Industrie-Umsatz im Norden wächst um fast 20 Prozent – Madsen sieht Licht und Schatten

Ebenfalls im Umsatz-Aufwind: Industrie in Brunsbüttel

Den frostigen ökonomischen Rahmenbedingungen zum Trotz: Die größeren Industriebetriebe in Schleswig-Holstein haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres ihren Gesamtumsatz im Vorjahresvergleich um 19,3 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro gesteigert. Dabei wuchs der Inlandsabsatz um 21,6 Prozent. Der Anteil des Exportgeschäfts am Gesamtumsatz sank von 40,5 auf 39,4 Prozent.

Nach Angaben des Statistikamts Nord hängen die Umsatzsteigerungen stark mit den kräftigen Preissteigerungen in wichtigen Bereichen zusammen. So legte die Mineralölverarbeitung um 97,7 Prozent zu und die chemische Industrie um 40,5 Prozent. Die Nahrungs- und Futtermittelindustrie verbuchte ein Plus von 30,2 Prozent. Die Statistik erfasst 566 Betriebe mit jeweils mindestens 50 Beschäftigten. Das waren 25 Unternehmen mehr als im Vorjahr. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Zeitpunkt der Abrechnung von Großaufträgen stärkere Schwankungen in der Umsatzentwicklung bewirken kann.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: «Der deutliche Anstieg der Gesamtumsätze unserer Industriebetriebe ist ein positives Signal, auch wenn davon ein nicht unbedeutender Teil inflationsgetrieben sein dürfte. Daher zeigt sich in den ersten drei Quartalen dieses Jahres insgesamt eine weitere, vermutlich leichte Erholung unserer Wirtschaft, die uns zusammen mit den aktuellen Berichten zurückgehender Preisdynamik optimistisch in das Jahr 2023 blicken lässt.»

Bundesgericht weist Klagen von Belt-Gegnern ab – Ausgleich für Riffe richtig berechnet

Umweltschützer sind mit ihren Klagen gegen eine Zerstörung von Ostsee-Riffen am Fehmarnbelt-Tunnel gescheitert. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied heute, dass eine Befreiung von dem Verbot erteilt werden durfte, die Riffe zu zerstören oder zu beeinträchtigen. Auch die dafür vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen stuften die Bundesrichter als rechtmäßig ein.

Schon vor zwei Jahren hatte das Bundesverwaltungsgericht die Planungen für den deutsch-dänischen Ostseetunnel weitgehend bestätigt. Damals wurden aber die Riffe ausgeklammert, weil sie erst nach Abschluss der Planungen entdeckt worden waren. Geklagt hatten diesmal das Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung und der Bundesverband des Nabu sowie der Landesverband Schleswig-Holstein. Sie hielten die ergänzenden Planungen für unzureichend und wollten größere Ausgleichsflächen erreichen. Sie zweifelten die Methoden an, mit denen das Land Schleswig-Holstein die Flächen berechnet hat.

Das Land will als Ausgleich für die Zerstörung der Riffe rund 17,5 Hektar Kompensationsflächen in der Mecklenburger Bucht anlegen. Die Umweltverbände hatten als «absolute Untergrenze» eine Ausgleichsfläche von 36 Hektar genannt. Das Argument der Planer, dass die neuen Riff-Flächen hochwertiger als die zerstörten seien, ließen sie nicht gelten. Die Bedingungen am neuen Standort – etwa Wassertiefe, Salz- und Sauerstoffgehalt – seien nicht optimal.

Der Fehmarnbelt-Tunnel habe eine herausragende Bedeutung für die Anbindung Skandinaviens an das transkontinentale Verkehrsnetz, begründete das Bundesverwaltungsgericht die Entscheidung. Die Beeinträchtigung der Riffe werde «hinreichend dadurch ausgeglichen, dass an anderer Stelle in der Ostsee neue Riffe geschaffen werden».

Die Bauarbeiten für den rund 18 Kilometer langen Ostseetunnel haben bereits begonnen. Der Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an Fehmarn und Lolland verbinden. Er soll die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen von bislang fünf Stunden auf künftig unter drei Stunden verkürzen.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen äußerte sich zufrieden zu dem Urteil. Alle verfahrensrechtlichen Hindernisse seien beseitigt. «Ich appelliere an alle, die Chancen, die die feste Fehmarnbeltquerung für die Region bietet, zu nutzen.» Es sei beeindruckend, wie der nördliche Nachbar Dänemark dies umsetze und die Insel Lolland hiervon schon heute profitiere.

Ab morgen früh dürfen auch Transporter bis zu 12 Tonnen über die Holtenauer Brücke

Bisher nur für Pkw bis 3,5 Tonnen frei – ab morgen früh, 6 Uhr, auch für Kleintransporter mit bis zu 12 Tonnen Gesamtgewicht: Die Prinz-Heinrich-Brücke

Ab morgen früh, 6 Uhr, dürfen nicht nur Pkw die Holtenauer Prinz-Heinrich-Brücke überqueren, sondern auch Fahrzeuge mit bis zu 12 Tonnen Gesamtgewicht. Außerdem werden ab Montag (19. Dezember) wieder die Autokraft-Busverkehre nach regulärem Fahrplan die Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal passieren. Das betrifft vor allem die Linien 740, 741 und 744. Die parallel verlaufende Olympiabrücke bleibt weiterhin gesperrt. Beide Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal waren am 30. November von einem auf einem Spezialschiff transportierten Kran schwer beschädigt worden. Das finnische Schiff hatte bei der Fahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal mit seinen hohen Kranauslegern beide Bauwerke gerammt. Warum es dazu kam wird derzeit noch untersucht.

Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute sagte, sei die ab morgen gültige erhöhte Gewichts-Zulassung auf Basis vertiefter Berechnungen von Prüfstatikern und den Brückenexperten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) möglich. Madsen und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt zeigten sich zudem vorsichtig optimistisch, dass die Prinz-Heinrich-Brücke bereits zu Weihnachten wieder rund um die Uhr geöffnet werden könne. Das Tempolimit von 50 km/h auf der Brücke und 30 km/h in den Zufahrten bleibe bestehen. Ebenso die Sperrung der Brücken-Zufahrten in Kiel-Wik und in Holtenau.

Hier ein Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs:

Über den neuen Lockerungsschritt zeigte sich Madsen überaus erleichtert: «Das sind vor allem sehr gute Nachrichten für unsere klassisch mittelständischen Handwerksbetriebe, aber auch für Paketzusteller und alle anderen Gewerbetreibenden mit kleineren Bussen oder Kastenwagen.» Er mahnte allerdings weiterhin zu Disziplin: «Nur, wenn sich alle so umsichtig und vorausschauend wie bisher verhalten, wird der Pendelverkehr zwischen der Nord- und der Südseite des Kanals weiterhin halbwegs staufrei möglich sein.»  

Mit Blick auf die mögliche baldige Aufhebung der Nachtsperrung zwischen 21 Uhr und 6 Uhr sagte LBV.SH-Chef Conradt: «Angesichts der geringen Anzahl an Verstößen gegen das Lkw-Durchfahrtverbot bereiten wir gerade die Beschaffung von Blitzer-Anhängern vor. Die Überwachungsgeräte können Fahrzeuge dank Lasertechnik nach Größenklassen sortieren, erfassen und blitzen.» Den Fahrern drohen dann entsprechende Bußgelder. „Die Brückenstatik ist aber so gut, dass einzelne Verstöße buchstäblich tragbar sind“, sagte Conradt. Sollte die Zahl der Falschfahrer allerdings nach Abzug der Landespolizei zunehmen, würde wieder auf die bisherige Regelung zurückgeschwenkt.

Mit einer vollständigen Instandsetzung beider Brücken rechnet der LBV.SH zur Kieler Woche 2023.

Ab Montag pendelt der reguläre KVG-Busverkehr über die Prinz-Heinrich-Brücke

Madsen mit Kiels OB beim Pressegespräch

Freie und planmäßige Fahrt für KVG-Busse ab Montag früh auf der Holtenauer Prinz-Heinrich-Brücke. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt heute in Kiel mitteilten, werde das Land ab Montag einen privaten Sicherheitsdienst einsetzen, über den der reguläre KVG-Fahrplan zwischen der Nord- und der Südseite des Nord-Ostsee-Kanals sichergestellt werden kann. Für Pkw, die ausschließlich von der Polizei kontrolliert werden dürfen, bleibt die Brücke zwischen 21 Uhr und 6 Uhr vorerst weiterhin gesperrt. „Mit der Regelung für die Busverkehre stellen wir für tausende von Berufspendlerinnen und -pendler in und um Kiel wieder die normalen Verbindungen her“, sagte Madsen.

Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer dankte dem Land, der Polizei und dem Landesbetrieb sowie seiner Kieler Verkehrsgesellschaft: „Dank ihrer schnellen Reaktion samt der provisorischen ad-hoc-Verkehrsregelung läuft der Berufsverkehr inzwischen wieder weitgehend normal und größerer wirtschaftlicher Schaden konnte verhindert werden. Ich hoffe nun auch auf eine rasche Freigabe der Brücke für den größeren gewerblichen Verkehr“. Die rasche Einrichtung der Umleitungsstrecken war vor allem mit Hilfe des Kieler Tiefbauamts ermöglicht worden.  

Hier ein Mitschnitt des gesamten Pressegesprächs:

Grünes Licht für die Bus-Regelung hatten Prüf-Statiker und andere Experten gegeben, nachdem die Brücken seit mittlerweile neun Tagen eingehend untersucht werden. Nach ihren Berechnungen dürfen sich auf der Brücke bis zu vier Busse – zwei je Richtung – gleichzeitig begegnen. In der Nacht zum 30. November hatte ein finnischer Spezialfrachter mit seinen hohen Kranauslegern bei der Durchfahrt des Nord-Ostsee-Kanals beide Brücken gerammt und massiv beschädigt. Nach einer knapp 33-stündigen Vollsperrung waren beide Brücken zunächst für Radfahrer und Fußgänger freigegeben worden – und am Mittwoch (7. Dezember) die 26 Jahre alte Prinz-Heinrich-Brücke auch für Pkw mit maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Die parallel verlaufende 50 Jahre alte Olympiabrücke darf nach wie vor nur von Rettungsfahrzeugen befahren werden. Sie ist deutlich stärker beschädigt.

Madsen dankte  allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern für ihre Disziplin und Geduld: „Die Polizei hat bestätigt, dass es alles in allem gut läuft und auch die Bürgerinnen und Bürger umsichtig mitmachen in dieser für alle herausfordernden Situation.“ Die Sicherheit müsse weiterhin an oberster Stelle stehen, so Madsen.

