Nobis-Übernahme durch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft unter Dach und Fach

Gute Nachrichten für die Nobis-Belegschaft: Seit heute ist die Übergabe an die Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) unter Dach und Fach

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat die heute besiegelte Übernahme der Nobiskrug-Werft in Rendsburg durch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) begrüßt: „Damit ist eine entscheidende Weiche Richtung Zukunft gestellt und die 280 Beschäftigten des Unternehmens können etwas durchatmen“, sagte Buchholz in Kiel. Kurz zuvor war Investor Lars Windhorst noch zum Gespräch bei der Landesregierung. Das Bundeskartellamt hatte bereits am Freitag die Freigabe für den Verkauf erteilt.

Buchholz sagte nach der heutigen Entscheidung im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein weiter – Audio starten

Nach den Worten von Insolvenzverwalter Hendrik Gittermann (rechts) sei der Geschäftsbetrieb der international renommierten Superjacht-Werft damit rechtswirksam an die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übergeben («Closing»). Der Verkauf war bereits im Juli erfolgt, stand jedoch unter anderem noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.

Windhorst, dessen Tennor Gruppe die beiden Werften übernommen hat, und Geschäftsführer Philipp Maracke informierten die Nobis-Belegschaft und den Betriebsrat heute zugleich über die Ziele und nächsten Schritte in der Kooperation zwischen den beiden Werften.

Für die Abteilung Stahlbau von Nobiskrug mit etwa 30 Beschäftigten, die unter anderem die Schleusentore des Nord-Ostsee-Kanals wartet und repariert, wird weiter ein Investor gesucht. Sie wurde nicht von der FSG mit übernommen. Er sei jedoch zuversichtlich, auch hierfür zeitnah einen Investor zu finden, sagte Gittermann.

Einwände gegen Neubau der Rader Hochbrücke: 36 Bürger diskutierten 5 Stunden mit Planern

Gut zwei Jahre nach dem Start der konkreten Planungen zum Neubau der Rader Brücke im Zuge der A 7 bei Rendsburg ist heute ein Teil der insgesamt 192 Einwendungen gegen das Projekt mündlich erörtert worden. Dazu erschienen in der Rendsburger Nordmarkhalle 36 Bürgerinnen und Bürger, der Bürgermeister der Gemeinden Ostenfeld und Rade sowie einige Rechtsbeistände. Nach fünf Stunden war die üppige Tagesordnung abgearbeitet .

Leiten und moderieren die Anhörung in der Rendsburger Nordmarkhalle: Dr. Delia Gronemeyer vom APV und APV-Rechtsanwalt Dr. Martin J. Ohms

Die Einwendungen und auch die bei der mündlichen Anhörung vorgetragenen Kritikpunkte und Anregungen stammen von insgesamt rund 200 Betroffenen und werden von der zuständigen Planfeststellungsbehörde, dem schleswig-holsteinischen „Amt für Planfeststellung Verkehr“ (APV) geprüft und gewichtet. Inhaltlich ging und geht es dabei neben Lärmschutz vor allem um Beeinträchtigungen von Privatgrundstücken während und nach der mehrjährigen Bauphase.

Angesichts des maroden Zustands der bestehenden Rader Brücke soll das neue Doppel-Bauwerk innerhalb der kommenden sieben bis acht Jahre fertiggestellt sein. Die Baugenehmigung, der so genannte Planfeststellungsbeschluss, wird vom APV erlassen und anschließend öffentlich ausgelegt.

Mario Schönherr

Zu Beginn der Erörterungen stellte der zuständige Projektleiter der Planungsgesellschaft DEGES, Mario Schönherr, die Pläne und den Bauablauf vor (siehe auch Video oben). Begonnen werden soll das Vorhaben – das auch eine Verbreiterung der A 7 zwischen dem Autobahnkreuz Rendsburg und der Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf auf sechs Fahrstreifen beinhaltet – auf der Nordseite des Nord-Ostsee-Kanals in Höhe der Gemeinde Borgstedt. Spätestens 2026 soll dann die erste der beiden Zwillingsbrücken stehen und den gesamten Verkehr beider Richtungsfahrbahnen auf zunächst vier Spuren aufnehmen. Nachdem die alte Rader Hochbrücke dann abgerissen ist, wird im Abstand von zehn Zentimetern die zweite Brücke errichtet.

