Dritter Tag der China-Reise: Schleswig-Holstein geht auf Tuchfühlung zum Internet-Riesen Alibaba

Meyer & Albig feiern 20 Jahre SH-Business-Center und treffen Vereinbarung mit Internet-Riesen Alibaba

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SH-Delegation beim Internet-Giganten Alibaba: Staatssekretär Dirk Loßack, Minister Meyer, Landtagspräsident Klaus Schlie, Ministerpräsident Torsten Albig

Im Rahmen der sechstägigen China- und Japan-Reise von Ministerpräsident Torsten Albig, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und einer Delegation von 40 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, wurde heute unter anderem eine erste Vereinbarung mit dem Internet-Giganten Alibaba getroffen. Kern der Annäherung ist, dass kleine und mittelständische Unternehmen aus Schleswig-Holstein künftig die deutsche E-Commerce-Plattform „TMall Global“ von Alibaba stärker nutzen sollen. An der Absprache ist auch die IHK Schleswig-Holstein beteiligt.

Meyer hat in dem Zusammenhang die kleinen und mittleren Unternehmen ermuntert, über den Internethandel in China neue Absatzchancen zu suchen. Der Internetriese Alibaba biete mit „TMall Global“ eine ideale Plattform an, auf der Unternehmen aus Deutschland ihre Produkte platzieren können, sagte er nach einem Besuch des weltgrößten Online-Versandkonzerns der Deutschen Presse-Agentur. «Unsere Unternehmen müssen also nicht in China eigene Investitionen tätigen. Insbesondere im Lebensmittelbereich wird Qualität in vielfacher Hinsicht sehr geschätzt.»

Meyer zeigte sich nach dem Besuch bei Alibaba beeindruckt vom Tempo der technologischen Erneuerung: «Es geht hier alles sehr schnell.» Gute Chancen sieht der Minister auch für Unternehmen aus Schleswig-Holstein, die sich im deutsch-chinesischen Industrieparks Jiaxing niederlassen wollen. Dort sei man speziell an Unternehmen aus Norddeutschland interessiert. «In Jiaxing wurde eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet», berichtete Meyer. Trotz gesunkener Wachstumsraten beobachte er in China keine gedrückte Stimmung, aber einen Strukturwandel weg von der traditionellen Schwerindustrie hin zu mehr Innovation unter dem Motto «China 2025».

Reinhard_MeyerMeyer sagte zu den bisherigen Stationen der Reise in einem Telefon-Interview
(Audiopfeil klicken)

Außerdem wurde heute ein weiteres Jubiläum gefeiert: Das 20. Bestehen des Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) in Hangzhou. Seit 1996 ist die WTSH in Hangzhou, in unmittelbarer Nähe zur Metropole Shanghai, mit ihrem Firmengemeinschaftsbüro, dem SHBC, präsent. Hier bietet sie gemeinsam mit den Mitarbeitern vor Ort schleswig-holsteinischen Unternehmen ein breites Dienstleistungsspektrum an, um beim Markteintritt in China zu unterstützen.

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WTSH_0005_Boesche_47WangZu 20 Jahren SHBC in Hangzhou hier ein Interview mit dem Chef der Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer GmbH Schleswig-Holstein (WTSH), Dr. Bernd Bösche und dem Bürochef Wang Hong.

Dr. Bösche, seit 30 Jahren besteht eine enge Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und der Provinz Zhejiang. Wie hat die Wirtschaft der Regionen von dieser Partnerschaft profitiert?

Sowohl für chinesische als auch für schleswig-holsteinische Unternehmen haben sich durch die Partnerschaft neue Märkte erschlossen. Geschäftsaktivitäten wurden angestoßen, Joint Ventures gegründet und Kooperationen geschlossen. Die WTSH hat bereits vor 20 Jahren ein Büro in Hangzhou eröffnet, das später zum leistungsfähigen „Schleswig-Holstein Business Center“ (SHBC) ausgebaut wurde. über 200 schleswig-holsteinischen Unternehmen wurde so der Weg in den chinesischen Markt geebnet.

