Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin soll saniert werden. Doch nun sollen die Bauarbeiten verschoben werden und länger andauern. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen erwartet von der DB ein besseres Konzept.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat enttäuscht auf die Ankündigung der Deutschen Bahn reagiert, dass die bisherigen Planungen zur Generalsanierung der Strecke Hamburg – Berlin nicht umsetzbar sind. «Für mich wachsen damit die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Konzepts», sagte Madsen der Deutschen Presse Agentur. Die DB AG hatte dem Ressort des CDU-Politikers vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Sanierung der Strecke verschoben als auch zeitlich verlängert werden muss, Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, den Hochleistungskorridor in den sieben Monaten von Juni bis Dezember 2025 vorzunehmen. Nun soll die Strecke in den neun Monaten zwischen August 2025 und April 2026 saniert werden. «Das hat neun Monate lang erhebliche Auswirkungen auf die Pendlerinnen und Pendler zwischen Lübeck und Hamburg und obendrein auf den Lübecker Hafen», sagte Madsen.
Kritik übt Madsen vor allem an den nach wie vor vielen ungeklärten Punkten: «Die Frage der Erreichbarkeit der Häfen in Lübeck und Hamburg hat schon jetzt Irritationen bei manchen Kunden ausgelöst.» Weiter erklärte er im Gespräch mit Journalisten – Audio starten.
«Und ohne die Schaffung tauglicher Umleitungsstrecken wird die zweifelsfrei notwendige Generalsanierung dem Bahnsektor in Deutschland mehr schaden als nützen», so der Minister. Zweifel habe er unter anderem daran, dass Deutsche Bahn in der Lage sein werde, einen hochwertigen Schienenersatzverkehr zu etablieren. Auch sei die Frage der Finanzierung des Ersatzverkehrs noch nicht entschieden.
«Es ist unbestreitbar richtig und wichtig, eine Sanierungsoffensive zu starten aber sie muss auch bis zu Ende gedacht werden», sagt Madsen. Bereits zuvor hatte der Minister zusammen mit norddeutschen Amtskolleginnen und -kollegen bei der Bundesregierung angemahnt, dass die Ertüchtigung der so genannten Hochleistungskorridore nicht dazu führen dürften, dass das restliche und ebenfalls marode Netz in Deutschland aus dem Fokus gerate. So müsste insbesondere das Netz Mitte in Schleswig-Holstein mit seiner Strecke zwischen Kiel und Hamburg schnellstmöglich einer vorgezogene Hochleistungsinstandhaltung unterzogen werden. Madsen: «Denn wegen der Fehmarnbelt-Anbindung steht diese Linie sehr spät auf dem Sanierungsplan, obwohl sie zu den Strecken mit der schlechtesten Infrastruktur-Qualität im Land gehört.»
Riesenschritt für das kleine Ostseebad Schönberg mit seinem legendären Strandabschnitt Kalifornien: Für den bis 2026 geplanten Bau einer Binnenpromenade mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro steuert das Land knapp vier Millionen Euro bei. «Das ist die höchste Fördersumme, die unsere Schönberg je für ein Einzelprojekt erhalten hat», freut sich Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski. Das Geld stammt zum größten Teil aus Bundesmitteln im Rahmen der so genannten Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsförderung.
Wirtschafts- und Tourismusminister Claus Ruhe Madsen erinnerte daran, dass das Ostseebad von der jüngsten Sturmflut besonders hart getroffen wurde. «Mit der neuen verkehrsberuhigten Binnenpromenade mit schönen Aufenthaltsbereichen und gastronomischen Angeboten werden die Gäste sich bald auch gern hinter dem Deich aufhalten und damit das Ortszentrum beleben», sagte er. Wie die Buchungszahlen zum Jahreswechsel belegen, sei Schleswig-Holstein weiterhin sehr beliebt bei den Gästen. Darauf dürfte sich allerdings niemand ausruhen: «Investitionen in die Infrastruktur sind der richtige Weg, um auch in Zukunft ein attraktives Ziel für Touristinnen und Touristen zu sein. Das unterstützen wir gerne», so Madsen.
Nach den Worten der Projektverantwortlichen Lisa Strohschänk umfasst das Bauvorhaben neben einer einladenden Promenade auch die Neugestaltung der „Verwellengrund“-Hauptstraße. Damit gehe eine Aufwertung des Strandaufgangs im Ortsteil Kalifornien einher, so Strohschänk. Bürgermeister Kokocinski nannte die Förderung einen «bedeutenden Gewinn» für die Gemeinde: «Sie ermöglicht es uns, die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und gleichzeitig die Attraktivität unserer Region für unsere Gäste zu steigern. Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die Zukunft von Schönberg, und wir sind dankbar für die Unterstützung von Bund und Land.»
