Staatssekretär von der Heide (links) mit Ostholsteins neuem Landrat Timo Gaarz im Eutiner Kreishaus
Erster Gedankenaustausch zwischen unserem Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide und dem neuen Landrat von Ostholstein, Timo Gaarz. Angesichts des fortschreitenden Baus des Fehmarnbelttunnels auf dänischer Seite stand ein Thema bei dem Treffen am Freitag natürlich ganz oben auf der Tagesordnung: Die Folgen und Chancen der Querung für den Kreis Ostholstein – und die Zukunft der Fehmarnsundbrücke. Konkret: Wer trägt künftig die so genannte Baulast – also die bauliche und damit finanzielle Verantwortung – für den denkmalgeschützten „Kleiderbügel“?
Von der Heide: „Denn wenn 2029 mit Fertigstellung des neuen Tunnelbauwerks am Fehmarnsund die alte Brücke ihre Funktion als Bundesstraße verliert, muss die Zuständigkeit neu geregelt werden.“ Und wie diese neue Regelung aussehen könnte, da sind sich Garz und von der Heide einig: Der Bundesverkehrsminister müsse überzeugt werden, dass auch künftig der Bund die Baulast für das außergewöhnliche Brückenbauwerk zwischen Fehmarn und dem Festland trage.
Wahrzeichen der Insel Fehmarn: die Sundbrücke
Gelinge das nicht, so Gaarz, drohe die Zuständigkeit auf den Kreis überzugehen. Für den Landrat kein gangbarer Weg: „Das würde uns vor unzumutbare Herausforderungen stellen und wäre mit unverhältnismäßigen finanziellen Belastungen für den Kreis verbunden.“ Und auch von der Heide sagt: „Mit dem Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark wurde die Realisierung der Fehmarnbeltquerung beschlossen und die Kombination aus Tunnelneubau und Weiternutzung der alten Brücke ist eine Folge dieses Beschlusses. Der Kreis hatte keinen Einfluss auf den Staatsvertrag, daher kann man dem Kreis auch nicht die Zuständigkeit für die Fehmarnsund-Brücke aufbürden“. Land und Kreis sind sich einig, dass der Bund in dieser Frage in die Pflicht genommen werden müsse. Gaarz: “Es gibt die Möglichkeit von Sonderbaulasten für außergewöhnliche Verkehrsprojekte – und genau um ein solches Bauwerk geht es hier am Fehmarnsund“.
Darum soll jetzt noch einmal das Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister gesucht werden. Denn die Zeit drängt: Auch wenn der neue Tunnel am Fehmarnsund frühestens 2029 fertiggestellt sein wird, werden schon bald die Planfeststellungsunterlagen erstellt und darin wird auch eine Festlegung getroffen, wer zukünftig die Baulast für die Fehmarnsund-Brücke übernehmen muss.
Gefragt: Top-Destinationen an der Nordseeküste wie hier in St. Peter Ording – Tourismusminister Madsen genießt hier den Ausblick im Hotel „Urban Nature“
Im Mai haben in Schleswig-Holstein deutlich mehr Menschen in Hotels und Pensionen sowie auf Campingplätzen übernachtet. Die Zahl der Übernachtungsgäste in den größeren Häusern mit mindestens zehn Betten stieg gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um 9,8 Prozent auf knapp über eine Million. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der gebuchten Übernachtungen zu. Insgesamt registrierte das Amt fast 3,85 Millionen Übernachtungen im Mai dieses Jahres. Das waren 4,4 Prozent mehr als im Mai 2022.
In den Monaten Januar bis Mai kamen im Norden 3,05 Millionen Übernachtungsgäste an und damit 14,8 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg in dieser Zeitspanne um 7,2 Prozent auf gut 11,35 Millionen. Dabei legte die Ostsee erneut stärker zu als die Nordsee.
Schleswig-Holsteins Tourismusminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich zufrieden: «Im ausgesprochen sonnigen Mai war Schleswig-Holstein für viele Menschen aus dem In- und Ausland das Wunschziel ihrer Ferienreise. Dank des Engagements der gesamten Tourismusbranche und der Treue unserer Gäste etablieren wir uns zunehmend als Ganzjahresziel, nicht nur an Nord- und Ostsee, sondern auch in den Binnenregionen», sagte er. «Land und Tourismusbranche setzen nun alles daran, dass diese positive Entwicklung im Jahresverlauf anhält und viele Reisende ihren Aufenthalt bei uns im echten Norden realisieren, egal ob für den Haupturlaub, einen Tagesausflug, einen Städtetrip oder eine Fachtagung», so der Minister. Umso wichtiger sei es für alle Tourismusakteure im Land, ihren Gästen unvergessliche und qualitativ hochwertige Erlebnisse zu bescheren
Bunge und Madsen
Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein sagte: «Trotz Kostensteigerungen, Personalmangel und internationalem Wettbewerb bleibt unsere Branche optimistisch. Der echte Norden hat so viel zu bieten. Gemeinsam mit unseren Partnern im Land wollen wir Schleswig-Holstein als Ganzjahresdestination etablieren, noch mehr Gäste aus dem Ausland anlocken und auch als Tagungsstandort bekannter machen.»
