der Landesregierung verabschiedete Fortschreibung der Breitbandstrategie vor. „Unsere Zielsetzung und unsere Umsetzung der bisherigen Breitbandstrategie werden sowohl von dem vom Land beauftragten Gutachter-Gremium als auch von den Unternehmen und Verbänden klar unterstützt.“

Meyer nannte als wichtigste Maßnahmen der näheren Zukunft:

  • Das Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZSH) müsse personell weiter ausgebaut werden, um die vielfältigen Aufgaben der Beratung und Koordination leisten und die Projekte zum Erfolg führen zu können. Hierzu stehe man bereits in konstruktiven Verhandlungen mit den Kommunalen Landesverbänden als Träger des BKZSH.
  • Die Förderpolitik solle geschärft werden, insbesondere durch ein intelligentes Konzept zur Versorgung der letzten fünf bis zehn Prozent der Haushalte.
  • Wichtige Bausteine seien zudem:
    • ein Kommunikationskonzept zur Stimulierung der Nachfrage, das vom BKZSH weiter umgesetzt werde;
    • das Landesbackbone-Konzept, das auch im Zusammenhang mit dem Landesnetz Glasfaserlösungen für unversorgte Regionen schaffen solle und für das eine Machbarkeitsstudie bis zum Sommer 2017 laufe;
    • das WLAN-Konzept, das den Glasfaser- und Mobilfunkausbau flankieren solle und das durch die vom Ministerpräsidenten auf der CeBIT angekündigte Kooperation mit dem Sparkassen- und Giroverband wichtige Impulse bekommen habe.

Meyer betonte weiter, dass das Bundesförderprogramm Breitband von Schleswig-Holstein intensiv angenommen werde: „Wenn neben den bereits beschiedenen auch die beantragten Projekte bewilligt werden, kämen 120 Millionen Euro Fördermittel nach Schleswig-Holstein. Dies sind vier Prozent der Bundesmittel und damit trotz unserer schon guten Versorgung mehr als der Königsteiner Schlüssel von 3,4 Prozent. Wir fordern den Bund weiter auf, das Programm auch nach 2018 fortzuführen, aber nicht länger auf einer Basis von 50 Mbit/s, sondern auf einer zukunftsfähigen Glasfaserstrategie zu fundieren“, so der Minister.

Und hier die aktuellen Ausbaustände:

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