Archiv der Kategorie: Allgemein

Land hält weitere 50 Millionen Euro für den Glasfaser-Ausbau bereit

Mehr als eine halbe Milliarde Euro Fördermittel flossen bereits in den Glasfaser-Ausbau im Norden. Nun stellt Schwarz-Grün noch einmal 50 Millionen Euro bereit.

Madsen (2.v.r) mit dem Chef des Breitband-Kompetenzzentrums Johannes Lüneberg (2.v.l.) und den Kommunal-Vertretern Jörg Bülow (rechts) und Marc Ziertmann vor der schleswig-holsteinischen „Netzkarte“

Trotz Sparkurses investiert die schwarz-grüne Landesregierung weiter in den Ausbau schneller Internetanschlüsse in Schleswig-Holstein. «Glasfaser ist kein Luxus, denn hohe Bandbreiten und geringe Störanfälligkeit werden immer wichtiger im digitalen Zeitalter», sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Fördermittel sollen dafür sorgen, dass Glasfaser-Kabel auch auf dem Land verlegt werden können und die Wirtschaft landesweit wettbewerbsfähig bleiben könne.

Aus dem Infrastrukturprogramm «Impuls» stellt die Koalition in den kommenden Jahren weitere 50 Millionen Euro bereit. Mit dem Geld will sie den Ausbau in Regionen fördern, die für Telekommunikations-Unternehmen zu unrentabel sind. Dazu gehören beispielsweise der Kreis Herzogtum Lauenburg, das Amt Pinnau (Kreis Pinneberg) sowie die Ämter Achterwehr, Mittelholstein und Nortorfer Land (Kreis Rendsburg-Eckernförde).

„Es zeigt sich erneut, IMPULS sorgt für langfristige Planungssicherheit beim Ausbau der Infrastruktur in Schleswig-Holstein. Der Kofinanzierungsbedarf beim Breitbandausbau ist durch die Mittel aus dem Infrastrukturprogramm ausfinanziert. Das ist ein wichtiger Schritt für die Menschen und die Wirtschaft im Land und bringt Schleswig-Holstein bei der Digitalisierung weiter voran“ sagte Finanzministerin Silke Schneider.

Madsen hob das klare Bekenntnis der Landesregierung zum Infrastrukturziel hervor:«Glasfaser ist kein Luxus, denn hohe Bandbreiten und geringe Störanfälligkeit werden immer wichtiger im digitalen Zeitalter. Mit der Breitbandförderung sorgen wir dafür, dass auch die ländlichen Regionen am digitalen Fortschritt teilhaben und unsere Unternehmen überall im Land wettbewerbsfähig bleiben können. Deswegen haben wir die klare Erwartungshaltung an den Bund, dass er die Breitband-Förderung nicht wie angekündigt kürzt.»

In keinem anderen Bundesland sei der Ausbau schon so weit fortgeschritten wie in Schleswig-Holstein – 70 Prozent der Hausadressen könnten schon einen Glasfaseranschluss bekommen, mehr als 97 Prozent der Schulstandorte seien bereits versorgt. Und die Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner ziehen mit: 49 Prozent hätten einen Anschluss gebucht und nutzten schon die Vorteile der Datenübertragung mit Licht, so der Minister.

Ziel der Landesregierung ist eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser für Haushalte und Unternehmen bis 2030. Seit 2013 hat das Land bereits gut 206 Millionen Euro bereitgestellt. Davon sind rund 180 Millionen Euro bereits geflossen oder fest verplant. Zudem sind mehr als 300 Millionen Euro Bundesmittel abgerufen worden.

Wie Madsen weiter sagte, hätten 1.036 Städte und Gemeinden bereits ein Glasfasernetz, das aber noch nicht überall komplett ausgebaut ist. In weiteren 54 Städten und Gemeinden läuft der Bau. 14 weitere Gemeinden planen ein Glasfasernetz. Insgesamt hat das Glasfasernetz in Schleswig-Holstein demnach eine Länge von mehr als 20.000 Kilometern.

Marschbahn-Ausbau: Landtag sendet ein klares Signal an den Bund

Zugausfälle und Verspätungen auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt machen Pendlern und Touristen täglich zu schaffen. Vertreter aller Parteien im Landtag fordern einstimmig den raschen Ausbau.

Wenige Tage nach dem Marschbahngipfel in Niebüll beschäftigte die Diskussion um den Ausbau der Strecke heute auch den Landtag: Die Abgeordneten sendeten das einstimmige Signal in Richtung Bundesregierung und Deutsche Bahn, den seit 30 Jahren diskutierten zweigleisigen Ausbau zwischen Niebüll und Westerland endlich in die Zielgerade zu bringen.

Zuletzt waren Zweifel aufgekommen, ob die Deutsche Bahn das Projekt Marschbahn wirklich schnell vorantreibt oder doch verschleppt. Der Landtag diskutierte deshalb einen Antrag, den alle Fraktionen gemeinsam eingebracht hatten. «Schleswig-Holstein steht geschlossen zum Ausbau der Marschbahn. Das sollte das Signal der heutigen Debatte sein», sagte der CDU-Abgeordnete Lukas Kilian gleich zu Beginn.

Auch er sei in Niebüll gewesen, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Bundesverkehrsminister Wissing habe mitteilen lassen, dass wegen Kürzungen im Bundesetat der Fokus auf den Hochleistungsstrecken in Deutschland liege, die Pläne für die Marschbahn aber weiter verfolgt würden. «Aber Pläne, die in Schubladen vor sich hin schimmeln, bringen niemanden etwas, am wenigsten den Tausenden von Pendlern», so Madsen.

Hier seine Landtagsrede in voller Länge…

Madsen nannte den Ausbau der Strecke unerlässlich: «Lassen sie uns beim Bund und bei der Bahn immer wieder gemeinsam dafür einstehen.» Das Land sei schon massiv in Vorleistung gegangen. Er forderte die zuständige DB-Tochter Infrago auf, ihre Planung Anfang nächsten Jahres vorzulegen. Noch vor der Bundestagswahl im Herbst müsse der Ausbau parlamentarisch beraten werden.

Gründerpreis der Lübecker Wirtschaft: Carstens wünscht sich viele Nachahmer

«Klein, mutig, stark und einfallsreich»: Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hat am Abend den Preisträgerinnen und Preisträgern des diesjährigen Existenzgründerpreises der Lübecker Wirtschaft gratuliert.

Kai Thiemann, Beate und Jan Brandenburg. Fotos: Felix König (LN)

«Die Konzepte haben nicht nur die Jury überzeugt, sondern auch mich und das Publikum begeistert», sagte Carstens bei der Preisverleihung im Lübecker Hotel „Slowdown“ auf dem Priwall. «Ich kann nur hoffen, dass diese ausgezeichneten Gründerinnen und Gründer auch anderen Mut machen – ein Mittelstandsland wie unseres braucht Sie – uns darf keine gute Geschäftsidee verloren gehen, sei sie auch noch so klein», so Carstens. Sie dankte auch den „Lübecker Nachrichten“, die den Wettbewerb seit mittlerweile 13 Jahren auf die Beine stellen.

Den mit 5.000 Euro und Gratis-Werbung dotierten Existenzgründerpreis der Lübecker Wirtschaft, um den sich 44 Unternehmen beworben hatten,  erhält in diesem Jahr das „Nord-Ostsee Liftteam“ von Beate und Jan Brandenburg aus Lübeck (www.nord-ostsee-liftteam.de)

Ihre Geschäftsidee: Mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit im Bereich Barrierefreiheit für zu Hause. Möglich gemacht wird dies durch wiederverwendbare, modulare Treppenlifte. Die Anpassung an eine Treppe ist demnach nicht mehr nur einmalig. Die Treppenlifte können abgebaut und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden. Sogar eine Miete ist möglich. Da alle Teile immer auf Lager sind, ist auch ein schneller Einbau möglich.

Den Preis stiften die „Lübecker Nachrichten“ zusammen mit der Kaufmannschaft zu Lübeck, der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) und dem Technikzentrum Lübeck (TZL).

Der Innovations- und Mutmacherpreis (3.000 Euro und ein Media-Paket) erhielt die „Thiemann Food Innovation“ von Gründer Kai Thiemann (www.tastyv.org)

Die Geschäftsidee: Mehr Menschen für den Verzehr veganer Produkte begeistern. Er entwickelte mit seinem Team eine pflanzenbasierte Alternative zum traditionellen Räucherlachs. Das Produkt bietet laut Thiemann nicht nur den vollen Genuss, ohne Tierleid und ohne Umweltgifte, sondern auch Schwangere und Kleinkinder dürfen es bedenkenlos verzehren, weil keinerlei Risiken hinsichtlich Listerien, Allergenen oder gesundheitlich bedenklichen Zusatzstoffen bestehen.

Carstens erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht habe, um sich als attraktiver Standort für Start-ups und Innovationen zu positionieren. Im Gespräch mit Jury-Mitglied Frank Schröder-Oeynhausen vom Technik-Zentrum Lübeck und Lars Fetköter von den Lübecker Nachrichten sagte Carstens außerdem…

Die Landesregierung unterstützt unter anderem mit dem „Innovationsfonds Schleswig-Holstein“ junge Gründerinnen und Gründer mit passgenauen Finanzierungsangeboten in der Frühphasenfinanzierung. Damit wird Start-ups, jungen Gründern oder innovativen Betrieben stilles und offenes Beteiligungskapital zur Verfügung gestellt.

Und hier die gesamte Veranstaltung im Livestream

Marschbahngipfel: Bund verspricht zweigleisigen Ausbau ohne Pause

Der Druck von Land und Kreis hat offenbar Wirkung gezeigt: Nachdem ein sh:z-Bericht am Wochenende in Kiel und Nordfriesland die Befürchtung genährt hatte, die Bundesregierung werde den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn aufgrund von Sparzwängen auf Eis legen, schaffte Bundes-Staatssekretär Gero Hocker am Abend in Niebüll eilig Klarheit. Und Verkehrsminister Madsen kündigte eine neue Strafzahlung gegen die DB Regio an.

Staatssekretär Dr. Gero Hocker war eilig aus Berlin angereist. Fotos: Peter Lühr

«Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um noch vor der nächsten Bundestagswahl im kommenden Jahr die planerischen wie finanziellen Voraussetzungen für dieses Projekt zu schaffen», sagte der FDP-Politiker vor rund 220 Gästen des mittlerweile vierten Marschbahn-Gipfels in Niebüll. Hocker war überraschend von Berlin nach Schleswig-Holstein gereist. Zuvor hatten nicht nur Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen öffentlich ein Bekenntnis vom Bund zum «Hochleistungskorridor Marschbahn» gefordert, auch die Kieler FDP-Bundestagsabgeordnete Gyde Jensen hatte Wissings Ressort öffentlich unter Druck gesetzt.

Hocker machte klar, dass das Schienenprojekt sowohl für Tourismus, Gastronomie und Beherbergungsbetriebe auf der Insel und dem Festland unumstritten sei. Er unterzeichnete spontan eine vom Land und Kreis verfasste Resolution. Ohne die Zweigleisigkeit auf der gesamten Marschbahnstrecke nach Sylt gehe es nicht, heißt es in dem Papier. «Der ,Patient Marschbahn‘ kann nur genesen, wenn er ein zweites Gleis und eine Oberleitung erhält.»  

Sowohl Madsen als auch Lorenzen zeigten sich über das eindeutige Bekenntnis des für das Schienennetz zuständigen Parlamentarischen Staatssekretärs ebenso erleichtert wie die anwesenden Bahnpendlerinnen und -pendler. Auch sie unterzeichneten einstimmig die Resolution, in der weiter gefordert wird, «die Planungsphase spätestens bis zum Frühjahr 2025 abzuschließen, damit die Kosten für die Umsetzung noch in den Bundeshaushalt 2026 aufgenommen werden können».

Erleichtert über das klare Bekenntnis aus Berlin: Claus Ruhe Madsen.

Der zweigleisige Ausbau der Abschnitte zwischen Niebüll und Klanxbüll auf dem Festland sowie zwischen Morsum und Tinnum auf Sylt befindet sich aktuell noch in der Vorplanung, soll aber bis 2032 fertig sein. «Neben dem Ausbau haben wir als Land bereits freiwillig drei Millionen Euro in die Elektrifizierung der Marschbahnstrecke investiert, um das Projekt zu beschleunigen», sagte Madsen. Er erinnerte erneut daran, dass die Möglichkeiten des Landes begrenzt seien: «Uns gehört – ich muss sagen „leider“ – weder die Marschbahnstrecke noch die Bahn selbst», so Madsen.

Hier ein Stream-Mitschnitt des ersten Teils des Marschbahngipfels:

Bei der Diskussion auf dem Marschbahn-Gipfel ging es neben dem Streckenbausbau einmal mehr auch um die altbekannten Themen wie Unpünktlichkeit und Unsauberkeit der Züge sowie Verspätungen durch Baustellen oder marodes Zugmaterial.

Madsen kündigt weitere Strafzahlungen gegenüber der DB Regio an

Angesichts der unzureichenden Versorgung mit intakten Zugpaaren auf der Marschbahn kündigte Madsen weitere mögliche Strafzahlungen für die DB Regio an. Das Land bestelle in der Hauptverkehrszeit zwischen Husum, Niebüll und Westerland Züge, die 12 oder 10 Wagen haben. Üblich auf der Marschbahn seien sonst 6 Wagen-Züge. Für jeden Kalendermonat werde künftig ermittelt, ob mehr als 90 Prozent der Fahrten mit Soll-Vorgabe von 12 oder 10 Wagen erbracht worden sind. Ist dies nicht der Fall, erfolgt ab Dezember für den betreffenden Monat ein Einbehalt von 300.000 Euro.

Madsen sagte dazu wörtlich – Audio starten, Pfeil klicken…

Am Ende des dreistündigen Gipfels zog Madsen im Gespräch mit Journalisten folgendes persönliches Fazit der Veranstaltung – Audio starten, Pfeil klicken…

Einer der „refreshten“ Marschbahnwagen

Madsen hatte wenige Stunden zuvor in Husum zusammen mit der DB Regio und der NAH.SH den ersten fertigen Marschbahnwagenpark aus dem so genannten „Refresh“ präsentiert. Kern der Modernisierungen war die Innenausstattung der Wagen, die spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember zwischen Itzehoe und Westerland zum Einsatz kommen sollen. Die neuen Züge haben nicht nur neue Sitzbezüge, Polster, Armlehnen und Fußbodenbeläge. Die Fahrgäste können in den Fahrzeugen durchgängig WLAN und Steckdosen nutzen, der Mobilfunkempfang wurde durch den Einbau gelaserter Seitenscheiben verbessert und ein erweitertes Fahrgastinformationssystem eingerichtet.

DB-Regio-Chefin Nicole Berlin in einem der modernisierten Wagen mit Minister Madsen, NAH.SH-Chef Beck (2.v.l.) und Nordfrieslands Kreispräsident Frank Zahel

Für die verbesserte Barrierefreiheit haben die Steuerwagen neue Rollstuhlplätze mit Begleitsitzen erhalten. «Ich freue mich sehr, dass wir heute das Ergebnis des Refreshes sehen und anfassen konnten. Die Geduld hat sich ausgezahlt: Die Fahrzeuge haben einen modernen Anstrich und wesentliche Komfortverbesserungen erhalten», sagte Madsen. Bei der Barrierefreiheit und der Digitalisierung der Züge sei viel erreicht worden. Gleichzeitig sichere die Modernisierung den Werterhalt der Fahrzeuge.

Madsen im „Cockpit“ eines neuen Zuges

Die insgesamt 90 Reisezugwagen sind bis zum Ende des neuen Verkehrsvertrages im Dezember 2034 vertraglich an die Marschbahn gebunden. Das Land Schleswig-Holstein hatte die Alstom Transportation Germany GmbH im Juni 2023 nach einer Ausschreibung mit dem Umbau beauftragt. Insgesamt investiert das Land in die Modernisierung der Wagen mehr als 30 Millionen Euro.

Nicole Berlin, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Nord, sagte zu der Modernisierung: «Das ist ein wichtiger Meilenstein für den Regionalverkehr im Norden. Unsere Fahrgäste profitieren von einem deutlich verbesserten Komfort und modernen Ausstattungen, die den Reisestandard auf dieser bedeutenden Strecke erheblich erhöhen. Besonders freue ich mich über die Fortschritte bei der Barrierefreiheit und der digitalen Ausstattung der Züge, die uns noch besser auf die Bedürfnisse unserer Fahrgäste vorbereiten. Die modernisierten Fahrzeuge bringen wir nun schnellstmöglich in den Betrieb, um die Reisequalität auf der Marschbahn weiter zu steigern.»

Marschbahn-Ausbau auf Eis? Bund dementiert – Land macht Druck

Die Wochenend-Schlagzeile des sh:z schreckte nicht nur Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen auf: „DB legt Ausbau der Strecke nach Sylt auf Eis“, titelte mutig das Flensburger Tageblatt. Sowohl der Bund als auch die Bahn bemühten sich heute um etwas Entwarnung.

Es sei keine Entscheidung gegen den zweigleisigen Ausbau zwischen Niebüll und Westerland getroffen worden, hieß es. Doch Verkehrsminister Madsen reicht das nicht: «Es ist eben auch keine glasklare Entscheidung für den Ausbau getroffen», mahnte er. Das Thema dürfte morgen Abend beim 4. Niebüller Marschbahn-Gipfel weiter für Diskussionen sorgen.

Auslöser der Berichterstattung ist unter anderem ein vom Bund verfasster Passus aus der Vorbereitung für die Konferenz der Länder-Verkehrsminister letzte Woche in Duisburg. «Der Abschluss neuer Baufinanzierungsvereinbarungen ist auf wenige Maßnahmen beschränkt, insbesondere solche mit Hochleistungskorridor- oder Bestandsnetzrelevanz», heißt es in dem Papier. Und laut sh:z steht in einem internen Dokument der Bahn-Netztochter DB Infrago: Der 221 Millionen Euro teure Ausbau der Marschbahn in Nordfriesland zählt nicht dazu.

Sowohl Madsen als auch Landrat Florian Lorenzen fordern den Bund deshalb auf, am zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke nach Sylt trotz aller Sparzwänge festzuhalten. «Wenn von Hochleistungskorridoren die Rede ist – die Lebensader von und nach Sylt ist ein Paradebeispiel dafür«, sagt Madsen. Die ohnehin von Ausfällen und Unpünktlichkeiten gebeutelten Menschen an der Nordseeküste könnten eine weitere Verzögerung der Pläne nicht nachvollziehen. Der Sylt-Damm zeichne sich zudem durch eine bundesweite Einzigartigkeit aus, nämlich: «dass es hier – einmal abgesehen vom Flugzeug und einer Dänemark-Fähre – keine Alternative für tausende von Pendlern und hunderttausende von Urlaubern gibt.»

Die Verzweiflung der Menschen an der Nordsee belegten irrwitzige Forderungen, lieber eine Straße anstelle von Bahngleisen auf dem Damm zu errichten, sagte Madsen. Um diese marode Lebensader der Insel wieder stabil und verlässlich zu machen, sei der seit 30 Jahren geforderte zweigleisige Ausbau unerlässlich.»

Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen heute weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Das Bundesverkehrsministerium stellte am Nachmittag klar, es werde kein Ausbauplan gestoppt. «Alle im Bau befindlichen Projekte werden fortgeführt», sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er ließ allerdings offen, ob nur geplant, oder tatsächlich auch realisiert werden soll. Stattdessen hieß es nur, «dass die in Planung befindlichen Projekte, zu denen auch der Ausbau der Strecke Niebüll-Klanxbüll-Westerland zähle, weitergeplant und die jeweils aktuelle Leistungsphase abgeschlossen werden» solle. Die beiden aktuellen Leistungsphasen umfassen vor allem die Vorplanung, spätere die Vergabe und Realisierung.

Landrat Lorenzen fürchtet deshalb dennoch eine Streichung der Ausbaupläne mit Blick auf den bisherigen Stand. «Das könnte keine Verzögerung, sondern eine Streichung bedeuten.» Der Kreis fordere seit rund 30 Jahren den Ausbau der eingleisigen Strecke.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow und der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Uekermann sprachen von einem Affront für alle Pendler und Zugreisenden von und nach Sylt. «Jahrelange Bemühungen, durch mich und meine Vorgänger, um den überaus notwendigen zweigleisigen Ausbau der Marschbahn wurden kurzerhand zunichte gemacht, indem gerade in diesem, so sehr vernachlässigten Bereich des Streckennetzes der Rotstift durch Bundesverkehrsminister Wissing und die Deutsche Bahn angesetzt wurde, kritisierte Damerow. Der auf Sylt wohnende Ueckermann verwies auf 5.000 Pendelnde täglichen zwischen Sylt und dem Festland.

Der zweigleisige Ausbau der Abschnitte zwischen Niebüll und Klanxbüll auf dem Festland sowie zwischen Morsum und Tinnum auf Sylt befindet sich in Vorplanung. Das Land hat laut Madsen bereits drei Millionen Euro für den acht Kilometer langen Streckenabschnitt gezahlt. Zudem soll die Marschbahnstrecke vollständig elektrifiziert und der Verkehr an der Westküste dadurch stabiler werden.

Eine Fahrt mit dem Shinkansen und ein Treffen mit einem „Holstein“-Kenner

Da kann ein norddeutscher Verkehrsminister glatt neidisch werden: Rasant, komfortabel und pünktlich – das sind die Attribute des „Shinkansen“, des weltbekannten Hochgeschwindigkeitszugs (320 km/h), mit dem unsere SH-Delegation gestern zwischen Kobe und Tokyo unterwegs war. «Was Technik, Sicherheit Komfort, Sauberkeit und Service geht, wohl der tatsächlich beste Hochgeschwindigkeitszug der Welt», sagte Claus Ruhe Madsen beeindruckt. Weiter sagte er zu dem Mega-Zug – Audio starten, Pfeil klicken.

Doch nicht nur der Verkehrssektor der japanischen Partnerregion Hyogo bietet aus Sicht von Madsen zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Schleswig-Holstein. Das gelte für den Bereich der Medizin- und Gesundheitswirtschaft ebenso wie für den maritimen Sektor oder Sicherheitsfragen: So traf die Delegation auch auf den fließend Deutsch sprechenden Staatsminister für wirtschaftliche Sicherheit, Kiuchi Minoru. «Diese Begegnung mit einem Holstein-Fan in Japan war ein weiterer Beleg dafür, dass persönliche Kontakte durch nichts zu ersetzen sind», schwärmte Madsen.   

Treffen mit dem Minister für wirtschaftliche Sicherheit – Kiuchi Minoru lebte neun Jahre in Deutschland und kannte natürlich auch „Holstein Kiel“

Bei dem Gespräch ging es vor allem um die Reduzierung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten in kritischen Infrastrukturbereichen und KI in der Wirtschaft im Zusammenspiel zwischen der regionalen, nationalen und internationalen Eben besprochen.

Zu seinem weiteren Programm der Reise und dem Aufenthalt in Tokio sagte der Minister weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Am morgigen Sonnabend wird die aus 50 Personen bestehende Delegation in Schleswig-Holstein zurückerwartet

Kobe im Galopp: Stipvisite bei alten Bekannten und einem KI-Giganten

In Kobe und bei Sysmex natürlich mit dabei: WT.SH-Chef Hinrich Habeck (links), früher selbst Geschäftsführer von Life Science Nord

Als Mitglied unseres Clusters „Life Science Nord“ ist „Sysmex Corporation“ bereits ein langjähriger Partner des echten Nordens. Für die Japan-Delegation um Ministerpräsident Daniel Günther und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen also Grund genug, einmal beim Mutterkonzern des international tätigen Herstellers von Analysegeräten für die Labordiagnostik in Kobe vorbeizuschauen. «Das 9.000 Frau und Mann starke Unternehmen unterstützt seine Kunden bei der Forschung oder in der Krebstherapie.und wir sind Stolz, Sysmex Europe GmbH seit 1995 in Norderstedt zu haben», schwärmt Madsen.

Und Ministerpräsident Daniel Günther sagte: „Sysmex ist ein herausragendes Beispiel für die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Regionen.“ Schleswig-Holstein sei in Deutschland eine der führenden Regionen in der Gesundheitswirtschaft mit einem Wertschöpfungsanteil von 15 Prozent. „Unternehmen wie Sysmex tragen entscheidend zum Erfolg dieses Sektors bei.“

Im Anschluss stand ein Besuch der Foundation for Biomedical Research and Innovation auf dem Programm. „Mit der Foundation verbindet uns seit 2016 eine langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft. Diese Kooperation ist ein hervorragendes Beispiel für die Bedeutung internationaler Netzwerke in der biomedizinischen Forschung und Entwicklung“, so Günther. Die Zusammenarbeit zwischen den Life Science Clustern schaffe großartige Synergien und bringe wichtige Innovationen hervor.

Zu seinem Programm an den vergangenen beiden Tagen sagte Madsen – Audio starten, Pfeil klicken…

Ein weiterer Programmpunkt der Delegation war der Besuch des Forschungsinstitutes RIKEN, ein globaler Akteur im Bereich der Supercomputing-Technologien. Gerade in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Big Data und Hochleistungsrechnen gebe es zahlreiche Chancen für gemeinsame Projekte, die Hyogo und Schleswig-Holstein weiter zusammenbringen könnten, sagt Madsen.

Die von der Delegation besuchte Forschungseinrichtung RIKEN wurde bereits 1917 gegründet und seit 22 Jahren befindet sich ein Campus der Einrichtung in Kobe. Das zugehörige Center of Computational Science beteiligte sich an der Entwicklung des leistungsstärksten Supercomputers der Welt (großes Foto oben). «Die Vision des Unternehmens ist, durch die Integration von Simulation, Big Data-Analyse und KI wissenschaftliche und gesellschaftliche Probleme zu lösen und eine revolutionäre Entwicklung unserer Gesellschaft zu fördern», so Madsen.

Bei der Fahrt durch den Hafen von Kobe traf debattierte die SH-Delegation mit ihren Gastgeberinnen und Gastgebern vor allem die Wasserstoffnutzung. Der Hafen plant bis 2030 klimaneutral zu werden, seit vier Jahren verfügt er über das erste Importterminal für verflüssigten Wasserstoff.

Am morgigen Donnerstag reist die Delegation weiter nach Tokio, wo unter anderem ein Besuch der medizinischen Universität und der Messe Medical Japan auf dem Programm stehen. Am Freitag treffen sich der Ministerpräsident, Madsen, Digitalisierungsminister Dirk Schrödter sowie Landtagspräsidentin Kristina Herbst, der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Lasse Petersdotter und der Fraktionsvorsitzende der FDP Christopher Vogt in Begleitung der designierten Botschafterin in Japan Petra Sigmund zu politischen Gesprächen mit Mitgliedern der japanischen Regierung, so dem Staatsminister für wirtschaftliche Sicherheit Kiuchi oder dem für digitale Transformation zuständigen Minister Taira. Die Mitglieder der Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nehmen an einer Startup-Veranstaltung der Außenhandelskammer teil und besuchen am Nachmittag das Unternehmens NTT Docomo.

Ein Tag mit Auszeichnung und Wellenschlag in die Maritime Wirtschaft Japans

Zweiter Tag der Delegationsreise der Landesregierung in die Partner-Präfektur Hyogo südwestlich von Tokio. Heute ging es unter anderem um die Maritime Wirtschaft. Wirtschaftsminister Madsen gab einen Empfang. Und für Ministerpräsident Günther gab es eine Auszeichnung.

Gesellig und informativ: Der Wirtschaftsempfang von Claus Ruhe Madsen heute Abend in Kobe

«Wir haben heute gemeinsam beschlossen, dass wir über unsere seit 1997 bestehende Freundschaftserklärung hinaus zu einer engeren Zusammenarbeit kommen wollen und damit die Beziehung zwischen Schleswig-Holstein und Hyogo noch vielfältiger gestalten», betonte Ministerpräsident Daniel Günther. Von Gouverneur Yohei Hattori erhielt er einen Award für seine Verdienste um die Freundschaft und Beziehungen nach Kobe.

Beim gemeinsamen Abend präsentierte Madsen die Standortstärken Schleswig-Holsteins im Bereich der Erneuerbaren Energien und Digitalisierung. Besonders die Kooperation zwischen der Fachhochschule Kiel und der University of Hyogo sei ein wichtiger Treibstoff für die Fernbeziehung. Zu dem Abend-Empfang sagte Madsen – Audio starten…

Beim Besuch des Unternehmens „Furuno Electrik Co. Ltd“ hatte die SH-Delegation zuvor die herausragende Lage Schleswig-Holsteins als eines der führenden maritimen Zentren in Deutschland hervorgehoben und auf die unerlässliche internationale Zusammenarbeit für die Optimierung verwiesen. Furuno Electrik mit Sitz in Nishinomiya (Hyogo) ist weltweit als Hersteller innovativer Elektronik in Bereichen wie der Schiffsnavigation und –kommunikation, Fischerei und Meeresforschung, Luftfahrt und Medizintechnik bekannt und hat Niederlassungen und Partner in über 80 Ländern. Darunter seit 2005 auch in Rellingen (Deutschland).

Das Unternehmen entwickelt fortschrittliche maritime Navigations- und Kommunikationssysteme (kommerzielle Funkgeräte, LORAN (Long Range Navigation) -Empfänger, Radargeräte, Sonarsysteme) die weltweit im Einsatz sind. Zudem arbeitet Fururo an innovativen Lösungen für das Gesundheitswesen mit Ultraschallsystemen und Geräten für medizinische Diagnosen. Aktuell arbeitet das Unternehmen daran die Effizienz und Sicherheit der maritimen Industrie zu steigern. Zudem engagiert sich Fururo an Umweltinitiativen und Nachhaltigkeitsprogrammen.

Madsen mit Grünen-Fraktionschef Lasse Petersdotter im Schiffs-Simulator

Zur Bilanz des heutigen Tages sagte Madsen weiter – Audio starten…

Der Regierungschef war am Sonnabend mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation nach Japan gereist. In Kobe und in Tokio sind noch bis Freitag neben politischen Gesprächen auch Besuche in Unternehmen und Universitäten geplant. Begleitet werden Günther und Madsen von Digitalisierungsminister Dirk Schrödter, Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Landtagspräsidentin Kristina Herbst sowie Landtagsfraktionschefs Lasse Petersdotter (Grüne) und Christopher Vogt (FDP).

Carstens wirbt in München für den echten Norden als exzellenten Standort

Bis einschließlich Mittwoch trifft sich die internationale Immobilienbranche in München. Schleswig-Holstein ist bei der EXPO REAL natürlich auch in diesem Jahr mit einem Gemeinschaftsstand dabei. Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens machte sich davon heute ein Bild.

Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretärin Julia Carstens (Mitte) mit Wirtschaftsförderinnen und Wirtschaftsförderern auf dem WT.SH-Gemeinschaftsstand

Unter dem Motto „Energy is Future. Make it brilliant – with us.” präsentieren insgesamt 21 Partnerinnen und Partner Schleswig-Holstein als Vorreiter der Energiewende und als attraktive Wirtschaftsregion. «Auf seinem Weg zum ersten klimaneutralen Industrieland bietet der echte Norden exzellente Standortbedingungen für innovative Unternehmen und umweltfreundliche Industrien», sagt Carstens. Die hohe Verfügbarkeit grüner Energie sei ein starkes Alleinstellungsmerkmal Schleswig-Holsteins und ein enormer Standortvorteil. Da Nachhaltigkeit bei vielen Ansiedlungen eine wichtige Rolle spiele, sei der echte Norden eine hochattraktive Zielregion – unter anderem dank der Kombination von zukunftsfähiger Energieinfrastruktur mit aktiven Netzwerken, einer dynamischen Forschungslandschaft und vielfältigen Fördermöglichkeiten. Sie betonte auch die Notwendigkeit einer engen Kooperation mit Hamburg.

Stipvisite bei der KielRegion – hier mit Geschäftsführerin Ulrike Wielatt (2.v.r.)

Eine langjährige Partnerin am Gemeinschaftsstand ist die KielRegion GmbH. Die herausragenden Standortfaktoren der Wirtschaftsregion in und um Kiel sowie in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön wurden am Nachmittag bei der Gesprächsrunde „KielRegion in der 1. Liga.“ diskutiert.

Auch das interkommunale Netzwerk NORDGATE ist vertreten. Unter dieser Marke bieten sechs Kommunen entlang der A7 nicht nur moderne Gewerbeflächen in bester Lage, sondern treiben auch die Energiewende im echten Norden voran.

Auch die Region Hansebelt ist wieder dabei. Der Hansebelt bildet die Brücke zwischen Norddeutschland, Dänemark und Südschweden. Auf deutscher Seite sind die Kreise Ostholstein, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg zusammen mit der Hansestadt Lübeck eine starke Gebietskulisse und direkt im Zentrum der Zukunftsachse des europäischen Nord-Süd-Korridors. Mit der Hansestadt Lübeck im Herzen ist der Hansebelt nicht nur das natürliche Tor zu den Wachstumsmärkten im Ostseeraum, sondern bietet als Teil der Metropolregion Hamburg auch optimalen Zugang zu den Weltmärkten. Auf der Expo Real wird die Feste Fehmarnbeltquerung und die Gewerbeflächen in der Region eine große spielen.

Die Wirtschaftsförderungsagentur Kreis Plön GmbH berät und unterstützt interessierte Unternehmen individuell bei der der Suche nach gewerblich nutzbaren Flächen und Objekten. Über die optimalen Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen aller Branchen im Kreis Rendsburg-Eckernförde informiert die WFG Infrastruktur GmbH. Als starkes Netzwerk aus Wirtschaftsfördergesellschaften, Forschung, Verbänden und Kommunen schafft die Energieküste – Projektgesellschaft Norderelbe mbH an der schleswig-holsteinischen Nordsee die Voraussetzungen für Energiesysteme der Zukunft.

Weitere Partnerinnen und Partner am Gemeinschaftsstand:

• BIG-BAU Projekt- und Stadtentwicklung

• Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH EGOH

• HanseBelt e. V.

• Kieler Volksbank eG

• Kieler Volksbank Immobilien GmbH

• KiWi – Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH

• Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

• KWL GmbH

• laren consulting real estate GmbH

• Sparkasse zu Lübeck AG

• TietjeGroup

• Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg mbH

• Wirtschaftsförderung LÜBECK GmbH

• Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg mbH

Wirtschaft, Wissenschaft, Energie, KI: Delegation frischt Kontakte zu Japan auf

Es geht um Wirtschaftskontakte, Erneuerbare Energien, Medizintechnik oder Künstliche Intelligenz (KI): Ministerpräsident Daniel Günther, Digitalisierungsminister Dirk Schroedter und Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen sind seit gestern zusammen mit einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation in Japan. Sie wollen die seit 30 Jahren bestehende Partnerschaft zur 9.000 Kilometer entfernten Region Hyogo, südwestlich von Tokio, pflegen und ausbauen.

Ökonomisches Kraftzentrum: Kobe sammelt bereits seit langem Erfahrungen mit einem festen LNG-Terminal.

«Wir haben viele Themen, an denen Japan genauso wie Deutschland arbeitet und wo wir voneinander lernen können. Insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist Japan sehr weit – da freue ich mich auf eine Lernkurve», sagte Günther dem NDR beim Start der Reise. Für Wirtschaftsminister Madsen zudem besonders interessant: Der Besuch von Furuno Electric und Sysmex Corporation, zwei japanischen Unternehmen, die bereits einen Sitz in Schleswig-Holstein haben.

Ebenfalls auf dem Programm: ein Besuch des Hafens von Kobe, der bereits seit 2020 Erfahrungen mit einem Importterminal für verflüssigten Wasserstoff sammelt. «Erfahrungen, die wir in Schleswig-Holsteiner ja vielleicht auch für unser LNG-Terminal in Brunsbüttel nutzen können», sagt Madsen.

Im kommenden Jahr findet auch die EXPO in Osaka statt. Die Bundesrepublik Deutschland wird von Mitte April bis Mitte Oktober mit einem Pavillon zum Thema „Designing Future Society for Our Lives“ vertreten sein.

Besuch einer Brauerei mit der gesamten Delegation

Nach den Worten von Madsen ist die Präfektur Hyogo – genau wie Schleswig-Holstein – eine Küstenregion mit starker maritimer Wirtschaft. «Unsere erfolgreiche Zusammenarbeit wollen wir deshalb nicht nur fortsetzen, sondern noch weiter ausbauen», so Madsen. Beide Länder seien geprägt von Technologie und Forschung: «Daher setzen wir auf internationale Zusammenarbeit und auf wirtschaftlichen Handel sowie auf wissenschaftlichen Austausch», betont auch Günther. In Kobe wollen Vertreterinnen und Vertreter beider Regionen eine gemeinsame Erklärung zur weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit unterzeichnen.

Mitorganisator der Reise ist die Wirtschafts- und Technologieförderung Schleswig-Holstein (WTSH). «Wir freuen uns, dass wir mit dieser Delegationsreise nach Hyogo und Tokio eine lange Tradition des Austausches zwischen Schleswig-Holstein und Japan fortsetzen», sagte WTSH-Geschäftsführer Hinrich Habeck. Denn nirgendwo gehe es besser, die wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Beziehungen zu intensivieren, einen Einblick in vielversprechende Märkte zu erhalten und Kontakte zu potenziellen Geschäftspartnern zu knüpfen, als direkt vor Ort.