In der Verkehrsleitzentrale auf der Südseite des Kanaltunnels schaute Madsen den Kollegen vom LBV.SH heute über die Schulter
Schwacher Trost für tausende von Autofahrerinnen und Autofahrern, die heute über Stunden auf der Bundesstraße B 77 vor dem Rendsburger Kanaltunnel im Stau steckten: Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen war einer von ihnen. Auf einem Abstecher seiner Rad-Themen-Tour von der Westküste per Auto nach Kiel saß auch er nach einem Auffahrunfall vor dem Tunnel fest. Doch Madsen nahm es mit Humor und dänischer Gelassenheit: „Das kommt eben davon, wenn man vom Rad auf das Auto wechselt“, scherzte er.
Mit Leitzentralen-Chef Michael Mahrt vom LBV.SH über der südlichen Tunnelzufahrt
Dabei stand ausgerechnet heute Madsens erster Besuch als neuer „Hausherr“ des Kanaltunnels auf dem Touren-Plan. Immerhin: Dank einer beherzten Kehrtwende seiner Chauffeurin klappte es am Ende doch noch halbwegs pünktlich und der Minister ließ sich zusammen mit Rendsburgs Stadtpräsident Thomas Krabbes von LBV.SH-Direktor Torsten Conradt und dessen Leitzentralen-Chef Michael Mahrt die Überwachungstechnik des Tunnelbauwerks erläutern.
Hintergrund: Seit dem 1. April dieses Jahres ist nicht mehr die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für das fast 70 Jahre alte Bauwerk zuständig, sondern der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein.
Im Leitstand der Schwebefähre
Und da der Minister nun schon einmal so nah an dem Rendsburger Knotenpunkt von Straßen, Tunneln, Nord-Ostsee-Kanal und Eisenbahnhochbrücke war, nutzte er die Gelegenheit, um sich Deutschlands einzige Schwebefähre näher anzuschauen. Das vor zwei Jahren neu gebaute Vehikel bereitet den Pendlern zwischen Rendsburg und Osterrönfeld durch technische Zipperlein und Ausfälle seit Monaten immer wieder Sorgen. Denn: Anders als die rustikale alte Schwebefähre, die vor sechs Jahren von einem Frachter gerammt wurde und Totalschaden erlitt, steckt der Neubau voller hochmoderner und sensibler Technik. Detlef Wittmüß, Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal, erläuterte dem Minister dazu die Hintergründe.
Last not least nutzte Rendsburgs Stadtpräsident Krabbes zusammen mit Tourismus-Chefin Anke Samson die Anwesenheit von Madsen in dessen Funktion als Tourismusminister, ihm die Pläne für eine bessere Nutzung der Fläche bei den Brückenterassen am nördlichen Fähranleger vorzustellen. Versprechen konnte Madsen angesichts der komplizierten Nutzungsrechte zwar nichts, aber immerhin so viel: „Ich komme gern mal wieder vorbei.“
Und hier zieht der Minister noch einmal selbst ein Blitz-Fazit seines vierten und letzten Themen-Tags der Rad-Sommertour:
In Schleswig-Holstein sind bis Juli gut 104.000 Deutschlandticket-Abonnements bei der Nahverkehrsgesellschaft (NA.SH) oder den einzelnen Verkehrsunternehmen abgeschlossen worden. 77 Prozent entschieden sich für das Handy-Ticket, wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Kiel mitteilte. 49 000 Abonnenten seien Neukunden, 26 000 nutzten das Jobticket von NAH.SH. Weitere gut 95 000 Kunden aus Schleswig-Holstein hätten ein Deutschlandticket beim Hamburger Verkehrsverbund (hvv) abonniert.
Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Madsen – Audio starten, Pfeil klicken…
NAH.SH-Sprecher Dennis Fiedel kündigte an, dass es für Arbeitgeber von September an keine Mindestabnahmemenge mehr geben wird, um einen Jobticket-Rahmenvertrag abzuschließen. Das werde die Nachfrage noch einmal steigern, äußerte er sich überzeugt.
Das Deutschlandticket gilt seit dem 1. Mai deutschlandweit rund um die Uhr in Bussen und Bahnen des Nahverkehrs. Es ist ein persönliches, nicht übertragbares Abonnement und wird als Ticket für das Smartphone oder als Papierticket angeboten.
Ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland kommen Gastronomie und Gesundheitswesen längst nicht mehr aus. Mit einer neuen Einrichtung will Schleswig-Holstein besonders Fachleuten den Weg in den hiesigen Arbeitsmarkt erleichtern. Ohne sie drohen erhebliche Lücken.
