Land eröffnet Flüchtlingskonferenz – Chance für Unternehmen

fluechtlinge-nordafrikaDie schleswig-holsteinische Landesregierung will zur Stunde auf einer Konferenz mit rund 500 Teilnehmern den sogenannten Flüchtlingspakt vorstellen. Zehn Arbeitsgruppen haben sich im Vorfeld des Flüchtlingsgipfels mit verschiedenen Fragen rund um Asylsuchende und ihrer Integration in Schleswig-Holstein beschäftigt. Hier einige Beispiele für Bereiche, in denen Handlungsbedarf gesehen wurde oder wird.

Zu den Aspekten des Arbeitsmarktes sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (Audiopfeil klicken):

UNTERBRINGUNG: Bis zu 20 000 Asylsuchende werden dieses Jahr in Schleswig-Holstein erwartet. Nach der Erstaufnahme werden sie auf die Kommunen verteilt. Eine Mammutaufgabe, auch finanziell. Städte und Gemeinden finden nicht auf die Schnelle ausreichenden Wohnraum. Auch wie die Flüchtlinge verteilt werden sollen, wird diskutiert – nach einem festen Schlüssel oder nach anderen Kriterien. Wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte, soll über eine Neuverteilung der Flüchtlinge bis Ende des dritten Quartals Einvernehmen mit den Landräten und Bürgermeistern erzielt werden. Die Gespräche hätten noch nicht angefangen. Spürbare finanzielle Hilfen für die kommunale Ebene sollen im Flüchtlingspakt bereits enthalten sein.

ERSTAUFNAHME: In den drei Universitätsstädten des Landes sollen neue Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge entstehen. Flensburg, Lübeck und Kiel sollen jeweils rund 600 Flüchtlinge in Campusnähe aufnehmen. Ziel ist es, die bisherige Zahl der Erstaufnahmeplätze von 1350 (Neumünster und Boostedt ab Herbst 2015) auf rund 3200 zu erhöhen. Die neuen Erstaufnahmen könnten in der geplanten Größe eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration erhalten, und auch die Einrichtung einer eigenen Polizeiwache wie in Neumünster und Boostedt würde so ermöglicht.

SPRACHE und BILDUNG: In der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster soll es künftig Sprachkurse für Erwachsene geben. Und auch schulpflichtige Kinder sollen bereits hier eine schulvorbereitende Förderung erhalten. Zudem werden die Deutsch-als-Zweitsprache-Zentren in den Kommunen personell aufgestockt. Dort würden die Kinder zunächst unterrichtet, und auch auf der Regelschule gehe die Sprachförderung weiter, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) im März im Landtag. Dafür stellt die Landesregierung weitere 125 Lehrkraftstellen und zusätzliche Mittel im Umfang von 7,7 Millionen Euro bereit.

BETREUUNG UND EHRENAMT: Ehrenamtler bewältigen einen Großteil der Flüchtlingsarbeit. Da diese aber sehr komplex ist, wie der Bischof der Nordkirche, Gothart Maagard, sagte, brauchen sie dringend professionelle Ansprechpartner seitens des Landes. Die Nordkirche stellt in jedem der neun Kirchenkreise einen hauptamtlichen Flüchtlingsbeauftragten ein, der Gemeinden in ihrer Arbeit beraten und unterstützen soll. Außerdem wurde ein Leitfaden für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit herausgegeben. Doch auch die Flüchtlinge selbst brauchen professionelle Beratung. Die Diakonie fordert daher mehr Mittel für die vom Land finanzierte Migrationssozialberatung.

ARBEIT UND AUSBILDUNG: Nach Ansicht von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sind Ausbildung und Arbeit neben Sprachkenntnissen absolute Voraussetzungen für die Integration. Daher sollen sich Flüchtlinge bereits in den Erstaufnahmeeinrichtungen über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt informieren können. Zudem soll erfragt werden, welche Kompetenzen, Abschlüsse und Berufserfahrung ein Asylsuchender hat. So könnten den Flüchtlingen vor der Verteilung auf die Kommunen den Kompetenzen entsprechende Angebote gemacht werden. Meyer möchte zudem erreichen, dass Flüchtlinge nach dem Abschluss einer dreijährigen Ausbildung die Möglichkeit haben, mindestens zwei Jahre in dem erlernten Beruf zu arbeiten. Die Wirtschaft begrüßt diese Initiativen mit Blick auf den Fachkräftebedarf.

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