Von Umweltschutz bis Medizintechnik: Delegation um Meyer und Albig hofft auf gute Geschäfte im Reich der Mitte

Meyer startet heute mit großer Wirtschaftsdelegation nach China und Japan

China_Gruppe
Meyer bei seiner letzten Delegationsreise nach China mit Hamburgs Bürgermeister Scholz – hier im Werk von Jungheinrich

Allen Negativ-Schlagzeilen über Chinas Wirtschaft zum Trotz: Wenn heute früh eine  Schleswig-Holstein-Delegation um Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zu einer einwöchigen Reise nach China und Japan aufbricht, dürften vor allem die 22 Unternehmensvertreter große Erwartungen im Gepäck haben. „Für die Chinesen mag es ein Problem sein, dass ihr Wirtschaftswachstum vergangenes Jahr auf 6,9 Prozent gefallen ist“, sagt Meyer. Doch müsse man sich vor Augen führen, dass allein nur dieser Zuwachs einem Finanzvolumen von 800 Milliarden US-Dollar und damit dem kompletten Bruttoinlandsprodukt der Türkei oder der Schweiz entspreche. „Der chinesische Markt ist also selbst noch in einer schwächelnden Phase unser wichtigster Handelsplatz nach Dänemark und der wichtigste Wachstumstreiber für unseren Mittelstand.“ So seien die Exporte aus Schleswig-Holstein nach China in den letzten 15 Jahren um 109 Prozent gestiegen, während der Gesamtzuwachs 82 Prozent betrug.

Reinhard_MeyerMeyer sagte vor seiner Abreise
(Audiopfeil klicken)

Albig und Meyer reisen mit insgesamt 40 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zunächst nach China und anschließend nach Japan. Auf dem Programm stehen neben Kooperationsvereinbarungen unter anderem ein Besuch beim weltgrößten Versandkonzern Alibaba sowie Gespräche über eine weitere Ausdehnung der Zusammenarbeit auf den Feldern Umweltschutz, Gesundheitswirtschaft, Mobiliät, Erneuerbare Energien oder Lebensmitteltechnologie. „China ist vielen dieser Bereiche bereits gut, bleibt aber auch auf know how von Außen angewiesen – und das wollen und können wir bieten“, sagt Meyer. Begleitet wird die Delegation auch von Wissenschaftlern der Universitäten in Kiel und Flensburg.

HBC
Meyer besucht am Dienstag zum dritten Mal das Hangzhou Business Center – diesmal feiert das Büro sein 20-jähriges Bestehen

Einer der ersten Programmpunkte wird das 20-jährige Bestehen des „Schleswig-Holstein Business Center“ in der Partnerprovinz Hangzhou sein. Nach den Worten von Bernd Bösche, Chef der WTSH und Mitglied der Delegation, einen besondere Erfolgsgeschichte. Seit Bestehen der Niederlassung, die inzwischen über 13 Mitarbeiter verfügt, sei hier über 200 Unternehmen geholfen worden, im chinesischen Markt Fuß zu fassen. Dazu gehört unter anderem die Spezialfirma Condias aus Itzehoe, die sich erfolgreich auf die Aufbereitung von Oberflächenwasser spezialisiert hat, aber auch Branchenriesen wie das Büdelsdorfer Unternehmen ACO Severin Ahlmann.
„In China angesichts der Umweltverschmutzung in den letzten Jahren ein sehr großes Thema“, sagt Bösche.  Ein weiterer Programmpunkt: Ein Besuch des Industrieparks Jiaxing, wo allein 500 Hektar Fläche für die Ansiedlung deutscher Unternehmen reserviert sind. Mit Blick auf den Besuch beim weltgrößten Online-Versandkonzern „Alibaba“ erhoffen sich Meyer und Bösche vor allem, dass langfristig auch schleswig-holsteinische Mittelständler über „Alibaba“ Produkte direkt auf dem chinesischen Markt absetzen können.

Bei dem Besuch in Japan – unter anderem in Kobe und Kyoto – geht es nach den Worten von Meyer vor allem um mögliche Kooperationen im Bereich der Lebenswissenschafen – vor allem der Medizinbranche – aber auch um das Ausloten von Allianzen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Die Delegation wird unter anderem den japanischen Ableger des Konzerns Sauer-Danfoss in Kobe besuchen.

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