erixx-Holstein-Geschäftsführer Blüm kurz vor Weihnachten mit Minister Madsen und NAH.SH-Chef Beck im Pressegespräch
Das Eisenbahnunternehmen «erixx Holstein GmbH» sieht sich nach der Zusicherung von ausreichend zuverlässigen und betriebsbereiten Fahrzeugen des Fahrzeugherstellers Stadler in der Lage, ab dem 8. Januar zwischen Kiel und Lübeck wieder nach Regelfahrplan zu verkehren. Zwar stand erixx Holstein mit der Übernahme der neuen Fahrzeuge im Oktober 2023 die gesamte Zeit mit allen notwendigen personellen Kapazitäten bereit, um den Regelfahrplan zu bewerkstelligen, doch fiel die Akku-Zug Flotte aufgrund technischer Probleme in den Wochen vor Weihnachten vermehrt aus, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Stadler wolle nun aber genügend zuverlässige und betriebsbereite Fahrzeuge für den Regelfahrplan zur Verfügung stellen. «Wir sind sehr froh und erleichtert, dass sich die Fahrzeuglage in den letzten Tagen stabilisiert hat und unsere Fahrgäste schon bald keine Einschränkungen mehr hinnehmen müssen. Die bisherigen Unannehmlichkeiten unserer Fahrgäste mit dem eingeschränkten Fahrplanangebot bedauern wir außerordentlich», sagte Rainer Blüm, Technischer Geschäftsführer der erixx Holstein GmbH.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen, der sich kurz vor Weihnachten mit den Spitzen von Stadler und «erixx Holstein» sowie der DB Regio zu einem Krisengespräch getroffen hatte, zeigte sich erleichtert: «Eine gute Nachricht für tausende Pendlerinnen und Pendler zum Jahresanfang, die hoffentlich auch die kommenden Monate durchtragen wird», sagte der Minister.
Erixx-Chef Blüm machte allerdings auch deutlich, dass als Ersatz für die RB76 weiterhin ein Pendelbus ohne festen Fahrplan zwischen Kiel Hbf und Kiel-Oppendorf in beiden Richtungen eingesetzt werde.
Der Arbeits- und Fachkräftemangel ist schon jetzt in fast jeder Branche spürbar. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, für die der Weg in die Beschäftigung schwierig ist. Das Land fördert daher neun Projekte mit dem Ziel Langzeitarbeitslose und Arbeitslose, die Bürgergeld erhalten, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Gesamtfördersumme beträgt rund 4,4 Millionen Euro, wie Arbeitsstaatssekretär Tobias von der Heide heute bekanntgab.
„Wir brauchen neue Wege und innovative Ideen, um offene Stellen zu besetzen. Dafür haben wir tolle Projekte ausgewählt, die sich an schon jetzt unterbesetzte Branchen wie die Pflege, Logistik, das Hotel- und Gaststättengewerbe oder das Handwerk richten“, so der Staatssekretär. Die Projekte nähmen die individuelle Lebenssituation der Menschen ganzheitlich in den Blick und eröffneten Perspektiven für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt, so von der Heide weiter.
So bietet beispielsweise das Projekt „JOB-MOBIL“ aus Flensburg Einblicke in den Beruf als Bus- und Berufskraftfahrer und -fahrerin. Dabei sind Unternehmen eingebunden, die freie Arbeitsplätze haben. Neben fachlicher Qualifizierung gibt es zum Beispiel auch Training im Konfliktmanagement und der Digitalisierung. Bei „Ich komm‘ voran“ der AWO im Kreis Steinburg bekommen Teilnehmende Coachings und können mithilfe von Praktika und Probearbeitstagen verschiedene Berufsfelder kennenlernen.
Alle Projekte starten am 1. Januar 2024 und enden am 31. Dezember 2025. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfond Plus und aus Landesmitteln. Vorangegangen war eine Ausschreibung, bei der 20 Anträge auf Förderung eingegangen sind. Davon wurden neun Projekte ausgewählt.
