Buchholz bei Wasserstoff-Konferenz: „Wir haben das Zeug, Vorreiter in Europa zu werden“

Buchholz bei der Podiumsdiskussion in Husum / Fotos: Konitzki

Beim Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoff-Wirtschaft sehen sich die drei norddeutschen Bundesländer zusammen mit Hamburg und Bremen klar in einer europaweiten Vorreiterrolle: «Nachdem wir uns bereits 2019 auf eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie verständigt haben, sind im Norden inzwischen zahlreiche Projekte am Start, die das enorme industrielle Potenzial dieser Branche heben werden», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute zur Eröffnung der mittlerweile 4. Fachkonferenz „Watt 2.0“ im Vorfeld der Traditionsmesse „Husum Wind“.

Der aus reinem Windstrom in so genannten Elektrolyseuren gewonnene Wasserstoff spiele bei der Weiterentwicklung und Vollendung der Energiewende eine zentrale Rolle: «Er ist klimaneutral, speicherbar und kann mit Kohlenstoff aus Erneuerbaren Energien Basis für zahlreiche klimaneutrale Kraftstoffe sein», so Buchholz. Damit sei er nicht nur ein Schlüssel zur Einhaltung der Energie- und Klimaziele, sondern auch ein Königsweg beim Ausstieg aus Kohle und Gas in der Wirtschaft und im Verkehrssektor. Und Schleswig-Holstein habe zusammen mit seinen norddeutschen Nachbarn alles, was diese Technologie marktfähig machen könne: «Wir haben unendlich viel Wind und damit das Erzeugerpotenzial, wir haben unter anderem in Heide, Geesthacht oder auf Helgoland die Anwendungsstandorte – und verfügen über eine leistungsstarke Forschungslandschaft auf diesem Feld», so Buchholz.  

Auch Umweltminister Jan Philipp Albrecht sowie Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann oder Mecklenburgs Wirtschaftsminister Christian Pegel machten deutlich, dass der Norden dank seiner Lage neben anderen Erneuerbaren Energien für die Wasserstoffwirtschaft prädestiniert sei: «Der Wasserstoff, den wir aus unseren On- und Offshore-Windenergieanlagen gewinnen können, kann eines Tages beispielsweise für klimafreundliche Treibstoffe für Flugzeuge oder den Schwerlastverkehr verwendet werden. Oder er wird in Gasnetze eingespeist, um fossiles Erdgas zu ersetzen und die entstehende Abwärme wird genutzt», sagte Albrecht.

Buchholz und Albrecht sagten bei der Konferenz weiter – Video starten

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, an der auch Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Voigt und Niedersachsens Wirtschafts-Staatssekretär Berend Lindner teilnahmen, erinnerten die Politiker auch an den schwierigen Kampf gegen die EEG-Umlage, durch die die Gewinnung von Wasserstoff aus Strom und Wasser (Elektrolyse) bislang unwirtschaftlich ist. So sehe eine Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) künftig zwei Ausnahmen für die Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse vor.

Als große Stärke des Nordens bezeichnete Buchholz neben den hohen Erzeugungskapazitäten für On- und Offshore-Windstrom unterirdische Formationen zur Speicherung von Wasserstoff  – etwa in Salzkavernen. Hinzu kämen gut ausgestattete Seehäfen, die künftig eine wesentliche Rolle bei Import und Verteilung von Wasserstoff und synthetischen Energieträgern spielen können.

Mit Blick auf den Verkehrssektor und die heutige feierliche Eröffnung der vierten Wasserstoff-Tankstelle in Schleswig-Holstein durch das Energieunternehmen GP JOULE GmbH in Husum sagte Buchholz: «In Bezug auf alternative Antriebe wird häufig ein scheinbares Dilemma aufgemacht: Ohne Tankstellen-Infrastruktur keine Wasserstoff-Autos und umgekehrt. Dabei haben wir hier kein Henne-Ei-Problem: Das Telefon wurde auch nicht erst erfunden, als es flächendeckende Telefonanschlüsse gab. Das E-Auto wurde nicht erst verkauft, als überall E-Ladesäulen standen», so der Minister.  Und genauso wenig könne man das ganze Land mit Wasserstoff-Tankstellen zupflastern, bevor man genau wisse, ob Wasserstoff-Autos massentauglich seien. Buchholz: «Dass wir Tankstellen brauchen ist klar. Aber wir brauchen auch mutige Unternehmen, die ihre Wasserstoff-Autos auf den Markt bringen und die Technologie testen. Denn eine Technologie wird sich erst dann richtig durchsetzen, wenn sie alltagstauglich ist. Deswegen: Seien Sie weiter mutig und gehen Sie voran.»

Unterdessen bündelt das Land Schleswig-Holstein seine Forschung zum Thema Wasserstoff: Am1. Oktober nimmt das Landes-Kompetenzzentrum Wasserstoffforschung (HY.SH) seine Arbeit auf – unter dem Dach der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH). «Schleswig-Holstein setzt damit ein weiteres deutliches Signal als Energiewendeland Nr. 1 und unterstreicht sichtbar seinen Platz in der europäischen Forschungsszene», sagte  Wissenschafts-Staatssekretär Oliver Grundei. Das HY.SH binde die Fachkompetenzen der Hochschulen und Forschungsinstitute des Landes zusammen. Es soll unter anderem die forschenden Einrichtungen des Landes bei der Projektakquise und dem Finden von Projektpartnern unterstützen. Die Leitung des neuen Kompetenzzentrums HY.-SH übernimmt Prof. Michael Berger, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für die Transformation des Energiesystems an der Fachhochschule Westküste in Heide/Holstein.

EKSH, die Hochschulen und der Energieforschungsverbund des Landes, das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH) haben in Zusammenarbeit mit den Fachministerien das Konzept für das neue Kompetenzzentrum HY.SH erarbeitet. Zu den Zielen des neuen Kompetenzzentrums gehören:

  • die forschenden Einrichtungen des Landes bei der Projektakquise, dem Finden von Projektpartnern und mit Fördermitteln zu unterstützen sowie ihnen den Zugang zu nationalen und internationalen Netzwerken und den dort verfügbaren Informationen zu erleichtern,
  • alle wesentlichen Fachentscheidungen und -positionen zum Thema Wasserstoff und zur Energiewende im Land schnell und zuverlässig zu unterfüttern und die Interessen des Landes und seiner Wissenschaftsgemeinde in den relevanten Fachgremien und Organisationen wahrzunehmen sowie
  • bei den Energiewendethemen zu einer integrierten Umwelt-, Wirtschafts-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie zu gemeinsamen Strategien und Maßnahmen zu gelangen.

Alle Kraft auf fünf Wachstumsbranchen – so will Buchholz die Ansiedlungen im Land vorantreiben

Gezielte Akquise statt Anwerbung per Schrotschuss-Prinzip: Um beim Wirtschaftswachstum wieder Boden zurückzugewinnen, der Schleswig-Holstein trotz Wachstum seit der Wiedervereinigung verloren gegangen ist, hat die Landesregierung eine umfassende Ansiedlungsstrategie vorgelegt. Erstmals sollen sich Wirtschaftsförderer auf fünf Wachstumsbranchen fokussieren.

„Es besteht Handlungsbedarf“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) den Lübecker Nachrichten (Sonntagausgabe). Die Wirtschaftskraft Schleswig-Holsteins liege im bundesweiten Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Nur 15 Prozent der Bruttowertschöpfung würden hier in der Industrie erzeugt. Bei internationalen Ansiedlungen liege Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich der Jahre 2012 bis 2020 an drittletzter Stelle. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze nehme das Land sogar den letzten Platz ein. 99 Prozent der 123 000 Betriebe hier seien kleine und mittlere Betriebe (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten.

Buchholz am letzten Mittwoch bei der Verleihung des Existenzgründerpreises der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft

Zwischen 1990 und 2018 sei der Anteil Schleswig-Holsteins am Bruttoinlandsprodukt Deutschlands von 3,2 Prozent auf 2,8 Prozent gesunken, während etwa Bayern und Baden-Württemberg enorm zugelegt hätten. Vor allem industrielle Arbeitsplätze fehlten, sagte der Minister den LN. Wenn Schleswig-Holstein seine Wirtschaftskraft verbessern und die strukturellen Defizite überwinden wolle, müsse das Land sich um Unternehmensansiedlungen bemühen und sie gezielt fördern.

Um die Ansiedlungsstrategie auf eine fundierte Basis zu stellen, hat die Landesregierung das Frankfurter Institut OCO Global mit einer Analyse beauftragt. „Wir haben uns angeguckt, wo liegen unsere Stärken? Welche Branchen haben Rückenwind, welche nicht?“, sagt Buchholz. Das OCO-Gutachten hat fünf sogenannte Fokusbranchen definiert: Medizin- und Gesundheitswirtschaft, digitale Wirtschaft, Maschinenbau und Elektronik, Ernährungsindustrie und erneuerbare Energien. Für diese Fokusbranchen will das Land eine „proaktive Akquise“ verfolgen, also nicht nur abwarten, sondern verstärkt um Ansiedlungen werben.

Im Gespräch mit Karsten von Borstel von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel sagte Buchholz weiter – Video starten

Für die Region Lübeck sieht Buchholz vor allem den Ausbau der bereits starken Branchen Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft sowie der Ernährungswirtschaft als besonders erfolgversprechend an. „Die hochinteressante Achse Hamburg–Lübeck–Oldenburg bringt alle Voraussetzungen für eine starke Entwicklung mit.“ Diese Achse wolle man weiter ausbauen, so der Minister in den LN. Durch den Bau der festen Fehmarnbelt-Querung werde diese Achse auch international enorm an Bedeutung gewinnen.

Es gebe entlang der Achse „Leuchtturmbetriebe“ wie Dräger in Lübeck, Eppendorf in Oldenburg und viele andere. Durch die Medizinische Universität Lübeck und das UKSH habe man hier aber auch „Forschung von Weltrang“. Dazu komme eine dynamische Start-up-Szene, die etwa durch Gateway 49 aktiv gefördert werde. Durch diese drei Faktoren habe man in der Region Lübeck schon jetzt einen starken Kern – das könne andere Firmen anlocken.

Medizintechnik, Gesundheitswirtschaft und Ernährungswirtschaft seien starke Wachstumsmärkte und hätten auch Schnittmengen, etwa wenn es um das Thema personalisierte Ernährung und ihren Einfluss auf die Gesundheit gehe. „Wir haben Firmen wie Brüggen und viele andere, und beim Ernährungscluster Foodregio läuft das alles zusammen“, sagt Buchholz. „Wir sind hier für Life Science ein hochinteressanter Standort, viele Unternehmen aus anderen Regionen merken: Da tut sich etwas.“ Was noch fehlt, sind genügend Gewerbegebiete in den stark nachgefragten Lagen um Hamburg, Kiel und Lübeck.

Hier die gesamte Ansiedlungsstrategie:

Buchholz: Corona-Verordnung garantiert die weitgehende Rückkehr zur Normalität

Nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie lockert die schleswig-holsteinische Landesregierung erneut die Zügel und gibt den Menschen ab Ende September einen Großteil ihrer Rechte und Freiheiten zurück.

Nach einem Stufenplan soll dann für Geimpfte, Genesene und Getestete (so genannte 3-G-Regel) weitgehend die Maskenpflicht entfallen – vor allem aber der Besuch von Lokalen und Veranstaltungen wieder ohne aufwändige Kontrollen und Beschränkungen möglich sein. Für Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten.

Auf der A 215 geht’s heiß her – Nach fast 50 Jahren erste grundlegende Sanierung der Fahrbahn

Ali Mojtahedi, Projektleiter der Autobahn GmbH, erläutert Verkehrsminister Buchholz bei Blumenthal den Einbau des so genannten Kompakt-Asphalts

Dampfender Asphalt, gleißende Sonne, lange Lkw-Schlangen mit Mischgut und Bindermaterial – dazu eine monströse Planiermaschine von 12 Metern Breite: Auf der A 215 zwischen Bordesholm und Blumenthal bei Kiel geht es es seit Tagen zu wie in einem Wimmelbuch. Noch bis Oktober wird die Autobahn GmbH des Bundes hier auf acht Kilometern Länge in Richtung Süden die Autobahn grundlegend sanieren.

Verkehrsminister Bernd Buchholz stattete den Bau-Teams heute einen Blitzbesuch ab und ließ sich unter anderem von Projektleiter Ali Mojtahedi die Funktionsweise des so genannten Kompaktasphalts erläutern. Anschließend sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten…

Während in Fahrtrichtung Süden für rund 13 Millionen Euro gut acht Kilometer saniert werden, steht im kommenden Jahr die Gegenrichtung mit einer Länge von gut zehn Kilometer auf dem Programm. Umgesetzt wird das Vorhaben von einer Arbeitsgemeinschaft der drei Baufirmen Kemna, Eurovia und Strabag. Das Material stammt aus den nahe gelegenen Mischwerken in Mühbrook, Lentföhrden und Poyenberg bei Nortorf. Buchholz erinnerte die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer daran, dass in den kommenden Wochen noch mit erheblichem Lkw-Verkehr in der Region zu rechnen sei.

Insgesamt werden im ersten Bauabschnitt rund 100.000 Quadratmeter Asphalt neu aufgetragen. Und zwar in einer Stärke von insgesamt zwölf Zentimetern.

Buchholz bei bei LN-Gründerwettbewerb: Wir kommen mit Schwung aus dem Pandemie-Tal

Schon durch den Konjunkturbericht für das zweite Quartal dieses Jahres blinzelte die Sonne. Denn: Die Stimmung der Unternehmen in Schleswig-Holstein hat sich deutlich verbessert. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammern im Land etwa machte einen Sprung von 100,4 auf 111,5 Punkte und liegt damit wieder klar über dem langjährigen Durchschnitt.

Und die ersten Wochen des dritten Quartals starten noch verheißungsvoller. Das machte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz gestern Abend beim Existenzgründerwettbewerb der „Lübecker Nachrichten“ und der Lübecker Wirtschaft im Gespräch mit LN-Redakteur Lars Fetköter deutlich – Video starten.

Gute Gründe also, sich selbständig zu machen und eine vielleicht lang gehegte Geschäftsidee endlich in die Tat umzusetzen. Die Winde stehen günstig. Und wer sich mutige Gründerinnen und Gründer einmal live ansehen will, dem sei dringend der gesamte Blick auf die gestrige LN-Veranstaltung empfohlen. Großartige Veranstaltung – zur dringenden Nachahmung für alle Regionalverlage empfohlen.  Zum aufgezeichneten Livestream der „Lübecker Nachrichten“ gehts hier

Buchholz bei „Meer.Innovation“: Bergung von Munition ist eine zwingende nationale Aufgabe

In den Weltmeeren rosten gewaltige Mengen alter Munition vor sich hin. Allein in Nord- und Ostsee werden 1,6 Millionen Tonnen vermutet. Experten beraten bei der internationalen Konferenz «Kiel Munition Clearance Week 2021» über die Bergung der für Mensch und Natur gefährlichen Stoffe. Bietet das Thema für den Norden eine Chance?

Zur Stunde diskutieren in der Kieler Hermann-Ehlers-Akademie Experten mit Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz über Auswege aus dem Öko-Dilemma, das aus seiner Sicht technologisch auch eine Chance bietet. Mit auf dem Podium bei Moderatorin Nele Dageförde von der TransMarTech GmbH: Prof. Dr. Jens Greinert (GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung), Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach (Inspekteur der Marine), Jann Wendt, Gründer der auf Munitions-Kartierung spezialisierten Egeos GmbH.

Hier der aufgezeichnete Live-Stream der Veranstaltung:

Nach Einschätzung von Buchholz sind allein für den Start in die industrielle Bergung der Munition seien etwa 100 Millionen Euro notwendig. «Unsere Vision ist es, die Weltmeere bis 2100 frei von Munitionsaltlasten zu bekommen», sagt Egeos-Chef und Gründer des internationalen Munitionskatasters „Ammunition Cadastre Sea“, Jann Wendt.

Geomar-Wissenschaftler forschen bereits seit Jahren zu verschiedenen Aspekten. Das Institut werde seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Aufspüren von Munition und zur Entwicklung von Lösungen für die Überwachung und Räumung fortsetzen, sagt Geomar-Direktorin Katja Matthes. Voraussichtlich noch 2021 sollen drei weitere Projekte starten. «Hierbei geht es neben technologischen Entwicklungen zur Sprengstoffdetektion im Wasser und einer durch künstliche Intelligenz unterstützen Einschätzung des Risikos durch individuelle Munitionsobjekte insbesondere um die ökologischen Auswirkungen von Munition im Meer», sagte Geomar-Experte Jens Greinert. Alle relevanten deutschen Forschungseinrichtungen zögen bezüglich der ökologischen Auswirkungen an einem Strang.

In deutschen Teilen von Nord- und Ostsee liegen nach Regierungsangaben in 71 belasteten Gebieten insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition. Hinzu kommen etwa 5000 Tonnen chemischer Munition aus beiden Weltkriegen. Insgesamt sollen es in deutschen, dänischen, schwedischen, norwegischen und lettischen Gewässern 320 000 Tonnen sein.

Im April hatte die Umweltministerkonferenz laut Kieler Umweltministerium einem Antrag des Landes zugestimmt, den Monitoringbericht zu einer Handlungsempfehlung auszuweiten und somit den Weg für den Einstieg in die Bergung zu bereiten. Gefragt ist auch die Industrie. Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat bereits Pläne für eine industrielle Bergung von Munitionsaltlasten. Die Industrie- und Handelskammer geht allein für Schleswig-Holstein von Investitionen in mehrstelliger Milliardenhöhe aus, sieht aber auch Möglichkeiten für den Export von Technologien. «Kiel hat als Standort der maritimen Industrie und Meeresforschung die Chance, einen neuen Wirtschaftszweig zu etablieren und Schleswig-Holstein in den internationalen Fokus zu rücken», sagte IHK-Präsidentin Friederike Kühn.

Buchholz verweist auf die besondere Lage seines Landes zwischen zwei betroffenen Meeren. Das Problem mache nicht an den deutschen Grenzen halt. Es sei ein weltweites Problem. Die Forschung müsse weiter laufen, um das Bewusstsein für die Situation zu schärfen. Die Industrie sei gefordert, die Technik für große Bergungseinsätze bereitzustellen.

Land schliesst ergänzendes Verfahren zu neu entdeckten Riffen im Fehmarnbelt ab

Zehn Monate nach Abweisung sämtlicher Klagen gegen den Bau des Fehmarnbelttunnels durch das Bundesverwaltungsgericht hat das Land einen Planänderungsbeschluss für das Projekt erlassen. Darin werden bislang unentdeckte und geschützte Riffstrukturen in der Nähe der künftigen Tunneltrasse berücksichtigt. Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute (7. September) dem Landeskabinett berichtete, wurde die Befreiung von den Verboten des gesetzlichen Biotopschutzes für zusätzliche Riffflächen erteilt. Zum Ausgleich werden neue Riffstrukturen angelegt. „Damit haben wir alle Hausaufgaben erledigt, die uns das Gesetz und letztlich auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auferlegt hat“, sagte Buchholz. 

Bei den im letzten Jahr entdeckten Biotopen handelt es sich um drei Riffflächen im Einflussbereich des Tunnels. Die erste Fläche liegt zwei Kilometer nordöstlich des Fährhafens Puttgarden, westlich der Tunneltrasse, die zweite beginnt 300 Meter östlich vom Fährhafen und erstreckt sich entlang der gesamten Ostküste Fehmarns. Die dritte Rifffläche liegt etwa 1,6 Kilometer nordöstlich des Fährhafens. Die geplanten Kompensationsmaßnahmen grenzen unmittelbar nördlich an das FFH-Gebiet „Sagas-Bank“ und erstrecken sich über insgesamt 17,5 Hektar.

Wirtschaftsminister Buchholz erinnerte daran, dass seit vergangenem Jahr auf dänischer Seite bereits am Tunnel gebaut werde. Er sei zuversichtlich, auch auf deutscher Seite noch in diesem Jahr den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten im Bereich der Riffflächen geben zu können.

Der rund 20 Kilometer lange Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und dem dänischen Rødby kostet rund 7,2 Milliarden Euro und wird allein von Dänemark finanziert. Der Tunnel selbst ist ein sogenannter Absenktunnel und wird aus 79 Standard-Elementen von je 217 Metern Länge und 10 Spezialelementen von je 47 Metern Länge zusammengesetzt.

Buchholz: Künftige Hilfsprogramme straffen und bei der Finanzverwaltung andocken

Buchholz und IB.SH-Chef Westermann-Lammers

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind im Norden fast zwei Milliarden Euro Wirtschaftshilfen von Bund und Land gezahlt worden. «Wir wollen Unternehmen in Schleswig-Holstein zielgerichtet und wirkungsvoll durch die Corona-Krise helfen», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz  heute im Rahmen der Halbjahres-Pressekonferent der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH). Die aktuell im Vergleich zu 2019 geringere Zahl der Insolvenzen sei aber Beleg, «dass wir das eine oder andere Unternehmen mit durch diese Phase nehmen, obwohl es möglicherweise unter normalen Marktgegebenheiten schon aus dem Markt ausgeschieden wäre».

Für eine gesunde Wirtschaftsstruktur müssten die Hilfen endlich sein, sagte Buchholz. Es müsse wieder der Normalzustand erreicht werden. «Ansonsten laufen wir Gefahr, im Markt Verzerrungen zu erzeugen.» Zudem appellierte Buchholz an die künftige Bundesregierung, mögliche künftige Hilfsprogramme für Pandemien deutlich zu straffen und bei der Finanzverwaltung anzudocken.

Weiter sagte Buchholz dazu – Audio starten

Die klassischen Fördermittel der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), unabhängig von der Pandemie, beliefen sich im ersten Halbjahr auf 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr 1,3 Milliarden Euro). Rund 116 Millionen Euro gingen beispielsweise in den Ausbau von Schulen oder Kindertagesbetreuung, 441 Millionen Euro in Breitbandausbau oder Wasserwirtschaft. Im Immobilienbereich betrug das Fördervolumen 515 Millionen Euro. Für den Mittelstand wurden gut 229 Millionen Euro bereitgestellt. «An der Nachfrage nach unseren originären Förderprogrammen merken wir, dass viele gerade jetzt eine gute Basis für die Entwicklung nach der Pandemie schaffen», sagte der IB.SH-Vorsitzende Erk Westermann-Lammers.

Nach Tourismus-Halbjahresbilanz: ab 18.05 Uhr gehts auf der „Welle Nord“ erneut „zur Sache“

Am Donnerstag präsentierten Tourismusminister Buchholz und die Chefin unserer Tourismusagentur TA.SH, Bettina Bunge, die Halbjahresergebnisse 2021. Fazit: Obwohl das Beherbergungsgewerbe an nur 6 von 26 Wochen öffnen konnte, hat Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr ein gutes Ergebnis erreicht: Mit 8,78 Millionen Übernachtungen – das ist ein Rückgang von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – landet der echte Norden im Ranking der Bundesländer erstmals auf Rang 3.Heute Abend ab 18.05 Uhr wird die „Welle Nord“ des NDR noch einmal vertieft in das Thema einsteigen. Zu Gast bei Moderator Pascal Hillgruber werden nach NDR-Angaben sein:

  • Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein
  • Prof. Anja Wollesen vom Deutschen Institut für Tourismusforschung an der FH Westküste und
  • Thomas Liedl, Direktor des Maritim Hotels in Travemünde

Wer sich noch einmal ein paar Zahlen, Daten, Fakten sowie Einschätzungen ansehen und anhören möchte – hier unsere Pressekonferenz von Donnerstag im Livestream, Video starten

Buchholz: Disko-Projekt macht Mut zu mehr…

Keine Frage: es war aufwändig und für die teilnehmenden Betriebe auch defizitär, aber unterm Strich dennoch ein Gewinn. Denn das bundesweit erste Modell-Projekt für den Betrieb von Diskotheken unter Pandemiebedingen hat vor allem eines gezeigt: Ausgelassenes Feiern und Tanzen ohne Abstand sind – richtig organisiert – keine Corona-Infektionstreiber. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“, die den Gastronomen Mut machen sollte. Video starten

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus