Land stellt Weichen für WT.SH-Spitze: Hinrich Habeck folgt ab März’22 auf Bernd Bösche

Life-Science-Nord-Geschäftsführer Hinrich Habeck (rechts) löst ab März kommenden Jahres Bernd Bösche an der Spitze der WT.SH ab

Der langjährige Geschäftsführer des von Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsam betriebenen Branchennetzwerks „Life Science Nord“, Dr. Hinrich Habeck, wird zum 1. März kommenden Jahres Geschäftsführer der „Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer Schleswig-Holstein“ (WT.SH). Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz mitteilte, werde Habeck den jetzigen WT.SH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche ablösen, der zum 1. März 2022 in den Ruhestand tritt.

„Es freut mich sehr, dass wir mit Hinrich Habeck einen überaus erfolgreichen Cluster-Manager und profunden Kenner der Wirtschaftsszene für diese Position gewinnen konnten“, sagte Buchholz. Mit dieser von der Landesregierung getroffenen Personalentscheidung sei sichergestellt, dass die unter Bösche vorangetriebene gute Entwicklung der Wirtschaftsförderung im Land dynamisch fortgesetzt werde. Auch WT.SH-Aufsichtsratschef Dr. Thilo Rohlfs zeigte sich begeistert: „Mit Hinrich Habeck haben wir jemanden gewonnen, der neben dem Ansiedlungsgeschäft die Themen Innovation und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen engagiert vorantreiben wird.“

Habeck studierte in Freiburg im Breisgau und in Tübingen Biologie und Philosophie und promovierte über ein entwicklungsbiologisches Thema. Von 1998 bis 2004 arbeitete er in der Forschungsabteilung des Biotech-Unternehmens Exelixis. Anschließend wechselte er als Produktmanager zu Greiner Bio-One, wo er für die Entwicklung und Vermarktung diagnostischer Microarrays verantwortlich war. Von 2006 bis 2012 war Habeck für die „IP Asset Management Agentur Ascenion“ in Hamburg tätig und ist seit 2012 Geschäftsführer der Life Science Nord Management GmbH. Zu dem Netzwerk für Medizintechnik, Biotechnologie und Pharma gehören rund 500 Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Habeck ist 49 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Preetz im Kreis Plön

Buchholz an alle Schul-Absolventen: „Schlau machen und Ausbildung JETZT anpacken“

Noch eine Woche bis zu den Sommerferien! Wer dann sein Abschluss-Zeugnis in der Hand hält und immer noch ohne Ausbildungsplatz dasteht, der sollte nach Ansicht von Arbeitsminister Bernd Buchholz rasch aus dem Quark kommen.

Denn: Es ist noch nicht zu spät, landesweit gibt es aktuell noch knapp 9.000 unbesetzte Ausbildungsstellen. Neben den Angeboten der Agentur für Arbeit inserieren viele Betriebe auch auf anderen Portalen freie Ausbildungsstellen – etwa auf den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern. Unser „Appell der Woche“ – Video starten Buchholz erinnerte zudem an die Landeskampagne bleiboben, mit der um Jugendliche für eine Ausbildung im echten Norden geworden wird.

Ideenwettbewerb: So könnte die Mobilität der Zukunft in der Lübecker Bucht aussehen

Wie sieht nach Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels in einigen Jahren ein moderner und innovativer Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in der Lübecker Bucht aus? Zu dieser Fragestellung hatte im letzten Jahr Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz gemeinsam mit dem Verkehrsverbund NAH.SH einen Ideenwettbewerb ausgelobt. Nachdem seit Mittwoch im Seehotel Maritim in Timmendorfer Strand insgesamt sieben Bewerbergruppen ihre Konzepte einer großen Fach-Jury präsentierten, stehen seit heute die besten Ideen und damit die Preisträger fest:

Buchholz, Thomas König von der Siegerfirma Tricon sowie Sebastian Lopitz vom Lübecker Büro BCS, ganz rechts: NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck

Die ersten beiden Preise in Höhe von je 7.000 Euro teilen sich das Planungsbüro TRICON Design (Baden-Württemberg) mit der Idee einer komfortablen Busbahn ohne Trasse („TIMM“) sowie das Lübecker Planungsbüro BCS Stadt + Region mit einem sowohl als Straßenbahn wie auch auf Bahnstrecken einsetzbaren „TramTrain“ („Lübecker-Bucht-Bahn“).