RD-Nord-Chef Markus Biercher (l.) im Pressegespräch mit Minister Madsen
Weitere Weichenstellung des Landes gegen die bis 2035 prognostizierte Fachkräftelücke von mindestens 180.000 Menschen im echten Norden: Wie Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen heute in Kiel sagte, werde noch im vierten Quartal dieses Jahres das im Koalitionsvertrag verankerte „Welcome Center“ in Kiel seinen Betrieb aufnehmen. „Uns sind ausländische Fachkräfte nicht nur aus gesellschaftlichen Gründen willkommen. Wir sind angesichts unserer zunehmend alternden Bevölkerung zum Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit händeringend auf sie angewiesen“, sagte Madsen. Das Landeskabinett habe deshalb trotz angespannter Haushaltslage die nötigen Weichen für die Errichtung und Inbetriebnahme des Centers gestellt. Madsen: „Damit erhöhen wir die Sichtbarkeit und Attraktivität Schleswig-Holsteins als Zuwanderungsland und werden die Erwerbsmigration hoffentlich deutlich steigern.“
Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, erläuterte: „Zwar wird die schleswig-holsteinische Bevölkerung bis 2040 um nur rund 59.000 Einwohner – das sind minus zwei Prozent – schrumpfen, entscheidend ist jedoch: Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der arbeitsfähigen 15- bis 69-Jährigen um mehr als 200.000 Personen oder minus 10,4 Prozent zurückgehen.“ Mit einem Minus von 15 bis 20 Prozent seien die Rückgänge im Norden und Westen des Landes besonders hoch. Die schlechtesten Prognosen haben laut Regionaldirektion Nord die beiden Westküstenkreise Dithmarschen (-19,1 Prozent) und Nordfriesland (-17,6), die günstigste Entwicklung Pinneberg (-3,9 Prozent) vor Kiel (-4) und Flensburg (-5,3). „Geht man vom tatsächlichen Renteneintrittsalter von 64 Jahren aus, wird die Lücke noch deutlich größer und wir rechnen mit einem jährlichen Arbeitskräftezuwanderungsbedarf von 12.000 bis 13.000 Personen“, betonte Biercher.
WT.SH-Chef Hinrich Habeck mit Staatssekretärin Carstens
Das „Welcome Center“ wird laut Kabinettsbeschluss der Landesregierung künftig unter der Trägerschaft der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH) im Schulterschluss mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Landesamt für Zuwanderung und Flüchtlinge (LaZuF) betrieben. „Es dient als zentrale Erstberatungs-, Service- und Informationsstelle rund um Themen wie Einreise, Visum, Arbeit, Bildung, Leben und Wohnen in Schleswig-Holstein“, sagte Madsen. Zielgruppen seien sowohl die Unternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein als auch ausländische Fach- und Arbeitskräfte im In- und Ausland, die in Schleswig-Holstein leben und arbeiten möchten.
Hier ein Livestream-Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs:
Mit Blick auf die Liegenschaft und die Ausstattung des Centers sagte Madsen: „In diesem Jahr werden wir über die WT.SH sechs Stellen für die Aufgabe zur Verfügung stellen, in 2024 und 2025 erfolgt dann ein Aufwuchs auf insgesamt 15 Vollzeit-Äquivalente.“ Hinzu kämen noch bis zu fünf Stellen der Arbeitsagentur und zwei Stellen des LaZuF, die räumlich im Welcome Center angesiedelt werden. Das Welcome Center wird seinen Standort entweder direkt bei der WT.SH oder in der Kieler Innenstadt haben. Bis 2028 seien 12,8 Millionen Euro für das Welcome Center vorgesehen, so Madsen.
Anwerbeländer für Fachkräfte seien nach den Worten von BA-Regionalchef Biercher derzeit vor allem Indonesien, Indien, Mexiko oder Vietnam. Während der Gesundheitssektor und die Gastronomie hier längst sehr aktiv seien, sieht er Nachholbedarf in den technischen Berufen und im Handwerk.
Endstation der heutigen Tour: Die Dachterasse des „Urban Nature“ in St. Peter Ording
Von Sicherheitsfragen der Windenergie an Land und auf See bis hin zu den Sonnendecks der Tourismus-Leuchttürme von St. Peter Ording: Auch der dritte Tag der Rad-Thementour von Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen war wechselhaft wie das Wetter. Der größte gemeinsame Nenner aller Westküsten-Stationen: Gegenwind und der Fachkräftemangel, der sowohl Unternehmen wie dem „Green-Tec-Campus“ in Enge Sande wie auch Hotelbetrieben wie dem „Urban Nature“ in St. Peter Ording zu schaffen macht.
Hier ein paar Impressionen und ein Minister-Blitz-Fazit des heutigen Tages:
Bei der ersten Station in Enge Sande heute Vormittag kam Gastgeber Marten Jensen vom Green-Tec-Campus sogleich auf den Punkt: «Wir müssen dringend weitere Fachkräfte ausbilden, vor allem im erweiterten Elektrotechnikbereich», adressierte er an Madsen in dessen Funktion als Arbeitsminister. Einen kleinen Lichtblick hatte der CDU-Politiker für den umtrieben Campus-Gründer immerhin im Gepäck: Morgen wird er der Öffentlichkeit den Fahrplan zum ersten „Welcome Center“ des Landes vorstellen. Über die Einrichtung sollen künftig ausländische Fachkräfte geworben werden (Einzelheiten dazu morgen ab 13 Uhr auch als Livestream hier: Livestream Pressegespräch morgen ab 13 Uhr)
Madsen mit Green-Tec-Cmpus-Gründer Marten Jensen
Zu seinem Besuch im Green-Tec-Campus sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
In Mildstedt bei Husum war anschließend in erster Linie Madsen in seiner Rolle als Verkehrsminister gefragt – genauer gesagt: er wurde sehnsüchtig erwartet. Denn: Für den Ausbau eines innerörtlichen Radwegs in der Gemeinde hatte er einen Förderbescheid über 160.000 Euro im Gepäck. «Eine gute Infrastruktur ist das A und O beim Umstieg vom Auto aufs Rad. Dabei steht Sicherheit immer an oberster Stelle. Die Gemeinde geht hier den richtigen Weg», sagte Madsen. Und da er in den letzten drei Tagen selbst über 300 Kilometer zwischen Kiel und Kotzenbüll zurückgelegt hatte, wusste er aus eigener Erfahrung: «Jeder neue Meter Radweg macht das Radfahren ein bisschen attraktiver.» Der Gehweg an der Mildstedter Hauptstraße wird noch in diesem Jahr auf einer Länge von 470 Metern zu einem Geh- und Radweg umgestaltet und dafür auf 2,50 Meter verbreitert und saniert.
Großer Bahnhof in Mildstedt: Madsen mit Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen (3.v.r.) bei der Übergabe von fast 250.000 Euro Radwegs-Fördergeld an Bürgermeister Rolf Riebesell (2.v.l.)
Landrat Florian Lorenzen, der seitens des Kreises Nordfriesland nochmal weitere 95.000 Euro für das Vorhaben beisteuerte, erinnerte daran, dass der ausgebaute Radweg Teil des neuen Radverkehrskonzepts des Kreises Nordfriesland sei. Mit dem Konzept wolle der Kreis den Anteil des Radverkehrs erhöhen, indem die Radwege selbst aber auch die Begleitinfrastruktur wie Abstellanlagen verbessert werden.
Mildstedts Bürgermeister Riebesell freute sich über den Förderbescheid:«Nur wenn alle politischen Entscheidungsebenen die Kommunen bei der Umsetzung ihrer Verkehrsprojekte unterstützen, kann die Mobilitätswende gelingen. Der aktuelle Förderbescheid ist ein gutes Beispiel dafür», sagte er.
Tourismus-Hochburg St. Peter Ording
Letzte Station der Reise – teils begleitet von Rad.SH-Chef Thorben Prenzel – die touristische Top-Destination St. Peter Ording. Das 2021 entstandene Drei-Sterne-Superior-Familienhotel setzte bereits beim Bau auf nachhaltige Grundsätze und wurde vom Land bei Gesamtkosten von über 25 Millionen Euro mit knapp zwei Millionen Euro gefördert.
Mit „Urban Nature“-Chef Bärwinkel
Zu dem Konzept sagte Madsen – Audio starten, Pfeil klicken…
Hotelchef Christian Bärwinkel nutzte die Gelegenheit, um auf das erste „Sound of Urban Nature“-Festival am 23. Juli hinzuweisen. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Hotel holt dafür einige bekannte Namen nach St. Peter-Ording. Philipp Dittberner (Wolke 4) ist einer von ihnen. «Mit unserem ersten Sommer-Open-Air ‚Sound of Urban Nature‘ stellen wir ein neues Highlight-Event auf die Beine und freuen uns auf einen stimmungsvollen Tag und das gemeinsame Feiern mit Freunden und neuen Gesichtern“, so Bärwinkel.
Herausforderung: Madsen auf dem engen Radweg entlang der L 44 bei Sehestedt – links im Bild: LBV.SH-Direktor Torsten Conradt
Als hätte Bundesverkehrsminister Volker Wissing es gewusst: Während der FDP-Politiker heute in den Mittagsnachrichten die Werbetrommel für sein 270-Millionen-Radwege-Programm rührte, saß sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Claus Ruhe Madsen (CDU) mit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bereits seit drei Stunden auf Rädern für einen Praxistest.