Die jüngste Entscheidung von EU-Rat und EU-Parlament, den Seehafen Kiel und die Güterverkehrs-Bahnstrecke Bad Oldesloe – Neumünster nicht in das transeuropäische Verkehrs-Kernnetz (TEN-V) aufzunehmen, beruht aus Sicht von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) auf Fehleinschätzungen: «Der Seehafen Kiel liegt am Nord-Ostsee-Kanal und damit an einer der weltweit wichtigsten Wasserstraßen überhaupt. Und die Bahnstrecke zwischen Neumünster und Bad Oldesloe hat keineswegs nur eine regionale Bedeutung, sondern ist für das deutsche Fernverkehrsnetz hochgradig relevant», sagte Madsen heute der Deutschen-Presse-Agentur. EU-Rat, Parlament und EU-Kommission hatten sich kurz vor Weihnachten nach einem Trilogverfahren zur Reform der TEN-V-Verordnung gegen beide Nord-Projekte entschieden.
Híntergrund der Reform ist, dass die EU-Staaten zum TEN-V-Netz gehörende Straßen, Bahnstrecken, Flüsse und Kanäle sowie andere Verkehrsinfrastruktur bis 2050 auf gewisse Standards bringen. Im Kernnetz soll der Ausbau bereits 2030 geschafft sein. Der erzielte Kompromiss sieht unter anderem vor, dass die Kernnetz-Bahnstrecken bis 2030 elektrifiziert werden und dass Güterzüge dort mit einer Geschwindigkeit von mindestens 100 Kilometern pro Stunde fahren. Für Passagierzüge gelten mindestens 160 Kilometer pro Stunde. Die Verfahren an EU-Binnengrenzen sollen zudem so weit vereinfacht werden, dass Güterzüge dort im Durchschnitt höchstens noch 25 Minuten warten. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass mindestens drei Viertel der Güterzüge im TEN-V mit maximal 30 Minuten Verspätung ans Ziel kommen.
Nach den Worten von Madsen hatte sich die Landesregierung bis zuletzt für die Aufnahme des Kieler Hafens sowie die Schienengüterstrecke Neumünster – Bad Oldesloe stark gemacht. Und obwohl sich das EU-Parlament mehrheitlich für diese Aufnahme ausgesprochen habe, sei der Vorstoß in den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission gescheitert. «Ganz offensichtlich hat die Bundesregierung unsere Bemühungen in Brüssel nicht mit der nötigen Vehemenz vertreten. Ich lade deshalb Bundesverkehrsminister Wissing gern einmal in den Kieler Seehafen ein, um sich selbst ein Bild vom dortigen Passagier- und Güterverkehr zu machen», sagt Madsen. Und weiter:
Aus seiner Sicht habe die EU nicht die spezifische Bedeutung von Seehafen und Güterstrecke erkannt, sondern rein formal argumentiert. So erreiche der Hafen Kiel zwar nicht den nötigen Schwellenwert von mehr als einem Prozent des gesamten jährlichen EU-Frachtvolumens für Massen- und Nicht-Massengüter. «Aber dass der Hafen gewissermaßen Eingangstor der TEN-Route ,Nord-Ostsee-Kanal’ ist und nebenbei eine Drehscheibe des Passagierschiffs-Aufkommens im Ostseeraum findet in den Überlegungen nicht statt», so Madsen.
Ähnlich widersprüchlich ist aus seiner Sicht die Argumentation bei der Strecke Bad Oldesloe – Neumünster. Hier sei die Kommission der Auffassung, dass deren Einbeziehung zu einer zu vermeidenden Verdichtung des Kernnetzes führen würde. Madsen: «Im Ergebnis wird nun aber genau das Gegenteil der Fall sein, da die schon überlasteten Strecken wie Hamburg-Elmshorn eine weitere Verdichtung erfahren und nun die Ausgleichsstrecke über Neumünster für den Güterverkehr nicht mehr zur Verfügung stehen wird», sagt Madsen. Das sei für Schleswig-Holstein besonders bitter, da künftig auch Personenverkehr Richtung Hamburg verstärkt über diese Strecke abgewickelt werden könnte. Madsen: «Und somit hätte sie eindeutig auch hohe Relevanz für den Fernverkehr.» Dafür müsse die Verbindung jedoch zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden, was nun – ohne EU-Mittel – auf den Bund und das Land zurückfalle.
Startup.SH-Chefin Anke Rasmus nahm vergangenen Donnerstag von Minister Madsen den Förderbescheid entgegen.
Mit einer Förderung von 5,6 Millionen Euro sichert das Land für die kommenden drei Jahre die Arbeit des Projekts „Startup.SH“ ab. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen übergab dazu jetzt einen entsprechenden Förderbescheid an die StartUp.SH-Vorsitzende Dr. Anke Rasmus. Zusätzliche 1,9 Millionen Euro bringen die 14 Projektpartner (siehe unten) aus Wissenschaft und Wirtschaft auf.
«Damit geht Schleswig-Holstein mit einer Reihe von zukunftsweisenden Projekten in die Offensive, um seine Position als innovatives und wirtschaftsstarkes Bundesland zu festigen und weiter auszubauen», sagte Madsen. Durch gezielte Förderung von Gründungsprojekten und die Stärkung digitaler Kompetenzen werde ein solides Fundament für Wachstum und neue Arbeitsplätze gelegt. Im Durchschnitt würden frisch gegründete Unternehmen 18,4 neue Arbeitsplätze schaffen. Zudem sei mit fast 40 Prozent der Anteil von Frauen in der schleswig-holsteinischen Gründerszene erfreulich hoch.
Nach den Worten von Anke Rasmus begleitet Startup.SH mehr als 100 hochschulnahe Gründungen pro Jahr. Sie erinnerte an Studien, wonach vor allem der Mittelstand, zu dem in Schleswig-Holstein rund 120.000 Betriebe zählen, von jungen Unternehmen profitiere. Ein zentraler Bestandteil der Startup.SH-Strategie sei die Steigerung digitaler Kompetenzen bei Gründungsinteressierten.
Zusätzlich fördere das Land den Transfer aus Forschungsprojekten. So würden durch das an der Universität Kiel angesiedelte «Spin-Off Competence Lab» neue Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte transferiert und Ausgründungen aus Hochschulen entwickelt. Dies fördere nicht nur die Zahl der Gründungen aus dem Hochschulbereich, sondern stärkte auch die Innovationskraft Schleswig-Holsteins.
Hier ein Überblick der Projektpartner von Startup.SH:
Ein Tanker und ein Frachter beim Einlaufen in die Holtenauer Schleuse
Heiligabend auf See – tausende Familien weltweit sind über die Festtage von Angehörigen weit getrennt. Reedereien aus Schleswig-Holstein – von Flensburg über Rendsburg bis Itzehoe und Lübeck – beschäftigen auf ihren über 70 Frachtern mehrere hundert Seefrauen und Seemänner. Aber auch Lotsen auf dem Nord-Ostsee-Kanal, der Kieler Bucht, der Elbmündung sowie Besatzungen von Fähren, Versorgern, Marineschiffen oder der Bohrinsel Mittelplate verrichten heute rund um die Uhr ihren Dienst.
Ihnen allen sagt Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen Dank. Unter anderem in der traditionellen NDR-Seemanns-Sendung «Gruß an Bord», die heute Abend ab 19.05 Uhr auf NDR Info ausgestrahlt wird. Hier ein Auszug aus dem Programm – Audio starten…
Übrigens: Die Sendung «Gruß an Bord» feiert heute – Handy, Internet und Satellitentelefon zum Trotz – zugleich ihren 70. Geburtstag. Am 24. Dezember 1953 gingen die Grüße in alle Welt erstmals von Norddeich Radio aus, einer Seefunkstation in Ostfriesland. Gaby Bornheim, Vorsitzende des Verbandes Deutscher Reeder sagt: «Gruß an Bord hat Tradition, ja, ist Tradition und ganz bestimmt kein Anachronismus. Auch wenn es heute dank zunehmender Digitalisierung möglich ist, dass Seeleute an Bord mit ihren Angehörigen daheim nahezu jederzeit sprechen können, so ist ‚Gruß an Bord‘ doch etwas ganz Besonderes. Es geht um die Verbindung unserer Seeleute zu ihren Lieben daheim, die die Trennung gerade zum Fest der Liebe so schmerzlich spüren.»
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin soll saniert werden. Doch nun sollen die Bauarbeiten verschoben werden und länger andauern. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen erwartet von der DB ein besseres Konzept.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat enttäuscht auf die Ankündigung der Deutschen Bahn reagiert, dass die bisherigen Planungen zur Generalsanierung der Strecke Hamburg – Berlin nicht umsetzbar sind. «Für mich wachsen damit die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Konzepts», sagte Madsen der Deutschen Presse Agentur. Die DB AG hatte dem Ressort des CDU-Politikers vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Sanierung der Strecke verschoben als auch zeitlich verlängert werden muss, Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, den Hochleistungskorridor in den sieben Monaten von Juni bis Dezember 2025 vorzunehmen. Nun soll die Strecke in den neun Monaten zwischen August 2025 und April 2026 saniert werden. «Das hat neun Monate lang erhebliche Auswirkungen auf die Pendlerinnen und Pendler zwischen Lübeck und Hamburg und obendrein auf den Lübecker Hafen», sagte Madsen.
Kritik übt Madsen vor allem an den nach wie vor vielen ungeklärten Punkten: «Die Frage der Erreichbarkeit der Häfen in Lübeck und Hamburg hat schon jetzt Irritationen bei manchen Kunden ausgelöst.» Weiter erklärte er im Gespräch mit Journalisten – Audio starten.
«Und ohne die Schaffung tauglicher Umleitungsstrecken wird die zweifelsfrei notwendige Generalsanierung dem Bahnsektor in Deutschland mehr schaden als nützen», so der Minister. Zweifel habe er unter anderem daran, dass Deutsche Bahn in der Lage sein werde, einen hochwertigen Schienenersatzverkehr zu etablieren. Auch sei die Frage der Finanzierung des Ersatzverkehrs noch nicht entschieden.
«Es ist unbestreitbar richtig und wichtig, eine Sanierungsoffensive zu starten aber sie muss auch bis zu Ende gedacht werden», sagt Madsen. Bereits zuvor hatte der Minister zusammen mit norddeutschen Amtskolleginnen und -kollegen bei der Bundesregierung angemahnt, dass die Ertüchtigung der so genannten Hochleistungskorridore nicht dazu führen dürften, dass das restliche und ebenfalls marode Netz in Deutschland aus dem Fokus gerate. So müsste insbesondere das Netz Mitte in Schleswig-Holstein mit seiner Strecke zwischen Kiel und Hamburg schnellstmöglich einer vorgezogene Hochleistungsinstandhaltung unterzogen werden. Madsen: «Denn wegen der Fehmarnbelt-Anbindung steht diese Linie sehr spät auf dem Sanierungsplan, obwohl sie zu den Strecken mit der schlechtesten Infrastruktur-Qualität im Land gehört.»
Riesenschritt für das kleine Ostseebad Schönberg mit seinem legendären Strandabschnitt Kalifornien: Für den bis 2026 geplanten Bau einer Binnenpromenade mit einem Investitionsvolumen von 7,5 Millionen Euro steuert das Land knapp vier Millionen Euro bei. «Das ist die höchste Fördersumme, die unsere Schönberg je für ein Einzelprojekt erhalten hat», freut sich Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski. Das Geld stammt zum größten Teil aus Bundesmitteln im Rahmen der so genannten Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsförderung.