Den dritten Rang – 4000 Euro – sicherte sich das Hamburger Planungsbüro Regiomaris – unter anderem mit der Konzeption eines Zwei-System-Fahrzeugs. Das heißt: Eisenbahn und Straßenbahn in einem.

Den vierten Preis – 3000 Euro – erhielt die Hamburger Bewerbergruppe „Ioki“ für einen „Ideenzug“ zwischen Hamburg und Ratekau sowie ein elektrisch betriebenes Lufttaxi, ein sogenannter Volocopter. Zudem schlagen sie für die Strecke zwischen Ratekau und dem Bahnhof Timmendorfer Strand einen autonomen Linienbus vor.

Den fünften Platz – 2000 Euro – erhielt aus den Händen von Verkehrsminister Buchholz das Berliner „team red“ für den Vorschlag, die bisherige Bädertrasse mit neuen Fahrzeugen wiederzubeleben.

Sämtliche Konzepte sind spätestens ab Freitag (11. Juni) unter www.timmendorf-innovativ.de nachzulesen.

„Ich bin begeistert über die Resonanz – und von den Konzepten, die aus meiner Sicht zeigen, wie sehr sich die immer wieder aufgerufene Diskussion über eine reine Wiederbelebung der alten Bäderbahn überholt hat“, sagte Buchholz. Die zahlreichen Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger beim digitalen Beteiligungsprozess hätten zudem gezeigt, dass eine kluge Anbindung – insbesondere für die Menschen in der Region – eine Herzensangelegenheit sei. Gleichzeitig belegten die Konzepte nach den Worten des Ministers, dass die Lübecker Bucht im Nahverkehr zum Vorbild für andere Regionen in Deutschland werden könne.

Weiter sagte Buchholz – Audio starten (Pfeil klicken)

An dem Wettbewerb nahmen fünf Planungsbüros aus dem gesamten Bundesgebiet und auch zwei Studierendengruppen der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein teil. Die Studierendengruppen erhielten zusammen 5.000 Euro Preisgeld.

Sowohl Buchholz als auch NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck hoben hervor, dass alle Konzepte Anregungen für den weiteren Planungsprozess lieferten. Insbesondere die „außergewöhnlichen“ Ansätze in den Vorschlägen der beiden Studierendengruppen der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein würden den Planungsprozess ungemein bereichern. „Schleswig-Holstern zeigt damit einmal mehr, dass unsere Nahverkehrslösungen zu den Besten in ganz Deutschland gehören und wir uns ständig um Innovation und Verbesserungen bemühen“, sagte Beck.

Auch die Konzepte der Studierenden fanden große Beachtung und viel Beifall: Die eine Gruppe hatte vorgeschlagen, den Nahverkehr über eine Kombination aus kleinen und großen Katamaranen mit Wasserstoff-Antrieb sowie einer innovativen Schwebebahn in der Lübecker Bucht zu organisieren. Die andere Gruppe entwarf ein modulares Konzept für einen so genannten „Hover-, Cable und Street-Coaster“. Dabei wird ein Fahrzeug sowohl für Straße als auch für eine Seilbahn und einen Zug genutzt. Sämtliche Konzepte setzen auf umweltschonende Antriebe und für die Nutzer komfortable Buchungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Handy-Apps.

An beiden Tagen des öffentlichen Wettbewerbs hatten Bürgerinnen und Bürger nicht nur die Möglichkeit Fragen zu stellen, sondern auch Anmerkungen und Vorschläge für die vorgestellten Verkehrskonzepte einzubringen. Die Planungsbüros und die beiden Studierendengruppen haben die Anregungen aufgegriffen und teilweise in ihre Konzeptionen übernommen.