Nach den Worten von Schönherr rückt das neue Bauwerk im Vergleich zur alten Brücke nur um 16,5 Meter nach Osten Richtung Rade weiter. Die neue Doppelbrücke werde zudem trotz der Sechsstreifigkeit nur um insgesamt vier Meter breiter werden. Das reine Brückenbauwerk wird eine Länge von 1500 Metern haben, die Gesamt-Erneuerung der A 7 im Bereich des Nord-Ostsee-Kanals umfasst 5,3 Kilometer. Die Gesamtkosten liegen aktuell bei rund 320 Millionen Euro.

Buchholz sieht Lichtblick für Nobiskrug – und schätzt Lage des Schiffbaus unterschiedlich ein

Einigen geht es gut und anderen nicht so sehr – die Situation im Schiffbau in Schleswig-Holstein offenbart deutliche Unterschiede. Für Minister Bernd Buchholz ist vor allem innovative Technologie ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Buchholz im Mai beim Besuch der Rendsburger Werft Nobiskrug – am Donnerstag wird Investor Lars Windhorst das insolvente Unternehmen besuchen und über die geplante Kooperation mit seiner Flensburger Schiffbaugesellschaft informieren

Für die Schiffbauindustrie in Norddeutschland sieht Wirtschaftsminister Bernd Buchholz unterschiedliche mittelfristige Perspektiven. «Es gibt hier Licht und Schatten, keine Frage», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Für ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel etwa bedeuteten die abgeschlossenen U-Boot-Aufträge für viele Beschäftigte Sicherheit und eine Auslastung bis weit in die 30er Jahre hinein. «Aber nicht alle Betriebe können sich über so volle Auftragsbücher freuen.»

Ein wichtiger Lichtblick ist für Buchholz, dass es gelungen ist, für Nobiskrug in Rendsburg mit der Übernahme durch die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft aus der Insolvenz heraus eine Perspektive zu entwickeln. «Und ich hoffe, dass dies nachhaltig sein wird», sagte Buchholz. Am Donnerstag wird Investor Lars Windhorst, Gründer der Tennor Gruppe, die Rendsburger Werft besuchen. Gemeinsam mit dem neuen Geschäftsführer Philipp Maracke wird er dabei dem Betriebsrat und den Nobiskrug-Mitarbeitern die Ziele und nächsten Schritte in der Kooperation der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft und Nobiskrug vorstellen.

Im Gespräch mit dem Kieler dpa-Büroleiter Wolfgang Schmidt sagte Buchholz – Video starten

In der Werftenlandschaft spiele Innovation eine wichtige Rolle, betonte der Minister. «So wird die Hitzler Werft ein neuartiges Boot für die Versorgung von Offshore-Plattformen entwickeln und hoffentlich in Lauenburg in Serie fertigen.» Er begrüße auch sehr, dass sich eine Werft wie TKMS mit der Bergung von Weltkriegsmunition aus dem Meer beschäftige und dabei eigene industrielle Wege für die Zukunft aufzeige. «Das schafft eine zusätzliche Perspektive.» Aber insgesamt sei der Schiffbausektor in der Corona-Pandemie kräftig unter Druck geraten. «Das haben wir auch in Deutschland zu spüren bekommen, zum Beispiel beim Bau von Kreuzfahrtschiffen.»

Buchholz: Bildungsurlaub in SH ab sofort auch für Online-Veranstaltungen möglich

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie stark gefragt: Online-Unterricht – nicht nur an Schulen.

Beschäftigte in Schleswig-Holstein können die Bildungsfreistellung, auch Bildungsurlaub genannt, ab sofort auch für reine Online- und sogenannte Hybrid-Veranstaltungen in Anspruch nehmen. Das gab heute Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz in Kiel bekannt. Hybridveranstaltungen sind Kurse, die sowohl Präsenz- als auch Online-Anteile beinhalten. Bislang war Bildungsfreistellung nur für Präsenz-Veranstaltungen vorgesehen.

„Der Trend zu Online-Veranstaltungen hält durch die Pandemie an. Darum haben wir die Anerkennung jetzt im Gesetz verankert und gehen damit zugleich einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung“, sagte Buchholz. Im Weiterbildungsgesetz sei geregelt, dass Beschäftigte pro Jahr bis zu fünf Tage Bildungsfreistellung beanspruchen können. Dabei werden sie für die Teilnahme an staatlich anerkannten Weiterbildungsveranstaltungen von der Arbeit unter Fortzahlung des Lohns freigestellt. Buchholz: „Die Bildungsfreistellung beschränkt sich dabei nicht nur auf Weiterbildungen mit beruflichen Themen, sondern ist auch für Kurse mit politischen, kulturellen und allgemeinen Inhalten vorgesehen. Und die können sogar auch außerhalb von Schleswig-Holstein stattfinden.“

Die Teilnahme an einer zertifizierten Weiterbildungsveranstaltung muss direkt beim Arbeitgeber beantragt werden, der möglichst sechs Wochen vor der Veranstaltung über das Interesse der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters informiert werden sollte. Nach der Veranstaltung muss dem Arbeitgeber nur noch ein Teilnahmenachweis vorgelegt werden.

Eine Übersicht über die in Schleswig-Holstein anerkannten Seminare finden sich hier: www.schleswig-holstein.de/weiterbildung-datenbank

Weitere Informationen auch unter: www.schleswig-holstein.de/bildungsfreistellung 

oder beim Beratungsnetzwerk: https://weiterbilden-sh.de/standorte-und-kontakte           

Bundes-Förderprogramm sorgt für Rückenwind beim Ausbau des Radverkehrs im echten Norden

Weiterer Schub für den Ausbau des Radverkehrs im echten Norden: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz diese Woche mitteilte, können Kommunen ab sofort beim Land auch Fördergelder für Radinfrastruktur-Projekte im Rahmen des Bundes-Sonderprogramms „Stadt und Land“ beantragen.

Nach den Worten von Buchholz werden auch Radwege an Landesstraßen aus dem Sonderprogramm gefördert. Dafür erhält Schleswig-Holstein 6,7 Millionen Euro vom Bund, die in zwei Radwegeprojekte fließen. Für insgesamt 5,15 Millionen Euro soll innerhalb der kommenden zwei Jahre die 5,3 Kilometer lange Lücke im Radweg an der L 231 zwischen Grube und Rüting in der Lübecker Bucht geschlossen werden. Die ebenfalls knapp fünf Kilometer lange Radweglücke an der L 306 zwischen Glasau und Barghorst im Kreis Segeberg wird vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) ebenfalls bis 2023 geschlossen. Hier liegt die Gesamt-Investition bei 3,2 Millionen Euro, die Förderquote bei beiden Maßnahmen liegt bei 80 Prozent. Insgesamt stellt der Bund Schleswig-Holstein bis 2023 rund 27 Millionen Euro für Investitionen in die Weiterentwicklung des Radverkehrs zur Verfügung.  

Gefördert werden können im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt & Land“:

  • Neu-, Um- und Ausbau flächendeckender Radverkehrsnetze,
  • eigenständige Radwege,
  • Fahrradstraßen,
  • Radwegebrücken oder -unterführungen (inkl. Beleuchtung und Wegweisung),
  • Abstellanlagen und Fahrradparkhäuser,
  • Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses für den Radverkehr wie getrennte Ampelphasen (Grünphasen),
  • die Erstellung von erforderlichen Radverkehrskonzepten zur Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger.

Weitere Projekte für Radwegs-Lückenschlüsse an Landesstraßen, die zu einer Erhöhung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehr beitragen, werden künftig mit bis zu 75 Prozent aus Landesmitteln gefördert. Angesichts der bereits hohen Quote von Radwegen im Land werde der Neubau von Strecken nach den Worten von Buchholz künftig aber eher die Ausnahme bleiben. Der Schwerpunkt liege nach wie vor auf der Sanierung der vorhandenen Strecken.

In Schleswig-Holstein verlaufen aktuell 5.200 Kilometer Radwege an so genannten klassifizierten Straßen. Landesweit sind 77 Prozent aller Bundesstraßen, 64 Prozent der Landesstraßen und rund 41 Prozent aller Kreisstraßen mit Radwegen ausgestattet. Hinzu kommen Radwege an Gemeindestraßen. Zudem sind insgesamt 13 touristische Radfernwege mit 3.000 Kilometern Länge in Schleswig-Holstein ausgewiesen. „Dieses Netz wird von vielen attraktiven Themenrouten ergänzt“, sagte Buchholz.