Station 1: Der marode Schmalspur-Radweg entlang der Landestraße 44 zwischen Borgstedt und Holtsee. Sowohl für Einheimische wie auch für Gäste seit Jahren eine motorische Herausforderung. Doch spätestens 2024 ist damit Schluss: Wie Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) dem Minister vor Ort erläuterte, laufen derzeit die Ausschreibungen für den Ausbau des sechs Kilometer langen Abschnitts. Noch in diesem Sommer starten die Bauarbeiten.
Marode: Der Radweg zwischen Borgstedt und Holtsee wird in diesem und im kommenden Jahr für 800.000 Euro saniert und ausgebaut.
«Dieser 45 Jahre alte Schmalspur-Weg ist nicht nur eine Zumutung für Pendler und Schulkinder, sondern auch eine Bremse für den zunehmend wichtigen Rad-Tourismus in der Region», sagte Madsen. Er sei froh, dass das Land trotz der extrem angespannten Haushaltslage die 800.000 Euro für die Sanierung aufbringe. Denn: Neben den 90 Millionen Euro jährlich für die Sanierung des maroden Landesstraßennetzes fließen zusätzlich 20 Millionen Euro in Radwege und Radwegsprojekte. «Allein für den Kreis Rendsburg-Eckernförde haben wir für die kommenden 12 Monate aus dem vom Bund bereitgestellten Programm „Stadt & Land“ sieben weitere Sanierungen in der Pipeline», so Madsen. Erfreulich bei der Sanierung des Radwegs an der L 44 sei zudem noch ein positiver Nebeneffekt: Der LBV.SH nutzt die Strecke für die praktische Ausbildung seiner angehenden Ingenieure – dazu wird das Projekt in drei Einzelabschnitte von je zwei Kilometern unterteilt.
Station 2: Ein Fischbrötchen im Hafen von Eckernförde mit Bürgermeisterin Iris Ploog und dem Chef der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH, Stefan Borgmann. Auch wenn ein heftiger Wolkenbruch zunächst etwas anderes vermuten ließ: Die Aussichten für den Tourismus in der Stadt und ihrer nahen Region sind überaus sonnig: Vergangenes Jahr gab es allein über das Portal www.eckernfoederbucht.de knapp 6000 Buchungen von Ferienquartieren und einen Umsatz von 3,9 Millionen Euro.
Eckernfördes Bürgermeisterin Iris Ploog und Touristik-Chef Stefan Borgmann im Gespräch mit dem Minister im Hafen der Ostsee-Stadt
«Der Erfolg, den wir als Modellregion in der Corona-Zeit hatten, trägt durch», freut sich Borgmann und sieht angesichts der hohen Vorbuchungen auch für dieses Jahr einen Aufwärtstrend. Laut Bürgermeisterin Ploog lässt sich der Wirtschaftsfaktor Tourismus in ihrer Stadt auf über 80 Millionen Euro jährlich beziffern.
Dass sich auch die Region nördlich von Eckernförde nach dem Erfolg in der Corona-Pandemie weiter zur qualitativ hochwertigen Top-Destination mausert, konnte Madsen an der Station 3 seiner „Rad SH“-Tour erfahren: Nachdem der Adelsspross und Unternehmer Graf Alexander zu Reventlow vor fünf Jahren damit begonnen hatte, seine Pläne zur touristischen Nutzung des Guts Damp in die Tat umzusetzen, packen er und seine Frau Paulina nun das nahe gelegene Gut Dorotheenthal an.
Alexander zu Reventlow (rechts) mit seinem Berater Juhn-Petter Scupin und Damps Bürgermeisterin Barbara Feyock vor einem Modell der geplanten Stellplatz-Anlage auf Gut Dorotheental
Dort sollen bis 2030 ein Premium-Wohnmobilstellpark mit 210 Plätzen und bis zu 100 Ferienwohnungen geschaffen werden. «Hier entsteht am Ende eine große Gesamt-Einheit», sagt von Reventlow. Das Gut Dorotheenthal werde zwar über eigene Versorgungs- und Serviceangebote verfügen, aber über die Anbindung an das Gut Damp erhalten die Urlauber deutlich mehr Angebote. So stehe dort nicht nur das Restaurant Kuhhaus zur Verfügung, sondern es seien auch zahlreiche Angebote für echte Naturerlebnisse in Planung. Erfreulicher Nebeneffekt für Tourismusminister Madsen in seiner Rolle als Arbeitsminister: Es sollen 20 neue Arbeitsplätze entstehen.
Madsen sagte weiter – Audio starten, Pfeil klicken:
Letzte Station des ersten Tages: Einblicke in das „Ostsee Resort Olpenitz“ und ein Gedankenaustausch mit Tourismus-Verantwortlichen aus der Schlei Region wie Max Triphaus (Ostseefjord Schlei) oder Hotelchef Bo Teichmann.
