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Lübecks „Ratzeburger“ wird zum ersten Rad-Schnellweg des echten Nordens

Die Ratzeburger Allee in Lübeck wird zum ersten Radschnellweg Schleswig-Holsteins. Mit der Förderzusage von Bund und Land kann nun der Bau starten. Den Bescheid über knapp 8,5 Millionen Euro übergab Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute an Lübecks Bausenatorin Joanna Hagen (Foto). „Damit setzen wir ein deutliches Ausrufezeichen für das Radland Schleswig-Holstein und für die Mobilitätswende. Radschnellwege sind nicht nur ein Gewinn für den Klimaschutz, sondern auch für die Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Gerade im Alltag fördern wir damit den Wechsel aufs Rad. Das ist genau das Ziel, das wir mit unserer Radstrategie verfolgen „, betonte Madsen.

An der Ratzeburger Allee in Lübeck soll der erste Radschnellweg des Landes entstehen

Bundesverkehrsminister Volker Wissing sagte dazu: „Wir wollen klimaneutrale Mobilität für alle. Dafür brauchen die Menschen gute Angebote. Das Bundesverkehrsministerium unterstützt die Länder und Kommunen dabei, die Radverkehrsinfrastruktur vor Ort auszubauen und zu modernisieren. So unterstützen wir nun die Stadt Lübeck bei der Planung eines neuen Radschnellwegs. In Lübeck werden die Menschen künftig schnell, sicher und getrennt vom restlichen Verkehr radeln können. Das ist ein gutes Angebot für Radfahrer und Pendler und überzeugt hoffentlich auch viele weitere Menschen vom Umstieg auf das Fahrrad.“

In der Ratzeburger Allee wird auf rund 2,4 Kilometern vom Norden ab der Einmündung Stresemannstraße bis zur Stadtweide zukünftig ein Radschnellweg nach höchsten Qualitätsstandards entstehen. Die Strecke ist schon heute eine der wichtigsten Radrouten in Lübeck. Jeden Tag sind hier bis zu 5.000 Radfahrende unterwegs, die Zahl soll laut Prognosen auf bis zu 10.000 täglich ansteigen. Die Infrastruktur ist jedoch in einem schlechten Zustand und nicht breit genug. Der neue Radschnellweg wird mit drei Meter breiten Streifen je Fahrtrichtung genug Platz bieten, damit Radfahrende sicher überholen oder nebeneinanderfahren können und auch die zahlreichen Lastenräder ausreichend Platz finden. 

„Der Radschnellweg ist ein Herzensprojekt der Stadt und echte Pionierarbeit“, freute sich Bausenatorin Hagen. „Dank der großzügigen Förderung von Bund und Land kann die Hansestadt Lübeck zeigen, dass sie es mit Radverkehrsförderung ernst meint. Mit dem ersten Abschnitt ist es aber nicht getan, wir wollen den gesamten Radschnellweg gemeinsam Stück für Stück umsetzen.“

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 11,8 Millionen Euro. Die Fördermittel setzen sich zusammen aus rund sieben Millionen Euro Bundesfinanzhilfen „Radschnellwege“ und rund 1,5 Millionen Euro aus der Landes-Förderrichtlinie „Ab aufs Rad“. Die Hansestadt Lübeck arbeitet hier eng mit der Metropolregion Hamburg zusammen, die ein ganzes Radschnellnetz in der Region etablieren will. Lübeck ist nun die erste Kommune, in der die regionalen Konzepte Realität werden sollen. Die gesamte Trasse des Radschnellwegs wird Lübeck von Bad Schwartau bis Groß Grönau durchqueren und so auch die Nachbargemeinden anbinden.

Qualitäts-Check: Die meisten Bahnhöfe im Land haben Luft nach oben

Boostedt im Kreis Segeberg verfügt nach einer Erhebung des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (NAH.SH) über die beste Bahnstation im Land. Bei einer aktuellen Bewertung landet er mit der Note 1,3 auf dem Spitzenplatz. Mit Nützen (1,4), Holstentherme (1,5) und Wiemersdorf (1,5) folgen weitere Bahnhöfe im Kreis Segeberg. Für diese Stationen ist der Betreiber AKN zuständig.

Am schlechtesten schneiden bei der Überprüfung mit jeweils 4,25 die Stationen Hademarschen (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Haffkrug (Kreis Ostholstein) und Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg) ab. Im Durchschnitt erhalten die Bahnhöfe und Haltestellen im Norden die Bewertung 3,02.

