Nach Entscheidung gegen Husum: Meyer weiter in Sorge um Senvion-Arbeitsplätze

Meyer nach dem Treffen mit Senvion-Betriebsrat: Sorge um Transfer von Arbeitsplätzen nach Portugal

Außenstelle der Senvion GmbH in Osterrönfeld

Der Windkraftanlagenhersteller Senvion will nach Angaben des örtlichen Betriebsrates auch im Betrieb Osterrönfeld Arbeitsplätze abbauen. «Es sollen nach den uns vom Unternehmen mitgeteilten Plänen 49 Jobs wegfallen», sagte der Betriebsratsvorsitzende Bernhard Band heute in Osterrönfeld. An den Standorten Büdelsdorf und Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) seien einschließlich Außendienstmitarbeitern etwa 950 Menschen beschäftigt. Senvion will in Deutschland rund 730 Stellen streichen – in Husum (Kreis Nordfriesland), Trampe (Brandenburg) sowie am Standort der PowerBlades GmbH in Bremerhaven.

IMG_0958Am Nachmittag trafen sich Betriebsratsmitglieder mit  Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der im Anschluß in einem Interview mit RSH-Reporter Andreas Otto folgendes Fazit zog (Audiopfeil klicken):

Die Unternehmensleitung war bei dem Treffen nicht vertreten. «Es handelt sich nur um Wahlkampfgetöse, wir beteiligen uns nicht an solchem Wahlkampfgerassel von Politikern, sondern werden mit den Sozialpartnern die Probleme besprechen», sagte Senvion-Unternehmenssprecher Immo von Fallois mit Blick auf die Landtagswahl am 7. Mai. Meyer reagierte irritiert: «Was hat der Landtagswahlkampf mit unternehmerischen Entscheidungen und der Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region zu tun?»

«Osterrönfeld bleibt als Entwicklungszentrum ein ausgesprochener wichtiger Standort für Senvion», betonte Fallois gegenüber der deutschen-Presse-Agentur. «Dort wird die größte Offshore-Windkraftanlagen-Turbine entwickelt, dazu bekennen wir uns.»

Der Betriebsrat sieht sich über die Pläne in Osterrönfeld noch nicht umfassend informiert. «Die Verhandlungen mit der Unternehmensleitung haben noch nicht begonnen», sagte Band. Insgesamt sei man mit der Unternehmensführung aber gut im Gespräch. In Husum versuche der Betriebsrat die drohende Schließung des Werks mit alternativen Vorschlägen zu verhindern.

An einer Protestkundgebung der IG Metall in Husum hatte kürzlich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) teilgenommen. Das Unternehmen sei wochenlang abgetaucht gewesen, hatte Albig kritisiert. Nun sei es endlich gelungen, nach Ostern Gespräche zwischen Landesregierung und Geschäftsführung zu vereinbaren.

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