Über den „Dächern“ des Ostsee-Resorts Olpenitz
Mit Blick auf die Ferien-Immobilien in Olpenitz, die in Hochzeiten weit über 4000 Touristen in die Region ziehen, erinnerte Madsen an die Notwendigkeit eines ausreichenden Mobilitätsangebots. Dazu sei die Region bereits in engem Austausch mit der NAH.SH, die unter anderem das On-Demand-ÖPNV-Projekt „Smile 24“ verantwortet. «Und was bei dem Wachstum immer mitgedacht werden muss», so der Minister, «ist ein ausreichendes gastronomisches Angebot.»
Mit Ostseefjord-Chef Max Triphaus (Mitte) und Hotelchef Bo Teichmann vor dem Hotel Südspeicher in Kappeln
Madsen sagte dazu – Audio starten, Pfeil klicken…
Und hier das Gesamt-Fazit des Tages in Bildern und einer Blitz-Zusammenfassung des Ministers selbst:
Am morgigen Dienstag wird der Minister an der Schlei unter anderem die Arbeiten am Fähranläger in Missunde besichtigen und anschließend das archäologische Museum in Dannewerk
Grünes Licht für die Bestellung von mindestens 40 Triebzügen beim Bahnhersteller ALSTOM Deutschland. Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Kiel sagte, habe der Landtag am Mittwoch einem entsprechenden Vergabe-Vorschlag des Verkehrsverbundes NAH.SH zugestimmt. In den kommenden zehn Tagen hätten die unterlegenen Bieter nun noch Zeit, gegen diese Entscheidung ein Nachprüfverfahren anzustrengen.
„Ich danke dem Finanz- und dem Wirtschaftsausschuss des Landtags für das Vertrauen. Mit dieser Vergabe werden die Triebzüge für die wichtigsten Netze in Schleswig-Holstein beschafft“, sagte Madsen. Es seien insgesamt drei Angebote eingegangen – was in Anbetracht der derzeitig unsicheren Marktsituation eine gute Resonanz sei und die Attraktivität des Projekts verdeutliche. „Wir gehen damit einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft des Nahverkehrs in Schleswig-Holstein“, so der Minister.
Das Vergabeverfahren war im März 2022 gestartet und bestand aus drei Verhandlungsrunden. ALSTOM Deutschland soll nun mindestens 40 neue Triebzüge vom Typ „CO-RADIA STREAM HC“ liefern, die unter anderem in Deutschland, Polen und Frankreich gefertigt werden. Das zum französischen Konzern ALSTOM S.A. gehörende Unternehmen hat auch sieben Werke in Deutschland, davon mit Salzgitter einen bedeutenden Standort in Norddeutschland. Die ebenfalls von ALSTOM gebauten LINT (Leichte Innovative Nahverkehrstriebwagen) fahren laut Madsen bereits seit 2002 in Schleswig-Holstein sehr zuverlässig. Gegenwärtig sind landesweit 72 der Fahrzeuge unterwegs, die von fast allen Bahnunternehmen eingesetzt werden. ALSTOM konnte kürzlich auch die Ausschreibung zur Modernisierung der Marschbahn-Reisezugwagen im Netz West auf der RE-Linie 6 Hamburg-Altona – Westerland für sich entscheiden.
Wie der Minister sagte, hätten sich das Land Schleswig-Holstein und die NAH.SH bei der Vergabe am bereits für die Akkuzüge erfolgreichen XMU-Modell orientiert: Künftig wird der Fahrzeughersteller über 30 Jahre für die Instandhaltung der Fahrzeuge verantwortlich sein. ALSTOM will dafür die DB-Werkstatt in Kiel ertüchtigen. NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Gerade nach den Erfahrungen im Netz Mitte, aber auch in anderen Netzen, war es uns wichtig, den Hersteller hier ganz stark mit in die Alltagsverantwortung zu nehmen. Die Netze, um die es in dieser Vergabe geht, decken ein Drittel der Nachfrage des gesamten Schienenverkehrs in Schleswig-Holstein ab. Dementsprechend wichtig sind uns moderne, leistungsstarke Fahrzeuge und ein verlässlicher Hersteller an unserer Seite.“
Die Fahrzeuge sollen laut Beck dabei von einem Fahrzeugvorhalter finanziert werden, der gerade ebenfalls per Ausschreibung gesucht wird. Er stelle die Triebwagen dann den Verkehrsunternehmen in den Bahnnetzen Mitte und Süd-West zur Verfügung.
Die neuen Triebzüge sollen ab Dezember 2027 auf den Strecken Hamburg – Kiel/Flensburg und Hamburg – Itzehoe/Wrist fahren. Sobald die Elektrifizierung der Strecke Itzehoe – Heide abgeschlossen ist, sollen die neuen Züge auch auf dieser Strecke eingesetzt werden und die bisherigen Dieseltriebwagen ersetzen. Sofern Dänemark zustimmt, sollen zwei weitere Fahrzeuge bestellt werden, um den grenzüberschreitenden Bahnverkehr von Hamburg umsteigefrei bis ins dänische Tinglev zu ermöglichen. Dafür würde die Strecke Hamburg – Flensburg bis nach Tinglev verlängert werden.