—————————————————————————–

Jury:

  • Dr. Arne Beck, Geschäftsführer NAH.SH/Vertreter des Landes
  • Silke Szymoniak, Vertreterin Tourismusdirektor der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH
  • Melanie Puschaddel-Freitag, Stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Timmendorfer Strand
  • Anja Evers, Bürgervorsteherin der Gemeinde Timmendorfer Strand
  • Christian Sörensen, Verkehrsministerium SH
  • Yo Kaminagai, Pariser Fahrzeugdesigner (RATP, Design, Head of design, Project management department)
  • Reinhard Sager, Landrat Kreis Ostholstein
  • Herr André Rosinski, Vorstand TALB (Tourismus-Agentur Lübecker Bucht AöR)
  • Thomas Keller, Bürgermeister Gemeinde Ratekau
  • Stephan Besier, Verkehrsexperte
  • Gaby Dien, Dozentin der Hochschule Karlsruhe und Expertin im Bereich ÖPNV

Planungsbüros:

  • Ioki, DB Regio: Markus Pellmann-Janssen, Stefan Hornung
  • team red: Dr. Johannes Theißen, Volkmar Wagner
  • BCS Stadt und Region: Sebastian Lopitz
  • TRICON Design: Thomas König
  • Regiomaris: Jonas Stapelfeldt, Alexander Montana
  • Duale Hochschule Schleswig-Holstein
  • Studierende Gruppe 1: Nele Gendries, Sarah Thomsen, Kenja Meewes, Pauline Wobser
  • Studierende Gruppe 2: Kenneth Christen, Pascal Fisahn, Rasmus Röschmann, Tjark Schella
  • Dr. Kai Ingo Menke zum Felde

Buchholz appelliert: Her mit Euren Gründungs-Ideen für den 3. Überflieger-Wettbewerb

Riefen heute den „Überflieger“-Wettbewerb 2021 aus:(v.l.): Minister Buchholz und Börrje Schneider, Anke Rasmus und Axel Schulz von den Fördervereinen

Ready for take-off: Nach einem Jahr Corona-Zwangspause können ab sofort wieder junge Unternehmen aus Schleswig-Holstein am landesweiten „Überflieger-Wettbewerb“ teilnehmen. Allen Interessierten winkt reichlich Wissen und den drei Siegern eine Reise nach San Francisco und ins Silicon Valley. Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschafts-Vereine „The Bay Areas“, „Marketing Club Schleswig-Holstein“ und „StartUp SH“ rief Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz junge Gründerinnen und Gründer heute (9. Juli) zur Teilnahme auf. „Dieser Wettbewerb bietet eine einmalige Bühne für innovative Konzepte. Und in Schleswig-Holstein gibt es viele junge Start-ups, die mit ihren Ideen frischen Wind in etablierte Branchen bringen“, sagte der Minister.

Ein Beispiel dafür ist Jonas Stamm, der 2018 zu den „Überflieger“-Finalisten gehörte. Mit seinem Start-up „Molteo“ digitalisiert der Gründer aus Schleswig die Baubranche und beendet mit seiner mobilen Softwarelösung die Zettelwirtschaft auf vielen Baustellen. „Ich mache jedem Start-up Mut, an dem Wettbewerb teilzunehmen. Netzwerken ist für Unternehmer immer wichtig und der Überflieger bietet dafür eine tolle Plattform“, rät der 29-Jährige.

Er selbst gewann damals zwar kein Flugticket nach San Francisco, hatte zuvor jedoch ein Jahr an der Stanford University im Silicon Valley studiert. Die US-Gründungs­szene nutzt Stamm nach eigenen Worten auch heute noch als Inspirationsquelle oder bei der Suche nach Investoren. „Gerade bei der Digitalisierung sind uns die USA noch ein paar Schritte voraus und es gibt viele Ideen, die wir auch bei uns umsetzen können“, erklärt Stamm. Sein eigenes Unternehmen ist auf Wachstumskurs. „Molteo“ hat heute mehr als 250 Kunden und ein Team von 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das über den ganzen Globus verteilt arbeitet.

Hier das gesamte Pressegespräch als Mitschnitt – Video starten:

Vor diesem Hintergrund appelliert auch die StartUp-SH-Vorsitzende Dr. Anke Rasmus: „In der Gründungsberatung und -unterstützung sehen wir jeden Tag, welch tolle und innovative Ideen Start-ups aus Schleswig-Holstein umsetzen wollen und viele würden gern den Spirit des Silicon Valley erleben. Mit dem Überflieger-Wettbewerb geben wir ihnen die Chance dorthin zu reisen, ihre Geschäftsidee einem breiten Publikum vorzustellen und neue Kontakte aufzubauen. Besser geht es nicht!“

Axel Schulz vom Verein „The Bay Areas“ fügt hinzu: „Was wir aus dem Silicon Valley vor allem lernen können, ist, dass Start-ups sich dann besonders erfolgreich entwickeln, wenn sie nicht nur Zugang zu Forschung und Kapital haben, sondern vor allem auch zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern und etablierten Firmen. Hier setzt der Überflieger an.“

Eine Einschätzung, die auch Börrje Schneider vom „Marketing Club Schleswig-Holstein“ teilt: „Gutes Marketing bedeutet zukunftsweisende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und zu vermarkten“, betonte er, „darum wollen wir den Überflieger gemeinsam mit anderen zum Fliegen bringen.“ Sowohl The Bay Areas als auch der Marketing Club Schleswig-Holstein schenken den sechs Final-Teams jeweils eine Jahresmitgliedschaft, um die Vernetzung der Startups in die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und nach Kalifornien auch langfristig zu unterstützen.

Buchholz erinnerte daran, dass die Zahl der Gründungen im echten Norden trotz Corona seit Jahren stetig steige: Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden in Schleswig-Holstein 1.174 Betriebe gegründet – ein Fünftel mehr als im ersten Quartal 2020 und damit der höchste Quartalswert seit 2012. Die Betriebsgründungen überstiegen dabei die Betriebsaufgaben deutlich – und zwar um 238 Gewerbeanzeigen.

Zur Frage, warum man als Gründerin oder Gründer dringend an dem Wettbewerb teilnehmen sollte, sagte Buchholz weiter – Audio starten

Auch die Zahl der Gründungsinteressierten an den Hochschulen des Landes oder im Bereich der Kammern ist auf Wachstumskurs: So nahm zwischen Januar und Mai allein im Kammerbezirk Lübeck die Zahl der Beratungen um 36 Prozent und die Zahl der Fortbildungsveranstaltungen um fast 70 Prozent zu. „Und auch unsere Förderinstitute verzeichnen deutlich mehr Nachfragen nach Förderungen in Zusammenhang mit Gründungen“, sagte Buchholz. Dies sei – nicht zuletzt angesichts sinkender Pandemiezahlen – eine überaus erfreuliche Entwicklung.

Und so geht’s zum Überflieger-Wettbewerb:

Bewerben können sich Start-ups, die zwischen 1. Januar 2018 und 31. Juli 2021 gegründet wurden und ihren Firmensitz in Schleswig-Holstein haben. Dafür müssen sie bis zum 31. Juli 2021 ein Motivationsschreiben und Pitchdeck einreichen.

Alle Infos dazu hier

Weiter sagte Startup-SH-Chefin Rasmus – Audio starten – Pfeil klicken…

Anschließend wählt die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Sponsoren, der drei Vereine und dem Wirtschaftsministerium sechs Start-ups aus, die beim Finale am 2. September 2021 im Gästehaus der Landesregierung in Kiel um die begehrten Flugtickets nach San Francisco antreten.

Vergleich beim B-207-Ausbau: NABU und Aktionsbündnis ziehen Klagen zurück

Im juristischen Tauziehen um den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B 207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden im Kreis Ostholstein sind zwei weitere Hürden genommen: Das Land Schleswig-Holstein einigte sich in den letzten Tagen mit dem Naturschutzbund NABU auf einen außergerichtlichen Vergleich. Auch das „Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerung“ verzichtete am Montag (7. Juni) vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig auf seine Klage. Damit ist von ursprünglich elf Klagen gegen den Ausbau nur noch die Klage der dänischen Fährreederei Scandlines offen. Ein Verhandlungstermin dafür steht bislang nicht fest.

Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Hamburger NABU-Verkehrsexperte Malte Siegert heute bestätigten, beinhaltet die Verständigung mit dem NABU vor allem freiwillige zusätzliche Naturschutzmaßnahmen beim Ausbau der Bundesstraße. Davon profitieren unter anderem Amphibien, Watvögel, Reptilien, sowie der vom Aussterben bedrohte „Kriechende Scheiberich“.

