Mega-Übernahme: Lürssen holt sich Traditionswerft Blohm + Voss an Bord

Mega-Übernahme: Bremer Lürssen Werft holt sich Hamburger Blohm+Voss an Bord

Werft Blohm und Voss
Die Bremer Werft Lürssen übernimmt den Hamburger Konkurrenten Blohm+Voss. Das teilte Lürssen soeben in Bremen mit. Man habe sich bereits am vergangenen Wochenende mit dem bisherigen Eigentümer, dem Fonds der britischen Investmentgesellschaft Star Capital Partners verständigt. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Fonds der Star Capital Partners hatten die Werft im Dezember 2011 von Thyssenkrupp erworben.Durch die Übernahme, die noch vom Kartellamt genehmigt werden muss, hätte die Unternehmensgruppe Lürssen künftig sechs hochspezialisierte Werften mit rund 2800 Mitarbeitern in allen norddeutschen Küstenländern.

Wie Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer dazu sagte, hatte die Lürssen-Gruppe bereits im Jahr 2015 ein Angebot zur Übernahme von Blohm & Voss abgegeben. Der Deal sei damals allerdings nicht zustande gekommen.

Meyer_FSGIm Gespräch mit Journalisten in Hamburg sagte Meyer weiter

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Meyer begrüßte die Übernahme der tradititionsreichen Hamburger Werft Blohm & Voss durch die äußerst erfolgreiche und weltweit agierende Lürssen-Gruppe, die mittlerweile in allen fünf Küstenländern Werftstandorte betreibe. „Deutsche Werften müssen sich im weltweiten Wettbewerb behaupten. Mit der Übernahme von Blohm & Voss wird die Lürssen-Gruppe insbesondere ihre Kapazitäten im Marineschiffbau stärken“, so Meyer.  Mit den Dockkapzitäten von Blohm & Voss, der qualifizierten Belegschaft und den Erfahrungen Marineschiffbau positioniere Lürssen sich strategisch als großer Werftenverbund im Marineschiffbau.

Die Übernahme von Blohm & Voss zu einem Zeitpunkt, in dem die Bundesregierung einen der größten Überwasserschiffbauverträge im Rahmen einer europäischen Ausschreibung vergeben will und sich zugleich Veränderungen in der TKMS-Gruppe abzeichnen, ist nach den Worten von Meyer strategisch sehr gut platziert. Die Entscheidung zum Bau der Mehrzweckkampfschiffe MKS 180 erhalte durch diesen Schritt eine neue Perspektive.

Auch in Hamburg fand die Übernahme ein positives Echo. «Das ist eine große Chance für den maritimen Standort Hamburg», sagte der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). «Damit wird der Werftbetrieb auf ein solides Fundament für die Zukunft gestellt.» So könne Blohm+Voss neue Kunden gewinnen und dauerhaft Beschäftigung am Standort Hamburg sichern. Blohm+Voss sei nicht nur eine Traditionswerft, sondern ein wesentlicher Baustein für den Schiffbau in ganz Deutschland.

Auch die IG Metall Küste reagierte positiv. «Für Blohm+Voss ist das eine gute Nachricht, aber wir erwarten nun nähere Informationen, wie der Standort weiter entwickelt werden soll, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung und die Arbeitsplätze», sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Lürssen sei ein Unternehmen, hinter dem eine Unternehmensstrategie und Aufträge stünden. Unter dem Dach der Gruppe habe Blohm+Voss größere Entwicklungschancen als mit dem Finanzinvestor Star Capital. Die Gewerkschaft sei durch die Übernahme überrascht worden und war zuvor nicht informiert. Lürssen hatte bereits in der Vergangenheit versucht, Blohm+Voss zu übernehmen.

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