Die neuen Triebwagen vom Typ „CORADIA STREAM HC“ sind vierteilige elektrische Triebzüge mit zwei doppelstöckigen und zwei einstöckigen Wagen. 360 Sitzplätze sind im Netz Mitte und 390 Sitzplätze im Netz Süd-West vorgesehen – eine deutliche Steigerung gegenüber heute. Außerdem sind in jedem Wagen Mehrzweckbereiche vorgesehen, um die Mitnahme von Kinderwagen, bis zu 24 Fahrrädern und großen Gepäckstücken zu ermöglichen. Es wird ein Reservierungssystem und Auslastungsanzeigen geben, damit Reisende bereits auf Displays am Bahnsteig erkennen können, in welchem Bereich noch freie Plätze vorhanden sind. Neben der Ausstattung mit WLAN wird auch der Mobilfunkempfang für die Fahrgäste verbessert.
Madsen: „Die Triebzüge werden also nicht nur die Verkehrsleistung und Zuverlässigkeit auf den Strecken erhöhen, sondern neue Maßstäbe beim Fahrkomfort und auch beim Design setzen.“
Gestern Brunsbüttel, heute Kiel – von West bis Ost im echten Norden dreht sich für unsere Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens seit gestern fast alles um das Thema Fachkräfte. Beim Brunsbütteler Industriegespräch warb sie für unsere Fachkräfte-Initiative, heute beim zweiten Kieler Kräftehack fischte sie als Jury-Mitglied selbst im Pool der besten Ideen der insgesamt 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Julia Carstens vom zweiten Kieler „Kräfte-Hack“ in Holtenau
Dabei kreist alles stets um diese Frage: Was können Unternehmen tun, um Fachkräfte dauerhaft zu gewinnen? Alles weitere erzählt Julia Carstens direkt von „Waterkant“ auf dem Holtenauer MFG-5-Gelände selbst. Video starten…
Der Bundestag hat heute ein 66 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, mit dem die Berliner Ampelkoalition die Maritime Wirtschaft und ihre knapp 400.000 direkt und indirekt Beschäftigten stärken und souverän machen will. Es geht unter anderem um die Sorge, dass die zunehmende Dominanz asiatischer Staaten beim Schiffsbau, in der Wasserstraßen-Infrastruktur oder bei Energietransporten über das Meer die deutsche Wirtschaft in neue Abhängigkeiten bringt.
Segelboot vor der Halle der Flensburger Schiffbaugesellschaft FSG. grafikfoto.de
Nach den Worten von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen spielt dabei das nördlichste Bundesland mit seinen Werften und Zulieferbetrieben eine erhebliche Rolle: Mit landesweit 2.100 Unternehmen, die der maritimen Wirtschaft zugerechnet werden, steuert Schleswig-Holstein zum bundesweiten Umsatz von knapp 47 Milliarden Euro gut 11 Milliarden Euro bei.
Madsen sieht in dem Antrag der Berliner Regierungsfraktionen, dem sich auch der einzige SSW-Abgeordnete angeschlossen hat, «viele gute Ansätze, aber auch deutliche Lücken». Vor allem vermisst er aus Sicht Schleswig-Holsteins und anderer Küstenländer bei den großen Zielen der Ampel Hilfestellungen für kleinere Werften, eine klare Finanzierungslinie für den Erhalt und Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals sowie eine Erwähnung des Elbe-Lübeck-Kanals samt seiner Chancen für eine autonome Binnenschifffahrt. Auch die CDU-Bundestagsfraktion hatte einen 95-Punkte-Antrag eingebracht, der allerdings keine Mehrheit fand.
Claus Ruhe Madsen
Minister Madsen, Sie sehen in dem Forderungskatalog von SPD, Grünen und FDP viel Licht, aber auch Lücken. Beginnen wir mit dem Licht…
Das Licht sehe ich vor allem in der Tatsache, dass sich die Regierungsfraktionen, aber auch die CDU, überhaupt massiv hinter das Thema klemmen. Denn die so genannte „Old Economy“ scheint angesichts des allgegenwärtigen Mega-Themas KI, also der Künstlichen Intelligenz, zuweilen etwas aus dem politischen Fokus zu geraten. Bei nahezu allen genannten 66 Forderungen kann ich mitgehen – auch, wenn viele Selbstverständlichkeiten darin enthalten sind. Aber die meisten Ansätze werden helfen, die Maritime Souveränität Deutschlands zu erhalten oder wiederzuerlangen. Und gut ist auch, wenn erkannt wird, welche Schlüsselrolle der Maritimen Wirtschaft bei den Klimazielen oder der Energieunabhängigkeit zufällt. Richtig und wichtig ist zudem der Vorstoß bei der Bergung von Munitions-Altlasten in den Meeren, zumal gerade Schleswig-Holstein hier über hohe Kompetenzen verfügt.