Staatssekretär von der Heide (rechts) und Christoph Köster vom LBV.SH räumen das letzte Hindernis weg.
Geschafft: Ziemlich genau ein Jahr nach dem Crash eines finnischen Frachters mit den Holtenauer Hochbrücken ist seit heute wieder alles im Lot. „Das ist ein super Weihnachtsgeschenk für alle, die regelmäßig hier den Nord-Ostsee-Kanal überqueren. Die Zeit der Einschränkungen ist endlich vorbei. Wir haben die Schäden komplett behoben“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide heute bei der Aufhebung der letzten Verkehrsbeschränkungen.
Auch Christoph Köster, Erhaltungschef beim LBV.SH, zeigte sich erleichtert: „Der Zeitplan für die Schadensbehebung an den 40 Meter hohen Brücken war von Anfang an mehr als sportlich. Für solche Unfälle gibt es ja keine Notfallmannschaft, die vorgehalten wird.“ So mussten unter anderem die Reparaturen für die Kieler Woche extra ausgesetzt und ein fahrbares Baugerüst maßgefertigt werden. Zusätzlich erschwerten der schwere Herbststurm und der Schnee die Arbeiten. „Nach jetzigem Stand haben die Reparaturen rund sieben Millionen Euro gekostet. Hinzu kommen die Ausgaben für die Verkehrssicherungen und die Leihe der Gewichtsblitzer“, sagte von der Heide. Wer für den Schaden letztendlich aufkomme, sei noch offen.
Neben der Reparatur der Brücken war auch die Anschlussstelle Kiel-Wik und der Kieler Holsteinknoten saniert worden, um eine erneute Sperrung zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden. Ab jetzt können wieder alle Fahrstreifen mit der regulären Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer befahren werden.
Wegen anhaltender Ausfälle der neuen Akku-Triebzüge, den so genannten BEMUS, müssen sich Bahnreisende zwischen Kiel und Lübeck auch über Weihnachten und den Jahreswechsel auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Aktuell sind im Netz Ost nur knapp die Hälfte der Fahrzeuge der neuartigen Akkuzug-Flotte des Schienenfahrzeugherstellers Stadler einsatzbereit. Auch die vom Land über die DB-Regio als Puffer vorgesehene Transferflotte von 12 Zügen für das Netz Ost ist langfristig nicht voll einsatzbereit.
Jure Mikolčić (links) vom Akkuzug-Hersteller Stadler entschuldigte sich heute in Kiel bei allen Fahrgästen und Verkehrsminister Madsen sowie NAH.SH-Chef Arne Beck. Rechts: errix-Holstein-Chef Rainer Blüm
Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute nach einem Treffen mit dem CEO von Stadler Deutschland, Jure Mikolčić, sowie „erixx Holstein“-Chef Rainer Blüm sagte, sei nicht vor dem 7. Januar mit einer ersten leichten Verbesserung der Situation zu rechnen. Frühestens dann endet der aktuelle erixx-Ersatzfahrplan. Zwischen Kiel und Lübeck fahren die Züge von „erixx Holstein“ derzeit nur im Stundentakt. Die Strecke Kiel-Oppendorf bedient das Unternehmen mit einem Schienenersatzverkehr. Zwischen Lübeck und Lüneburg fährt erixx Holstein gemäß Regelfahrplan im Stundentakt. „Wir hoffen, dass uns Stadler ab der zweiten Januarwoche wieder genügend Fahrzeuge für einen regulären Fahrplan zur Verfügung stellt“, so erixx-Holstein-Geschäftsführer Blüm.
„Bis Stadler die Probleme halbwegs in den Griff bekommt, wird unsere NAH.SH zusammen mit erixx alle Bemühungen darauf richten, vor allem in den Stoßzeiten stabile und verlässliche Verbindungen mit ausreichender Kapazität anzubieten“, sagte Madsen. Er erinnerte daran, dass sich die Maluszahlung für den Schienenfahrzeughersteller für den holprigen Start des Großteils seiner bislang 34 an das Land für erixx Holstein und nordbahn ausgelieferten BEMUS absehbar auf eine Millionen-Strafe zubewege. „Der finanzielle Druck ist enorm“, sagte Madsen.
Hier ein Livestream-Mitschnitt der heutigen Pressekonferenz:
Laut Stadler betreffen die Probleme vor allem die Software der Züge. Dabei werde die interne Kommunikation zwischen verschiedenen Komponenten des Zuges gestört. Trete solch ein Fehler auf, müsse meist manuell ein Reset durchgeführt werden, bevor der Zug wieder fahren könne. Solche Kinderkrankheiten seien bei neu entwickelten Zügen nicht unüblich, heißt es von Stadler.
„Wir müssen uns zunächst bei den Fahrgästen, bei unserem Kunden NAH.SH und beim Land Schleswig-Holstein entschuldigen, dass es zu den aktuellen Ausfällen kommt“, sagt Mikolčić. „Die Einführung neuer Technologien kann immer mit Nachbesserungen verbunden sein, gerade bei einem komplexen Hochtechnologie-Produkt.
Weltpremiere in Schleswig-Holstein – allerdings mit mächtigen Anlaufschwierigkeiten
Wir sehen, dass es Verbesserungsbedarf gibt, stellen aber die Qualität und die Fortschrittlichkeit der Technologie nicht infrage. Wir haben einen optimierten Fahrplan definiert, mit dem sukzessive zum Februar 2024 die notwendige Stabilität in der Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte gewährleistet wird.“ Fehleranalysen der letzten Wochen hätten gezeigt, dass einige Fehler durch Softwareanpassungen scheinbar schneller gelöst werden können als befürchtet.
Mit Blick auf die Ersatz-Transferflotte des Landes sagte NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Wir hatten bei DB und AKN bereits zusätzliche Transferflottenfahrzeuge angemietet, um den Puffer weiter zu vergrößern. Durch diese Maßnahmen konnten Fahrzeugausfälle leider offensichtlich nicht vollständig aufgefangen werden. Aktuell verhandeln wir daher außerdem mit der Nordbahn, ob wir einige von deren vertraglich zugesicherten BEMU-Zügen vorübergehend bei erixx einsetzen können, damit das Unternehmen auf eine größere Fahrzeugflotte zurückgreifen kann. Das könnte ab Januar zu weiteren Entlastungen führen.“ Denn derzeit fallen Fahrzeuge der Transferflotte – aufgrund von umfangreichen Schäden und einer angespannten Ersatzteillage – auch längerfristig aus.
Wie Beck weiter sagte, werde auch mit Hochdruck an einer Verbesserung der derzeit unzureichenden Fahrgastinformation auf der Strecke gearbeitet: „Leider ist das ein sehr komplexes System mit vielen Schnittstellen, so dass nötige Informationen momentan oft nicht in Echtzeit geliefert werden. Wir empfehlen derzeit allen Reisenden, sich über Zugausfälle und Verspätungen über den DB-Navigator zu informieren, da die Datenlage dort am besten ist. Wir arbeiten daran, dass unsere Auskunft wieder besser wird.“
Zur Eindämmung der Fachkräfte-Lücke von 180.000 Menschen bis zum Jahr 2035 hat heute das Welcome Center Schleswig-Holstein seinen Betrieb aufgenommen. Die neue Einrichtung in der Kieler Fabrikstraße 7, in die das Land pro Jahr 2,6 Millionen Euro investiert, startet mit zunächst 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Integrationsministerin Touré mit Minister Madsen und RD-Nord-Chef Biercher
«Im Schulterschluss mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge wird die neue Einrichtung unter dem Dach unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft WTSH eine zentrale Anlaufstelle für internationale Fach- und Arbeitskräfte sein, aber auch Servicestelle für schleswig-holsteinische Unternehmen», sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen. CDU und Grüne hatten das Projekt nach der Landtagswahl im vergangenen Jahr in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Die Mitarbeiter sollen eng mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge kooperieren. «Wir versprechen uns dadurch eine bessere Sichtbarkeit und größere Attraktivität Schleswig-Holsteins auf dem internationalen Arbeitsmarkt», so Madsen. Zugewanderte Arbeitskräfte und deren Angehörige sollten gerne dauerhaft im nördlichsten Bundesland leben und arbeiten wollen.
Hier ein paar Impressionen vom heutigen Eröffnungstag – Video starten
Wie der Minister zusammen mit Integrationsministerin Aminata Touré und Markus Biercher von der Bundesagentur für Arbeit weiter erläuterte, werden in den kommenden Jahren in nahezu allen Branchen und Bereichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer qualifizierten Berufsausbildung fehlen. Die prognostizierte Arbeitskräftelücke von 180.000 Menschen könne dabei nicht allein durch die in Schleswig-Holstein verfügbaren Personalressourcen gedeckt werden. «Unser Land ist also auf Zuwanderung angewiesen – sowohl aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten. Hinzu kommt, dass wir im scharfen Wettbewerb mit anderen Bundesländern, anderen europäischen Ländern sowie Nicht-EU-Staaten stehen», so Madsen.
Eine der zentralen Aufgabe des Welcome Centers sei es, die Sichtbarkeit und Attraktivität Schleswig-Holsteins als Zuwanderungsland zu erhöhen und damit die Erwerbsmigration deutlich zu steigern. Zur Attraktivitätssteigerung gehöre auch, Schleswig-Holstein so zu positionieren, dass zugewanderte Arbeitskräfte und ihre Angehörigen gerne dauerhaft im echten Norden leben und arbeiten möchten.
Hier ein Livestream-Mitschnitt der Pressekonferenz – Video starten
«Für gelungene Arbeitsmarktintegration brauchen Menschen nicht nur ein Arbeitsverhältnis an sich. Wir müssen Aspekte wie Einreise, Visum, Arbeit, Leben, Familie und Wohnen zusammendenken, wenn Fachkräfte aus dem Ausland gerne zu uns kommen und hierbleiben wollen. Das gehört zu echter Integration. Mit dem Welcome Center haben wir deshalb eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die all diese Aspekte behördenübergreifend unter einem Dach vereint», sagte Integrationsministerin Touré. «Die Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten und das beschleunigte Fachkräfteverfahren werden in Zukunft noch weiter an Bedeutung für die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten gewinnen. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge mit seiner langjährigen Expertise im Welcome Center einen wichtigen Part übernimmt», so die Ministerin. Weiter sagte sie – Video starten:
Der Chef der Regionaldirektion Nord, Markus Biercher, sieht im Welcome Center einen wichtigen Schritt zur regionalen und internationalen Arbeits- und Fachkräftegewinnung: «Ich freue mich, dass wir zur Bewältigung dieser anspruchsvollen und so wichtigen Aufgabe für Schleswig-Holstein in kurzer Zeit behördenübergreifend hoch motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen konnten. Sie alle haben auf diesen Tag hingearbeitet. Nun können sie endlich starten und mit ihrer Expertise internationale Talente und regionale Unternehmen gleichermaßen individuell beraten und unterstützen.» Weiter sagte Biercher – Video starten:
Nach den Worten von WT.SH-Geschäftsführer Hinrich Habeck freue sich auch die WT.SH darüber,«dass wir mit dem Auftrag, das Welcome Center zu betreiben, einen Beitrag dazu leisten können, internationalen Fach- und Arbeitskräften auch die Karrierechancen in unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen bekannter zu machen und darüber hinaus bei der Integration internationaler Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen zu unterstützen».
Das Welcome Center soll als zentrale Anlaufstelle sowohl internationale Fach- und Arbeitskräfte und deren Familien unterstützen als auch Unternehmen in Schleswig-Holstein, die diese einstellen wollen oder bereits beschäftigen. Auch internationale Auszubildende und Studierende im In- und Ausland, die kurz vor dem Abschluss stehen gehören zur Zielgruppe.
Gebündelt unter einem Dach, zentral in der Landeshauptstadt gelegen, soll es dafür ein umfangreiches Service- und Unterstützungsangebot geben: Unter anderem Beratung zu Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, Unterstützung bei melde- und aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten, Informationen zur sozialen Infrastruktur, Wohnen, Gesundheits- und Bildungssystem, Familiennachzug und Informationen zum Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Ebenso werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen und Organisationen unterstützt, die eine Fach- bzw. Arbeitskraft aus dem Ausland einstellen möchten oder bereits beschäftigen. Das Angebot für schleswig-holsteinische Unternehmen umfasst u.a. die Unterstützung bei Anwerbeprojekten in EU- und Drittstaaten, beim Integrationsmanagement, der Entwicklung einer Willkommenskultur im Unternehmen sowie Beratung zu Fördermöglichkeiten im Zusammenhang mit der Beschäftigung einer internationalen Fachkraft.
Um diese Aufgabe zu bewältigen und zusammenzubringen, was zusammenpasst, ziehen gleich mehrere Partner an einem Strang. Das Welcome Center entsteht in Kooperation des Wirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein sowie des Sozialministeriums – vertreten durch das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge (LazuF) – und der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord (RD Nord) – vertreten durch die Agentur für Arbeit Kiel. Die WTSH betreibt im Auftrag des Landes die neue Einrichtung.
