Fährführer nach Schwebefähren-Kollision auf dem NOK schwer verletzt

Schwebefähren-Kollision mit Frachter: Zwei Verletzte, zahlreiche Zugausfälle, keine Schäden an Hochbrücke

Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal bei Rendsburg ist heute früh mit einem Frachter zusammengestoßen. Dabei wurde der Fährführer schwer verletzt. Der Mann kam ins Krankenhaus. Der einzige Passagier, ein Polizist nach dem Dienst auf dem Weg nach Hause, erlitt bei dem Zusammenstoß im Morgendunkel leichte Verletzungen. Er konnte ebenfalls über eine andere Fähre in Sicherheit gebracht werden.

Nach Angaben des Havariekommandos hat der schwere Zusammenstoß keine Schäden an der Eisenbahnbrücke verursacht. Spezialisten schafften es nach mehreren Stunden, die Schwebefähre wieder sicher in ihre Laufschiene einzuhängen. Arbeiter zogen sie am Nachmittag Stück für Stück mit Muskelkraft zur Südseite. Nach Erreichen des Südufers wurde die Eisenbahnbrücke wieder für den Verkehr freigegeben.

Hier ein Youtube-Video von der Kollision:

Warum der unter deutscher Flagge fahrende Frachter «Evert Prahm» gegen 6.40 Uhr mit der an Stahlseilen an der Eisenbahnhochbrücke hängenden Schwebefähre zusammenprallte, ist weiter unklar.  Die «Evert Prahm» wurde ebenfalls beschädigt und machte im Hafen von Rendsburg fest.

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Die „Evert Prahm“ ist Stammgast im NOK.    (Foto: shipspotting.com)

Die über 100 Jahre alte Schwebefähre war laut Polizei auf dem Weg vom Nord- zum Südufer; der 74 Meter lange Frachter fuhr nach Westen in Richtung Brunsbüttel. Bei der Kollision wurden die Halteseile der denkmalgeschützten Schwebefähre stark beschädigt; sie ist deshalb nicht mehr manövrierfähig. Die Schwebefähre wird von Fußgängern, Radfahrern und Autos benutzt. Sie transportiert täglich etwa 520 Fahrzeuge und 1700 Menschen.

HINTERGRUND ZUR SCHWEBEFÄHRE:

Die Rendsburger Schwebefähre wurde am 2. Dezember 1913 in Betrieb genommen, um Menschen und Fahrzeugen die Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals zu ermöglichen. Die 14 Meter lange und 6 Meter breite Gondel hängt an einer Eisenbahnhochbrücke. Sie bietet Platz für 6 Autos und 60 Fußgänger. Maximal dürfen 7,5 Tonnen zugeladen werden. Die von vier Elektromotoren angetriebene Fähre hängt an zwölf Seilen und überquert das Wasser, ohne es zu berühren. Zum Wasser bleiben drei Meter.

Eine Passage über den 135 Meter breiten Kanal dauert 90 Sekunden. Im Jahr kommt eine Fahrstrecke von 6000 Kilometern zusammen. Täglich befördert die denkmalgeschützte Fähre 520 Fahrzeuge und 1700 Menschen. Betrieben wird sie von einem Maschinisten. Die Eisenbahnbrücke, an der die Fähre hängt, hat eine lichte Durchfahrtshöhe von 42 Metern. Sie ist insgesamt 317 Meter lang. Der erste Zug rollte am 1. Oktober 1913 über die Brücke. Sie löste damals zwei Drehbrücken ab.

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