Meyer lobt Offenheit der Unternehmen im Norden für Flüchtlinge

Meyer erfreut über Bereitschaft der Nord-Unternehmen, Flüchtlingen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplätze zu bieten

Die Unternehmen in Norddeutschland sind bereit, Flüchtlinge in ihre Betriebe aufzunehmen, sei es als Praktikanten, Auszubildende oder Arbeitnehmer. Das ergab eine Umfrage der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord), deren Ergebnisse heute in Hamburg vorgestellt wurden. Danach könnten sich 74 Prozent der befragten Unternehmen vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. 5 Prozent haben bereits Flüchtlinge eingestellt, «Das ist beeindruckend», sagte UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz. 21 Prozent sehen dazu aber keine Möglichkeit.

Auch Wirtschafts- und Arbeitsminister Reinhard Meyer zeigte sich erfreut: „Der UV Nord ist ein guter Partner bei der Integration dieser Menschen und die Landesregierung wird diesen Weg weiterhin intensiv begleiten.“ Die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung sei eine große Herausforderung. „Insbesondere die häufig fehlenden Sprachkenntnisse sind dabei eine hohe Hürde, was in hohem Maß Weiterbildungen und Qualifizierungen notwendig macht“, so Meyer. Er kündigte für den 14. Dezember zusammen mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit und den Sozialpartnern eine Informationsveranstaltung in Kiel an.

Nach den Worten von UV-Nord-Chef Wachholtz gebe es allerdings ein Problem mit dem gesetzlichen Mindestlohn. Die Verbände wollten zu dem Thema keine Empfehlungen oder Forderungen aussprechen, sagte Wachholtz. Die Wirtschaft sei immer gegen einen Mindestlohn gewesen, weil er tief in die Tarifautonomie eingreife und die weniger produktiven Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt ausschließe. «Wir wollen jetzt nicht die Situation mit den Flüchtlingen ausnutzen, um unsere Position doch noch durchzusetzen», sagte Wachholtz. «Aber die Politik muss sich da etwas einfallen lassen.» Viele der Flüchtlinge benötigten nicht nur eine Sprachausbildung, sondern auch weitere Qualifizierung.

Insgesamt befindet sich die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg in einer guten Verfassung und erwartet ganz überwiegend stabile oder steigende Umsätze. Dennoch halten sich die Unternehmen bei Investitionen zurück. Wachholtz machte für die unzureichende Investitionstätigkeit vor allem die zunehmende Verunsicherung der Unternehmen über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland verantwortlich und forderte eine Ende zusätzlicher Belastungen. «Die Unternehmen arbeiten an der Grenzen ihrer Kapazitäten, aber sie investieren eher im Ausland», sagte er. Dort seien nicht nur die Energiepreise günstiger, sondern auch Genehmigungsverfahren kürzer und generell Investitionen leichter möglich.

Bei einer weiteren Umfrage zur Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Hamburger Senat schnitt Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) als beliebtester Regierungspolitiker ab. 85 Prozent der befragten Unternehmen sind mit seiner Arbeit zufrieden. Unter den Senatoren schnitt Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD) mit einer Zustimmung von 80 Prozent am besten ab; den letzten Platz belegte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) mit 44 Prozent.

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