Dänemark gibt nochmals grünes Licht für den Belttunnel

Aufatmen bei Belt-Fans: In Kopenhagen steht die politische Mehrheit weiter hinter dem Milliarden-Projekt. Meyer und Albig erfreut.

Trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen steht Dänemark weiter hinter dem Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Tunnel. Das stellten die Parteien, die das Vorhaben unterstützen, heute in Kopenhagen klar. Das Parlament habe grünes Licht für den weiteren Prozess gegeben, sagte Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt nach einer Abstimmung. «Ich finde, dass dieses Projekt wieder in der richtigen Spur ist.» Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte das Votum ebenso wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer.

Reinhard_MeyerMeyer sagte
zu der
Entscheidung
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Zuletzt hatten immer mehr dänische Politiker an der Umsetzung des rund 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gezweifelt. Durch Nachverhandlungen mit den Bauunternehmen konnte das Budget bei einer längeren Bauzeit aber zuletzt auf rund 7,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Das besänftigte die Parteien. Sie sprachen sich am Freitag dafür aus, endgültige Gespräche mit den Bauunternehmen zu führen. Die Eröffnung des Tunnels ist jetzt für 2028 geplant.

«Ich freue mich, dass eine breite politische Mehrheit in Kopenhagen die Ampel dauerhaft auf grün gestellt hat», sagte Albig. «In Dänemark glaubt man weiterhin an das Projekt, und wir tun es auch. Wir stehen gemeinsam zur Beltquerung, die unsere beiden Länder über den Belt zusammenwachsen lassen wird und den Austausch zwischen Nord- und Mitteleuropa erleichtert.»

Das Votum in Kopenhagen schaffe Ruhe für das Gesamtprojekt, erklärte der deutsch-dänisch-schwedische Kooperationsverbund String. Das dänische Bekenntnis sei sehr positiv, sagte die Kieler Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW). In Schleswig-Holstein laufe das Planfeststellungsverfahren für den deutschen Abschnitt auf Hochtouren. Der Fehmarnbelt-Tunnel sei ein Dynamo für Wachstum, Innovation und Arbeitsplätze, heißt es in einer String-Erklärung. In der Fehmarn-Region würden 55 000 Jobs geschaffen.

Dänemark finanziert das Projekt weitgehend allein. Deutschland muss nur für seine Hinterlandanbindung aufkommen, die sich aber voraussichtlich verspätet. Die Baupläne für den Tunnel ziehen sich vor allem hin, weil die deutsche Genehmigung noch nicht vorliegt.

Wenn das bis 2019 nicht der Fall ist, bekommen die Bauunternehmen eine Entschädigung von umgerechnet rund 40 Mio Euro, hieß es am Freitag. «Jetzt müssen wir uns voll darauf konzentrieren, Kontakt zu den deutschen Behörden zu halten», sagte Schmidt.

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