Sport als Wirtschafts- und Standortfaktor für Schleswig-Holstein

Meyer sieht im Sport großes Potenzial für SH-Wirtschaft – auch durch Bewerbung für Olympia

„Sport ist Wirtschaft – die Bewerbung von Hamburg und Kiel um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2024 führt uns dies einmal mehr vor Augen.“ Dies sagte Klaus-Hinrich Vater, Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein heute zur Kooperation „Sport und Wirtschaft“ in Kiel.

Hintergrund ist das Halbzeitergebnis der wissenschaftlichen Arbeit für eine gemeinsame Studie von IHK Schleswig-Holstein und dem Landessportverband (LSV). Das End­ergebnis wird im kommenden Frühjahr vorgelegt. Ziel der Zusammenarbeit ist es das Bewusstsein für den Sport als Wirtschafts- und Standortfaktor zu schärfen. Dahinter steht die Überzeu­gung, dass der Sport derzeit bei weitem nicht die Wahrnehmung erfährt, die ihm angesichts sei­ner wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung zukommt.

eis_Meyer_Reinhard_020Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte zur ökonomischen Rolle des Sports in Schleswig-Holstein (Audiopfeil klicken)

Weiter sagte Meyer: „Die wirtschaftliche Bedeutung von Sport wird oft stark unterschätzt.“ Und mit Blick auf die Olympia-Bewerbung von Hamburg und Kiel erinnerte er daran, dass sowohl Olympische wie Paraolympische Spiele an den Austragungsorten selbst für eine erhebliche Wertschöpfung sorgen werden. „Hinzu kommen ein internationaler Imagegewinn und eine Modernisierung der Infrastruktur, was sich ebenfalls langfristig für den gesamten Norden auszahlen wird“, so Meyer.

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Der Anteil des Sports an der gesamten Bruttowertschöpfung betrug 2,7 Prozent (1,9 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Land- und Forstwirtschaft einschließlich Fischerei machten 1,4 Prozent aus. Damit ist die Wirtschaftsleistung des Sports fast so stark wie die des Maschinenbaus (2,8 Prozent). Vom Sport profitieren besonders die Dienstleistungsbranche (35,1 Prozent), der Handel (1,1 Prozent) und der Bereich Verkehr und Gastgewerbe (18,7 Prozent).

Hinsichtlich der Beschäftigungswirkung ist die Bedeutung des Sports sogar noch höher als die Bruttowertschöpfung. Von den rund 1,3 Millionen Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein im Jahr 2012 waren 56.000 -und damit 4,2 Prozent- in der Sportwirtschaft tätig.

Die eingesetzte Projektgruppe befasst sich aktuell mit dem Erforschen folgender Schwer­punkte: Sportstätten, Infrastruktur und Bootsbau, Image, Tourismus, Gesundheit, Spitzen­sport, Großveranstaltungen, Sponsoring sowie Beruf, Bildung und Integration. Die drei IHKs sind gerade im Bereich der beruflichen Bildung dem Sport ganz besonders verbunden: „Mich stimmt es froh, dass wir den Sport- und Fitnessfachmann/frau sowie den Sport- und Fitness­kaufmann/frau ausbilden“, sagte Präsident Vater und fügte an: „Ein ganz besonderes Angebot halten wir mit der Ausbildung in Teilzeit für Spitzensportler bereit. Die IHK-Wirtschafts­akademie (WAK) bietet in ihrem Weiterbildungsprogramm darüber hinaus die Qualifizierung zum Sportfachwirt, Fitnessfachwirt und Sportmanager an.“

„Der Sport ist ein entscheidender Standortfaktor und ein starkes Argument für Unternehmen und Fachkräfte, sich in Schleswig-Holstein anzusiedeln“, so der Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, Peter Michael Stein.

Für eine starke Sportwirtschaftspolitik hat sich der Präsident des LSV, Hans-Jakob Tiessen, aus­gesprochen. „Der Sport ist mit seinen 2600 Vereinen zugleich ein volkswirtschaftliches Schwer­gewicht und – bezogen auf seine vielfältigen sozialen Leistungen – letzter Kitt der Gesellschaft. Deshalb brauchen wir als LSV eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Wirt­schaft und der Landes- und Kommunalpolitik“, so Tiessen.

Die gesellschaftliche Aufgabe des Sports unterstrich Innenstaatssekretär Ralph Müller-Beck mit Blick auf den olympischen Gedanken und die Erziehung zur Fairness. „Ganz besonders möchte ich die Integrationsleistung des Sport unterstreichen“, sagte Müller-Beck mit Blick auf die aktuelle Lage vieler Flüchtlinge. Über den Sport könne der Weg in die Gesellschaft spielerisch gelingen.

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