Der Minister erinnerte in dem Zusammenhang an die im September letzten Jahres aufgelegte Radstrategie „Ab aufs Rad im echten Norden“. Darin hat die Landesregierung mit Politik und Verbänden Zielmarken für die kommenden zehn Jahre abgesteckt. Hintergrund ist der seit 2008 leicht gesunkene Radverkehrsanteil in Schleswig-Holstein und das damit verbundene Absinken im Ranking der Flächenländer vom ersten auf den dritten Platz bundesweit.

Buchholz: „Bis zum Jahr 2030 wollen wir den Radverkehrsanteil in Schleswig-Holstein von derzeit 13 auf 30 Prozent erhöhen, die Unfallzahlen um 50 Prozent verringern und von mehr als 40 Prozent unserer Gäste hören: Die Radfahrmöglichkeiten waren für mich ein triftiger Grund, im echten Norden Urlaub zu machen.“ Dazu werde das neue Bundes-Förderprogramm erheblich beitragen.

Die Richtlinie samt Antragsformular sind über https://www.schleswig-holstein.de/radverkehr abrufbar.

Einwendungen gegen Rader Brücke werden in der Rendsburger Nordmarkhalle erörtert

So soll die Doppel-Brücke in etwa zehn Jahren aussehen

Nun wird es ganz konkret: Gegen die Pläne für den Neubau der maroden Rader Hochbrücke im Verlauf der A 7 bei Rendsburg haben rund 200 Bürgerinnen und Bürger aus der Region Einwendungen erhoben. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute bei einem Besuch in Rendsburg bekannt gab, wird die mit dem Neubau beauftragte Projektgesellschaft DEGES die Kritikpunkte und Anregungen am kommenden Mittwoch und gegebenenfalls auch noch kommenden Donnerstag mit den Betroffenen diskutieren. Geleitet wird die Erörterung vom schleswig-holsteinischen Amt für Planfeststellung Verkehr (APV)

Es handelt sich um eine nicht öffentliche Sitzung am:

Mittwoch, 18. August, ab 10.00 Uhr
in der Nordmarkhalle ,
Willy-Brandt-Platz 1, 24768 Rendsburg.

Nach den Worten von Rohlfs haben dabei alle, die Einwendungen erhoben haben, die Möglichkeit, ihre Belange direkt mit Fachleuten der Planungsgesellschaft DEGES als Vertreterin der Straßenbauverwaltung zu erörtern.

Rohlfs sagte dazu auch mit Blick auf den Zeitplan der DEGES weiter – Audio starten – Pfeil klicken:

Sofern erforderlich, werden die Gespräche am Donnerstag, 19. August, ab 9 Uhr fortgesetzt. Die Entscheidung, ob ein Fortsetzungstermin erforderlich wird, erfolgt am Ende des Termins am 18. August durch die Verhandlungsleitung.

Land schnürt 9,4-Millionen-Paket mit 28 Arbeitsmarkt-Projekten gegen Pandemie-Folgen

Zur Linderung der sozialen Folgen der Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein hat das Land 28 Arbeitsmarktprojekte aufgelegt. Die Angebote richten sich unter anderem an Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Soloselbständige oder Arbeitslose. Auch der Ausbau der Digitalisierung in diesen Bereichen wird gefördert (siehe Tabellen unten). Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel nach einem entsprechenden Beschluss des Landeskabinetts sagte, stehen dafür in den kommenden zwei Jahren insgesamt 9,4 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „REACT EU“ bereit.

„Die Pandemie hat die Berufsperspektiven junger Menschen als auch derer verschlechtert, die ohnehin schwer in den Arbeitsmarkt kommen. Auch viele Soloselbständige sind durch die Lockdown-Phasen hart getroffen worden“, sagte Buchholz. Gleichzeitig seien die Anforderungen an digitale Kompetenzen gestiegen: „Um beide Herausforderungen zu meistern, haben wir mit Unterstützung der EU dieses Gesamtpaket geschnürt.“

Als Beispiel nannte der Minister das in Flensburg aufgelegte Projekt „Kultur für alle“, in dem Arbeitslose und Menschen mit leichter Behinderung ein Internetportal entwickeln sollen. Ziel ist ein Internet-Angebot, über das finanziell benachteiligte Menschen Freikarten für kulturelle Angebote beziehen können. Ein anderes Projekt sieht die Beratung von Unternehmerinnen mit unsicherer selbständiger Tätigkeit vor. Die 28 Projekte enden Mitte 2023. Buchholz: „Besonders stolz bin ich darauf, dass Schleswig-Holstein zu den ersten Bundesländern gehört, das aus Brüssel grünes Licht für seine Projekte bekam und jetzt schon konkret mit der Umsetzung startet.“ Wichtig bei der Entwicklung der Angebote sei vor allem gewesen, dass die Projekte auch bei verschärften Corona-Maßnahmen angemessen fortgesetzt werden können.

21 Projekte verfolgen nach den Worten des Ministers das Ziel, nachhaltige Berufsperspektiven für besonders von der Pandemie betroffene Gruppen zu schaffen. Mit sieben Projekten sollen zudem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, typische arbeitsmarkt- und bildungsbezogene Leistungen künftig auch digital anbieten zu können.  So werden etwa in einem Projekt digitale Fortbildungsgänge für Kursleitende an Volkshochschulen und anderen Bildungsstätten des Landes entwickelt. Als zweiter Baustein soll eine digitale Plattform eingerichtet werden, über die eine Brücke zwischen den Bildungsstätten und freiberuflichen Dozentinnen und Dozenten geschlagen wird. Ein anderes Projekt soll Unternehmen dabei unterstützen, Personal auf digitalem Wege zu rekrutieren sowie digitale Betriebsrundgänge oder virtuelle Praktika anzubieten.

Buchholz erinnerte zudem daran, dass im Rahmen der REACT-EU-Förderung seit Juni auch Anträge auf den „Weiterbildungsbonus Pro“ gestellt werden können. Darüber erhalten Beschäftigte 90 Prozent ihrer Fortbildungskosten erstattet. „Nutzen Sie die attraktiven Förderkonditionen. Jede Weiterbildung erhöht ihre Karrierechancen und sichert ihren Arbeitsplatz“, so Buchholz.

Hier die Liste der Einzelprojekte:

Gute Resonanz auf erste mobile Impf-Angebote an Berufsschulen – Minister Buchholz: „Mitmachen!“

Impf-Ärztin Maike Krümpelmann und Buchholz im Gespräch mit Berufsschülerin Darin Alaboud aus Syrien. Die 18-Jährige angehende Erzieherin entschied sich heute spontan zur Impfung am BBZ Bad Segeberg

Mobile Teams haben heute mit Impfungen gegen das Coronavirus an Berufsschulen in Schleswig-Holstein begonnen. Zum Aufakt kamen am Berufsbildungszentrum Bad Segeberg und an der Flensburger Wirtschaftsschule HLA jeweils zwei Impfteams zum Einsatz. Dabei wurden insgesamt 219 junge Menschen geimpft.

Morgen stehen auch in Preetz und Itzehoe sowie am Mittwoch in Oldenburg in dieser Woche noch solche Termine an. „Damit können wir an allen 35 Berufsbildenden Schulen ein Impf-Angebot machen“, sagte heute früh der seit Januar für die Berufsschulen im Land zuständige Wirtschaftsminister Bernd Buchholz beim Besuch des Berufsbildungszentrums Bad Segeberg.

Buchholz erinnerte daran, dass parallel zu den Mobil-Teams die Berufsschulen auch Impftermine in Zusammenarbeit mit den lokalen Impfzentren vorbereiten, die beispielsweise in Pinneberg bereits begonnen haben. «Um einen durchgängigen und reibungslosen Präsenzunterricht in diesem Schuljahr sicherzustellen, kann ich – bei aller Freiwilligkeit – nur an alle Schülerinnen, Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer berufsbildenden Schulen appellieren: Nutzen Sie diese Angebote und lassen sich impfen», sagte Buchholz.

Im Gespräch mit Journalisten sagte der Minister weiter – Audio starten, Pfeil klicken

Rund 70 Prozent der Berufsschüler sind älter als 18 Jahre und hatten bereits die Möglichkeit, sich auch in Impfzentren, bei Betriebsärzten oder Hausärzten impfen zu lassen. «Nach unserer Wahrnehmung scheitert das Impfen oft nicht an mangelnder Impfbereitschaft, sondern eher an alltäglichen Hinderungsgründen, die wir durch ein einfach zugängliches Impfangebot vor Ort aus dem Weg räumen wollen», erläuterte Buchholz. «Unser jetziges mobiles Angebot erfordert daher auch weder eine Anmeldung noch einen Krankenversicherungsnachweis.»

Auch der Direktor des SHIBB, Jörn Krüger, ruft vor allem bisher unentschlossene Volljährige zur Teilnahme auf: «Auch Berufsschüler, die an einem anderen Tag zur Berufsschule müssten, können sich impfen lassen. Nur mit einer hohen Impfquote und einer weiterhin konsequenten Einhaltung der Hygieneregeln können wir Beeinträchtigungen des Unterrichtes – etwa durch Quarantänemaßnahmen – vermeiden helfen.» Sowohl Buchholz als auch Krüger machten zugleich aber auch deutlich, dass es die Entscheidung eines jeden Einzelnen oder einer jeder Einzelnen bleibe, ob er oder sie sich impfen lasse. Krüger erinnerte zudem noch einmal daran, dass Berufsschülerinnen und -schüler für selbstorganisierte und freiwillige Impftermine in Impfzentren, bei Hausärzten oder bei den mobilen Impfteams vom Unterricht freigestellt werden.

An alle Schülerinnen und Schüler richtete Buchholz den Appell:

Ab heute ist „mobiles Impfen“ an Berufsschulen möglich – Buchholz zum Auftakt in Bad Segeberg

Für bislang nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler an den 35 Berufsbildenden Schulen im Land gibt es ab sofort auch Impf-Möglichkeiten durch mobile Teams. Den Auftakt machen heute das Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg und die Flensburger Wirtschaftsschule HLA, wo jeweils zwei Impfteams zum Einsatz kamen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, seit Januar auch für die Berufsbildenden Schulen im Land zuständig, wird heute um 10.15 Uhr die Impfteams am Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg besuchen. Mehr dazu später hier…

Klein, aber einmalig innovativ: Schleiboot „Zero one“ läutet eine Mobilitäts-Zeitenwende ein

Emissionsfrei sollen sie fahren und künftig auch autonom: In Schleswig werden Boote gebaut, die den Transport auf dem Wasser verändern sollen. Ein Start-up mit viel Erfahrung aus der Autobranche hat große Pläne. Heute fand in Schleswig in Anwesenheit von Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz die Taufe eines Prototypen statt.

Unleash Future-Boats-Gründer-Ehepaar Engelhard (Mitte) mit Taufpatin Petra Nicolaisen (MdB) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nach Taufe und „Stapelhub“ des Prototypen „Zero one“

Mit emissionsfreien kleinen Fähren sollen Ausflügler ab Frühjahr 2023 vom Stadthafen Schleswig zum Wikinger-Museum Haithabu fahren können. Die zwölf Meter langen «Schleiboote» werden mit Brennstoffzellen und grünem Wasserstoff elektrisch angetrieben. Die Erfinderfirma, das Start-up Unleash Future Boats, taufte den Prototyp auf «ZeroOne» und ließ das futuristisch erscheinende Boot zu Wasser.

Dazu sagte Buchholz unmittelbar nach der Taufe – Video starten:

Ab 2025/26 sollen «Schleiboote» auch autonom fahren. Entwickelt wurde der Hightech-Katamaran von den gebürtigen Bayern Stefanie (37) und Lars Holger (38) Engelhard, die früher in Autokonzernen arbeiteten. Nach ihren Angaben können mit der Antriebstechnik auch Binnenschiffe umgerüstet werden. Unter anderem das Land Schleswig-Holstein, der Bund und der Duisburger Hafen unterstützten ihr Start-up. Die Engelhards hatten eine ehemalige Schnapsfabrik zur Werft umgebaut. Die «Schleiboote» können ein Dutzend Fahrgäste, Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen befördern.

Die Katamarane werden digital vernetzt. In Zukunft sollen sie on demand verfügbar sein, also von Fahrgästen per Handy geordert werden können. Das Ehepaar Engelhard arbeitet nach eigenen Angaben mit Schiffbauingenieuren und Spezialisten für Künstliche Intelligenz zusammen. Ihr Ziel sei es, den Verkehrsweg Wasser nachhaltig zu verändern, weit über die Schlei hinaus. Angesichts des Potenzials für autonomes Fahren planen sie eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl von über 20 auf bis zu 300 in den nächsten Jahren. Da die Fertigung hochgradig automatisiert sei, könnten künftig einige hundert Boote im Jahr gebaut werden, sagte Lars Holger Engelhard.

Die Kleinfähren sind laut Engelhard niedrigwassertauglich und für den Einsatz in Städten mit vielen Wasserwegen geeignet. Die Technik könne für den Nahverkehr und touristische Fahrten ebenso eingesetzt werden wie für Haus- oder Fischerboote und den Güterverkehr.

Hier die Podcast-Folge „Echte Chancen“ von Wirtschaftsminister Buchholz mit dem Ehepaar Engelhard (Startpfeil klicken):

Und so berichtet das Handelsblatt in seiner Freitagausgabe über das StartUp:

Gerade einmal 3,20 Meter misst der Schiffsrumpf der „Zero One“. Doch die Taufe will am Samstag auch Schleswig-Holsteins Politprominenz sehen und reist an die Schlei. Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) wird erwartet, Flensburgs Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen (CDU) wird als Patin eine vorsichtshalber präparierte Sektflasche gegen die Aluminium-Bordwand schleudern.

Der Rummel ist nicht unbegründet. Getauft wird in Schleswig das weltweit erste Boot, das völlig autonom und dazu noch emissionsfrei übers Wasser steuert. Seine Konstrukteure: das aus Bayern stammende Ehepaar Stefanie und Lars Engelhard, 36 und 37 Jahre alt.

Die Schiffstaufe signalisiert eine Zeitenwende in der Schifffahrt, deren CO2-Ausstoß zwischen 2012 und 2018 noch um 9,6 Prozent anstieg, wie die vierte „GHG Study 2020“ der Uno-nahen Schifffahrtsorganisation IMO errechnete. „Über den Schadstoffausstoß von Autos wird viel geredet“, sagt Stefanie Engelhard. „Dass aber die Schifffahrt für fast drei Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wird übersehen.“

Hinzu kämen Dieselreste und Schmierstoffe, die Flüsse und Meere verschmutzen, sagt sie, ebenso wie eine hohe Lärmbelästigung. Das wolle sie nun ändern. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat Stefanie Engelhard deshalb im vergangenen November die Unleash Future Boats GmbH gegründet und eine ehemalige Schnapsfabrik an der Schlei in eine kleine Werft verwandelt.

21,3 Millionen Euro für die Expansion sind bereits fest eingeplant, zwei Grundstücke für weitere Werkshallen und einen Servicehafen an der Schlei per Vorvertrag gesichert. Auf der Liste der Förderer stehen das Fraunhofer-Institut, der Bund und die Uno. Auch vom Start-up-Accelerator „Gateway49“, einem landeseigenen Technikzentrum in Lübeck, profitieren die Gründer.

Hilfe kommt zudem vom Duisburger Hafen. Schon in naher Zukunft, das jedenfalls hofft dessen scheidender Vorstandschef Erich Staake, könnten die autonomen Batterieboote umzuladende Frachtcontainer emissionsfrei quer durch Europas größten Binnenhafen transportieren. Duisport steht damit ganz oben auf der Liste potenzieller Kunden.

Die wertvollsten Assets der jungen Werft sind die jeweils zwölf internationalen Patente, die beide Gründer in ihre Firma eingebracht haben. Ohne sie, versichert Lars Engelhard, würde keines der geplanten Boote sicher das Ufer erreichen.

Mit dem autonomen Fahren beschäftigte sich das Ehepaar bereits, als es noch in der Automobilforschung arbeitete. Lars Engelhard, der einen Master in Business Administration besitzt, war im VW-Konzern verantwortlich für die Online-Konnektivität von Millionen Autos. Die Diplom-Ingenieurin Stefanie Engelhard trieb bei Audi die Entwicklung des autonomen vernetzten Fahrens voran.

Bei einem gemeinsamen Segeltörn auf der Ostsee kam den beiden die Idee, die mit Künstlicher Intelligenz gefütterte Technik auf die Schifffahrt zu übertragen. Was sich dann aber keineswegs als trivial herausstellen sollte. „Das Wasser ist blau, der Himmel ist blau. Es ist einfach die Hölle“, entfährt es Lars Engelhard. Anhaltspunkte wie im Straßenverkehr, etwa Mittelstreifen, Schilder oder Bäume, fallen für die Sensoren als Referenz auf dem Wasser aus. Hinzu kommt, dass Schiffe schwanken – sich also zeitgleich auf zwei Achsen bewegen, während sie die Wellen von unten nach oben heben. So dauerte es bis August 2020, einen Sensor zu konstruieren, der die eigene Bewegung beim Errechnen der Navigationsstrecke vollständig berücksichtigt.

Anderen Tüftlern gelang dies bislang offenbar nur mäßig. Seit 2017 sind in Norwegen der Düngemittelhersteller Yara und der Schiffsbauer Kongsberg damit beschäftigt, mit der „Yara Birkeland“ ein ähnliches Schiff zu konstruieren. Dessen Start ist jetzt auf Ende 2021 festgelegt. Das Andocken und Ablegen werde sich dann vollautomatisch vollziehen, kündigten die beteiligten Firmen vor Kurzem an. Verräterisch aber bleibt: Geplant sind von den Norwegern drei Kommandozentralen, die das Schiff fernsteuern sollen.

Doch auch bei der Engelhard-Werft änderten sich die ursprünglich angekündigten Pläne. So hatte Unleash Future Boats zunächst versprochen, ein zwölf Meter langes Wasser-Taxi zu konstruieren. Es sollte ab Frühjahr 2023 autonom gesteuert einen Schiffsanleger in Schleswig mit dem Wikingermuseum in Haithabu verbinden.

Ihr Projekt stellte die Werft zugunsten des nun präsentierten Katamarans zurück. „Den Prototyp haben wir deutlich kleiner gebaut, damit er auf einen Anhänger passt“, erklärt Lars Engelhard den Sinneswandel. Mit dem Vorzeigeboot will er in den nächsten Wochen Kunden für größere Aufträge gewinnen.

„Wir können Boote mit einer Länge von bis zu 45 Metern bauen“, sagt der Jungunternehmer. Bis zu sechs Seecontainer fänden darauf Platz. Zudem verbinden sich drei solcher Batterieschiffe bei Bedarf zu einem Platoon, wodurch sich etwa ein Rhein-Schlepper ersetzen ließe.

Konzept für mehr Reichweite

Bislang treiben die eingebauten Akkubatterien die Boote lediglich 42 Kilometer weit an. Um die Reichweite der emissionsfreien Schiffe zu erhöhen, hat Unleash Future Boats jedoch ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet. An den jeweiligen Flussetappen sollen austauschbare Wasserstoff-Brennstoffzellen an Bord geladen werden, die auf der Weiterfahrt wie mobile Ladesäulen funktionieren. Aus ihnen werden die fest eingebauten Akkubatterien mit dem nötigen Strom gespeist – und nach Gebrauch wieder von Bord geladen.

20 Mitarbeiter haben die Engelhards bereits eingestellt, 50 könnten es werden. „Wir wollen künftig 100 Boote pro Jahr produzieren“, sagt der Firmenchef. Wegen der automatisierten Produktion ließe sich das Volumen sogar noch vergrößern. Mit drei Speditionskonzernen, die möglicherweise zu Kunden werden, ist er nach eigener Aussage dazu in Gesprächen. Veröffentlicht sehen will er die Namen freilich noch nicht.

Der Klimawandel hilft dabei gleich doppelt als Verkaufsargument. Denn er sorgte dafür, dass die Binnenschifffahrt in den vergangenen Sommern immer wieder mit Niedrigwasserständen zu kämpfen hatte. „Unsere Boote haben kaum Tiefgang und sind damit Niedrigwasser-geeignet“, versichert Lars Engelhard.

Ein weiteres Ziel: Zukünftig sollen sich auch Binnenschiffe mit dem Wasserstoff-Antrieb nachrüsten lassen. An einem Patent allerdings hat der junge Werftbesitzer, der schon als Student seine erste Erfindung vor zwölf Jahren anmeldete, noch zu arbeiten: dem Kapitäns-Patent.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus