Minister-Duo will Jütlandroute zwischen Dänemark und Deutschland stärken

Dänemarks Verkehrsminister Schmidt und Meyer: Jütlandkorridor bleibt wichtigste Achse für beide Länder

Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD, l) und sein dänischer Amtskollege Hans Christian Schmidt sitzen am 20.08.2015 in Kiel (Schleswig-Holstein) bei einer Pressekonferenz nebeneinander. Die Minister berichteten von den Ergebnissen einer Tagung der deutsch-dänische Verkehrskommission. Foto: Carsten Rehder/dpa

Verkehrsminister Reinhard Meyer und Dänemarks Transport­minister Hans Christian Schmidt haben heute anlässlich der elften Tagung der Deutsch-Dänischen Verkehrskommission erneut bekräftigt, dass die Jütlandroute auch nach der Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels die wichtigste Verkehrsachse zwischen beiden Ländern bleibe. „Dies gilt sowohl für die Autobahn A 7, die auf dänischer Seite E 45 heißt, als auch für die in weiten Teilen parallel laufende Bahnlinie von Hamburg bis in den Norden Jütlands“, sagte Meyer. Zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Amtskollegen und der zwölfköpfigen Kommission einen gemeinsamen Bericht verabschiedet, der konkrete Projektempfehlungen für das Zusammenwachsen der Regionen beinhaltet.

Meyer sagte bei der Pressekonferenz in Haderslev (Audiopfeil klicken):

Dänemarks Ressortchef Schmidt sagte dazu: „Der Bericht der Kommission ist ein sichtbarer Beweis für die Notwendigkeit, auch künftig eng zusammenzuarbeiten, um den Jütlandskorridor durch eine leistungsfähige Infrastruktur weiter zu entwickeln.“

Als herausragende Einzelprojekte auf schleswig-holsteinischer Seite nannte Meyer neben dem Bau der A 20 den Ausbau der B 5, die Verbesserung der grenzüber­schreiten­den Bahnverbindungen, die zügige Umsetzung des Neubauprojekts Rader Brücke sowie den Ausbau der Standorte für den kombinierten Ladungsverkehr und eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die grenzüberschreitende Personen­schifffahrt auf der Flensburger Förde.

„Uns ist bewusst, dass auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze eine hohe Erwartungshaltung besteht. Wir können die finanziellen Rahmenbedingungen aber nicht ausblenden, sondern müssen das verkehrspolitisch notwendige mit dem fiskalisch Machbaren klug kombinieren“, so Meyer.

Den vollständigen Bericht der Verkehrskommission finden Sie hier: Report

Neben Projekten, die in der kurz- und mittelfrisitgen Perspektive umgesetzt werden sollten, hat die Deutsch-Dänische Verkehrskommission auch langfristig orientierte Vorschläge erabeitet. So hat sie sichunter anderem dafür ausgesprochen, den weiteren Ausbau der A 7 nördlich des Bordesholmer Dreiecks zu empfehlen – in Fortsetzung zu dem derzeit laufenden sechs- und achtstreifigen Ausbau vom Hamburger Elbtunnel bis Bordesholm. Für langfristig erforderlich hält sie auch den Ausbau der Marschbahnlinie an der Westküste mit vollständiger Elektrifizierung und zweigleisigem Ausbau. „Denn sie stellt gewissermaßen einen Bypass für die Jütlandlinie dar“, sagt Meyer. Ebenso wichtig sei es, die unterschiedlichen Gewichtsbegrenzungen für Lastkraftwagen in Deutschland und Dänemark zu vereinheitlichen. Dies könne aber nur ein langfristiges Ziel sein, weil die zulässigen Gewichte auf deutscher Seite vor allem durch die bestehenden Brücken limitiert werden.

Die Bundesregierung wird nach den Worten von Meyer im kommenden Jahr ihren neuen Bundesverkehrswegeplan beschließen und habe angesichts der chronischen Unterfinanzierung bereits ein restriktives Verfahren angekündigt. „Ich bin überzeugt, dass unsere Verkehrsprojekte durch den Schulterschluss mit Dänemark Rückenwind bei den maßgeblichen Entscheidungsträgern in Berlin bekommen werden, weil deutlich wird, dass unsere Verkehrswege nicht nur für Schleswig-Holstein, sondern auch für den skandinavischen Raum von erheblicher Bedeutung sind“.

Wie Meyer abschließend sagte, dürfe der Blick der Bundesregierung bei ihrer Bundesverkehrswegeplanung aber nicht allein auf Deutschland beschränkt sein. „Denn dann laufen wir Gefahr, beim Verteilungswettbewerb um Investitionsmittel mit den großen Metropolregionen zu unterliegen. Schleswig-Holstein hat eine traditionelle Rolle als Handelsdrehscheibe zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa und zwischen den Ostseeanrainerstaaten und Westeuropa. Diese Drehscheibenfunktion wollen wir gemeinsam stärken. Ich bin dankbar, dass uns Dänemark hierbei unterstützt“.

Padborg
Meyer (links) und Schmidt (2.v.r.) beim Ortstermin in Padborg mit Mogens Therkelsen (vorn), Chef des dänischen Logistikverbandes. Fotos: Merle Levisen

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