Und die Lücken im 66-Punkte-Plan?
Auf mich wirkt das Papier an einigen Stellen etwas aus der Zeit gefallen – genauer gesagt in die frühen 2000er Jahre, als wir noch deutlich mehr Werft-Kapazitäten hatten und kein so ausgewachsenes Fachkräfte-Problem wie heute. Wenn etwa so getan wird, als könnten unsere Werften ab morgen oder übermorgen auf Knopfdruck hochkomplexe Offshore-Umspann-Plattformen oder Spezialschiffe wie Kabelleger bauen, dann ist das aus meiner Sicht etwas blauäugig. Das haben einige CDU-Abgeordnete in der Debatte auch sehr deutlich gemacht. Der Energiekonzern RWE etwa lässt seine nächsten Konverter-Plattformen nicht umsonst in Frankreich bauen. Unseren Werften fehlt zumeist für solche Aufträge nicht nur die Fläche, sondern angesichts ihrer mittelständischen Größe auch die Finanzierungsmöglichkeit und in weiten Teilen das entsprechende Personal. Wenn wir also verhindern wollen, dass die Wertschöpfung weiterhin im Ausland stattfindet, muss die Bundesregierung gerade auch den kleinen- und mittelständischen Werften den Einstieg in dieses Segment ermöglichen. Und das heißt: Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten schaffen. Und entsprechend auch unsere Häfen und Wasserstraßen stärken. Jeder Seehafen sollte per Straße, Schiene und Wasserweg gut angebunden sein.
Zum Thema der Konverter-Plattformen und Speizalschiffe sagte in der heutigen Bundestags-Debatte der CDU-Wirtschaftspolitiker Oliver Grundmann:
Wo konkret sehen Sie bei den Häfen oder Wasserstraßen im Norden denn Nachholbedarf?
In erster Linie beim Nord-Ostsee-Kanal. Zwar bekennt sich die Koalition mit Blick auf die Bedeutung für Energiewende und Sicherheitslage in ihrem Papier ausdrücklich zum Erhalt und Ausbau dieser Wasserstraße – nur ist über diese Worte hinaus bislang keine deutliche Finanzierungslinie absehbar. Dasselbe gilt für die Seehäfen. Wenn die Koalition heute sagt: Unsere Seehäfen sind von nationaler Bedeutung, dann muss sich das auch im Haushalt wiederspiegeln. Ebenso vermisse ich ein Wort zum Elbe-Lübeck-Kanal. Zwar kommt dieser Wasserweg nicht ansatzweise der Bedeutung des NOK gleich, aber wenn wir über Binnenland-Handelswege bei gleichzeitiger Mobilitätswende nachdenken, dann ist das eine vertane Chance. Der Elbe-Lübeck-Kanal kann beispielsweise ein ideales Testfeld für autonom fahrende Binnenschiffe sein – denn man darf nicht vergessen: Ein Binnenschiff ersetzt bis zu 300 Lkw. Und mit Blick auf unseren starken Ostsee-Hafen Lübeck erwarte ich vom Bund auch, dass nicht nur die Elbe im Zuge des Sediment-Managements für zukünftige Schiffsgrößen befahrbar gehalten wird, sondern beispielsweise auch die Trave zwischen Ostseemündung und Skandi- oder Seelandkai.
Ein großes Thema des Beschlusses ist neben Souveränität und Klimawende auch die Ausbildung – hakt es dort aus Ihrer Sicht auch?
Und ob. Wir haben gemeinsam mit den Sozialpartnern in verschiedenen Bündnis-Formen zwar schon eine Menge Fachkräfte-Initiativen auf den Weg gebracht. Aber wie wir an der Personaldecke in allen Bereichen der Branche sehen, fehlt es immer mehr an Fachleuten. Ausbildung, aber eben auch die Jobs selbst müssen darum attraktiver gemacht werden. In Flensburg bieten wir zwei höchstwertige Studiengänge an – für Schiffsbetriebstechnik und für Nautik. Eine einmalige Chance also, qualifiziertes Personal auszubilden und die jungen Frauen und Männer als eine Art Botschafter für den maritimen Ausbildungs-Standort Deutschland auf die Weltmeere zu entsenden. Doch dazu fehlt es an Unterstützung aus der Wirtschaft – beispielsweise seitens der derzeit gut verdienenden Reedereien, die ja eigentlich ein hohes Eigeninteresse haben sollten.
Hier die heutige Rede des neuen Maritimen Koordinators der Bundesregierung, Dieter Janecek:
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus