Buchholz bedauert geplatzte Fusion der Sparkassen Kiel und Mittelholstein

Die angestrebte Fusion der Sparkasse Mittelholstein und der Förde Sparkasse (Kiel) mit zusammen 1.600 Beschäftigten ist gescheitert. Beide Kreditinstitute gaben heute die Einstellung der im September gestarteten Gespräche bekannt. Ein Zusammenschluss sei sowohl von der Wirtschaft als auch den politischen Entscheidungsträgern als richtig bezeichnet worden. Doch zur Fusionsrichtung habe es konträre Auffassungen gegeben.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich enttäuscht: «Ich bin überzeugt, dass es auch für Sparkassen wichtig ist, dass Sie über eine Größe verfügen, die sie kapitalmarktfähig macht – und genau dies wäre mit der Fusion der beiden Sparkassen geglückt. Hier haben sich scheinbar leider eher Verbandsinteressen als ökonomische Notwendigkeiten durchgesetzt», so der FDP-Politiker.

Um die Rechte der heutigen Träger und Aktionäre bestmöglich zu erhalten, sollte die Förde Sparkasse auf die Sparkasse Mittelholstein AG verschmolzen und die neue Sparkasse somit als Aktiengesellschaft fortgeführt werden. «Diese Pläne wurden vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin und dem Deutschen Landkreistag massiv kritisiert und unterminiert», heißt es in einer Erklärung der Sparkassen.

«Bedauerlicherweise ist es nicht gelungen, in der Diskussion mit den Spitzenverbänden eine primär sachbezogene Ebene zu erreichen», äußerten die Vorstandsvorsitzenden Götz Bormann (Förde Sparkasse) und Sören Abendroth (Mittelholstein). «In der emotionalisierten Atmosphäre standen dementsprechend inhaltliche Argumente nicht im Fokus.» Ein sachorientierter Meinungsbildungsprozess sei angesichts vehementer Einflussnahmen in ungekannter Tonalität nicht mehr möglich.

Sie bedauerten die Entwicklung außerordentlich, erklärten Abendroth und Bormann. Beide Sparkassen sind jeweils Marktführer in ihren Geschäftsgebieten und sehen sich auch individuell gut für die Zukunft aufgestellt. Die Institute hatten zum Auftakt der Fusionsgespräche angegeben, sie seien wirtschaftlich kerngesund, wollten sich aber rechtzeitig auf schärfere Wettbewerbsbedingungen einstellen. Die Bilanzsumme der Förde Sparkasse beträgt nach Unternehmensangaben 7,8 Milliarden Euro und die der Sparkasse Mittelholstein 2,7 Milliarden.

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