Ab August legen Land und Bund den „Karriere-Turbo“ ein und stocken das „Meister-BAföG“ auf

„Karriere-Turbo“: Ab August stockt das Land Mittel und Möglichkeiten des alten Meister-BAföG“ auf

Werft
Bildungsministerin Britta Ernst mit Wirtschaftsminister Meyer (rechts) und Geschäftsführer Holger Kahl beim Rundgang auf der Kieler Werft „German Naval Yards“

Noch bessere Aufstiegs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Berufstätige in Schleswig-Holstein: Zwischen Stahlplatten und Schweißgeräten haben Bildungsministerin Britta Ernst und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute auf dem Werksgelände der Kieler Werft „German Naval Yards“  zusammen mit Vertretern der IHK und der Handwerkskammern den Startschuss für ein verbessertes „Meister-BaföG“ gegeben: Wer das „Aufstiegs-Bafög“, also Leistungen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) in  Anspruch nimmt, wird ab dem 1. August monatlich mehr Leistungen und höhere Zuschussanteile erhalten. „Das macht den beruflichen Karriereweg in Handwerk, Industrie, Handel und im wachsenden Bereich der Sozialwirtschaft deutlich attraktiver“, sagte Meyer.  „Rund 50 Prozent Zuschuss beim Unterhalt – und damit genauso viel wie beim Studenten-Bafög – das war uns wichtig, denn wer mehr Fachkräfte und Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung will, muss Taten sprechen lassen“, so Ernst.

Reinhard_MeyerWirtschaftsminister Reinhard Meyer sagte dazu

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Schleswig-Holstein hatte sich im Gesetzgebungsverfahren zusammen mit anderen Ländern erfolgreich für einen höheren Zuschussanteil eingesetzt, der ursprünglich nur von 44 auf 47 Prozent erhöht werden sollte. Wie Meyer und Ernst sagten, erwarten sie – basierend auf den Prognosen des Bundes – dass die Zahl der Geförderten von 5200 im Jahr 2015 mittelfristig um etwa sieben Prozent steigen wird. Und zwar ausgelöst unter anderem durch die Ausweitung der Förderung auf Bachelor-Absolventen und Studienabbrecher. Dadurch steigen die AFBG-Kosten in Schleswig-Holstein von 6,2 Millionen Euro in 2015 auf voraussichtlich 6,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Kosten teilen sich Bund (78 %) und Land (22 %).

Nach den Worten von Bildungsministerin Ernst würden mit dem AFBG schon heute längst nicht mehr nur Meisterinnen und Meister aus Handwerk und Industrie gefördert werden, sondern auch Fachwirtinnen und Fachwirte sowie Erzieherinnen und Erzieher: „Wir freuen uns, dass das AFBG seit der Einführung 2013 so gut durch Erzieherinnen und Erzieher angenommen wird. 2015 war dies mit 508 Geförderten der mit Abstand am häufigsten geförderte Beruf in Schleswig-Holstein.“ Dazu komme der willkommene Effekt, dass durch mehr Erzieherinnen und Erzieher über bessere Betreuungsangebote auch eine höhere Erwerbsquote insbesondere bei Frauen ermöglicht werde: „Unsere Investitionen in die Ausbildungskapazitäten an den Landesfachschulen zahlen sich somit mehrfach für die Fachkräftesituation in Schleswig-Holstein aus“, so die Ministerin.

britta_ernstBritta Ernst sagte im Gespräch mit Journalisten weiter

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Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, freute sich besonders über die deutlichen Leistungsverbesserungen und darüber, dass Schleswig-Holstein „richtig Geld“ in die Hand nehme, um diese Verbesserungen zu finanzieren: „Für die jungen Gesellinnen und Gesellen im Handwerk ist die Unterstützung ein richtiger Karriereturbo. Mit dem Meisterbrief öffnen sich den Nachwuchskräften im Handwerk echte Zukunftsperspektiven, auf die sie hervorragend vorbereitet sind. Sie können sich selbständig machen und damit ihr eigener Chef werden. Wir brauchen in Schleswig-Holstein nicht nur im Handwerk Existenzgründerinnen und –gründer, aber wir brauchen mindestens genauso dringend junge Menschen, die Betriebe übernehmen.“

Dr. Michael Schack, Weiterbildungsleiter der IHK Schleswig-Holstein, betonte die Potenziale des neuen AFBG für die Rekrutierung zukünftiger Fachkräfte in der Region: „Natürlich ist es für uns eine sehr willkommene Öffnung des AFBG, wenn zum Beispiel Studienabbrecher nach drei Semestern eine geförderte Aufstiegsfortbildung zum Handelsfachwirt machen können, denn das gibt den Unternehmen ein Instrument, solche Talente in der Region zu binden und ihnen neue, berufliche Karrierewege zu eröffnen.“ Auch die Förderfähigkeit von Bachelor-Absolventen und die Wechselmöglichkeit zwischen AFBG und BAföG seien willkommene Neuerungen.

Wirtschaftsminister Meyer wies zudem auf eine Besonderheit im „echten Norden“ hin: „Besonders stolz sind wir hier in Schleswig-Holstein darauf, Berufe in der Seefahrt ausbilden und fördern zu können“, denn auch in der maritimen Wirtschaft gebe es Fachkräftebedarfe: „Wer zum Beispiel an der Fachschule für Seefahrt in Flensburg die Ausbildung zum Technischen Wachoffizier bzw. zum Nautischen Wachoffizier absolviert, hat gute Karrierechancen.“

An der Handwerkskammer Flensburg werden Elektroniker an einer Anlage für Steuerungstechnik ausgebildet

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