Wie sieht das Angebot des Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) im Einzelnen aus?

Das SHBC begleitet mittelständische Ressourcen Schritt für Schritt in den chinesischen Markt. Es bietet Unterstützung bei der Suche geeigneter Geschäftspartner, der Organisation von Firmenbesuchen vor Ort und der Vorbereitung von Verträgen. So müssen schleswig-holsteinische Mittelständler nicht von Anfang an Mitarbeiter dauerhaft nach China schicken. Haben sich die Firmen in China etabliert und benötigen eigene Personalkapazitäten, können sie auf eine „Office-in-Office-Lösung“ zurückgreifen. Wir bieten den Unternehmen dann ein eigenes Büro im SHBC, die Mitnutzung der gesamten Büro-Infrastruktur sowie die administrative Betreuung des Mitarbeiters durch unser Team. Ist der Markteinstieg geschafft, gründen die Unternehmen meist eine eigene Repräsentanz oder Niederlassung.

Herr Wang, Sie arbeiten seit langem für das Schleswig-Holstein Business Center (SHBC). Welche Leistungen bietet das SHBC chinesischen Unternehmen?

Im SHBC arbeiten derzeit 12 WTSH-Mitarbeiter. Dieses Team berät auch chinesische Unternehmen, die eine Niederlassung oder eine Firma in Deutschland gründen wollen. Alle Mitarbeiter verfügen über gute Deutsch- und fundierte Standortkenntnisse. Bei der Betreuung dieser Unternehmen geht es zunächst fast immer um eine Standortberatung und dann um die konkrete Hilfestellung bei einer Firmengründung. Wir organisieren gemeinsam mit dem WTSH-Team in Schleswig-Holstein eine Standortbereisung und berücksichtigen auch kulturelle Besonderheiten. Unsere Betreuung ist genau abgestimmt und bietet dem chinesischen Investor ein “Rundum-sorglos-Paket“.

Dr. Bösche, für welche Branchen sehen Sie besondere Perspektiven in China?

China durchläuft gerade einen tiefgreifenden Wandlungsprozess hin zu einer Fokussierung auf den Binnenmarkt und zu Dienstleistungen. Das bedeutet eine Umsteuerung von der Massenproduktion hin zu qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten. Hier hat die schleswig-holsteinische Wirtschaft besondere Chancen, weil unser Bundesland wirtschaftliche Stärken aufweist, die in China künftig noch mehr gefragt sein werden. Besonders Umweltschutztechniken, Ernährungswirtschaft und gerade auch das
Thema Lebensmittelsicherheit haben in China erheblich an Bedeutung gewonnen und werden noch weiter zunehmen. Das gilt ebenfalls für die maritime Wirtschaft; unsere Kompetenzen sind nicht nur für die Küstenprovinz Zhejiang hochinteressant.

Herr Wang, was raten Sie Unternehmen aus Schleswig-Holstein, die in China aktiv werden wollen?


Ich rate den Unternehmen, behutsam in den Markt einzusteigen. Zunächst sollten Exportbeziehungen nach China aufgenommen werden; sie sind der Eckpfeiler für ein langfristiges Engagement und spätere Direktinvestitionen. Unternehmen sollten unsere Erfahrung und die Dienstleistungen der WTSH nutzen. Der Markteinstieg in China ist mit Unterstützung des SHBC deutlich besser kalkulierbar und erfolgsversprechender.

Dr. Bösche, wie sehen Sie die Zukunft der chinesischen Ansiedlungen?

Chinesische Unternehmen tendieren immer mehr dazu, sich international aufzustellen und Standorte in Europa zu eröffnen. Daher bin ich mir sicher, dass auch in Zukunft ein ungebrochenes und eher noch steigendes Interesse chinesischer Unternehmen am Standort Schleswig-Holstein bestehen wird

 

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