Wirtschafts- und Tourismusminister Claus Ruhe Madsen erinnerte daran, dass das Ostseebad von der jüngsten Sturmflut besonders hart getroffen wurde. «Mit der neuen verkehrsberuhigten Binnenpromenade mit schönen Aufenthaltsbereichen und gastronomischen Angeboten werden die Gäste sich bald auch gern hinter dem Deich aufhalten und damit das Ortszentrum beleben», sagte er. Wie die Buchungszahlen zum Jahreswechsel belegen, sei Schleswig-Holstein weiterhin sehr beliebt bei den Gästen. Darauf dürfte sich allerdings niemand ausruhen: «Investitionen in die Infrastruktur sind der richtige Weg, um auch in Zukunft ein attraktives Ziel für Touristinnen und Touristen zu sein. Das unterstützen wir gerne», so Madsen.
Nach den Worten der Projektverantwortlichen Lisa Strohschänk umfasst das Bauvorhaben neben einer einladenden Promenade auch die Neugestaltung der „Verwellengrund“-Hauptstraße. Damit gehe eine Aufwertung des Strandaufgangs im Ortsteil Kalifornien einher, so Strohschänk. Bürgermeister Kokocinski nannte die Förderung einen «bedeutenden Gewinn» für die Gemeinde: «Sie ermöglicht es uns, die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und gleichzeitig die Attraktivität unserer Region für unsere Gäste zu steigern. Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die Zukunft von Schönberg, und wir sind dankbar für die Unterstützung von Bund und Land.»
Staatssekretär von der Heide (rechts) und Christoph Köster vom LBV.SH räumen das letzte Hindernis weg.
Geschafft: Ziemlich genau ein Jahr nach dem Crash eines finnischen Frachters mit den Holtenauer Hochbrücken ist seit heute wieder alles im Lot. „Das ist ein super Weihnachtsgeschenk für alle, die regelmäßig hier den Nord-Ostsee-Kanal überqueren. Die Zeit der Einschränkungen ist endlich vorbei. Wir haben die Schäden komplett behoben“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide heute bei der Aufhebung der letzten Verkehrsbeschränkungen.
Auch Christoph Köster, Erhaltungschef beim LBV.SH, zeigte sich erleichtert: „Der Zeitplan für die Schadensbehebung an den 40 Meter hohen Brücken war von Anfang an mehr als sportlich. Für solche Unfälle gibt es ja keine Notfallmannschaft, die vorgehalten wird.“ So mussten unter anderem die Reparaturen für die Kieler Woche extra ausgesetzt und ein fahrbares Baugerüst maßgefertigt werden. Zusätzlich erschwerten der schwere Herbststurm und der Schnee die Arbeiten. „Nach jetzigem Stand haben die Reparaturen rund sieben Millionen Euro gekostet. Hinzu kommen die Ausgaben für die Verkehrssicherungen und die Leihe der Gewichtsblitzer“, sagte von der Heide. Wer für den Schaden letztendlich aufkomme, sei noch offen.
Neben der Reparatur der Brücken war auch die Anschlussstelle Kiel-Wik und der Kieler Holsteinknoten saniert worden, um eine erneute Sperrung zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden. Ab jetzt können wieder alle Fahrstreifen mit der regulären Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometer befahren werden.
Wegen anhaltender Ausfälle der neuen Akku-Triebzüge, den so genannten BEMUS, müssen sich Bahnreisende zwischen Kiel und Lübeck auch über Weihnachten und den Jahreswechsel auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Aktuell sind im Netz Ost nur knapp die Hälfte der Fahrzeuge der neuartigen Akkuzug-Flotte des Schienenfahrzeugherstellers Stadler einsatzbereit. Auch die vom Land über die DB-Regio als Puffer vorgesehene Transferflotte von 12 Zügen für das Netz Ost ist langfristig nicht voll einsatzbereit.