Bei der letzten im Auftrag von NAH.SH durchgeführten Qualitätskontrolle 2018 hatten die Tester noch die Gesamtnote 2,58 vergeben. Der aktuelle Bericht umfasst den Zeitraum vom 4. Quartal 2023 bis zum 3. Quartal 2024. Für die Kontrollen werden einmal im Quartal alle 183 Bahnstationen und Bahnhöfe in Schleswig-Holstein und zusätzlich die vom schleswig-holsteinischen Nahverkehr bedienten Hamburger Stationen unangemeldet kontrolliert. Dabei werden Wartekomfort, Fahrgastinformation, die Sauberkeit der Anlagen und die Instandhaltung bewertet. Zusätzlich werden auch B+R-Fahrradstellplätze und deren Auslastung sowie die Haltestellen des Schienenersatzverkehrs begutachtet.

Die Stationskontrolle zeige, dass es noch viele Schwachpunkte im System gebe, die dazu führten, dass die Fahrgäste sich teilweise nicht sicher bewegen könnten, kritisierte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU). «Die Infrastrukturbetreiber der Stationen müssen hier unbedingt nachbessern. Vor allem bei DB InfraGo sehen wir Handlungsbedarf.»

Netz für Akkuzugflotte komplett – Madsen: „Spurt in eine klimaneutrale Mobilität“

Pünktlich zum Fahrplanwechsel am Sonntag hat die Deutsche Bahn jetzt die letzte Ladeinsel für Akkuzüge am Bahnhof Tönning in Betrieb genommen. Parallel wurde in Kiel-Hassee das letzte Stück Oberleitung fertiggestellt. Damit ist das weltweit erste größere Netz für Akkuzüge im Personennahverkehr komplett. «Ein wichtiger Schritt für Schleswig–Holstein in Richtung klimaneutrale Mobilität. Die Bahnunternehmen erixx Holstein und Nordbahn können so nun auf allen Linien im Akkunetz mit Akkuzügen fahren», sagte heute Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen.

Auf rund 460 Kilometern Strecke verkehren statt Dieseltriebwagen jetzt 55 klimafreundliche Akkutriebwagen im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein NAH.SH. So können jährlich rund 10 Millionen Liter Diesel eingespart und damit etwa 26.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Für den Betrieb wird 100 Prozent Ökostrom bezogen. Die innovative Nachladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein wurde seit 2022 aufgebaut und gilt als Leuchtturm-Projekt bundesweit. So ist der Wechsel auf Akkuzüge beispielsweise auch in Niedersachsen geplant.

«Dieses Projekt beweist, wie effizient und zukunftsorientiert nachhaltige Mobilität gestaltet werden kann, wenn alle Beteiligten entschlossen zusammenarbeiten. In kürzester Zeit haben wir es gemeinsam geschafft, mit wenigen neuen Oberleitungen in Schleswig-Holstein klimafreundliche Mobilität zu realisieren. Die jetzt vollständige Einführung der Akkuzüge ist ein Meilenstein, und Schleswig-Holstein ist wieder einmal Vorreiter. Übrigens auch in Sachen Komfort für die Fahrgäste», sagte Madsen.

Nach den Worten der DB Konzernbevollmächtigten für Schleswig-.Holstein und Hamburg, Ute Plambeck, habe der Konzern gemeinsam mit der DB InfraGO und der DB Energie eine innovative Akku-Ladeinfrastruktur aufgebaut.«Dieses Leuchtturm-Projekt ermöglicht es, die verkehrs- und klimapolitischen Ziele des Landes Schleswig-Holstein zu erreichen, jährlich Millionen Liter Diesel einzusparen – und es beweist, wie sich Nachhaltigkeit und technische Innovation erfolgreich verbinden lassen, um eine zukunftsfähige Infrastruktur zu schaffen», so Plambeck.

Die Akku-Nachladeinfrastruktur biete zwei Vorteile gegenüber einer vollständigen Elektrifizierung des Streckennetzes: Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Die Umsetzung sei besonders schnell möglich, da Genehmigungsverfahren nur für den Bau kurzer Abschnitte nötig und deswegen weniger langwierig sei.

In Schleswig-Holstein hatte die DB zunächst in den Bahnhöfen Kiel, Büchen, Bad Oldesloe und Flensburg neue Oberleitungen gezogen beziehungsweise verlängert, um ein Aufladen zu ermöglichen. In einem zweiten Schritt wurden Oberleitungsinselanlagen in den Bahnhöfen Husum, Heide und Tönning gebaut. Mithilfe eines kurzen Stücks Oberleitung und mit einem eigenen Ladeunterwerk entstehen so „Inseln“ zum Laden der Akkuzüge.

Das Land hatte sich in einer technologieoffenen Ausschreibung für die Beschaffung der Akkuzüge entschieden. 2023 wurde der Betrieb auf der ersten Strecke aufgenommen.

FSG und Nobiskrug: Nun gehen die Insolvenzverwalter an Bord

Am Ende entschieden die Gerichte in Flensburg und Neumünster: Nach Anträgen von mehreren Gläubigern wurden heute für vier Gesellschaften der Werftengruppe FSG-Nobiskrug Insolvenzeröffnungsverfahren eingeleitet. Betroffen sind die FSG-Nobiskrug Holding GmbH, die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft mbH, die Nobiskrug Yachts GmbH und die FSG Nobiskrug Design GmbH mit den Werftstandorten Flensburg und Rendsburg.

Das gaben die beiden eingesetzten Insolvenzverwalter Christoph Morgen (FSG) und Hendrik Gittermann (Nobis) bei Betriebsversammlungen an beiden Standorten bekannt. Beide Experten sollen Sanierungslösungen für die Werftengruppe erarbeiten. Um die Löhne und Gehälter der knapp 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – rund 340 in Flensburg und 140 in Rendsburg – kurzfristig zu sichern, wurde eine Insolvenzgeldvorfinanzierung eingeleitet. Sie umfasst die Lohn- und Gehaltszahlungen bis einschließlich Januar 2025 und beinhaltet auch die noch ausstehenden Novembergehälter.

Hier ein Livestream der Pressekonferenz bei der FSG

Die vorläufigen Insolvenzverwalter werden jetzt Kontakt mit den Auftraggebern für die zwei bereits begonnenen Schiffsbauten an den Werftstandorten in Flensburg und Rendsburg aufnehmen. Dabei handelt es sich um eine RoRo-Fähre (FSG) und eine Superyacht (Nobiskrug). Falls erforderlich, wollen Morgen und Gittermann anschließend mit der Bundes- und Landesregierung über Möglichkeiten der Unterstützung bei der Zwischenfinanzierung von Baukosten bis zur Abnahme und Zahlung durch die Auftraggeber sprechen. Parallel werden sie weitere Optionen für eine Sanierung der renommierten Werften erarbeiten.

Ähnlich wie beide Insolvenzverwalter hat sich Wirtschaftsminister Madsen «fassungslos» über die Lage beider Werften gezeigt. Er habe im Büro in den gepanzerten Schrank blicken dürfen und weit über 100 Gerichtsschreiben von Schuldnern gesehen, die auch schon bestätigt seien, sagte er in Flensburg nach einer Betriebsversammlung. «Das ist geradezu erschütternd.»

Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten

Einen dermaßen rücksichtslosen Unternehmer habe er noch nicht erlebt, sagte Madsen mit Blick auf den abwesenden Werfteigentümer, Investor Lars Windhorst. Allein dass man über Monate Gehälter nur schleppend oder gar nicht zahlt, sei verantwortungslos. Es seien nicht einmal Versicherungen bezahlt worden, Maschinen hätten keinen TÜV – «einen viel schlimmeren Eindruck konnte man eigentlich nicht bekommen. Das hat mich ziemlich erschreckt und auch bedrückt».

Der Minister sagte, die Bürgschaftschaftsbank habe schon ihre Bereitschaft erklärt, unterstützend zu sein. «Wir haben versprochen in Bankengespräche mit einzusteigen, einfach um zu zeigen, dass wir eine gemeinsame Zielsetzung haben.» Auch Richtung Bund habe er schon «die Finger ausgestreckt in der Hoffnung, dass man uns auch unterstützen wird». Er glaube, es sei jedem klar, für die nationale Sicherheit und die Energiesicherheit brauche man Werften.

Handy-Netz: Das Funklock bei Bahrenhof im Kreis Segeberg ist bald gestopft

Madsen mit MIG-Chef Wilmsmann (rechts) und Ralf Capito von der Vantage Towers AG, die den neuen Funkmast errichten wird

Digitaler Rückenwind für alle Handynutzer rund um Bahrenhof im Kreis Segeberg: Für den Bau eines neuen Mobilfunkmasts übergaben heute Technologieminister Claus Ruhe Madsen und Ernst Ferdinand Wilmsmann, Geschäftsführer der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG), einen Förderbescheid an die Vantage Towers AG. Das Unternehmen soll in der Gemeinde im kommenden Jahr den Sender errichten und erhält dafür vom Bund knapp 700.000 Euro. Spätestens Anfang 2026 soll dann der weiße Fleck endgültig Geschichte sein.

Die drei Mobilfunknetzbetreiber Telefónica, Telekom und Vodafone hatten sich zuvor gegenüber der MIG bereits verpflichtet, den neuen Mast künftig zu nutzen. «Die Aufgabe, eine wirklich flächendeckende Versorgung in allen Netzen herzustellen, behält für uns höchste Priorität«, sagte Madsen. Der geförderte Mast werde nicht nur den ‚weißen Fleck‘ in der Nähe von Bahrenhof versorgen, sondern auch in den umliegenden Gemeinden den Mobilfunkempfang spürbar verbessern. Und da drei Netzbetreiber bereits zugesagt hätten, die Anlage zu nutzen, entstehe dort auch kein neuer ‚grauer Fleck‘, wo man nur mit der ‚richtigen‘ SIM-Karte telefonieren könne, so der Minister weiter. «Eine solche gemeinsame Nutzung von Standorten halte ich für ein zielführendes Modell, um die Versorgungsqualität in Regionen, die für den eigenwirtschaftlichen Mobilfunknetzausbau weniger interessant sind, auch nach dem Ende der Mobilfunkförderung voranzubringen.»

MIG-Geschäftsführer Wilmsmann sagte: «Schleswig-Holstein verfügt aufgrund der günstigen geografischen Bedingungen schon jetzt über eine sehr gute Mobilfunkversorgung. Aber auch in Schleswig-Holstein haben wir den Bedarf für den Bau eines geförderten Mobilfunkmasts identifiziert, damit ein bisher noch vorhandener ‚weißer Mobilfunkfleck‘ künftig von der Netzkarte verschwindet. Mit dem Förderprojekt im nördlichsten Bundesland profitieren nun alle Flächenländer von der Mobilfunkförderung des Bundes, die von der MIG umgesetzt wird. Ich danke allen Beteiligten die Hand in Hand gearbeitet haben, um dieses Projekt erfolgreich voranzutreiben. Jetzt muss der neue Mast zügig gebaut und in Betrieb genommen werden.»

Freude auch bei Segebergs Landrat Jan Peter Schröder: «In einem Flächenkreis wie unserem ist eine gute Mobilfunkversorgung enorm wichtig. Daher freue ich mich, dass mit dem geförderten Telefonmastausbau letzte Lücken geschlossen werden können und alle davon profitieren.»

20 Millionen-Spritze soll Industriegebiet Friedrichsort fit für die Zukunft machen

Es dürfte die größte Förderung sein, die Kiel in seiner jüngsten Geschichte je erhalten hat: Knapp 20 Millionen Euro übergab Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer für die Revitalisierung des Industriegebiets Friedrichsort.

MaK, Caterpillar, Voith, Vossloh, Lindenau… Industrieproduktion mit großen Namen hat in Kiel-Friedrichsort eine lange Tradition. Allerdings ist die Infrastruktur am „StrandOrt Kiel“ nicht mehr zeitgemäß. Eine grundlegende Modernisierung soll dem Industrieareal deshalb bis 2028 eine neue wirtschaftliche Perspektive geben – inclusive Strand-Zugang für die Bevölkerung. Das Land fördert das Vorhaben mit fast 20 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ sowie Landesmitteln.

«Das ist die höchste Einzelförderung, die das Land bisher für Gewerbeflächenrecycling zur Verfügung gestellt hat. Aber das macht sich bezahlt. Hier entsteht ein Gewerbegebiet der Zukunft mit autarker Energieversorgung und einem Fokus auf wichtige Branchen wie die Bahnindustrie oder die digitale Wirtschaft», betonte Madsen bei dem heutigen Besuch des Areals. Das Land unterstütze die Wirtschaft nach Kräften bei der Suche nach Industriearealen. «Projekte wie dieses bringen den gesamten Standort Schleswig-Holstein voran», so der Minister.

Durch die Förderung könne nun der zweite Baustein gesetzt werden – die Erschließung und Neuordnung sowie die Schaffung und Wiederherstellung der Verkehrsinfrastruktur. Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen dazu weiter – Audio starten…

«Mit dem zweiten großen Abschnitt der Revitalisierung des StrandOrt Kiels wird die Grundlage für ein modernes, überregional attraktives Industrieareal und eine nachhaltige Energieversorgung geschaffen«, freute sich auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Es werde unter anderem die gesamte Ver- und Entsorgung neu geplant und hergestellt. Das betreffe das Straßen- und Verkehrsnetz, das Stromnetz, die Wärmeversorgung, die Lösch- und Trinkwasserleitungen sowie die Entwässerungsleitungen. Die Umbaumaßnahmen starten im Spätsommer 2025 und werden bis Anfang 2027 dauern. Derzeit ist der Rückbau einiger Gebäude in der Umsetzung. Die Altlastensanierung startet ab März 2025.

Werner Kässens, Geschäftsführer der KiWi, betonte die Wichtigkeit dieses Areals und sagte: «Der StrandOrt ist bundesweit einmalig als innovative Wirtschaftsfläche über die Schiene, Straße erreichbar, direkt am Wasser und nahe des Flughafens. Die 150-jährige Industriefläche wird der Zukunftsort für Nachhaltige Produktion sein. Wir erwarten über 1.000 Arbeitsplätze. Dieses Areal ist Teil der großen Ost-West Regionalachse Clean Energy Valley Schleswig-Holstein.»

Landesregierung stärkt Sicherheit und investiert in die Arbeitsmarkt-Integration

Mit zusätzlichen Stellen, künstlicher Intelligenz und schnellerer Integration in den Arbeitsmarkt will die Landesregierung die Innere Sicherheit stärken. Ministerpräsident Günther begründet die Pläne mit der veränderten Lage.

Madsen und Ministerpräsident Daniel Günther

Mit zusätzlichem Geld sollen vor allem Polizei und Verfassungsschutz in Schleswig-Holstein gestärkt werden. Die Landesregierung wolle über die Nachschiebeliste für den Haushalt 2025 mehr als 7,6 Millionen Euro zusätzlich bereitstellen.

Migrantinnen und Migranten soll zudem die schnellere und einfachere Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. «Auch hierfür stehen zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereit», sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Aminata Touré. Neben individueller Förderung von Geflüchteten in Projekten will die Integrationsministerin auch die Strukturen im Land nachhaltiger aufstellen.

Nach den Worten Touré und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen soll das im Frühjahr gestartete Kompetenzscreening von Geflüchteten mit der Bundesagentur für Arbeit auf fünf Erstaufnahmeeinrichtungen ausgeweitet und qualitativ verbessert werden. Dafür stellt das Land zusätzliches Personal und eine Million Euro zur Verfügung.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Madsen weiter – Audio starten…

Die Ministerin stellte drei Säulen vor, in denen die Arbeitsmarktintegration entscheidend vorangetrieben wird. So soll das im Frühjahr gestartete Kompetenzscreening von Geflüchteten mit der Bundesagentur für Arbeit auf fünf Erstaufnahmeeinrichtungen ausgeweitet und qualitativ verbessert werden. Dafür stellt das Land zusätzliches Personal und insgesamt eine Million Euro zur Verfügung. Ein besonderer Fokus richtet sich dabei auf die Arbeitsmarktvermittlung von Frauen und die frühe sprachliche Förderung.

Darüber hinaus sollen laut Madsen Prozesse zur Anerkennung von Berufsabschlüssen beschleunigt und gebündelt werden. Viele Geflüchtete sind mit dem Anerkennungsrecht und der für sie unbekannten Verwaltungsstruktur in Deutschland überfordert. Zudem sei die Zahl der Anerkennungsverfahren 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent gestiegen. «Deshalb werden wir in diesem Bereich zusätzliche Personalstellen im Lan-desamt für Soziale Dienste schaffen und die Sachausstattung verbessern», so Madsen: «Auch das Welcome Center soll personell gestärkt werden und stärker verzahnt werden mit dem Grundkompetenzscreening.» Geplant ist auch ein Stipendienprogramm für Anerkennungsverfahren, da diese häufig mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt zur Verringerung der Fachkräftelücke ist die Steigerung der Anzahl an Berufsausbildungen. Deshalb wird nach den Worten von Madsen ein Online-Verfahren entwickelt, bei dem weltweit junge Menschen, die sich für einen Ausbildungsplatz interessieren, einen standardisierten Fähigkeitstest machen. Die Bewerberinnen und Bewerber mit den höchsten Punktzahlen werden vom Welcome Center Schleswig-Holstein an Ausbildungsbetriebe in Schleswig-Holstein vermittelt.

Wie der Minister weiter sagte, wird im Landesprogramm Arbeit im kommenden Jahr die Aktion „Innovative Wege in Beschäftigung“ mit dem Fokus der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund finanziell um 1,45 Millionen Euro verstärkt. Dadurch können zusätzliche Projekte für diese Zielgruppe umgesetzt werden. „Wir werden zudem ab 2026 ei-ne neue Förderrichtlinie zur Fachkräftesicherung auflegen. Unterstützt werden Projekte, die insbesondere in Branchen mit besonders starkem Fachkräftemangel wie im Tourismus, der Pflege, dem Baugewerbe oder der Logistik die Arbeitsmarktintegration vorantreiben“, so Madsen. «Aktuell fehlen in Schleswig-Holstein rund 34.000 Fachkräfte. Auf der anderen Seite kommen pro Jahr zwischen 10.000 und 15.000 Geflüchtete zu uns, von denen ein erheblicher Teil viel schneller arbeiten könnte, sofern die Voraussetzungen stimmen. Hier wollen wir beim Matching viel schneller vorankommen», sagte Touré.

Südspange Kiel: Voruntersuchung rät von Neubau in ursprünglicher Form ab

Eines der meistdiskutierten Verkehrsprojekte in Kiel – der Neubau einer Südspange zwischen der B 404 bei Kronsburg und der B 76 bei Gaarden-Süd wird absehbar zurückgestellt. Stattdessen soll der Ausbau der B 404 zur A 21 bis ans Barkauer Kreuz mit Priorität vorangetrieben und planerisch von der Südspange entkoppelt werden. Der dringend erforderliche viersstreifige Neubau der bislang zweistreifigen Bahnbrücke im Zuge der B 404 in Höhe Meimersdorfer Moor soll rasch beginnen.

Verkehrsminister Madsen auf einer Brückenbaustelle bei Nettelau im A21-Abschnitt Klein Barkau bis Nettelsee

Das sind die wesentlichen Ergebnisse der 190 Seiten starken Voruntersuchung der vom Bund beauftragten Infrastruktur-Gesellschaft DEGES. Die endgültige Entscheidung trifft der Bund. Am kommenden Donnerstag befasst sich auch der Wiirtschaftsausschuss des Landtags mit dem Thema. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte bereits vor einer Woche öffentlich erklärt, auf den Bau der Südspange in ihrer ursprünglichen Form verzichten zu wollen.

Wie Verkehrsstaatssekretär Tobias von Heide heute mitteilte, habe sich die DEGES in ihrem Gutachten damit für die dritte (in der Grafik oben V 3) von insgesamt elf Varianten als Vorzugsvariante entschieden. „Weil sich vor allem die Baukosten einer Südspange um rund 100 Millionen Euro gegenüber ursprünglichen Plänen erhöht haben, ist auch nicht auszuschließen, dass der Kosten-Nutzen-Faktor für die Südspange in der aktuellen Lage zu niedrig ist, um das Projekt zu realisieren. Gleichwohl ist der Bau der Südspange (in der Grafik V 9) zu einem späteren Zeitpunkt weiterhin möglich. Gerade in Verbindung mit dem Ostring II ist diese Maßnahme aus verkehrlicher Sicht weiterhin sinnvoll. So sieht es der Bundesverkehrswegeplan vor“, sagte von der Heide.

Tobias von der Heide

Die mit rund 136 Millionen Euro veranschlagte Vorzugsvariante 3 der Südspange verläuft südlich des Gleisdreieckes von der Anschlussstelle L 318 / B 404 (Karlsburg) bis zu einer Anschlussstelle an der B 76 in Höhe der heutigen Anschlussstelle Segeberger Landstraße. Im Verlauf dieser Variante sind 7 Brückenbauwerke vorgesehen.

Zusammen mit der DEGES, der für die A 21 zuständigen Autobahn GmbH des Bundes und dem Bundesverkehrsministerium wird das Land nun eine Projektabstimmung vornehmen und das weitere Verfahren erörtern, so von der Heide. Ziel sei die Festlegung der bevorzugten Linie für den Neubau und die bevorzugte Variante für den Ausbau der
B 404. Kriterien seien unter anderem verkehrliche Ziele, technische Gestaltungsmerkmale sowie Umweltauswirkungen und die Wirtschaftlichkeit.

Laut von der Heide solle der Ausbau der B 404 zur A 21 von der Anschlussstelle Kronsburg bis kurz vor das Barkauer Kreuz auf einer Länge von rund 2,1 Kilometern erfolgen. Da eine Autobahnanbindung von Nebenstraßen nur über Anschlussstellen erfolgen könne, werde die verkehrliche Anbindung der Wohngebiete über eine Verbindungsstraße von Kronsburg nach Gaarden Süd mit Anschluss an die Anschluss-Stelle Kronsburg mit Hilfe von Rampen sichergestellt.

„Diese Verbindung soll unter anderem auch der ÖPNV und der so genannte nichtautobahnfähige Verkehr nutzen. Umgekehrt wird es auch Verkehrsentlastungen auf den Nebenstraßen durch Verkehrsverlagerung auf die A 21 geben“, sagte von der Heide. Mit dem Ausbau der B 404 seien zudem der Bau oder die Erweiterung von insgesamt acht Brückenbauwerken vorgesehen. Wie von der Heide weiter sagte, bestehe für den reinen Ausbaubereich zur A 21 und den Neubau der B202 Südspange Kiel dem Grunde nach ein Anspruch auf Lärmvorsorgemaßnahmen soweit die geltenden Lärmschutzauslösewerte überschritten werden.

Kanaltunnel: Nächste Stufe gegen Stau- Stress erfordert Sperrungen im Dezember

Auch wenn die Zahl der ausgelösten Höhenkontrollen am Rendsburger Kanaltunnel seit Sommer zurückgegangen ist – der Landesbetrieb arbeitet mit Hochdruck an der nächsten Optimierungsstufe. Ziel: Spätestens im ersten Quartal kommenden Jahres soll im Falle eines Höhen-Alarms nur noch exakt die Fahrbahn gesperrt werden, auf der der verdächtige Lkw zum Stehen gekommen ist.

Wie LBV.SH-Chef Frank Quirmbach und sein zuständiger Fachmann Guntram Kunft heute in Rendsburg bei einem Termin mit Kommunalvertretern erläuterten, erhoffe man sich davon eine Halbierung der bisherigen Staus.

Doch um die technischen Voraussetzungen für diese optimierte Steuerung des Verkehrs zu schaffen, ist vorher von Pendlerinnen und Pendlern in der Region noch einmal Geduld gefragt: Am 2. (Oströhre) und 3. (Weströhre) Dezember zwischen 8 und 17 Uhr sind Vollsperrungen des Tunnels nötig, um die nötigen Hardwareänderungen an der Verkehrstechnik vorzunehmen.

Dazu sagte LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach (Video starten)

Nach den Worten von Quirmbach wurde das Vorgehen vorab ausführlich mit den Verkehrsbehörden der Stadt Rendsburg und des Kreises sowie mit der Polizei und der abgestimmt.

Die so genannte Optimierungsstufe 1 ist bereits seit Oktober implementiert. Die seitdem laufende Testphase zeigt: Um die darauf aufbauende Optimierungsstufe 2 (nur Sperrung der betrof­fenen Fahrbahn bei Höhenkontrollauslösung) umsetzen zu können, müssen an zwei soge­nannten Streckenstationen mit Sicherheitstechnik weitere komplexe Umbauarbeiten vorgenommen werden. Hintergrund: Die Tunnelsperrungen erfolgt derzeit nicht prompt nach Auslösung einer Höhen­kontrolle, es vergehen etwa fünf Sekunden bis zur Aktivierung der Tunnelsperranlage (Lichtsignal- und Schrankenanlage). Neben der überhöhten Geschwindigkeit mancher Verkehrsteilnehmer ist die systemische Verzögerung ein Grund, warum überhöhte LKW derzeit nicht am geplanten Haltequerschnitt der Tunnelsperranlage stehen bleiben. Aktuell muss deshalb die betroffene Tunnelröhre komplett gesperrt werden.

So erläuterte der zuständige LBV.SH-Ingenieur Guntram Kunft den Kommunalvertretern heute den Stand der zweiten Optimierungsstufe (Video starten)

Nach dem Umbau startet der LBV.SH eine intensive Testphase.

Vollsperrung am 2. Dezember von 8:00 bis 17:00 Uhr der Oströhre samt Vorfeld. Im Zeit­raum 7:00 bis 8:00 Uhr wird für den Aufbau der Baumaßnahme und den Aufbau der Sper­rung die halbseitige Sperrung der B 77 (rechter Hauptfahrstreifen) eingeleitet. Der ÖPNV kann bis 13:00 Uhr den Tunnel unter besonderer Vorsicht passieren.

Vollsperrung am 3. Dezember von 8:00 bis 17:00 Uhr der Weströhre samt Vorfeld. Im Zeit­raum 7:00 bis 8:00 Uhr wird für den Aufbau der Baumaßnahme und den Aufbau der Sper­rung die halbseitige Sperrung der B 77 (rechter Hauptfahrstreifen) eingeleitet. Der ÖPNV kann bis 13:00 Uhr den Tunnel unter besonderer Vorsicht passieren.

Umleitungsempfehlungen

2. Dezember 2024 Oströhre: Umleitung ab Rendsburg-Süd über die B 202 bis zum Auto­bahnkreuz Rendsburg sowie die A 7 Richtung Büdelsdorf zur B 203 nach Rendsburg. Für den innerstädtischen Verkehr führt die Umleitungsempfehlung über die Kanalfähre Nobis­krug.

3. Dezember 2024 Weströhre: Umleitung ab Rendsburg über die B 203 durch Büdelsdorf, die A 7 bis zum Autobahnkreuz Rendsburg sowie die B 202 nach Rendsburg-Süd. Für den innerstädtischen Verkehr führt die Umleitungsempfehlung über die Kanalfähre Nobiskrug.

Landtag und Landesregierung glauben an eine Zukunft der Werften FSG und Nobis

Wenig Aufträge, freigestellte Mitarbeiter, unbezahlte Rechnungen ‒ auf den beiden Werften Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) und Nobiskrug in Rendsburg gibt es seit Monaten Probleme. Auch heute gingen an Eigentümer Lars Windhorst und seine Tennor-Group dringende Apelle aus dem Landtag. 

Die Abgeordneten sprachen sich nahezu einhellig für einen Investorenwechsel bei den angeschlagenen Werften aus. Ein Antrag von CDU und Grünen, wonach sich der Landtag auf die Seite der Beschäftigten der Werften stellt, wurde einstimmig beschlossen.
«Realistische Lösungen zum Erhalt der Werften setzten voraus, dass der Eigentümer Windhorst verkauft», sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen. «Alles, was wir machen können, ist, Druck auszuüben, mit potenziellen Investoren zu sprechen und bereitzustehen, falls Unterstützung benötigt wird», betonte der CDU-Politiker.

Hier seine Rede in voller Länge:

Aus Sicht des Ministers gibt es derzeit nur zwei Optionen: «Lars Windhorst stellt sich seiner Verantwortung, räumt auf, macht die Werften verkaufsfähig und verkauft.» Oder FSG und Nobiskrug gingen in die Insolvenz und machten den Weg frei für neue Investoren. «Ich bin davon fest überzeugt, dass die beiden Werftstandorte eine Zukunft haben», erklärte Madsen. So könnte die FSG Stahlelemente für die für Windparks erforderlichen Konverterplattformen herstellen und als zweites Standbein den Marine-Schiffbau etablieren. Nobiskrug könnte hingegen Aufträge insgesamt im Schiffbau übernehmen.

Die beiden Werften gehören zur Tennor-Gruppe von Windhorst. FSG und Nobiskrug haben seit Monaten Probleme; Gehälter wurden verspätet gezahlt, neue Aufträge sind Mangelware. Fast die gesamte Belegschaft war zwischenzeitlich freigestellt worden.

Windhorst persönlich wird für sein Verhalten und seine Kommunikation von vielen Seiten kritisiert. Wirtschaftsminister Madsen und Ministerpräsident Daniel Günther hatten bereits Anfang Oktober einen Rückzug von Windhorst aus der Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft (FSG) und der Werft Nobiskrug gefordert.