Trotz guter Auslastung: Nobis muss umsteuern und steht vor personellen Einschnitten

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Die Werftengruppe German Naval Yards will ihre Struktur umbauen. Mit Lindenau in Kiel steht eine der drei zum Konzern gehörenden Werften vor dem Aus. Insgesamt sollen 110 Jobs wegfallen – von 950. Insgesamt seien von den Plänen bis zu 190 Mitarbeiter betroffen, wie ein Werftsprecher heute nach einer Betriebsversammlung in Rendsburg sagte. Von ihnen sollen 60 die Chance erhalten, künftig bei der Schwesterwerft German Naval Yards Kiel zu arbeiten. Dort will die Gruppe ihre Stahlrumpf-Produktion konzentrieren.

Altersteilzeitmodelle oder die Überführung in eine Transfergesellschaft werde das Unternehmen rund 80 Mitarbeitern anbieten, sagte Nobiskrug-Geschäftsführer Bertram Liebler. Langfristig werde sich die Werft aber von rund 30 weiteren Beschäftigten trennen müssen. Hinzu kommt laut Liebler «die heute schon feststehende Fluktuation». Die Werft will Gespräche mit Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall führen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sprach von einer sehr bedauerliche Nachricht für dieses traditionsreiche und wichtige Schiffbau-Unternehmen am Standort Rendsburg.

Er sagte (Audio starten – „im Browser anhören“)

„Es handelt sich um eine unternehmerische Weichenstellung, um die Zukunft des Unternehmens abzusichern – wobei soziale Aspekte besonders berücksichtigt werden sollten“, so Buchholz. Angesichts des Fachkräftemangels zeigte er sich zuversichtlich, dass  viele Beschäftigte im Unternehmen gehalten werden können und die anderen rasch auf dem aktuell eher unterversorgten Arbeitsmarkt eine Anschlussbeschäftigung finden werden. Sein Ministerium befinde sich in engem Kontakt mit Unternehmen und der IG-Metall.

Derzeit beschäftigt die Werftengruppe insgesamt 950 Mitarbeiter, davon 400 bei German Naval Yards Kiel und 550 am Standort Rendsburg. Zur Werftengruppe gehört neben Nobiskrug und German Naval Yards Kiel auch die Kieler Werft Lindenau. Sie soll voraussichtlich gegen Ende des Jahres aufgegeben werden. «Eine Fortführung macht sowohl aus technischer als auch wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn», sagte ein Sprecher. Die am Standort beschäftigten Mitarbeiter gehörten bereits seit Jahren formal zu Nobiskrug.

Die Traditionswerft hat seit der Gründung 1905 nach eigenen Angaben weit über 750 Schiffe gebaut. Zum Kerngeschäft zählen heute Entwicklung und Bau großer, individuell angefertigter Superjachten ab 60 Metern Länge.

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