Jure Mikolčić (links) vom Akkuzug-Hersteller Stadler entschuldigte sich heute in Kiel bei allen Fahrgästen und Verkehrsminister Madsen sowie NAH.SH-Chef Arne Beck. Rechts: errix-Holstein-Chef Rainer Blüm
Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute nach einem Treffen mit dem CEO von Stadler Deutschland, Jure Mikolčić, sowie „erixx Holstein“-Chef Rainer Blüm sagte, sei nicht vor dem 7. Januar mit einer ersten leichten Verbesserung der Situation zu rechnen. Frühestens dann endet der aktuelle erixx-Ersatzfahrplan. Zwischen Kiel und Lübeck fahren die Züge von „erixx Holstein“ derzeit nur im Stundentakt. Die Strecke Kiel-Oppendorf bedient das Unternehmen mit einem Schienenersatzverkehr. Zwischen Lübeck und Lüneburg fährt erixx Holstein gemäß Regelfahrplan im Stundentakt. „Wir hoffen, dass uns Stadler ab der zweiten Januarwoche wieder genügend Fahrzeuge für einen regulären Fahrplan zur Verfügung stellt“, so erixx-Holstein-Geschäftsführer Blüm.
„Bis Stadler die Probleme halbwegs in den Griff bekommt, wird unsere NAH.SH zusammen mit erixx alle Bemühungen darauf richten, vor allem in den Stoßzeiten stabile und verlässliche Verbindungen mit ausreichender Kapazität anzubieten“, sagte Madsen. Er erinnerte daran, dass sich die Maluszahlung für den Schienenfahrzeughersteller für den holprigen Start des Großteils seiner bislang 34 an das Land für erixx Holstein und nordbahn ausgelieferten BEMUS absehbar auf eine Millionen-Strafe zubewege. „Der finanzielle Druck ist enorm“, sagte Madsen.
Hier ein Livestream-Mitschnitt der heutigen Pressekonferenz:
Laut Stadler betreffen die Probleme vor allem die Software der Züge. Dabei werde die interne Kommunikation zwischen verschiedenen Komponenten des Zuges gestört. Trete solch ein Fehler auf, müsse meist manuell ein Reset durchgeführt werden, bevor der Zug wieder fahren könne. Solche Kinderkrankheiten seien bei neu entwickelten Zügen nicht unüblich, heißt es von Stadler.
„Wir müssen uns zunächst bei den Fahrgästen, bei unserem Kunden NAH.SH und beim Land Schleswig-Holstein entschuldigen, dass es zu den aktuellen Ausfällen kommt“, sagt Mikolčić. „Die Einführung neuer Technologien kann immer mit Nachbesserungen verbunden sein, gerade bei einem komplexen Hochtechnologie-Produkt.
Weltpremiere in Schleswig-Holstein – allerdings mit mächtigen Anlaufschwierigkeiten
Wir sehen, dass es Verbesserungsbedarf gibt, stellen aber die Qualität und die Fortschrittlichkeit der Technologie nicht infrage. Wir haben einen optimierten Fahrplan definiert, mit dem sukzessive zum Februar 2024 die notwendige Stabilität in der Verfügbarkeit der Fahrzeugflotte gewährleistet wird.“ Fehleranalysen der letzten Wochen hätten gezeigt, dass einige Fehler durch Softwareanpassungen scheinbar schneller gelöst werden können als befürchtet.
Mit Blick auf die Ersatz-Transferflotte des Landes sagte NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Wir hatten bei DB und AKN bereits zusätzliche Transferflottenfahrzeuge angemietet, um den Puffer weiter zu vergrößern. Durch diese Maßnahmen konnten Fahrzeugausfälle leider offensichtlich nicht vollständig aufgefangen werden. Aktuell verhandeln wir daher außerdem mit der Nordbahn, ob wir einige von deren vertraglich zugesicherten BEMU-Zügen vorübergehend bei erixx einsetzen können, damit das Unternehmen auf eine größere Fahrzeugflotte zurückgreifen kann. Das könnte ab Januar zu weiteren Entlastungen führen.“ Denn derzeit fallen Fahrzeuge der Transferflotte – aufgrund von umfangreichen Schäden und einer angespannten Ersatzteillage – auch längerfristig aus.
Wie Beck weiter sagte, werde auch mit Hochdruck an einer Verbesserung der derzeit unzureichenden Fahrgastinformation auf der Strecke gearbeitet: „Leider ist das ein sehr komplexes System mit vielen Schnittstellen, so dass nötige Informationen momentan oft nicht in Echtzeit geliefert werden. Wir empfehlen derzeit allen Reisenden, sich über Zugausfälle und Verspätungen über den DB-Navigator zu informieren, da die Datenlage dort am besten ist. Wir arbeiten daran, dass unsere Auskunft wieder besser wird.“
Zur Eindämmung der Fachkräfte-Lücke von 180.000 Menschen bis zum Jahr 2035 hat heute das Welcome Center Schleswig-Holstein seinen Betrieb aufgenommen. Die neue Einrichtung in der Kieler Fabrikstraße 7, in die das Land pro Jahr 2,6 Millionen Euro investiert, startet mit zunächst 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Integrationsministerin Touré mit Minister Madsen und RD-Nord-Chef Biercher
«Im Schulterschluss mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge wird die neue Einrichtung unter dem Dach unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft WTSH eine zentrale Anlaufstelle für internationale Fach- und Arbeitskräfte sein, aber auch Servicestelle für schleswig-holsteinische Unternehmen», sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen. CDU und Grüne hatten das Projekt nach der Landtagswahl im vergangenen Jahr in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Die Mitarbeiter sollen eng mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge kooperieren. «Wir versprechen uns dadurch eine bessere Sichtbarkeit und größere Attraktivität Schleswig-Holsteins auf dem internationalen Arbeitsmarkt», so Madsen. Zugewanderte Arbeitskräfte und deren Angehörige sollten gerne dauerhaft im nördlichsten Bundesland leben und arbeiten wollen.
Hier ein paar Impressionen vom heutigen Eröffnungstag – Video starten
Wie der Minister zusammen mit Integrationsministerin Aminata Touré und Markus Biercher von der Bundesagentur für Arbeit weiter erläuterte, werden in den kommenden Jahren in nahezu allen Branchen und Bereichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer qualifizierten Berufsausbildung fehlen. Die prognostizierte Arbeitskräftelücke von 180.000 Menschen könne dabei nicht allein durch die in Schleswig-Holstein verfügbaren Personalressourcen gedeckt werden. «Unser Land ist also auf Zuwanderung angewiesen – sowohl aus EU-Ländern als auch aus Drittstaaten. Hinzu kommt, dass wir im scharfen Wettbewerb mit anderen Bundesländern, anderen europäischen Ländern sowie Nicht-EU-Staaten stehen», so Madsen.
Eine der zentralen Aufgabe des Welcome Centers sei es, die Sichtbarkeit und Attraktivität Schleswig-Holsteins als Zuwanderungsland zu erhöhen und damit die Erwerbsmigration deutlich zu steigern. Zur Attraktivitätssteigerung gehöre auch, Schleswig-Holstein so zu positionieren, dass zugewanderte Arbeitskräfte und ihre Angehörigen gerne dauerhaft im echten Norden leben und arbeiten möchten.
Hier ein Livestream-Mitschnitt der Pressekonferenz – Video starten
«Für gelungene Arbeitsmarktintegration brauchen Menschen nicht nur ein Arbeitsverhältnis an sich. Wir müssen Aspekte wie Einreise, Visum, Arbeit, Leben, Familie und Wohnen zusammendenken, wenn Fachkräfte aus dem Ausland gerne zu uns kommen und hierbleiben wollen. Das gehört zu echter Integration. Mit dem Welcome Center haben wir deshalb eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die all diese Aspekte behördenübergreifend unter einem Dach vereint», sagte Integrationsministerin Touré. «Die Beratung zu aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten und das beschleunigte Fachkräfteverfahren werden in Zukunft noch weiter an Bedeutung für die Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten gewinnen. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge mit seiner langjährigen Expertise im Welcome Center einen wichtigen Part übernimmt», so die Ministerin. Weiter sagte sie – Video starten:
Der Chef der Regionaldirektion Nord, Markus Biercher, sieht im Welcome Center einen wichtigen Schritt zur regionalen und internationalen Arbeits- und Fachkräftegewinnung: «Ich freue mich, dass wir zur Bewältigung dieser anspruchsvollen und so wichtigen Aufgabe für Schleswig-Holstein in kurzer Zeit behördenübergreifend hoch motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen konnten. Sie alle haben auf diesen Tag hingearbeitet. Nun können sie endlich starten und mit ihrer Expertise internationale Talente und regionale Unternehmen gleichermaßen individuell beraten und unterstützen.» Weiter sagte Biercher – Video starten:
Nach den Worten von WT.SH-Geschäftsführer Hinrich Habeck freue sich auch die WT.SH darüber,«dass wir mit dem Auftrag, das Welcome Center zu betreiben, einen Beitrag dazu leisten können, internationalen Fach- und Arbeitskräften auch die Karrierechancen in unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen bekannter zu machen und darüber hinaus bei der Integration internationaler Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen zu unterstützen».
Das Welcome Center soll als zentrale Anlaufstelle sowohl internationale Fach- und Arbeitskräfte und deren Familien unterstützen als auch Unternehmen in Schleswig-Holstein, die diese einstellen wollen oder bereits beschäftigen. Auch internationale Auszubildende und Studierende im In- und Ausland, die kurz vor dem Abschluss stehen gehören zur Zielgruppe.
Gebündelt unter einem Dach, zentral in der Landeshauptstadt gelegen, soll es dafür ein umfangreiches Service- und Unterstützungsangebot geben: Unter anderem Beratung zu Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, Unterstützung bei melde- und aufenthaltsrechtlichen Angelegenheiten, Informationen zur sozialen Infrastruktur, Wohnen, Gesundheits- und Bildungssystem, Familiennachzug und Informationen zum Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Ebenso werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen und Organisationen unterstützt, die eine Fach- bzw. Arbeitskraft aus dem Ausland einstellen möchten oder bereits beschäftigen. Das Angebot für schleswig-holsteinische Unternehmen umfasst u.a. die Unterstützung bei Anwerbeprojekten in EU- und Drittstaaten, beim Integrationsmanagement, der Entwicklung einer Willkommenskultur im Unternehmen sowie Beratung zu Fördermöglichkeiten im Zusammenhang mit der Beschäftigung einer internationalen Fachkraft.
Um diese Aufgabe zu bewältigen und zusammenzubringen, was zusammenpasst, ziehen gleich mehrere Partner an einem Strang. Das Welcome Center entsteht in Kooperation des Wirtschaftsministeriums Schleswig-Holstein sowie des Sozialministeriums – vertreten durch das Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge (LazuF) – und der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord (RD Nord) – vertreten durch die Agentur für Arbeit Kiel. Die WTSH betreibt im Auftrag des Landes die neue Einrichtung.
Langfristig ist geplant, ein ganzheitliches, zielgruppengerechtes und serviceorientiertes Beratungs- und Unterstützungsangebot aufzubauen und weiterzuentwickeln. Hierfür ist es auch Aufgabe des Welcome Centers Schleswig-Holstein, ein breites, landesweites Netzwerk mit allen relevanten Stellen, wie zum Beispiel Integrationsnetzwerken, Wohnungsbaugesellschaften und Sprachkursträgern, aufzubauen. Bis 2028 stellt das Land 12,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus