Integration durch Arbeit und Ausbildung: Land fördert „Alle an Bord“ mit 3,5 Millionen Euro

Immer mehr Geflüchtete schaffen – auch unter den Bedingungen der Pandemie – den Weg in den Arbeitsmarkt. Als Wegbereiter und Wegbegleiter dient das „Beratungsnetzwerk Alle an Bord! – Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete“, kurz: PAM. Heute wurde die Förderung vom Land mit 3,5 Millionen Euro verlängert.

Der aus Somalia stammende Mansor Farah hat bei der Kieler Firma H. Penk Sohn GmbH eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker absolviert – hier vor drei Jahren mit Minister Buchholz (Mitte) und Handwerkskammer-Präsident Ralf Stamer. Foto STAUDT


Um die Arbeit für die kommenden drei Jahre fortzusetzen, unterstützt das Land den PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband als Träger des Netzwerks und seine Partner mit dreieinhalb Millionen Euro. Die Fördermittel für das Projekt, das ein Gesamtvolumen von vier Millionen Euro umfasst, stammen aus dem Landesprogramm Arbeit, davon rund 1,5 Millionen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+). In Vertretung für Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz übergab heute dessen zuständiger Referatsleiter Burkhardt Behmenburg den Förderbescheid an Michael Saitner, Vorstand des PARITÄTISCHEN.

Buchholz sagte anlässlich der Förderung heute in einer Video-Botschaft:


Buchholz hatte zuvor deutlich gemacht, dass es sich bei der Förderung „um eine Investition in ein echtes Erfolgsmodell“ handele und sich dies auch positiv für den Arbeitsmarkt und den Fachkräftebedarf im Land auswirken werde. Das PAM-Netzwerk sei für alle Beteiligten ein Gewinn – für Geflüchtete und Betriebe, aber auch für die Jobcenter und Agenturen, deren Arbeit vor Ort durch das Netzwerk ergänzt werde. Der Minister erinnerte daran, dass ohne Deutschkenntnisse eine berufliche Integration nicht möglich sei. Darum werde den Ratsuchenden zusätzlich zu den regulären Angeboten ein niedrigschwelliges arbeitsmarktbezogenes Sprachtraining ermöglicht. Durch die Zusammenarbeit mit dem vom Bund geförderten Netzwerk „Mehr Land in Sicht!“ könne die Beratung landesweit flächendeckend angeboten werden.

Wie Buchholz weiter sagte, tragen Integrationsmaßnahmen wie PAM seiner Überzeugung nach dazu bei, dass die seit Jahren positiv verlaufende Integration geflüchteter Menschen in den ersten Arbeitsmarkt immer besser gelinge: Während im März 2016 in Schleswig-Holstein 2.461 Geflüchtete aus den acht zugangsstärksten Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, lag die Zahl Mitte 2021 bereits bei 14.877.

Das Netzwerk PAM will nach eigenen Angaben bis 2024 insgesamt mindestens 1.500 Teilnehmende erreichen und rechnet damit, dass ein großer Teil in einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, ein Praktikum, eine Einstiegsqualifizierung oder andere Formen berufsbezogener Qualifizierung vermittelt werden kann.

Buchholz dankte den Trägern und Aktiven für ihre erfolgreiche Arbeit in der Aufbauphase des Netzwerks. So seien zwischen Ende 2017 und 2021 insgesamt 2.580 Teilnehmende erreicht worden – darunter ein Drittel Frauen. „Und auch die Vermittlungsergebnisse können sich sehen lassen: 855 Menschen wurden in Arbeit und Ausbildung, 140 in Qualifizierungen, schulische Bildung oder Studium und 379 Personen in Praktika vermittelt“, so der Minister.

Neben dem Paritätischen sind weitere Partner im Netzwerk: Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V., Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holstein e.V., Umwelt Technik Soziales e.V., Handwerkskammer Lübeck, Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Flensburg mbH und der Kreis Schleswig-Flensburg.

Das Netzwerk im Internet: https://www.alleanbord-sh.de/

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