Auch LBV-Direktor Torsten Conradt unterstrich die positive Zusammenarbeit aller Beteiligten – von KVG, Autokraft, LH Kiel, dem Betriebsdienst des LBV.SH und der Polizei.

Ab Sonntag: Neuer Bahn-Fahrplan, neuer Betreiber und mehr Strom statt Diesel

Ab Sonntag gilt ein neuer Fahrplan für Nahverkehrszüge in Schleswig-Holstein. Mit dem Fahrplanwechsel nimmt zudem ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen den Betrieb auf: „erixx Holstein“ ist dann auf der Strecke Kiel – Lübeck – Lüneburg sowie zwischen Kiel und Oppendorf unterwegs und damit neben AKN, DB Regio, NEG, nordbahn, der S-Bahn Hamburg und Arriva das siebte Eisenbahnunternehmen im echten Norden. Für Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen ein Zeichen für gelungenen Wettbewerb auf den Schienenwegen des echten Nordens

Verkehrsminister Madsen mit der DB-Konzernbevollmächtigten Manuela Herbort

Ab Sommer nächsten Jahres heißt es auf den Linien RE 83/ 84 Kiel – Lübeck – Lüneburg sowie auf der Strecke Kiel – Oppendorf dann: Ökostrom statt Diesel. erixx Holstein ersetzt Schritt für Schritt die bisherigen Dieseltriebzüge durch moderne Akkuzüge, die das Land Schleswig-Holstein bestellt hat. Die 55 neuen Akkuzüge fahren – wenn alle Triebwagen ab Mitte 2024 im Einsatz sind – pro Jahr auf elf Bahnlinien über zehn Millionen Zugkilometer in Schleswig-Holstein. Damit werden rund zehn Millionen Liter Diesel eingespart und etwa 26.000 Tonnen CO2 vermieden.

Neue Fahrzeuge sind auch zwischen Lübeck und Hamburg vorgesehen: Die DB Regio AG nimmt ab Anfang des Jahres 2023 nach und nach die neuen Doppelstockzüge der Firma Stadler in den Betrieb. Die im NAH.SH-Design gehaltenen Fahrzeuge sollen bis April die bisherigen Doppelstockwagen ersetzen und bieten deutlich mehr Fahrkomfort.

Auf einigen Linien konnten die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH) und das Land Schleswig-Holstein Verbindungen optimieren. Zwischen Hamburg und Travemünde und Kiel und Lübeck gibt es zum Beispiel mehr Verbindungen. Zwischen Hamburg und Bad Oldesloe sollen nun Doppelstockwagen mit sechs statt mit fünf Waggons fahren und damit mehr Kapazitäten bieten. Auf mehreren Linien wurde darüber hinaus der Fahrplantakt verdichtet oder vereinheitlicht.

Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen: „Ich freue mich, dass wir mit erixx Holstein ein neues Bahnunternehmen im Land haben. Zugleich können wir mit modernen Fahrzeugen deutlich mehr Komfort für die Fahrgäste im Land bieten und mit innovativen Antrieben bei den neuen Akkuzügen einen großen Schritt in Richtung Klima- und Mobilitätswende gehen. Wir machen zudem durch die Ausweitung des Fahrplangebots, wie zum Beispiel dem deutlich längeren Halbstundentakt zwischen Hamburg und Lübeck, das Bahnfahren wieder ein Stück attraktiver. Diese Schritte bewirken viel für den Nahverkehr im echten Norden.“

Die Änderungen zum Fahrplanwechsel, sortiert nach Linien, im Überblick:

RE 6 Westerland (Sylt) — Hamburg

ZwischenWesterland (Sylt) und Hamburgkommt es durchUmstellungen im Fernverkehr zu Anpassungen. Einzelne Abfahrtszeiten wurden verschoben, einige Züge fahren veränderte Strecken.

  • Der Schülerzug um 13:38 Uhr von Niebüll nach Bredstedt fährt nun bereits um 13:31 Uhr ab Niebüll. Der Zug ist aus Westerland durchgebunden.
  • Der Zug um 14:50 Uhr ab Westerland fährt nur noch bis Niebüll.
  • Der Zug, der um 15:20 Uhr in Westerland startet, fährt künftig von Niebüll weiter bis Hamburg.
  • Die bisherige Verbindung um 9:37 Uhr ab Hamburg-Altona wird nun wieder in den Fahrplantakt verschoben und fährt damit künftig um 9:40 Uhr ab. Der Zug startet jedoch ab Niebüll 15 Minuten später, um 12:16 Uhr, sodass er eine längere Standzeit hat.
  • Der Zug um 11:40 Uhr ab Hamburg-Altona wird bis Westerland um 30 Minuten beschleunigt. Der bisher wegen eines Fernverkehrskonfliktes erforderliche lange Aufenthalt in Niebüll entfällt ab dem Fahrplanwechsel.
  • Im Gegenzug verlängert sich wegen eines Konflikts mit dem Fernverkehr die Fahrzeit des Zuges um 10:40 Uhr ab Hamburg nach Westerland nördlich von Niebüll um bis zu 30 Minuten.
  • Der Zug um 13:40 Uhr ab Hamburg-Altona nach Westerland erhält an einigen Tagen eine um 15 Minuten verlängerte Aufenthaltszeit in Niebüll. Die Fahrzeit zwischen Hamburg und Westerland verlängert sich entsprechend.
  • Um 13:54 Uhr ist ein weiterer Zug von Bredstedt nach Niebüll unterwegs und fährt um 14:31 Uhr weiter nach Westerland.
  • Der Zug um 15:31 Uhr ab Niebüll nach Westerland entfällt.
  • Der Intercity um 14:20 Uhr ab Westerland wird für Abo-Kunden des Nahverkehrs freigegeben und hält daher auch in Keitum und Klanxbüll.

