Maritime Wirtschaft blickt zwiespältig in die Zukunft – Meyer bleibt optimistisch

Die konjunkturelle Lage in der maritimen Wirtschaft ist in diesem Frühjahr geteilt: Leicht gestiegen ist die Stimmung bei den Reedern, der Schiffbau verzeichnet im Vergleich zum Herbst 2014 ein Minus, während die Entwicklung in der Hafenwirtschaft stillsteht. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK Nord in ihrer Konjunkturumfrage für die maritime Wirtschaft im Frühjahr 2015.

Im Teilbereich Schifffahrt legt das Konjunkturbarometer im Vergleich zum vergangenen Herbst leicht zu: Der Index stieg um rund fünf Punkte auf 94,9 Punkte, bleibt aber noch unter 100 Punkten, die eine ausgeglichenes Geschäftsklima darstellen. Christoph Weiss, Vorsitzender der IHK Nord und Präses der Handelskammer Bremen, stellt
fest: „Trotz dieser zuletzt positiven Entwicklung kämpfen viele Reeder weiterhin mit den Folgen der weltweiten
Schifffahrtskrise. Eine breite und nachhaltige Erholung sehen wir nach wie vor nicht.“

Der Geschäftsklimaindex der Hafenwirtschaft blieb mit 103,1 Punkten nahezu stabil. Die Unternehmen der
Teilbranche blicken derzeit unverändert in die Zukunft. „Wir erwarten für dieses Jahr eine ähnliche Entwicklung wie in 2014 mit einem Umschlagwachstum von zwei bis drei Prozent“, so Weiss.

Die deutschen Werften bleiben weiter pessimistisch gestimmt: Der Geschäftsklimaindex sank um rund sechs Punkte auf 87,2 Punkte. Sorge bereitet den Betrieben vor allem die Entwicklung der Arbeitskosten der vergangenen Jahre. IHK Nord-Vorsitzender Weiss erläutert: „Die Weltmarktpreise im Schiffbau bewegen sich heute in etwa auf
demselben Niveau wie zur Jahrtausendwende. Im gleichen Zeitraum stiegen die Löhne und Gehälter aber um rund 50 Prozent.“ Im Ergebnis führte diese Entwicklung der letzten 15 Jahre zu einer sinkenden Beschäftigung und
Anteilsverlusten auf den Weltschiffbaumärkten.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte mit Blick auf Werften in Schleswig-Holstein, dass er den Pessimismus nicht teile. Die hochspezialisierten Betriebe hätten mitunter gut gefüllte Auftragsbücher. „Die Übernahme der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft durch die norwegische Siem-Gruppe hat zuletzt den Schiffbaustandort Flensburg gestärkt, so dass ich zuversichtlich bin, dass sich die Branche in dem starken weltweiten Wettbewerb weiterhin gut behaupten wird“, so Meyer.

KlimaindexAlle Einzelheiten unter: http://www.ihk-nord.de

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