Digitaler Wandel bietet große Chancen für den Arbeitsmarkt im Norden

Meyer: keine Angst vor Digitalisierung der Arbeitswelt – Chancen durch Weiterbildung nutzen

Bei Danfoss Silicon Power werden Elektronische Bauteile gefertigt

Der Gefahr von Jobverlusten durch den digitalen Wandel der Arbeitswelt ist in Schleswig-Holstein einer Studie zufolge geringer als in anderen Teilen Deutschlands. «Ängste vor massiven Arbeitsplatzverlusten durch die fortschreitende Digitalisierung sind gegenwärtig unbegründet», sagte heute vor der Landespressekonferenz die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Laut der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nord arbeiten im Norden 12 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bereichen, in denen ein Großteil der Arbeit Computer oder Maschinen erledigen könnten. Das ist weniger als im Bundesschnitt (15 Prozent).

Probleme bereitet die Digitalisierung vor allem Menschen in Produktionsberufen. «Personennahe Dienstleistungen, etwa im Tourismus sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, sind dagegen weniger betroffen», so Haupt-Koopmann.

MeyerMeyer sagte dazu vor der Landespressekonferenz

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Der digitale Strukturwandel sei bereits im Gange, so Meyer weiter. «Es wird eine Veränderung der Arbeitswelt geben, viele Arbeitsbereiche fallen weg, neue werden entstehen.» Vor allem gering-qualifizierte Jobs könnten aber ersetzt werden. Der Strukturwandel schaffe aber Chancen und müsse deshalb unterstützt werden. Denn: «Die digitale Produktion macht längst nicht mehr an Fabrikgrenzen halt.»

Zum Vergleich: Im Nachbarland Niedersachsen liegt der Anteil bei 15,2 Prozent, im Saarland bei 20,4 Prozent deutlich höher als im Norden. Das gilt auch für Thüringen (18,8 Prozent) oder Baden-Württemberg (17,4), noch niedriger ist der Anteil jedoch in Hamburg (9,3), Mecklenburg-Vorpommern (10,8) oder Berlin (8,1). Laut Studie ist der Anteil desto höher, je größer die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes in der Region ist.

Auch innerhalb Schleswig-Holsteins variiert der Anteil der Jobs mit sogenanntem Substituierungspotenzial – wenn mehr als 70 Prozent der Tätigkeit auch Maschinen oder Computer erledigen könnten. Am höchsten ist der Anteil mit 15 Prozent in Flensburg, am niedrigsten mit 8,8 Prozent in Nordfriesland. Vergleichsweise stark betroffen sind auch die Kreise Dithmarschen (14,6 Prozent), Pinneberg (14,5) und Herzogtum Lauenburg (14,7).

Die Fortschritte der betrieblichen Hardware stellten andere Anforderungen an die Beschäftigten und auch die Arbeitsorganisation, sagte Meyer. «Die Studie zeigt: Es bedarf einer konzertierten Qualifizierungspolitik in Schleswig-Holstein.» Neue Berufsbilder entwickelten sich, Maschinen könnten auch positives bewirken. «Bei 3D-Druckverfahren spielen die Arbeitskosten, die früher zu Verlagerungen nach China oder anderswo geführt haben, nicht mehr so eine große Rolle.» Durch die technologische Entwicklung könne es in einigen Bereich sogar wieder Rückverlagerungen geben

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