Schleswig-Holstein bei der Weiterbildung bundesweit unter den „Top Five“

Bertelsmann-Studie belegt: SH liegt bei Weiterbildung
bundesweit auf Platz vier. Meyer:
Angebote der Fachkräfte-Initiative annehmen

Fast jeder siebte Schleswig-Holsteiner ab 25 Jahren nimmt mindestens einmal pro Jahr an einer Weiterbildung teil. Mit der Quote von 14,5 Prozent lieg das nördlichste Bundesland über dem bundesweiten Durchschnitt (13,5 Prozent), teilte die Bertelsmann-Stiftung heute unter Berufung auf die zentralen Ergebnisse des Deutschen Weiterbildungsatlas mit.

Damit hat Schleswig-Holstein nach Hessen (16,0), Baden-Württemberg (15,7) und Bayern (14,8) die höchsten Quoten im Ländervergleich. Allerdings ist die Bereitschaft, an Weiterbildungsangeboten teilzunehmen, im nördlichsten Bundesland zwischen 2007 und 2012 um 1,7 Prozentpunkte gesunken. Im Bund hat es hingegen kaum Veränderungen gegeben.

Für Wirtschaftsminister Reinhard Meyer belegt die Studie, dass gerade die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein verstanden haben, dass Weiterbildung immer noch das beste Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel ist: „Unsere Bildungsträger und Weiterbildungsanbieter leisten hier eine herausragende Arbeit. Besonders erfreulich für mich ist, dass wir auch bei der Weiterbildungsbeteiligung der Geringqualifizierten über dem Bundesdurchschnitt liegen, denn dies ist eine der wichtigsten Ressourcen zur Fachkräftesicherung“, so Meyer.

Reinhard_MeyerZu den Ergebnissen der Studie sagte
Meyer außerdem (Audiopfeil klicken):

Nach den Worten des Ministers sollten die Unternehmen nicht in ihren Bemühungen nachlassen und eine systematische sowie langfristig angelegte Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorantreiben. „Das Land und die anderen Partner unserer Fachkräfte-Initiative stehen ihnen dabei gern mit unseren Beratern gerne zur Seite.“

Zudem stünden den Beschäftigten mit dem „Weiterbildungsbonus“ oder der Bildungsprämie des Bundes erstklassige Finanzierungsinstrumente zur Verfügung.

Nach den Worten von Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, seien Weiterbildungschancen in Deutschland ungleich verteilt. „Gerade die Geringqualifizierten, die am meisten profitieren könnten, haben zu geringe Weiterbildungschancen.“ Denn insgesamt liegt die Weiterbildungsquote in dieser Gruppe deutlich niedriger als bei höher qualifizierten Menschen, zeigt der Weiterbildungsatlas. Insgesamt bildeten sich von den Menschen ohne berufsqualifizierenden Abschluss in Schleswig-Holstein 7,9 Prozent fort (bundesweit: 6,7 Prozent).

Generell gilt nach Angaben der Experten: Sowohl die Qualifikationen der Bevölkerung als auch die Wirtschaftskraft vor Ort wirken sich positiv auf die Weiterbildungsteilnahme aus. Der Weiterbildungsatlas hat auch untersucht, inwieweit die Regionen ihre strukturellen Voraussetzungen auch tatsächlich nutzen. Bei dieser sogenannten Potenzialausschöpfung steht Schleswig-Holstein überdurchschnittlich gut dar. Das Land sei Regionen-Sieger bei der Chancenverwertung, teilte die Stiftung mit.

Die Stiftung nutzte für ihre Untersuchung Daten der jährlichen bundesweiten Haushaltsbefragung Mikrozensus. Dafür wird ein Prozent der Bevölkerung zu ihren Lebensumständen befragt.

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