RB 61 Itzehoe – Hamburg Hbf

Der Pendlerzug, der um 7:15 Uhr in Elmshorn und um 7:20 Uhr ab Tornesch in Richtung Hamburg startet, fährt nun mit doppelter Kapazität. Ab dem 30. Januar 2023 ist ein Zustieg schon in Elmshorn möglich.

RE 7 / 70 Flensburg/ Kiel – Hamburg Hbf

Der RE 7 fährt neu ab Flensburg um 4:15 Uhr bzw. ab Kiel um 5:02 Uhr und damit 15 Minuten später als bisher. Grund dafür ist ein Trassenkonflikt mit einem Fernverkehrszug. Der Zug erreicht im Hamburger Hauptbahnhof damit nicht mehr die Anschlüsse an die ICE-Sprinter nach Köln und Frankfurt.

RE 8 / RE 80 Hamburg Hbf – Lübeck – Travemünde

Im Netz Ost startet ein neuer Verkehrsvertrag. Die DB Regio AG beginnt im Laufe des Jahres 2023 mit dem Einsatz neuer Doppelstockzüge der Firma Stadler. Die Fahrzeuge haben jeweils 405 Sitzplätze, komfortablere Sitzabstände und Tische, die zum Arbeiten für Tablet und Laptop geeignet sind mit mehr Steckdosen – auch in der 2. Klasse. Es gibt 36 Fahrradstellplätze im gesamten Zug und mehr Fläche in den Mehrzweckbereichen für Kinderwagen und Rollstühle Bis Juni wird das Angebot schrittweise erweitert.

  • Zwischen Hamburg und Lübeck fahren von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss ganztägig im Halbstundentakt neue Doppelstocktriebzüge.
  • Die Züge der RE-Linie 8 Hamburg – Lübeck fahren ab 1. April stündlich bis Travemünde Strand durch.  
  • In der Hauptverkehrszeit fahren wochentags ab 11. Juni auch die Züge der Linie RE 80 nach Travemünde Strand durch, sodass ein Halbstundentakt entsteht. Morgens startet ein zusätzlicher RE 80 in Travemünde (ab 7:04 Uhr); nachmittags gibt es zusätzliche Verdichter ab Lübeck, um 17:33 und um 18:33 Uhr.  
  • Im Sommerfahrplan, ab dem 11. Juni bis zum 31. Oktober 2023, fahren samstags, sonntags und an Feiertagen tagsüber im Halbstundentakt Züge von Hamburg nach Travemünde durch.
  • Am Tagesrand gibt es deutlich mehr Fahrtangebote nach Travemünde. Der letzte Zug fährt ab Lübeck künftig zwei Stunden später, um 1:03 Uhr.
  • In den Wochenendnächten sind die Züge im Stundentakt zwischen Hamburg und Lübeck unterwegs.
  • In der Gegenrichtung verkehrt der Sprinter von Hamburg ab 16. Januar mit zusätzlichen Halten in Rahlstedt und Ahrensburg. Dadurch wird die Fahrzeit neun Minuten länger.

RB 81 Hamburg Hbf – Bad Oldesloe

Die Linie RB 81 geht im Vorgriff auf die geplante Umstellung zur S4 bereits ab 2023 in die Verantwortung der S-Bahn Hamburg GmbH über. Als Verkehrsunternehmen ist jedoch weiter die DB Regio AG im Einsatz. Grundsätzlich sollen in Zukunft Doppelstockwagen mit sechs statt mit fünf Waggons fahren.

  • Zwischen Ahrensburg und Bargteheide ist die RB 81 nun von früh bis spät im Halbstundentakt unterwegs.
  • In den Wochenendnächten fährt die RB 81 künftig rund um die Uhr stündlich bis Bad Oldesloe.
  • Baustellenbedingt entfällt ab dem 16. Januar 2023 auf der RB 81 in der Hauptverkehrszeit der 15-Minuten-Takt Hamburg – Ahrensburg. Das gilt bis zum Ende des Fahrplans.

RE 83 / RB 84 Kiel – Lübeck – Lüneburg

Im Akku-Netz Ost startet mit Fahrplanwechsel ein neuer Verkehrsvertrag. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen erixx Holstein übernimmt den Betrieb von der DB Regio. Im Laufe des Jahres 2023 sollen neue, vom Land Schleswig-Holstein bereitgestellte Akku-Triebzüge zum Einsatz kommen.