Langfristig ist geplant, ein ganzheitliches, zielgruppengerechtes und serviceorientiertes Beratungs- und Unterstützungsangebot aufzubauen und weiterzuentwickeln. Hierfür ist es auch Aufgabe des Welcome Centers Schleswig-Holstein, ein breites, landesweites Netzwerk mit allen relevanten Stellen, wie zum Beispiel Integrationsnetzwerken, Wohnungsbaugesellschaften und Sprachkursträgern, aufzubauen. Bis 2028 stellt das Land 12,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Hinter einen wichtigen Punkt des schwarz-grünen Koalitionsvertrags der schleswig-holsteinischen Landesregierung kommt heute ein grüner Haken: Das „Welcome Center Schleswig-Holstein“ zur Betreuung von ausländischen Fach- und Arbeitskräften sowie Unternehmen beginnt in frisch bezogenen Räumen in der Kieler Fabrikstraße mit seiner Arbeit. Heute um 11.30 Uhr geben Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen, Sozialministerin Aminata Touré, Arbeitsagentur-Chef Markus Biercher sowie Hausherr Hinrich Habeck von der Wirtschaftsförderung WT.SH den offiziellen Startschuss. «Ich bin sehr erleichtert, dass es nun endlich losgeht, denn der zunehmende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in den nächsten Jahren wird uns erheblich zu schaffen machen – da ist das Welcome-Center die richtige Antwort zur richtigen Zeit», sagt Madsen.
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Das Land wird pro Jahr rund 2,6 Millionen Euro für das Welcome Center unter dem Dach der Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Kiel ausgeben. Die Mitarbeiter sollen eng mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge kooperieren. Das Wirtschaftsministerium verspricht sich laut Madsen vor allem eine bessere Sichtbarkeit und größere Attraktivität Schleswig-Holsteins auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Zugewanderte Arbeitskräfte und deren Angehörige sollten gerne dauerhaft im nördlichsten Bundesland leben und arbeiten wollen.
Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat den Plan der Bundesregierung scharf kritisiert, Mittel für den Schienennahverkehr zu kürzen. Er äußerte sich vor allem besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die Verkehrswende und das Deutschlandticket.
Bisher habe – vor allem gegenüber den Ministerpräsidenten der Länder – das Versprechen gegolten, dass mehr Regionalisierungsmittel kommen sollen. «Es ist offensichtlich, dass sehr viel Geld in der Schiene fehlt. Ich finde, das ist ein fatales Signal.» Der Bund spreche von einer Kürzung in Höhe von 350 Millionen Euro, das würde für Schleswig-Holstein etwa zehn Millionen Euro weniger jährlich bedeuten, sagte Madsen und erklärte im Gespräch mit Journalisten – Audio starten
Der Schienenverkehr als Aufgabe sei vom Bund auf die Länder übertragen worden mit dem Versprechen, das entsprechend zu finanzieren. «Das muss der Bund dann auch tun», forderte der Minister. Man stehe vor Riesenherausforderungen. «Am Ende stehen wir vor der Wahl, dass wir nur noch Verkehre abbestellen können. Das hat mit Mobilitätswende überhaupt nichts zu tun.» Das Verhalten des Bundes sei gegen jede Absprache. «Ich erwarte einfach mal, dass man da doch ein bisschen anders mit uns umgeht.»
Angesichts schlechter Pünktlichkeitswerte und mangelnder Fahrzeug-Verfügbarkeit im Netz Mitte erhöht das Land den finanziellen Druck auf die Deutsche Bahn: Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute nach einem Treffen mit DB-Regio-Chef Torsten Reh sagte, werde das Land ab Januar über die bisherigen vertraglichen Maluszahlungen hinaus monatlich 500.000 Euro aufgrund der schlechten Fahrzeugverfügbarkeit sowie 50.000 Euro aufgrund von Problemen bei der Sauberkeit der Fahrzeuge einbehalten.
Madsen mit DB-Regio-Chef Torsten Reh
„Diese Regelung gilt so lange, bis die DB Regio zuverlässig die vertraglich geforderte Platzkapazität für die Fahrgäste auf den Linien RE 7 und RE 70 im Einsatz hat und sich die Sauberkeit erkennbar verbessert hat“, sagte Madsen. Er erinnerte daran, dass bereits die vertraglichen Malusbeträge aufgrund der mangelnden Fahrzeugverfügbarkeit im Netz Mitte im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Euro ausmachten. Für 2023 liege noch keine Zahl vor. Die Pünktlichkeit auf den Strecken Flensburg/Kiel-Hamburg (RE 7) sowie Kiel-Hamburg (RE 70) war im Oktober und November auf teilweise unter 40 Prozent gesunken.
Nach den Worten von DB-Regio-Chef Reh habe die Bahn bereits eine Qualitätsoffensive aufgesetzt. So werde DB Regio zusätzliche Doppelstockzüge zum Einsatz bringen, da von 16 zur Verfügung stehenden Triebwagen schon vier wegen Revisionen, Unfallschäden und des verkehrsvertraglich geforderten Auffrischungsprogramms längerfristig nicht verfügbar seien. „So wollen wir gewährleisten, dass wir unseren Fahrgästen eine vergleichbare Kapazität anbieten können.“ Weiter sei unter anderem eine Verbesserung beim Bus-Ersatzverkehr geplant wie etwa das Anzeigen von Abfahrzeiten an den Ersatzhaltestellen in Kiel und Lübeck, der verstärkte Einsatz von Service-Mitarbeitenden und eine verbesserte Wegeleitung und Kundenkommunikation.
„Zudem werden im kommenden Jahr in der Instandhaltung der Personalbestand stabil gehalten und Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter weiterqualifiziert, um die Instandhaltungszeiten zu verringern“, sagte Reh. Daneben sei zwischen Land und DB vereinbart, ab Januar in einem Qualitätslagezentrum für das Netz Mitte konzentriert mit allen Beteiligten Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit zu erarbeiten und nachzuhalten. Dazu werde eine Studie beauftragt, die insbesondere Möglichkeiten zur Verbesserung in der Schieneninfrastruktur identifizieren soll.
Laut Madsen solle das ab Januar zusätzlich einbehaltene Geld die DB motivieren, die Probleme schnell zu lösen: „Mir ist klar, dass viele der momentanen Bahnprobleme im Land an der Infrastruktur liegen. Was man jahrzehntelang vernachlässigt, funktioniert irgendwann nicht mehr und man muss sanieren“, so der Minister. „Aber das, was in der Verantwortung der DB Regio liegt, muss die DB Regio auch angehen.“ Er erinnerte daran, dass im Februar auch ein Treffen mit DB-Netz-Vorstand Philipp Nagl geplant sei.
Mit Blick auf die vielen Baumaßnahmen sagte der Minister weiter, dass er einerseits froh sei, dass inzwischen viel gebaut werde. Doch schränke das Bauen vorübergehend auch die Kapazität auf den Strecken ein. „Was extrem ärgerlich ist, sind kurzfristige Baumaßnahmen wegen akuter Schäden. Genauso ärgerlich sind aber auch Störungen an Signalen, Oberleitungen und Bahnübergängen – also alles das, was die Kapazität des Netzes zusätzlich einschränkt“, so Madsen.
NAH.SH-Chef Dr. Arne Beck machte deutlich, dass auch in den kommenden Jahren noch viel getan werden müsse: „Wir werden in den kommenden Jahren vor allem durch Bauarbeiten weiterhin viele Einschränkungen im Bahnverkehr haben. Umso wichtiger ist es, dass DB Regio sich jetzt neu und besser aufstellt. Jede Störungsquelle, die wir ausschließen können, hilft uns. Klar ist aber auch: Der Weg zu verlässlichem Bahnverkehr ist noch lange nicht zu Ende.“
In Nord- und Ostsee entsteht in den kommenden Jahrzehnten das größte Energiekraftwerk der Welt: Der Aufbau von über 130 Offshore-Windkraftanlagen mit einer Leistung von 300 Gigawatt und einem ebenso gigantischen Investitionsvolumen von rund 300 Milliarden (!) Euro. Schleswig-Holstein will dabei sein – und kann dabei sein. Das wurde heute bei einem Besuch des Maritimen Koordinator des Bundes, Dieter Janecek, deutlich.
Dieter Janecek (links) und Minister Madsen bei German-Naval-Yards-Chef Rino Brugge
Unter den europäischen Werften gibt es bereits seit zwei Jahren ein Schaulaufen um die Gunst der Auftraggeber – die großen Übertragungsnetzbetreiber. Und auch der heutige Schleswig-Holstein-Besuch des Maritimen Koordinators der Bundesregierung, Dieter Janecek, stand im Licht der Energiewende auf See.
Wirtschaftsminister Madsen hatte den Spitzenpolitiker aus dem Ressort von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nach Flensburg und Kiel eingeladen, um ihn mit führenden Köpfen der Maritimen Branche des Landes zusammen zu bringen.
Hier ein paar Impressionen der Tour:
Gemeinsam mit dem Maritimen Koordinator des Landes, Andreas Burmester, besuchten beide zunächst die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG), danach die Kieler Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) und den Anti-Korrosions-Spezialisten „HASYTEC-electronics“ in Kiel. «Aktuell haben wir noch keine Werft in Deutschland, die so genannte Konverterplattformen für Offshore bauen kann», sagte Janecek. Rostock sei zwar auf dem Weg dorthin, «aber wir wollen weitaus mehr Standorte befähigen, in dieses Zukunftsfeld einzusteigen». Mit der FSG und GNYK habe er zwei Unternehmen kennengelernt, die dies können und vor allem wollen, sagte der Grünen-Politiker. Janecek: «Momentan ist der Markt so groß – das unser Problem in den kommenden Jahrzehnten nicht die Konkurrenz unter den Werften ist, sondern die Frage: wie bekommen wir es hin, möglichst rasch Unternehmen für den Einstieg in diesen Markt fit zu machen.»
In den Konverterplattformen wird der Strom verschiedener Windräder auf See gebündelt und für den möglichst verlustfreien Weitertransport zur Küste in Gleichstrom umgewandelt. Nach Angaben von Janecek wird erwartet, dass von 2026 bis 2045 allein für den deutschen Markt 33 Plattformen benötigt werden, die jeweils zwischen zwei und drei Milliarden Euro kosten. Derzeit gibt es nur einen großen Produktionsstandort in Spanien
Janecek sagte nach seiner Rundreise – Video starten…
Madsen erinnerte unterdessen an eine im letzten Jahr vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) erarbeitete Studie, wonach neben FSG und GNYK auch die Lauenburger Hitzler-Werft das Potenzial für das Segment des Plattformen und Spezialschiffbaus besitze. «Außerdem sind beim Bau von Strukturen für den Plattformen-Unterbau oder von Geräten für Windpark-Infrastrukturen auch die kleineren Werften des Landes gut aufgestellt», so der Minister. Es sei das gemeinsame Ziel von Bund und Land, den rund 2100 maritimen Betrieben des Landes mit ihren 30.000 Beschäftigten einerseits Mut zum Einstieg in das Offshore-Geschäft zu machen und zugleich die bestehenden Arbeitsplätze zu sicher, so die beiden Politiker.
Madsen bilanzierte seinen Branchen-Tag so – Video starten…
Der Geschäftsführer von German Naval Yards, Rino Brugge, zeigte sich nach dem Treffen entsprechend selbstbewusst: «Der heutige Besuch markiert eine Fortsetzung der bereits im Februar begonnenen Gespräche mit politischen Vertretern hinsichtlich unseres Beitrags zum Erreichen der Ausbauziele im Bereich der Offshore-Windenergie.» German Naval Yards sehe sich dabei nicht nur als ein Zentrum der Maritimen Innovation, sondern auch als Motor für die regionale wie auch überregionale wirtschaftliche Entwicklung.
Er erwarte, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze am Standort Kiel von aktuell 400 Beschäftigten verdoppeln oder sogar verdreifachen werde. Zum Einstieg in die Serienproduktion brauche es daher nicht nur Partner, sondern auch mehr Fachkräfte.
Bei der FSG: Madsen, Janecek und Patrick Wohlgemuth, Finanzvorstand der FSG Foto: STAUDT
Aus Sicht von Madsen und Janecek könne auch die Flensburger Werft FSG, die kurz vor Kiellegung zweier LNG-Bunkerschiffe im Auftrag des Bundes stehe, beim Thema Offshore ins Spiel kommen. «Es werden jede Menge Service-Schiffe gebraucht, dafür hat Flensburg die Expertise», so Madsen. Der Besuch der Politiker sei auch ein „klares Signal in Richtung Belegschaft“. Man wolle für bessere Rahmenbedingungen sorgen und Stabilität reinbringen. FSG-Eigner Lars Windhorst hatte seinen Besuch entgegen der ursprünglichen Planung kurzfristig absagen müssen.
Hier ein Mitschnitt des Presse-Gesprächs bei der FSG – Video starten.
In unter drei Stunden von Hamburg nach Kopenhagen – für diese Zukunftsvision hat die Deutsche Bahn auf Fehmarn den Grundstein gelegt. Doch bis es soweit ist, muss beim Bau des Ostseetunnels noch vieles geschehen.
„Anpfiff“ (v.l.): DB-CHef Huber, Staatssekretärin Henckel, Ministerpräsident Günther und Philippe Chantraine von der EU beim heutigen Festakt auf Fehmarn
Mit dem Ausbau der Bahnstrecke zum geplanten Ostseetunnel zwischen Deutschland und Dänemark hat eines der größten Infrastrukturprojekte Nordeuropas offiziell begonnen. Heute gaben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Susanne Henckel, der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, und Philippe Chantraine von der Europäischen Union auf der Ostseeinsel Fehmarn den Startschuss zum Bau der Schienenstrecke zwischen Puttgarden und Lübeck.
Als Teil der Festen Fehmarnbeltquerung soll die so genannten Hinterlandanbindung von 2029 an das Bahnnetz Schleswig-Holsteins an den im Bau befindlichen Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark anschließen. Für Autos wird es außerdem eine vierspurige Autobahn in einer separaten Tunnelröhre geben.
Was ist für die Bahnstrecke geplant?
Die rund 85 Kilometer lange Bahnstrecke soll Lübeck mit Puttgarden auf Fehmarn verbinden. Dort soll sie weiter in einen Tunnel führen, der die deutsche Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden soll. Im Zuge der Hinterlandanbindung ist auch ein weiterer Tunnel für den Autoverkehr unter dem Fehmarnsund zwischen Fehmarn und dem Festland geplant.
Wie werden die Bauarbeiten ablaufen?
Von den 85 Kilometern werden 55 Kilometer nach Angaben der Deutschen Bahn komplett neu gebaut. Dafür müssen unter anderem 80 Brücken, sechs Haltepunkte und fünf Autobahnanschlüsse errichtet werden. Mehr als sechs Millionen Kubikmeter Erdreich sollen bewegt werden. Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten gab es umfangreiche Maßnahmen zum Schutz von Tieren und Pflanzen.
Wie wird der Tunnel gebaut?
Für den Tunnel unter der Ostsee werden insgesamt 89 an Land gefertigte Betonelemente im Meeresboden versenkt. Die Bauarbeiten für den rund 18 Kilometer langen Ostseetunnel haben auf dänischer Seite bereits begonnen. Der Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an Fehmarn und Lolland verbinden. Er soll die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von bislang fünf Stunden auf künftig unter drei Stunden verkürzen.
Was soll die Verbindung kosten?
Die Hinterlandanbindung in Schleswig-Holstein – also die Anbindung an das Straßen- und Schienennetz – soll mindestens 3,5 Milliarden Euro kosten. Darin enthalten ist ein Risikopuffer von 1,1 Milliarden Euro.
Der eigentliche Tunnel wird von Dänemark bezahlt. Dafür sind nach Angaben der Projektgesellschaft Femern A/S rund 7,1 Milliarden Euro vorgesehen. Dazu kommen noch die Kosten für einen neuen Tunnel zwischen Fehmarn und Schleswig-Holstein, der die 60 Jahre alte Fehmarnsundbrücke entlasten soll. Dafür gehe die Bahn nach ersten Schätzungen von Kosten von mehr als 700 Millionen Euro aus, sagte ein Bahnsprecher.
Gibt es auch Proteste gegen das Bauvorhaben?
Vor allem auf Fehmarn protestieren seit Jahren Gegner der festen Fehmarnbeltquerung gegen den Bau. Sie befürchten unter anderem ein Ausbleiben der Touristen, die auf der Tourismusinsel Fehmarn für viele die Haupteinnahmequelle sind. Zudem fürchten Natur- und Umweltschützer eine Verlagerung von Fischschwärmen durch die Querung. Außerdem werden die hohen Kosten des Gesamtprojektes kritisiert und der Nutzen bezweifelt.
Wie sieht es in Dänemark aus?
Dort gab es von Anfang an weniger Kritik an dem Bauvorhaben. Auf dänischer Seite seien die Arbeiten am Tunneleingang in vollem Gang und sollten 2024 abgeschlossen sein, sagte eine Sprecherin von Femern A/S. Seit Sommer bauten die Dänen bereits die ersten der jeweils 217 Meter lange Tunnelelemente, die aus jeweils neun Segmenten bestünden.
Das erste Tunnelelement soll nach Angaben von Femern A/S im kommenden Jahr in einem zwölf Meter tiefen und 100 Meter breiten Graben am Boden der Ostsee versenkt und anschließend mit einer Schutzschicht Kies bedeckt werden.
Was erhoffen sich das Land und die Wirtschaft von dem Projekt?
Das Land und die Wirtschaft setzten große Hoffnungen auf die Fehmarnbeltquerung. Sie werde die letzte große Lücke im grenzüberschreitenden Verkehrsnetz Nordeuropas schließen, heißt es auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums. «Dadurch entsteht eine Fehmarnbeltregion, die über Landesgrenzen hinweg starkes Wirtschaftspotenzial hat und neue Chancen für die deutsch-dänische Zusammenarbeit bietet», heißt es dort.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus