B 404 bei Löptin: Moorboden bringt Zeitplan ins Stocken

IMG_0025Um den Untergrund der künftigen A 21 zwischen dem Abzweiger nach Nettelsee und der Gemeinde Löptin zu stabilisieren, müssen vor dem Weiterbau auf einem Teilstück von rund 200 Metern Länge im kommenden Jahr 1470 Betonpfähle mit bis zu 19 Metern Länge in den Grund gerammt werden. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Frank Nägele und der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Torsten Conradt, eben bei einem Ortstermin erläuterten, sei diese aufwändige Maßnahme nötig, um auf dem teils moorigen Untergrund vor bösen Überraschungen gewappnet zu sein. „Die Pfähle werden etwa im Zwei-Meter-Abstand eingerammt und mit einer Art Textil-Netz verbunden, um ein festes Fundament zu liefern“, erläuterte Nägele. Die Fertigstellung des 5,4 Kilometer langen Gesamt-Abschnitts Stolpe-Nettelsee werde sich durch den Eingriff um mehrere Monate bis in die erste Jahreshälfte 2018 verzögern, die Kosten erhöhen sich insbesondere deshalb von ursprünglich rund 52 auf 66 Millionen Euro.

Im Gespräch mit Andreas Otto (RSH, rechts) und Christian Nagel von der NDR-1-Welle-Nord sagte Nägele (Audiopfeil klicken)

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Wie Nägele und Conradt sagten, hatte sich – gestützt auf Gutachten – herausgestellt, dass herkömmliche Sanierungsmethoden für die teils 24 Meter dicken Weichschichten für den Bereich nahe Löptin nicht möglich seien und man stattdessen auf das so genannte „geotechnische Flächentragwerk“ mit den knapp 1500 Betonpfählen zurückgreifen müsse. Da der Verkehr auf der B404 während der Bauphase aufrecht erhalten werden müsse, sei ebenfalls erforderlich, eine 17 Meter tiefe Spundwand auf einer Länge von 200m parallel zur vorhandenen Bundesstraße zu schlagen. In den letzten Wochen hatte das Bauunternehmen Bunte bereits ein Probefeld mit rund einem Dutzend Pfählen eingerichtet.

Nach den Worten von Nägele werde der 2,1 Kilometer lange Abschnitt bis zum Abzweiger nach Löptin jetzt europaweit ausgeschrieben. Mit dem Beginn der Befestigungs- und Bauarbeiten sei im Frühjahr 2016 zu rechnen. Bis zum Start werden noch umfangreiche Bepflanzungen  an fertiggestellten Straßenabschnitten vorgenommen sowie ein weiteres Brückenbauwerk erstellt.

Bis heute wurde vom vierstreifigen Ausbau der B 404 zwei Kilometer einschließlich einer Rastanlage mit WC bei Depenau fertiggestellt. Darüber hinaus wurden sechs  Brücken und große Teilstücke der zukünftigen Landesstraßen L 49 und L 67 sowie der Gemeindeverbindungsstraße hergestellt.

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