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Madsen beeindruckt von Fortschritten auf Belt-Baustelle in Puttgarden auf Fehmarn

Das entstehende Tunnel-Portal – oben im großen Bild aus der Vogelperspektive

Nach langer Hängepartie geht’s nun auch auf der deutschen Seite des geplanten Fehmarnbelttunnels mit Volldampf voran. Davon überzeugte sich Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute bei seinem ersten Baustellenbesuch in Puttgarden: «Ich bin schwer beeindruckt, wie gut koordiniert und professionell organisiert das Projekt hier von derzeit rund 180 Menschen auf der Baustelle vorangetrieben wird», sagte Madsen. Lange habe er etwas neidvoll auf die dänische Seite des Belts geschaut, wo längst die ersten Tunnel-Elemente produziert wurden.

Madsen bei seiner Rundfahrt mit Femern A/S-Deutschlanddirektor Lars Friis Cornett

Der Spatenstich auf der rund 100 Hektar großen deutschen Tunnelbaustelle neben dem Hafen von Scandlines war Ende 2021 gesetzt worden. «Inzwischen ist das Gelände nicht mehr wiederzuerkennen», sagte Madsen, der bei seinem Besuch unter anderem von Lars Friis Cornett, Deutschlanddirektor von Femern A/S, sowie dessen Chef-Planer Matthias Laubenstein begleitet wurde.

Hier die Bilder einer Live-Cam, die das Baugeschehen verfolgt:

Besonders deutlich ist der Baufortschritt nach den Worten von Madsen vor allem im Tunnelportal erkennbar. Dort, wo einmal die Züge und Autos in den Fehmarnbelt-Tunnel fahren werden, wurde bereits im letzten Jahr eine zwölf Meter tiefe Baugrube ausgehoben. Und es wurde damit begonnen, die Tunnelabschnitte in offener Bauweise herzustellen. «Konkret bedeutet das, dass vor Ort Schritt für Schritt zunächst die Sohle, dann die Seitenwände und schließlich die Tunneldecke der einzelnen Abschnitte in konventioneller Bauweise betoniert werden», erläuterte Laubenstein.

Der Beton, der für die Arbeiten im Tunnelportal verwendet wird, hat einen kurzen Weg: Er wird im Betonmischwerk direkt vor Ort hergestellt. Laubenstein: «Angesichts der gewaltigen Mengen haben wir uns entschieden, den Beton vor Ort selbst zu produzieren.» Von einer Bestellung in kommerziellen Betonwerken sei man angesichts der langen Lkw-Anfahrwege vom Festland und der damit verbundenen Belastung des Inselverkehrs abgerückt. Das für den Beton benötigte Material werde zum Großteil mit Frachtschiffen über den Arbeitshafen angeliefert.

Laubenstein

Unterdessen sind aber auch die rund 2.000 Arbeiterinnen und Arbeiter der 220-Hektar-Baustelle auf dänischen Insel Lolland bienenfleißig: Mehr als 96 Prozent der Aushubarbeiten für den 18 Kilometer langen Tunnelgraben sind bereits abgeschlossen. Allein durch den Aushub sind vor Lolland rund 300 Hektar neues Land entstanden. Die Elemente für den Absenktunnel werden mittlerweile auf sechs Produktionslinien betoniert. Seit Oktober sind drei großen Becken vor der Fabrik mit Wasser gefüllt. Jedes Becken ist etwa elf Meter tief und fasst rund 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspricht der Wassermenge von 640 olympischen Schwimmbecken. «Das Füllen der Becken war ein wichtiger Schritt, damit die fertigen Tunnelelemente später über den dänischen Arbeitshafen in den Fehmarnbelt geschleppt und abgesenkt werden können», erläuterte Laubenstein. Das soll erstmals in diesem Sommer passieren.

Achtung Baustelle: Land investiert im südöstlichen Landesteil 55 Millionen Euro

Die Aufträge sind vergeben, die ersten Baustellen eingerichtet: Für die Sanierung des Straßen- und Radwegenetzes im südöstlichen Schleswig-Holstein wird der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in den kommenden Monaten insgesamt 55 Millionen Euro aufwenden.

Madsen mit LBV.SH-Direktor heute in der Straßenmeisterei in Oldenburg

Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Oldenburg i.H. bei der Vorstellung des Bauprogramms mit LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach und dessen Fachleuten sagte, sollen damit rund 64 Kilometer Straßen, über 22 Kilometer reine Radwege und zwölf Bauwerke erneuert oder auch ausgebaut werden. „Unser Landesbetrieb wird in den Kreisen Stormarn, Ostholstein und dem Herzogtum Lauenburg sowie in der Stadt Lübeck insgesamt 22 Straßen sowie 20 Radwege in Schuss bringen“, sagte Madsen. Parallel dazu laufen die Arbeiten zur Instandhaltung und dem Ausbau der Bundesstraßen B 207 zwischen Heiligenhafen-Ost und Puttgarden durch die DEGES sowie der dreistreifige Ausbau der Bundesstraße B 404 zwischen den Anschlussstellen Bargteheide und Lütjensee, der Ende Mai 2024 aller Voraussicht nach fertig wird.

Hier ein Stream-Mitschnitt des Pressegesprächs:

Zu den wichtigsten Bauprojekten zählen außerdem laut Madsen und Quirmbach in diesem Jahr etwa die Sanierung der K 48 zwischen Oldenburg i.H. und Dannau, die Fahrbahnerneuerung der Landesstraße 83 zwischen Oldesloe und Sühlen sowie der Ersatzneubau der B 207-Brücke über die Steinau bei Schwarzenbek.

„Wir dürfen nicht alte Fehler wiederholen und die Infrastruktur noch weiter zerfallen lassen“, mahnte Madsen. Er erinnerte daran, dass für die Sanierung von Landesstraßen in ganz Schleswig-Holstein in diesem Jahr rund 80 Millionen Euro und für separate Radwege neun Millionen Euro veranschlagt sind.

Zur interaktiven Baustellen-Karte geht es HIER

Auch Quirmbach erinnerte daran, dass gerade die Landesstraßen über Jahrzehnte kontinuierlich kaputtgespart worden seien. „Denn bei allen Sparzwängen: Die Aufarbeitung des Sanierungsstaus an unseren Landesstraßen ist ja noch nicht abgeschlossen. Gerade der jetzige Winter setzte allen Straßen massiv zu. Und die zahlreichen Schlaglochpisten zeigen uns doch, dass unser Engagement hier keinesfalls nachlassen darf, die Straßen in Schuss zu halten“, so Quirmbach. In dem 55-Millionen-Euro-Paket für die Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg sowie die Stadt Lübeck seien insgesamt 15 Landesstraßen-Projekte sowie zwölf Bauwerke enthalten. Der Rest entfalle auf acht Bundes- und acht Kreisstraßen, für die der LBV.SH in weiten Teilen ebenfalls zuständig sei.

Laut Madsen ist der Erhalt der Infrastruktur gerade in einem Flächenland existenziell: „Wie sollte man sonst auf dem Land leben können?“ Mit Blick auf die Mobilitätswende helfe es nicht Straßen-, Rad- und Schienenverkehr gegeneinander auszuspielen: „Wir brauchen alle Möglichkeiten. Zumal ja auch Schulbusse, E-Bikes, Krankenwagen, der Pflegedienst oder die Feuerwehr sichere Verkehrswege benötigen.“

Land fördert neuen Radweg zwischen Süsel und Bujendorf mit 500.000 Euro

Madsen mit Bujendorfs Bürgermeister Boonekamp an der künftigen Radwegsstrecke

Wer momentan im Kreis Plön auf der Bujendorfer Landstraße mit dem Rad unterwegs ist, muss auf die Straße ausweichen. Das soll sich jetzt ändern. Zwischen Süsel und Bujendorf wird ein neuer Radweg gebaut. Hierfür erhält die Gemeinde Süsel eine Förderung aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes. Den Förderbescheid in Höhe von 498.000 Euro übergab Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute an Süsels Bürgermeister Adrianus Boonekamp. «Wenn sich Autos und Fahrräder die Straße teilen, ist das immer mit Risiken verbunden. Ein separater Radweg erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern macht das Radfahren auch gleich viel angenehmer. Deswegen freue ich mich, dass hier in Süsel in den Radverkehr investiert wird», sagte Madsen.

Der neue Radweg beginnt auf Höhe der NWM-Asphaltmischanlage und endet am Ortsteil Anschottredder. Der Bau soll in zwei Abschnitten umgesetzt werden. Der erste verläuft bis zur Bahnhofstraße auf der östlichen Seite und ist ca. 850 Meter lang. Danach wird die Straßenseite gewechselt und eine vorhandene Trasse für die restlichen 450 Meter bis zum Ortsteil Anschottredder zum Radweg ausgebaut. «Wir wollen mehr Menschen für das Radfahren begeistern. Das funktioniert nur, wenn die Infrastruktur vorhanden ist und die Wege sicher sind. Mit dem Lückenschluss wird Radfahren in der Lübecker Bucht nochmal deutlich attraktiver», betonte der Minister. Bürgermeister Boonekamp ergänzte: «Der Wunsch der Gemeinde Süsel wäre jetzt der Lückenschluss zwischen Süsel und Röbel abseits der stark befahrenen B 76.»

Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 900.000 Euro. Die Förderung kommt aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes. Er unterstützt damit Länder und Kommunen, die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen und so mehr Menschen zum Radfahren zu motivieren. Für Schleswig-Holstein stehen bisher rund 43 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sind weitgehend abgerufen, der Bund hat daher für 2024-2028 zusätzliche 34 Millionen Euro für Schleswig-Holstein vorgesehen. Kofinanziert werden unter anderem der Neu- und Ausbau von Radwegen, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder oder Fahrrad-Servicestationen.

Zentrum für Sensortechnik nimmt Fahrt auf – Carstens: Ein Leuchtturm-Projekt

Staatssekretärin Julia Carstens und Nicolas Gibert-Morin von der EU-Kommission lassen sich bei einem Rundgang durch den Neubau die Sensor-Technik erläutern

Vorhang auf für einen weiteren Forschungs-Leuchtturm der Kieler Christian-Albrechts-Universität: Das „Zentrum für vernetzte Sensorsysteme (ZEVS)“ auf dem Campus der Technischen Fakultät auf dem Ostufer hat seine Arbeit aufgenommen. In dem von der EU geförderten Forschungsneubau arbeiten künftig in 39 Laboren international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Entwicklung von Sensoren, die etwa in der Medizin, der autonomen Schifffahrt, der Ozeanforschung, für moderne Energienetze oder zur Datenerfassung im Agrarbereich genutzt werden können. In den vierstöckigen Neubau wurde für Forschungszwecke über zwei Etagen unter anderem ein fünf mal fünf mal fünf Meter großes Wasserbecken integriert.

Technologie-Staatssekretärin Julia Carstens bezeichnete das ZEVS heute bei einem Besuch als „Vorzeigeprojekt der Wissenschafts-Landschaft Schleswig-Holstein“.

Die Sensorforschung sei ein lebenswichtiges Feld. Das Spektrum reiche von einer verbesserten Diagnostik bei Brustkrebs-Erkrankungen bis hin zu batteriegetriebenen Minilabore zur automatischen Analyse von Bodenflüssigkeiten. „In Zusammenarbeit mit Unternehmen sollen auf diese Weise marktfähige Produkte entstehen. Und wir hoffen natürlich auch, dass der 46 Millionen Euro teure Bau landesweit Kooperationen mit Firmen beflügeln und den Wirtschaftsstandort auf ein höheres Niveau heben wird“, sagte Carstens. Die Hälfte der Neubaukosten – 23 Millionen Euro – stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Nicolas Gibert-Morin, der für Österreich, Deutschland und die Niederlande zuständige Abteilungsleiter in der Generaldirektion „Regionalpolitik und Stadtentwicklung“ der Europäischen Kommission, betonte bei dem gemeinsamen Besuch: „Zentren wie das ZEVS öffnen die Tür zur Zukunftsfähigkeit einer Region. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der vernetzten Sensorik passen besonders gut zu Schleswig-Holsteins Forschungs- und Anwendungsschwerpunkten Medizintechnik, Energiewende und Meeresforschung“.

Schon vor Nortvolt war „High-Tech made in SH“ auf Wachstumskurs

Auch wenn die Entstehung der Giga-Batteriefabrik des schwedischen Konzerns Northvolt bei Heide seit Monaten alle Aufmerksamkeit auf sich zieht: In unmittelbarer Nachbarschaft im Kreis Steinburg wird „Hightech“ schon seit Jahrzehnten groß geschrieben – spätestens seit Gründung des Fraunhofer-“isit“-Instituts für Siliziumtechnologie.

Reinraum bei Vishay neben dem Isit in Itzehoe

Dort investiert das Unternehmen Vishay derzeit knapp 400 Millionen Euro in eine vollautomatische Produktion elektronischer Bauteile – überwiegend für die Autoindustrie. Die Entscheidung zum Ausbau des Standorts sei auch durch Kundenwünsche ausgelöst worden, sagt Geschäftsführer Leif Henningsen. Diese wünschten sich, dass in Deutschland produziert werde. In Itzehoe sei das Know-how vorhanden.

Nicht nur die Lokalpolitik, auch die Landesregierung blickt hoffnungsvoll auf die Entwicklung in Schleswig-Holsteins Westen. Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen spielt die Achse Hamburg-Elmshorn-Itzehoe-Heide für Schleswig-Holstein eine herausragende Rolle. «Auch ein Grund, warum wir dringend die Anbindung der Westküste durch die A 20 benötigen», sagt der CDU-Politiker.

Henningsen

Die winzigen Transistoren – so genannte Mosfets – von Vishay werden in einer vollautomatischen Linien produziert. «Diese wird ganz anders als unsere jetzige Linie.» Künftig werden Siliziumscheiben (Wafer) mit 300 Millimetern parallel neben denen mit 200 Millimetern Durchmesser bearbeitet. Damit steigt die Leistungsfähigkeit der Produktion stark an. Auf einen Wafer passen nach Henningsens Angaben je nach Größe zwischen 400 und 180 000 Produkte.

Vishay produziert seit fast 27 Jahren in Itzehoe Mosfets. «Die Wachstumsraten aufgrund der E-Mobilität sind extrem», sagt Henningsen. Für jedes Auto würden Hunderte Mosfets gebraucht, in sämtlichen Steuergeräten und Sicherheitssystemen, überall, wo Ströme geschaltet werden müssen. Die Anforderungen an das Produkt sind nach Angaben von Projektmanager Otto Graf: «höchst zuverlässig, möglichst wenig Schaltverluste und möglichst klein». In dieser Technologie sei Vishay «ganz vorne mit dabei.»

300-mm-Wafer von Vishay

Für die Erweiterung des Werks sucht Vishay zu den bisherigen rund 550 etwa 150 neue Mitarbeiter. «Das ist natürlich herausfordernd», sagt Henningsen. Man versuche, eigene Mitarbeiter weiter zu fördern, brauche aber auch externes Personal, zum Teil mit Erfahrung, aber auch Hochschulabsolventen. Es gehe um Arbeitsplätze vom IT-Experten und Mechatroniker bis zum Chemiker und Physiker.

Mitarbeiter kommen aus ganz Deutschland und anderen Ländern gerne nach Itzehoe, ist Grafs Erfahrung. Besonders die Nähe zu Hamburg sei attraktiv. Der überwiegende Teil der Beschäftigten wohne aber im Umfeld des Werks. Im Vergleich zur Technologieregion Dresden sei der Wettbewerb um Fachkräfte weniger scharf. Vishay profitiert nach Angaben der Manager als energieintensives Unternehmen von der Lage in Schleswig-Holstein, wo das Angebot an Wind- und Solarstrom groß ist.

Kritik am Standort haben die beiden Manager vor allem in zwei Punkten: Die Verkehrsanbindung an Hamburg, vor allem der Bahnverkehr, müsse verbessert werden. Das gelte auch für die Busanbindung des am Rande Itzehoes gelegenen Werks. Und es fehlten Wohnungen in der Region und die Versorgung zum Beispiel mit Kitaplätzen könnte besser sein. Mit Blick auf die Ansiedlung der Northvolt-Batteriefabrik im nahen Heide spricht Henningsen von spannenden Jahren. «Es bringt uns viel Innovation nach Schleswig-Holstein. Das hilft uns.» Aber gerade der Ausbau der Infrastruktur werde spannend.

Madsen (rechts) im vergangenen Jahr bei einem Besuch beim Batterie-Hersteller Customcells in Itzehoe

Nach Madsens Angaben war für die Ansiedlung von Vishay die Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut ISIT ausschlaggebend. Über die Jahre hätten sich aus dem ISIT innovative Firmen wie Custom Cells (Batterietechnologien) und OQmented (Laserscanning) ausgegründet. «Mit der Ansiedlung der Firma Northvolt in Heide, das die grünsten Batterien der Welt produzieren und dafür den grünen Strom Schleswig-Holsteins nutzen will und bereits mit dem ISIT kooperiert, hat die Region ein weiteres Kapitel in der sehr erfolgreichen Entwicklung der Achse von Hamburg bis Heide aufgeschlagen», sagt Madsen. Er sieht die Basis für weitere technologieorientierte Ansiedlungen gelegt.

Zur Verkehrsanbindung verweist Madsen auch auf bestehende Pläne im Schienenverkehr. Zwischen Horst an der Bahnstrecke Elmshorn – Neumünster und Lägerdorf an der Bahnstrecke Elmshorn – Itzehoe soll eine Neubaustrecke parallel zur A 23 entstehen. Mit dem Neubau von 16 Kilometern Strecke könnte der Weg zwischen Elmshorn und Itzehoe von 34 auf 24 Kilometer verkürzt werden. Die Fahrzeit zwischen beiden Städten würde sich von 22 auf 12 Minuten verkürzen.

Hoppe

Itzehoes Bürgermeister Ralf Hoppe (parteilos) sieht die Stadt durch Norddeutschlands modernste Chipfabrik geadelt. «Vishays Investment ist ein starkes Bekenntnis zum Technologiestandort, das unserem InnoQuarter überregionale Aufmerksamkeit bringt.» Die Zeichen stünden auf Wachstum und Neuansiedlungen. Ein Selbstläufer ist die Entwicklung aus Hoppes Sicht aber nicht. Deshalb habe die Stadt Itzehoe in zusätzliche Flächen für die Westerweiterung des Technologieparks investiert. «Zudem laufen die Planungen für ein neues Wohngebiet inmitten der Stadt. Damit schaffen wir rund 400 Wohnungen in einer Mischung aus Doppel-, Reihen und Mehrfamilienhäusern», sagt der Bürgermeister.

Madsen: „Wir müssen auch auf See Ökonomie und Ökologie versöhnen“

Wenige Wochen vor Beschlussfassung des Bundeskabinetts zur Nationalen Hafenstrategie haben sich heute die Vertreter der fünf norddeutschen Küstenländer in Bremen über die Zukunft der Seehäfen ausgetauscht. Neben Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen unter anderem mit an Bord: Lübecks Hafenchef Sebastian Jürgens als Vize-Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe und der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Dieter Janecek.

«Leistungsstarke Häfen sind entscheidend für das Erreichen der energiepolitischen Ziele und dienen nicht nur als logistische Hubs, sondern auch als Anlandungspunkte und Produktionsstandorte für „grüne“ Energieträger und Technologien», sagte Janecek. Die Finanzierung und Planung der Häfen liege zwar in der Verantwortung der Länder, der Bund werde zukünftig aber deren Zusammenarbeit vertiefen.

Zu den größten Herausforderungen, darin waren sich alle einig, werde künftig der Umgang mit der Infrastruktur rund um die Häfen gehören. Dabei gehe es um marode Autobahnen und Brücken und um Baustellen auf Schienen, Straßen und Wasserstraßen. «Eine leistungsfähige Infrastruktur ist im Interesse der gesamten deutschen Volkswirtschaft und zudem auch von großer europäischer Bedeutung», sagte Madsen.

Und er machte die europäische Dimension der Hafenpolitik deutlich. Denn neben den aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Problemen sei diese die dritte große Herausforderung für die Hafenwirtschaft. «Mit dem europäische Green Deal der EU-Kommission und dem Maßnahmenpaket ,Fit for 55‘ sollen die ehrgeizigen europäischen Klimaschutzziele erreicht werden. Gesamtziel der Maßnahmen ist es, die verkehrsbedingten Emissionen bis zum Jahre 2050 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken sowie die Verkehrssysteme in der EU durch digitale und intelligente Technologien sicherer, zugänglicher und widerstandsfähiger zu gestalten», so der CDU-Politiker. Es gehe künftig also vor allem auch um alternative Schiffsantriebe und die Nutzung erneuerbarer und kohlenstoffarmer Kraftstoffe im Seeverkehr.

Madsen: «Wir müssen Ökonomie und Ökologie auch im Seeverkehr versöhnen. Es gilt, die Emissionen konsequent zu senken. Und wir sehen uns hier natürlich auch in einem globalen Wettbewerb, wie das jüngst verkündete Drei-Milliarden-Dollar-Programm der USA zur Dekarbonisierung der Häfen verdeutlicht.»

Auch der Vize-Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Prof. Dr. Sebastian Jürgens, machte deutlich: «Die europäischen Seehäfen stehen untereinander in einem harten und intensiven Wettbewerb. Transformationsprozesse, Klimafreundlichkeit sowie neue Aufgaben auf dem Gebiet der Energieversorgung führen zu weiteren Herausforderungen. Um diese zu meistern, fordern wir vordringlich ein erhöhtes Engagement des Bundes, auch finanziell. Wir benötigen eine leistungsfähige Infrastruktur, insbesondere im Bahnbereich. Die entsprechenden Baumaßnahmen müssen unbedingt und verlässlich mit den Seehäfen abgestimmt werden», so Jürgens.

Und auch die Bundesländer seien in der Pflicht. Denn im Vergleich zu direkten Nachbarstaaten würden deutsche Unternehmen noch immer unter der bürokratischen und wettbewerbsschädigenden Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer leiden. Eine Neuordnung in den Finanzverwaltungen würde Unternehmen in ganz Deutschland enorm entlasten und die deutsche Logistikwirtschaft stärken, ohne einen Cent weniger Steuer einzunehmen.

TA.SH nun sogar mit „Öko-Siegel“ – als erste Tourismus- Organisation eines Landes

TA.SH-Chefin Bettina Bunge (Mitte) freut sich mit Minister Madsen und Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens über das Qualitätssiegel

Das freut nicht nur den Tourismusminister, sondern auch Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende unserer Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH). Als erste Landestourismusorganisation Deutschlands ist die TA.SH jetzt als nachhaltiges Unternehmen nach dem Siegel TourCert zertifiziert. «Es ist überaus erfreulich, dass die TA.SH den nicht immer einfachen Weg zu mehr Nachhaltigkeit beschreitet. Damit ist das Unternehmen Vorreiter bei den Landesorganisationen und so wird die Leitmaxime Nachhaltigkeit, die über unserer Tourismusstrategie 2030 steht, sehr greifbar und erfolgreich umgesetzt», sagte Carstens heute in Kiel bei einer kleinen Feierstunde.

Auch Minister Madsen hatte TA.SH-Chefin Bettina Bunge bereits anlässlich der Präsentation der Tourismus-Rekordzahlen am Montag zu dem Qualitätssiegel beglückwünscht. „TourCert“ ist eine deutsche Zertifizierungs- und Beratungsorganisation, die seit 2009 auf dem internationalen Tourismusmarkt tätig ist. Sie berät und zertifiziert Unternehmen sowie Destinationen im Bereich Nachhaltigkeit und Sozialer Verantwortung. Das Zertifikat ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.

Große Freude entsprechend auch bei TA.SH-Chefin Bettina Bunge: «Wir haben gemeinsam intensiv daran gearbeitet, die Anforderungen für die Zertifizierung zu erfüllen, und sind stolz darauf, als Vorreiter zu fungieren, aber zukünftig auch andere Tourismusstrukturen unterstützen zu können. Die Zertifizierung nach nachprüfbaren Nachhaltigkeitskriterien ist ein Meilenstein für uns auf dem Weg zu einer langfristigen nachhaltigen Ausrichtung. Dies ist dem Engagement der Mitarbeitenden, allen voran unserer Nachhaltigkeitsmanagerin Anna Tenger, zu verdanken, die maßgeblich am Zertifizierungsprozess beteiligt waren.»

Carstens appelliert an Mittelstand: Bei Innovationen nicht ausbremsen lassen

Staatssekretärin Carstens (links) beim Innovationsforum mit mit Dørte Pardo-Lopez von der EU-Kommission und Holger Zervas von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG)

Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hat an die Betriebe im Norden appelliert, auch in konjunkturell schwierigen Phasen Mut zu Innovationen und Gründungen an den Tag zu legen: «Wir wollen ein klimaneutrales Industrieland werden – da dürfen wir Innovationen jetzt nicht etwa wegen fehlendem Risikokapital abwürgen. Im Gegenteil: Wir müssen sie gerade jetzt befeuern», sagte Carstens beim heutigen 6. Innovations- und Technologieforums im Wissenschaftszentrum Kiel. An dem Expertentreffen nahmen über 160 Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft teil.

Nach den Worten von Carstens sei es im Interesse des Landes, wenn es darum gehe, das Wissen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen schneller in praxistaugliche Technologien zu verwandeln. „Der Wissenschaftsrat hat uns in seinem Gutachten einige Aufgaben gegeben, die wir umsetzen sollten, wie zum Beispiel eine Transferstrategie. Schon jetzt bieten wir ganz praktische Hilfen wie unseren Transfer- und unseren High-Tech-Bonus an“, sagte Carstens.

Das neue Angebot beinhalte auch die Förderung von jungen Unternehmen und Startups. Dafür stelle das Land allein in diesem Jahr acht Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereit. „Und ich hoffe, dass die Einstiegsförderung dazu beiträgt, die oft hohen Hemmschwellen mittelständischer Betriebe zur Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu reduzieren oder junge Menschen zur Gründung eines Start-ups zu animieren“, sagte Carstens. Zudem stelle das Land in seinem 2023 aufgelegten Innovationsfonds 50 Millionen Euro bereit, um KMU und Start-ups mit Beteiligungskapital zu unterstützen. 20 Millionen Euro davon kommen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Ein Thema des Innovations- und Technologieforums ist die Steigerung der Anstrengungen kleiner Unternehmen bei der Digitalisierung. Carstens: „Die bisherigen Antragszahlen machen deutlich, dass wir hier einen Nerv bei den Unternehmen getroffen haben. Viele sind dabei, sich endgültig vom Papierkram zu verabschieden und ins digitale Zeitalter zu starten.“ Seit der Öffnung des sechs Millionen Euro umfassenden Förderprogramms vergangenen Sommer hätten 65 Unternehmen einen Antrag gestellt. Dabei handelt es sich pro Betrieb um eine Förderung mit einem Höchstzuschuss von bis zu 200.000 Euro.

SH-Tourismus knackt 38-Millionen-Marke bei den Übernachtungen

Auch wenn es ein Jo-Jo-Sommer war: Schleswig-Holsteins Küsten, Seen und Städte waren auch 2023 wieder Tourismusmagnete und bescherten der Branche ein weiteres Rekordjahr. Aber es gibt auch noch offene Baustellen.

Nach wie vor Spitzenreiter: Ostsee- und Nordseeküste (hier Sylt) zogen 2023 85 Prozent aller Gäste in den echten Norden

Es lief und läuft weiterhin gut beim Tourismus in Schleswig-Holstein: Im vergangenen Jahr verbuchte der echte Norden einmal mehr Rekorde bei Ankünften und Übernachtungen. Gut 9,3 Millionen Gäste sorgten für mehr als 38 Millionen Übernachtungen – davon gingen 83 Prozent auf das Konto von Nord- und Ostseeküste. Camping-Urlaub und der Tagungstourismus erzielten ebenso Top-Werte. Das teilte die Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, heute in Kiel gemeinsam mit Tourismusminister Claus Ruhe Madsen mit. Alles in allem wurden 5,5 Prozent mehr Ankünfte und 1,3 Prozent mehr Übernachtungen als 2022 registriert. Für das laufende Jahr erwartet Bunge Zahlen auf einem ähnlichen Niveau. «Die aktuelle Buchungsabfrage sieht sehr gut aus.»

Der Tourismus habe sich in allen Teilen des Landes positiv entwickelt, sagte Madsen bei der TA.SH-Jahrespressekonferenz. Gäste seien verstärkt auch in der Nebensaison nach Schleswig-Holstein gekommen. Nachdenklich mache aber, dass die Dynamik im zweiten Halbjahr nachgelassen habe, sagte Madsen. Das müsse man genau analysieren. Er forderte die Unternehmen zu Investitionen auf. «Wir stehen wie immer vor großen Herausforderungen.» Madsen sagte weiter – Video starten

Knapp 95 Prozent der Übernachtungen waren Gästen aus dem Inland zuzurechnen. Bunge sieht daher bei Touristen aus dem Ausland noch große Möglichkeiten. «Vor allem in den skandinavischen Nachbarmärkten und weiteren Nahmärkten liegt noch viel Potenzial, kaufkräftige Gäste für unser attraktives Reiseland zu begeistern.»

Im Vergleich der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein bei den Übernachtungszahlen weiterhin auf dem fünften Platz hinter Niedersachsen und vor Hessen. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Corona, ist das Wachstum im nördlichsten Bundesland mit 5,7 Prozent am größten. Das mit Abstand größte Tourismusland Bayern verzeichnet im Vergleich zu 2019 immer noch ein Minus von 0,6 Prozent. Nach Bunges Angaben holen die anderen Länder aber auf.

Hier die Präsentation der Einzel-Daten des Jahres 2023 durch TA.SH-Chefin Bettina Bunge:

So liegt Schleswig-Holstein mit seinem Wachstum von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2022 nur an vorletzter Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern mit 1,2 Prozent. Das größte Wachstum gab es in Nordrhein-Westfalen mit 12,8 Prozent. Der schleswig-holsteinische Anteil am bundesweiten Tourismus (Übernachtungen) ist mit 7,8 Prozent deutlich überproportional zur Landesgröße. Die Bevölkerung im Norden mache nur 3,4 der deutschen Bevölkerung aus, sagte Bunge. Besonders ausgeprägt ist der Camping-Tourismus in Schleswig-Holstein.

Campingplatz Schönberg an der Ostsee

Hier liegt der Norden bundesweit auf dem dritten Platz hinter Niedersachsen und knapp vor Mecklenburg-Vorpommern. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an den Übernachtungen mit 17 Prozent höher als in Schleswig-Holstein mit 14 Prozent.

Die Gäste in Schleswig-Holstein bleiben im Durchschnitt 4,1 Tage und damit länger als in anderen Ländern. Nur Mecklenburg-Vorpommern kommt mit 4,2 Tagen auf einen höheren Wert. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 2,7 Tagen. Das hat nach Bunges Angaben auch mit dem stärkeren Städtetourismus sowie dem Messe- und Tagungsgeschäft in anderen Ländern zu tun.

Mit 18,9 Millionen Übernachtungen tragen die Reiseziele an der Ostsee den größten Beitrag zum Schleswig-Holstein-Tourismus bei. Es folgt die Nordsee mit 12,9 Millionen Übernachtungen. Das übrige Binnenland (5,4 Millionen) und die Holsteinische Schweiz (1,0 Millionen) sind weit weniger stark, holen nach Bunges Angaben aber langsam auf.

Schleswig-Holstein hatte im Juli des vergangenen Jahres 3616 geöffnete Beherbergungsbetriebe mit gut 245 000 Betten. Die Auslastung betrug im Gesamtjahr 36 Prozent und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die stärkste Einzelgemeinde war 2023 Sylt mit mehr knapp 3,03 Millionen Übernachtungen vor Lübeck (gut 2,2 Millionen), St. Peter-Ording (gut 1,74 Millionen) und Timmendorfer Strand (knapp 1,38 Millionen).

Land fördert Technologie-Innovation bei Gradert in Schenefeld mit 560.000 Euro

Familienfoto mit Minister: Senior-Chef Fritz GRadert (links) mit seiner Tochter Imke Hüttmann und seinem Sohn Marc

Mit knapp 560.000 Euro unterstützt das Land eine Innovation des Schenefelder Familienunternehmens Fritz Gradert Maschinenbau GmbH. Der 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Betrieb plant die Entwicklung einer neuen Walzentechnologie – die sogenannte Kalandertechnik – für die Herstellung von Batteriefolien als Baustein einer effizienten Produktionsanlage. „Mit dieser 1,6 Millionen Euro umfassenden Investition stärkt das Unternehmen nicht nur seine Marktposition, sondern auch seine Rolle als verlässlicher Arbeitgeber und Innovationstreiber in der Region“, sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute bei der Übergabe des Förderbescheids an die Inhaber Fritz und Marc Gradert. Durch die Entwicklung und Konstruktion einer Kalanderlinie leiste das Unternehmen zudem einen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende.

Wie der Minister weiter sagte, seien neue Produktionsmethoden auf dem Gebiet der Batterietechnologie von entscheidender Bedeutung für den Abschied von fossilen Brennstoffen. „Sie dienen der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz, der Elektrifizierung des Verkehrssektors und der Schaffung energieeffizienter Industrieprozesse“, so Madsen. Das Fördergeld stamme aus Landes- und Bundesmitteln. Wie Firmenchef Fritz Gradert erläuterte, sei das Unternehmen aktuell gut ausgelastet und bediene weltweit unterschiedliche Maschinenbausparten. Probleme würden nur – wie in der gesamten Branche – der Fachkräftemangel und die hohen Energiekosten bereiten.

„Insbesondere die gestiegenen Netzentgelte bei der Stromversorgung und deren ungleiche regionale Verteilung im Bundesgebiet stellen für uns einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar“, sagte Gradert. Das ursprünglich auf Präzisionswalzen spezialisierte Unternehmen war von ihm 1971 gegründet worden. Gestartet mit 70 Quadratmetern Produktionsfläche ist der Betrieb in den letzten 50 Jahren ständig gewachsen und produziert in Schenefeld heute auf über 12.000 Quadratmetern.