  • Die Linie RB 84 fährt jetzt ganztägig auch im Spätverkehr zwischen Kiel und Lübeck. Damit bestehen durchgängig zwei Verbindungen pro Stunde. Ab Kiel sind um 21:05, 22:05, 23:05 und 0:05 Uhr zusätzliche Züge nach Lübeck im Einsatz. Von Lübeck bestehen neue Verbindung um 21:28, 22:28, 23:28 und 0:28 Uhr.
  • Eine zusätzliche Spätverbindung gibt es mit dem RE 83 um 1:05 Uhr ab Lübeck nach Kiel.
  • Morgens an Werktagen gibt es weitere Frühverbindungen um 4:05 Uhr von Kiel nach Lübeck und um 4:24 Uhr ab Eutin nach Lübeck.
  • Zwischen Lübeck und Lüneburg fährt um 4:01 Uhr ab Lübeck ein neuer Frühzug.
  • Der Zug um 0:10 Uhr ab Lübeck wird von Büchen bis Lüneburg verlängert.
  • In der Gegenrichtung Lüneburg – Lübeck ist der bisher nur an Freitagen und Samstagen fahrende Zug um 23:45 Uhr nun täglich unterwegs. Eine neue Spätverbindung wird um 0:45 Uhr ab Lüneburg eingerichtet. Damit werden die Anschlüsse in Lüneburg an den Fernverkehr verbessert.
  • Grundsätzlich sollen die Züge der Linie RE 83 zwischen Lübeck und Lüneburg während des Tagesverkehrs in Doppeltraktion fahren. Dadurch stehen in vielen Zügen doppelt so viele Sitzplätze zur Verfügung.

Die RB 76 Kiel – Oppendorf gehört nun ebenfalls zu den Strecken im Betrieb von erixx Holstein. Bis voraussichtlich Ende Januar 2023 werden dort aber zunächst Busse und keine Züge unterwegs sein: erixx Holstein richtet einen Schienenersatzverkehr ein, weil zum Betriebsstart noch nicht alle benötigten Treibfahrzeugführer fertig ausgebildet sind. Durch das Einsparen dieses Zugpendels soll ein stabiler Betrieb auf den anderen Linien sichergestellt werden.

Ab dem 12. Dezember übernimmt erixx Holstein auch den Fahrkartenverkauf an den Bahnhöfen in Preetz, Plön, Eutin, Ratzeburg, Mölln und Malente in jetzt neuen NAH.SH-Kundenzentren. Die Fahrgäste können dort wie gewohnt ihre Fahrkarten für den Nahverkehr kaufen.

RB 85 Lübeck – Neustadt

  • Montags bis freitags wird das Angebot zwischen Lübeck und Neustadt von 6 bis 8 Uhr und von 14 bis 19 Uhr zum Halbstundentakt verdichtet.
  • An Wochenenden im Sommerfahrplan, ab dem 1. April bis zum 31. Oktober 2023, gibt es künftig ebenfalls von 8 bis 20 Uhr einen Halbstundentakt zwischen Lübeck und Neustadt.
  • In den Wochenendnächten ist um 3:12 Uhr ein zusätzlicher Zug für Nachtschwärmer ab Lübeck im Einsatz.

A3 Elmshorn – Ulzburg Süd

  • Sonntagmorgens wird je Richtung ein früherer Zug verkehren. Von Ulzburg Süd nach Elmshorn mit Abfahrt um 5:43 Uhr und von Elmshorn zurück ab 6:49 Uhr. 
  • Einige bisher außerhalb des Takts fahrenden Züge werden an das Taktmuster angepasst: Von Barmstedt nach Elmshorn fahren die Züge um 11:10 Uhr zwei Minuten später, um 12:08 Uhr vier Minuten später und um 13:15 Uhr drei Minuten früher, sodass alle Züge zur Minute 12 in Barmstedt abfahren.
  • Von Elmshorn nach Barmstedt fährt der Zug um 13:19 Uhr nun drei Minuten früher ab, um 13:16 Uhr.
  • Der letzte Zug auf der Linie A3, der heute um 01:28 Uhr in Elmshorn startet, fährt künftig um 1:35 Uhr ab. Dadurch besteht in Elmshorn Anschluss von der RB 71.

S 3 Pinneberg – Hamburg – Stade

Der 10-Minuten-Takt zwischen Elbgaustraße und Pinneberg wird ausgeweitet: montags bis freitags von 20.00 Uhr bis 23.00 Uhr und sonnabends von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr. Sonn- und feiertags gibt es künftig ebenfalls zwischen 8.00 und 20.00 Uhr einen 10-Minuten-Takt.

Alle Änderungen zum Fahrplanwechsel und mehr zum Nahverkehr im echten Norden gibt es auch online unter www.nah.sh

Morgen früh ab 6 Uhr: Das gilt für die Überfahrten mit Pkw über die Holtenauer Brücke

Eine Woche nach dem Frachter-Unglück auf dem Nord-Ostsee-Kanal, bei dem beide Holtenauer Hochbrücken beschädigt wurden, wird die westliche Holtenauer Hochbrücke (Prinz-Heinrich-Brücke) ab morgen früh um 6 Uhr wieder für Pkw freigegeben. Es gilt eine Gewichtsbeschränkung von maximal 3,5 Tonnen. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt am Abend nach mehreren Gesprächen mit der Landespolizei und Vertretern der Stadt Kiel sagten, gilt die Öffnung in der Zeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr, nachts werde die Brücke vorerst weiterhin gesperrt.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auf der Brücke 50 km/h sowie 30 km/h in den Zufahrten. Madsen appellierte an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer: „Bitte fahren Sie vorausschauend und diszipliniert und nehmen Rücksicht auf die dort tätigen Polizeibeamten und Mitarbeiter von LBV.SH und Firmen – nach wie vor wird an der Brücke und den zunächst provisorischen Verkehrseinrichtungen gearbeitet. Die Sicherheit muss an oberster Stelle stehen.“ Fahrer von Fahrzeugen oberhalb von 3,5 Tonnen werden gebeten, weiterhin die Umleitungsmöglichkeit über die Levensauer Brücke zu nutzen.

Wie LBV.SH-Chef Conradt sagte, können noch nicht alle Zufahrten freigegeben werden. Sowohl die Brückenzufahrt über die Prinz-Heinrich-Straße in der Wik als auch direkt aus Holtenau bleiben gesperrt. Aus Richtung Süden kommend ist die B 503 Richtung Norden ab dem Holsteinknoten passierbar. Von Norden kommend, ist die B 503 ab der Anschlussstelle Altenholz/Flughafen (Bolckestraße) passierbar. Conradt: „Autofahrerinnen und Autofahrer aus Holtenau fahren bitte zur Anschlussstelle Altenholz/Kiel-Flughafen und von dort auf die B 503 Richtung Kiel-Mitte.“ Für LKW und Linienbusse sind die Holtenauer Hochbrücken weiterhin gesperrt. Die Polizei kontrolliert die Zufahrten.

Madsen bat im Hinblick auf die Polizeikontrollen eindringlich darum, dass Autofahrerinnen und Autofahrer größerer Pkw ihren Fahrzeugschein zur Hand halten, damit die Gewichtskontrollen reibungslos stattfinden können und keine Staus verursachen. „Und bitte diskutieren Sie nicht mit den Beamten, wenn ihr Wagen im Gewichts-Grenzbereich liegen sollte“, so Madsen. Er dankte allen Beteiligten für die konstruktive und enge Zusammenarbeit, um kurzfristig Lösungen zur Entlastung des Verkehrs zu erarbeiten. Dies betreffe den ÖPNV, aber auch Verkehrsführungen im Umfeld der B 503 „Ich danke vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LBV.SH, der Polizei, der Feuerwehr, des Bauhofs des Tiefbauamtes der LH Kiel und den Firmen für die Absicherung, die in Höchstgeschwindigkeit eine Lösung auf die Straße gebracht haben, die innerhalb kürzester Zeit die Befahrung mit Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen möglich macht. Nur mit Unterstützung der Polizei werden wir die Verkehrsführung gewährleisten können“

Und auch der LBV.SH-Direktor Torsten Conradt ist erfreut: „Wir sind froh, in Abstimmung mit der Polizei und dem Prüfingenieur eine schnelle und unbürokratische Lösung gefunden zu haben. In den kommenden Tagen streben wir an, den Verkehrsfluss Schritt für Schritt weiter zu verbessern.“

Holtenauer Prinz-Heinrich-Brücke ab Mittwoch früh für Pkw-Verkehr tagsüber frei

Nach tagelanger Vollsperrung für Kraftfahrzeuge wegen einer Havarie dürfen auf der beschädigten Holtenauer Prinz-Heinrich-Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal  ab Mittwoch früh (7. Dezember) wieder Pkw fahren. «Erste statische Berechnungen haben ergeben, dass ein Befahren der Brücke in beide Richtungen mit Fahrzeugen von einem Gewicht von unter 3,5 Tonnen möglich ist», sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute. Der Start sei ab Mittwoch, 6.00 Uhr, vorgesehen. Ab 21.00 Uhr soll der Pkw-Verkehr dann wieder ruhen, um die Baustellen und Umleitungshinweise weiter einzurichten. Busse und Lastwagen müssen vorerst weiterhin lange Umleitungen fahren. «Ich bin der Innenministerin sehr dankbar, dass sich die Polizei bereit erklärt hat, die Zufahrten zu kontrollieren, um nicht zugelassene Fahrzeuge rechtzeitig zu stoppen», so Madsen.  

Im Gespräch mit Journalisten sagte der Minister weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Nach den Worten von Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV.SH) gilt die Regelung vorerst nur für die 25 Jahre alte Prinz-Heinrich-Brücke. Die parallel verlaufende, stärker beschädigte 50 Jahre alte Olympiabrücke bleibt weiterhin für Kraftfahrzeuge gesperrt, Rettungs- und Polizeiwagen ausgenommen. Fußgänger und Radfahrer dürfen beide Brücken passieren. Ein Kran auf einem Schiff hatte am vergangenen Mittwoch beide Brücken beschädigt.

LBV.SH-Direktor Torsten Conradt sagte bei dem Pressegespräch:

Nach Frachter-Kollision: Madsen hofft auf rasche (positive) Signale der Brücken-Gutachter

Umwege, Staus und ungewisse Aussichten nach folgenschwerer Havarie: Die Kieler Hochbrücken als wichtige Verkehrsachsen über den Nord-Ostsee-Kanal bleiben für Autos vorerst tabu. Für eines der Bauwerke hofft Minister Madsen bald auf ein erstes positives Signal.

Minister Madsen im Hohlkörper der beschädigten Holtenauer Prinz-Heinrich-Brücke Fotos: Frank Molter

Autofahrer müssen auf dem Weg zwischen dem Kieler Norden und der Innenstadt mindestens noch mehrere Tage lange Umwege in Kauf nehmen. Die beiden Hochbrücken über den Nord-Ostsee-Kanal wurden von einem Kran auf einem Schiff beschädigt. Auch die bei der Havarie weniger in Mitleidenschaft gezogene Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bleibe vorerst für den Pkw-Verkehr gesperrt. Mitte nächster Woche seien Erkenntnisse zum Statikverlust als Entscheidungsgrundlage zu erwarten, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur heute bei einem Ortstermin in der Prinz-Heinrich-Brücke.

Foto: Frank Molter

Im Gespräch mit den Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken….

«Ich denke, dass es nicht so lange dauern wird, bis man zumindest stufenweise ein bisschen Verkehr laufen lassen kann.» Für Lastwagen und Busse sei das noch nicht abzusehen. Es solle stufenweise immer mehr ermöglicht werden, sagte Madsen. Mit großer Wahrscheinlichkeit müssten Autos zunächst langsamer fahren als sonst.

Madsen schaute sich mit Vertretern des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr im Inneren der 1996 fertiggestellten Brücke die Schäden an, die der 38 Meter hohe Kran am Mittwochmorgen verursacht hatte. Auch tragende Teile hätten etwas abbekommen, sagte er.

Durch die Wucht der Kollision deformiert: Einer der Querträger der Brücke

Noch schwerer beschädigt ist die parallel verlaufende, 50 Jahre alte Olympiabrücke. Dort werden voraussichtlich noch monatelang keine Pkw fahren dürfen. Radfahrer und Fußgänger dürfen seit Donnerstagmittag wieder die 42 Meter hohen und 518 Meter langen Brücken passieren. Besonders erleichtert sei er darüber, dass der Nord-Ostsee-Kanal als weltweit meistbefahrene künstliche Seewasserstraße wieder befahren werden kann, sagte Madsen.

Zehntausende Pendlerinnen und Pendler sind von den Brückensperrungen betroffen. Polizei- und Rettungsfahrzeuge dürfen in Notfällen passieren. Normalerweise läuft der Verkehr in Richtung Norden über die Olympiabrücke, während die Autos stadteinwärts über die jüngere Prinz-Heinrich-Brücke rollen. In deren Hohlraum nahm der Minister die Schäden an Längs- und Querträgern in Augenschein. Es gibt Verformungen und viele Risse an Schweißnähten. Zugleich untersuchten Experten von außen die Havariespuren an den Bauwerken.

«Wir hoffen, dass wir die Lage bald etwas entspannen können», sagte Madsen. Er verwies darauf, dass Tausende normalerweise täglich über die Brücken zur Arbeit fahren. «Umwege kosten Geld.» Für Busse und Lastwagen zeichnen sich Engpässe bis zum Sommer ab.

Madsen appelliert bei Glasfaser-Forum an den Bund: „Klassenprimus nicht abstrafen und abhängen“

Schleswig-Holstein hält beim Glasfaser-Ausbau seine bundesweite Spitzenposition: „Mit aktuell fast zwei Drittel anschlussfähiger Hausadressen erreichen wir das in unserer Breitbandstrategie festgelegte Ziel für dieses Jahr. Das verdanken wir unseren Förderprojekten und auch der zunehmend eigenwirtschaftlichen Realisierung von Glasfaserausbauprojekten“, sagte Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen heute (1. Dezember) vor 150 Gästen des 14. Glasfaserforums in Neumünster. „Ein toller Erfolg, den wir trotz der plötzlich ausbleibenden Bundesförderung im 4. Quartal dieses Jahres erreicht haben“, so der Minister.

Madsen mit BKZ.SH-Chef Lüneberg

Nach den aktuellen Daten des von den kommunalen Landesverbänden getragenen Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZSH) können inzwischen in Schleswig-Holstein 62 Prozent aller Hausadressen mit Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen[1] versorgt werden. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 26 Prozent. BKZSH-Geschäftsführer Johannes Lüneberg freute sich über die Zwischenzielerreichung und auch die hohe Take-up-Rate: „Von den heute mit Glasfaser erreichbaren Haushalten haben gut 72 Prozent bereits einen Anschluss gebucht. Die Nachfrage ist also hoch und wir freuen uns über 45 Prozent angeschlossener Haushalte in Schleswig-Holstein.“

Wie der Minister weiter erläuterte, habe sich Schleswig-Holstein als erstes Bundesland ein klares Infrastrukturziel gesetzt: den weitgehend flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser bis 2025. „Wir setzen damit auf die einzig zukunftssichere Infrastruktur“, so Madsen. „Und wir haben mit der Weiße-Flecken-Förderung die breite Basis geschaffen, um den Glasfaserausbau im Land weit voran zu bringen. Die anstehenden Graue-Flecken-Fördergebiete schaffen einen weiteren Lückenschluss, der eng verzahnt mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau von grauen und schwarzen Flecken erfolgen wird.“

Weiße Flecken gelten als besonders unterversorgt, weil kein Anbieter eine Internetversorgung mit einer Bandbreite von mindestens 30 Mbit/s anbieten kann. Bei den Grauen Flecken handelt es sich um Gebiete, in denen nur ein Internetzugang mit mindestens 100 Mbit/s im Download verfügbar ist, aber kein Gigabit-Anschluss. Für beide ist eine Förderung des Gigabitausbaus mit öffentlichen Mitteln möglich. In schwarzen Flecken gibt es sogar mehr als einen Breitbandanbieter – ein Ausbau mit Glasfaser kann in solchen Regionen nicht öffentlich gefördert werden.

Hier ein Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs

Die flankierenden Landesmittel stünden laut Madsen in ausreichender Höhe zur Verfügung, es mangele aktuell jedoch an Bundesmitteln und an einer Perspektive für die Förderpraxis durch den Bund. Der unerwartete Antragsstopp im Oktober 2022 habe die Verantwortlichen in Kommunen und Zweckverbänden aufhorchen lassen. Madsen: „Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, dass die Bundesförderung ab 2023 wieder in einem geregelten Verfahren und verlässlich auch nach Schleswig-Holstein fließt.“ Überlegungen des Bundes, Fördermittel zu priorisieren und überwiegend in „weiße Flecken“ zu steuern, erteilte er eine klare Absage. „Es kann nicht sein, dass wir – die als erstes gestartet sind und absoluter Vorreiter im Glasfaserausbau sind – nun für unseren Mut und die guten Entscheidungen der Vergangenheit bestraft werden.“

Deutlich stärker als in der Vergangenheit setzt das Land inzwischen aber auch auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen, wo dieser auch ohne Förderung rentabel ist. Insbesondere in Städten wie etwa Kiel habe sich laut Madsen inzwischen ein Wettbewerb um die Kunden entwickelt, der zu erheblichen Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur führe. „Mit der Förderung sind wir weitestgehend durch – die Vorbereitungen für die letzten Anträge der Graue-Flecken-Förderung sind gestartet.“ Nun gelte es, das Potenzial des eigenwirtschaftlichen Ausbaus zu fördern – bestenfalls im Verbund mit Insellagen, die im Rahmen der Förderung nicht mit erschlossen wurden.

Mit Blick auf die aktuell noch nicht mit Glasfaser erschlossenen Haushalte, die sich überwiegend in Städten befinden, sagte Madsen: „Wir sehen zunehmend Aktivitäten der privatwirtschaftlich agierenden Telekommunikationsunternehmen, die eigenwirtschaftlich und wettbewerblich in den Städten aktiv werden. Dieses Engagement der Privatwirtschaft begrüßen wir ausdrücklich! Wir begleiten den Ausbau eng und setzen darauf, dass die knappen Ausbauressourcen klug gesteuert werden und Überbau von Bestandsinfrastrukturen vermieden wird. Denn Überbau bindet knappe Planungs- und Baukapazitäten in Gemeinden, die schon mit Glasfaser erschlossen sind, während andernorts die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen noch auf einen Glasfaseranschluss warten. Das ist für die Landespolitik ein schwer erträglicher Missstand.“


[1] Fiber to the Building/FTTB bzw. Fiber to the Home/FTTH

Carsten Behnk wird der „Kümmerer“ für die Belt-Baustellen im Kreis Ostholstein

Verkehrsminister Madsen gratuliert Behnk zum neuen Amt

Für die Arbeiten am Fehmarnsund und die Baustellen zur Anbindung des Fehmarnbelttunnels gibt es jetzt einen zentralen Ansprechpartner. Die Aufgabe übernimmt der Unternehmens- und Kommunalberater Carsten Behnk (55), als Ex-Bürgermeister der ostholsteinischen Kreisstadt Eutin bestens mit der Region vertraut. Bei seiner heutigen Vorstellung titulierte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen Behnk als idealen Mediator für die Baustellen. Damit werde eine Forderung aus der Region erfüllt.

«Carsten Behnk wird den Menschen in Ostholstein vor allem für ihre Sorgen und Fragen rund um den Ausbau der Schienenverbindung zwischen Lübeck und Puttgarden, dem vierspurigen Ausbau der B207 sowie dem anstehenden Neubau der 380-Kilovolt-Stromtrasse des Energienetz-Betreibers Tennet zur Verfügung stehen», erläuterte Madsen.

Hier ein Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs

Behnk wird sich angesichts zahlreicher Baustellen – Straße, Schiene, Stromtrasse – um viele Probleme kümmern müssen: So sorgen sich Betriebe um bestelltes Material und Bürger angesichts von Verkehrsbeschränkungen darum, ob Feuerwehr und Notärzte rechtzeitig kommen. «Das wird eine große Herausforderung», sagte Behnk. Es gehe um mehrere Mammutprojekte bis an die Lübecker Stadtgrenze heran.

Madsen war es wichtig, alle wichtigen Akteure im Boot zu haben. Das Land steuert zur Koordinierungsstelle jährlich 30 000 Euro bei und stellt Software bereit. Auch die Deutsche Bahn, Tennet und die Planungsgesellschaft Deges sind jeweils mit 30 000 Euro dabei, das Fehrmarnbelt-Dialoforum mit 5000 Euro. Der Kreis stellt das Büro.

Neben der laufenden Sanierung der Fehmarnsundbrücke steht 2023 der Beginn des vierstreifigen Ausbaus der B207 an der Anschlussstelle Puttgarden an. Der 18 Kilometer lange Straßen-und Eisenbahntunnel unter dem Fehmarnbelt soll 2029 fertig sein. Umweltschützer kritisieren das Vorhaben wegen hoher Kosten und befürchteter Schäden an der Umwelt. Der Tunnel wird von Dänemark gebaut. Deutschland ist nur für die Hinterlandanbindung auf seinem Territorium zuständig.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus