Nach massiven technischen Anlaufschwierigkeiten und einer dreiwöchigen Reparatur-Zwangspause der Schleifähre „Missunde III“ will das Land Ausfälle künftig vermeiden. «Damit diese Belastungen in der Region wirklich auch ein Ende haben», sagte Ministerpräsident Daniel Günther heute bei einem Besuch in Brodersby, dem „Heimathafen“ der Solar-Seilfähre.

Bei einem Treffen mit Bürgermeistern der Region hat sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther für die Probleme der neuen Schleifähre «Missunde III» entschuldigt. «Ich weiß, was das für viele Menschen hier bedeutet hat, die auf die Fähre angewiesen sind.» Als Beispiel nannte er Pendlerinnen und Pendler, die Gewerbetreibenden und den Tourismus. Die Landesregierung setze alles daran, dass der Betrieb erfolgreich laufe, sagte Günther. «Nicht nur über die Sommersaison, sondern wirklich dauerhaft.»

Er äußerte sich zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen. Es werde alles daran gesetzt, dass es keine weiteren Ausfallzeiten gebe. «Damit diese Belastungen in der Region wirklich auch ein Ende haben und sich die Menschen hier wieder anderen Themen widmen können.»
Nach dem Treffen sagte der Ministerpräsident vor der Presse weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Einig waren sich Günther, Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und die meisten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Region rund um Kosel und Brodersby, dass die „Missunde III“ derzeit alternativlos sei. «Wir haben es hier nun einmal mit einer Einzel-Anfertigung zu tun, die sich in vielerlei Hinsicht noch in einer Testphase befindet», sagte Madsen. Er sei aber zuversichtlich, dass die gröbsten Probleme behoben seien.
Bürgermeister schrieben offenen Brief

Joschka Buhmann, Bürgermeister von Brodersby/Goltoft, betonte nach dem Treffen, «wir wollen gemeinsam nach vorne schauen und gucken, dass wir eine reibungslose Fährverbindung zumindest schon mal für die Saison jetzt für den Tourismus und für unsere kleinen Fischereibetriebe aufrechterhalten können». Er sehe ein, dass mit der «Missunde III» weitergefahren werden müsse.Die Bürgermeister hatten sich zuvor in einem Brief an die Landesregierung gewandt.
Der Bürgermeister von Kosel, Tobias Hansen, nahm die Entschuldigung an. «Für uns war das auch eine schwierige Zeit.» Die Region sei mit den Negativschlagzeilen weit bekannt geworden. «Aber wir haben auch gesehen, dass in den letzten Wochen mit Hochdruck gearbeitet wurde, die Missunde III zu ertüchtigen, und auch mit kleinen Rückschlägen wurde gut umgegangen.»
Bereits vergangene Woche hatte sich Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) im Landtag für die Probleme entschuldigt.
Nach dem Treffen an der Schlei sagte er, «das ist, glaube ich, von niemandem so gewollt gewesen, dass es diesen Ärger gibt». Trotz aller Kritik und Probleme sei der Umgang aber immer gut gewesen. Die «Missunde III» sei «ein klein wenig eine Diva, die fällt dann gerne an Pfingstsonntag aus und nicht Mittwochnachmittag.» Sie kündige einen Ausfall auch nicht an.
Weiter sagte Madsen heute im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…
Nach dreiwöchiger Zwangspause hatte die Solarfähre am Dienstag ihre Fahrt wieder aufgenommen. Die Fähre war am 24. Mai nach nur wenigen Wochen im Einsatz aus Sicherheitsgründen und Reparaturen an der Antriebsanlage vorläufig außer Dienst gestellt worden. Die zwischen Brodersby und Kosel-Missunde verkehrende «Missunde III» hatte erst Ende April mit einer Verzögerung von zwei Jahren den Betrieb aufgenommen.