Sowohl Buchholz als auch Siegert zeigten sich sehr zufrieden und lobten gegenseitig die konstruktive Zusammenarbeit. „Das ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Hinterland-Anbindung des Belttunnels“, so Buchholz. „Wir bleiben grundsätzlich besonders wegen des enormen Anteils der Straße beim Vorhaben der Fehmarnbeltquerung nicht überzeugt. Mit dem Vergleich werden aber zumindest wesentliche Forderungen des NABU für einen naturverträglicheren Bau der Hinterlandanbindung erfüllt“, so der NABU-Fehmarnbelttunnel-Experte Malte Siegert. 

Um den Vergleich umzusetzen, wird das Land nach Angaben von Buchholz bei Großenbrode eine weitere Kompensationsfläche von 4,25 Hektar erwerben, die dauerhaft dem Naturschutz gewidmet wird. Zudem werden auf bereits vorgesehenen Ausgleichsflächen von 15,6 Hektar zusätzliche Aufwertungen vorgenommen. „Die vereinbarten zusätzlichen Maßnahmen erfolgen in enger fachlicher Abstimmung mit dem NABU“, so Buchholz. Begleitet wird das Projekt von der Infrastrukturgesellschaft DEGES.

Neben den ökologischen Aufwertungen wurde auch eine Vereinbarung zum Bauablauf getroffen, um angesichts der noch nicht endgültigen Planung der Fehmarnsundquerung einen Rückbau möglichst zu verhindern. Darüber hinaus wird das Land auf eine befristete Geschwindigkeitsbegrenzung auf einem Teil der ausgebauten Strecke hinwirken. So soll erreicht werden, auf einem 2,5 Kilometer langen Abschnitt auf Höhe des Fehmarnsunds eine zeitweise Beschränkung auf Tempo 80 km/h anzuordnen. „Auf diese Weise können Lärm und Stickstoffemissionen verringert und ein schnellerer Erfolg der Naturschutzmaßnahmen erreicht werden“, sagte Siegert.

Dem Aktionsbündnis gegen die Feste Fehmarnbeltquerung hatte das Land am Montag vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig Verbesserungen beim Entwässerungskonzept zugesagt. Konkret geht es die Umstellung der Entwässerung der B 207 auf so genannte Retentionsbodenfilter. Weiterhin wird sich das Land nach den Worten von Buchholz für den Schutz vor Wildunfällen einsetzen und einen Wildschutz-Zaun auf dem westlichen Abschnitt der B207 bauen, sofern die Deutsche Bahn auf dem östlichen Abschnitt ebenfalls einen Zaun errichtet. „Und darauf werden wir hinwirken“, so der Minister.

Nach Husum nun auch bei Tönning: Der Ausbau der B 5 beginnt an zwei Stellen gleichzeitig

Bundes-Staatssekretär Ferlemann (Mitte) mit Buchholz und LBV.SH-Chef Conradt beim ersten Spatenstich

Sieben Monate nach dem ersten Spatenstich bei Husum geht der Ausbau der B 5 zwischen Tönning und Husum mit Hochdruck weiter: Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, setzte heute zusammen mit Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt den ersten Spatenstich für den Ausbau des Abschnitts zwischen Tönning und Rothenspieker. „Die Menschen und die Unternehmen an der Westküste warten schon viel zu lange auf die versprochene moderne und sichere Nord-Süd-Verbindung von Schleswig-Holstein und Dänemark“, sagte Buchholz.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz am Rande des Spatenstichs weiter – Audio starten

Der Ausbau des 5,7 Kilometer langen Teilstücks kostet rund 42 Millionen Euro und wird vom Bund finanziert. Der dritte Fahrstreifen der B 5 dient künftig wechselseitigen Überholmöglichkeiten, die Straßenbreite erhöht sich damit auf insgesamt 12,50 Meter. Zunächst wird – wie schon bei Husum – mit dem Bau einer Anbindung an die Trasse begonnen. Die eigentlichen Ausbauarbeiten beginnen Mitte kommenden Jahres. „Nordfriesland braucht eine bessere Anbindung an die A 23 – und dafür ist der heutige Tag eine wichtige Weichenstellung“, so Buchholz. Laut LBV.SH-Chef Torsten Conradt laufen auch die Planungen an den anderen drei der insgesamt fünf Bauabschnitte auf Hochtouren. Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang an die langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen. So waren gegen den bereits vor zwei Jahren erlassenen Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Tönning-Rothenspieker insgesamt vier Klagen eingereicht worden. Drei davon wurden im letzten Jahr vom Oberverwaltungsgericht Schleswig abgewiesen, die vierte durch Vergleich beendet.

Der Parlamentarische Staatssekretär Ferlemann sagte: „Dieses Verkehrsprojekt ist ein Gewinn für die Region. Der Bund schafft mit dem Ausbau der B 5 als Verlängerung der A 23 neben der A 7 eine weitere leistungsfähige Nord-Süd-Magistrale in und für Schleswig-Holstein. Eine moderne und gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist ein Schlüsselelement für Wachstum und Beschäftigung im Land. Der Ausbau der B 5 ist ein weiterer wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und der Alltagsmobilität, der weit über die Region hinaus spürbar sein wird. Damit sind die Mittel für diesen Ausbau gut angelegtes Geld.“

Ferlemann sagte weiter – Audio starten

Nach den Worten von Buchholz werde die kurvenreiche Strecke auch dadurch verkehrssicherer, weil der landwirtschaftliche Verkehr auf das nachgeordnete Straßennetz verlagert wird und die Erschließung der Flurstücke über Zufahrten von der B 5 entfalle. „Durch das Ausbaukonzept wird die Anbindung des nordfriesischen Raumes, insbesondere die touristischen Zentren, an die Metropolregion Hamburg erheblich verbessert“, so LBV.SH-Direktor Conradt.

Die Arbeiten

Zunächst finden Bauarbeiten zur Herstellung eines neuen Gemeindeweges statt. Mit dieser Maßnahme sollen zwei bebaute Anliegergrundstücke, die bislang direkte Zufahrten auf die B 5 haben, rückwärtig an die Landesstraße 36 angebunden werden. Die Bauarbeiten dazu haben bereits Ende Mai begonnen. Aufgrund der schwierigen Baugrundverhältnisse sind in den kommenden Monaten noch größere Setzungen zu erwarten. Daher erhält diese Zufahrtsstraße zunächst eine Schottertragschicht, so dass die Straße bereits von Anliegern genutzt werden kann. Der endgültige Zustand soll erst nach Abklingen der Setzungen hergestellt werden, frühestens in etwa einem Jahr. Bevor die eigentlichen Arbeiten an der B 5 beginnen können, wird ab August der Einmündungsbereich der K 40/L 36 um- und ausgebaut. Die jetzige K 40 wird später zur L 36 und erhält im Zuge des dreistreifigen Ausbaus einen neuen Anschluss an die B 5. Die Änderung der Einmündung L 36/K 40 wird im August 2021 beginnen und bis Sommer 2022 dauern. Nach der Baufeldräumung im Winter 2021/2022 wird dann im Sommer 2022 mit den Arbeiten auf der B 5 begonnen.

Die B-5-Strecke ist in mehrere Bauabschnitte untergliedert: Neben der Verlegung des Knotenpunktes von Kreisstraße und B 5 südlich von Husum sowie dem Start des Abschnittes zwischen Tönning und Rothenspieker sitzen die Planer und Planerinnen des LBV.SH derzeit am:

– 4 Kilometer langen 2. Bauabschnitt von Rothenspieker bis Reimersbude,

– 3,1 Kilometer langen 3. Bauabschnitt von Reimersbude bis Platenhörn

– 4,9 Kilometer langen 4. Bauabschnitt von Platenhörn bis Husum.


Technische Daten 1. Bauabschnitt Tönning bis Rothenspieker

Baulängen:     5,73 km Bundesstraße
Bauzeit:           voraussichtlich bis Sommer 2025
Baukosten:     etwa 42 Mio. €

Der Planfeststellungsbeschluss lag vor am 15.05.2019. Es wurden vier Klagen eingereicht; eine Klage wurde durch Vergleich erledigt, über die restlichen drei Klagen wurde am 1.12.2020 vor dem OVG Schleswig verhandelt. Diese Klagen wurden alle abgewiesen.

Nachfrage nach Gewerbeflächen an Belt-Trasse nimmt zu – Erster Spatenstich in Oldenburg

Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Mentalitäten: Als die Planungen der Festen Fehmarnbeltquerung vor Jahren erste Konturen annahmen, fragten sich die Dänen: „Wo steckt unsere Chance?“ Und wiesen eifrig Gewerbegebiete entlang der Trasse aus. Die Deutschen hingegen fragten eher: „Wie können wir das verhindern?“

Nun aber – ein halbes Jahr nach dem höchstrichterlich bestätigten Baurecht für das von den Dänen finanzierte Milliardenprojekt – ändert sich nach und nach auch auf deutscher Seite die Haltung: So zeigt der Bau des Tunnels unter anderem erste Spuren im Wirtschaftsraum Ostholstein. Angesichts des wachsenden Bedarfs an Gewerbeflächen entlang der künftigen Trasse zwischen Deutschland und Dänemark erweitert die Stadt Oldenburg ihr Gewerbegebiet „Am Voßberg“ um 4,5 auf fast 37 Hektar. Für das 2,2 Millionen Euro teure Vorhaben überbrachte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz am Freitag an Bürgermeister Jörg Saba einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 1,3 Millionen Euro und setzte zugleich den ersten Spatenstich. „Mit dieser Investition nutzen Sie Ihre einmalige große Chance auf Ansiedlungen und Wachstum, die ihnen dieser nordeuropäische Brückenschlag bietet“, sagte Buchholz.

Buchholz erinnerte daran, dass ein Gutachten im Bereich des Fehmarnbelt-Hinterlandes insgesamt 20 Standorte mit hohem Entwicklungspotenzial vorsehe. Dabei sei die Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Voßberg“ noch nicht einmal eingeschlossen. Aus seiner Sicht sprechen „viele gute Gründe“ für den Investitions-Schritt der Stadt: „Die Verkehrsanbindung ist bereits vorhanden, hier wird im Gegensatz zu einem neuen Gewerbegebiet sparsam mit dem Flächenverbrauch umgegangen und auch die bereits ansässigen Unternehmen werden durch neue Nachbarn profitieren“, so der Minister.

Auch über Oldenburg hinaus sei die Nachfrage nach Flächen enorm groß. So beabsichtige Oldenburg unter anderem, sich zusammen mit Lensahn und Heiligenhafen künftig auch am 21 Hektar großen interkommunalen Gewerbegebiet Gremersdorf an der A1 zu beteiligen.

Buchholz: „Aus meiner Sicht darf es im Fehmarnbelt-Korridor für die Erschließung neuer Gewerbeflächen gern viele Nachahmer geben. Davon profitiert nicht nur der Kreis Ostholstein, sondern auch die gesamte Region HanseBelt.“

Buchholz‘ Woche zwischen Fehmarnbelt-Days und Tunnel-Probebohrungen im Sund

Kaum ein Projekt in Europa wurde so lange und heftig diskutiert wie der Bau des Fehmarnbelttunnels. Auch sechs Monate nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das sämtliche Klagen gegen das Vorhaben abwies, beschäftigt der Tunnel und seine Anbindung auf deutscher Seite weiter die Gerichte. Der Ausbau der B 207 ist am Montag Thema beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig und der Fährbetreiber „Scandlines“ erzielte am Freitag einen juristischen Teilerfolg hinsichtlich der Nutzung des Fährhafens Puttgarden.

Doch ungeachtet dessen gehen die Vorarbeiten am Belttunnel und am geplanten neuen Fehmarnsund-Tunnel voran. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten.

Buchholz informiert sich über Bahn-Probebohrungen für Fehmarnsundtunnel

Auf Einladung der Deutschen Bahn und der Verkehrs-Infrastrukturgesellschaft DEGES hat sich Verkehrsminister Bernd Buchholz heute über die Probebohrungen für den geplanten Tunnel unter dem Fehmarnsund informiert. Begleitet wurde er bei seinem Besuch auf der Bohr-Plattform „Taucher Knothe“ von Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt (links im Bild) und DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe (Mitte). Seit Ende Mai wird in der Meerenge zwischen der Insel Fehmarn und dem Schleswig-Holsteinischen Festland von einer mobilen Hubinsel aus bis zu 63 Meter tief im Meeresgrund gebohrt. Ziel ist es nach Angaben von Buchholz, Aufschluss über den Baugrund für den geplanten Tunnel zu bekommen. Schon die ersten Bohrungen hätten gezeigt, dass die Beschaffenheit des Bodens an vielen Stellen schwierig sei, sagte er.

«Man sieht, dass wir es da mit Tonschichten zu tun haben, die sehr fest sind. Das ist für einen Tunnel eine echte Herausforderung», sagte der Minister. Er sei aber zuversichtlich, dass der knapp zwei Kilometer lange Sundtunnel wie geplant 2029 eröffnet werden könne. Weiter sagte Buchholz – Audio starten, Pfeil klicken.

Auf der Bohrinsel und auch bei den Probebohrungen an Land werde in drei Schichten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gearbeitet, sagte ein Bahnsprecher. Insgesamt sind nach seinen Angaben in den nächsten Monaten 39 Bohrungen in der Ostsee und weitere 199 an Land geplant. Sie seien Teil der Baugrunduntersuchungen, deren Ergebnisse in das Planfeststellungsverfahren einfließen sollten, so der Bahnsprecher.

Der Sundtunnel für Straße und Schiene soll die mehr als 60 Jahre alte Fehmarnsundbrücke entlasten, wenn der Fehmarnbelttunnel zwischen Deutschland und Dänemark eröffnet wird. Die Brücke soll jedoch für Fußgänger, Radfahrer und langsame Straßenverkehre erhalten bleiben.

SH bei der Abarbeitung der Corona-Überbrückungshilfen wieder unter den top-Five

Bei der Abarbeitung der Corona-Überbrückungshilfen des Bundes ist Schleswig-Holstein wieder unter den Top-Five: Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz soeben im Wirtschaftsausschuss des Landtags erklärte, liegt aktuell auch die Auszahlungsquote derzeit bei 73 Prozent. «Auf der Basis der vorgegebenen Rahmenbedingungen des Bundes haben wir insbesondere im Hinblick auf die Prüf- und- Bearbeitungsprozesse in Schleswig-Holstein weitreichende Beschleunigungsmaßnahmen vereinbart. Diese Maßnahmen werden ab sofort umgesetzt. Sie werden bei der Mehrheit der noch zu prüfenden Anträge den Prozess der Antragsprüfung, -bewilligung und -auszahlung deutlich beschleunigen», so der Minister.

Neu sei, dass alle bestehenden Anträge mit einer Antragssumme bis zu 100.000 Euro grundsätzlich ohne eine Prüfung eingereichter Unterlagen und Dokumente auf der Basis der Angaben der so genannten prüfenden Dritten wie Steuerberater vorläufig beschieden werden. Vertiefte Prüfungen entfallen hier vorerst weitgehend. Eine abschließende Prüfung durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) als Bewilligungsstelle erfolgt in diesen Fällen grundsätzlich erst im Rahmen der Schlussabrechnung.

Zu den Gründen für die beschleunigte Abarbeitung sagte Buchholz im Ausschuss weiter – Video starten…

Mit Blick auf den vom Land eingerichteten Härtefall-Fonds sagte Buchholz, dass seit dem 18. Mai Anträge über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer gestellt werden können. Ein wesentliches Element der Härtefallhilfen ist die Härtefallkommission, die über die Anträge entscheidet. Bislang liegen der IB.SH zwei Anträge vor.

Erst gestern hatte das Landeskabinett entschieden, dass die Corona-Hilfen für in Bedrängnis geratene Betriebe bis zum Jahresende verlängert und nochmals aufgestockt werden. So wird ein Sonder-Beteiligungsprogramm laut Wirtschaftsministerium zum zweiten Mal um 15 Millionen Euro auf nunmehr 40 Millionen erweitert. Buchholz verwies auf anhaltende Umsatzverluste zum Beispiel in der Veranstaltungswirtschaft und in der Reisebranche. Das Programm ist mit einer 70-prozentigen Haftungsübernahme der bundeseigenen Förderbank KfW unterlegt. Der maximal mögliche Beteiligungsbetrag soll von 800 000 auf 1,3 Millionen Euro angehoben werden.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus