Los geht’s: In Kiel kommen die Fähren bald an die Steckdose – Land fördert mit 350.000 Euro

Erster Spatenstich Landstromanlage Norwegenkai Foto PORT OF KIEL
Oberbürgermeister Kämpfer mit Minister Buchholz (rechts), Hafenchef Dirk Claus (links) sowie  Vertretern des Hafens Port of Kiel und der Reederei Color Line beim Spatenstich

Start für den Bau der ersten Landstromanlage im Kieler Handelshafen: Im Rahmen einer Feierstunde setzten Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, Hafendirektor Dr. Dirk Claus und Color Line GmbH-Geschäftsführer Dirk Hundertmark gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute den 1. Spatenstich am Norwegenkai. Ab Frühjahr 2019 können große Kreuzfahrtfähren dann während der Hafenliegezeit in Kiel vollständig mit Strom versorgt werden. Buchholz: „Wir packen an, um einen gewichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung zu leisten. Durch Landstrom werden Schiffsemissionen während der Hafenliegezeit nachhaltig reduziert. Wir fördern dieses richtungsweisende Projekt und setzen uns zudem auf Bundesebene dafür ein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern.“

Die Landstromanlage für den Norwegenkai ist Teil der BLUE PORT-Konzeption, die bereits weitere Anlagen dieser Art in Kiel vorsieht. Dirk Claus: „Nach dem Norwegenkai werden im darauffolgenden Jahr auch der Schwedenkai und das Kreuzfahrtterminal am Ostseekai landstromfähig sein.“

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz (Audio starten – „im Browser anhören“)

Bauherr der Landstromanlage am Norwegenkai, die von Firma Siemens errichtet wird, ist der PORT OF KIEL. Die Investitionssumme beläuft sich auf 1,3 Millionen Euro, das land fördert das Projekt mit knapp 350.000 Euro. Bürgermeister Kämpfer: „Die Landstromanlage macht deutlich, dass wir den Ausstoß von Stickoxiden und Feinstäuben auch im Hafen senken. Zudem wird weniger Kohlendioxid emittiert und so dem Klimaschutz Rechnung getragen.“ Die Schiffe der norwegischen Color Line, die „Color Fantasy“ und die „Color Magic“ verbinden Kiel täglich mit Oslo. Ankunft am Norwegenkai ist morgens um 10.00 Uhr mit Abfahrt um 14.00 Uhr. Der jährliche Strombedarf während der Hafenliegezeit beträgt gut 4 Mio. Kilowattstunden.

Dirk Hundertmark, Geschäftsführer der Color Line GmbH: „Unsere Schiffe sind für den Strombezug von Land ausgerüstet und liegen bereits seit 2011 in Oslo an der Hafensteckdose. Mit Kiel stellt nunmehr ein weiterer Hafen die notwendige Infrastruktur zur Verfügung, um unsere Strategie zum Schutz der Umwelt weiter voranzutreiben und zu unterstützen.“

Die Landstromanlage für den Kieler Norwegenkai hat eine maximale Anschlussleistung von 4,5 Megawatt (MW) bei einer elektrischen Spannung von 10 Kilovolt (KV) und einer Netzfrequenz von 50 Hertz (Hz). Lars Nürnberger, Niederlassungsleiter der Firma Siemens in Kiel: „Die Anlage ist auf die Bedürfnisse von Hafen und Reederei abgestimmt. Durch die beträchtlichen Leistungsdaten und täglichen Betrieb wird ein hoher Umweltnutzen erzielt. Vor Ort sind die Emissionen künftig gleich Null.“ Die Herzstücke der Anlage sind die Übergabestation Land zu Schiff (PLUG) des Herstellers NG² sowie die luftisolierte metallgekapselte Mittelspannungsschaltanlage.

Die PLUG-Übergabestation ist mit einer speicherprogrammierten Steuerung (PLC) ausgestattet, die mit der Mittelspannung-Schaltanlage in der Landstation kommuniziert. Vollautomatisch werden alle notwendigen Schaltvorgänge ausführt, die vom Schiff über die Schnittstelle übermittelt wurden. Bevor die Stromübergabe von Land an das Schiff erfolgt, prüft das System die korrekten Stecker- und Kabelverbindungen. Ist dies erfolgt, wird die Landstromverbindung zugeschaltet. Das Schiff synchronisiert sich mit der Landstromanlage, die die Bordversorgung übernimmt.

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